Sunday, September 6, 2009

"Die Deutschen wollen nicht kämpfen"


Um Selbstmordanschläge mit den gekaperten Benzin-Lastern zu verhindern, so heißt es vom Bundeswehr-Oberkommando, habe man nach der Entführung der Fahrzeuge letzte Woche reagieren müssen. Es sei zur Entscheidung eines Luftangriffs gekommen weil man vermuteten musste die Taliban würden die Tanklaster als Autobomben gegen das Bundeswehrlager von Kunduz einsetzen.

Die beiden Laster und etwa 125 Menschen, wie die Washington Post heute berichtet, verbrannten durch die beiden amerikanischen 500-Pfund Bomben die nach Anordnung der Bundeswehr auf die Entführer geworfen wurden.
Zum Anschlag kam es trotzdem, oder vielleicht genau deswegen. Am Samstagmorgen gegen 09:00 Uhr deutscher Zeit drängte sich auf einer Straße nahe Kunduz Stadt ein Toyota Corolla Geländewagen neben einen Bundeswehr-Konvoi und der Fahrer, ein junger Mann aus dem Distrikt Char Darah, zündete seine Bombe. Fünf deutsche Soldaten und ein afghanischer Dolmetscher wurden verletzt, ihr DINGO-Panzerfahrzeug schwer beschädigt.

In einem Taliban-Statement heißt: "Märtyrer-Operation tötet 12 deutsche Soldaten".
Möglicherweise übten die Taliban mit diesem Angriff Rache an der Bundeswehr für den blutigen Luftangriff auf die Tanklaster, vielleicht war der Anschlag aber auch schon länger geplant.




Al Jazeera interviewte nach dem NATO-Angriff mit der bislang höchsten zivilen Opferzahl des Krieges, den Gouverneur von Kunduz, Mohammed Omar. Die Taliban, so berichtete er, verhielten sich in Kunduz so offen und frei, weil die deutschen Soldaten von ihrer Kabinetts-Regierung vom Kämpfen abgehalten werden und daher als leicht zu bekämpfende Feinde gelten. Aus diesem Grund seien die Islamisten immer aktiver in der Provinz, wagen selbst riskante Aktionen wie die Laster-Entführung und weiten ihren Einfluss aus.

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