Dear Reader,
this Blog was created to cover current, post and future events of Terrorism, Islamic Extremism & International Politics -
! THIS BLOG HAS MOVED TO http://ojihad.wordpress.com/ !
Eigentlich sollte Hakimullah Mehsud längst tot sein. Nun beweist er mit zwei neuen Videobotschaften, die vom 04.April bzw, vom 19.April stammen soll, dass er einen Drohnenangriff Anfang des Jahres offenbar überlebte. Mehsud nutzt die Gelegenheit nicht nur seinen Tod zu dementieren, sondern den USA mit Anschlägen in "großen amerikanischen Städten" in den "kommenden Tagen und Monaten" zu drohen. Die "Kämpfer haben die USA infiltriert um sie zu terrorisieren", so Mehsud. Dies geschehe aufgrund der amerikanischen Verbrechen gegen Muslime in Pakistan, Afghanistan, Iraq und dem Jemen.
Der Taliban-Führer erwähnt den Tod seines Vorgängers Baitullah Mehsud, aber auch die erst kürzlich gemeldete Tötung der al-Qaida Chefs im Irak, als Gründe für kommende Angriffe gegen die USA.
"Vergeltung für den Tod von Mehsud innerhalb und außerhalb der USA auszuüben bleibt eine Pflicht für alle Muhajirun, denen Baitullah Mehsud Schutz gewährte" - die Worte Humam Khalil al Balawis in einem jüngst veröffentlichten Märtyrervideo.
Zu sehen ist der Jordanier an der Seite des aktuellen pakistanischen Taliban-Chefs Hakimullah Mehsud. "Wir werden niemals das Blut unseres Emirs Baitullah Mehsud vergessen!", erklärt al-Balawi, der sein Attentat, bei dem am 30.Dezember 2009 sieben CIA-Mitarbeiter ums Leben kamen, aus Rache für die Ermordung Mehsuds durch den amerikansichen Geheimdienst ausführte.
Weiterhin kommen aus Pakistan nur widersprüchliche Meldungen, Gerüchte und Hörensagen aus Sicherheitskreisen, der Taliban-Bewegung und der Politik.
Der neuste Stand ist:
1.Es habe am Mittwochmorgen ein Gefecht zwischen Taliban-Einheiten in Süd-Waziristan gegeben. Dabei sei allerdings weder Hakimullah Mehsud, noch Wali ur Rahman getötet worden, es seien aber einige Taliban-Kämpfer ums Leben gekommen. Grund für die Blutfehde sei ein Streit um die Verwaltung von 2 Milliarden Pakistani Rupien an Vermögen und Waffen und Munition im Wert von 1 Milliarde Pakistani Rupien, gegangen. Dies alles sei Besitz von Baitullah Mehsud gewesen sein, der bei einem CIA Angriff getötet worden sein soll. Insgesamt verfügte Mehsud damit über ein Vermögen an angesammeltem Bargeld, Material, Waffensystem, Fahrzeugen und Munition von umgerechnet etwa 25,5 Millionen EURO.
2. Der pakistanische Journalist und Dschihad-Insider Rahimullah Yusufzai berichtet ein Kommandeur Baitullah Mehsuds, Maulana Noor Said, habe ihm gesagt der Taliban-Führer sei nicht tot aber schwer krank. Ein Video von Baitullah Mehsud würde am Montag oder in den folgenden Tagen an die Medien weitergegeben um zu beweisen dass der Führer der Tehrik e Taliban lebt. Durch seine Erkrankung hätte er sich bis jetzt noch nicht persönlich melden können.
3. Das US-Militär geht nach Informationen der CIA inzwischen von einer "90%igen Chance" aus, dass Baitullah M. nicht mehr unter den Lebenden weilt.
4. Im wichtigsten Dschihadisten-Forum meldete sich heute ein "Abdullah" zu Wort, ein Administration mit anscheinend zahlreichen Kontakten in die Konfliktzonen der islamischen Welt. Seine Quellen in Pakistan hätten ihm versichert, Baitullah Mehsud sei am Leben und führe weiterhin die Tehrik e Taliban.
Pakistanischen Medien zufolge soll sich einer der mächtigsten Taliban-Führer des Landes, der "Herr über den Khyber-Pass" Hakimullah Mehsud, über den mutmaßlichen Tod Baitullah Mehsuds geäußert haben. Baitullah sei am Leben und führe weiterhin die Tehrik e Taliban Bewegung, ein Video von ihm werde bald beweise dass der Taliban-Führer quicklebendig sei, so Hakimullah.
Bleibt abzuwarten ob dies leere Versprechungen, Ablenkungsmanöver oder einfach nur Falschmeldungen sind.
Wurde Baitullah Mehsud, Führer der Tehrik e Taliban, in der Nacht auf Mittwoch von einer CIA Rakete getötet oder nicht? Der Tag begann mit zitierten Meldungen der Deutschen Presseagentur die von einem Taliban-Kommandeur erfahren haben will dass Mehsud unter den bis zu 10 Todesopfern des Drohnenangriffs in Süd-Waziristan sein soll. Weder die CIA noch der pakistanische Geheimdienst ISI wollen bestätigen dass Mehsud tatsächlich Geschichte ist. Es heißt man wollte DNA Tests abwarten und brauche 100%ige Beweise. Was spricht nun dafür dass Baitullah Mehsud nach dutzenden vermeintlichen Tötungen tatsächlich zur Strecke gebracht wurde?
1. Geheimdienstberichte wonach sein Netzwerk "unter Schock stehe" und aus abgehörter Kommunikation hervorgehe die Taliban-Bewegung Pakistans suche derzeit nach einem neuen Anführer. In Waziristan seien bereits die ranghöchsten Taliban-Fürsten zu treffen einberufen worden.
2. Aussagen von mehr oder weniger wichtigen Taliban-Kadern aus Pakistan.
Die ranghöchste Quelle ist dabei der Taliban-Kommandeur der nördlichen Bajaur Provinz, Befehlshaber über 3,000 islamistische Kämpfer und Stellvertreter Mehsuds in der obersten Taliban-Shura, Maulvi Faqir Mohammed. Sky News berichtet er habe bestätigt dass Baitullah Mehsud getötet wurde.
Weitere ernstzunehmende Aussagen stammen von Kafayat Ullah, einem von Mehsuds Kommandeuren und Beratern in Süd-Waziristan. Er bestätigte gegenüber AP ebenfalls sei Chef sei zusammen mit seiner zweiten Ehefrau und Leibwächtern durch den amerikansichen Angriff ums Leben gekommen.
Aus Augenzeugen berichten konnten pakistanische Medien inzwischen erfahren dass Mehsuds Leichnam "zu 50% zerstört" gewesen sein soll, als man ihn noch vor Sonnenaufgang am Donnerstag im zwei Stunden Fußmarsch von Makeen entfernten Dorf Nardusai beerdigte. Unter den Opfern des Drohnenangriffs sollen sich außerdem noch weitere Verwandte Mehsuds befinden, darunter ein Bruder. Als der Taliban-Führer das Haus seines Schwiegervaters Malik Ikramuddin aufsuchte soll er im oberen Stockwerk genächtigt haben. Ein Verwandter oder Freund namens Saidullah habe ihn dort aufgrund seiner Zuckererkrankung mit Insulin behandelt.
Gegen 01:00 schlugen dann die beiden Hellfire-Raketen durch das Dach des Gebäudes und legtes es in Schutt und Asche.
