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Tuesday, June 1, 2010

Al-Qaida´s Nr.3 ist tot - Mustafa Abu al-Yazid, der Bankier des Terrors


Ein ägyptischer Islamist, der zu al-Qaidas Chef in Afghanistan erkoren worden war, soll getötet worden sein. Das Terrornetzwerk feiert seinen Finanzmanager und Gründungsmitglied als „glorreichen Helden“.


Er soll al-Qaida´s Bankier gewesen sein und erklärte in einem Fernsehinterview das Terrornetzwerk würde pakistanische Atombomben einsetzen, falls sie ihnen in die Hände fielen. Jetzt soll der Ägypter Mustafa Abu al-Yazid, die inoffizielle Nr.3 der al-Qaida tot sein.

In einem Schreiben, das gestern im Internet auftauchte, erklärt das Terrornetzwerk um Osama Bin Laden, der Ägypter al-Yazid sei zusammen mit „seiner Frau, drei Töchtern und seiner Enkeltochter“ getötet worden.

al-Qaida´s Nachruf für den 54jährigen Ägypter

„Wir bringen der geliebten islamischen Nation die Nachricht vom Tod des glorreichen Helden Mustafa Abu al-Yazid, Befehlshaber der al-Qaida in Afghanistan“, heißt es in der Nachricht, die auf einschlägigen Internetseiten verbreitet wurde.

Mustafa Ahmed Mohammed Abu al-Yazid alias „Sheikh Said der Ägypter“ wurde 1955 im östlichen Nil-Delta geboren und schloss sich in den 1970er Jahren der ägyptischen Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“.

Damals gehörte al-Yazid der fundamentalistischen Studentengruppe um Dr.Ayman al-Zawahiri an. Zawahiri stieg später zu Osama Bin Laden´s Stellvertrete.

Im Jahr 1981 wurden Zawahiri und Yazid als Hintermänner des Mordanschlages auf Präsident Anwar Sadat zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Seine ägyptische Heimat verließ Mustafa Abu al-Yazid 1988 und reiste nach Afghanistan, wo er 1989 zu den Mitbegründern des al-Qaida Netzwerkes wurde. Er fungierte als Mitglied des sogenannten „Shura-Führungszirkels“ und war verantwortlich für die Finanzen von al-Qaida.

Als al-Qaida-Chef Osama Bin Laden 1991 Afghanistan in Richtung Sudan verließ, reiste al-Yazid mit ihm und bezog bis zur Rückkehr nach Afghanistan 1996 ein Büro im Wohnhaus des Terrorchefs in Khartum. Von dort aus stellte Mustafa Abu al-Yazid Gelder für die Finanzierung Terroranschlägen zur Verfügung.

Auch den 9/11-Attentätern soll der Ägypter große Summen überwiesen haben. Mohammed Atta, der Anführer der Todespiloten vom 11.September 2001 überwies die nach der Anschlagsplanung übrig gebliebenen 26,000 US-Dollar an Mustafa al-Yazid zurück. US-Behörden verfolgten die Transaktionen und sperrten die al-Qaida Konten in den Golfstaaten.

Nach Angaben eines ägyptischen Journalisten sei al-Yazid zunächst nicht mit den Anschlagsplänen des 11.September einverstanden gewesen. Er habe wie Taliban-Führer Mullah Omar die Meinung vertreten, die Reaktion der USA auf einen solchen Terroranschlag würden verheerend ausfallen.

Lange Zeit blieb der 54jährige Ägypter ein unbekanntes Gesicht im Führungsstab von al-Qaida.

Im Mai 2007 präsentierte das Terrornetz zum ersten Mal Mustafa al-Yazid in einem Video-Interview. Al-Yazid sei zum Kommandeur der al-Qaida in Afghanistan ernannt wurden, hieß es damals.

Es folgten mehrere Auftritte in Propaganda-Produktionen, teilweise an der Seite afghanische Taliban-Führer.

In einem Interview das al-Yazid im Juni 2009 dem arabischen TV-Sender Al-Jazeera gewährte, erklärte der Ägypter, al-Qaida würde Pakistans Atomwaffen gegen die USA einsetzen.

„So Allah will werden die Nuklearwaffen nicht in die Hände der Amerikaner fallen“, sagte al-Yazid, „die Mudschaheddin würden sie gegen die Amerikaner einsetzen.“

Al-Qaida habe alle Netzwerke aufgefordert Terroranschläge gegen die USA auszuführen. „Unsere Strategie in der nächsten Zeit ist die gleiche wie in der vergangenen Zeit: den Kopf der Schlange zu treffen, den Anführer der Tyrannei - die USA“, warnte der ägyptische Islamist.

Wo Mustafa Abu al-Yazid getötet worden sein soll, ist ebenso unklar, wie seine Todesumstände. Im al-Qaida Nachruf heißt es lediglich er sei mit einigen Familienmitgliedern ums Leben gekommen sein.

Denkbar wäre, dass al-Yazid, der sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgehalten haben soll, bei einem US-Drohnenangriff in den pakistanischen Stammesgebieten am 21.Mai ums Leben kam.

Bis zu zwölf Menschen kamen am 21.Mai ums Leben, als zwei Raketen, abgefeuert von CIA-gesteuerten Predator-Drohnen ein Gebäude im Dorf Boya nahe Detta Khel, in Nord-Waziristan trafen. Unter den Opfern sollen auch Frauen und Kinder gewesen sein. Mindestens zwei der Opfer waren Ausländer, darunter wohl auch ein Philippino.

