Sunday, December 27, 2009

"Bombe ihre Flugzeuge..." - al Qaida im Jemen warnte die USA


Im Rückblick wird die Brisanz der Warnung deutlich: im Oktober veröffentlichte al Qaidas jemenitischer Flügel ein Online-Magazin, das eine deutliche Warnung ihres Anführers Abu Nasir al Wuhayshi enthielt. Unter der Überschrift "Krieg ist ein Trick" schrieb der ehemalige Sekretär Osama Bin Ladens was zu tun sei um den Feind erfolgreich zu treffen.



"Es bedarf keines grossen Aufwands oder viel Geld um 10 Gramm Sprengstoff herzustellen (...) präpariere es in Form einer Granate (...) oder als Sprengstoffgürtel (...) und greife damit die Kreuzritter an, wo immer du sie findest."

Weiter rief al-Wuhayshi zu Anschlägen im Westen auf:

"Bombe auch die Flughäfen der westlichen Kreuzritter Nationen, die sich am Krieg gegen die Muslime beteiligen"

Die Propagandaschrift war eine direkte Reaktion auf ein gescheitertes Attentat auf den saudischen Prinzen und Sicherheitschef Saudi-Arabiens, Mohammed Bin Nayef, im August. Ein junger Saudi war im Jemen zum Selbstmordattentäter ausgebildet worden und hatte mit einer PETN-Bombe mehrere Sicherheitsschranken durchlaufen ohne das der Sprengstoff entdeckt worden war. Im Anwesen des Prinzen sprengte sich der angeblich reuige Terrorist schliesslich in die Luft, verletzte die Zielperson und starb bei dem Attentat. Es war ein Weckruf für die saudischen Sicherheitskräfte, und hätte auch im Westen grösste Bedenken auslösen sollen.

Acht Jahre nach 9/11 gelang es am Freitag dem 23jährigen nigerianischen Bankierssohn Umar Farouk Abdul Mutallab eine amerikanische Passagiermaschine mit mindestens 80 Gramm PETN Militärsprengstoff in der Unterwäsche zu besteigen. Nur einem fehlerhaften Zünder ist es zu verdanken, dass die Bombe den Northwest Airlines Flug 453 nicht kurz vor der Landung in Detroit zerriss und 280 Menschen tötete. Ohne Zweifel legte die jemenitische al-Qaida mit dem Anschlagsversuch vom Weihnachtstag nach. Der Fall des Prinz Nayef, trotz der Tatsache dass der überlebte, liess die Islamisten frohlocken. Ihnen war es gelungen höchste Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, die Taktik erschien simpel wie wertvoll für die Zwecke der Dschihadisten.

Anschläge im Westen sind weiter erklärtes Ziel al-Qaidas, die Besessenheit den zivilen Luftverkehr zu treffen ein kurioses Faktum. Wollte das Terrornetzwerk im Jahr 2009 erfolgreich zuschlagen, dann mit der in Saudi-Arabien erprobten Taktik. Die jemenitischen Bombenbauer und kreativen Köpfe al-Qaidas wählten den Millionärssohn und Kosmopoliten aus Nigeria und zogen ihn in einem abgelegenen Dorf nördlich von Sanaa zu einem umschätzbar wertvollen Selbstmordbomber heran.

Eine Lehre des 11.Septembers erscheint aktueller denn je. Die Kreativität des Terrors ist schier grenzenlos und der Wille Tod und Vernichtung zu bringen ungebrochen. Für das Sicherheitspersonal, Geheimdienste, Grenzschützer und andere bedeuten Vorfälle wie Flug 453 von Amsterdam nach Detroit zwar einen feiernswerten Erfolg, letztendlich aber zeigt er die Grenzen auf, die im Bereich der Personenkontrolle immer weiter verschoben wird.

"Wir müssen jeden Tag Glück haben" - warnte einst ein westlicher Sicherheitsbeauftragter - "die Terroristen nur ein einziges Mal."

Obama`s Osama - Anwar al Awlaki


Obama`s Osama Bin Laden kommt aus New Mexico und fängt seine Beute über das Internet. Anwar al Awlaki, ein in den USA geborener Prediger jemenitischer Abstammung scheint eine erschreckende Verbindung zwischen dem Fort Hood Attentäter Major Nidal Hasan und dem gescheiterten Flugzeugbomber Omar Farouq Abdul Mutallab zu sein.

Genau wie Hasan hatte auch der 23jährige Bankierssohn aus Nigeria per Email Kontakt Awlaki, der seit Jahren aus seinem jemenitischen Exil theologische Propaganda im Auftrag al Qaidas betreibt.

In englischer Sprache erreicht der Prediger so vor allem junge Muslime in den Staaten und Europa. Seine Schriften, Videos und Tonbandaufnahmen kursieren im Internet und wohl auch auf Handys und iPods.
Bevor Nidal Malik Hasan Anfang November 13 Menschen auf der texanischen Militärbasis Fort Hood erschoss, holte er sich über das Internet die religiöse Erlaubnis von seinem Mentor Awlaki. Dieser gab jüngst in einem Al Jazeera Interview zu, bereits seit Dezember 2008 mit Hasan in Kontakt gestanden zu haben. Der 39jährige Amokläufer habe ihn gefragt ob der Islam Selbstmordattentate erlaube und ob das Töten von amerikanischen Soldaten erlaubt sei.

Kurz nach dem Massaker von Fort Hood feierte Awlaki den Schützen auf seinem Blog als "Hero" und rief amerikanische Muslime auf Hasan`s Beispiel zu folgen.
Zunächst war unklar, wie weit Awlaki an der Radikalisierung Hasans beteiligt war und ob er ihn instruiert hatte. Mittlerweile gehen amerikanische Ermittler davon aus, dass der jemenitische Prediger ganz entscheidende Wirkung auf den labilen Attentäter hätte.

Nun kommt der Name Anwar al Awlaki wieder ins Spiel. Der nigerianische Bankierssprössling Mutallab soll durch den Imam entscheidend in seiner Radikalisierung gefördert worden sein. Über das Internet hatte der Ingenieursstudent Kontakt mit Awlaki im Jemen aufgenommen und sei von ihm an al Qaida Elemente vermittelt worden.
Mutallab studierte zu dieser Zeit in Dubai, wohin ihn die Familie schickte nachdem der er den Wunsch geäussert hatte in Saudi-Arabien oder Ägypten studieren zu dürfen. Im weltoffenen, modernen Dubai, so hoffte die wohlhabende Familie des Dr.Umaru Mutallab, sei Umar sicher vor den islamistischen Rattenfängern. Ein Irrtum.

Awlaki gelang es den verzweifelten Studenten vom Dschihad und der Pflicht zum Kampf gegen die Ungläubigen zu überzeugen. Er stellte Kontakte zur al Qaida her, die den Nigerianer in einem Trainingscamp nördlich von Sanaa aufnahm.
Hier lernte Umar Mutallab den Umgang mit Sprengstoff und das Zünden eines Sprengsatzes aus dem hochexplosiven Stoff PETN. Ein saudischer Bombenexperte fertigte den Sprengsatz, der in die Unterwäsche Mutallabs eingenäht wurde. Auf ähnliche Weise hatte ein jemenitischer Attentäter einen saudischen Prinzen versucht zu töten. Durch die Platzierung des Sprengstoffs nahe der Genitalien war die Bombe bei Sicherheitskontrollen nicht aufgefallen.

Inzwischen liegen Hunderte Chatroom- und Foreneinträge Mutallabs vor, die beweisen dass der junge Nigerianer verzweifelt suchte Anschluss zu finden. Er äusserte seine Ängste keinen Studienplatz zu bekommen und kritisierte die amerikanische Aussenpolitik harsch.
Psychisch labil, sinnsuchend, sich von der im Luxus lebenden Familie abgrenzend, vollzog sich eine Gehirnwäsche, an der Imam Awlaki einen entscheidenden Anteil haben dürfte.

Vergangene Woche griff die jemenitische Luftwaffe ein Treffen der al Qaida Führung in der östlichen Provinz Shabwa an. Stattgefunden hatte die Konferenz der Islamisten im Haus Awlakis. Berichte wonach der US-Staatsbürger und Verfechter der al Qaida Ideologie unter den 30 Toten des Angriffs ist, dementierten wenig später Familienangehörige.
Die entscheidende Frage ist: galt der Luftangriff, wie zuvor ein amerikanischer Cruise Missile Schlag auf al Qaida Ausbildungslager im Jemen, in Wahrheit dem Prediger?

Grob interpretiert hat der islamistische Rattenfänger Awlaki mindestens 13 amerikanische Leben auf dem Gewissen, weitere hätten am Weihnachtstag über Detroit dazukommen können. Während Osama Bin Laden und sein ägyptischer Vize Zawahiri in der Bergwelt Waziristans verschwunden sind und nur noch ab und an allgemeine dschihadistische Vorgaben und Anweisungen liefern, agiert Awlaki fast ungehindert über das Internet. Junge englischsprachige Muslime aus dem Westen fallen seiner Gehirnwäsche zum Opfer. Angeworben über Email und Chat bilden sie al Qaidas Kronjuwelen für zukünftige Anschläge im Westen.

Der charismatische Jemenit mit amerikanischem Pass wächst zu einem Sicherheitsrisiko für die USA, nicht nur im Nahen Osten selbst sondern in Flugzeugen, Zügen, U-Bahnen und anderswo. Anwar al Awlaki ist Obama`s neuer Bin Laden und hat sich mit seinen Schützlingen Nidal Hasan und Umar Farouq an die Spitze der amerikanischen Todesliste katapuliert.
Wen würde es wundern wenn in den kommenden Wochen weitere Cruise Missiles auf den Jemen regnen und das Marionetten-Militär von Präsident Ali Abdullah Salih zur Treibjagd bläst?

Anwar al Awlakis Luft wird dünner, seine Tage sind bereits angezählt

Saturday, December 26, 2009

Flugzeug-Attentäter ist Millionärssohn


Der 23jährige Nigerianer Omar Farouq Abdul Mutallab, der gestern Abend beim Landeanflug des Northwest Airlines Flug 453 in Detroit eine "pulverartige" Substanz an seinem Bein zur Explosion bringen wollte und angibt im Namen von al Qaida gehandelt zu haben, ist der Sohn des nigerianischen Bankiers und Multimillionärs Dr. Umaru Abdul Mutallab.

Mutallab (70) gründete die Jaiz International Bank, das erste islamische Geldinstitut Nigerias und ist Vorsitzender mehrerer Unternehmen.
Der erfolgreiche Bankier mit Wohnsitzen u.a. in London und Lagos, soll enge Kontakte zur nigerianischen Öl-Industrie haben und besitzt in der britischen Hauptstadt ein 4 Millionen Pfund teures Anwesen.
Das Appartment wurde von Scotland Yard am heutigen Vormittag durchsucht, während der Sohn aufgrund seiner Brandverletzungen in den USA behandelt wird.