3. Der eindeutigste Hinweis auf den Tod von "Amir Sahib", wie ihn seine Gefolgsleute nannten, ist die Tatsache dass Baitullah Mehsud sich nicht wie in der Vergangenheit telefonisch bei einer Nachrichtenagentur zu Wort meldet und seinen eigenen Tod dementiert.
Pakistanische Medien berichten am frühen Morgen habe eine amerikanische Drohne Raketen auf ein Haus in Süd-Waziristan gefeuert. Das Gebäude soll eines von mehreren Häusern Baitullah Mehsuds gewesen sein, die von ihm und einer Familie als Unterschlupf genutzt werden. Nach bisherigen Angaben starben bei dem Angriff zwei Menschen, darunter einer Ehefrau Mehsuds. Vier Kinder wurden zudem verletzt.
Nach Bajaur kam Swat, darauf folgte Buner, nun stößt die pakistanische Armee in das Herzland des islamitischen Terrors, die Stammesgebiete an der afghanische Grenze, vor. Von den USA und den westlichen Verbündeten langer ersehnt begann gestern Pakistans Militäroffensive in Süd-Waziristan, einem der Rückzugsgebiete von Taliban und Al Qaida.
Mehr als 20,000 pakistanische Soldaten sollen nach tagelanger Vorarbeit der Luftwaffe und Artillerieeinheiten Stück für Stück der Unruhe-Provinz zurückerobern. Noch nie in der Geschichte des Landes waren die als FATA bekannten Stammesgebiete der paschtunischen und wazirischen Stämme und Klans unter der Kontrolle der Zentralregierung von Islamabad. Taliban-Fürsten regieren hier ungehindert, verdienen Millionen mit dem Schmuggel über die afghanische Grenze und Beherbergen nicht nur tausende eigene Kämpfer sondern in ihren Trainingslagern findet auch die Ausbildung ausländischer Terroristen der Al Qaida statt. Die größten Anschläge die Pakistan in der jüngsten Zeit erschütterten sollen hier geplant und organisiert worden sein, die Befehle sollen jeweils von den ranghöchsten Islamisten-Führern der Region an die Suizid-Kommandos gegangen sein. Dem mächtigsten Taliban-Kommandeur Pakistans, Baitullah Mehsud, gilt die nun gestartete Militäroperation. Wenige Tage nachdem die Armee im Auftrag der Regierung Zardari das Swat-Tal im Mai diesen Jahres von der Taliban-Herrschaft gewaltsam befreite, reagierte die Führung der “Tehrik e-Taliban”-Bewegung unter Leitung von Baitullah Mehsud mit einer Anschlagsserie in den größten Städten den Landes. Mit spektakulären Selbstmordattentaten gegen Armeeeinrichtungen und Hotels wollten die Islamisten beweisen dass ihre Schlagkraft weit über die von ihnen kontrollierten Gebiete hinaus reicht. Rache geübt wurde außerhalb von Swat, ein Machtkampf entwickelte zwischen den Taliban und der pro-westlichen Regierung Islamabads. Im nächsten Kapitel soll nun der größte innenpolitische Feind, der Kopf der “Tehrik e-Taliban” entmachtet werden. Mehsuds Reich erstreckt sich über Süd-und Nord-Waziristan, über 30,000 Mann soll der kamerascheue Staatsfeind Nr1 inzwischen unter Waffen haben, eine Privatarmee zu der auch Teams von todeswilligen Selbstmordbombern gehören. Pakistans Luftwaffe griff in den vergangenen Tagen mehrere Ziele rund um den Heimatort Mehsuds, Makeen, an. Ausbildungslager für Dschihadisten, Bombenwerkstätten, Waffenlager und Verstecke der Taliban sollen getroffen worden sein, einige von Mehsuds Männern starben bereits während den ersten Gefechten in Süd-Waziristan. Monatelang drängte Washington die pakistanische Regierung darauf den wahren Kern des Taliban-Problems anzugehen, und der befindet sich eben nicht in den von den Gotteskriegern eroberten Gebieten Swat, Dir, Buner oder Malakand, sondern im Grenzland zwischen Afghanistan und Pakistan.
Was sich nun abzeichnet ist eine Schlacht deren Ausgang Washington vielleicht besänftigen wird, der sich aber jenseits der internationalen Kameras und Beobachter abzeichnet. Am Ende wird die Armeeführung mit den lokalen Machthabern Übereinkünfte treffen die einen schrittweise Rückzug des Militärs aus Waziristan vorsehen, gleichzeitig aber die Macht der Islamisten einschränken. Möglicherweise wird Baitullah Mehsud den erneuten Vorstoß der pakistanischen Regierungstruppen nicht überleben, seine Kämpfer werden erbitterten Widerstand leisten und die umkämpften Provinzen in ein Schlachtfeld verwandeln, aus denen - ähnlich wie bereits im nördlichen Swat - tausende Zivilisten fliehen werden. Für Al Qaida geht mit einer erfolgreichen Offensive ein wichtiger Rückzugsort für den globalen Terrorismus verloren, ein Schlag den das Netzwerk nur schwer wird kompensieren können. Hunderte kleine Camps bilden seit dem 11.September in den Stammesgebieten die nächste Al Qaida Generation aus, hier wird aus der Dschihad-Ideologie tödliche Praxis. Gerüchteweise ist aus der Region zu vernehmen dass Al Qaida Abgeordnete sich in Süd-Waziristan erst vor kurzem mit Baitullah Mehsud und dem Kommandeur Süd-Waziristans, Mullah Nazir getroffen haben. Der Grund für die Krisensitzung liegt auf der Hand: Mehsuds Rache-Reaktionen auf die Swat-Offensive provozierten die Regierung nun auch in die Stammesgebiete einzumarschieren, ein Supergau für alle dort aktiven Islamisten-Gruppen. Abu Yahya al Libi, Al Qaidas Ideologie-Propagandist soll zusammen mit dem Anführer der chinesischen Islamisten Abdul Haq al Turkestani vom Terrornetzwerk Osama Bin Ladens geschickt worden sein. Daneben sollen ein weiterer Taliban-Kommandeur und ehemaliger Konkurrent Mehsuds, Sirajuddin-Haqqani, sowie zwei Mitarbeiter von Mullah Abdullah Zakir, dem Ex-Guantanamo-Häftling und ranghöchsten Militärführer der Taliban in Süd-Afghanistan, als Teil der 11köpfigen Gesandtschaft am Treffen teilgenommen haben. Baitullah Mehsud sollte umgestimmt werden seinen Terrorkrieg weniger auf den pakistanischen Staat und seine Anführer als vielmehr auf Afghanistan und die dortigen NATO-Truppen zu konzentrieren. Die “Tehrik e-Taliban” hätte sich schon viel früher auf die ausländischen Feinde im Nachbarland stürzen sollen, als einen innerstaatlichen Konflikt mit der Regierung in Islamabad ausufern zu lassen. Dass die Vermittlungs- und Überzeugungsversuche wohl wenig hilfreich waren eine drohende Offensive in FATA abzuwenden zeigen die Ergebnisse der letzten 24 Stunden.