"Wir haben gehört, dass ein Araber und seine Familie unter den Toten sein sollen", erklärte ein pakistanischer Geheimdienstler, "es ist wahrscheinlich Mustafa Abu al-Yazid". Dorfbewohner berichten, eine Ehefrau von al-Yazid, der als "Mustafa" in Nord-Waziristan bekannt war, soll bei dem Drohnenangriff ums Leben gekommen sein. Weitere Frauen und Kinder aus dem getroffenen Gebäudekomplex seien verletzt in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht worden.

Al-Yazid soll zwei Ehefrauen und mehrere Töchter und Söhne gehabt haben. Eine seiner Töchter heiratete den Sohn des blinden Ägypters Sheikhs Omar Abdel Rahman, der in den USA eine lebenslange Haftstrafe absitzt. Rahman soll den ersten Anschlag auf das World Trade Center 1993 befohlen haben.

Erst im Januar hatte eine amerikanische Drohne in Nord-Waziristan Mustafa al-Yazids Leibwächter, Mahmoud Zeidan alias "Sheikh Mansour al-Shami" getötet. Fraglich bleibt weshalb der ranghohe al-Qaida Mann Yazid dennoch in den pakistanischen Stammesgebieten verweilte und sich dem Risiko der Drohnenangriffe aussetzte.

Wednesday, March 17, 2010

Al-Qaida Kommandeur getötet - Drohnenangriff auf Miranshah-Zelle


Schon vor wenigen Tagen erreichte die Meldung dschihadistische Internetforen, eine Gruppe Araber sei bei einem US-Drohnenangriff am 09.März nahe der Stadt Miranshah in Nord-Waziristan ums Leben gekommen. Letzte Woche hatten die unbemannten Flugzeuge Raketen auf einen Gebäudekomplex abgefeuert und laut Anwohner acht "Ausländer" getötet.


Miranshah (Nord-Waziristan) aus Drohnen-Sicht

Nach und nach sickerten die Namen der getöteten al-Qaida Kämpfer bis in die Dschih@d-Szene. Die Rede war dort allerdings nur von vier getöteten Dschihadisten. Ein Kuwaiter soll darunter sein, dessen Bruder in Guantanamo in Haft sitzt, ein Marokkaner, ein Pakistaner und ein jemenitischer "Märtyrer" namens "Ghazwan al-Yemeni" (auch Saddam Hussain al Hussami genannt).

Ein Bombenbastler weniger

CIA-Quellen erklärten heute, der Luftangriff in der letzten Woche habe erfolgreich einen Chefplaner al-Qaidas getötet. Hussain al-Hussami sei Hauptverantwortlicher für den Selbstmordanschlag auf die CIA-Basis im afghanischen Khost gewesen und habe auch weitere "Special Operations" von al-Qaida geplant.
Der 30jährige soll laut Dschihad-Insidern 2005 mehrere Monate in jemenitischer und saudischer Haft verbracht haben, bevor er an den Hindukusch reiste. Al-Hussami habe in Kontakt gestanden mit al-Qaida im Jemen und galt als ein Spezialist im Bau von Sprengstoff-Westen und Gürteln. Laut CIA habe er als erfahrener Bombenbauer auch Taliban-Zellen ausgebildet.

Noch bevor US-Geheimdienstler seinen Tod bestätigten, feierte die Dschihad-Szene al-Hussami bereits als Märtyrer. Die Araber die vergangene Woche in Waziristan ums Leben kam, sollen Schüler des legendären al-Qaida Bombenbauers Khabab al-Masri gewesen sein. Auch er starb durch eine CIA-Drohne.
Al-Hussamis Tod beweist, dass die massive Zunahme der Drohnenangriffe nicht ohen Wirkung auf das Terrornetzwerk bleibt.

CIA-Chef hält al-Qaida für geschwächt, warnt vor Einzeltätern

10 von 20 Top-al-Qaida Führern habe man durch diese Taktik bereits eliminieren können, erklärte CIA-Chef Leon Panetta im Washington Post Interview vom Mittwoch. Die Organisation sei geschwächt und zerrüttet. Eine abgefangene Nachricht eines Kommandeurs an Osama Bin Laden zeige wie hilfslos sich die Extremisten fühlten. Darin soll Bin Laden angefleht worden sein, die Führung der Gruppe in Waziristan zu übernehmen, denn die Dschihadisten seien demoralisiert und zermürbt durch die Drohnen.


Panetta warnte aber davor die Schlagkraft al-Qaidas zu unterschätzen. "Die USA sind im Krieg mit dieser Organisation", so der CIA-Chef, "al-Qaida ist weiterhin entschlossen so viele Amerikaner wie möglich zu töten."
Ausgebildete Terroristen wie Najibullah Zazi, der Terroranschläge in New York verüben wollte, habe man im vergangenen Jahr verhaften können. Jedoch sei Zazi genau wie andere al-Qaida Anhänger in den USA vorher nicht CIA bekannt gewesen. Er habe Angst, erklärte Panetta, dass sich noch mehr Schläfer in den Vereinigten Staaten befänden "von denen wir nichts wissen."

Nord-Waziristan im Raketenhagel - Zawahiri, Mustafa Abu Yazid oder Bin Laden getötet?


Die Dorfbewohner in Pakistans Grenzprovinz Nord-Waziristan verlassen nur noch sehr vereinzelt ihre Häuser. Gebiete wo Taliban und ihre ausländischen Dschihad-Söldner hausen, meiden Zivilisten, zu oft regnet es inzwischen amerikanische Hellfire-Raketen, abgeschossen von unbemannten CIA-Drohnen, auf die Dörfer, Höfe und Straßen Nord-Waziristans.