Mittlerweile erklärte die Familie des Attentäters, er habe bis Juli 2008 in London studiert, sei danach nach Nigeria zurückgekehrt und habe darum gebeten in Kairo oder Saudi-Arabien studieren zu dürfen.
Während dieser Zeit setzte wohl eine religiöse Radikalisierung bei Omar Farouq Abdul Mutallab ein. In Grossbritannien habe er Kontakte zu Islamisten gehabt, heisst es.

Der Vater habe entschieden den Sohn nach Dubai zu schicken, in der Hoffnung dort bekomme Omar Farouq nicht allzu leicht Kontakt zu extremistischen Kreisen.
In Dubai studierte der nigerianische Millionärssohn bis vor wenigen Monaten. Dann erhielten die Eltern eine SMS, in der Omar erklärte er sei im Jemen. Weitere Kontaktaufnahmen von Seiten der Familie scheiterten, da der Sohn die SIM Karte seines Handys entfernte.

Dr.Umaru Abdul Mutallab habe bereits vor einem halben Jahr die amerikanische Botschaft in Lagos und die nigerianischen Behörden über die wachsende Radikalisierung seines Sohnes informiert.
Aus den USA heisst es der Attentäter sei seit zwei Jahren unter der Beobachtung der Geheimdienste gewesen und gelte als Terrorverdächtiger.

Friday, December 25, 2009

Versuchter Anschlag auf US Passagiermaschine?


Fast genau auf den Tag vor acht Jahren versuchte der britische Konvertit Richard Reid, selbsternannter al Qaida Anhänger, eine amerikanische Passagiermaschine auf dem Flug von Paris nach Miami mit einer "Schuhbombe" zu sprengen.

Eine Abend dann kam die Meldung aus den USA: ein Passagier hatte beim Landeanflug eines North West Airlines Fluges von Amsterdam nach Detroit versucht einen Feuerwerkskörper an Bord zur Explosion zu bringen.
Die Informationen, die immer mehr über US Medien, Twitter und die Agenturen auftauchen zeichnen ein sehr beunruhigendes Bild.

Bisher bekannt ist:

- ein 23jähriger Nigerianer zündete eine "puderartige Substanz"
- der Mann und zwei weitere Passagiere von NWA Flug 253 erlitten Verletzungen (Vebrennungen zweiten Grades) und mussten in eine Universitätsklinik von Detroit gebracht werden
- die Passagiermaschine hatte über 200 Menschen an Bord
- der Passagier soll als mutmasslicher Terrorist auf der "No Flight"-Liste des FBI gestanden haben
- er gab an von al Qaida instruiert worden zu sein den Sprengsatz zu zünden
- der Sprengsatz soll im Jemen hergestellt worden sein
- US Geheimdienstler gehen inzwischen davon aus, dass es sich um einen versuchten Terroranschlag handelt


Tatsächlich wäre ein versuchter al Qaida Anschlag nicht verwunderlich. Alleine in diesem Jahr stieg die Zahl der Anschlagsversuche, vor allem durch "home grown" Dschihadisten in den USA immens an. Al-Qaida, das betonten amerikanische und europäische Nachrichtendienste immer wieder, sei weiterhin dazu entschlossen in den USA zuzuschlagen.

Taliban veröffentliches neues Video von Bowe Bergdahl


Die afghanischen Taliban haben über ihren Medienarm ein neues Geiselvideo des im Sommer entführten US Soldaten Bowe Robert Bergdahl veröffentlichen lassen. Das Band wurde an zwei Nachrichtenagenturen weitergegeben.


Ich besitze die Aufnahme in voller Länge, die den in der Paktika Provinz Ost-Afghanistans entführten Bergdahl in Kampfmontur, mit Sonnenbrille und Helm zeigt. Er nennt Afghanistan das "neue Vietnam der USA" und zählt propagandagerecht die Verbrechen der US Aussenpolitik auf.

Thursday, December 24, 2009

Jemens Kampf gegen die Hydra


Unzählige Namen werden in den Raum geworfen, anonyme Quellen nennen Fakten und Halbwahrheiten, ein Bild wird gemalt, das den Eindruck erweckt, als wäre der Jemen im Endsieg gegen das Virus des militanten Islamismus nicht nur einen Schritt sondern ganze Sprünge vorangekommen. al-Qaida steht in der Defensive, die Houthi-Rebellen kämpft an zwei Fronten, Washington reicht nicht mehr nur den kleinen Finger sondern die ganze Hand und vielleicht mehr als Sanaa je erwarten konnte. Jemen ist die neue Front im Kampf, nicht nur gegen den internationalen Dschihadismus, sondern auch gegen die Ausbreitung eines schiitischen Imperialismus, gefördert und gesteuert von Teheran.

Eine Allianz zwischen der jemenitischen Regierung und der US-Administration dürfte massgeblich dazu beigetragen haben, dass seit einer Woche die Meldungen über Luftangriffe und den Tod von ranghohen al-Qaida Anführern nicht abreisen.
Das Armenhaus an der Südspitze der Arabischen Halbinsel ist längst ins Blickfeld der geopolitischen Strategie Washingtons geraten. Gründe dafür finden sich genug, sie zu ordnen und nach Relevanz zu kategorisieren dagegen ist schwierig.

Die Zentralregierung von Präsident Ali Abdallah Salih kämpft seit Jahren an multiplen Fronten einen Kampf, in dem der Gegner viele Gesichter und Motive ausweist.
Innenpolitisch sicherklich am schwierigsten zu bewältigen ist die Rebellion der zaiditischen Houthi-Stämme im Nord-Jemen. Deren Kampf für Autonomie hat mittlerweile das Grenzland zu Saudi-Arabien erreicht, und kostet auf beiden Seiten Opfer in nie gekanntem Ausmass.
Saudi-Arabiens Militär hält inzwischen nicht mehr still sondern hat eine eigene Offensive gestartet, die den Houthis Einhalt gebieten soll. Nicht nur von deren Unabhängigkeitsbestrebungen sondern auch vom Drogenhandlung der schiitischen Rebellen, fühlt sich das wahhabitische Königreich provoziert.

Dahinter steckt mehr als nur die Tatsache dass die Houthis die Grenze zu Saudi-Arabien nicht wahrnehmen, respektieren oder akzeptieren. Es geht um die Hintermänner, die Drahtzieher des schiitischen Aufstandes. Die sitzen - so behaupten Riad und Sanaa felsenfest - nicht in den Bergen der nordjemenitischen Provinz Saada, sondern im fernen Teheran.
Schrittweise, klammheimlich und über undurchsichtige Pfade, so die Anschuldigungen, rüste Ahmadinedschad die Houthis zu einer Art "südarabischen Hisbollah" auf. Die schiitische Sekte der Zaiditen soll mit finanzieller und materieller Unterstützung des iranischen Mullah-Regimes einen Brückenkopf des schiitischen Imperialismus in der Region errichten. Iran, davon sind die Gegner der Houthis überzeugt, will an der Südgrenze des fundamentalistisch-sunnitischen Kontrahenten Saudi-Arabien, eine Art Fremdenlegion etablieren.
Als Beweise führen die jemenitischen Truppen nach den Gefechten mit den Rebellen, Waffen, Munition und Gerätschaften vor, die eindeutig "Made in Iran" seien.

Für das jemenitische Regime stellen die Houthis einen Faktor von fremdgesteuerter Destabilisierung dar. Abnutzungskriege und immer wieder erfolglos beendete Offensiven mit Panzerkolonnen und Luftangriffen waren bislang die Reaktion auf Entführungen und Anschläge der Houthis.
Inzwischen aber kommt Schützenhilfe aus Saudi-Arabien. Die Saud-Dynastie hat Soldaten an die Grenze zum Jemen entsandt und kämpft seit Monaten erbittert gegen ein Erstarken der schiitischen Aufständischen. 73 saudische Soldaten, so hiess es jüngst, seien bereits seit Beginn der saudischen Militäroperationen im November im Kampf gegen die Houthis gefallen, 23 weitere würden vermisst und seien vermutlich verschleppt. Bis zu 470 Soldaten hätten Verletzungen erlitten.

Was diese Bilanz zeigt ist vor allem eines: das Chaos im Jemen ist Saudi-Arabien viel Wert, ein Zurückdrängen des iranischen Einflusses absolute Priorität, die auch mit Einsätzen der Luftwaffe über die Grenze hinaus, durchgesetzt wird.

Washington hat längst vom Stellvertreterkrieg im Jemen Kenntnis genommen. Man hat der jemenitischen Regierung Unterstützung im Konflikt mit den Houthis versprochen, warnt aber gleichzeitig vor einer anderen Gefahr: al Qaida.
Die militanten Islamisten wurden vom Regime in Sanaa lange ignoriert, sogar toleriert und gefördert. Insgeheim hoffte man die salafistischen Fanatiker in einen religiösmotivierten Kampf mit den schiitischen "Ketzern" der Houthi-Klans verwickeln zu können. Al-Qaida sollte an der Seite jemenitischer Truppen eingesetzt werden um die Houthis zu vernichten, ganz nach dem Motto: Der Feind meines Feindes, ist mein Freund.

Wie wenig aussichtsreich dieses Unterfangen letztendlich ist, zeigte sich als al-Qaida begann massiv ausländische Interessen im Jemen anzugreifen. Die Dschihadisten, die ungehindert in den Wüstengegenden des Landes Trainingslager errichteten und Horden von saudischen Terroristen, die ihre Heimat verlassen mussten, Zuflucht gewähren. Präsident Ali Abdallah Salih gelang es nicht die Extremisten an die Leine zu legen, der Virus gerät immer mehr ausser Kontrolle.
Von Seiten der USA muss eine Reaktion auf al Qaidas neuen "Safehaven" im Jemen kommen. Die Gefahr einen weiteren "failed-state", noch dazu mit Blick auf die saudischen Erdölfelder, in dem internationale Dschihadisten ausbildet und Anschläge geplant werden, ist einfach zu gross, als dass Washington den Jemen ignorieren könnte.

70 Millionen Dollar inklusive amerikanischer Militärausbilder, Drohnenüberwachung und logistischer Hilfe - so sieht Obamas Anti-Terror-Kampf im Jemen auf dem Papier aus. Praktisch besteht das Hilfspaket aus Cruise Missiles, Geheimdienstaufklärung und einer guten Portion Druck auf das Regime endlich mit aller Härte die Terrornester der Provinzen Abyan und Shabwa auszuräuchern.
So geschehen am vergangenen Donnerstag: Amerikanische Raketen schlugen in Ausbildungslagern der al Qaida in Abyan und nördlich von Sanaa ein, töteten 34 Islamisten und unzählige Zivilisten. Die Terror-Zeltstätte waren nur wenige Meter von den zivilen Dörfern entfernt, zudem wohnten dort nicht nur die Terrorrekruten sondern auch deren Familien, Frauen und Kinder.

