Thursday, September 2, 2010
Neues IBU-Video in deutscher Sprache
Er bezeichnet sich als "Journalist der Mudschaheddin", als Reporter von der Front im pakistanischen Waziristan. Ein jugendlich wirkender Usbeke, meist mit Turban und fein getrimmtem Bart. Bislang trat er als Moderator in mehreren Propagandavideos der "Islamischen Bewegung Usbekistans" auf, und führte mit der Kamera durch die Gehöfte und Stützpunkte der Dschihadisten.
In der vergangenen Woche überraschte "Abdul Aziz", so der Name des dschihadistischen Frontreporters, mit seinen Deutsch-Kenntnissen. Mehrfach tritt der Usbeke in einem neuen Propagandavideo der IBU auf, und richtet sich in eloquentem Deutsch an die Zuhörerschaft: "Meine geliebten Geschwister in Deutschland: Der Dschihad in Pakistan nimmt weiterhin seinen Lauf...so zerfällt der Bau der Regierung in Pakistan, während die Mujaheddin einen Erfolg nach dem anderen feiern."
Um dies zu untermauern präsentiert die Medienabteilung der IBU der deutschsprachigen Videoproduktion "Zu deinen Diensten Allah", Kampfszenen aus den Bergen Waziristans. Der Bonner Dschihadist Yassin Chouka führt als Kameramann und Kommentator durch das fast einstündigen Propagandawerk (Zitat: "Wir haben heute den 02.Juni 2010 und wir befinden uns gerade auf einer Operation. Einer Operation gegen die pakistanische Armee....").
Gezeigt werden Angriffe auf Außenposten der pakistanischen Armee in Süd-Waziristan, ausgeführt mit Scharfschützen, Mörser- und Raketenangriffen (Zitat Yassin Chouka: "Jetzt wird die Sache langsam ernst. Wir befinden uns hier ca. einen halben Kilometer entfernt auf einem Hügel gegenüber drei Schützengräben des Feindes.")
Daneben filmen die Islamisten IED-Anschläge auf Militärkonvois, und zeigen verwundete Kämpfer, die stolz ihre Wunden in die Kamera halten und Allah danken, für ihren hohen Blutzoll auf dem Schlachtfeld. Auch eine Rundtour durch den Stützpunkt der islamistischen Kämpfer, inklusive Aufnahmen der improvisierten Küche und des Vorratsschrankes sowie die Schlachtung einer Kuh, die von pakistanischen Soldaten erbeutet wurde, liefert das neue Video.
Für deutsche Sicherheitsdienste dürfte eine Person von Interesse sein, die im Video nur vermummte, dafür aber in Großformat auftritt. Bei dem jungen Mann, von dem nicht einmal der Kampfname genannt wird, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen arabisch- oder türkischstämmigen Islamisten aus der Bundesrepublik. Darauf lässt sein muttersprachliches Deutsch schließen.
Der bereits bekannte Yassin Chouka alias "Abu Ibrahim", belehrt im neuen IBU-Video das pakistanische Volk in Sachen Dschihadpflicht. "Der Dschihad ist Pflicht für jeden Pakistaner", so Chouka im Kreis seiner Kampfgefährten, "Zur Schande dieses Volkes, sind nur wenige Leute aus diesem Volk aufgestanden gegen diese Regierung. Und das sind unsere Brüder von den Taliban. Aber neben den Taliban gibt es auch sehr viele zugewanderte Mudschaheddin".
Der Bonner Gotteskrieger sieht darin die Aussagen Allahs bestätigt: "Wenn sich ein Volk von Allah abwendet, wird Allah ein anderes Volk schicken....Hier sind viele zugewanderte Mudschaheddin aus der ganzen Welt und kämpfen gegen die ungläubige Regierung. Geschwister aus Tatarstan, aus der Türkei, arabische Geschwister, aus Usbekistan, aus überall her und kämpfen gegen eure ungläubige Regierung.... Möge Allah uns helfen, dass es in Kürze den Islamischen Staat in Pakistan gibt."
Tuesday, August 10, 2010
"Herzlich Willkommen auf dem Boden des Dschihad" - Deutscher Islamist begrüßt neue Rekruten
Lange gab es nichts Neues von der Propagandafront der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU). Dabei hatten gerade die letzten Videoproduktionen bewiesen: Die IBU versteht es perfekt moderne Technik für effektive Rekrutierungs-Videos zu nutzen. Qualitativ stachen und stechen die Filme aus Waziristan aus der Masse heraus.

Die zentralasiatische Dschihad-Truppe IBU ist insofern für die deutschsprachigen Terror-Beobachter interessant, als das in ihren Reihen mindestens fünf Islamisten aus der Bundesrepublik kämpfen, einer von ihnen (Javad Sediqi) starb bereits seinen ersehnten "Märtyrertod. Darüber hinaus ist die IBU im Norden Afghanistans an der Grenze zu Usbekistan, primär in der Region Kunduz, aktiv, und spielte eine entscheidende Rolle beim blutigen Karfreitag-Anschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille Anfang des Jahres.
Nun gibt es ein neues deutschsprachiges Propagandavideo der IBU. Hauptakteur ist darin der Bonner Islamist Mounir Chouka alias "Abu Adam". In einer Begrüßungsrede heißt der ehemalige Drogendealer und wortgewandte Amateur-Prediger, angeblich neue deutsche Terrorrekruten in Waziristan ("Land des Dschihad") willkommen.
Auf dem Boden sitzend, mit der Kalaschnikow an die Wand einer Lehmhütte gelehnt, hält Mounir Chouka im Schein von Kerzen- und Öllampen eine nächtliche, knapp 40minütige Ansprache, in der er die Vorzüge des Dschihad preist.