Alleine in den vergangenen drei Tagen, schlugen die US-Drohnen dreimal zu, töteten mehr als 20 Menschen.

16.03.10 - Datta Khel: 5 Raketen abgefeuert auf einen Gebäudekomplex töten mindestens 11 "Foreigners", vermutlich arabische al-Qaida Kämpfer

17.03.10 - 1. Hamzoni: 5 Raketen abgefeuert auf zwei Geländewagen töten mindestens 5 militante Islamisten

2. Datta Khel: 2 Raketen auf einen Gebäudekomplex töten mindestens 3 militante Islamisten

Bemerkenswert ist vor allem das Echo nach dem gestrigen Angriff im Dorf Datta Khel. Laut Angaben der Dorfbewohner starben durch die US-Raketen hauptsächlich "Gäste", was in der Regel heißt es handelt sich um ausländische, meist arabische, al-Qaida Mitglieder.
Um die Toten des Angriffs zu bergen und zu bestatten, so berichten Anwohner, seien arabische Islamisten nach Datta Khel gekommen und hätten einen bis zu 3km breiten Sperrgürtel rund um den Angriffsort errichtet. Kein Dorfbewohner dürfe dieses Areal betreten, hätten die Islamisten gewarnt.

Die Beerdigung von militanten Kämpfern geschah in der Vergangenheit wenige Stunden nach einem Drohnenangriff, und streng nach islamischer Sitte noch vor dem nächsten Sonnenaufgang.
Seit aber die Predator- und Reaper-Drohnen zielt auch jene ins Visier nehmen, die tote al-Qaida und Taliban Kämpfer zu Grabe tragen oder Beerdigungszeremonien abhalten, zögern die Islamisten mit der Bergung der Leichen.
Dass nun ein Sperrgebiet rund um den gestrigen Angriffsort errichtet wurde, deutet daraufhin dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ranghohes Mitglied al-Qaidas ums Leben kam.

Mehrheitlich dürfte es die al-Qaida Führung ohnehin aus den pakistanischen Stammesgebieten in größere Städte gezogen haben, seitdem es wöchentlich zu Drohnenangriffen von Waziristan bis Bajaur kommt.
Die neue Wahlheimt für die afghanischen Taliban ist inzwischen die größte islamische Stadt der Welt, die südpakistanische Hafenmetropole Karachi.

Sunday, January 31, 2010

Pakistan TV: "Hakimullah Mehsud starb nach US-Drohnenangriff"


W
aren die CIA-Jäger vor zwei Wochen erfolgreicher als bisher angenommen? Pakistanische Medien und Ermittler des pakistanischen Militärgeheimdienstes berichten, der Anführer der Tehrik e-Taliban, Hakimullah Mehsud, habe bei einem Drohnenangriff am 14.Januar in Nord-Waziristan schwere Verletzungen erlitten und sei kurz danach in der Region Orakzai verstorben.


Zwar habe der Taliban-Führer nach dem Raketenangriff der CIA-gesteuerten Drohne zwei Audiobotschaften übermittelt um zu beweisen, dass er am Leben sei, Quellen aus den Stammesgebieten würden jedoch bestätigten dass Mehsud in seiner Heimatprovinz den Verletzungen erlag.

Mehsud sei von Shaktoi, wo der Drohnenangriff stattfand, zunächst nach Mamonzai im Orakzai Distrikt am Khyber-Pass gebracht worden. Die Taliban hätten einen Arzt aus Hango beauftraft ihren Anführer zu operieren. Letztendlich sei er aber verstorben und im Dorf Tajaka beerdigt worden.

Von Seiten der pakistanischen Taliban gab es bislang kein Statement. Bereits bei Hakimullah´s Vorgänger, Baitullah Mehsud, dementierten die Islamisten wochenlang den Tod ihres Chefs, bis sie ihn letztendlich doch zum Märtyrer erklärten.

Hakimullah Mehsud hatte sich kurz nach dem Selbstmordanschlag auf eine CIA Basis bei Khost in Afghanistan, zum Anschlag bekannt und war im Bekennervideo an der Seite des jordanischen Attentäters zu sehen.

Thursday, January 28, 2010

Ruhe in Waziristan? - Drohnenflüge eingestellt


"Bangana" nennen die pakistanischen Stämme jene weißen Objekte, die wie Raubvögel am strahlend blauen Himmel über Waziristan kreisen. Oft sind sie nicht zu sehen, nur das leise Surren ihrer Motoren ist zu vernehmen. Nur dann wenn die tödlichen Flugzeuge eine Kurve fliegen, schimmert ihre weiße Unterseite in der Sonne. Für die Menschen in Pakistans Stammesgebieten bringen sie den Tod. Sie sind das, was die Dorfbewohner hier als "Terrorismus" bezeichnen. Dabei sollen sie genau jenen bekämpfen.

Jetzt stürzten innerhalb von zwei Tagen zwei Drohnen ab. Taliban & al Qaida frohlocken sie hätten sie abgeschossen und damit den Drohnenterror beendet.

"Ich habe gesehen dass die Drohne runterfiel und dann auf einem etwas entfernten Feld aufschlug", berichtete am 24.Januar ein Dorfbewohner in der Region Hamdhoni, wenige Kilometer außerhalb von Miranshah, der Hauptstadt Nord-Waziristans.
Stammesmilizen, wie es zunächst in Agenturmeldungen hieß hätten eine amerikanische Predator-Drohne abgeschossen und sich nach Augenzeugenberichten gegenseitig gratuliert.