Heute dann die Meldung: Jemens Luftwaffe habe in Shabwa Gebäude bombardiert. Bei einem getroffenen Haus soll es sich um den Wohnkomplex des amerikanisch-jemenitischen Predigers Anwar al Awlaki handeln. Der Imam, der montelang Emailkontakt zu Major Hasan Nidal hatte, bevor dieser im November auf der texanischen Militärbasis Fort Hood, 13 Soldaten erschoss, war vor Jahren in den Jemen geflohen und soll enge Kontakte zu den dschihadistischen Netzwerken haben.
Awlaki, so meldeten jemenitische Medien heute, soll unter den über 30 Toten des jüngsten Luftangriffs sein.
In seinem Haus habe ein Treffen der Dschihadisten stattgefunden, die beraten wollten, wie sie auf die US-Luftangriffe vom vergangenen Donnerstag reagieren sollten.

Mit Awlaki starb auch die Spitze der al-Qaida im Jemen (AQAP), Abu Nasir al Wuhayshi, ehemaliger Sekretär Bin Ladens und Chef der AQAP und dessen Vize Said Saudi al Shahrani, ein ehemaliger Guantanamo-Häftling, den die USA kurz nach dem 11.September in Afghanistan gefangen genommen hatte. Weitere Opfer des Luftangriffs sollen aus Ägypten, dem Iran und Tschetschenien stammen.

Noch hat sich der Staub des Luftangriffs von Shabwa nicht gelegt, die Zeichen aber verdichten sich dass den jemenitischen Sicherheitskräften ein harter Schlag gegen al Qaida gelungen ist. Der Kopf der jemenitischen al Qaida ist abgeschlagen, neue werden mit 100%iger Sicherheit nachwachsen. Zeit wurde alle Mal gewonnen, Zeit die eventuell Leben retten konnte.
Nicht nur Trainingsstätten und wichtige Führungspersonen wurden innerhalb einer Woche vernichtet, sondern auch Terrorpläne zerstört.

Angeblich hatten die Islamisten bereits Sprengstoffgürtel und Autobomben für einen Anschlag auf die britische Botschaft von Sanaa geplant, die Attentäter waren offenbar schon auserwählt. Letzte Woche, so gab es heute ein Sprecher des Innenministeriums bekannt, habe man den Anschlag vereitelt.

Späte Rache - US-Prediger Anwar al Awlaki stirbt bei Luftangriff im Jemen


Der Mentor des Fort Hood Attentäters Major Nidal Malik Hasan, der in New Mexico geborene Prediger Anwar al Awlaki soll Berichten zufolge bei den Luftangriff der jemenitischen Airforce in der Shabwa Provinz ums Leben gekommen sein. Die Militäroperation tötete nach Angaben jemenitischer Quellen bis zu 34 Al Qaida Kämpfer, darunter auch deren Anführer Abu Nasir al Wuhayshi.



Awlaki war erst vergangene Woche von Al Jazeera interviewt worden. Im Gespräch gab der amerikanische Staatsbürger jemenitischer Herkunft zu, mit Nidal seit dem 17.Dezember 2008 Emailkontakt gehabt haben. Der Imam selbst hat die USA bereits vor Jahren verlassen und lebt im jemenitischen Exil.
Major Nidal habe ihn gefragt ob es religiös gerechtfertigt sei, amerikanische Soldaten zu töten. Awlaki habe geantwortet dass Amerika der "Pharao der heutigen Tage" sei, ein Feind des Islams und da es deshalb für einen Muslim verboten sein in der US-Armee zu dienen.


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Letztendlich habe Awlaki dem Major geantwortet ein Attentat auf US-Soldaten sei angesichts der Verbrechen des amerikanischen Militärs weltweit gegen Muslime, gerechtfertigt.
Nach dem Amoklauf im texanischen Fort Hood, am 06.November bei dem 13 Menschen starben, nannte Imam Awlaki auf seinem Blog den Attentäter "einen Held" und erklärte amerikanische Muslime sollten seinem Beispiel folgen.

Ob sich Awlaki nun zufällig in einem al-Qaida Camp aufhielt, oder ob der Angriff der jemenitischen Luftwaffe gezielt dem islamistischen Ideologen, dem schon lange Kontakte zu al Qaida nachgesagt werden werden, galt, bleibt offen.

Wednesday, December 23, 2009

Al Qaida Kommandeur überlebt Luftangriff...und tritt öffentlich auf


Anders als zunächst berichtet, überlebte Muhammad Salih al Awlaki, al-Qaidas Kommandeur in der südjemenitischen Provinz Abyan, einen US-geführten Luftangriff im Dorf al-Maajala am vergangenen Donnerstag.
Der Dschihadist trat Anfang der Woche bei einer Protestaktion von Dorfbewohnern auf und erklärte al-Qaida bekämpfe nicht die jemenitische Armee sondern der wahre Feind aller Jemeniten seien die USA.



Anfangs war unklar wer der unmaskierte Islamist war, der vor den versammelten Demonstranten ans Mikrofon trat. Al Jazeera zeigte Filmaufnahmen der kuriosen Szene noch am selben Tag.

أفرادها يجوبون مديرية مودية منذ 3 أيام.. العولقي يظهر علنًا بأبين ويتوعد بالثأر للقتلى
22/12/2009
خاص-نيوزيمن:

في ظهور علني توعد أفراد من تنظيم القاعدة بمحافظة أبين الولايات المتحدة "وكل من يقف معها" بالثأر لضحايا الغارات الأخيرة في محافظة أبين.
ووفقا لمصادر محلية قالت لـ(نيوزيمن) أن مسلحون ظهروا أمس في مهرجان تأبيني احتشد فيه آلاف من قبائل باكازم بمديرية المحفد المحاذية لمحافظة شبوة للاحتجاج على مقتل العشرات في غارة قالت الحكومة إنها استهدفت الخميس الماضي موقعا لتنظيم القاعدة.
ووفقا لمصادر نيوزيمن أن أحد المسلحين يدعى محمد صالح العولقي قريب لفهد القصع من أبناء محافظة شبوة قال عبر مكبرات الصوت"إن حرب تنظيم القاعدة في اليمن مع الولايات المتحدة وليس مع الجيش اليمني".
واضاف مخاطبا رجال الأمن "اعلموا ايها العسكر اننا لا نريد ان نحاربكم وليس بيننا وبينكم قضية". وتابع "ان القضية بيننا وبين امريكا وعملائها احذروا ان تقفوا في صفوف امريكا واعلموا ان النصر لهذه الامة".
مصادر نيوزيمن ذكرت انه منذ 3 أيام وعدد من أفراد التنظيم يجوبون مناطق ما بين مودية وأبين دون أي اعتراض لهم من قبل الجهات الأمنية.
وكانت مجموعة من عناصر التنظيم اقتحمت قبل 3 أيام مستشفى الرازي بأبين واخذوا 7 أشخاص من أفرادهم يقال أنه تم قبرهم بمقبرة خاصة ومصادر تقول بأنهم لا يزالون أحياء .

Tuesday, December 22, 2009

Entführte, deutsche Familie im Jemen geortet


Nach Monaten der Ungewissheit gelang es nun anscheinend dem BND und dem britischen Geheimdienst, die aus Bautzen(Sachsen) stammende deutsche Familie Hentschel, die im Juni im Nord-Jemen entführt wurde, zu orten.

Die fünfköpfige Familie, ein 37jähriger Ingenieur, seine Ehefrau und drei kleine Kinder, waren zusammen mit einem britischen Staatsbürger verschleppt worden, ohne dass es je ein Lebenszeichen aus der Geiselhaft gegeben hatte. Keine Gruppe übernahm die Verantwortung für die Entführung, über mögliche Lösegeldforderungen wurde nichts bekannt.


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In der umkämpften Region Saada, in der die jemenitische Armee seit Monaten heftige Kämpfe gegen die schiitischen Houthi-Milizen führt, gelang es nun offenbar die Geiseln und ihre Entführer zu orten. Es handelt sich offenbar um Anhänger der al Qaida, die öfter ihren Aufenthaltsort wechseln und versuchen im nahezu unkontrollierten Nord-Jemen unterzutauchen.

Offenbar Spur zu vermissten Jemen-Geiseln


Görlitz/Bautzen - Im Fall der im Jemen verschleppten Familie aus dem sächsischen Landkreis Bautzen soll es endlich eine Spur geben. Wie „Radio Lausitz“ am Montag unter Berufung auf die jemenitische Botschaft in Berlin berichtete, hätten Geheimdienste aus Deutschland und Großbritannien das Paar und seine drei kleinen Kinder in der Region Saada im Norden des Landes geortet. Allerdings würden die Geiselnehmer den Aufenthaltsort in der vom Bürgerkrieg geprägten Gegend ständig wechseln. Offenbar befänden sich die Geiseln in der Hand von Al Kaida-Terroristen, die das Kriegsgebiet als Versteck nutzten, hieß es.

Der 37-jährige Diplom-Ingenieur und seine gleichaltrige Frau waren am 12. Juni mit ihren drei Kindern im Alter von einem, drei und fünf Jahren entführt worden. Zusammen mit der Familie aus Meschwitz bei Bautzen wird auch noch ein britischer Ingenieur vermisst. Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin waren kurz nach der Entführung erschossen worden. (dpa)

Laut BILD existiert liegt der Bundesregierung ein Video vor, auf dem die entführte Familie zu sehen ist. Die Kinder machten darauf einen erschöpften Eindruck.

Lebenszeichen von deutschen Jemen-Geiseln

22.12.2009 - 23:23 UHR
Von EINAR KOCH

Nach monatelanger Ungewissheit steht fest: Die drei Kinder der seit Juni im Jemen verschleppten Familie aus Sachsen leben!

Das belegt nach BILD-Informationen ein Video aus den letzten Wochen, das der Bundesregierung vorliegt.

Ein hoher Regierungsbeamter zu BILD: „Die Kinder machen einen erschöpften Eindruck.“

Das Geiseldrama in der Wüste des Nordjemen erschütterte vor einem halben Jahr Deutschland: Zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen wurden von den Kidnappern, vermutlich Al-Qaida-Angehörigen, regelrecht abgeschlachtet.

Von Techniker Johannes H. und seiner Frau Sabine (beide 37) aus der Umgebung von Dresden sowie den Kindern Lydia (5), Anna (3) und Simon (1) fehlte seitdem jede Spur.


Deutsche Medien hatten in den vergangenen Wochen berichtet es seien Verhandlungen über die Freilassung der deutschen Geiseln im Gange. Bestätigt wurde dies zunächst nicht.


"Spur zu im Jemen entführter Familie?

