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Saturday, September 4, 2010

Hamburger Dschihadist in Kabul gefasst


Ein Hamburger Islamist, der in einem US-Gefängnis in Afghanistan einsitzt, soll über Anschlagspläne in Deutschland geplaudert haben.

Hamburger Shahab D. - Ahmad Wali S.´Reisegleiter im März 2009

Im Juli haben US-Soldaten in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen Terrorverdächtigen festgenommen. Den Amerikanern war allerdings zunächst nicht klar, dass der Mann auch einen deutschen Pass besitzt.
Inzwischen sitzt der 36-jährige Ahmad Wali S. aus Hamburg
seit knapp zwei Monaten auf dem US-Militärstützpunkt Bagram in Haft und berichtet von angeblichen Anschlagsplänen für Deutschland.

Ahmad Wali S. gehörte zu einer elfköpfigen Reisegruppe, die sich in der inzwischen geschlossenen Hamburger Taiba-Moschee regelmäßig getroffen und verabredet
hatten, auf getrennten Wegen in den Dschihad nach Pakistan zu ziehen.
Am 4. März 2009 verließ Ahmad Wali S. zusammen mit seiner indonesischen Frau, seinem Bruder Sulayman S. und dem Iraner Shahab D. und dessen Ehefrau die Hansestadt in Richtung Pakistan. Die Gruppe reiste über den Frankfurter Flughafen nach Qatar und von dort aus weiter nach Peshawar, die Metropole dicht an den pakistanischen Stammesgebieten.
Ahmad Wali S. und die anderen erreichten offenbar ihr Ziel, die Ausbildungslager der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU), und schlossen sich dieser an.

Shahab D. tauchte prompt im Oktober 2009 als "Abu Askar" in einem Propagandavideo der IBU auf, posierte mit einem mächtigen Schwert und Kalaschnikow. Ahmad und Sulayman S. blieben den Propagandakameras der IBU jedoch bis dato fern.

Warum der Hamburger Ahmad S. das pakistanische Waziristan verließ und nach Kabul reiste, ist noch unklar. Wie der SPIEGEL berichtet, soll S. den US-Verhörspezialisten in Bagram von angeblichen Terrorplänen in Deutschland und Europa berichtet haben. Der Hamburger Islamist sei eine wichtige Quelle für das US-Militär...


Weiter bei WELT Online

http://www.welt.de/politik/ausland/article9395717/Hamburger-Terrorverdaechtiger-in-Kabul-festgenommen.html

Tuesday, August 10, 2010

"Herzlich Willkommen auf dem Boden des Dschihad" - Deutscher Islamist begrüßt neue Rekruten


Lange gab es nichts Neues von der Propagandafront der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IBU). Dabei hatten gerade die letzten Videoproduktionen bewiesen: Die IBU versteht es perfekt moderne Technik für effektive Rekrutierungs-Videos zu nutzen. Qualitativ stachen und stechen die Filme aus Waziristan aus der Masse heraus.


Die zentralasiatische Dschihad-Truppe IBU ist insofern für die deutschsprachigen Terror-Beobachter interessant, als das in ihren Reihen mindestens fünf Islamisten aus der Bundesrepublik kämpfen, einer von ihnen (Javad Sediqi) starb bereits seinen ersehnten "Märtyrertod. Darüber hinaus ist die IBU im Norden Afghanistans an der Grenze zu Usbekistan, primär in der Region Kunduz, aktiv, und spielte eine entscheidende Rolle beim blutigen Karfreitag-Anschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille Anfang des Jahres.



Nun gibt es ein neues deutschsprachiges Propagandavideo der IBU. Hauptakteur ist darin der Bonner Islamist Mounir Chouka alias "Abu Adam". In einer Begrüßungsrede heißt der ehemalige Drogendealer und wortgewandte Amateur-Prediger, angeblich neue deutsche Terrorrekruten in Waziristan ("Land des Dschihad") willkommen.
Auf dem Boden sitzend, mit der Kalaschnikow an die Wand einer Lehmhütte gelehnt, hält Mounir Chouka im Schein von Kerzen- und Öllampen eine nächtliche, knapp 40minütige Ansprache, in der er die Vorzüge des Dschihad preist.