Wenig später bestätigten pakistanische Geheimdienstler, dass im Grenzgebiet zu Afghanistan eine US-Drohne niedergegangen war, der Grund war zunächst unklar.
Nur kurze Zeit später meldete sich der lokale Taliban-Führer Mullah Hafiz Gul Bahadur und erklärte seine Kämpfer hätten das unbemannte Flugobjekt abgeschossen. Es seien eigens Einheiten ins Leben gerufen worden um mit Luftabwehrgeschützen gegen die tödlichen Drohnen vorzugehen.
Insgesamt seien an jenem Tag fünf oder sechs der bewaffneten Spionageflugzeuge am Himmel über Miranshah aufgetaucht. Einige seien sehr tief geflogen, so dass die Taliban das Feuer eröffneten.

Nur zwei Tage später meldeten die Taliban sie hätten eine zweite Predator-Drohne abgeschossen. Das Wrack befände sich in ihrem Besitz.
Seitdem berichten Dorfbewohner in Nord-Waziristan sei keine Drohne mehr gesichtet worden. "Wir haben seit zwei Tagen keine Drohne mehr gesehen, was uns sehr überrascht", erzählt Haji Halim, ein Stammessprecher aus Darpakhel. Selbst die Kinder würden fragen, warum die surrenden Geräusche der Flugobjekte verstummt seien. Zum ersten Mal seit Monaten seien keine Drohnen mehr am Himmel gesichtet worden.

"Jeder hier ist glücklich und wir würden uns wünschen auf ewig von diesem bösen Übel befreit zu sein", berichtet ein Stammesältester. Die permanenten Drohnenangriffe der CIA hätten in den vergangenen Monaten immense psychologische Auswirkung auf die Dorfbewohner gehabt. Kinder seien nicht mehr zum Spielen aus den Häusern gegangen, die militanten Islamisten hätten jedem mit dem Tod gedroht ihren Aufenthaltsort zu verraten.

Für die US-Geheimdienste bedeutet der Verlust der beiden Drohnen einen finanziellen Schaden von knapp 10 Millionen US Dollar. Zudem dürfte man von Seiten des Pentagons großes Interesse daran haben zu verdienen, dass die Wrackteile der Spionageflugzeuge über Umwege in die Hände der Volksrepublik China, Iran oder Nordkorea fallen.
Bin Laden verkaufte damaligen Berichten zufolge, intakte Teile und nicht-explodierte Cruise Missiles, die in Folge der Anschläge auf die US-Botschaften in Ost-Afrika 1998 auf Befehl Bill Clintons in den al-Qaida Trainingslagern Afghanistans niedergingen. Abnehmer soll damals der chinesische Geheimdienst gewesen sein, der für die US-Technologie mehrere hunderttausend US-Dollar zahlte.

Taliban & Co verfügen trotz der beiden erfolgreichen Abschüssen sicherlich nicht über eine neue Wunderwaffe, die sie gegen die Drohnen einsetzen. Vermutlich handelt es sich um Luftabwehrgeschütze russischen, chinesischen oder pakistanischen Ursprungs, wie sie schon im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.
Fliegen die Predators und Reapers tief über die Dörfer Waziristans, ist es durchaus möglich sie mit Flakgeschützen oder schweren Maschinengewehren zum Absturz zu bringen.

Aus Sicht der USA bleibt ihr Einsatz dennoch die wohl wichtigste Waffe im Anti-Terror-Krieg in Pakistan. Ein Verlust einer Drohne bedeutet keinen Verlust von amerikanischem Leben, kein Pilot muss geborgen oder kein Leichnam nach Hause geholt werden.
Die Obama-Administration hat für das laufende Jahr bereits neue Drohnen beim Hersteller geordert. Von einem Ende des Drohnenkrieges zu sprechen wäre deshalb unsinnig. Nach dem verheerenden Anschlag von Khost sind die Rachegelüste der CIA sicherlich noch nicht gestillt.

Mit Hilfe der Drohnen wird das Spiel umgekehrt, und die USA terrorisieren den Feind. Die Bevölkerung, in der Taliban und al Qaida untertauchen lebt in ständiger Angst, einerseits vor den Raketen der Amerikaner, andererseits vor den Racheaktionen der Islamisten, die beinähe wöchentlich angebliche Spione hinrichten und ihre Leichen als Warnung in den Dörfern deponieren.

Thursday, January 14, 2010

Die Jagd auf Mehsud II. beginnt


Er ist so ganz anders als sein Vorgänger. Baitullah Mehsud, getötet im August 2009 von einer CIA gesteuerten Drohne in Süd-Waziristan, hat es zu Lebzeiten verabscheut vor die Kameras zu treten. Ähnlich einer Mafia-Größe war der angehörige eines mächtigen Paschtunen-Stammes der pakistanischen Grenzregion, zu einer mysteriösen Führerfigur aufgestanden. Tausende Kämpfer unterstanden ihm, der kein Gesicht zu haben schien. Aus Angst vor Spionen und vor allem den lautlosen Killerdrohnen der Amerikaner, hielt er sich fern von Journalisten und auch Propagandakameras. Letztendlich nützte ihm die Geheimniskrämerei nicht viel, denn aus seinen Reihen kam wohl der Verrat, der die amerikanischen Raketen schließlich ins Ziel führte.


Baitullahs Nachfolger ist ebenfalls ein Mehsud, stammt aus dem nördlich gelegenen Bezirk Arakzai und gilt als "Herrscher des Khyber-Passes". Bis zum August stand Hakimullah Mehsud stets im Schatten des Taliban-Fürsten von Waziristan. Mit dem Tod von Baitullah aber kletterte der schmächtige Islamist die Karriereleiter nach oben und die pakistanischen Tehrik e-Taliban ernannten ihn zu ihrem neuen Anführer.

