Thursday, January 28, 2010
Ruhe in Waziristan? - Drohnenflüge eingestellt
"Bangana" nennen die pakistanischen Stämme jene weißen Objekte, die wie Raubvögel am strahlend blauen Himmel über Waziristan kreisen. Oft sind sie nicht zu sehen, nur das leise Surren ihrer Motoren ist zu vernehmen. Nur dann wenn die tödlichen Flugzeuge eine Kurve fliegen, schimmert ihre weiße Unterseite in der Sonne. Für die Menschen in Pakistans Stammesgebieten bringen sie den Tod. Sie sind das, was die Dorfbewohner hier als "Terrorismus" bezeichnen. Dabei sollen sie genau jenen bekämpfen.
Jetzt stürzten innerhalb von zwei Tagen zwei Drohnen ab. Taliban & al Qaida frohlocken sie hätten sie abgeschossen und damit den Drohnenterror beendet.
"Ich habe gesehen dass die Drohne runterfiel und dann auf einem etwas entfernten Feld aufschlug", berichtete am 24.Januar ein Dorfbewohner in der Region Hamdhoni, wenige Kilometer außerhalb von Miranshah, der Hauptstadt Nord-Waziristans.
Stammesmilizen, wie es zunächst in Agenturmeldungen hieß hätten eine amerikanische Predator-Drohne abgeschossen und sich nach Augenzeugenberichten gegenseitig gratuliert.
Wenig später bestätigten pakistanische Geheimdienstler, dass im Grenzgebiet zu Afghanistan eine US-Drohne niedergegangen war, der Grund war zunächst unklar.
Nur kurze Zeit später meldete sich der lokale Taliban-Führer Mullah Hafiz Gul Bahadur und erklärte seine Kämpfer hätten das unbemannte Flugobjekt abgeschossen. Es seien eigens Einheiten ins Leben gerufen worden um mit Luftabwehrgeschützen gegen die tödlichen Drohnen vorzugehen.
Insgesamt seien an jenem Tag fünf oder sechs der bewaffneten Spionageflugzeuge am Himmel über Miranshah aufgetaucht. Einige seien sehr tief geflogen, so dass die Taliban das Feuer eröffneten.
Nur zwei Tage später meldeten die Taliban sie hätten eine zweite Predator-Drohne abgeschossen. Das Wrack befände sich in ihrem Besitz.
Seitdem berichten Dorfbewohner in Nord-Waziristan sei keine Drohne mehr gesichtet worden. "Wir haben seit zwei Tagen keine Drohne mehr gesehen, was uns sehr überrascht", erzählt Haji Halim, ein Stammessprecher aus Darpakhel. Selbst die Kinder würden fragen, warum die surrenden Geräusche der Flugobjekte verstummt seien. Zum ersten Mal seit Monaten seien keine Drohnen mehr am Himmel gesichtet worden.
"Jeder hier ist glücklich und wir würden uns wünschen auf ewig von diesem bösen Übel befreit zu sein", berichtet ein Stammesältester. Die permanenten Drohnenangriffe der CIA hätten in den vergangenen Monaten immense psychologische Auswirkung auf die Dorfbewohner gehabt. Kinder seien nicht mehr zum Spielen aus den Häusern gegangen, die militanten Islamisten hätten jedem mit dem Tod gedroht ihren Aufenthaltsort zu verraten.
Für die US-Geheimdienste bedeutet der Verlust der beiden Drohnen einen finanziellen Schaden von knapp 10 Millionen US Dollar. Zudem dürfte man von Seiten des Pentagons großes Interesse daran haben zu verdienen, dass die Wrackteile der Spionageflugzeuge über Umwege in die Hände der Volksrepublik China, Iran oder Nordkorea fallen.
Bin Laden verkaufte damaligen Berichten zufolge, intakte Teile und nicht-explodierte Cruise Missiles, die in Folge der Anschläge auf die US-Botschaften in Ost-Afrika 1998 auf Befehl Bill Clintons in den al-Qaida Trainingslagern Afghanistans niedergingen. Abnehmer soll damals der chinesische Geheimdienst gewesen sein, der für die US-Technologie mehrere hunderttausend US-Dollar zahlte.
Taliban & Co verfügen trotz der beiden erfolgreichen Abschüssen sicherlich nicht über eine neue Wunderwaffe, die sie gegen die Drohnen einsetzen. Vermutlich handelt es sich um Luftabwehrgeschütze russischen, chinesischen oder pakistanischen Ursprungs, wie sie schon im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.
Fliegen die Predators und Reapers tief über die Dörfer Waziristans, ist es durchaus möglich sie mit Flakgeschützen oder schweren Maschinengewehren zum Absturz zu bringen.
Aus Sicht der USA bleibt ihr Einsatz dennoch die wohl wichtigste Waffe im Anti-Terror-Krieg in Pakistan. Ein Verlust einer Drohne bedeutet keinen Verlust von amerikanischem Leben, kein Pilot muss geborgen oder kein Leichnam nach Hause geholt werden.
Die Obama-Administration hat für das laufende Jahr bereits neue Drohnen beim Hersteller geordert. Von einem Ende des Drohnenkrieges zu sprechen wäre deshalb unsinnig. Nach dem verheerenden Anschlag von Khost sind die Rachegelüste der CIA sicherlich noch nicht gestillt.