Im Fall der im Jemen verschleppten Familie aus Weißenberg gibt es ein halbes Jahr nach der Entführung offenbar endlich eine heiße Spur. Johannes H., seine Frau Sabine und die drei kleinen Kinder sind einem Sprecher der jemenitischen Botschaft in Berlin zufolge bereits mehrmals geortet worden. Den Angaben nach sollen sich die Weißenberger in Saada aufhalten, einem Kriegsgebiet im Norden Jemens. Allerdings würden die Entführer die Verstecke wechseln. Die jemenitische Armee versucht unterdessen seit Wochen in einem erbitterten Kampf, Rebellen aus der Region zurückzudrängen. Vermutet wird, dass ein Arm der Terrororganisation Al Kaida die Wirren des Krieges nutzt, um in der schwer zugänglichen Gegend unterzutauchen. Aber Geheimdienste aus Deutschland und Großbritannien haben scheinbar die Familie ausfindig gemacht. Unterdessen haben Angehörige in der Lausitz wiederholt die mangelnde Transparenz kritisiert. Sie fühlen sich unzureichend über den Stand der Ermittlungen informiert. Die Bundesregierung allerdings will das Leben der Geiseln nicht aufs Spiel setzen. Denn es gibt offenbar neue Zuversicht: Der einst selbst im Jemen entführte Ex-Außenstaatssekretär Chrobog ist schon mehrfach in das Land gereist. Er soll auf die Regierung Druck ausüben, noch intensiver nach den Lausitzern zu suchen."

Monday, December 21, 2009

Zawahiri`s Mutter stirbt in Ägypten


Islamistische Internetforen trauern (bzw. feiern) den Tod von Umayma Bint Abdul Wahab Azzam, der Mutter von Dr.Ayman al Zawahiri. Sie verstarb eine Woche nachdem sie in das Krankenhaus der Stadt Maadi eingeliefert wurde am Sonntag im Alter von 75 Jahren.
Die Beerdigung fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen am Sonntag in Helwan, 30km südlich von Kairo, statt.


Umayma Azzam war die Tochter von Dr.Abdul Wahab al Azzam, dem früheren Direkter der University of Cairo und Mitbegründer der König Saud Universität in Riad, Saudi-Arabien.
Ihr Vater diente als ägyptischer Botschafter u.a. im Jemen, Pakistan und Saudi-Arabien. Sein Onkel war einer der Gründungsväter der Arabischen Liga.
Seit über 150 Jahren ist der Azzam-Klan Teil der ägyptischen Politik und in jedem Parlament vertreten.

Umayma heiratete den Pharmazie-Professor und Sprössling einer alten Ärzte-Dynastie, Prof.Rabia al Zawahiri. Dieser verstarb bereits 1995.
Die ersten Kinder des Ehepaares waren die 1951 geborenen Zwillinge Ayman und Umnaya.

UPDATE: Drohnenangriffe in Pakistan galten Bin Laden Schwager


Die amerikanischen Drohnen-Angriffe vom Donnertag in Nord-Waziristan, bei denen bis zu 16 Menschen starben, galten wohl nicht dem letztendlich getöteten Ausbilder der al-Qaida, Zuhaib al Sahibi, sondern einem Schwager Osama Bin Ladens.

Sheikh Said al Saudi, der mit einer Schwester Bin Ladens verheiratet ist, hätte an jenem Tag im Dorf Dattakhel ein Treffen der al-Qaida Führung besuchen sollen, erschien aber wohl nicht. Ob sich al Saudi unter den Verletzten des massiven Raketenangriffs befindet, ist nicht bekannt.

Sunday, December 20, 2009

US-Militär bombardiert al Qaida im Jemen - erste Bilanz vernichtend



Amerikas Anti-Terror-Krieg kennt keine Grenzen. Der Beweis schlug am vergangenen Donnerstag an zwei Orten im Jemen ein: Cruise missiles, abgefeuert von Kampfschiffen in Ozean zwischen Ost-Afrika und dem arabischen Golf.
In Absprache mit der jemenitischen Regierung bombardierte das US-Militär zwei al-Qaida Trainingslager, die zuvor von Truppen der jemenitischen Armee umstellt worden waren.

Grund für das ungewöhnlich heftige Vorgehen gegen die Dschihadisten im Jemen, dürfte die Ausweitung des Terrornetzwerkes al-Qaida sein. Terrorlager entstanden seit Ende 2008 in Regionen wie Abyan und auch ausserhalb von Sana' a, ausländische Islamisten strömen in den Süden der Arabischen Halbinsel um das Terrorhandwerk zu erlernen.

Die koordinierten Luft- und Bodenangriffe auf die al-Qaida Ziele töteten nach Angaben der jemenitischen Streitkräfte mindestens 37 Terroristen, weitere seien verwundet und später verhaftet worden.
Dem entgegen stehen die Aussagen von Einheimischen, die vor allem in Abyan von einer hohen Zahl toter Zivilisten berichten. Jemen islamische Oppositionspartei Al Islah reagierte empört und erklärte, die Regierung wisse stehts wo sich die gesuchten al-Qaida Elemente aufhielten. Derart massive Bombenangriffe mit vielen zivilen Opfern seien unnötig, man könne die Terroristen jeden Tag festnehmen, wenn man dies wirklich beabsichtigt hätte.

Tatsächlich starben wohl etwa 60 Zivilisten bei den US geführten Luftangriffen, darunter auch Kinder. Darüber hinaus starben wohl drei gesuchten al-Qaida Funktionäre:

Muhammad al Awlaki, al-Qaidas Kommandeur in der Region Abyan
Muhammad al Amburi, al-Qaida Trainer
Mounir al Amburi, al-Qaida Trainer

Hauptziel der Anti-Terror-Operationen war al-Qaidas Militärchef im Jemen, Qassim al Raymi. Ob dieser sich unter den Toten befindet, ist nicht bekannt.
Am Samstag meldete das jemenitische Innenministerium, vier gesuchte Islamisten seien nach den Angriffen vom Donnerstag in einem Krankenhaus verhaftet worden, wo sie aufgrund ihrer Verletzungen behandelt wurden.

Dass sich der Jemen zu einem Rückzugsgebiet für al-Qaida entwickelt, ist längst bekannt. Abgehörte Telefonate und Verhöre belegen seit Monaten dass al-Qaida Personal aus den umkämpften Regionen in den pakistanischen Stammesgebieten auf die Arabische Halbinsel und an das Horn von Afrika verlegt. Erfahrene Ausbilder und kampferprobte Kader aus Pakistan und Afghanistan sollens ich bereits vor Monaten nach Somalia und in den Jemen abgesetzt haben.

Um dem neuen Risikofaktor südlich des saudischen Königsreichs begegnen zu können, verlegen die USA Spezialeinheiten in den Jemen, und bilden zunehmend dortige Anti-Terror-Einheiten von Polizei und Militär aus.
Reaper- und Predator-Drohnen, stationiert auf Kriegsschiffen und in Militärbasen des Jemen lassen die CIA zudem selbst Jagd auf al-Qaida in südarabischen Bergen machen.

Die erste Operation gegen den Terrorhort Jemen endete mit einer hohen Zahl so genannter "Kollateralschäden". Sollten sich diese Vorfälle häufen, laufen die USA Gefahr das ohnehin instabile jemenitische Staatsgebilde durch einen Aufruhr in der Bevölkerung zu bedrohen. In Pakistan sorgen die wöchentlichen Drohnenangriffe bereits für zunehmenden Unmut und Ablehnung der amerikanischen Politik. Pakistanische Zustände im Jemen dürfte sich in Washington angesichts der Nähe zu Saudi-Arabien niemand wünschen.

Friday, December 18, 2009

Raketenhagel in Waziristan


Wie Raubvögel kreisen sie am Himmel, manchmal ganze Schwärme von ihnen. Ausgestattet mit Hochleistungskameras und Präzisionsbomben machen sie Jagd auf Taliban, al-Qaida & Co - die Drohnen-Flotte der CIA.


Gleich zweimal schlugen die Predators und Reaper in Nord-Waziristan in den vergangenen Tagen zu, diesmal in bislang ungekannter Härte.


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17.Dezember:

Der erste Luftschlag galt einem Auto, geparkt neben einem Gehöft nahe Datta Khel, außerhalb von Miramshah. Zwei Islamisten kamen ums Leben als die Rakete ihr Fahrzeug zerfetzte.

Mindestens fünf Drohnen attackierten wenig später die Dörfer Degan und Ambor Shaga. Insgesamt feuerten sie zehn Hellfire-Raketen in Häuser, Höhlenverstecke, selbstgegrabene Bunker und andere Autos. Ziel war diesmal anscheinend die Infrastruktur des Haqqani-Taliban-Netzwerkes, das die Region Nord-Waziristan faktisch beherrscht und enge Allianzen mit al-Qaida pflegt.
16 Personen starben bei der massiven Bombardierung durch die CIA-Drohnen, darunter sieben "Ausländer", eine Bezeichnung ide in der Regel al-Qaida Personal beschreibt. Unter den Toten soll sich nach Angaben pakistanischer Geheimdienstler auch Zuhaib al Sahibi, ein arabischer al-Qaida Kommandeur befinden.

18.Dezember:

Erneut trafen Raketen einer amerikanischen Drohne heute ein Haus in Nord-Waziristans Datta Khel Distrikt. Dabei starben mindestens drei Islamisten.

Pakistanische Medien indes 30km außerhalb der Ortschaft Miramshah habe es einen weiteren Drohnenangriff gegeben. Vier Raketen hätten dort bis zu 12 Menschen getötet, unter ihnen nach Angaben von Augenzeugen mehrere "Ausländer".

Die jüngste Offensive der unbemannten Kampfdrohnen deutet ganz darauf hin, dass man sich von Seiten der USA die Situation in der FATA Region Pakistans derzeit zu Nutze macht, möglichtst viel al-Qaida Fußvolk zu töten.
Viele Islamisten waren vor der Offensive der pakistanischen Armee in Süd-Waziristan weiter nach Norden geflohen, und finden beim Haqqani-Klan Unterschlupf. Dessen Zerstörung liegt in höchstem Maße im Interesse der USA.

Sirajuddin Haqqani, Spross einer legendären Familie islamistischer Widerstandskämpfer, führt das mehrere tausend Kämpfer starke Taliban-Netzwerk, dessen Einflussgebiet von Waziristan über die Grenze bis Ost-Afghanistan reicht. Über Kommandeure und lokale Befehlshaber kontrolliert Haqqani, der laut Angaben der US-Geheimdienste Mitglied des al-Qaida Führungsstabes sein soll, große Teile der AfPak Region und gilt als Risikofaktor in beiden Staaten.

Die USA wollen Islamabad dazu drängen nach Waziristan nun auch in Nord-Waziristan Anti-Terror-Operationen zu starten. Um dies vorzubereiten bomben die Predators der pakistanischen Armee seit Tagen bereits den Weg frei.
Wie sinnvoll eine weitere Militäroperation aus pakistanischer Sicht ist, bleibt fraglich. In Süd-Waziristan ließen die Islamisten mit wenigen Ausnahmen die Offensive der Armee ins Leere laufen. Sie wichen den Regierungssoldaten und ihren lokalen Verbündeten aus, zogen sich nach Nord-Waziristan oder über die Grenze nach Afghanistan zurück.