Hakimullah Mehsud steht gern im Rampenlicht. Er lud schon vor seiner "Amtszeit" gerne die Presse in die von ihm beherrschten Regionen der Stammesgebiete ein, führte erbeutete amerikanische Humvee-Fahrzeuge vor, die eigentlich als NATO-Nachschub in Konvois über den Khyber-Pass nach Afghanistan gebracht werden sollte. Stolz setzte sich der Taliban-Chef selbst ans Steuer und ließ keinen Zweifel dass er weder die Amerikaner noch die pakistanische Armee fürchtet.

Selbst als die CIA-Raketen seinen Vorgänger zerfetzten, scheute Hakimullah Mehsud nicht davor zurück Journalisten zu kontaktieren. Als Tage später Gerüchte gestreut wurden die Taliban-Fürsten Pakistans hätten sich bei einem Treffen gestritten und seien im gegenseitigen Kugelhagel gestorben, griff Hakimullah erneut zum Telefon und ließ die Welt wissen dass er am Leben war.

Pakistanische Beobachter bezweifelten dass der jüngere Mehsud tatsächlich in der Lage sein würde, die zerstrittenen Taliban-Führer zu einen. Dieses Meisterstück gelang einst Baitullah Mehsud, der so die Tehrik e-Taliban schuf, den wohl größten Gegner des pakistanischen Staates.
Wie Schakale würden die Islamisten übereinander herfallen, frohlockten Geheimdienstkreise nach dem Tod Baitullahs. Nichts davon trat ein.
Erstaunlich gelassen und organisiert übernahm Hakimullah zusammen mit seinem Stellvertreter, Wali ur-Rahman, das Oberkommando und seine Gruppe überstand im Oktober und November 2009 sogar die Militäroffensive Islamabads in Süd-Waziristan.

Zum letzten Mal mediengerecht inszenieren konnte sich der Taliban-Chef vergangene Woche, als das Abschiedsvideo des Khost-Selbstmordattentäters Humam al Balawi veröffentlicht wurde. Der Jordanier, dessen Bombe sieben CIA Mitarbeiter tötete und der als Doppelagent agiert haben soll, ist darin in einem verdunkelten Raum an der Seite Hakimullahs zu sehen.
Der Talibanführer schweigt, lässt den Attentäter seine feurige Rede halten. Was das Video beweisen sollte war, dass es der Taliban-Führung selbst gelang eine lebende Bombe in die CIA einzuschleusen und die Amerikaner hart zu treffen. Die Racheschwüre für Baitullah Mehsud sollten nicht ohne Taten bleiben, das war die Botschaft des Balawi-Videos.

Seitdem sich der jordanische Arzt vor seiner Tat an der Seite des Taliban-Chefs präsentierte und die Islamisten voller stolz, zusammen mit al-Qaida, die Verantwortung für das Attentat übernahmen, dürfte sich die CIA in ihren Anti-Terror-Operationen auf Hakimullah Mehsud konzentrieren.
Acht Mal schlugen die Predatordrohnen seit Jahresbeginn in Pakistan zu, zum letzten Mal am heutigen Morgen. In Süd-Waziristan trafen die Raketen ein Gebäude das als ehemalige Koranschule der Ausbildung von Taliban-Kämpfern dient. Angeblich sei Mehsud vor Ort gewesen.

Während der pakistanische Geheimdienst die Vermutung äußerte, Hakimullah könnte getötet worden sein, dementierten die Taliban zügig und unmissverständlich. Ihr Anführer lebe und sei nicht einmal verletzt.
Dass die Schläge heftiger werden und in kürzeren Abständen kommen, dürfte in Waziristan niemanden verwundern. Hatte die CIA doch kurz nach Weihnachten ein komplettes Einsatzteam und unersetzliches Wissen über al-Qaida & Co im Anschlag von Khost verloren. Die Agency will Rache für diese Schmach, Rache in Form von Blut und rollenden Köpfen.

Nord-Waziristan trafen die meisten Hellfire-Raketen der vergangenen 14 Tage. Hier, so vermuten die Geheimdienstler seit Monaten, verstecken sich die höchsten Kader von al-Qaida. Abdullah Said al-Libi, al-Qaidas Militärchef in Afghanistan, schaltete die CIA bereits aus, kurz darauf starb auch der Jordanier Sheikh Mansour al-Shami in einem Drohnenangriff.
Doch das ist nicht genug, die Amerikaner wollen Mehsud II., besser heute als morgen. Sein Auftreten im Märtyrervideo des Khost-Angreifers war aus Sicht der CIA Hakimullahs Todesurteil. Er wollte Amerika demütigen und hat sich damit ins Visier von Dutzenden Drohnen geschoben.

Heute war Allah dem Taliban-Führer wohlgesonnen, die nächsten Wochen aber dürften für die Menschen der pakistanischen Grenzregion unangenehm werden. Die Predators und Reapers werden neu bewaffnet und ziehen schon bald wieder ihre Bahnen am Himmel über Waziristan. Mit über 180 Drohnenangriffen müssen die Pakistaner im Jahr 2010 rechnen, so ermittelte jüngst ein findiger Beobachter, falls die CIA im gleichen Takt zuschlagen wird, wie sie es in seit dem 1.Januar tat.

Friday, December 18, 2009

Raketenhagel in Waziristan


Wie Raubvögel kreisen sie am Himmel, manchmal ganze Schwärme von ihnen. Ausgestattet mit Hochleistungskameras und Präzisionsbomben machen sie Jagd auf Taliban, al-Qaida & Co - die Drohnen-Flotte der CIA.