Mit Hilfe der Drohnen wird das Spiel umgekehrt, und die USA terrorisieren den Feind. Die Bevölkerung, in der Taliban und al Qaida untertauchen lebt in ständiger Angst, einerseits vor den Raketen der Amerikaner, andererseits vor den Racheaktionen der Islamisten, die beinähe wöchentlich angebliche Spione hinrichten und ihre Leichen als Warnung in den Dörfern deponieren.
Sunday, November 22, 2009
Obamas geheimer Krieg ist illegal
US-Präsident Obama führt einen geheimen Krieg im Luftraum über Pakistan. Moderne Kampfdrohnen töten fast wöchentlich islamistische Terroristen und Zivilisten in ihren Rückzugsgebieten. Jetzt warnt die UN, die ferngesteuerten Mordanschläge könnten gegen internationales Recht verstoßen, und fordert Aufklärung. Ein Problem für die USA: es gab nie eine offizielle Abstimmung über diese CIA-Operationen.
Qaid Sinan al Harethi starb per Knopfdruck. Der Al Qaida Mann war am 03.November 2002 in der jemenitischen Wüste, östlich der Hauptstadt Sanaa, unterwegs. In seinem Geländewagen saßen außer ihm noch fünf Leibwächter, darunter ein gesuchter amerikanischer Islamist.
Seitdem die CIA al Harethi als Hintermann des Anschlages auf das US Kriegsschiff USS Cole im Hafen von Aden im Oktober 2000 identifiziert hatte, lebte der Jemenit versteckt im Untergrund. Er zog sich in die Provinz Marib zurück. wo er sich sicher vor seinen amerikanischen Verfolgern fühlte.
Der Jemen galt nicht als Kriegsgebiet im “War on Terror” der Bush-Administration, der zu dieser Zeit hauptsächlich im weit entfernten Afghanistan tobte.
An jenem Tag im November 2002 ahnte al-Harethi nicht dass über ihm bereits der Tod kreiste. Eine amerikanische Predator-Drohne, ein unbemanntes, ferngesteuertes Miniaturflugzeug, verfolgte den Jeep des Al Qaida Terroristen seit Stunden. Gesteuert wurde sie von einem Team der CIA an Bord eines französischen Kriegsschiffs vor der Küste Dschjiboutis, 260km entfernt.
Das jemenitische Fernsehen zeigte wenige Stunden nach dem Angriff, was die Hellfire-Raketen der amerikanischen Drohne von Al Harethi und seinen Begleitern übrig gelassen hatten. Verbrannte Teile des Autowracks und verkohlte Leichen waren alles was vor Ort zu sehen war.
Qaid Sinan al Harethi alias “Abu Ali” wurde zum ersten ranghohen Al Qaida Opfer einer neuen Form der Kriegsführung.
“Wir befinden uns in einer neuen Form des Krieges”, erklärte die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice nur eine Woche nach dem erfolgreichen Luftangriff im Jemen, “wir haben deutlich gemacht das diese neue Form des Krieges auf verschiedenen Schlachtfeldern geführt wird.”
In den folgenden sieben Jahren setzten die USA in ihrer Anti-Terror-Strategie vermehrt auf den Einsatz der unbemannten Tötungsmaschinen. Die “targeted killings”, wie die Missionen der Drohnen genannt werden, sind mittlerweile das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, islamistische Terroristen rund um den Globus zu eliminieren.
Im Hauptrückzugsgebiet von Al Qaida, den pakistanischen Stammesgebieten, machen die Predator- und Reaper-Drohnen mit modernster Hightech gezielt Jagd auf Terroristen und deren Ausbildungslager. Die Strategie der ferngesteuerten Tötung, die unter der Bush-Administration ins Leben gerufen wurde, wird von Präsident Barak Obama nicht nur weitergeführt sondern intensiviert.
Alleine im laufenden Jahr 2009 gab es bereits über 40 Drohnenangriffe in Pakistan, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 36, im Jahr 2007 gerade einmal fünf. In der Hälfte aller Fälle schlugen die Predators in Süd-Waziristan zu, dem wichtigsten Tummelplatz für Taliban und Al Qaida.
Seit August 2008 starben fast 600 Menschen durch die CIA-Luftangriffe, 2009 waren es durchschnittlich neun Tote pro Einsatz.
Die hohe Opferzahl lässt immer wieder Kritik am Vorgehen der USA im Drohnenkrieg aufkommen, zuletzt von der UN.
“Das Problem mit den USA ist, dass sie verstärkt von den Drohnen Gebrauch machen”, erklärte vor wenigen Wochen der UN-Sonderbotschafter für außergerichtliche, willkürliche Hinrichtungen Philip Alston in einer Pressekonferenz. Er sei sich nicht sicher, so Alston, ob der Drohnen-Einsatz in Pakistan nicht gegen internationales Recht verstoße: “Ich würde gerne die rechtlich Basis kennen, auf denen die USA dabei operieren, mit anderen Worten...Wer betreibt das Programm? Welche Mechanismen der Rechenschaftspflicht gibt es?”
Es könne Situationen geben in denen die Drohnenangriffe mit internationalen Recht in Einklang stehen, dies müsse aber geprüft werden.
Viele der Drohnen-Angriffe der Vergangenheit waren aus Sicht der CIA erfolgreich. Insgesamt konnten bislang 22 ranghohe Terroristen (“high value targets”) getötet und auch Trainingslager zerstören.