An einer Stelle geht der aus Bonn stammende Islamist explizit auf die beschwerliche Reise der neu angereisten Dschihad-Rekruten ein. "Lasst uns einige Tage, Wochen und Monaten zurückblicken und sehen wie unsere Situation damals war", so Chouka, "wir haben unter den Ungläubigen gelebt, im Land der Sünde und des Unglaubens." Aufgrund ihrer islamischen Kleidung und ihrer Überzeugung seien sie in ihren westlichen Heimatländern verachtet und unterdrückt worden: "Erinnert ihr euch meine Brüder, wie unsere Lage war, als wir unter den Kuffar lebten?"
Es ist unklar ob seine Zuhörerschaft tatsächlich aus deutschsprachigen Terrorrekruten besteht. Das Video, das angeblich vom Juni 2010 stammen soll, könnte letztlich auch völlige Propaganda sein, die auf die Rekrutierung von Islamisten aus der BRD abzielt.
Immerhin hat der Fall des Hamburgers Rami M., der sich im vergangenen Jahr der IBU angeschlossen hat und dann wohl reumütig dem Dschihad den Rücken gekehrt hat, für einige Negativ-PR für die IBU gesorgt.
Die deutschen Dschihadisten hätten genug von Waziristan und flüchteten reihenweise nach Deutschland zurück, berichteten einige Medien. Abgehörte Telefonate und E-Mail-Austausch ließen dies vermuten.
Jetzt aber holt die IBU zum Gegenschlag aus und präsentiert ihren wohl charismatischsten Sprecher, Mounir Chouka, der eine feurige Rede hält, in der er keinen Zweifel daran lässt, dass der Dschihad eine Ehre und Gnade Allahs ist, und diejenigen die zu diesem Zweck auf beschwerlichen Wegen auswanderten, seien die auserwählten. Sie würden die höchsten Stufen des Paradieses erklimmen.
Hier einige Zitate aus Choukas Begrüßungsrede:
"An dieser Stelle meine lieben Geschwister, nochmals an die neuen Geschwister: Herzlich Willkommen auf dem Boden der Gnade, auf dem Boden der Auswanderung und des Dschihads! Willkommen im Urlaub dieser Ummah!
Die ihr vor mir sitzt meine lieben Geschwister: Allah bevorzugte euch gegenüber den zuhause gebliebenen! (sitzen geblieben sind und sich nicht an diesem gesegneten Dschihad beteiligen). Und so Allah will habt ihr auch eine höhere Rangstufe (im Paradies)! Die Auswanderung für Allah und der Dschihad auf dem Wege Allahs sind der beging der Blütezeit des Dieners! Die Auswanderung für Allah ist eine Auswanderung ZU Allah! ...Wer also für Allah auswandert findet nur Gutes. Er findet Frieden, er findet innere Geborgenheit und Wohlergehen!
Ein kleiner Rückblick auf die Zeit vor unserer Auswanderung. Wir lebten in einer Gesellschaft, die sich völlig vom Glauben abwandte. Vielgötterei, Unglaube und Korruption bestimmen das Leben dieser Gesellschaft und befleckten täglich unsere Herzen! Unsere Herzen schrieen nach Heilung und unsere Moral wurde gebrochen. Wir hielten uns mit Moscheebesuchen und Gruppentreffen über Wasser um nicht in diesem Werke Satans zu ersticken! Wir lebten in Erniedrigung obwohl wir Gefährten der Wahrheit sind!
Erinnert ihr euch noch wie sehr wir Allah darum, baten uns einen Weg in den Dschihad zu ebnen. Wie oft haben wir die Landkarte aufgeschlagen, um zu schauen wo wir hingehen können und wie wir dort hinkommen.
Wir waren bereit alles zu geben. Wir waren bereit alles zu opfern. Wir waren bereit in Höhlen zu übernachten. Auf Essen und Trinken zu verzichten. Wir waren bereit uns jeder Gefahr auszusetzen. Unsere einzige Sorge war dieser Ausweg, ein Weg zum Dschihad. Und: Allah zeigte uns einen Weg...Ein Weg der nicht gerade mit Rosen geschmückt ist oder einem roten Teppich.
An jedem Grenzübergang, an jedem Flughafen, und bei jeder Durchsuchung baten wir Allah, die Feinde dieser Religion blind zu machen. Und dann: Allah antwortete all unseren Bittgebeten! Der Beweis: Wir sind hier!
Allah wählte uns aus, um mit seiner Hilfe die Lage der Ummah zu verändern. Eine gewaltige Verantwortung gegenüber der Ummah! Wir sind hier um unsere geliebten Geschwister aus den Gefängnissen der Amerikaner zu befreien. Wir sind hier, um uns für unsere Schwestern zu rächen, wir sind hier um Rache zu nehmen an den Pharaonen unserer Zeit. Wir sind wegen den Beleidigungen gegen unseren geliebten Propheten. Wir sind hier für die Rückeroberung von Jerusalem. Und wir sind hier um mit unserem Blut einen islamischen Staat zu gründen!"
Choukas Propaganda-Auftritt, der nur ein Teil einer neuen Videoserie ist, kommt nicht zufällig. Das Video soll den heiligen Monat Ramadan einläuten und ist vielleicht sogar eine PR-Reaktion der IBU auf die Schließung der Hamburger "Masjid Taiba" am Montag.
Zehn Personen aus dem Besucherkreis der Moschee im Stadtviertel St.Georg, haben sich im Frühjahr 2009 auf verschiedenen Reiserouten auf den Weg in Richtung Terrorlager an der afghanisch-pakistanischen Grenze gemacht. Über die genaue Zahl derer, die tatsächlich ihr Ziel erreichten, liegen widersprüchliche Angaben vor. Nur der Iraner Shahab D. hat zweifelsfrei in die Reihen der IBU gefunden und kämpft nun als "Abu Askar" an der Seite von Mounir und Yassin Chouka in den pakistanischen Stammesgebieten.