An einer Stelle geht der aus Bonn stammende Islamist explizit auf die beschwerliche Reise der neu angereisten Dschihad-Rekruten ein. "Lasst uns einige Tage, Wochen und Monaten zurückblicken und sehen wie unsere Situation damals war", so Chouka, "wir haben unter den Ungläubigen gelebt, im Land der Sünde und des Unglaubens." Aufgrund ihrer islamischen Kleidung und ihrer Überzeugung seien sie in ihren westlichen Heimatländern verachtet und unterdrückt worden: "Erinnert ihr euch meine Brüder, wie unsere Lage war, als wir unter den Kuffar lebten?"

Es ist unklar ob seine Zuhörerschaft tatsächlich aus deutschsprachigen Terrorrekruten besteht. Das Video, das angeblich vom Juni 2010 stammen soll, könnte letztlich auch völlige Propaganda sein, die auf die Rekrutierung von Islamisten aus der BRD abzielt.
Immerhin hat der Fall des Hamburgers Rami M., der sich im vergangenen Jahr der IBU angeschlossen hat und dann wohl reumütig dem Dschihad den Rücken gekehrt hat, für einige Negativ-PR für die IBU gesorgt.
Die deutschen Dschihadisten hätten genug von Waziristan und flüchteten reihenweise nach Deutschland zurück, berichteten einige Medien. Abgehörte Telefonate und E-Mail-Austausch ließen dies vermuten.

Jetzt aber holt die IBU zum Gegenschlag aus und präsentiert ihren wohl charismatischsten Sprecher, Mounir Chouka, der eine feurige Rede hält, in der er keinen Zweifel daran lässt, dass der Dschihad eine Ehre und Gnade Allahs ist, und diejenigen die zu diesem Zweck auf beschwerlichen Wegen auswanderten, seien die auserwählten. Sie würden die höchsten Stufen des Paradieses erklimmen.

Hier einige Zitate aus Choukas Begrüßungsrede:

"An dieser Stelle meine lieben Geschwister, nochmals an die neuen Geschwister: Herzlich Willkommen auf dem Boden der Gnade, auf dem Boden der Auswanderung und des Dschihads! Willkommen im Urlaub dieser Ummah!

Die ihr vor mir sitzt meine lieben Geschwister: Allah bevorzugte euch gegenüber den zuhause gebliebenen! (sitzen geblieben sind und sich nicht an diesem gesegneten Dschihad beteiligen). Und so Allah will habt ihr auch eine höhere Rangstufe (im Paradies)! Die Auswanderung für Allah und der Dschihad auf dem Wege Allahs sind der beging der Blütezeit des Dieners! Die Auswanderung für Allah ist eine Auswanderung ZU Allah! ...Wer also für Allah auswandert findet nur Gutes. Er findet Frieden, er findet innere Geborgenheit und Wohlergehen!

Ein kleiner Rückblick auf die Zeit vor unserer Auswanderung. Wir lebten in einer Gesellschaft, die sich völlig vom Glauben abwandte. Vielgötterei, Unglaube und Korruption bestimmen das Leben dieser Gesellschaft und befleckten täglich unsere Herzen! Unsere Herzen schrieen nach Heilung und unsere Moral wurde gebrochen. Wir hielten uns mit Moscheebesuchen und Gruppentreffen über Wasser um nicht in diesem Werke Satans zu ersticken! Wir lebten in Erniedrigung obwohl wir Gefährten der Wahrheit sind!

Erinnert ihr euch noch wie sehr wir Allah darum, baten uns einen Weg in den Dschihad zu ebnen. Wie oft haben wir die Landkarte aufgeschlagen, um zu schauen wo wir hingehen können und wie wir dort hinkommen.