Abu Khabab al Masri, Al Qaidas wichtigster Sprengstoffexperte fiel im Juli 2008 einem Predator-Angriff zum Opfer. Zuvor hatten im Januar 2008 die Raketen einer amerikanische Drohne den Chefausbilder des Terrornetzwerkes Abu Laith al Libi getötet. Auch Ahmed Salim Schwedan und Osama al Kini, Planer der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Ostafrika 1998, kamen auf diese Weise im Januar diesen Jahres zur Strecke.
Bislang wohl wichtigste Zielperson war der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud, der Anfang August Opfer einer US-Drohne wurde. Gerüchten zufolge soll sogar Osama Bin Ladens Sohn Saad Anfang des Jahres in den pakistanischen Stammesgebieten durch einen ähnliche CIA-Operation ums Leben gekommen sein.
Gesteuert werden die neun Millionen US Dollar teuren Predator-Drohnen häufig aus tausenden Kilometern Entfernung. Im amerikanischen Wüstenstaat Nevada fliegen Piloten der US-Airforce die unbemannten Flugzeuge per Joystick. Angewiesen und überwacht werden sie dabei von der CIA.
Videoübertragung in Echtzeit versetzt die Piloten vor ihren Bildschirmen in die Lage, die 10m langen und knapp vier Tonne schweren Flugobjekte über afghanisch-pakistanischem Luftraum zu manövrieren.
Die seit 1995 in Dienst gestellte Predator (MQ-1) und die moderne Reaper-Drohne (MQ-2) können über 24 Stunden ununterbrochen im Einsatz bleiben und dabei auf mehr als sieben Kilometer Höhe steigen. Ausgestattet mit bis zu vier Hellfire-Raketen und mehreren Hochleistungs-Kameras mit Nacht- und Wärmebildfunktion werden die Drohnen zu tödlichen Waffen.
Die Vorteile der umstrittenen Waffensysteme liegen auf der Hand. Mit Hilfe der Drohnen können gefährliche Einsätze ausgeführt werden, für die sonst Kampfjet-Piloten eingesetzt werden müssten. Ohne das Risiko eigener menschlicher Verluste können Terroristen in schwierig zu erreichenden Gegenden aufgespürt und getötet werden. “Beim Verlust einer Drohne muss ich keinen Brief an die Mutter eines Piloten schreiben”, beschrieb ein verantwortlicher US-Militär die Drohnen-Taktik.
Angesichts der steigenden Zahl getöteter NATO-Soldaten in Afghanistan stellen die unbemannten Tötungswerkzeuge einen risikolosen Beitrag zum Kampf gegen Al Qaida & Co dar. Sie erleichtern der pakistanischen Regierung ihr Vorgehen gegen die Terrorzentren in Waziristan, andererseits sorgen andererseits aber durch die Kollateralschäden für eine wachsende Ablehnung der US-Politik in Pakistan. Viele Pakistaner sehen durch die grenzübergreifenden Drohnen-Einsatz die Souveränität ihres Landes verletzt.
Für die Terrornetzwerke wie Al Qaida sind die Drohnen ein Albtraum. Die urplötzlichen, oft zielgenauen Raketenangriffe terrorisieren die Extremisten und zwingen sie zu neuen Strategien. Aufgrund der permanenten Gefahr aus der Luft betreiben die Islamisten keine großen Trainingslager mehr sondern teilen die Terrorrekruten in kleine Gruppen von maximal zehn Personen ein. Große Zusammenkünfte werden vermieden, Mobiltelefone in der Nähe wichtiger Terrorführer sind verboten. In ihnen vermutet Al Qaida versteckte Peilsender mit denen die Drohnen ihre Ziele finden.
Die Administration von Präsident Obama will die Taktik der gezielten Tötung verstärken. Für das kommende Jahr bestellte das US-Verteidigungsministerium bereits 24 neue “Reaper”-Drohnen und Tausende neue Raketen.
Thursday, July 23, 2009
CIA: Sa´ad Bin Laden vermutlich tot
Unbestätigten Berichten aus dem US-Verteidigungsministrium zufolge soll ein Sohn Osama Bin Ladens, Sa´ad Bin Laden Anfang des Jahres bei einem amerikanischen Raketenangriff in Pakistan getötet worden sein. Quellen aus der amerikanischen Geheimdienstszene erklären man sei “80-85% sicher” der Bin Laden Sprössling sei tot, sicher
könne man sich nicht sein “außer man habe DNA oder andere schwerwiegende Beweise”. Wo eine der US-Predator-Drohnen Sa´ad Bin Laden getroffen haben soll wurde nicht bekannt. Seit Jahresbeginn fanden in der pakistanischen Stammesregion 31 Angriffe der unbemannten Flugkörper statt, die meisten davon in der Provinz Nord-Waziristan. Mehrere hochrangige Taliban- und Al Qaida Funktionäre konnten so durch die CIA ermordet werden. Vermutlich kam auch Bin Laden´s bei einem Luftangriff auf eines der islamistischen Ausbildungslager ums Leben.
Sa´ad Bin Laden, geboren 1979, wurde als wahrscheinlichster Nachfolger seines Vaters in der Führungsriege der Al Qaida gehandelt. Er schloss sich, anders als die meisten Kinder Osama Bin Ladens, dem terroristischen Feldzug seines Vaters an und stieg in der Hierarchie der Al Qaida zu einer der Planungsfiguren auf. Nach Beginn des Afghanistan-Krieges gegen das Taliban-Regime 2001 floh Sa´ad Bin Laden zusammen mit weiteren Kadern des Terrornetzwerkes in den Iran. Dort soll ihn das Mullah- Regime aufgegriffen haben, weigerte sich jedoch ihn an die US-Behörden auszuliefern. Man stellte ihn in Teheran unter Hausarrest.