Gleich zweimal schlugen die Predators und Reaper in Nord-Waziristan in den vergangenen Tagen zu, diesmal in bislang ungekannter Härte.


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17.Dezember:

Der erste Luftschlag galt einem Auto, geparkt neben einem Gehöft nahe Datta Khel, außerhalb von Miramshah. Zwei Islamisten kamen ums Leben als die Rakete ihr Fahrzeug zerfetzte.

Mindestens fünf Drohnen attackierten wenig später die Dörfer Degan und Ambor Shaga. Insgesamt feuerten sie zehn Hellfire-Raketen in Häuser, Höhlenverstecke, selbstgegrabene Bunker und andere Autos. Ziel war diesmal anscheinend die Infrastruktur des Haqqani-Taliban-Netzwerkes, das die Region Nord-Waziristan faktisch beherrscht und enge Allianzen mit al-Qaida pflegt.
16 Personen starben bei der massiven Bombardierung durch die CIA-Drohnen, darunter sieben "Ausländer", eine Bezeichnung ide in der Regel al-Qaida Personal beschreibt. Unter den Toten soll sich nach Angaben pakistanischer Geheimdienstler auch Zuhaib al Sahibi, ein arabischer al-Qaida Kommandeur befinden.

18.Dezember:

Erneut trafen Raketen einer amerikanischen Drohne heute ein Haus in Nord-Waziristans Datta Khel Distrikt. Dabei starben mindestens drei Islamisten.

Pakistanische Medien indes 30km außerhalb der Ortschaft Miramshah habe es einen weiteren Drohnenangriff gegeben. Vier Raketen hätten dort bis zu 12 Menschen getötet, unter ihnen nach Angaben von Augenzeugen mehrere "Ausländer".

Die jüngste Offensive der unbemannten Kampfdrohnen deutet ganz darauf hin, dass man sich von Seiten der USA die Situation in der FATA Region Pakistans derzeit zu Nutze macht, möglichtst viel al-Qaida Fußvolk zu töten.
Viele Islamisten waren vor der Offensive der pakistanischen Armee in Süd-Waziristan weiter nach Norden geflohen, und finden beim Haqqani-Klan Unterschlupf. Dessen Zerstörung liegt in höchstem Maße im Interesse der USA.

Sirajuddin Haqqani, Spross einer legendären Familie islamistischer Widerstandskämpfer, führt das mehrere tausend Kämpfer starke Taliban-Netzwerk, dessen Einflussgebiet von Waziristan über die Grenze bis Ost-Afghanistan reicht. Über Kommandeure und lokale Befehlshaber kontrolliert Haqqani, der laut Angaben der US-Geheimdienste Mitglied des al-Qaida Führungsstabes sein soll, große Teile der AfPak Region und gilt als Risikofaktor in beiden Staaten.

Die USA wollen Islamabad dazu drängen nach Waziristan nun auch in Nord-Waziristan Anti-Terror-Operationen zu starten. Um dies vorzubereiten bomben die Predators der pakistanischen Armee seit Tagen bereits den Weg frei.
Wie sinnvoll eine weitere Militäroperation aus pakistanischer Sicht ist, bleibt fraglich. In Süd-Waziristan ließen die Islamisten mit wenigen Ausnahmen die Offensive der Armee ins Leere laufen. Sie wichen den Regierungssoldaten und ihren lokalen Verbündeten aus, zogen sich nach Nord-Waziristan oder über die Grenze nach Afghanistan zurück.

Pakistans Anti-Terror-Kampf in FATA droht zu einem endlosen Krieg gegen Geister zu werden. Die Guerilla-Taktik von Taliban und al-Qaida dürfte Erfolge zeigen falls sich die Pakistanis in eine Situation der Besetzung Waziristans drängen ließen. Alles andere würde Washington nicht honorarieren.

Sunday, November 22, 2009

Obamas geheimer Krieg ist illegal


US-Präsident Obama führt einen geheimen Krieg im Luftraum über Pakistan. Moderne Kampfdrohnen töten fast wöchentlich islamistische Terroristen und Zivilisten in ihren Rückzugsgebieten. Jetzt warnt die UN, die ferngesteuerten Mordanschläge könnten gegen internationales Recht verstoßen, und fordert Aufklärung. Ein Problem für die USA: es gab nie eine offizielle Abstimmung über diese CIA-Operationen.




Qaid Sinan al Harethi starb per Knopfdruck. Der Al Qaida Mann war am 03.November 2002 in der jemenitischen Wüste, östlich der Hauptstadt Sanaa, unterwegs. In seinem Geländewagen saßen außer ihm noch fünf Leibwächter, darunter ein gesuchter amerikanischer Islamist.
Seitdem die CIA al Harethi als Hintermann des Anschlages auf das US Kriegsschiff USS Cole im Hafen von Aden im Oktober 2000 identifiziert hatte, lebte der Jemenit versteckt im Untergrund. Er zog sich in die Provinz Marib zurück. wo er sich sicher vor seinen amerikanischen Verfolgern fühlte.
Der Jemen galt nicht als Kriegsgebiet im “War on Terror” der Bush-Administration, der zu dieser Zeit hauptsächlich im weit entfernten Afghanistan tobte.

An jenem Tag im November 2002 ahnte al-Harethi nicht dass über ihm bereits der Tod kreiste. Eine amerikanische Predator-Drohne, ein unbemanntes, ferngesteuertes Miniaturflugzeug, verfolgte den Jeep des Al Qaida Terroristen seit Stunden. Gesteuert wurde sie von einem Team der CIA an Bord eines französischen Kriegsschiffs vor der Küste Dschjiboutis, 260km entfernt.