Wir waren bereit alles zu geben. Wir waren bereit alles zu opfern. Wir waren bereit in Höhlen zu übernachten. Auf Essen und Trinken zu verzichten. Wir waren bereit uns jeder Gefahr auszusetzen. Unsere einzige Sorge war dieser Ausweg, ein Weg zum Dschihad. Und: Allah zeigte uns einen Weg...Ein Weg der nicht gerade mit Rosen geschmückt ist oder einem roten Teppich.

An jedem Grenzübergang, an jedem Flughafen, und bei jeder Durchsuchung baten wir Allah, die Feinde dieser Religion blind zu machen. Und dann: Allah antwortete all unseren Bittgebeten! Der Beweis: Wir sind hier!

Allah wählte uns aus, um mit seiner Hilfe die Lage der Ummah zu verändern. Eine gewaltige Verantwortung gegenüber der Ummah! Wir sind hier um unsere geliebten Geschwister aus den Gefängnissen der Amerikaner zu befreien. Wir sind hier, um uns für unsere Schwestern zu rächen, wir sind hier um Rache zu nehmen an den Pharaonen unserer Zeit. Wir sind wegen den Beleidigungen gegen unseren geliebten Propheten. Wir sind hier für die Rückeroberung von Jerusalem. Und wir sind hier um mit unserem Blut einen islamischen Staat zu gründen!"

Choukas Propaganda-Auftritt, der nur ein Teil einer neuen Videoserie ist, kommt nicht zufällig. Das Video soll den heiligen Monat Ramadan einläuten und ist vielleicht sogar eine PR-Reaktion der IBU auf die Schließung der Hamburger "Masjid Taiba" am Montag.
Zehn Personen aus dem Besucherkreis der Moschee im Stadtviertel St.Georg, haben sich im Frühjahr 2009 auf verschiedenen Reiserouten auf den Weg in Richtung Terrorlager an der afghanisch-pakistanischen Grenze gemacht. Über die genaue Zahl derer, die tatsächlich ihr Ziel erreichten, liegen widersprüchliche Angaben vor. Nur der Iraner Shahab D. hat zweifelsfrei in die Reihen der IBU gefunden und kämpft nun als "Abu Askar" an der Seite von Mounir und Yassin Chouka in den pakistanischen Stammesgebieten.

Zwei Personen aus dem Hamburger Dschihadisten-Zirkel kehrten bisher vom Hindukusch zurück, eine Person wurde von pakistanischen Behörden abgeschoben, eine weitere (Rami M.) befindet sich in Gewahrsam deutscher Behörden in Pakistan. Nach dieser Rechnung könnten sich neben Shahab D. maximal fünf weitere Islamisten aus Hamburg in den Ausbildungscamps der IBU aufhalten. Sollte dies der Fall sein, dürften sie bald in den Propaganda-Filmen der Gruppierung zu sehen sein.

Das jüngste IBU-Video liefert im Schlussteil interessante Einblicke in die Geschichte der "Islamischen Bewegung Usbekistans", die Anfang der 1990er Jahre entstand. Videoausschnitt aus den vergangenen 18 Jahren zeigen den Anführer der Gruppe, Taher Yuldashev und seine Kämpfer in den unterschiedlichen Episoden des bewaffneten Kampfes in Zentralasien.
Begonnen hat die IBU als eine Gruppe islamischer Revolutionäre in Usbekistan, die nach Ende des Kalten Krieges die Errichtung eines islamischen Staates in Zentralasien durchsetzen wollte.
Zu diesem Zweck zogen ihre Anhänger 1992-1997 in den Dschihad in Tadschikistan, bis im Jahr 2000 kämpften sie auch in Kirgisien.

Im aktuellen Video zu sehen ist eine Archiv-Aufnahme eines IBU-Trainingslagers in Afghanistan, noch während der Herrschaft der Taliban ("Zeit des Islamischen Emirates"), das von einem Pakistaner namens "Abu Abdullah al-Pakistani" geführt wurde.
Seit der NATO-Invasion in Afghanistan leben die IBU Anhänger verstreut in den pakistanischen Stammesgebieten und haben ihren "Heiligen Krieg" nach Waziristan verlangert, wo ihr Hauptfeind die pakistanische Armee ist.