Zwei Personen aus dem Hamburger Dschihadisten-Zirkel kehrten bisher vom Hindukusch zurück, eine Person wurde von pakistanischen Behörden abgeschoben, eine weitere (Rami M.) befindet sich in Gewahrsam deutscher Behörden in Pakistan. Nach dieser Rechnung könnten sich neben Shahab D. maximal fünf weitere Islamisten aus Hamburg in den Ausbildungscamps der IBU aufhalten. Sollte dies der Fall sein, dürften sie bald in den Propaganda-Filmen der Gruppierung zu sehen sein.
Das jüngste IBU-Video liefert im Schlussteil interessante Einblicke in die Geschichte der "Islamischen Bewegung Usbekistans", die Anfang der 1990er Jahre entstand. Videoausschnitt aus den vergangenen 18 Jahren zeigen den Anführer der Gruppe, Taher Yuldashev und seine Kämpfer in den unterschiedlichen Episoden des bewaffneten Kampfes in Zentralasien.
Begonnen hat die IBU als eine Gruppe islamischer Revolutionäre in Usbekistan, die nach Ende des Kalten Krieges die Errichtung eines islamischen Staates in Zentralasien durchsetzen wollte.
Zu diesem Zweck zogen ihre Anhänger 1992-1997 in den Dschihad in Tadschikistan, bis im Jahr 2000 kämpften sie auch in Kirgisien.
Im aktuellen Video zu sehen ist eine Archiv-Aufnahme eines IBU-Trainingslagers in Afghanistan, noch während der Herrschaft der Taliban ("Zeit des Islamischen Emirates"), das von einem Pakistaner namens "Abu Abdullah al-Pakistani" geführt wurde.
Seit der NATO-Invasion in Afghanistan leben die IBU Anhänger verstreut in den pakistanischen Stammesgebieten und haben ihren "Heiligen Krieg" nach Waziristan verlangert, wo ihr Hauptfeind die pakistanische Armee ist.
Monday, April 26, 2010
Abschiedsvideo des Flugzeugbombers Abdulmutallab aufgetaucht
Al-Qaidas jemenitischer Ableger hat lange gebraucht, um das Abschiedsvideo des nigerianischen Flugzeugattentäters Umar Farouq Abdulmutallab fertig zu stellen und propagandistisch aufzuarbeiten.

Der Millionärssohn und am Weihnachtstag 2009 gescheiterte Selbstmordattentäter Abdulmutallab ist in einem neuen Video der "Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" zunächst beim Training in einem Ausbildungslager in der jemenitischen Wüste zu sehen. Einige seiner Kameraden tauchen nur mit unkenntlich gemachten Gesichtern auf, vermutlich weil es sich ebenfalls um westliche Terrorrekruten handelt.


Die Islamisten feuern mit Kalaschnikows und Panzerfäusten auf Zielscheiben, die mit britischen, amerikanischen, israelischen und UN-Flaggen bemalt wurden. Auch eine am Himmel fliegende Drohne, ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug, wird von den Dschihadisten beschossen.

Anschließend liefert Abdulmutallab in einem Gebäude sitzend seine Abschiedsbotschaft auf Arabisch ab. Der 23jährige Nigerianer wirkt dabei etwa unsicher, trägt dennoch beinahe fehlerfrei die Gründe für seine später gescheiterte Tat vor.
Monday, April 5, 2010
Video zeigt US-Angriff auf Zivilisten und Mord an Reuters-Kameramann
Namir Noor-Eldeen, ein 22jähriger irakischer Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters, starb am 12.Juli 2007 in Bagdad. Die Umstände seines Todes wurden nie geklärt, das Gerücht er sei Opfer eines US-Luftangriffes geworden hielt sich jedoch seit Jahren hartnäckig. Noor-Eldeens Arbeitgeber drängte das Pentagon auf die Herausgabe eines Videos, aufgenommen aus einem Apache-Kampfhubschrauber, der zum Zeitpunkt des Todes Noor-Eldeens über jenem Viertel in Bagdad kreiste und Jagd gemacht hatte auf Aufständige.
Das US-Verteidigungsministerium weigerte sich die Videoaufzeichnung herauszugeben und erklärte stattdessen beim Vorfall vom 12.Juli 2007 seien keine Zivilisten sondern bewaffnete Aufständische getötet worden.
Julian Assange ist es zu verdanken, dass mit einem erschütternden Videodokument knapp drei Jahre nach dem Tod des irakischen Fotografen, Licht ins Dunkle kommt. Assange ist Gründer und Inhaber von "Wikileaks" einer Webseite, die sich auf die Veröffentlichung geheimer Regierungs-und Militärdokumente spezialisiert hat. Immer wieder gelangten CIA-Berichte, geheime Analysen zur Einschätzungen von Politikern, Schurkenstaaten, Militärprogrammen und Top-Secret-Operationen in Assanges Hände.
Das Pentagon selbst schätzt "Wikileaks" inzwischen als Gefährdung der nationalen Sicherheit der USA ein, und möchte die Webseite am liebsten schließen lassen. Ein entsprechender, natürlich geheimer Report, fand in einer für die US-Regierung peinlichen Situation, seinen Weg zu "Wikileaks".
Heute nun rief Wikileaks in Washington Journalisten zusammen. Die durch Spenden finanzierte Internetseite sei im Besitz von Videomaterial, das den Mord an irakischen und afghanischen Zivilisten durch das US-Militär beweise. Eines dieser Videos wurde heute nun medienwirksam auf einer eigens erstellten Website veröffentlicht. Es ist jenes Überwachungsvideo eines Apache-Kampfhubschraubers über Bagdad am 12.Juli 2007.