Erst nachdem die iranische Regierung ihm im September 2008 erlaubte sich wieder frei zu bewegen, reiste der Bin Laden Sohn nach Pakistan. Laut Geheimdienstquellen soll er sich im Nordwesten des Landes mit dem Al Qaida Vizechef Ayman al Zawahiri getroffen haben. In dessen Auftrag, so heißt es, habe Sa´ad Bin Laden Bin Osama Bin Mohammed Bin Awad Bin Laden auch Kontakte zur “Spezialeinheit” der iranischen Revolutionsgarden hergestellt.
Seit jener Zeit reiste Sa´ad Bin laden vermutlich zwischen Iran, Afghanistan und Pakistan hin und her, fungierte als Organisator und Planer weiterer Anschläge.
US-Terrorexperten sehen ihn als einen der erfahreneren Terrorführer, der seinem Vater an die Spitze des Dschihad-Netzwerkes nachfolge könnte. Direkt involviert soll Sa´ad Bin laden in die Anschläge auf die Wohnanlagen von Riad (Saudi- Arabien) im Jahr 2003 gewesen sein, sowie auf die US-Botschaft im jemenitischen Sanaa 2008. Ähnlich wie Osama Bin Laden knüpfte auch sein Sohn durch Heirat Kontakte in islamischen Ländern. Sa´ad Bin Laden soll mit einer Jemenitin verheiratet sein und mehrere Kinder haben.
Wie üblich bei solch prominenten Figuren wie der Bin Laden Familie ranken sich auch um den ältesten Sohn Osamas Mythen und Legenden.
Noch vor Ende seines Hausarrests im letzten Jahr soll er 2007 über Marokko in den Libanon gereist sein. Ziel seiner Reise sei das Nahr el Bared Flüchtlingslager gewesen, ein Slum zehntausender Palästinenser.
Libanesische Geheimdienstler hätten schon früh erfahren ass der Bin Laden Sohn in die Zedernrepublik gereist war, und starteten eine Razzia in einem Apartment in Tripoli. Die Terrorfahnder vermuteten dort ein Versteck der islamistischen Fatah al Islam Gruppe.
Ihr wollte sich Sa´ad Bin Laden angeblich anschließen, und schmuggelte sich für diesen Zweck unter dem Pseudonym "Shahin" in das Palästinensercamp Nahr el Bared, einer Hochburg der sunnitischen Extremisten.
Einige Tage nachdem die Kämpfe zwischen den Fatah al Islam Fundamentalisten und der libanesischen Armee im Jahr 2007 ausgebrochen waren stieß Sa´ad Bin Laden zu den Dschihadisten. Nur einen Monat später fanden die Sicherheitskräfte heraus dass es sich bei dem saudischen Kommandeur einer Fatah al Islam Einheit namens "Shahin" in Wahrheit um den Sohn Osama Bin Ladens handelt.
Wednesday, February 18, 2009
Dschihad News II
Algerien/Mali:
In den Händen afrikanischer Gotteskrieger
UPDATE:
Wie zu erwarten folgte auf die eher primitive Tonbandbotschaft des Al Qaida im islamischen Maghreb-Sprechers Salah Abu Mohammed, ein schriftliches Bekennerschreiben mit Fotos der europäischen Geiseln. Die Botschaft der AQIM wurde letzte Nacht im Internet veröffentlicht und ist im Prinzip die Textform der Tonbandaufzeichnung, mit zusätzlichen Fotobeweisen.
Alle vier verschleppten Personen sind auf den Fotos zu sehen, wobei die Gesichter der Frauen unkenntlich gemacht wurden, wie üblich im Fall salafistischer Geiselnehmer.
Im Hintergrund zu erkennen sind mehrere bewaffnete, teilweise vermummte Kämpfer der nordafrikanischen Al Qaida Gruppe, sowie ein wüstenähnliches Umfeld was auf einen Aufenthaltsort im malisch-nigrische Grenzgebiet schließen lässt.
Ziemlich wahrscheinlich ist dass die Entführer innerhalb der nächsten Tage eine weitere Botschaft veröffentlichen werden, eventuell sogar in Videoform, in der Forderungen genannt werden. Man behalte sich, so der Text des Bekennerschreibens, das Recht vor nach den Bedingungen der Sharia mit den gefangenen Ungläubigen, umzugehen. Dies schließt einen Tauschhandel oder materielle Forderungen an die Heimatländer der Geiseln nicht aus.
Gewissheit kann manchmal Erleichterung mit sich bringen, oder aber genau das Gegenteil. Im Fall der pensionierten Erdkundelehrerin Marianne P. dürfte eher letzteres der Fall sein.
Ende Januar 2008 war die 77jährige Hessin in einer Reisegruppe europäischer Touristen im Mali Richtung Niger unterwegs. Die Gruppe befand sich auf dem Rückweg von einem Tuareg-Volksfest als sie etwa 60 Kilometer hinter der Grenze, im Wüstengebiet des Niger, überfallen und entführt wurde. Aus dem Konvoi konnten die Angreifer einen Wagen stoppen, der andere konnte dem Überfall entkommen.