Seit einigen Tagen stoßen Trupps der pakistanischen Armee in die FATA-Provinz Süd-Waziristan vor. Eine große Militäroperation mit Namen "Rah e-Nijat" stehe kurz bevor, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Ziel sei es Baitullah Mehsuds Herrschaft in Süd-Waziristan zu beenden und die dortigen Terrornester zu zerstören. In den letzten 24 Stunden seien bereits mehrere Taliban- und Al Qaida-Kämpfer in Gefechten und durch den Einsatz der Artillerie und Luftwaffe getötet worden.
Ein Pressesprecher der pakistanischen Armee erklärte heute u.a. sei der Anführer der usbekischen Islamischen Dschihad Union, Tahir Yuldashev, bei einem Einsatz der Airforce schwer verwundet worden. Kampfflugzeuge bombardierten Ziele in der Region Makeen, einem Gebiet in denen sich mehrer Terrorausbildungslager befinden sollen. Yuldashev ist der meistgesuchte Terrorist Zentralasiens, Staatsfeind Nr.1 des usbekischen Regimes und langjähriger Taliban- und Al Qaida-Allierter. Er gehört zur Generation der Islamisten die in den 1980er Jahren gegen die Sowjet-Armee kämpften, dann in ihren Heimatländern begannen die Dschihad-Ideologie zu verbreiten. Zusammen mit usbekischen Islamisten gründete er die "Islamische Bewegung Usbekistans", die sich dann zur IJU wandelte und seitdem ein enger Verbündeter der pakistanischen Taliban und der Al Qaida ist. Mehrfach tauchte Tahir Yuldashev in den letzten Jahren in Propagandavideo der IJU auf, teilweise an der Seite anderer usbekischer Kommandeure, bei Predigten in Terrorlagern und sogar an der Seite von Al Qaida Vize Ayman al Zawahiri. In einem der letzten IJU-Videos verhöhnt ihr Anführer die Bundesregierung und bezeichnet sie verachtend als "Freunde der Zionisten".
Ob außer Yuldashev noch weitere IJU Mitglieder, möglicherweise sogar deutsche Dschihadisten ums Leben kamen ist noch nicht bekannt. Offizielle Statements der Gruppe erschienen heute auf einschlägigen Internetseiten nicht.
Inzwischen gilt international in der Szene der Terrorismus-Experten Pakistan inklusive der angrenzenden Gebiete im benachbarten Afghanistan, kurz „AfPak“ genannt, als die gefährlichste Region der Welt.
Seit dem Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan und der anschließenden Besatzung des Landes durch die NATO-Truppen, organisieren sich die Gotteskrieger vor allem in Pakistan, wohin sie vor dem US-Bombardement geflüchtet waren. Mittlerweile ist man sich bei den Geheimdiensten einig dass die Führung der Taliban-Bewegung zusammen mit der Al Qaida Spitze von pakistanischem Territorium heraus operiert und den Krieg gegen die US-Truppen und ihre NATO-Partner in Afghanistan organisiert. Sieben Jahre nach ihrem Sturz sind die Taliban heute stärker denn je, ihre Zahl steigt stetig, sie rekrutieren in den afghanischen Dörfern die immer noch verzweifelt auf den versprochenen, wirtschaftlichen Wiederaufbau warten, in den pakistanischen Flüchtlingslagern der kriegszerrütteten Stammesgebiete und in den Millionenslums von Karachi und Islamabad. Wie vor 30 Jahren im Dschihad gegen die Sowjetunion trainieren die islamischen Fundamentalisten ihre Kämpfer in Ausbildungslagern entlang der Grenze zu Afghanistan, schicken sie dann auf das afghanische Schlachtfeld im Heiligen Krieg gegen die ungläubigen Invasoren.
Diese Situation wird nicht nur für die US Truppen, sondern auch für die pakistanische Führung zur Bedrohung. Ein ganzer Staat droht ins Chaos zu verfallen, eine Atommacht wird von inneren Feinden bedroht, eine Provinz nach der anderen fällt in die Hände der Koranschüler. Erst führten die Taliban im Swat-Tal die Sharia ein, inzwischen expandieren sie von dort aus ihr Gedankengut in andere Regionen des Landes. Längst ist der Einfluss der Islamisten außerhalb der ohnehin gesetzlosen Stammesgebiete im Nordwesten angekommen, Terrorbrutstätten breiten sich über das gesamte Staatsgebiet aus, ein Netz aus Madrassas versorgt die Bewegung der Gotteskrieger mit immer neuen Fußsoldaten und Selbstmordbombern. Im Westen kritisiert man den Umgang der pakistanischen Führung mit den Taliban als Kniefall vor dem Terrorismus, einen unaufhaltsamen Siegeszug der Dschihadis. Bis jetzt griffen die USA nur durch Angriffe mit unbemannten Drohnen auf mutmaßliche Terroristen in das Geschehen ein. Jüngst entschloss man sich zudem zur Milliardenhilfe für Islamabad, um den Partner im „War on Terror“ zu stärken. Mehrere hochrangige Al Qaida Führer und Taliban-Kommandeure fielen im Laufe der letzten Jahre den US-Drohnenattacken zum Opfer, etliche überlebten verwundet. Was den Geheimdiensten bisher nicht gelang war die beiden meistgesuchten Staatsfeinde auszumachen. Osama Bin Laden und Mullah Mohammed Omar konnten weder durch die pakistanischen Militäreinsätze in der „Northwest Frontier“ Provinz noch durch die Satelliten- und Drohnenüberwachung der CIA ausfindig gemacht werden. Auch Al Qaida Vize Ayman al Zawahiri entging seinen amerikanischen Jägern seit 2006 wohl mehr als nur ein Mal.
Ende März nun entschloss sich die Regierung Obama eine neue „Most Wanted“-Liste herauszugeben mit der man versucht den terroristischen Elementen in Pakistan Herr zu werden. Drei Personen werden als meistgesuchte, gefährlichste Personen in Pakistan/Afghanistan definiert. Natürlich stehen weiterhin Bin Laden, Zawahiri und Taliban-Führer Mullah Omar oben auf der Terror-Fahnder-Liste, ihre Ergreifung wird allerdings wohl kaum durch noch höhere Kopfgelder (immerhin 50 Millionen Dollar für einen Hinweis zur Ergreifung von Osama Bin Mohammed Bin Awad Bin Laden) ermöglicht werden, sondern nur durch intensivere Geheimdienstarbeit und den meist besten Verbündeten – den Zufall.
Drei Männer allerdings dürfen sich neuerdings mit den Ehrentiteln „Most Wanted“ schmücken, auf ihre Köpfe sind ebenfalls Millionenbeträge ausgesetzt, ihre Bedeutung für den islamistischen Terrorismus in der Region ist nach Expertenmeinung heute höher denn je. Wer sind Pakistan´s Staatsfeinde Nr.1, 2 und 3? An dieser Stelle möchte ich die drei Personen vorstellen, die zu einer neuen Generation der Islamistenelite gehören. Ihre Aktivitäten beeinflussend entscheidend die Sicherheitslage nicht nur in Pakistan sondern auch in Afghanistan.
Belohnung für Hinweis zur Ergreifung: US$ 5 Millionen
vermuteter Aufenthaltsort: Süd- oder Nord-Waziristan
Im Jahr 2008 tauchte auf der alljährlich erscheinenden Liste des TIME Magazine der „100 einflussreichsten Personen“ in der Kategorie „Führer und Revolutionäre“ erstmals der Name Baitullah Mehsud auf. Vor der Ermordung der pakistanischen Politikerin Benazir Bhutto am 27.Dezember 2007 durch einen Selbstmordattentäter kannte kaum jemand im Westen diesen Namen geschweige denn die Person Mehsud.