Zu sehen ist, wie eine offensichtlich unbewaffnete Gruppe irakischer Männer von den US-Piloten ins Visier genommen und schließlich getötet wird. In der Personengruppe, die der "Gunner" des Apache mit Kugeln durchsiebt und tötet, befindet sich neben Namir Noor-Eldeen, erkennbar mit seiner Kamera in der Hand, auch dessen Fahrer, Said Chmagh. Noor-Eldeen starb offensichtlich bereits beim ersten 30mm-Kugelhagel aus dem Apache. Chmagh ist zunächst verwundet, schleppt sich blutend über den Asphalt in eine Einfahrt eines Hauses. Ein dunkler Transporter erscheint nach einiger Zeit um die Verletzten des Angriffs einzusammeln. Das Fahrzeug wird von den amerikanischen Hubschrauberpiloten ebenfalls als Ziel identifiziert und beschossen.
Beim Funkverkehr der Piloten ist zu hören dass die Menschengruppe als "feindliche Kämpfer" identifiziert wird. "Sechs Personen mit AK-47 und einer mit einer RPG (Panzerfaust)" seien in einer Kampfhandlung verwickelt. Keiner der Männer wirkt wie ein irakischer Aufständischer, auch Waffen sind nicht zu erkennen. Die nach dem Luftangriff erscheinenden US-Bodentruppen entdecken in dem zerschossenen Minivan zwei verletzte Mädchen, die sich auf dem Beifahrersitz des Wagens befanden. Sie sollen zur medizinischen Versorgung in ein amerikanisches Militärcamp gebracht werden. Die Militärführung lehnt ab und sagt man solle sie in ein irakisches Krankenhaus in der Nähe bringen.
Mit dem von "Wikileaks" verbreiteten Video wird erstmals deutlich: Namir Noor-Eldeen und sein Fahrer wurden zusammen mit neun weiteren Zivilisten von einem amerikanischen Militärhubschrauber ermordet. Einzig die Kamera des Reuters-Fotografen hätte man für eine Waffe halten können, alles andere muss gewertet werden als eine unbewaffnete Gruppe irakischer Zivilisten.
Wednesday, January 13, 2010
Ein Abu kommt selten allein - Zuviel der Ehre für den CIA-Attentäter
Der "Khost-Bomber", der ein CIA Team im Dezember auslöschte, soll Verbindungen zu den Terroristen haben, die 2004 fast zweihundert Menschen in Madrider Zügen töteten. Das jedenfalls behaupten spanische Medien.
Was diese Falschmeldung zeigt, ist die Komplexität des Phänomens Dschihadismus, mit dem die Medien noch immer nicht mithalten können. Details sind entscheidend und werden dennoch leicht übersehen. Da wird aus einem "al-Afghani" ein "al-Khorasani" gemacht und Ermittlungsarbeit von Polizei und Geheimdiensten ignoriert. Der Fall von Madrid gibt weiterhin viele Rätsel auf, eine Frage scheint jedoch längst geklärt: Wer ist der Mann aus dem Bekenner-Video?
Gestern Abend meldete die Nachrichtenagentur AFP:
CIA-Attentäter soll auch in Madrid-Anschläge verwickelt sein
Gestern, 22:01 Uhr
Der Selbstmordattentäter des Anschlags auf die CIA in Afghanistan ist einem spanischen Medienbericht zufolge auch in die Terroranschläge auf Pendlerzüge in Madrid im März 2004 verwickelt gewesen. Der Jordanier Humam Chalil Abu Mulal El Balawi habe damals offenbar das Bekennerschreiben verfasst, berichtete der Radiosender Cadena Ser. Der bei der spanischen Zeitung ABC eingegangene Brief sei mit dem Namen Abu Dudschana El Chorasani unterzeichnet gewesen - ein Pseudonym, das von El Balawi auf mehreren islamistischen Internseiten verwendet worden sei.Westliche Geheimdienste untersuchen den Angaben zufolge die mögliche Verbindung zwischen dem Jordanier und den Madrider Anschlägen.
Doch was steckt hinter der Behauptung Humam al Balawi habe nicht nur zwei Geheimdienste getäuscht und einen der fatalsten Terroranschläge seit 9/11 verübt, sondern sei auch noch Hintermann der Madrid-Attentate?
Ein kurzer Rückblick in den März 2004:
In Madrider Pendlerzügen waren Sprengsätze mit Zeitzündern explodiert, 191 Menschen kamen dabei ums Leben. Ausgeführt haben sollen das Attentat eine al-Qaida Zelle, die sehr lose Verbindungen zum Terrornetz Bin Ladens unterhalten haben soll. Ein Handyverkaufer und ein Lebemann und Drogendealer aus Marokko waren beispielsweise Drahtzieher.
Bereits kurz nach den Anschlägen wurde ein spanischer TV-Sender von einem anonymen Anrufer kontaktiert. In einem Mülleimer vor einer Madrider Moschee liege ein Video.
Darauf zu sehen war eine weißmaskierte Person, die vor der Shahada-Flagge stehend, ein Bekennerschreiben verließ. Sich selbst nannte der Sprecher "Abu Dujana al Afghani, Sprecher von Al Qaida in Europa".
Als nur einen Monat später ein Sprengsatz an einer spanischen Bahnlinie entdeckt wurde, bekannte sich per Brief an eine spanische Zeitung, erneut ein "Abu Dujana al Afghani" im Namen der al-Qaida.
Spanischen Ermittlern war zunächst nicht klar, ob es sich bei der Person um einen der Hintermänner der Madrid-Anschläge handelt, die nur wenige Wochen später aufgespürt wurden. Einige von ihnen begingen in ihrem Appartment Selbstmord und sprengten sich samt einem Polizeibeamten in die Luft. Die Flagge, die im Bekennervideo aus dem Mülleimer, zu sehen war, fand sich später in jenem Appartment dass die Gruppe anscheinend als Basis nutzte.
Am 01.Februar 2005 verhaftet die belgische Polizei Youssef Belhadj im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Madrid-Attentaten vom 11.März 2004.
Man war sich sicher: Youssef Belhadj ist Teil der Terrorzelle und ist jene Person die als "Abu Dujana al Afghani" im Video auftritt. Er soll auch das Fax zum zweiten, gescheiterten Anschlag im April, verschickt haben.