Marianne P. wurde zusammen mit den anderen Insassen des Fahrzeugs, einem Schweizer Pärchen und einem Briten, überwältigt und verschleppt. Zunächst vermuteten die nigerianischen und malischen Behörden eine Aktion krimineller Banden oder Tuareg-Stämme hinter der Entführung, schnell wurde aber klar dass die Lage weitaus ernster ist als ursprünglich angenommen.
Der elftägige Ausflug in die Sahara Westafrikas endete für die europäischen Touristen plötzlich und vollkommen unerwartet im Niemandsland zwischen Niger und Mali.
Erst Ende Dezember verschwanden zwei kanadische Diplomaten im Dienste der UN im Nordosten von Niamy, der Hauptstadt des Niger. Wer die beiden entführt hatte war vollkommen unklar bis aus geheimdienstlichen Quellen zu erfahren war dass inzwischen auch Islamisten ihre Hände im Spiel hatten. Oft werden die Verschleppungen und Überfälle selbst von gewöhnlichen Kriminellen ausgeführt, die Geiseln dann aber die politisch motivierten Gruppen übergeben die dann ihre Forderungen stellen. Bisher war in dieser Region Afrikas keine besonders akute Bedrohungslage durch islamistischen Terrorismus bekannt gewesen, obwohl die örtlichen Sicherheitsdienste vor Jahren schon warnten Al Qaida versuche Fuß zu fassen in der Sahara-Region und der angrenzenden Sahel-Zone.
Der jüngste Ableger des Terrornetzwerks, die „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (AQIM), hat sich seit 2007 zu einer ständig wachsenden, extrem gefährlichen islamistischen Bedrohung entwickelt. Ursprünglich ein Überbleibsel des algerischen Bürgerkrieges der 1990er Jahre wuchs im November 2006 aus der „Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf“ (GSPC) die Al Qaida Filiale in Nordafrika, die sich ab Januar 2007 offiziell „Al Qaida im islamischen Maghreb“ nennt. Den offiziellen Treueschwur, mit dem islamistische Gruppierungen dem Al Qaida Netzwerk beitreten leistete der Salafistenführer Abu Mussab Abdel Wadoud, bis heute Emir der AQIM. Mit Spektakuläre Selbstmordanschläge, Überfälle und Hinterhalte auf Regierungssoldaten und Polizei, Anschläge auf westliche Vertretungen und Botschaften überzieht die algerische Al Qaida seitdem Nordafrika. Nachdem sich die Organisation offiziell unter die Schirmherrschaft von Osama bin Laden und Ayman al Zawahiri stellte erschlossen sich ihr neue Geldquellen über Spenden aus den Golfstaaten. Sichtbar werden die Aktivitäten der AQIM seitdem durch die massive Propagandaoffensive im Internet. Häufiger als die sogar der irakische Al Qaida Ableger veröffentlichen die nordafrikanischen Islamisten inzwischen hochprofessionelle Videos ihres Dschihads.
Algeriens Geheimdienst betont jedoch dass die Mitgliederzahl der AQIM ständig abnimmt, was vor allem mit dem vermeintlich erfolgreichen Anti-Terrorkampf der Regierung zusammenhängt. Ohne Zweifel gelang es den Sicherheitskräften 2008 eine Reihe hochkarätiger Anführer, Kommandeure, Bombenbauer und Ausbilder in den ländlichen Gegenden Algeriens auszuschalten und zu verhaften, sichtbar geschwächt wurde die Organisation dadurch nicht. Mittlerweile wissen auch die französische und afrikanische Geheimdienste dass die AQIM expandiert hat und inzwischen über ein Netzwerk verfügt was weit über Algerien hinaus geht und Zellen in Tunesien, Marokko, Libyen, Maurentanien, dem Tschad, Niger, Mali und Senegal aufgebaut hat. Längst ist die CIA dabei lokale Truppen in Westafrikas Sahel-Zone auszubilden um ein dortiges Auftreten der Al Qaida verhindern zu können. In wie weit hier Erfolge zu verzeichnen sind bleibt zunächst im Dunkeln. Dass Al Qaida aber längst in den islamisch geprägten Regionen südlich der Sahara existiert bestreitet dagegen niemand mehr. Hunderte junge Muslime wurden in den afrikanischen Staaten rekrutiert und in mauretanischen, algerischen und tschadischen Ausbildungslagern trainiert, einige in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet geschickt um dort spezielle Kurse im Bombenbau zu durchlaufen.
Umso sorgenvoller dürfte der Krisenstab der deutschen Bundesregierung nun darauf reagieren dass sich die AQIM zur Entführung der Deutschen Marianne P. bekannt hat. Al Jazeera erhielt gestern ein Videoband dass eine knapp einminütige Bekennerbotschaft beinhaltet. Ein Standbild zeigt den bekannten AQIM Medienoffizier Salah Abu Mohammed, der schon in einer Reihe anderer Videobotschaften auftauchte und dessen Gesicht unkenntlich gemacht worden ist. Ein Sprecher erklärt die AQIM könne von zwei erfolgreich durchgeführten Operationen im Niger berichten bei denen mehrere kanadische und europäische Geiseln genommen wurden. Mudschaheddin der Al Qaida im islamischen Maghreb sei es gelungen die Botschafters Kanadas in Gabun und im Niger zu entführen, sowie am 22.Januar 2009 vier weitere westliche Ungläubige in ihre Gewalt zu bringen.