Das jemenitische Fernsehen zeigte wenige Stunden nach dem Angriff, was die Hellfire-Raketen der amerikanischen Drohne von Al Harethi und seinen Begleitern übrig gelassen hatten. Verbrannte Teile des Autowracks und verkohlte Leichen waren alles was vor Ort zu sehen war.
Qaid Sinan al Harethi alias “Abu Ali” wurde zum ersten ranghohen Al Qaida Opfer einer neuen Form der Kriegsführung.

“Wir befinden uns in einer neuen Form des Krieges”, erklärte die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice nur eine Woche nach dem erfolgreichen Luftangriff im Jemen, “wir haben deutlich gemacht das diese neue Form des Krieges auf verschiedenen Schlachtfeldern geführt wird.”

In den folgenden sieben Jahren setzten die USA in ihrer Anti-Terror-Strategie vermehrt auf den Einsatz der unbemannten Tötungsmaschinen. Die “targeted killings”, wie die Missionen der Drohnen genannt werden, sind mittlerweile das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, islamistische Terroristen rund um den Globus zu eliminieren.

Im Hauptrückzugsgebiet von Al Qaida, den pakistanischen Stammesgebieten, machen die Predator- und Reaper-Drohnen mit modernster Hightech gezielt Jagd auf Terroristen und deren Ausbildungslager. Die Strategie der ferngesteuerten Tötung, die unter der Bush-Administration ins Leben gerufen wurde, wird von Präsident Barak Obama nicht nur weitergeführt sondern intensiviert.
Alleine im laufenden Jahr 2009 gab es bereits über 40 Drohnenangriffe in Pakistan, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 36, im Jahr 2007 gerade einmal fünf. In der Hälfte aller Fälle schlugen die Predators in Süd-Waziristan zu, dem wichtigsten Tummelplatz für Taliban und Al Qaida.
Seit August 2008 starben fast 600 Menschen durch die CIA-Luftangriffe, 2009 waren es durchschnittlich neun Tote pro Einsatz.

Die hohe Opferzahl lässt immer wieder Kritik am Vorgehen der USA im Drohnenkrieg aufkommen, zuletzt von der UN.
“Das Problem mit den USA ist, dass sie verstärkt von den Drohnen Gebrauch machen”, erklärte vor wenigen Wochen der UN-Sonderbotschafter für außergerichtliche, willkürliche Hinrichtungen Philip Alston in einer Pressekonferenz. Er sei sich nicht sicher, so Alston, ob der Drohnen-Einsatz in Pakistan nicht gegen internationales Recht verstoße: “Ich würde gerne die rechtlich Basis kennen, auf denen die USA dabei operieren, mit anderen Worten...Wer betreibt das Programm? Welche Mechanismen der Rechenschaftspflicht gibt es?”
Es könne Situationen geben in denen die Drohnenangriffe mit internationalen Recht in Einklang stehen, dies müsse aber geprüft werden.

Viele der Drohnen-Angriffe der Vergangenheit waren aus Sicht der CIA erfolgreich. Insgesamt konnten bislang 22 ranghohe Terroristen (“high value targets”) getötet und auch Trainingslager zerstören.
Abu Khabab al Masri, Al Qaidas wichtigster Sprengstoffexperte fiel im Juli 2008 einem Predator-Angriff zum Opfer. Zuvor hatten im Januar 2008 die Raketen einer amerikanische Drohne den Chefausbilder des Terrornetzwerkes Abu Laith al Libi getötet. Auch Ahmed Salim Schwedan und Osama al Kini, Planer der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Ostafrika 1998, kamen auf diese Weise im Januar diesen Jahres zur Strecke.

Bislang wohl wichtigste Zielperson war der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud, der Anfang August Opfer einer US-Drohne wurde. Gerüchten zufolge soll sogar Osama Bin Ladens Sohn Saad Anfang des Jahres in den pakistanischen Stammesgebieten durch einen ähnliche CIA-Operation ums Leben gekommen sein.

Gesteuert werden die neun Millionen US Dollar teuren Predator-Drohnen häufig aus tausenden Kilometern Entfernung. Im amerikanischen Wüstenstaat Nevada fliegen Piloten der US-Airforce die unbemannten Flugzeuge per Joystick. Angewiesen und überwacht werden sie dabei von der CIA.
Videoübertragung in Echtzeit versetzt die Piloten vor ihren Bildschirmen in die Lage, die 10m langen und knapp vier Tonne schweren Flugobjekte über afghanisch-pakistanischem Luftraum zu manövrieren.

Die seit 1995 in Dienst gestellte Predator (MQ-1) und die moderne Reaper-Drohne (MQ-2) können über 24 Stunden ununterbrochen im Einsatz bleiben und dabei auf mehr als sieben Kilometer Höhe steigen. Ausgestattet mit bis zu vier Hellfire-Raketen und mehreren Hochleistungs-Kameras mit Nacht- und Wärmebildfunktion werden die Drohnen zu tödlichen Waffen.

Die Vorteile der umstrittenen Waffensysteme liegen auf der Hand. Mit Hilfe der Drohnen können gefährliche Einsätze ausgeführt werden, für die sonst Kampfjet-Piloten eingesetzt werden müssten. Ohne das Risiko eigener menschlicher Verluste können Terroristen in schwierig zu erreichenden Gegenden aufgespürt und getötet werden. “Beim Verlust einer Drohne muss ich keinen Brief an die Mutter eines Piloten schreiben”, beschrieb ein verantwortlicher US-Militär die Drohnen-Taktik.