In der dschihadistischen Szene war Belhadj als "der Afghane" bekannt, was vermuten lässt dass sich der im Mai 1976 in Marokko geborene Islamist einst in Afghanistan aufhielt, und womöglich in al-Qaida Lagern ausgebildet wurde.
Im Juli 2008 verurteilte ein spanisches Gericht Belhadj alias "Abu Dujana" zu 12 Jahren Haft.
Das Rätsel um den "Sprecher al Qaidas in Europa" war damit für die spanischen Ermittler gelöst. Warum ein Radio Sendung nun die Vermutung äußert der jordanische CIA-Attentäter al-Balawi könnte verwickelt sein, gibt Rätsel auf. Hatten es doch in damaligen Pressemitteilungen geheißen die Person nenne sich "Abu Dujana al Afghani" und nicht "Abu Dujana al Khorasani" (obwohl Afghanistan Teil des historischen Khorasans ist).
Humam al Balawi trat erst nach den Madrider-Attentaten als Ikone des Online-Dschihad unter seinem Kampfnamen auf. Zu glauben er habe damals bereits Kontakte zur Madrider Zelle gehabt und um die Terroranschläge gewusst, ist sehr spekulativ.
Sunday, November 15, 2009
Die Terrorfamilie wächst - weiterer deutscher Dschihadist bei Al Qaida
Jan Pawlowic Schneider besitzt höchstwahrscheinlich zwei Pässe, einen kasachischen, dort wurde der heute 27jährige geboren, und einen deutschen, dort wuchs er auf.
In Schneider sehen deutsche Sicherheitsbehörden einen Gefährder, diesmal aber nicht in der Bundesrepublik selbst, sondern im Bezug auf Einrichtungen der Bundeswehr, politische Vertretungen und Organisationen im Ausland, speziell in Afghanistan und Pakistan.

Der aus dem Sauerland stammende Konvertit gehört zu jenem Kreis deutscher Islamisten, die sich einer radikalen Islam-Variante angeschlossen haben und aus deren Mitte die als "Sauerlandzelle" bekannte Gruppe um den Konvertiten Fritz Gelowicz und den Deutsch-Türken Adam Yilmaz.
Schneider soll Kontakte gehabt haben zu den sauerländer Terroristen, obwohl er bereits 2004 mit Frau und Kind nach Saudi-Arabien ging, um seine Arabischkenntnisse zu vertiefen und den Glauben zu studieren.
Seine Ehefrau lebt noch heute im saudischen Königreich, ihr Mann aber soll sich als Gotteskrieger ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet abgesetzt haben. Dort nennt sich der Deutsch-Kasache "Hamza" und ist Mitglied der Al Qaida Einheiten.

Das BKA warnt vor Schneider mit Fahndungsplakaten, die sich in deutschen Einrichtungen in Afghanistan finden. Schneider könnte mit seinem deutschen Pass, westlichem Aussehen und Auftreten versuchen Anschläge auf die Bundeswehr oder die Botschaft der Bundesrepublik in Kabul zu verüben.
Die wenigen Informationen die heute über das jüngste Gesicht der deutschen Terrorfamilie am Hindukusch bekannt wurden, lassen wenig Rückschlüsse darauf zu wo sich Schneider derzeit befindet. Er soll erst "seit kurzem" in den Reihen der Al Qaida sein, was Auftritte in Propagandavideos ausschließen könnte. Wäre da nicht sein Spitzname: "Hamza".
Im Frühjahr veröffentlichte Al Qaida ein langes Propaganda-Video, zum Anlass wurde der Gazakrieg im Januar genommen. Darin erscheint für knapp eine halbe Minute in einer nächtlichen Szene ein maskierter Islamist, der auf Deutsch droht, die "Mujaheddin sind auf dem Weg zu euch, und werden euch, so Gott will, vernichten."
Der vermummte Mann spricht klares Deutsch, allerdings mit leichten Akzenteinschlägen. Al Qaida blendet auch seinen Namen ein: "Abu Hamza der Deutsche". Könnte es sich hierbei um Schneider handeln? Die gefilmte Gruppe von Dschihadisten ist vermutlich eine Trainingseinheit von Al Qaidas "Schattenarmee" im pakistanischen Waziristan. Sie tragen alle mehr oder weniger die selben Ausrüstungsgegenstände, Uniformen und Bewaffnung.
Friday, September 25, 2009
Friday, September 11, 2009
Nichts von Al Qaida, aber von Eric!
Enttäuschenderweise ließ As Sahab nichts zum 8.Jahrestag von 9/11 hören. Dafür kommt neues Propagandamaterial vom Hindukusch.
Eric Breininger, Deutschlands meistgesuchter Konvertit, meldet sich in einem neuen Video zum Ramadan aus Afghansitan. An der Seite zweier weiterer deutschsprachiger Dschihadisten und einer guten Hand voll türkischer Kampfgenossen feiert Breininger den Fastenmonat Ramadan. Die Islamisten schächten Opfervieh, welches angeblich als Spende in den Lagern Afghanistan eingetroffen sein soll.
Das komplette 30minütige Video ist mit deutschen bzw. türkischen Untertiteln unterlegt und zeigt nur das reine Lagerleben, keine Kampfszenen und keine Anschläge.
Bemerkenswert ist weniger die übliche Aufforderung für den Dschihad zu spenden und die Brüder im Heiligen Krieg zu unterstützen, sondern der Umstand dass Breininger anscheinend in den Reihen der "Taifa al Mansoura" -Gruppe einen Platz gefunden hat.
Die Gruppierung entstand zum Jahreswechsel in den pakistanischen Stammesgebieten und wurde von einem türkischen Islamisten namens "Amir Abu Zarr" gegründet. Abu Zarr ist seit den späten 1990er Jahren im Kaukasus aktiv, hat in Tschetschenien Kampferfahrung gesammelt und soll dann im Frühjahr 2009 von der Türkei aus mit neu angeworbenen Rekruten nach Pakistan gekommen sein.