Sicherlich hat über die Informationen über die Geiselnehmer beim BND längst verfügt, die Situation zu einem friedlichen Ende zu bringen wird dadurch nicht einfacher werden. Es befinden sich keine Israelis und keine Amerikaner unter den Geiseln, wohl aber ein Brite, zwei kanadische Diplomaten und eine Deutsche. Wie Al Qaida mit diesen wertvollen Personen aus Heimatländern die am Anti-Terrorkampf beteiligt sind, verfahren wird ist schwer einzuschätzen. Sollten sie sich tatsächlich in den Händen der Hardliner-Islamisten befinden, wie sie in der Sahel-Zone immer häufiger in Erscheinung treten schweben die Geisel in höchster Lebensgefahr.
Pakistan:
Obama lässt weiter jagen
Innerhalb von nur zwei Tagen schlugen sie zweimal zu. Niemand hört sie kommen, selten sieht man sie. Wie Raubvögel kreisen sie am Himmel, meist tagelang, in unerreichbarer Höhe über ihren Opfern. Zuerst observieren sie ihr Ziel, dann gehen sie zum Angriff über und töten mit hoher Präzision.
„Predator“ heißt das Lieblingsspielzeug der CIA und die derzeit von Terroristen am meisten gefürchtete Waffe der US-Airforce. Etwas über acht Meter lang und knapp eine Tonne schwer sind diese Drohnen, unbenannte Flugzeuge die über Satelliten gesteuert werden und mittlerweile nicht mehr nur zur Luftaufklärung oder Zielmarkierung genutzt werden sondern selbstständig angreifen und töten können. 1995 flog erstmals eine Predator-Drohne im Dienst der amerikanischen Luftwaffe, seitdem stehen geschätzte 120 dieser Fluggeräte mit stolzen 15m Tragflächenspannweite im Dienst des Militärs und sind im ständigen Einsatz über dem Irak, Afghanistan, Pakistan und sicherlich auch im Zuge geheimer Operationen im Luftraum über dem Iran und Syrien und anderer „Schurkenstaaten“. Ein Standarteinsatzteam für eine Predator-Mission besteht aus 50 Mann, zwei Piloten und zwei Obersevatoren. Gesteuert wird die Drohne über einen Joystick teilweise tausende Kilometer vom Einsatzort entfernt, von der Zentrale in einer US-Militärbasis aus. Hochauflösende Kameras und Sensoren ermöglichen eine Echtzeit-Beobachtung von Ereignissen auf dem Boden, während die Drohne in bis zu 7,500m Höhe über der Erde fliegt. Laut offiziellen Angaben soll die maximale Flugdauer 30 Stunden betragen, Experten gehen davon aus dass die modernsten Versionen der „Predator“ aber weit mehr, teilweise mehrere Tage in der Luft verbringen können ohne landen und tanken zu müssen. Ausgestattet mit zwei „AGM-114 Hellfire“ Raketen wird das ehemalige reine Aufklärungsflugzeug zur tödlichen Waffe, mit der Objekte und Personen ohne das Risiko eigener Verluste vom US-Militär ausgeschaltet werden können.
Der Anti-Terror-Kampf der letzten Jahre hat den Einsatz der Kampfdrohnen immens intensiviert. Immer dann wenn es zu gefährlich wird bemannte Kampfjets oder Einsatztrupps per Hubschrauber einzusetzen, werden die ca.50 Millionen Dollar teuren Predators ins Zielgebiet gesteuert. Alleine im Jahr 2008 griff die US-Luftwaffe mit Predator-Drohnen 38mal im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet Terrorziele an. Mehrere ranghohe Al Qaida Kommandeure kamen durch Raketenangriffe im pakistanischen Stammesgebiet ums Leben, hunderte weitere Al Qaida und Talibankämpfer starben und wurden verwundet. Prominentestes Opfer dieser Search-and-Destroy-Kampagne ist wohl Abu Laith al Libi, einer der führenden militärischen Köpfe des Al Qaida Netzwerks und Ausbilder in mehreren Trainingscamps in Süd- und Nord-Waziristan. Im Januar 2008 tötete eine US-Drohne ihn und weitere Islamisten in einem nordwazirischen Gebäude.
Jüngste Angriffe von Predator-Drohnen fanden vor wenigen Tagen, am 14. und am 16.Februar 2009 statt. Zuerst traf es ein Haus im Dorf Malik Khel, im Westen der Provinz Süd-Waziristan, nahe der Grenze zu Afghanistan, das durch zwei Hellfire-Raketen komplett zerstört wurde. In den Trümmern fanden Anwohner die Leichen von mindestens 25 Männern, die meisten davon anscheinend usbekischer Herkunft. Nach Angaben aus der Region befanden sich in dem Gebäude ein Taliban Kommandeur und mehrere pakistanische und ausländische Kämpfer.
Zwei Tage später feuerten mindestens vier Predator-Drohnen Raketen auf ein terroristisches Ausbildungslager des Taliban-Kommandeurs Bahram Khan Kochi in der Region Sarpal, im zentralen Teil der pakistanischen Stammesgebiete. Erstmals griff die US-Airforce damit ein Ziel außerhalb Waziristans an, in der Provinz Kurram. Ob dieser Schlag dem dortigen Taliban Kommandeur Hakimullah Mehsud, einem Cousin des pakistanischen Talibanführers Baitullah Mehsud, galt weiß wohl niemand. Laut der Taliban kam keiner ihrer Kommandeure oder Ausbilder bei dem Angriff ums Leben, wohl aber 30 islamistische Kämpfer.
