Friday, August 21, 2009

Der Sohn eines Helden stirbt in einem sinnlosen Krieg


Serjeant Paul McAleese´s Vater John wurde 1980 zu einem Symbol für modernes Heldentum und heorischen Mut. Millionen britische Fernsehzuschauer verfolgten live vor den Bildschirmen wie John McAleese und seine Kameraden der Spezialeinheit SAS am 05.Mai 1980 das Gebäude der iranischen Botschaft im Londoner Stadtteil Kensington stürmten. Eine sechsköpfige Gruppe iranischer Oppositioneller hatte die diplomatische Vertretung fünf Tage zuvor gestürmt und 19 Botschaftsangestellte und Wachmänner als Geiseln genommen. Die bewaffneten Khomeini-Gegner forderten die Freilassung von 91 im Iran inhaftierten Gesinnungsgenossen.


Schließlich willigte die iranische Führung in Teheran einer Erstürmung des Gebäudes ein und die britische Sondereinheit erledigte den Auftrag innerhalb weniger Minuten. Fünf der Geiselnehmer wurden erschossen, einer konnte lebend verhaftet werden, es kamen keine Geiseln zu Schaden.
Kamerateams der TV-Sender verfolgten das Ereignis live, John McAleese war minutenlang im Bild als er einen Sprengsatz am Balkon der Botschaft anbrachte, wenige Augenblicke bevor die SAS Soldaten die Befreiungsaktion starteten.

Sein Sohn Paul wollte es ihm nachtun, meldete sich ebenfalls zum Militär. Er träumte von einer ähnlichen Karriere wie sein Vater sie hatte und hoffte darauf als Angehöriger des 2.Battalions "The Rifles" für die SAS Truppe ausgewählt zu werden.
Zunächst aber rief Afghanistan. Paul McAleese´s Einsatzgebiet ist eine der gefährlichsten Regionen des Landes, die nördliche Helmand Provinz. Soldaten nennen dieses Terrain die "Taliban-Hölle". Großbritanniens Truppen kämpfen dort seit Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen ein ständig nachwachsendes Monster islamistischer Aufständischer.
Nirgends sterben so viele NATO-Soldaten durch Sprengfallen und Hinterhalte, in Helmand schlagen die ISAF-Truppen Gefechte wie sie die meisten beteiligten Nationen nicht mehr seit dem 2.Weltkrieg erlebt hatten. Tägliche Überfälle und Angriffe der Taliban sind blutige Normalität, es geht südlich von Kabul nicht mehr um Wiederaufbau sondern nur noch darum den Kampf zum Feind zu tragen. Der aber übt sich in jahrzehntelang trainierter Partisanentaktik, die den hochmodernen Armeen der NATO im staubigen Bergland haushoch überlegen ist.

Als die Welt die Afghanen am Donnerstag aufrief mutig zu sein und an den Wahlurnen ein Zeichen gegen den Terror zu setzen, tat Paul McAleese mit seinen Kameraden Dienst. Nahe der Stadt Sangin gingen sie auf Fußpatrouille, afghanische Zivilisten vor den Taliban schützen, Präsenz zeigen in einer politischen Phase des Umbruchs. Am Feldweg hatten die Islamisten den Sprengsatz versteckt dessen Explosion McAleese und einen Kameraden tötete. Mit dem Helden-Sohn ließen bereits 206.britische Soldaten ihr Leben am Hindukusch. Alleine in den vergangenen zwei Wochen wurden 16 von ihnen getötet.


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Wie sein Vater, diente auch Paul McAleese seinem Land mit Stolz und Freunde am Soldatenberuf. Gegenüber seiner Familie betonte er immer wieder die Wichtigkeit des Einsatzes, die Bedeutung des Wideraufbaus und der Möglichkeit eines Neubeginns für die Afghanen.
Sie dankten es ihm nicht. Weniger als 50% der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, überall häufen sich Berichte über Wahlfälschungen, die Taliban erbeuteten Lkws voller Stimmzettel. Präsident Karzai und sein größter Rivale Abdullah Abdullah streiten sich um den Wahlsieg. Letztendlich aber steht der Sieger längst fest - der Terror.

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