Monday, August 9, 2010

Aus für die Hamburger Taiba-Moschee


Einlandend wirkt die Gegend rund um den Steindamm nicht gerade. Der Kiez im Hamburger Stadtteil Stadtteil St.Georg, unweit des Hamburger Hauptbahnhofs, gilt als Umschlagplatz für Drogen, Hort der Prostitution. Kampfsportvereine, Fitness-Center und Callcenter reihen sich hier aneinander. Und mitten drin ein unscheinbares Gebäude, das der Haupttreffpunkt der deutschen Dschihadisten-Szene gewesen sein soll - die "Masjid Taiba". Hier, am Steindamm 103, direkt zwischen einem Fitness-Center und einem Restaurant hatte sich der "Taiba, Arabisch-Deutscher Kulturverein e.V." eingenistet, ein Sammelplatz salafistischer Gläubiger in der Hansestadt.


Razzia in der "Masjid Taiba" im Hamburger St.Georg-Viertel

Gegründet hatten den Kulturverein, zu dem auch eine Buchhandlung, ein Friseur und ein Supermarkt gehören, marokkanische Einwanderer im Jahr 1993. Seitdem galt das Gotteshaus, das damals noch "Al Quds Moschee" hieß, als Anlaufstelle für die Anhänger einer konservativen, ultraorthodoxen Auslegung des sunnitischen Islam.
Nach den Terroranschlägen vom 11.September 2001, geriet die Hamburger Salafisten-Moschee weltweit in die Schlagzeilen: Die Todespiloten um den Ägypter Mohammed Atta hatten hier gebetet. Ein Gruppenfoto, aufgenommen im innern der Moschee, zeigt die Mitglieder der Terrorzelle nur wenige Monate vor dem Massenmord von New York und Washington.

Was folgte waren Durchsuchungen der Hamburger Polizei und massive Überwachung durch den Verfassungsschutz und die Hamburger Innenbehörde. Es gab keinen Zweifel daran dass in der Al Quds-Moschee konspirative Treffen abgehalten wurden, und die Imame Gewalt gegen Andersgläubige predigten. Mitschnitte der arabischen Predigten des marokkanischen Geistlichen Imam Fazazi, der im Jahr 1990 zwei Wochen in der Hamburger Moschee predigte (und heute eine 30jährige Haftstrafe in Marokko verbüßt), fanden sich als käuflich zu erwerbende Videos in der Buchhandlung am Steindamm 103. Der Originaltext dieser Predigten und Frage-Antwort-Runden verarbeitete der Regisseur Romould Karmakar im äußert sehenswerten Dokumentarfilm "Hamburger Lektionen".


Ein Gruppenfoto aus der damaligen "Al Quds Moschee" zeigt die 9/11- Todespiloten

Die Liste jener, die am Steindamm 103 zum regelmäßig ihr Gebet verrichteten, zeigt welche Stellung die Moschee innerhalb der gewaltbereiten Islamistenszene in Deutschland hat. Abdelghani Mzoudi, ein marokkanischer Helfer der 9/11-Attentäter, war auch nach seiner Freispruch 2004, häufig Gast in der "Masjid Taiba". Der in Hamburg lebende Deutsch-Syrer Mamoun Darkazanli, der als mutmaßlicher al-Qaida Helfer und Finanzier gilt, soll bis zuletzt als Prediger in der Moschee aufgetreten sein, die seit geraumer Zeit über keinen festen Imam mehr verfügt.

Regelmäßig tauchte die Taiba-Moschee in den Jahresberichten des Hamburger Verfassungsschutzes als Treffpunkt radikaler Islamisten auf. Ein Verbot des Kulturvereins und eine Schließung der Räumlichkeiten fand aber bis heute nicht statt.

Vor einigen Tagen berichtete der FOCUS, die Hamburger Verfassungsschutzer planten eine Razzia in der Islamisten-Moschee, Innenminister Christian Ahlhaus (CDU) habe bislang jedoch seine Zustimmung verweigert, da er vor dem beginnenden Ramadan und den Hamburger Wahlen nicht als rechter Hardliner auftreten wolle.