Da den Extremisten keinerlei Möglichkeit geboten wird aktiv gegen die Drohneneinsätze vorzugehen, bleibt ihnen nur der Rückzug in den Untergrund. Hochrangige Führer der Taliban und der Al Qaida fürchten die Angriffe aus heiterem Himmel zunehmend.
Präsident Obama hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Januar die CIA angeordnet die Taktik der Drohnen-Angriffe fortzusetzen und weiterhin Al Qaida und Taliban Ziele vom pakistanischen Luftraum aus zu attackieren und auszuschalten wann immer es nötig sei. Die Jagd geht also weiter.
Jetzt also offiziell Sharia
Pakistans „Tal des Todes“ ist keine menschenfeindliche Wüste voller Sanddünen und karger Felsformationen, sondern eine grüne Hochebene von der aus man die schneebedeckten Gipfel des kashmirisches Bergmassivs sehen kann. Swat heißt diese nördliche Provinz Pakistans und galt einst als die „Schweiz“ des islamischen Landes. Bewaldete Hügel und Berge, durchzogen von Flüssen, hier und da ein Dorf, das ist Swat. Früher war das Gebiet ein Fürstentum mit langer buddhistischer und dann islamischer Tradition, heute ist Swat ein Symbol des politischen Versagens.
Angefangen hat alles im Juli 2007. Damals übernahmen die pakistanischen Taliban innerhalb weniger Wochen quasi die komplette Kontrolle über den Distrikt Swat, besetzten alle die örtlichen Vertretungen der Regierung, vertrieben und töteten lokale Autoritäten und installierten ihr System der Sharia-Herrschaft. Angeführt wurde diese Bewegung vom 30jährigen Maulana Qazi Fazlullah, dem Schwiegersohn des Anführers der „Bewegung für die Errichtung von Mohammed´s Sharia“ (Tehrik e Nifaz e Shariat e Mohammadi kurz TNSM) Maulana Sufi Mohammed, einem geistigen Oberhaupt der Taliban-Bewegung für den Demokratie inakzeptabel, das Afghanistan der 1990er Jahre ein „ideales Vorbild für andere islamische Länder“ darstellt und einzig und allein der Koran und die Sunnah als gesellschaftliche Norm gelten.
Schon vor der Machtübernahme durch die Gotteskrieger erklärte die pakistanische Regierung unter dem scheidenden Präsident Musharraf das Swat-Tal sei zum Tummelplatz für Terroristen geworden. Al Qaida und Taliban aus Waziristan würden dort Unterschlupf finden und sich organisieren. Die Realität war noch weitaus verheerender. Swat wurde offiziell dem Einflussgebiet der Koranschüler einverleibt, und ähnlich wie die Stammesgebiete an der afghanischen Grenze zum Teil von „Talibanistan“. Versuche mit den Islamisten über einen Waffenstillstand und eine gemeinsame Kontrolle über Swat zu finden scheiterten, das pakistanische Militär entschied sich die Situation zunächst zu akzeptieren. Erst im Dezember 2008 verlangte die Lage nach einer Entscheidung. Internationale Medien berichteten über eine Schreckensherrschaft der Taliban mitten im pakistanischen Territorium. Das Swat galt als „verloren“, bis die Regierung in Islamabad zum Gegenschlag ausholte und am 01.Februar 2009 nach einer sechstägigen Offensive die Kontrolle über die Provinz gewann. Bis dahin waren 200,000 der geschätzten 1,2 Millionen Einwohner vor den Kämpfen und der ultraorthodoxen Sharia der Taliban geflohen.
Diesen „status-quo“ zu halten war nur schmerzlich möglich, denn die Taliban kündigten eine Terroroffensive und eine Ausweitung des Guerilla-Kampfes in Pakistan an. Längst fanden im Geheimen Gespräche zwischen der Führung der Islamisten und dem pakistanischen Militär statt. Es ging darum sich zu einigen wie beide Seiten das Problem in der Region lösen können ohne ihr Gesicht dabei zu verlieren. Schließlich kamen die Verhandlungen zwischen Vertretern der pakistanischen Regierung und der TNSM-Führung unter Maulana Sufi Mohammed am 16.Februar 2009 zum Abschluss. Taliban-Führer Fazlullah und sein Schwiegervater hatten sich durchgesetzt und ein Ende der Militäroffensive erreicht. Zudem stimmte das pakistanische Militär zu, das Gesetz der Sharia im Gebiet „Malakand“ einzuführen und von örtlichen Statthalter ausführen zu lassen.