Seitdem führt der Dschihadist eine von Türken, Azeris und Tschetschenen dominierte Kampftruppe an, deren Loyalität eher in Richtung Taliban und weniger auf Seiten der Al Qaida ist.
Abu Zarr erklärt den letzten Ramadan habe er noch in Tschetschenien verbracht, diesmal grüße er die Muslime der Welt aus Afghanistan.
Tuesday, August 25, 2009
Die Grausamkeiten nehmen neue Formen an...
Zwei angebliche Spione geben vor laufender Kamerade ihre Geständnisse ab, Informationen an die USA verraten zu haben und so für Drohnenangriffe verantwortlich zu sein. Wie üblich in den Sharia bestimmten Stammesgebieten an der afghanischen Grenze werden die beiden verängstigten Pakistanis von den Taliban zum Tode verurteilt.
In der nächsten Sequenz des 15minütigen Videos sieht man nach einander die beiden vermeintlichen US-Agenten am Rand irgendeiner Straße, am hellichten Tag. Anders als bisher üblich werden sie nicht von den selbsternannten Gotteskriegern geköpft oder per Kopfschuss exekutiert sondern sterben durch die Fernzündung der Sprengsätze an ihren Körpern.
Gefilmt worden soll das ganze im am 27.Juli diesen Jahres.
Friday, August 21, 2009
Al Qaida im Irak lebt noch!...zumindest an der Propagandafront
Überraschend kündigte heute die Medienabteilung der irakischen Al Qaida (oder wie sie sich selbst nennen "Islamischer Staat im Irak) eine neue Videoproduktion an. Der 6.Teil der Serie "Ritter des Märtyrertums" präsentiert sich diesmal im offiziellen Statement als "Geschenk für die Geschwister in Ost-Turkestan", gemeint ist die muslimische Uiguren-Provinz Xinjiang.
Gezeigt werden wahrscheinlich - wie immer in den Teilen dieser Serie - Selbstattentäter und ihre Anschläge im Irak. Abzuwarten bleibt was der Hinweis auf die chinesischen Muslime soll, bislang sind keine Anschläge im Irak auf Einrichtungen der kommunistischen Führung Pekings bekannt.
Saturday, August 8, 2009
Thursday, July 30, 2009
Abu Yahya x 3
Die Auftritte vom neuen Superstar des Dschihadismus, Abu Yahya al Libi, kommen wie am Fließband. Al Qaidas Chef-Propagandist meldete sich innerhalb von nur einer Woche gleich dreimal mit Videobotschaften zu Wort. Dabei vollführte der Libyer auf dessen Kopf das US-Verteidigungsministrium 5 Millionen Dollar ausgesetzt hat eine Weltreise, von den Foltergefängnissen seiner Heimat, über Somalia am Horn von Afrika bis in das nordpakistanische Swat-Tal.
1. Sieg oder Märtyrertum im Swat
In gewohner Manier präsentiert sich Abu Yahya al Libi als Polit-Prediger, erläutert untermauernd mit religiösen Phrasen der Konflikt in Swat sei wie der Gazakrieg für die Palästinenser, eine Tragödie herbeigerufen durch die Marionetten der Amerikas und Israels. Pakistans Armee haben den Taliban durch die Offensive nicht geschadet, sondern lediglich das eigene Volk in Leid gestürzt.
2. In Erinnerung an ein Folteropfer
Ali Mohammed al Fakheri, so soll der richtige Name jenes Mannes sein, den Abu Yahya in diesem Video huldigt. Unter seinem Kampfnamen "Ibn Sheikh al Libi" agierte der libysche Landsmann als Trainer in einem Al Qaida Lager in Afghanistan vor 9/11. Im November 2001 griffen ihn pakistanische Sicherheitskräfte auf als er aus Afghanistan floh. Das US-Militär schickte ihn nach Guantanamo, er soll gefoltert worden sein bevor man ihn 2006 den Behörden in Libyen übergab. In einem dortigen Gefängnis soll das Regime ihn derart gefoltert haben dass er Selbstmord in seiner Zelle beging.
Natürlich kommt für Al Qaida der religiös verbotene Suizid nicht als Todesursache in Frage. Für Abu Yahya steht fest sein Landsmann und ehemalig ranhoher Dschihad-Ausbilder wurde von den Folterknechten Gaddafis ermordet. Damit wird er trotz achtjähriger Abwesenheit vom Schlachtfeld posthum zum Märtyrer und Held verklärt.
3. Ein Sommer des Sieges in Somalia
Heute erschien das jüngste Werk der As Sahab mit Abu Yahya al Libi in der Hauptrolle. Das Video-Statement beschäftigt sich mit den Erfolgen des Dschihad in Somalia, mit dem Sieg des wahren Islam über die Korrupten, Ungläubigen, Marionetten und Verräter. Abu Yahya lobt die militärischen Siege der Al Shabaab Miliz, würdigt deren Treueschwur auf Al Qaida und Osama Bin Laden und ruft die Gotteskrieger am Horn von Afrika auf den Dschihad fortzuführen.
In einem Interview bestätigte am Montag erst Somalias Präsident Sharif Ahmed er wisse dass Abu Yahya al Libi von Osama Bin Laden persönlich mit der Überwachung des Dschihad in Somalia beauftragt wurde. Der libysche Extremist und ehemalige Bagram-Häftling übernehme direkt die Steuerung der Al Qaida verbündeten Gruppen auf dem afrikanischen Kontinent.
Al Qaida im Maghreb unterwarf sich bereits dem Befehl Al Libis.
Bald neues von Al Qaida: der weise Zawahiri
Al Qaidas Medienabteilung As Sahab kündigte heute ein neues Video an, welches bald veröffentlicht werden soll.
Man darf gespannt sein zu welchen Themen sich der Bin Laden Vize äußern wird, das Erscheinen der Staatsoberhäupter Putin, Obama und Chatami lässt einiges vermuten.