Pakistans Anti-Terror-Kampf in FATA droht zu einem endlosen Krieg gegen Geister zu werden. Die Guerilla-Taktik von Taliban und al-Qaida dürfte Erfolge zeigen falls sich die Pakistanis in eine Situation der Besetzung Waziristans drängen ließen. Alles andere würde Washington nicht honorarieren.

"Krieg" heißt die Lösung - die endlose Nacht von Kunduz


Ob Oberst Klein in der Nacht des 05.September bereits wusste, dass die Bomben, die im nordafghanischen Kunduz fielen, in Berlin für ein Erdbeben sorgen werden?


Angeblich mit "besten Wissen und Gewissen", so Verteidigungsminister Guttenberg, handelte der Militär als ihn die Meldung erreichte Taliban hätten zwei Tanklaster entführt und seien mit ihrer Beute in einem Flussbett stecken geblieben. Das traurige Ergebnis der militärischen Entscheidung, einen amerikanischen Jet die beiden Fahrzeuge - inklusive den umstehenden Personen- bombardieren zu lassen, ist mittlerweile bekannt.
Obwohl, so wirklich bekannt ist es immer noch nicht. Wie viele zivile Opfer forderte der Luftangriff? 70? 120? 149? 170? Starben Taliban-Führer? Waren gar alle Personen Sympathisanten, Helfers-Helfer oder Angehörige der Islamisten?
Die Nacht der Nächte von Kunduz wird demn„chst einen Untersuchungsausschuss besch„ftigen.
Noch bevor analysiert, untersucht, ausgesagt und entschieden wird, rollten Köpfe. Verteidigungsminister Jung, nach der Bundestagswahl Ende September zum Arbeitsminister degradiert, legte in Rekordzeit sein Amt nieder. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Schneiderhahn, und wurden gegangen.
Als dann durch das von BILD veröffentlichte Video des Luftangriffs bekannt wurde, dass die Bundeswehr anscheinend entschlossener und rücksichtsloser agierte, als bisher angenommen, kam der Fall erneut ins Rollen. Die politische Opferzahl droht zu steigen, während Bundeskanzlerin Merkel weiter schweigt und Parteipartner Karl Theodor zu Guttenberg verkünden lässt: es wird Blutgeld geben um Blutrache zu verhindern.
Talkshows von Anne Will bis Maybritt Illner und die gesamte Couleur der Tagespresse hat sich inzwischen zum Untersuchungsausschuss formiert. ™ffentlichkeitswirksam wird kommentiert, gerichtet, bewertet, beschwichtigt und gelogen.
Ist Oberst Klein ein schiesswütiger Rambo? War die Aussage, man habe verhindern wollen dass die Taliban aus den Tanklastern Autobomben basteln, gelogen? War die Entscheidung letztendlich eine Frage von ?Wenn dort unten Taliban-Führer sind, dann will ich sie kriegen??
Die Diskussion erhält nun einen ekelerregenden Charakter, eine Form, die es einer freien Demokratie und einer parlamentarischen Armee nicht würdig ist.
Fakt ist: zum ersten Mal seit dem 2.Weltkriegen starben auf Anordnung eines deutschen Milit„rs Zivilisten einer fremden Nation. Wie dringend dies Aufkläung, Erklärung, Entschuldigung und Konsequenzen bedarf, muss nicht betont werden.
All das wird es geben. Da wird Oberst Klein jedoch bereits Mörder sein, Kriegsverbrecher, abgestempelt von Presse, Pseudo-Experten, Intellektuellen und pazifistischen Utopisten.
Dabei hätte es so einfach sein können. Ein einziges Wort h„tte den Blickwinkel ver„ndert, h„tte die Diskussion in eine andere Richtung geführt, h„tte ihr vor allem einen ehrlicheren Charakter verliehen.
"Krieg" heißt dieses Zauberwort. Durch die Vermeidung dieses Begriffs stellt sich die Bundesregierung eine juristische Falle, in der sie sich selbst unweigerlich stoáen musste, bzw. gestoáen wurde. Deutschland führt keinen Krieg, sondern baut auf, schafft und sichert Frieden. Der Gegner schieát, bombt, tötet und wird getötet, aber Krieg sei es noch lange nicht. Aus Sicht der Truppe, deren Fahrzeuge von Kugeln durchsiebt, Panzerf„usten getroffen oder von Sprengfallen zerfetzt nach den Partouillen in die Lager zurückkehren, würde dies zu Gelächter führen. Wäre die Situation nicht todernst.
Die NATO führt in Afghanistan Krieg, alles andere ist Lüge, Wunschdenken, Träumerei und juristisches Geschwafel. Den Frieden den es im Zuge von ISAF zu sichern gilt, hat das Land am Hindukusch seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Groábritannien trauert um seinen 100.Soldaten, der seit Jahresbeginn in Afghanistan starb, die Zahl der Bombenanschläge erreicht die einstige Hochzeit des Irakkrieges, von den Opfern der Zivilbevölkerung ganz zu schweigen.
"Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges" - diese Weisheit ist allgemein gütig, allseits bekannt, überdauert Zeit und Ort. Wäre das Wort als Beschreibung des deutschen Afghanistan-Einsatzes schon vor Jahren gefallen, wärde Kunduz jetzt nicht zum Fallbeil der Vernunft in der deutschen Afghanistan-Politik.
Weil wir es nicht Krieg nennen, stirbt die Wahrheit auch nicht. Sie muss irgendwo sein, sie muss gesagt werden und sie wird verlangt. All das wird unmöglich für die Kunduz-Verantwortlichen wenn sie um einen Begriff eiern, der so schwammig wie unsinnig ist.
In Zeiten des Krieges sterben Menschen, der Feind genauso wie die eigenen Soldaten. Dieses eine Wort ändert vieles, nicht aber die Verantwortung und die Frage der Schuld.
Für den Oberst aber hätte es bedeutet, er entscheide in einem Kriegseinsatz, er kalkuliere das mögliche und schlimmstmögliche und hat Recht und Pflicht den Feind zu treffen, sollte es ihm möglich sein.
Was passiert jetzt, wo Krieg weiterhin Tabu ist, wo zwei Tanklaster Nazi-Rufe auslösen und von Kriegsverbrechen die Rede ist? Ein Soldat ist, egal welche Ideale ihm eine Partei aufdrückt, kein THW-Helfer in Uniform, kein NGO mit Waffe im Anschlag. Militärische Aufgaben lassen sich nur militäisch lösen. Dass dabei Menschen sterben, ist das Fundament dieses Handelns.
Jeder deutsche Soldat muss fürchten, beim Bet„tigen des Abzugs vor dem Staatsanwalt zu laden, als Verbrecher und M”rder abgestempelt zu werden. Selbst dann, wenn ihm die Taliban-Kugeln und Raketen um die Ohren fliegen und Kameraden in hinterhältigen Anschlägen sterben.
Es ist eine Schande, dass eine Regierung seine "Bürger in Uniform" in einen wahrhaftigen, mörderischen Guerilla-Krieg schickt, die Läufe ihrer Gewehre aber mit juristischen Phrasen verstopft und ihnen die Möglichkeit nicht nur der Reaktion sondern auch der Aktion zur Prävention, verwehrt.
US-Armee und britisches Militör töten seit Jahren, weil sie es in ihrer Situation müssen. Sie unternehmen Razzien, sie jagen und töten Taliban-Führer. Deutschland hat sich entschieden, dies nicht zu tun. Sie wollen in einem Wespennest sitzen in der Hoffnung, die Imagepflege durch das Nichtstun würde deutsches Leben retten.
Handlungen, die zweifelsfrei kriegerisch sind, müssen dabei zwangsläufig erscheinen wie "unangemessene" Brutalität, Willkür, Schießwütigkeit. Das Verständnis, nicht einmal die Akzeptanz, wäre in der deutschen Bevölkerung und auch Politik, schneller und umfassender Vorhanden, wäre Afghanistan aus dem Mund von Frau Merkel, Herrn Jung oder zu Guttenberg endlich das, was es ist: Krieg.

Thursday, December 17, 2009

Gestatten Sie? Das Ehepaar Zawahiri - zwei seltene Dokumente


Zwei Dokumente veröffentlichte al-Qaida vergangene Nacht. Eines ist ein bereits im November 2008 entstandenes Buch von Bin Ladens Vize Dr.Ayman al Zawahiri mit dem Titel "Der Morgen und der Abend", in dem er anhand der pakistanischen Verfassung erläutert, weshalb Pakistan aktuell auf dem Weg der Ungläubigen ist.


Das zweite Dokument ist ein Brief von Zawahiris Ehefrau Umayma Hassan Ahmad Muhammad Hassan. Unter "Brief an die Schwestern" erläutert die Islamistengattin, Musliminnen weltweit seien aufgefordert sich dem Dschihad anzuschließen und ihre Ehemänner zu unterstützen. Dies könne mit Geld, körperlich und der bloßen psychologischen Unterstützung geschehen. Islam sei Pflicht, so wie es einst von Abdallah Azzam, dem großen Vordenker des Dschihad in Afghanistan, identifiziert worden.
Umayma nennt außerdem die Prophetenehefrau Khadijah als bestes Beispiel für alle Musliminnen der Ummah.


Bislang habe ich noch keinerlei Informationen über diese Ehefrau von Ayman al Zawahiri ausfindig machen. Bekannt ist, dass der Ägypter sehr früh schon Azza heiratete, eine Ägypterin die ihm vier Kinder schenkte, darunter eines mit Down-Syndrom.
Azza Rabia starb zusammen mit drei Kindern beim amerikanischen Bombardement am 03.Dezember 2001 nahe Dschalalabad.

Informationen aus Pakistan besagten bei einem Luftangriff am 28.Juli 2008 sei eine weitere Ehefrau Zawahiris getötet worden, um wen es sich dabei handelt ist unklar.

Wednesday, December 16, 2009

Die "Afghanisierung" Somalias


Angesichts dieser Bilder vom vergangenen Sonntag, aufgenommen außerhalb der somalischen Hauptstadt Mogadischu, stellt sich die Frage, ob das NATO-Bündnis zwanghaft eine Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes betreibt und vor der "Afghanisierung" anderer Staaten die Augen verschließt.

Bilder wie diese aus dem Afghanistan der 1990er Jahre werden als Argumente angeführt, weshalb deutsche Soldaten am Hindukusch Aufbau und Friedenssicherung leisten sollen. Verteidigung von Menschenrechten, Moral und Freiheit werden zum Hohn, wenn klar wird, dass die NATO mit zweierlei Maß misst.