Aus Sicht der pakistanischen Politik und besonders für das Militär und den Geheimdienst ISI war Baitullah Mehsud schon lange ein Begriff und Grund für schlaflose Nächte. Spätestens seit den spektakulären Suizidanschlägen u.a. auf das Mariott Hotel in Islamabad und den Doppelanschlag auf die Munitionsfabrik der pakistanischen Armee in Wah trägt Mehsud den Titel des Staatsfeind Nr.1. Seine Person gilt als mysteriöser, aufstrebender Stern am Himmel des internationalen Terrorismus, die CIA glaubt inzwischen von ihm gehe eine größere Gefahr aus als von Osama Bin Laden.
Die Geschichte des heute wohl einflussreichsten Taliban-Führers beginnt in einem kleinen Dorf namens Landi Dhok in der Region Bannu, in den nordwestlichen Stammesgebieten, der sogenannten „Northwestern Frontier Province“. Dort kam BaitullahMehsud Anfang der 1970er Jahre als einer von fünf Brüdern zur Welt. Ungewöhnlich für ein Mitglied des paschtunischen Mehsud-Stammes dessen Hochburg eigentlich im entfernten Süd-Waziristan liegt. Genau genommen gehört er zur Familie der Broomikhel-Klans, die dem Shabikhel-Zweiges des Mehsud-Stammes angehören. Was heute weltweit als die Waziristan-Provinzen bekannt ist, wurde erst in Kolonialzeiten durch die Briten und ihre Sicherheitspolitik in zwei separate Regionen aufgeteilt. Ursprünglich existierte nur ein Waziristan, beherrscht von zwei rivalisierenden Stämmen, den Mehsuds die die Mehrheit (ca.60%) der 720,000 Bewohner des Gebiete ausmachen, und den Waziris, deren Klans auf etwa 35% der Bevölkerung kommen.
Aufgewachsen ist Baitullah in einer archaischen Bergwelt die geprägt ist von ehr- und stolzorientierter Tradition, konservativer Islaminterpretation, Stammesfeden, uralter Gesetze und einer langen Tradition des militärischen Widerstandes gegen fremde Eindringlinge. In seiner Kindheit besuchte er keine reguläre Schule sondern erhielt seine Ausbildung in einer der unzähligen Madrassas, deren Zahl in Pakistan inzwischen unüberschaubar geworden ist. Von frühster Jugend an wurde sein Bild von Religion und Politik beeinflusst durch die Koranauslegung der Taliban im benachbarten Afghanistan, dass er als junger Mann öfter besuchte. Sharia, Blutrache und Dschihad dominieren das gesellschaftliche Bild in der pakistanisch-afghanischen Grenzregion seit Jahrzehnten, sie entstanden aufgrund verschiedener weltpolitischer Geschehnisse, wie der Besatzung durch die britischen Kolonialherren, später dann durch den Einfall des Kommunismus, durch Bürgerkriege und jüngst den Krieg der NATO gegen die Taliban-Bewegung.
Anders als die islamistischen Führer in den nördlicheren Provinzen der Stammesgebiete war Baitullah Mehsud also von Anfang an ein „Talib“, ein Koranschüler, nahm niemals an einer regulären Schulausbildung teil und orientierte sich deshalb nur an Koran und Sunnah als Grundlage für sein Handeln. Die Dschihad-Verpflichtung führte bei ihm sehr früh dazu militärisches Training zu absolvieren, die ihn in eine Einheit des damaligen Mujaheddin-Führers Jalahuddin Haqqani brachte unter dem er den Umgang mit Schusswaffen, Mörsern und Granaten erlernte. Seit Ende der 1990er Jahre fungierte der Diabetiker Baitullah als Mitstreiter des Stammesführers Abdullah Mehsud, der oft als sein Bruder beschrieben wird, wofür jede Bestätigung fehlt. Abdullah Mehsud kämpfte zusammen mit Baitullah auf Seiten der Taliban gegen die Nordallianz, geriet nach dem 11.September in die Gefangenschaft von General Dostum und wurde an die USA ausgeliefert die ihn nach Guantanamo brachten von wo er allerdings 2004 entlassen wurde und nach Waziristan zurückkehrte.
Zu dieser Zeit marschierte die pakistanische Armee auf Druck der US Administration in die Stammesgebiete ein, versuchte gezielt Terrornester aufzuspüren und Taliban und Al Qaida zur Strecke zu bringen. Einer der Islamistenführer die dieser Kampagne zum Opfer fielen war der Kommandeur in Süd-Waziristan, Nek Mohammed, der im Juni 2004 durch eine amerikanische Rakete starb. Auf dessen Beerdigungsfeier kamen fünf der einflussreichsten Taliban-Führer Pakistans und Afghanistans zusammen, die auf Geheiß Mullah Omars den jungen Baitullah Mehsud zum Nachfolger Mohammeds und damit zum Taliban-Emir Süd-Waziristans ernannten. Mit diesem Vertrauensbeweis der obersten Führungsriege der Taliban begann der Aufstieg Mehsuds zum regionalen Machthaber und bald zum mächtigsten Kriegsherr der Stammesgebiete. Nur ein halbes Jahr später schon handelte er mit der pakistanischen Armee einen Pakt aus, der einen Rückzug der Truppen aus der Northwest-Frontier vorsah. Im Gegenzug habe sich Mehsud bereit erklärt, so hieß es, die Al Qaida Elemente in diesem Territorium auszuhändigen oder zumindest auszuweisen. Dies trat nie ein, wie man heute weiß. Unter seiner Führung gewannen die militanten Extremisten in Waziristan an Stärker, die ausländischen Kämpfer der Al Qaida, der usbekischen Islamischen Dschihad Union, der kashmirischen Mujaheddin und anderer Gruppen konnten ungehindert ihre Trainingslager in den Hügeln und Tälern der Provinz an der Grenze zu Afghanistan errichten und Kämpfer für den Dschihad gegen die NATO Truppen ausbilden. Baitullah Mehsud ging es bei seinen Deals mit der pakistanischen Führung, damals noch unter Präsident Musharraf hauptsächlich darum die Stämme Waziristans vor der Gewalt der pakistanischen Armee zu schützen und einen Rückzugsort für die Taliban zu schaffen. So baute er schrittweise seinen Einfluss in seinem Heimatgebiet und darüber hinaus nach Nord-Waziristan aus. Gute Kontakte zur Al Qaida dienten dazu rivalisierende Klans in der Region zu bekämpfen und die Dominanz Mehsuds auszubauen. Konkurrenten im eigenen Land zu bekämpfen erwies sich dabei als schwieriger als die Verhandlungen mit dem pakistanischen Militär. Mehr zufällig kam Baitullah Mehsud im Juli 2007 jene Armee zur Hilfe die er monatelang energisch bekämpft hatte. Sein größter Rivale, den er mehrfach als Doppelagent der CIA und des ISI bezeichnete, Abdullah Mehsud, starb in einem Schusswechsel mit pakistanischen Fallschirmjägern, die dessen Aufenthaltsort in der südlichen Provinz Belutschistan aufgespürten. Abdullah sprengte sich selbst mit einer Handgranate in die Luft und ebnete somit den Weg für Baitullah´s Aufstieg zum unangefochtenen Emir von Waziristan, dessen Macht von Monat zu Monat wuchs, in dem er Allianzen mit islamistischen Gruppen schloss die seine Großzügigkeit nutzten um Waziristan in ein Schulungszentrum für Mujaheddin zu verwandeln und im Gegenzug an der Seite seiner Stammeskrieger kämpften. Zum damaligen Zeitpunkt sollen bereits mehr als 8,000 Kämpfer unter Mehsud´s Kommando gestanden haben, die meisten davon Angehörige seines Stammes und verwandter Klans. Mittlerweile verfügt der Kriegsherr über einen eigenen Fuhrpark von 40-50 Toyota Pick-Ups, und einer Security-Einheit bestehend aus 18 Leibwächtern. Trotz aller Deals und Gespräche mit Islamabad setzte der Warlord seinen Dschihad gegen die pakistanische Regierung und deren Militär fort. Von einigen Quellen heißt es Baitullah Mehsud sei nur noch am Leben weil er gute Kontakte in die Ränge des Militärs habe, manche sprechen von einem Cousin, die ihn vor ernst gemeinten Einsätzen der Armee schützen. Ob an diesen Vermutungen etwas dran ist, bleibt zweifelhaft. Unstrittet ist dass es Stimmen aus dem pakistanischen Militär und Geheimdienst gibt die ihn als „guten Taliban“ ausweisen. Begründet wird dies mit der Behauptung Mehsud sei ein sehr rationaler, gesprächsbereiter Militanter, der klar definierte Ziele habe und als traditionsbewusster Stammesangehöriger Versprechen einhalte. Pakistanische Experten halten ihn zudem für weniger religiös fanatisch als andere Taliban-Führer und unterstellen ihm einen gewissen Machthunger der dafür sorge dass er strategisch seine Ziele verfolge und keine unüberlegten Handlungen befehle.