Nicht anders als eine Kapitulation vor den Taliban und ihren religiösen Dachverbänden stellt dieses Ergebnisse der Verhandlungsrunde dar. Pakistans Armee wird Swat verlassen und sich nur noch am zivilen Wiederaufbau beteiligen, die Taliban dürfen im Gegenzug die Umsetzung der koranischen Rechtssprechung ausführen und überwachen. Solche Übereinkünfte stellen zwar in der stammesorientierten Gesellschaft Pakistans keine Ausnahme dar, angesichts der politischen Lage jedoch empört man sich in den USA und Europa über die Schwäche der pakistanischen Regierung die somit ein Taliban-Regime im eigenen Land legitimiert. Der Taliban-Vertreter Maulana Fazlullah hatte sich zu einem 10tätigen Waffenstillstand bereit erklärt und über seinen eigenen, illegal betriebenen Radiosender verkündet in Swat sei Allahs Gesetz das einzig gültige, und die pakistanische Regierung habe dies nun akzeptiert. Jahrelang hatte der Stellvertreter des gefürchteten Taliban-Führers Baitullah Mehsud eine Terrorkampagne in der Region rund um Swat betrieben, Gegner hingerichtet, Sprengstoff- und Selbstmordattentate gegen Soldaten, Polizei, Gouverneure und Mädchenschulen betrieben. Nun akzeptiert man ihn als Verhandlungspartner. Große Unterschiede zu früheren Deals zwischen Regierung und Taliban bestehen dennoch nicht. Es ist die übliche Strategie des Appeasements, der Taktik „Ich lass dich in Ruhe, lass du uns in Ruhe“. Auf fatale Weise war man in der Vergangenheit damit eine Strategie des Scheiterns gefahren. Zu oft brachen die Gotteskrieger jegliche Versprechen, starteten Terror gegen Zivilbevölkerung und Militär. Eine schwache Zentralregierung und ein mangelnder Wille tatsächlich einen effektiven Anti-Terrorkampf zu führen, sorgen letztendlich dafür dass eine pakistanische Provinz nach der anderen unter die Kontrolle fanatischer Islamisten fällt.
Sharia im Swat, Sharia in Waziristan, in Bajaur, in Malakand, in Khyber, in Dir, in Mohmand…bald vielleicht in Islamabad?
Afghanistan:
Mullah Dastighir – Talibangouverneur von Badghis ist tot
Mullah Dastighir war ein lebender Beweis für die neue Stärke der Taliban in Afghanistan, knapp acht Jahre nach dem Sturz des islamistischen Regimes. Der erfahrene Kämpfer war der inoffizielle Gouverneur der nordwestafghanischen Provinz Badghis, Teil einer Schattenregierung, die im Untergrund an die Macht in den verschiedenen Regionen des Landes drängt. Offiziell regieren die Vertreter der Zentralregierung von Hamid Karzai, die Taliban aber ernennen ihre eigenen Provinzkommandeure, Gouverneure, Generäle, Bürgermeister und Richter. Dastighir unterstanden geschätzte 600 Taliban-Kämpfer die in den vergangenen Monaten eine neue Offensive im Nordwesten in Gang setzten. An der Grenze zu Turkmenistan kommt es in der multiethnischen Bevölkerung häufig zu Machtkämpfen und Rivalitäten örtlicher Machthaber. Karzai´s Kabulistan-Regierung konnte diesen politischen Spannungen nichts wirksamen entgegensetzen. Gerade rund um den Jahreswechsel 2008/09 verstärkten sich die Kämpfe zwischen den Fraktionen in Badghis, es kam zu Gefechten und Anschlägen die Tote auf Seiten der turkmenischen, der tadschikischen und der puschtunischen Rivalen sorgten. Den Taliban gelang es dabei unter eigenen Verlusten nicht die Oberhand zu gewinnen. Von der Taliban-Führung aus Pakistan kamen deshalb die Befehle die Kampagne zur Machtübernahme in der Provinz zu verstärken.
Letzten Sonntag dann tötete ein US-Luftangriff Mullah Dastighir, den selbsternannten Gouverneur von Badghis und einige seine Begleiter, die sich in einem Haus in Balamurghab, direkt an der turkmenischen Grenze aufhielten. Die US-Armee und afghanische Truppen hatten tags zuvor das Gebiet eingekreist und die Luftwaffe geordert die dortige Führungsriege der Taliban auszuschalten.
Kurioserweise war Dastighir erst im September 2008 auf Order von Präsident Karzai aus dem Gefängnis des afghanischen Geheimdienstes entlassen worden. Örtliche Stammesälteste, die anscheinend von den Taliban eingeschüchtert und beeinflusst wurden, hatten Karzai im Zuge von Verhandlungen um die Provinz, dazu überredet den Feldkommandeur der Gotteskrieger zu begnadigen.
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Saudi-Arabien:
„Wo kann ich mich ergeben?“
Wie der saudische Fernsehsender Al Arabiya am Dienstag berichtete stellte sich der gesuchte saudische Al Qaida Terrorist Mohammed al Qufi und ehemalige Guantanamo-Häftling (Nr.333) den saudischen Behörden. Drei Tage zuvor hatte er die Sicherheitskräfte in Saudi-Arabien kontaktiert bevor er sich im benachbarten Jemen stellte.
Erst vor wenigen Wochen tauchte der Al Qaida Kommandeur in einem Video des jemenitisch-saudischen Ablegers des Terrornetzwerkes auf und drohte mit neuen Anschlägen auf der arabischen Halbinsel. Warum sich Al-Qufi, der auf einer Liste von 85 gesuchten Terroristen in Saudi-Arabien einen der oberen Plätze einnahm, jetzt ergab kann nur vermutet werden. Saudische Geheimdienste starteten in jüngster Vergangenheit eine umfangreiche Jagd um bekannte Al Qaida Mitglieder in Gewahrsam zu bringen und Terrorangriffe zu verhindern.