Seit Ende der 1980er Jahre ist Somalia das klassische Beispiel eines "failed state", ein einziges, blutiges Chaos, in dem islamistische Kräfte trotz Bemühen der USA und der Nachbarstaaten Äthiopien und Kenia, die Oberhaupt zu gewinnen scheinen. Eine Einführung der Talibaninterpretation der Sharia hat auf lokaler Ebene durch die islamistischen Milizen der Shabaab und Hizb Islami längst stattgefunden.

Der Westen sollte sich im Jahr 2010 an weitere Aufnahmen wie diese gewöhnen. Am vergangenen Sonntag vollstreckten die Hizb Islami Kämpfer vor dem schaulustigen Mob die Urteile gegen zwei Männer und eine Frau.
Die verschleierte Somalierin erhielt 100 Stockhiebe, ein 48jähriger Ehebrecher wurde gesteinigt, ein weiterer per Kopfschuss hingerichtet.







Sunday, December 13, 2009

Der geheime ISAF-Bericht zu Kunduz


Ich bin noch nicht dazu gekommen den kompletten ISAF-Bericht zum Luftangriff von Kunduz zu lesen, kann aber bereits jetzt sagen, dass das geheime Dokument ("nur für den Dienstgebrauch") für neuen Zündstoff in der Debatte um den Luftangriff vom September sorgen dürfte.





Wednesday, December 9, 2009

"Missing Boys" in Pakistan festgenommen


Über Facebook und Twitter suchten Freunde die fünf American Muslims aus dem Großraum Washington D.C. Am 29.November waren sie das letzte Mal gesehen worden, seitdem fehlte von ihnen jede Spur.

Heute dann meldete AP in Pakistans Punjab Provinz seien bei einer Razzia fünf Amerikaner festgenommen worden. Die Personen, alle zwischen 18 und 25 Jahren alt, seien jemenitischer, ägyptischer und schwedischer Abstammung und einige von ihnen hätten sowohl amerikanische als auch pakistanische Reisepässe.

Man prüfe den Verdacht auf Terrorismus, hieß es aus Pakistan. Derweil entdeckte das FBI in Washington wohl ein Abschiedsvideo, in dem die Verdächtigen erklären Muslime müssten weltweit verteidigt werden.

Thursday, December 3, 2009

UPDATE: 15 Kameraden von Breininger getötet


Nach meinen Informationen kamen in den vergangenen Wochen bei einem US-Angriff in Afghanistan 15 Kämpfer von Eric Breiningers Gruppierung ums Leben.
Falls wahr, deutet dieses Ereignis darauf hin, dass sich die ISlamisten nicht mehr im pakistanisch-afghanischen Grenzland aufhalten, sondern vor der Offensive der pakistanischen Armee in Süd-Waziristan ins Nachbarland geflohen sind und sich nun dort aufhalten. Quellen aus der Region beschreiben Süd- und Ost-Afghanistan als einen Rückzugsort für Pakistans Dschihadisten, da die NATO-Truppen dort weit weniger Kontrolle über die Sicherheitslage ausüben als die pakistanische Armee in den Stammesgebieten.

Wednesday, December 2, 2009

Obama in der sowjetischen Fallen


Mit der Ankündigung der Entsendung von 30,000 weiteren Soldaten nach Afghanistan, erklärte Präsident Obama den "Afghan Surge" für eröffnet. Auf über 100,000 Mann will er die US-Präsenz am Hindukusch aufstocken, dazu rechnet der NATO-Generalsekretär Anders Rasmussen mit 5,000 weiteren Soldaten der NATO-Partner-Staaten.
Damit erreicht die Truppenstärke der amerikanisch-geführten Anti-Terror-Allianz in Afghanistan beinahe sowjetisches Niveau. Trotz immer neuer Soldaten-, Panzer- und Hubschrauber-Sendungen musste die Rote Armee in den 1980er Jahren feststellen, dass "mehr Soldaten" im Ernstfall auch "mehr Ziele" und "mehr Tote" bedeuten kann.



Eine schlechte Strategie wird durch die Aufstockung nach Obamas Willen zu keiner besseren. Am Hindukusch kann keine fremde BEsatzungsmacht siegen, sei sie noch so motiviert und gut gerüstet. Terrain, kulturelle und geopolitische Gegebenheiten bilden eine Aufgabe, der man innerhalb des NATO-Bündnisses auch im neuen Jahrtausend nicht gewachsen ist.
Die Taliban kündigten bereits an, dass Obamas Verstärkung der US-Präsenz nur weitere Opfer auf Amerikas Seite bedeutet.

Der Guerilla-Krieg nutzt gezielt jede Schwäche des Gegners, und trifft ihn mit Nadelstichen an empfindlichen Stellen. Diese Schwächen, teilweise technisch, teilweise naturgegeben, durch eine höhere Zahl an Soldaten ausgleichen zu wollen ist paradox. Obama widerspricht sich selbst. Vor Wochen noch war die Rede davon es gehe ausschließlich um al-Qaida, um die Mörder von 3000 Amerikanern, und mit den "guten Taliban" könne man letztendlich Politik machen. Inzwischen kommen aus Washington wieder die Warnungen, die Taliban würden das Land nach einem überstürzten Rückzug der NATO übernehmen, und auf sie folge unweigerlich Bin Ladens Terrortruppe.



Bereits 2011 so ließ der amerikanische Präsident durchblicken, möchte er einen geordneten Rückzug aus Afghanistan starten. Seiner Wortwahl war dabei schon jetzt zu entnehmen: ein zweites Vietnam wird es nicht geben.
Dennoch sind die Fakten der blutigen Realität gegeben, und ändern sich nicht revolutionär durch das Umblättern des Kalenders. Taliban, al-Qaida und all jene die ihren Kampf gegen die westlichen Besatzer als gottbefohlene Pflicht sehen und in Afghanistan eine Endschlacht zwischen Gut und Böse heraufbeschwören wollen, warten auf den Tag, der unweigerlich kommen wird.

Jahrzehnte des Krieges haben das Land am Hindukusch zurück in die Zeit der Stammeshierachien, der Riten, Traditionen und Dorf-Gesetze geworfe. Eine Zentralregierung genießt nicht nur aufgrund der korrupten Führer-Figur Karzai keinerlei Vertrauen mehr, sondern durch die permanente Einwirkung der Kräfte von außen.

Eine afghanisch gewachsene Demokratie bleibt Utopie, ist von außen nicht zu erzwingen und wahrscheinlich auch gar nicht notwendig. Wenn westliche Medien die Taliban als menschenverachtende Islamisten-Horde darstellen, so bleibt doch nicht von der Hand zu weisen dass es sich um afghanische Paschtunen handelt, um Einheimische, um Dorfbewohner, Bauern usw. Ihre Anwesenheit ist daher schon nicht mit der generellen Ablehnung ausländischer Invasoren verbunden.
An die demokratische Kette legen lassen sich die Koranschüler deshalb noch lange nicht. Ein Afghanistan aber ohne die inzwischen festverankerte Kultur der Mujaheddin und der Männer mit dem schwarzen Turban, ist schlichtweg unmöglich.

Ähnlich wie einst die amerikanischen Kolonien sich von der britischen Krone lossagten, Frankreich seine Monarchie mit dem Fallbeil beendete und Diktatoren von Rumänien bis Portugal gestürzt wurden, so wird auch das afghanische Volk seinen Weg finden. Dieser wird anders aussehen als die Wunschvorstellung Washingtons, aber er wird nicht hunderten oder gar tausenden weiteren jungen amerikanischen, britischen, französischen und deutschen Männern und Frauen das Leben kosten, die am Hindukusch die Werte der europäischen Aufklärung oder der amerikanischen Revolution verteidigen sollen.

Eric dankt - Deutscher Islamist richtet Gruß an Unterstützer


Brav bedankt sich der Sauerländer Dschihadist Eric Breininger in einer Fotostrecke bei allen Unterstützern, die im Zuge des vergangenen Ramadan Schlachtopfer gespendet hatten. Zusammen mit einer Reihe weiterer Islamisten der "Taifa al Mansoura"-Gruppe und Kleinkindern, die mit Waffen vor der Kamera posieren, zeigt sich der deutsche Extremist im anscheinend kühlen afghanischen Herbst/Winter.




Sunday, November 29, 2009

Bundeswehr T-Shirts machen sich über Kunduz-Vorfall lustig


Wie den Agenturen heute zu entnehmen war, werden im nordafghanischen Mazar i Sharif makabre T-Shirts über den Tanklaster-Vorfalls von Kunduz verbreitet.


Falls von Seiten der Leserschaft jemand die besagten T-Shirts oder Fotos davon besitzt, wäre ich für eine Kontaktaufnahme sehr dankbar.


Makabre T-Shirts über Tanklaster-Bombardement aufgetaucht

Der verheerende Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tangwagen wird in Afghanistan als T-Shirt-Design missbraucht. Die Hemden tauchten im Lager Masar-i-Scharif auf - sie zeigen zwei Tanklaster, darüber den Bibelvers "Thou shalt not steal" - zu Deutsch "Du sollst nicht stehlen".

Berlin - Im Bundeswehr-Feldlager im afghanischen Masar-i-Scharif sind T-Shirts mit Bezug auf die verheerende Tankwagen-Bombardierung und das christliche Gebot "Du sollst nicht stehlen!" aufgetaucht. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Sonntag wurden sie in einem nicht von Deutschen betriebenen Laden auf dem Lagergelände verkauft. Das Lager wird neben der Bundeswehr noch von 14 weiteren Nationen genutzt.

Bei der Bombardierung zweier von Taliban entführter Tanklaster waren Anfang September bis zu 142 Menschen verletzt oder getötet worden. Der US-Luftangriff war von einem deutschen Oberst angefordert worden. Unvollständige Informationen darüber haben zum Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Jung (CDU) von seinem Amt als Arbeitsminister geführt.

Auf den Shirts sind zwei in unterschiedliche Richtungen fahrende Tanklaster zu sehen, darüber der englische Bibelvers "Thou shalt not steal!", Exodus 2.15". Der deutsche Chef des Regionalkommandos Nord hat den Verkauf nach Angaben eines Ministeriumssprechers umgehend stoppen lassen und den Bundeswehr-Angehörigen das Tragen der Shirts verboten. "Sollten deutsche Soldaten bei der Erstellung des T-Shirts beteiligt gewesen sein, werden disziplinare Maßnahmen ergriffen werden", teilte die Bundeswehr mit.

amz/dpa


Kreuz gegen Halbmond - Schweiz stimmt mit "JA" für Minarettverbot


Bis 12 Uhr waren am heutigen Wahlsonntig 4,9 Millionen stimmberechtigte SchweizerInnen aufgerufen über gleich mehrere Volksinitiativen zu entscheiden. Besonders eine Kampagne, angetrieben von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei SVP, erregte bereits seit Monaten die Gemüter in der Eidgenossenschaft und im europäischen Umland: die sogenannte Minarettinitiative.