Heute Morgen gegen 06:30 Uhr machten die Hamburger Behörden ernst. Eine 20köpfige Einheit aus Polizeibeamten und Verfassungsschützern sammelte sich vor der Taiba-Moschee, die Türschlösser wurden aufgebohrt und Räumlichkeiten durchsucht. Dabei beschlagnahmten die Beamten Computer, Dokumente und offenbar auch Bargeld. Ein Sprecher der Innenbehörde teilte mit, der arabische Kulturverein "Taiba" sei verboten worden und die Moschee am Steindamm werde geschlossen.
Grund dafür ist offenbar, dass "Taiba" nach Einschätzung des Hamburger Verfassungsschutzes weiterhin ein "Hauptanziehungspunkt für die dschihadistische Szene" sei. Diese soll in Hamburg etwa 100 Personen umfassen, die islamistische Gewalt befürworten oder propagieren. Darüber hinaus habe sich ein "Dschihad-Tourismus" entwickelt: Leute aus dem Ausland haben in ihrer Heimat damit geprahlt, dass sie in jener Moschee gebetet hatte, in denen die 9/11 Attentäter Stammgäste waren.

Auf einer Pressekonferenz am Vormittag warnte Innenminister Ahlhaus, Hamburg dürfe nicht zum Zentrum dschihadistischer Rekrutierung in Deutschland werden.
„Wir haben heute die Taiba-Moschee geschlossen, weil dort junge Männer zu religiösen Fanatikern herangezüchtet wurden", so Ahlhaus, "Ein angeblicher Kulturverein hat hinter den Kulissen die Freiheiten unseres demokratischen Rechtsstaats schamlos ausgenutzt, um für den Heiligen Krieg zu werben.“


Der Hamburger Shahab D. in einem Terrorlager in Waziristan - er betete in der Taiba-Moschee

Der lebende Beweis für die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden heißt Shahab D.. Der 27jährige Hamburger iranischer Abstammung verkehrte in der "Taiba"-Moschee, gehörte zum sogenannten "50er Club", einem Zirkel von jungen Muslimen, die sich immer wieder zum Koranlesen und Debattieren am Steindamm 103 trafen.
D., der als elfjähriger Flüchtling in Folge des Iran-Irak-Krieges mit seiner Familie nach Deutschland kam, verließ Hamburg am 04.März 2009 mit seiner Lebensgefährtin und mindestens drei weiteren Personen aus der "Taiba"-Moschee. Über Qatar reisten die Hamburger ins pakistanische Peshawar und von dort aus weiter in die Stammesgebiete von Waziristan.

Im Oktober 2009 tauchte Shahab D. erstmals als "Abu Askar" in einem islamistischen Propagandavideo der "Islamischen Bewegung Usbekistans" (IMU) auf, der er sich anschloss und in deren Reihen weitere deutsche Dschihadisten kämpfen. "Wir haben Deutschland und unsere Eltern nur verlassen", so D., "um diese Religion zum siege zu führen!"

Shahab D. war nur eine von insgesamt elf Personen aus dem Kreis des "50er Clubs", die im Frühjahr 2009 nach Pakistan ausreisen und sich in Terrorlager an der afghanisch-pakistanischen Grenze begeben wollten. Zu den anderen Dschihad-Touristen zählen u.a. ein weiterer Deutsch-Iraner, ein gebürtiger Syrer, ein Franzose, eine junge Deutsch-Afrikanerin und zwei deutsche Konvertiten.

Laut Verfassungsschutz wurde einer Person noch vor Verlassen der Bundesrepublik der Reisepass entzogen, um eine Ausreise zu verhindern. Zwei Hamburger Terrorverdächtige wurden zudem in Pakistan festgenommen und nach Deutschland abgeschoben.
Die beiden Konvertiten Michael W. und Alexander J. sind nach mehrmonatigem Aufenthalt in einem Terrorcamp der IMU inzwischen wieder in der Hansestadt Hamburg. Da beide Islamisten ihre Dschihad-Reise über Wien nach Pakistan antraten, bevor das Gesetz in Kraft trat, welches den Besuch in einem paramilitärischen Terrorlager strafbar macht, können Michael W. und Alexander J. strafrechtlich nicht belangt werden.