Tatsächlich orientierte sich Mehsud lange Zeit viel stärker in Richtung Afghanistan als gegen den pakistanischen Staat. Seine Begeisterung für den „Herrscher der Gläubigen“ Mullah Mohammed Omar soll immer schon größer gewesen sein als für bekannte pakistanische Dschihadgrößen. Zum Bruch kam es Mitte 2007 nach der Niederschlagung des Aufstandes in der Lal Masjid, der Roten Moschee in Islamabad. Über 100 Personen, die meisten davon islamistische Aktivisten starben damals nach dem harten Durchgreifen des pakistanischen Militärs.
Dieses hatte kurz danach, im August 2007 einen seiner beschämensten Momente zu verkraften, als Mehsuds Männer 247 Soldaten als Geiseln nahmen und zwei Monate festhielten. Internationale Medien lieferten damals erstmals Berichte über die Person Baitullah Mehsud und nahmen Kenntnis von seiner Rolle in der pakistanischen Militanten-Szene. Erst als Musharraf einwilligte 25 inhaftierte Islamisten freizulassen, darunter einige Selbstmordattentäter und Terrorausbilder, ließ Mehsud die Truppen frei und erklärte man werde die Angriffe auf Armeeeinheiten in Zukunft unterlassen. Im Westen hatten man da schon zur Kenntnis genommen dass die Taliban gewaltig an Stärke gewonnen hatten und ihr Einfluss in Pakistan unaufhaltsam stieg. NATO-Militärs nannten militärische Herausforderungen in Afghanistan nicht mehr ohne Pakistan und die dortigen Islamisten zu erwähnen. Die Geheimdienste lieferten ständig neue Erkenntnisse über gesuchte Terroristen die sich hinter der Grenzen in den Stammesgebieten, außerhalb der Reichweite der pakistanischen Regierung, aufhielten und von dort aus den Krieg in Afghanistan organisierten, Anschläge in Europa und den USA planten und hunderte Rekruten aus aller Welt ausbildeten. Drohnenangriffe erschienen als mögliche Lösung für das Problem, fanden seit 2007 regelmäßig und gehäuft statt. Wie nicht anders zu erwarten konzentrierte sich die CIA dabei auf Nord- und Süd-Waziristan, immerhin vermutete man dort neben den dutzenden Ausbildungslagern, Koranschulen und Dschihad-Kasernen, die meistgesuchten Al Qaida Führer Bin Laden und Al Zawahiri. Zu ihnen soll Baitullah Mehsud ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis haben, Zawahiri sogar mehrfach getroffen haben. Kurz nach dem Angriff der USA auf Afghanistan im Herbst und Winter 2001/02, nutzte Baitullah Mehsud sein bereits seit den 1990er Jahren bestehendes Schmugglernetzwerk dass er mit Maultierkolonnen betrieb, um arabische Kämpfer aus der Gefahrenzone u.a. rund um Tora Bora, in das pakistanische Grenzegebiet in Sicherheit zu bringen. Aus dieser Tätigkeit entwickelte sich ein Geschäft, was Baitullah nicht unerhebliche Einkünfte einbrachte, denn die ausländischen Dschihadhis waren auf lokale Schmuggler angewiesen.
Den Höhepunkt in der Karriere des meistgesuchten Taliban-Führers Mehsud bildet seine Ernennung zum obersten Militärführer der pakistanischen „Tehrik i-Taliban“, dem Dachverband aller Taliban-Gruppen im Land. Aus über 15 Provinzen Pakistans (aus den sieben Provinzen der Stammesgebiete, aus Swat, Bannu, Dera Ismail Khan, Kohistan, Tank, Malakand, etc) kamen im Dezember 2007 Taliban-Führer zusammen und ein 40köpfige Shura-Komitee entschied dass Baitullah Mehsud von nun an die Vereinigung der Einheiten und gemeinsame Aktivitäten koordinieren solle. Ein solcher Auftrag war für ihn eine Art Freipass den Einfluss der Taliban auf bisher kaum erreichte Regionen Pakistans auszudehnen. Ohne zu zögern erschienen auf Mehsuds Strategieplan die Talibanisierung des Swat-Tals und der Provinz Bajaur. Quasi als Oberkommandierender der Tehrik i-Taliban entschied er sich für eine Verlegung von Einheiten in diese Regionen um den Druck auf die dortigen pakistanischen Sicherheitskräfte zu erhöhen. Da er in Waziristan genug Erfahrung in Verhandlungen mit der Staatsführung und dem Militär gesammelt hatte wusste er dass eine schrittweise Expansion des Taliban-Einflusses möglich war, vielleicht sogar ohne militärische Gegenwehr. Unter seiner Führung wuchs die Tehrik i-Taliban zu einer Organisation bestehens aus 26 Gruppierungen, die offizielle alle Differenzen beiseite gelegt haben und sich einem gemeinsamen Ziel, der Einführung der Sharia in ganz Pakistan verschrieben haben.
Zum Jahreswechsel 2007/08 tauchte der mächtigste Islamist Pakistans dann endgültig in der internationalen Presse auf, als Hintermann des Attentats auf Benazir Bhutto. Immer wieder hatte Mehsud direkt oder über seine Sprecher verlauten lassen die pakistanische Oppositionsführerin sei nicht willkommen und müsse wissen dass sie sich im Visier der Mujaheddin befinde. Noch vor ihrer Rückkehr aus dem Exil, wenige Wochen vor den Wahlen im Januar 2008, drohte ihr Baitullah Mehsud mit dem Tod und nannte drei Gründe für ihre Ermordung: Sie, als Angehöriger der schiitischen Sekte, habe den Einsatz des Militärs beim Aufstand in der Roten Moschee gutgeheißen, sie sei eine Verbündete der USA und des Westens generell und sie habe vor den Wahlen angekündigt den Vater der pakistanischen Atombombe Dr.Qadir Khan auszuliefern (dessen Hausarrest und Verurteilung Mehsud als ungerechtfertigt betrachtet).