Ein in der Verfassung verankertes Gesetzes, das den Bau von Moscheen mit Minaretttürmen verbietet, war das Ziel der populistischen Initiatoren. Ihre Gegnerschaft sehen die meist nationalistisch aber auch christlich-religiös geprägten Minarettgegner in den 400,000 Muslimen, die derzeit in der Schweiz leben. Grotesk und lächerlich wird ihre Forderung in Anbetracht der Tatsache dass auf Schweizer Boden gerade einmal vier Minaretttürme gibt. Die meisten Gebetshäuser kommen ohne einen Turm aus, befinden sich in aller Regel in Hinterhöfen, angemieteten Wohnungen oder Vereinsheimen.
Es gibt keine wöchentlichen Forderungen und Anträge von Baugenehmigungen zur Errichtung der islamischen Türme, womit das Anliegen der SVP geleiteten Initiative eigentlich als irrelevant abgetan werden könnte. Wären da nicht jene konservativen, anti-islamischen Kräfte, die anscheinend mit jener Forderung ansprechen, was Menschen zur Wahlurne bringt.

Minarette seien ein Symbol für die Islamisierung Europas, so heißt es immer wieder. Das Land mit dem Kreuz auf der Flagge dürfe keine muslimische Kolonie werden, die wachsende Zahl der Asylbewerber und Immigranten aus Afrika und Asien macht vielen Schweizern zunehmend Angst, das Alpenland, so befürchten nicht wenige, könne sein europäisch-christlich-calvinistisches Gesicht verlieren.
Ob Minarette tatsächlich ein Störfaktor für die Tourismusbranche sind, die vom Alpenpanorama und den Kulissen der kleinen, urigen Schweizer Bergdörfern lebt, ist nicht zu bemessen. Weniger Fakten und Tatsachen, als viel mehr Empfindungen, Gefühle und Emotionen waren heute ausschlaggebend. Kreuz gegen Halbmond, das ist die unausgesprochene Frontlinie in der eigentlich neutralen Eidgenossenschaft.

Nach ersten Umfragen dürfte die Initiative angenommen werden, d.h. nach der Verabschiebung des Gesetzes dürfen zukünftig gemäß Schweizer Verfassung keine Minarette mehr errichtet werden. Diese Entscheidung kommt überraschend, hatten doch gerade viele junge Wähler das Gefühl die Initiative schade ihrem Land, der Integration von muslimischen Immigranten und dem Ansehen der Schweiz im Ausland. "Peinlich", war die häufigste Beschreibung die junge Menschen der Minarett-Initiative gaben. Eine derart konservative, rückwärtsgewandte und fremdenfeindliche Aktion fand gerade bei den jungen Schweizern oft strikte Ablehnung.

Anscheinend konnten aber genau jene Kräfte mobilisiert werden, die ihr Land, ihren Glauben und ihr Wertesystem durch die langbärtigen Islamisten und ihre Sharia-Forderung bedroht sehen. Die direkte Demokratie ermöglicht es, das Volk über Entscheidungen die gesellschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen, entscheiden zu lassen. Damit wird der Volkeswille deutlicher als in allen anderen Politsystemen. Was so aber auch möglich wird, ist der politisch und gesellschaftlich abgesegnete Rassismus an der Urne, sanktioniert durch den Verweis auf die Wahl eines ganzen Volkes.


Wie leicht das Stimmvieh trotzdem zu instrumentalisieren ist, hat die Initiative bewiesen. Ein reißerisches Plakat, entworfen von einem deutschen Grafiker, erinnerte an Bahnhöfen, Bushaltestellen und Häuserwänden daran, dass eine antiwestliche Masse von Korangläubigen dabei sei, Europas christliches Fundament mit Minaretten zu durchbohren.
Die Stimme des Volkes, so eine Weisheit aus der Antike, ist immer die Stimme der Kuh. Emotion siegt über Verstand, Vorurteil über Tatsachen, Ablehnung über Aufgabenbewältigung, Populismus über Relevanz.

2009 ist kein leichtes Jahr für die Eidgenossen: Wirtschaftskrise, Brandmarkung als Steuerparadies für Diktatoren und Verbrecher, rapide Zuwanderung aus Rest-Europa, die Libyenkrise, der Fall der UBS und der Kniefall vor den USA beim Bankgeheimnis. Jetzt noch als antiislamische Nation abgestempelt zu werden wiegt nicht mehr schwer, ist dennoch ein unnötiges, unverdientes Urteil.

Sunday, November 22, 2009

Obamas geheimer Krieg ist illegal


US-Präsident Obama führt einen geheimen Krieg im Luftraum über Pakistan. Moderne Kampfdrohnen töten fast wöchentlich islamistische Terroristen und Zivilisten in ihren Rückzugsgebieten. Jetzt warnt die UN, die ferngesteuerten Mordanschläge könnten gegen internationales Recht verstoßen, und fordert Aufklärung. Ein Problem für die USA: es gab nie eine offizielle Abstimmung über diese CIA-Operationen.




Qaid Sinan al Harethi starb per Knopfdruck. Der Al Qaida Mann war am 03.November 2002 in der jemenitischen Wüste, östlich der Hauptstadt Sanaa, unterwegs. In seinem Geländewagen saßen außer ihm noch fünf Leibwächter, darunter ein gesuchter amerikanischer Islamist.
Seitdem die CIA al Harethi als Hintermann des Anschlages auf das US Kriegsschiff USS Cole im Hafen von Aden im Oktober 2000 identifiziert hatte, lebte der Jemenit versteckt im Untergrund. Er zog sich in die Provinz Marib zurück. wo er sich sicher vor seinen amerikanischen Verfolgern fühlte.
Der Jemen galt nicht als Kriegsgebiet im “War on Terror” der Bush-Administration, der zu dieser Zeit hauptsächlich im weit entfernten Afghanistan tobte.

An jenem Tag im November 2002 ahnte al-Harethi nicht dass über ihm bereits der Tod kreiste. Eine amerikanische Predator-Drohne, ein unbemanntes, ferngesteuertes Miniaturflugzeug, verfolgte den Jeep des Al Qaida Terroristen seit Stunden. Gesteuert wurde sie von einem Team der CIA an Bord eines französischen Kriegsschiffs vor der Küste Dschjiboutis, 260km entfernt.

Das jemenitische Fernsehen zeigte wenige Stunden nach dem Angriff, was die Hellfire-Raketen der amerikanischen Drohne von Al Harethi und seinen Begleitern übrig gelassen hatten. Verbrannte Teile des Autowracks und verkohlte Leichen waren alles was vor Ort zu sehen war.
Qaid Sinan al Harethi alias “Abu Ali” wurde zum ersten ranghohen Al Qaida Opfer einer neuen Form der Kriegsführung.

“Wir befinden uns in einer neuen Form des Krieges”, erklärte die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice nur eine Woche nach dem erfolgreichen Luftangriff im Jemen, “wir haben deutlich gemacht das diese neue Form des Krieges auf verschiedenen Schlachtfeldern geführt wird.”

In den folgenden sieben Jahren setzten die USA in ihrer Anti-Terror-Strategie vermehrt auf den Einsatz der unbemannten Tötungsmaschinen. Die “targeted killings”, wie die Missionen der Drohnen genannt werden, sind mittlerweile das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, islamistische Terroristen rund um den Globus zu eliminieren.

Im Hauptrückzugsgebiet von Al Qaida, den pakistanischen Stammesgebieten, machen die Predator- und Reaper-Drohnen mit modernster Hightech gezielt Jagd auf Terroristen und deren Ausbildungslager. Die Strategie der ferngesteuerten Tötung, die unter der Bush-Administration ins Leben gerufen wurde, wird von Präsident Barak Obama nicht nur weitergeführt sondern intensiviert.
Alleine im laufenden Jahr 2009 gab es bereits über 40 Drohnenangriffe in Pakistan, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 36, im Jahr 2007 gerade einmal fünf. In der Hälfte aller Fälle schlugen die Predators in Süd-Waziristan zu, dem wichtigsten Tummelplatz für Taliban und Al Qaida.
Seit August 2008 starben fast 600 Menschen durch die CIA-Luftangriffe, 2009 waren es durchschnittlich neun Tote pro Einsatz.

Die hohe Opferzahl lässt immer wieder Kritik am Vorgehen der USA im Drohnenkrieg aufkommen, zuletzt von der UN.
“Das Problem mit den USA ist, dass sie verstärkt von den Drohnen Gebrauch machen”, erklärte vor wenigen Wochen der UN-Sonderbotschafter für außergerichtliche, willkürliche Hinrichtungen Philip Alston in einer Pressekonferenz. Er sei sich nicht sicher, so Alston, ob der Drohnen-Einsatz in Pakistan nicht gegen internationales Recht verstoße: “Ich würde gerne die rechtlich Basis kennen, auf denen die USA dabei operieren, mit anderen Worten...Wer betreibt das Programm? Welche Mechanismen der Rechenschaftspflicht gibt es?”
Es könne Situationen geben in denen die Drohnenangriffe mit internationalen Recht in Einklang stehen, dies müsse aber geprüft werden.

Viele der Drohnen-Angriffe der Vergangenheit waren aus Sicht der CIA erfolgreich. Insgesamt konnten bislang 22 ranghohe Terroristen (“high value targets”) getötet und auch Trainingslager zerstören.
Abu Khabab al Masri, Al Qaidas wichtigster Sprengstoffexperte fiel im Juli 2008 einem Predator-Angriff zum Opfer. Zuvor hatten im Januar 2008 die Raketen einer amerikanische Drohne den Chefausbilder des Terrornetzwerkes Abu Laith al Libi getötet. Auch Ahmed Salim Schwedan und Osama al Kini, Planer der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Ostafrika 1998, kamen auf diese Weise im Januar diesen Jahres zur Strecke.

Bislang wohl wichtigste Zielperson war der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud, der Anfang August Opfer einer US-Drohne wurde. Gerüchten zufolge soll sogar Osama Bin Ladens Sohn Saad Anfang des Jahres in den pakistanischen Stammesgebieten durch einen ähnliche CIA-Operation ums Leben gekommen sein.

Gesteuert werden die neun Millionen US Dollar teuren Predator-Drohnen häufig aus tausenden Kilometern Entfernung. Im amerikanischen Wüstenstaat Nevada fliegen Piloten der US-Airforce die unbemannten Flugzeuge per Joystick. Angewiesen und überwacht werden sie dabei von der CIA.
Videoübertragung in Echtzeit versetzt die Piloten vor ihren Bildschirmen in die Lage, die 10m langen und knapp vier Tonne schweren Flugobjekte über afghanisch-pakistanischem Luftraum zu manövrieren.