Angesichts der steigenden Zahl getöteter NATO-Soldaten in Afghanistan stellen die unbemannten Tötungswerkzeuge einen risikolosen Beitrag zum Kampf gegen Al Qaida & Co dar. Sie erleichtern der pakistanischen Regierung ihr Vorgehen gegen die Terrorzentren in Waziristan, andererseits sorgen andererseits aber durch die Kollateralschäden für eine wachsende Ablehnung der US-Politik in Pakistan. Viele Pakistaner sehen durch die grenzübergreifenden Drohnen-Einsatz die Souveränität ihres Landes verletzt.

Für die Terrornetzwerke wie Al Qaida sind die Drohnen ein Albtraum. Die urplötzlichen, oft zielgenauen Raketenangriffe terrorisieren die Extremisten und zwingen sie zu neuen Strategien. Aufgrund der permanenten Gefahr aus der Luft betreiben die Islamisten keine großen Trainingslager mehr sondern teilen die Terrorrekruten in kleine Gruppen von maximal zehn Personen ein. Große Zusammenkünfte werden vermieden, Mobiltelefone in der Nähe wichtiger Terrorführer sind verboten. In ihnen vermutet Al Qaida versteckte Peilsender mit denen die Drohnen ihre Ziele finden.

Die Administration von Präsident Obama will die Taktik der gezielten Tötung verstärken. Für das kommende Jahr bestellte das US-Verteidigungsministerium bereits 24 neue “Reaper”-Drohnen und Tausende neue Raketen.

Tuesday, September 8, 2009

Dronenangriff in Nord-Waziristan tötet Al Qaida Kommandeure


Seit Montagmorgen seien bereits zwei unbemannte Flugzeuge über der Region Nord-Waziristan, nahe der Stadt Mir Ali, in den Stammesgebieten, gekreist, berichten Anwohner.
Gegen Abend sei ein Geländewagen mit getönten Scheiben vom Bazar in der Provinzstadt Mir Ali in das nahegelegene Umland, zum Dorf Machikhel, gefahren. Rund um Mir Ali befinden sich mehrere Ausbildungslager für ausländische Dschihadisten, darunter auch jenes Camp der Islamic Jihad Union in dem Mitglieder der Sauerlandzelle trainiert haben sollen.
Kaum sei das Fahrzeug in einen Innenhof eines Gebäudekomplexes gefahren, feuerten die US-Drohnen Raketen, zerstörten den Jeep und einen Teil des Hauses.
Zunächst sprachen Quellen aus dem Gebiet von fünf toten usbekischen Kämpfern, inzwischen aber besagen die Informationen sieben Personen, darunter zwei Ausländer. Alle fünf im Fahrzeug befindlichen Personen starben, zwei weitere kamen im Gebäude ums Leben.

Gerüchten zufolge sollen sich unter den Toten zwei ranghohe Dschihadisten befinden. Ilyas al Kashmiri ist der Anführer einer pakistanischen Guerillatruppe namens "Harakat ul Jihad al Islami" und steht auf Platz 4 der meistgesuchten Staatsfeinde Pakistans. Seine Kampfeinheit aus der Kashmir-Region soll beste Beziehungen zur Al Qaida unterhalten.
Möglicherweise war auch Mustafa al Jaziri, ein algerischer Al Qaida Kommandeur, der immer wieder im Gebiet Machikhel gesichtet wurde, Ziel des Drohnenangriffs. Die CIA hält ihn für ein wichtiges und gefährliches Mitglied im Al Qaida Führungsstab.

Monday, August 10, 2009

Baitullah M. - Der Millionär der vielleicht lebt


Weiterhin kommen aus Pakistan nur widersprüchliche Meldungen, Gerüchte und Hörensagen aus Sicherheitskreisen, der Taliban-Bewegung und der Politik.

Der neuste Stand ist:

1.Es habe am Mittwochmorgen ein Gefecht zwischen Taliban-Einheiten in Süd-Waziristan gegeben. Dabei sei allerdings weder Hakimullah Mehsud, noch Wali ur Rahman getötet worden, es seien aber einige Taliban-Kämpfer ums Leben gekommen. Grund für die Blutfehde sei ein Streit um die Verwaltung von 2 Milliarden Pakistani Rupien an Vermögen und Waffen und Munition im Wert von 1 Milliarde Pakistani Rupien, gegangen. Dies alles sei Besitz von Baitullah Mehsud gewesen sein, der bei einem CIA Angriff getötet worden sein soll.
Insgesamt verfügte Mehsud damit über ein Vermögen an angesammeltem Bargeld, Material, Waffensystem, Fahrzeugen und Munition von umgerechnet etwa 25,5 Millionen EURO.

2. Der pakistanische Journalist und Dschihad-Insider Rahimullah Yusufzai berichtet ein Kommandeur Baitullah Mehsuds, Maulana Noor Said, habe ihm gesagt der Taliban-Führer sei nicht tot aber schwer krank. Ein Video von Baitullah Mehsud würde am Montag oder in den folgenden Tagen an die Medien weitergegeben um zu beweisen dass der Führer der Tehrik e Taliban lebt. Durch seine Erkrankung hätte er sich bis jetzt noch nicht persönlich melden können.

3. Das US-Militär geht nach Informationen der CIA inzwischen von einer "90%igen Chance" aus, dass Baitullah M. nicht mehr unter den Lebenden weilt.

4. Im wichtigsten Dschihadisten-Forum meldete sich heute ein "Abdullah" zu Wort, ein Administration mit anscheinend zahlreichen Kontakten in die Konfliktzonen der islamischen Welt. Seine Quellen in Pakistan hätten ihm versichert, Baitullah Mehsud sei am Leben und führe weiterhin die Tehrik e Taliban.