Thursday, June 11, 2009
Die Finanzkrise trifft sie alle...
Selten war der Aufruf so direkt: Al Qaida braucht Geld, die Anhänger und Unterstützer des Heiligen Krieges sollen Spenden für die kämpfenden “Brüder in Afghanistan”.
In einer neu veröffentlichten Audiobotschaft ("Ratschlag an das türkische Volk"), präsentiert als Video mit Standbild und türkischen Untertiteln, ruft der offizielle Emir der Al Qaida in Afghanistan Sheikh Mustafa Abu al Yazid alias “Sheikh Abu Said” im Besonderen die türkischen Muslime auf Geld für den Dschihad am Hindukusch zu spenden.
“Spenden und den Dschihad zu unterstützen ist eine religiöse Pflicht, somit ist der Dschihad mit Geld auch eine Pflicht”, erklärt der aus Ägypten stammende Bin Laden Vertraute. “Wir hier auf den Schlachtfeldern Afghanistan leiden an Geldmangel, an einer Abschwächung unserer Operationen durch das Fehlen von finanziellen Resourcen”.
Weiter heißt es viele Mujaheddin könnten dem Dschihad nicht beiwohnen, da sie nicht über die finanziellen Mittel verfügten in die Länder des Dschihad zu reisen.Speziell an die türkischen Muslime gerichtet lobt Abu al Yazid deren Einsatz und Mut, viele “türkische Brüder” seien Märtyrer geworden und somit zum Stolz der Ummah in der Türkei. Gegen Ende des Videos sind Szenen zu sehen in denen in Afghanistan getötete türkische Al Qaida Kämpfer meist nachts begraben werden.
Da der Al Qaida Anführer an einer Stelle seines Aufrufes von den Verlusten der US-Koalition in Afghanistan spricht und dann auf Ex-Präsident Bush verweist dürfte es sich bei der Tonbandbotschaft um eine ältere Aufnahme handeln, die jetzt veröffentlicht wurde weil Al Qaida anscheinend finanzielle Schwierigkeiten bekommen hat, möglicherweise durch ein Ausbleiben der Spenden aufgrund der weltweiten Finanzkrise.
Hauptunterstützer des finanziellen Dschihad waren immer Geldgeber aus dem Nahen Osten, besonders der Golfstaaten und Saudi-Arabien. Geschäftsleute, Sympathisanten und sogar Politiker kauften sich einerseits mit diesen Geldern an Al Qaida frei vom islamistischen Terror in ihren Ländern, gegen Hotels, Diskotheken und die herrschenden Familien der Emirate, andererseits sahen es viele als ihre religiöse Pflicht, als Tat im Namen Gottes.
Womöglich kann zudem Al Qaida doch nicht in dem Maße vom afghanischen Drogenhandel profitieren, wie viele Experten des US-Verteidigungsministeriums annahmen. Den Taliban bringt die Heroin-Produktion und der Schmuggel über Zentralasien und den Iran nach Europa und Russland Millionenerträge jährlich, die hauptsächlich in den pakistanischen Stammesgebieten als Gäste betrachteten ausländischen Al Qaida Kämpfer können nur hoffen von diesem Kuchen ein Stück abzubekommen denn sie selbst sind nicht mehr in der Lage aktiv in den Drogenanbau und Handel einzugreifen.
Taliban: Wir regieren Kunduz
Al Jazeera berichtete heute über die verstärkte Präsenz der Taliban in der nordafghanischen Provinz Kunduz. Etwas über 700 deutsche Soldaten sind in der Region stationiert und sollen im Zuge des ISAF-Kommandos Friedenssicherung betreiben. Vor wenigen Wochen starb hier der erste deutsche Soldat in einer direkten Kampfhandlung seit Ende des Zweiten Weltkrieges.
Wie die Aufnahmen von Al Jazeera beweisen zeigen sich die Taliban offen in Kunduz, preisen stolz die Zahl ihrer Kämpfer und Selbstmordattentäter. Checkpoints und Kontrollposten hätten die Islamisten in den letzten Monaten in der Provinz errichtet, sie würden finanziell unterstützt uns seien mit mehreren hundert Mann ein schlagkräftiger Gegner.
Dies alles zu einer Zeit in der die Afghanistan-Koalition plant den Norden des Landes als Versorgungsroute für die NATO-Truppen zu erschließen. Pakistan und seine Unruheprovinzen werden als Ort für die Lieferung und den Transport von militärischen Gütern für die multinationale Truppe in Afghanistan immer gefährlicher und riskikoreicher.
Sunday, June 7, 2009
Todesengel der IJU
Etwa eine Stunde lang feiert die Islamic Jihad Union in ihrem neuesten Propagandawerk ihre Helden. Mehrere Selbstmordattentäter werden vor und bei Ausübung ihrer Anschläge gefilmt, systematisch werden die vermeintlichen Erfolge ihrer Operationen erläutert, von der Präparation der verwendeten Autobomben, über die Abschiedsstatements bis hin zur Szenen die zeigen wie die Islamisten samt ihrer Opfer in Feuerbällen sterben. Alles ist unterlegt mit türkischen und englischen Untertiteln.
Alle gezeigten Attenate richten sich gegen NATO-Truppen und
ihre afghanischen Verbündeten. Wohl prominentester Suizid-Bomber ist der aus Bayern stammende Türke Cüneyt Ciftcy. der am 03.März 2008 mit einem sprengstoffbeladenen Laster in eine amerikanische Militärbasis in Khost fuhr und dessen Explosion zwei US-Soldaten und mehrere Afghanen tötete. Seine Videobotschaft arbeitet die IJU in ihrem einstündigen
Film mit Titel "Die den Himmel lieben" propagandistisch erneut auf.Für deutsche Sicherheitsexperten interessant dürfte eine kurze Sequenz sein, die den deutschen Konvertiten Eric Breininger alias "Abdul Ghafar al Almani" bei der Verabschiedung eines Selbstmordattentäters zeigt. Von der Kamera sehr unscharf eingefangen umarmen mehrere IJU Kämpfer den Attentäter Said Kurdi nacheinander. Eric Breininger ist dabei für einen kurzen Moment unmaskiert zu erkennen. Kurdi verübte laut IJU am 31.Mai 2008 einen Anschlag auf US Soldaten im afghanischen Jalalabad, wobei angeblich zwei Humvee Fahrzeuge zerstört und die Insassen getötet wurden.