Die seit 1995 in Dienst gestellte Predator (MQ-1) und die moderne Reaper-Drohne (MQ-2) können über 24 Stunden ununterbrochen im Einsatz bleiben und dabei auf mehr als sieben Kilometer Höhe steigen. Ausgestattet mit bis zu vier Hellfire-Raketen und mehreren Hochleistungs-Kameras mit Nacht- und Wärmebildfunktion werden die Drohnen zu tödlichen Waffen.

Die Vorteile der umstrittenen Waffensysteme liegen auf der Hand. Mit Hilfe der Drohnen können gefährliche Einsätze ausgeführt werden, für die sonst Kampfjet-Piloten eingesetzt werden müssten. Ohne das Risiko eigener menschlicher Verluste können Terroristen in schwierig zu erreichenden Gegenden aufgespürt und getötet werden. “Beim Verlust einer Drohne muss ich keinen Brief an die Mutter eines Piloten schreiben”, beschrieb ein verantwortlicher US-Militär die Drohnen-Taktik.

Angesichts der steigenden Zahl getöteter NATO-Soldaten in Afghanistan stellen die unbemannten Tötungswerkzeuge einen risikolosen Beitrag zum Kampf gegen Al Qaida & Co dar. Sie erleichtern der pakistanischen Regierung ihr Vorgehen gegen die Terrorzentren in Waziristan, andererseits sorgen andererseits aber durch die Kollateralschäden für eine wachsende Ablehnung der US-Politik in Pakistan. Viele Pakistaner sehen durch die grenzübergreifenden Drohnen-Einsatz die Souveränität ihres Landes verletzt.

Für die Terrornetzwerke wie Al Qaida sind die Drohnen ein Albtraum. Die urplötzlichen, oft zielgenauen Raketenangriffe terrorisieren die Extremisten und zwingen sie zu neuen Strategien. Aufgrund der permanenten Gefahr aus der Luft betreiben die Islamisten keine großen Trainingslager mehr sondern teilen die Terrorrekruten in kleine Gruppen von maximal zehn Personen ein. Große Zusammenkünfte werden vermieden, Mobiltelefone in der Nähe wichtiger Terrorführer sind verboten. In ihnen vermutet Al Qaida versteckte Peilsender mit denen die Drohnen ihre Ziele finden.

Die Administration von Präsident Obama will die Taktik der gezielten Tötung verstärken. Für das kommende Jahr bestellte das US-Verteidigungsministerium bereits 24 neue “Reaper”-Drohnen und Tausende neue Raketen.

Wednesday, November 18, 2009

Bekkay, bist du es? - Neues Al Qaida Video mit Bonner Islamist


Ein Al Qaida Video vor wenigen Wochen, zeigte in einer unscharfen Schlussszene einer Ramadan-Predigt von Abu Yahya al Libi, einen bärtigen Mann, der Osama Bin Laden verblüffend ähnlich sieht. Es stellte sich die Frage ob Al Qaida mit der absichtlich unscharf gefilmten Szene Verwirrung stiften wollte oder gar ein neues Videostatement des Terrorchefs ankündigte.


Inzwischen wurde ein weiteres Propagandavideo veröffentlicht, wieder zeigt es eine Eid al Fitr Predigt, diesmal nicht in den pakistanischen Stammesgebieten, sondern - laut Sprecher - in Afghanistan. Der kuwaitische Islamist und ehemalige Offizielle des Ministeriums für Religiöse Angelegenheiten, Sheikh Khalid Abdur Rahman al Husainan hält eine feurige Rede irgendwo in den afghanischen Bergen, im Publikum mehrere bärtige, junge Männer, einige von ihnen maskiert.


Auffällig ist vor allem eine Person, die in Kleidung und Körperbau dem Bonner Islamisten Bekkay Harrach ähnlich sieht. Vergleicht man die Aufnahme vom Januar mit diesem Video, stellt man fest dass es sich durchaus um den Deutsch-Marokkaner handeln könnte. Wieder verleitet die Art und Weise wie der Al Qaida Kamera die Predigt filmte, die Zuhörerschaft absichtlich unkenntlich macht, sobald die Kamera auf sie schwenkt, zur Frage: Soll eine "wichtige" Führungsperson der Al Qaida unerkannt bleiben? Soll der Feind verwirrt werden? Will Al Qaida mit der Ungewissheit Angst schüren?


In der Tat wäre es sehr verwunderlich Harrach auf dem Schlachtfeld, noch dazu in Afghanistan anzutreffen, undenkbar ist bei weitem nicht. Immerhin hat es jene Person des Harrach-Lookalikes sogar auf den Werbebanner des Videos der As Sahab Produktion geschafft. Das Gesicht bleibt unkenntlich, der maskierte Mann bleibt reiner Zuhörer, spricht kein Wort.


Geheimdienstler und Amateur-Analytiker werden das Stück auswerten. Von der Relevanz her, kann es sicherlich vernachlässigt werden. Faszinierend an der Person des Bonner Dschihadisten ist sicherlich seine Wandelbarkeit. Erst mit Sturmgewehr und Kampfmontur drohend, dann ruhig und sachlich warnend in Anzug mit Krawatte - einen solchen Wechsel im Erscheinungsbild vermochte bislang kein Al Qaida Darsteller, Bin Laden schaffte es gerademal bis zur Färbung seines Bartes.

Tuesday, November 17, 2009

Aus dem Paradies in das Paradies


Zeitweise trägt der Dschihad exotische Früchte: In einem al-Qaida Video tauchte jüngst ein Attentäter auf, der aus dem Urlaubsparadies Malediven stammte. Er ging nach Pakistan um zu sterben und soll nicht der einzige Dschihadist sein, der dafür seine paradiesische Heimat hinter sich ließ.


Ali Jalil verließ vor einem Jahr seine Heimat, den Bezirk Mocowge in Male, der Hauptstadt der Malediven. Nach Auffassung vieler westlicher Touristen lebte Jalil in einem Paradies. Die weißen Sandstrände, Palmen, menschenleere Atolle, verteilt im tiefblauen Meer des Indischen Ozeans ziehen Jahr für Jahr tausende Touristen aus aller Welt an.

Für Ali Jalil war das Leben auf den Malediven nicht paradiesisch genug. Er wollte in den Heiligen Krieg ziehen und als Märtyrer für Allah sterben. Um dies zu erreichen verschwand der 30jährige im Herbst 2008. Er ließ seine Familie, darunter drei kleine Kinder, alle unter neun Jahren alt, zurück ohne sich zu verabschieden.
Seine Familie hatte keine Informationen über seinen Aufenthaltsort. “Es gab keine Kommunikation mehr”, wie ein Verwandter berichtet.

Vor wenigen Wochen tauchte Jalil auf, in einem Propagandavideo der al-Qaida. Zu sehen ist er darin mit einer Sturmgewehr in der Hand, vor einer einem dunkelgrünen Vorhang sitzend.
Irgendwo in einer Lehmhütte Waziristans trägt Jalil, der sich mit Kampfnamen “Musab Sayyid” nennt, seine Märtyrerbotschaft vor. “Ich möchte dass mein Blut der rote Teppich ist, der die islamische Gemeinschaft zu Ruhm führt”, erklärt der Islamist in perfektem Englisch, “Ich möchte Teil der Karawane der Märtyrer sein, ein Mauerstein, auf dem der Islam stehen wird.”

Die nächsten Szenen zeigen Ali Jalil und weitere Islamisten beim Terrortraining in den pakistanischen Stammesgebieten. Es sind die Vorbereitungen auf ihre selbstmörderische Mission.. “Unzählige Stufen der Planung waren nötig”, kommentiert eine Stimme im Video die Tat, “das Märtyrertum war sicher, und lebendig herauszukommen unmöglich.”

Dann zeigt das Video den Terroranschlag am 27.Mai 2009, bei dem der maledivische Dschihadist starb. Aufnahmen von Überwachsungskameras zeigen wie sich ein weißer Minivan der Sicherheitsschranke am Hauptquartier des pakistanischen Geheimdienst ISI in Lahore nähert. Zwei Männer springen heraus, schießen auf das Wachpersonal und öffnen die Schranke. Wenig später rast das sprengstoffbeladene Fahrzeug in das Gebäude und explodiert. Insgesamt 24 Menschen starben.

Ali Jalils Familie, zu Hause auf den Malediven, hatte bereits Gerüchte über seinen Tod gehört, mit dem Video, in dem sie ihn zweifelsfrei identifizierten, bekamen sie jetzt Gewissheit. Jalils Fall ist das erste Beispiel eines islamistischen Selbstmordattentäters von der Inselgruppe im Indischen Ozean. Er soll aber nicht der einzige maledivische Islamist in den Reihen der al-Qaida und Taliban sein.
Im Oktober erst warnte der Präsident der Malediven, Mohammed Nasheed, hunderte junge Männer aus dem Inselstaat seien für den Dschihad in Pakistan und Afghanistan rekrutiert worden. Zehn maledivische Staatsbürger seien bereits im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet getötet worden, hieß es in der Radioansprache des Präsidenten. Da die Malediven keine Universitäten besitzen, würde viele Stundenten die Angebote der kostenlosen Koranschulen in Pakistan wahrnehmen. Dort rekrutieren Taliban und al-Qaida einheimische und ausländische Muslime.

Der al-Qaida Attentäter Ali Jalil wurde wahrscheinlich schon über Moscheen in seiner Heimat rekrutiert. Seine ersten Versuche sich dem Terrornetzwerk Bin Ladens anzuschließen, waren bereits vor wenigen Jahren gescheitert. Srilankanische Polizisten hatten Jalil und sechs weitere Männer im April 2006 auf dem Flughafen von Colombo festgenommen. Sie warteten auf ihren Anschlussflug ins Golfemirat Katar. Damals beschuldigten die Behörden die Gruppe, sich islamistischen Terrornetzwerken im Nahen Osten, möglicherweise im Irak, anschließen zu wollen. Zurück in der Heimat begann Jalil zu predigen und junge Männer um sich zu scharen. Er erzählte von der Pflicht des Dschihad und den Leiden der Muslime weltweit. Da er keine staatliche Erlaubnis besaß religiöse Predigten zu halten, verurteilte ihn ein maledivisches Gericht am 26.Dezember 2006 zu zwei Jahren Hausarrest. Als er die Auflagen nicht erfüllte, bekam er im Februar 2008 eine weitere Strafe. Ein halbes Jahr später verschwand Jalil Richtung Pakistan.

Auf den Malediven bieten sich für islamistische Terroranwerber ideale Bedingungen. Die wenigen Orte des beliebten Urlaubsziels zählen zu den dicht besiedelsten der Erde. Arbeitplätze gibt es hauptsächlich saisonal, im Bereich des Tourismus. Ausländische Urlauber bilden die einzige Einnahmequelle des muslimischen Inselstaates.
Seitdem die Tourismusbranche das Land, in dem jeder Staatsbürger per Gesetz Muslim sein muss, für sich entdeckt haben, wächst auch die Zahl der ausländischen Gastarbeiter, vor allem aus Indien und Pakistan.