Der Anführer der Hamburger Dschihadisten-Zelle, der Deutsch-Syrer Rami M., befindet sich mittlerweile in Haft. Der vorbestrafte Kiffer und ehemalige Kleinkriminelle, der lange im Frankfurter Drogenmilieu aktiv gewesen sein soll, war vor wenigen Jahren nach Hamburg gezogen und besuchte ebenfalls die "Taiba"-Moschee. Verfassungsschützer sehen in ihm die treibende Kraft hinter den Ausreisen von Hamburg in die Dschihad-Camps am Hindukusch.


Rami M. - Flucht aus Waziristan in der Burqa?

Ende Juni war Rami M., versteckt unter einer Burqa, an einem militärischen Checkpoint der pakistanischen Armee nahe der Stadt Bannu, in den Stammesgebieten festgenommen worden.
Zuvor hatte Rami M., der wohl ebenfalls in einem Lager der IMU militärisch ausgebildet worden war, die deutsche Botschaft in Islamabad kontaktiert. Reuig habe er den deutschen Beamten erklärt, er wolle zurück in die Bundesrepublik und habe dem bewaffneten Kampf abgeschworen. Ohne Reisepass und Führerschein, die er beide verloren habe, könne er jedoch nicht zurückreisen. Die Botschaft solle ihm ein Schreiben ausstellen, mit dem er sicher nach Deutschland zurückkehren könne.

Deutsche Sicherheitsbehörden wurden daraufhin informiert und es kam zu einer Meinungsverschiedenheit. Während die Botschaft einen "Freibrief" ausstellte, mit dem Rami M. bis Islamabad reisen könnte. In Deutschland aber war man nicht von der Reue und Ungefährlichkeit M.`s überzeugt. Das Bundeskriminalamt informierte die pakistanischen Behörden über die geplante Reise Rami M.´s, der daraufhin festgenommen und vom pakistanischen Geheimdienst ISI verhört wurde, was seine Familie in Deutschland heftig kritisierte und den deutschen Behörden zur Last legte.

Rami M. hatte aus Waziristan Gesinnungsgenossen und Angehörige in Deutschland kontaktiert. Von Gewaltmärschen durch die Berge berichtete er seinem Vater, dass er ein Märtyrer werden wolle schrieb er seiner Frau. Hoffnungsvoll klangen die Nachrichten aus Waziristan nicht. M. war offenbar verzweifelt und hatte genug vom Dschihad. Durch die Kontaktaufnahme des Hamburger Islamisten kam es zu Razzien in Hannover, Frankfurt und Hamburg - die Verbindungspersonen von M. standen unter Beobachung.


Aufnahme aus dem Inneren der "Taiba"-Moschee

Seine Stammmoschee, die Masjid Taiba, hielt - wenn auch mit einigem Abstand - zu ihrem regelmäßigen Gast. Auf ihrer Internetseite nahmen die Moscheebetreiber Stellung zu den Vorwürfen ein terroristischer Gefährde sei bei ihnen ein und aus gegangen. Sie stellten zunächst in Frage ob Rami M. "Frankfurter oder Hamburger?" gewesen sei. In Pressemeldungen war die Biografie des Islamisten häufig falsch dargestellt worden.
Dass Rami M. in der Hamburger Moschee präsent war, bestritt der Kulturverein nicht. Er sei aber nur einer von vielen gewesen.

Daraufhin hagelte es im Online-Gästebuch und Internetforen harsche Kritik an der Moscheeleitung. Warum sie nicht zum "Bruder Rami" stehe und ihn gegen die Medien verteidige, so die anonymen Kommentatoren.
Bohrt man tiefer in den Kontakten der Taiba-Moschee-Besucher, wird deutlich dass dort ein dschihadistisches Millieu herangewachsen ist, dessen Idole Anwar al-Awlaki und Bekkay Harrach sind.