Nachdem Bhutto dann schließlich am 27.Dezember 2007 bei einer Parade in Rawalpindi durch ein Suizidkommando ermordet wurde waren die pakistanischen Geheimdienste sehr schnell einig der Strippenzieher sei Baitullah Mehsud, der für über 80% der Selbstmordanschläge in Pakistan (im Jahr 2007 insgesamt 60 Vorfälle) und mindestens 70% der Attentate in Afghanistan (laut UN Report 2007) verantwortlich sein soll. Sehr schnell dementierte Mehsud für den Anschlag verantwortlich zu sein, man greife keine „politischen Personen“ an. Angeblich habe Bhutto vor ihrer Reise nach Pakistan einen Brief vom Taliban-Führer aus Waziristan erhalten in dem er eindeutig erkläre er sei nicht ihr Feind und habe von ihr nichts befürchten. Nur eine Falle? ISI Agenten berichten es habe im Oktober 2007 schon Hinweise gegeben dass Al Qaida Kommandos in Karachi trainiert würden Benazir Bhutto zu ermorden, auf Order von Baitullah Mehsud.
Britische und amerikanische Zeitungen betitelten ihn nach dem Attentat in Rawalpindi „Pakistan´s Staatsfeind Nr.1“ oder „Pakistanischer Bin Laden“. Dabei zeichnet sich der medienscheue Islamistenführer weniger durch sein brutales Vorgehen aus, dass den getöteten afghanischen Taliban-Kommandeur Mullah Dadullah einst zum gefürchtetsten Gotteskrieger am Hindukusch machte, sondern vor allem durch seine immense Macht und seinen politischen Einfluss. Mehsud nutzte geschickt jeden Waffenstillstand, jede Ruhephase um in seinem Gebiet Aufzurüsten, sich neu zu organisieren und interne Rivalitäten zu beseitigen, aber auch angebliche Spione hinzurichten und die Verbindungen zur Al Qaida auszubauen um außerhalb der Stammesgebiete schlagkräftig auftreten zu können. Laut geheimdienstlicher Angaben verfügt das Netzwerk Baitullah Mehsuds über eine geschätzte Zahl von mindestens 10-14,000 Kämpfern, davon 6-7,000 professionell ausgebildete, hochmotivierte Mujaheddin. In seinen Lagern ausgebildete Trupps schickt er zur Unterstützung der afghanischen Kampfgenossen über die Grenze nach Kunar, Paktia und Helmand um dort den Kampf gegen die NATO anzuheizen. Gerade die Selbstmordattentate scheinen eine von Mehsud extrem häufig eingesetzte Waffe zu sein, die ihm in Pakistan den Ruf des „Vaters der Märytrer“ eingebracht hat. Junge Männer, meist Jugendliche aus den ärmlichen Provinzen und den Slums der Großstädte, aus den Flüchtlingslagern in den Stammesgebieten die nach den Militäreinsätzen der Armee entstanden und den Dörfern Südost-Afghanistan, finden ihren Weg direkt aus den Madrassas in die Terrorcamps Waziristans. Kommandeure Mehsuds schufen dort ein regelrechtes Schulungswesen des Dschihad. Gewöhnliche Fußsoldaten, spezielle Einsatztruppen für schwierigere Einsätze und Operationen außerhalb der definierten Schlachtfelder und natürlich die Selbstmordattentäter reifen in den Lagern heran, erhalten hier ein mehrwöchiges Training und den ideologischen Feinschliff. Tausende Attentäter stünden bereit, erklärte Mehsud in der Vergangenheit, um dem Dschihad in Afghanistan und Pakistan zum Sieg zu verhelfen. Im Namen Allahs und seiner Religion werde man die Söhne des Landes zu lebenden Bomben machen und Afghanistan zur Hölle für die Invasoren werden lassen. Die Mehrheit der großen Selbstmordattentate die Pakistan im Laufe der vergangenen zwei Jahre erschütterten, sowie verschiedenen spektakuläre Angriffe auf Polizeischulen, Kasernen, Militärkonvois und Außenposten der Armee befahl Baitullah Mehsud persönlich, sie sind Teil seiner Strategie durch die Ränge der Taliban-Bewegung aufzusteigen zur politisch einflussreichsten Person Pakistans. Ihm gehe es, so erklärte er noch Ende 2007 im bisher einzigen Interview mit einem Al Jazeera Reporter, nicht um die Atomwaffen des Staates sondern in erster Linie um den defensiven Dschihad gegen die angreifenden Truppen, pakistanische wie westliche. Zunächst sollen die einheimischen Soldaten ihre Waffen nicht mehr gegen die Mujaheddin richten, da dieser interne Krieg nur Amerika und seinen Interessen diene. Zusätzlich gehe es ihm um die Einführung der Sharia im gesamten pakistanischen Territorium, nicht nur im Norden (in Swat gelang es der Tehrik i-Taliban Anfang des Jahres durch einen Pakt mit der Regierung die Sharia zu installieren), Westen und dem zentralen Teil des Landes, sondern ebenfalls in den südlichen Provinzen Sindh und Punjab. Über Pakistan hinaus richte man sich vor allem auf Afghanistan, in dem man die „Mujaheddin-Brüder“ dort unterstützte. Zu diesem Zweck entsende er Selbstmordattentäter und Kämpfer, und biete den afghanischen Mujaheddin einen Rückzugsort.
Dass darunter nicht nur pakistanische sondern eine ganze Reihe ausländischer Gotteskrieger sind, bestreitet Mehsud nicht. Seine Zusammenarbeit mit dem Führer der usbekischen Islamic Jihad Union (IJU) Yuldashev seit 2003 ist schon länger bekannt, die Partnerschaft mit Al Qaida wird alleine schon durch die Präsenz der vielen Mitglieder des Netzwerkes deutlich die in Mehsuds Reich Süd-Waziristan durch amerikanische Drohneneinsätze starben. Wieder und wieder betonte Mehsud seine Loyalität gelte dem „Führer der Ummah, Mullah Omar“, Sheikh Osama Bin Laden und Ayman al Zawahiri seien dennoch willkommene „Brüder im Dschihad“. Sogar der irakische Al Qaida Emir Abu Mussab al Zarqawi sei Gast in seiner Region gewesen, bevor er in den Irak zog um dort den Dschihad zu führen.
Aus analytischer Sicht betrachtet handelt es sich bei Baitullah Mehsud um einen Al Qaida Alliierten, nicht aber um einen besonders großen Unterstützer Osama Bin Ladens. Mehsuds Strategie ist vornehmlich eine pakistanische und afghanische, trotz seiner wiederholten Wünsche „Washington und London“ direkt anzugreifen. Ohne seine lokalen Stärken aus den Augen zu verlieren gelang ihm die Expansion der Taliban in mindestens vier weitere Provinzen Pakistans und die Etablierung als der einflussreichste, gefährlichste Gegner der Regierung in Islamabad und der NATO in Afghanistan. Anders als Osama Bin Laden, Mullah Dadullah, Hakimullah und weitere Islamisten setzt Baitullah dabei nicht auf eine medienwirksame Strategie der Drohung und Propaganda. Hass auf die Regierung hege er nicht, behaupten Insider aus ISI-Kreisen, ihm gehe es um darum dass das pakistanische Militär sich komplett aus den Stammesangelegenheiten heraushalte und freiwillig die Sharia akzeptiere. Den ausländischen Truppen im Nachbarland hingegen müsse er mit dem Dschihad begegnen, das sehe Mehsud als religiöse Pflicht.