Die Mehrheit der IJU Attentäter scheinen kurdischer und türkischer Herkunft und vom Alter her Mitte bis Ende 20 zu sein. Ausnahmen bilden ein sehr junger Afghane und ein Usbeke.
Saturday, March 21, 2009
UPDATE zu Dschihad News IV
Propaganda
"Sterbt den Tod der Ehre!"
Aufgrund des medialen Interesses an dieser Thematik möchte ich an dieser Stelle doch einen weiteren Eintrag zur islamistischen Propaganda mit Bezug auf Deutschland machen.
Vor knapp 10 Tagen veröffentlichte die Islamische Dschihad Union ein weiteres Propagandavideo im Internet in dem deutschsprachige Islamisten zu sehen sind die offen mit Anschlägen in der Bundesrepublik drohen. Neben den deutschen Mujaheddin Abu Adam und Abu Ibrahim erscheinen im Video Dschihad-Kämpfer aus Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, muslimisch geprägten Regionen der Russischen Förderation (Tartastan), dem Kaukasus und der chinesischen Uiguren-Region. Einige der Kämpfer gehören augenscheinlich zur älteren Generation, zwei gezeigte Jugendliche sind angeblich 14 und 16 Jahre alt.
Anscheinend entstanden die Aufnahmen in Afghanistan oder dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiete, eine genaue Datierung ist nicht möglich. Kampfszenen und gefilmte Militärhubschrauber deuten daraufhin dass einige Aufnahmen in Südafghanistan, eventuell in Helmand gedreht wurden. Angriffe der Mujaheddin auf NATO Fahrzeuge im Dezember 2008 werden ebenso gezeigt wie IED Anschläge auf afghanische Polizeieinheiten, auf einen LKW-Konvoi (2004) und ein Selbstmordanschlag gegen ein Gebäude der Sicherheitskräfte.
Das Video scheint Teil einer Serie zu sein, es wird also nicht das letzte bleiben das von der deutschdominierten Propagandaabteilung der Islamischen Bewegung Usbekistans erscheinen wird.
Thursday, February 26, 2009
Al Qaida und die Finanzkrise – Abu Talha der Wirtschaftsexperte
In einem heute veröffentlichten Propagandavideo der As Sahab Produktion nimmt sich die Al Qaida der Finanzkrise als Thematik an. Bekay Harrach alias Abu Talha al Almani erläutert in der Audiobotschaft in der lediglich ein Standbild des mittlerweile bekannten Islamisten zu sehen ist, welchen Effekt die globale Wirtschaftskrise für die westliche Welt hat und warum der Islam als System der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung Europas und Amerikas überlegen ist.
Die fortschreitende Säkularisierung und Abwendung vom Glauben haben dafür gesorgt, so Abu Talha, dass die Menschheit davon überzeugt sei die Gesellschaft folge einer neuen Ordnung. Als Rechtleitung und wegweisende Anleitung sei daher der Islam den Menschen offenbart worden. Allah wisse was der Mensch brauche und habe durch den Koran eine Anweisung gegeben nach dem alle Bereiche des Lebens geregelt seien, inklusive des Finanzsystems. Anders als der Kapitalismus der das Geld und Materielle selbst zum Gott erklärt, stehe im islamischen Finanzsystem weiterhin Allah als das einzig Anbetungswürdige im Mittelpunkt. Zinsen und Ausbeutung durch ungleiche Verträge seien mit dem Islam nicht vereinbar, Gott selbst habe die Zinserhebung zum Grund für die einzige im Koran vorhandene Kriegsdrohung genommen.
Da die Welt nicht begriffen habe dass der Islam das einzig funktionierende, gerechte Wirtschaftsmodell ist, werde der Kapitalismus durch die Zinsen und Habgier seine „Ruhe neben dem Kommunismus“ finden. Ohne Ausbeutung und mit Vernunft habe die islamische Religion eine Möglichkeit für die Menschheit geschaffen das Heil nach dem Tod zu erlangen.
Außergewöhnlich ist neben diesem ausführlichen thematischen Abgleiten der ansonsten weltpolitisch orientierten Propaganda der Al Qaida, dass der Sprecher weitestgehend moralische Appelle aussendet und das islamische System von Zinsverbot und Zakat im Detail und untermalt mit Koranversen und Hadith-Aussagen erklärt. Noch nie zuvor hat Al Qaida eine fast einstündige Gelegenheit wahrgenommen um über einen finanziellen Aspekt aktueller Weltgeschehnisse Botschaften zu verbreiten. Dass das jüngste Video von As Sahab an ein ausländisches Publikum gerichtet ist steht zweifelsfrei fest. Abu Talha al Almani redet komplett in deutscher Sprache, wird dabei aber durch arabische Untertitel übersetzt.
Kurios erscheint eine erscheinende Textgrafik unter dem Namen des Sprechers. Erklärt wird „Al Hafidh – Jemand, der den Koran auswendig kann“. Diese Begriffsdefinition soll die ausländischen, vornehmlich deutschsprachigen Zuschauer informieren, sollte aber für die islamistischen Kreise, die als erste mit Propaganda dieser Art in Kontakt kommen, vollkommen überflüssig sein. In religiösen Kreisen ist Muslimen bekannt was der Titel des „Hafez“ oder „Hafidh“ aussagt über die Qualifikation einer Person.