„Allah befiehlt den Muslimen an 480 Stellen im heiligen Koran den Dschihad zu praktizieren. Wer erfüllen nur Allahs Auftrag“, so erklärte es der Taliban-Führer vor knapp einem Jahr, „Nur der Dschihad kann der Welt Frieden bringen“. Absolut überzeugt von jener Tatsache entstand aus Mehsuds Gruppe die schlagkräftigste Taliban-Einheit im Afghanistan-Konflikt. Sollte er nicht in Kürze amerikanischen Raketen, pakistanischer Artillerie, einem Geheimdienst-Attentat oder dem Racheakt eines Feindes zum Opfer fallen könnte Baitullah Mehsud entscheidend mitwirken an der Zukunft der Atommacht Pakistan. In den Kreisen seiner Gegner fürchtet man seine strategische Intelligenz, seine Fähigkeit militärische Operationen detailliert zu planen und durch verlässliche Männer ausführen zu lassen. Lediglich Stammesrivalitäten wie sie seit Jahrhunderten in Waziristan stattfinden hinderten Mehsud daran sich Oberhaupt aller pakistanischen Taliban zu ernennen. Ende Februar 2009 überkamen die beiden größten Taliban-Gruppen in Waziristan ihre Streitigkeiten und schlossen sich zu einer Allianz zusammen. Ab sofort stehe eine 13köpfige Führungsriege dem Zusammenschluss aus der nordwazirischen Einheit unter Führung von Hafez Gul Bahadar und der südwazirischen Truppe von Mullah Nazir, vor. Beide Taliban-Führer schlossen sich Baitullah Mehsud´s Tehrik i-Taliban an, vereinbarten eine militärische Kooperation und regelmäßige Treffen. Differenzen zwischen den Militanten waren aufgekommen weil sowohl Bahadar als auch Nazir ihre Aktivitäten hauptsächlich auf Afghanistan konzentrieren wollten während die Tehrik i-Taliban, getrieben vor allem von Baitullah´s Stellvertreter Mullah Fazlullah, die Strategie für Pakistan verfolgte und Afghanistan nur als Nebenschauplatz sah.
Sollten die Taliban ihren Siegeszug durch die pakistanischen Provinzen fortsetzen dann wird sich auch die Situation in Pakistan für die NATO verändern. Massive Zunahme von Anschlägen, ein nicht aufzuhaltender Strom von neuen Kämpfern über die Grenze, immer mehr Selbstmordanschläge und die Übernahme ganzer Landesteile durch die Koranschüler wären die direkte Folge einer „Talibanisierung“ Afghanistans. Dieses Problem zu lösen in dem man nur den Pferdeliebhaber Baitullah Mehsud, der mehr und mehr zum ungeschlagenen Helden-Mythos in der Dschihad-Szene aufsteigt, wäre absurd zu glauben.
Vielleicht liegt es an der Tatsache dass es kaum Fotomaterial von ihm und wenig Informationen außerhalb des militanten Profils gibt, vielleicht aber auch an der faktischen Tatsache dass seine Organisation im Moment als die fähigste Terrorgruppe der Welt erscheint dass Baitullah Mehsud inzwischen „larger than life“ zu sein scheint. Von seinen Gegnern wird er zum absolut Bösen, zur Wurzel alles Übels, stilisiert, zu einem bedrohlichen Phantom das kaum zu fassen ist und zuschlagen kann wo und wann er will. Sein Ende wird kommen, das weiß er. Aber er weiß auch welches Schicksal den Amerikanern und ihren Verbündeten droht: „Sie werden ehrenlose verschwinden müssen oder sterben!“
Acht Tote, neun Verletzte – das ist die Bilanz des jüngsten Drohnenangriffs der USA im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet am 01.März 2009. Diesmal traf es Hebat Khan, ein kleines Dorf in der Sararogha Region von Süd-Waziristan. Erstmals in den Medien bekannt wurde dieser Teil der Stammesgebiet im Januar 2008 als bei einem massiven Angriff islamistischer Kämpfer ein Außenposten der pakistanischen Armee überrannt wurde. Die knapp 400 Mann starke Einheit aus afghanischen, pakistanischen und ausländischen Mujaheddin tötete sieben pakistanische Soldaten und nahm 15 weitere als Geiseln.
Rund um Sararogha liegen die Trainingslager von Baitullah Mehsud, Pakistans gefürchtetstem Taliban-Führer und Al Qaida Alliierten. Der medienscheue Hardliner hat jüngst seine Einflusszone in den Stammesgebieten durch Abmachungen mit rivalisierenden Kriegsfürsten vergrößert und sich zu einer gemeinsamen Allianz mit anderen Taliban-Kommandeuren zusammengeschlossen.
Ob der amerikanische Luftschlag letzten Sonntag Mehsud persönlich galt oder ob gezielt ausländische Islamisten die sich in der Region aufhalten getroffen werden sollten kann noch nicht gesagt werden. Definitiv befinden sich unter den Toten des Predator-Angriffs mindestens fünf sogenannte „foreign fighters“, vor allem Usbeken aber auch Araber sollen es gewesen sein. Sie alle befanden sich zur Zeit als die Hellfire-Raketen einschlugen in einem Gebäude außerhalb des Dorfes. Im Februar 2009 hatte die US Kampfdrohnen zum ersten Mal in Baitullah Mehsuds Herrschaftsgebiet zugeschlagen, anscheinend versucht man von Seiten des Pentagons den Job zu übernehmen den man die Jahre zuvor dem pakistanischen Militär überlassen hatte.
Ägypten
Vorzeichen am Nil?
1,5kg war sie schwer, das meiste davon Metallsplitter und Nägel als Ummantelung für den explosiven Kern aus Schwarzpulver.
Die Bombe war verhältnismäßig klein, ihre Wirkung trotzdem tödlich. Eine 17 Jahre alte Französin starb an den Verletzungen, sie war mit ihren Klassenkameraden kaum 2m vom Sprengsatz entfernt gewesen als dieser zwischen Tischen und Stühlen am beliebten Touristenbazar Khan el Khalili explodierte. Mehrere ausländische Touristen kamen mit Verletzungen davon, darunter auch ein Deutscher.
Es war das erste Mal seit fast zwei Jahren dass Kairo wieder Schauplatz eines Anschlages wurde und diesmal traf es deutlich mehr Touristen als in den Jahren zuvor. Ägyptische Behörden teilten schon kurz nach dem Attentat mit es sei kein Werk des Al Qaida Netzwerkes sondern eine kleine islamistische Zelle bestehend aus mehreren Männern und auch Frauen sei verantwortlich, die auch gleich schon verhaftet und verhört wurden.
In Ägypten selbst spekuliert man allerdings dass der relativ glimpflich verlaufende Anschlag von Mubaraks Geheimdienst ausgeführt worden sein könnte, denn der ägyptische Präsident könne im Moment eine derartige Situation gebrauchen um ein umstrittenes Anti-Terror-Gesetz zu verabschieden das den Sicherheitskräften weitere Vollmachten verleihen soll.
Niemand befürchtet dass die ägyptische Tourismusbranche ernsthaft Schaden durch diesen Mini-Anschlag erleiden könnte. Ausländische Gäste sind die Lebensader der arabischen Supermacht und besonders der Millionenmetropole Kairo. Wie weit die islamistische Szene im Untergrund aktiv ist und tatsächlich eine neue Terrorwelle wie in den 1990er Jahren starten könnte lässt sich aus diesem Ereignis jedenfalls nicht ablesen. Ohne Zweifel gewinnen durch den Irakkrieg, besonders durch Gaza und durch die allgemeine politische Lage im Land, die radikalen, gewaltbereiten Elemente der Muslimbruderschaft und die letzten Kräfte des ägyptischen Al Dschihad an neuer Stärke.
Mubaraks Geheimdienste halten den Staat am Nil aber noch zu fest im Griff als dass man wirklich von einer imminenten islamistischen Gefahr ausgehen kann. Spontane, von Hinterhofpredigern oder sogar nur von Fernsehsendern angeheizte Stimmungsausbrüche fanden häufig in den letzten Jahren statt, Wut und Frustration junger Ägypter entlieht sich, oft gegen Ausländer, häufig aber auch gegen ägyptische Christen und andere Minderheiten sowie Immigranten.
Die Lage bleibt spannend, von Kairo bis Sinai findet der Fundamentalismus ein gewaltiges Potential.
Somalia
„…ihr werdet unsere Hölle erleben!“
Nur einen Tag nachdem 34 Minister als Teil der neuen somalischen Regierung unter Führung von Präsident Sharif vereidigt wurden, schlugen die Islamisten der oppositionellen Rebellenbewegung der Shabaab in Somalias Hauptstadt Mogadischu zu. Ziel des Doppel-Selbstmordanschlags am 22.Februar 2009 waren burundische AU (African Union)-Truppen die im Zuge der Friedensmission der UN in Somalia stationiert wurden. 11 Soldaten rissen die beiden Attentäter bei den Angriffen mit in den Tod, 15 weitere wurden verletzt. Wenige Stunden später bekannten sich über ihren offiziellen Sprecher Abu Mansur die Shabaab-Milizen zu den „Märtyreroperationen“ in der Hauptstadt. „Geht nach Hause oder ihr werdet unsere Hölle erleben!“, so der Islamisten-Sprecher gegenüber Reportern am Telefon.
Schon zum zweiten Mal seit Februarbeginn attackierten die Shabaab ausländische UN-Truppen, die mit einem 3,500 Mann starken Kontingent in Mogadischu stationiert sind. Ziel diesmal war die Militärbasis der Burundis im Südosten der Stadt. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich mit einem Sprengstoffgürtel im Camp selbst in die Luft, ein weiterer detonierte sich mit einer Autobombe. Im Internet veröffentlichten die „Shabelle Mediennetzwerke“, der mediale Flügel der Shabaab-Islamisten Fotos der Attentäter und ein Bekennerschreiben.
Kuwait
Im Schatten der Öltürme
Obaid Mubarak, Abdullah Mustafa, Saleh Suleiman, Khalid Ibrahim, Hassan Al Shaan, Ahmed Al Farhud, Osama Al Shahri, Walid Ali – diese Namen beschäftigen derzeit die Sicherheitsbehörden in den Ölemiraten und Königreichen am arabischen Golf. Die kuwaitische Tageszeitung Al Shahid berichtete am 27.Februar 2009 dass die Staatssicherheitsorgane des Emirats einen Mann festgenommen hätten, der als Mitglied und Gründer einer neuen islamistischen Terrorgruppe identifiziert wurde, und bei den Verhören eben jene Namen von Gruppenmitgliedern nannte.
Fünf Kuwaitis, zwei lokale Beduinen, ein Araber aus einem nicht genannten Golfstaat und ein Iraker seien die Gründer der „New Jihad Group“. Laut Aussage des festgenommenen Islamisten arbeite die Gruppe als eine Art Agentur oder Rekrutierungsbüro für Al Qaida. Ihre Aufgabe sei es Araber in den Golfstaaten zu rekrutieren und Zellen aufzubauen, außerdem seien sie verantwortlich dafür Freiwillige auszuwählen die dann in kleinen Gruppen nach Afghanistan und Pakistan geschleust werden um dort ausgebildet zu werden oder direkt am Kampf gegen die westlichen Besatzungstruppen teilzunehmen. Erst im Spätsommer 2008 habe die „New Jihad Group“ 21 Beduinen aus Kuwait rekrutiert und in Richtung Afghanistan geschickt. Gefälschte Pässe seien der Grund weshalb die Mitglieder des Netzwerkes ungehindert zwischen den arabischen Staaten hin- und herreisen und letztendlich auch die Reise ins pakistanisch-afghanische Grenzegebiet meistern können.
Internet
Goethe, Schiller, Zarqawi – Deutsch über den Tod hinaus
Mit erstaunlicher Häufigkeit erscheinen mittlerweile auf islamistischen Websites Videos, Audiodateien und Texte in deutscher Sprache. Die seit Anfang des Jahres erscheinenden As Sahab Videos von „Abu Talha dem Deutschen“ zeigen dass es inzwischen in den Reihen der Al Qaida eine nicht zu unterschätzende Zahl deutscher Staatsbürger und sogar deutscher Konvertiten befinden.
Nicht nur neues Videomaterial auf denen deutschsprachige Islamisten zu sehen sind, sondern auch neu bearbeitetes, älteres Material veröffentlichen Dschihadis seit einigen Monaten immer häufiger. Warum die Übersetzungen von teilweise monate- oder sogar jahrealten Videos gerade jetzt stattfindet kann unterschiedliche Gründe haben. Anscheinend hat die islamistische Propaganda in der BRD einige Früchte getragen die Al Qaida & Co. veranlassen nun verstärkt deutsche Muslime zu rekrutieren. Ganz nebenbei kann man so einem breiteren deutschen Publikum die gewünschten Botschaften übermitteln, da die Drohvideos meistens sehr rasch von den Medien aufgenommen werden.
Jüngste Beispiele für den verstärkten Gebrauch deutscher Untertitel in Dschihad-Videos sind die bearbeiteten Versionen zweier Zarqawi-Videos aus dem Jahre 2004. Sowohl das Video welches Nicholas Berg, die erste westliche Geisel die im Irak vom Führer der Al Qaida im Zweistromland Abu Mussab al Zarqawi im Mai 2004 vor laufender Kamera getötet wurde, zeigt, als auch die die Aufnahmen von Eugene Armstrong, der am 20.September 2004 ebenfalls von al Zarqawi geköpft wurde, erschienen heute als neu aufgelegte Versionen mit englischem und deutschem Untertitel. Produziert wurden beide vom „Al Ansar Medien Battallion“, einem Zusammenschluss Informatikbegeisterter Internet-Dschihadis die sich auf die Übersetzung und Bearbeitung von Islamistenvideos spezialisiert haben und eine feste Größe in der Internetszene darstellen.
(ein ausführlicher Bericht zur Entwicklung der Dschihad-Videos folgt in Kürze)