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Monday, September 6, 2010

Wo ist al-Qaidas General?


Neun Jahre nach 9-11 fehlt von al-Qaidas Führungsriege weiterhin jede Spur. Während sich Bin Laden, Zawahiri und andere irgendwo im pakistanischen Waziristan vor der Drohnen-Offensive der CIA verstecken, hat sich al-Qaidas Militärchef Saif al-Adel, der "General" des Terrornetzwerkes, im Iran eingenistet.
Der Autor von al-Qaidas 20-Jahre-Plan zur Eroberung der Welt, gilt als hochgefährlich, Geheimdienstler fürchten seine Rückkehr in die Kommandozentrale al-Qaidas. Im Iran stand al-Adel unter dem Hausarrest der Sicherheitskräfte - bis jetzt.



Der 08.Januar 2000. Tarnak-Farm, ein ehemalig von den Sowjets und ihren afghanischen Kommunisten-Alliierten genutztes Gelände nahe Kandahar. Eine Gruppe von etwa 100 bärtigen Männern sitzt auf dem Boden unter freiem Himmel. Sie unterhalten sich, einige habe ihre Söhne auf dem Schoss, andere ihre Kalaschnikov. Es wird geplaudert und in die Kamera gelacht.
Plötzlich erscheint ein hochgewachsener Saudi in langem weißen Gewand, umringt von Leibwächter, und tritt vor dem versammelten Publikum an das Rednerpult - es ist Osama Bin Laden.

Noch während er seine Ansprache beginnt, schwenkt die Kamera der al-Qaida Propagandafilmer auf einen Mann im Publikum, einen bärtigen Ägypter mit weißem Turban Er grinst für wenige Sekunden in die Kamera, im Hintergrund spricht Bin Laden. Die kurze, tonlose Filmsequenz, die US-Truppen auf Videokassetten in Afghanistan fanden, sind die letzten bekannten Aufnahmen von Saif al-Adel, dem ehemaligen, eventuell noch aktuellen Militärchef des Terrornetzwerkes al-Qaida.

Al-Adel, geboren im April 1960 oder 1963, gilt als einflussreiche Größe des globalen Dschihadismus, obwohl er seit Jahren untergetaucht, beinahe verstummt ist. Der Ägypter, dessen wahrer Name Mohammad Ibrahim Makkawi lauten soll, hatte die Nachfolge des al-Qaida Militärchefs Mohammad Atef alias "Abu Hafs" übernommen, nachdem dieser im November 2001 durch eine US-Rakete in Kabul getötet worden war. Seitdem steht Said al-Adel weit oben auf den Fahndungslisten der USA (5 Millionen US Dollar Kopfgeld) und gilt als gefährlicher Drahtzieher verschiedener al-Qaida Anschläge, u.a. in Saudi-Arabien und im Irak.

Im Jahr 1987 entließ die ägyptische Armee den Oberst einer militärischen Spezialeinheit, Saif al-Adel, und nahm ihn sowie hunderte weitere Männer unter Terrorverdacht im Zuge des "National Security Case 401" fest. Al-Adel sympathisierte mit der islamistischen Bewegung "Al Jihad" und hatte einem ägyptischen Abgeordneten berichtet, es gäbe Pläne ein Flugzeug auf das ägyptische Parlament stürzen zu lassen. Dies bewegte ein ägyptische Gericht al-Adel am 06.Mai 1987 zu einer Gefängnisstrafe für einen Putschversuch zu verurteilen.
Nach kurzer Haft kehrte Saif al-Adel Kairo den Rücken. Er überlebte in die USA auszuwandern und dort in das Militär einzutreten.

Stattdessen aber schloss er sich jenem Strom junger Araber an, die in den 1980er Jahren nach Afghanistan aufbrachen, um gegen die sowjetische Invasion zu kämpfen. Über Saudi-Arabien reiste al-Adel 1988 nach Pakistan, das zur damaligen Zeit Basis für all jene ausländischen Freiwilligen war, die in Afghanistan in den Dschihad ziehen wollten.

Im April 1988 machte sich der erfahrene Soldat an die Front in Ost-Afghanistan. Dort hatte ein Saudi namens Osama Bin Laden eine Gruppe arabischer Dschihad-Kämpfer, das sogenannte "Ansar-Battallion" geformt. Unter der Führung eines weiteren Ägypters, Abu Ubaidah al-Banshiri, gesellte sich Saif al-Adel zu Bin Ladens Einheit.
Anders aber als die anderen Islamisten blieb al-Adel weiterhin glatt rasiert, entsprechend der Tradition des Militärs. Auch in seinem Verhalten unterschied er sich von den übrigen Arabern, fiel sogar negativ auf. Al-Adel galt als unausgeglichen, leicht erregbar und dabei extrem herabweisend.

"Die anderen Araber hassten ihn, weil er sich wie ein Offizier aufführte", berichtet ein ägyptischer Kameramann der die arabischen Mujaheddin damals begleitete. In der Schlacht von Khost, als arabische Kämpfer den von Sowjets besetzten Flughafen angriffen, erregten die amateurhaften und wenig militärisch erfahrenen Mitkämpfer al-Adels Gemüt. "Das ist ein Krieg der Ziegen", soll der Ex-Oberst gesagt haben, und beklagte sich bei Bin Laden über die stümperhaften Dschihadisten.

Als die Sowjets Afghanistan 1989 verließen, ging auch Saif al-Adel. Der Ägypter blieb zunächst im pakistanischen Peshawar und wurde ein Organisator der verbliebenen arabischen Kämpfer am Hindukusch. Bis 1992 soll er zudem als Ausbilder in einem Dschihad-Lager nahe Khost gedient haben.

Im Tross um Osama Bin Laden reiste al-Adel 1992 in den Sudan und wurde zum militärischen Vordenker für das Terrornetzwerk al-Qaida. Somalia erschien dem ehemaligen Elitesoldaten als passendes neues Aktionsfeld für die internationalen Dschihadisten. Gerade war der Bürgerkrieg ausgebrochen, und westliche Truppen würden das Land bald besetzen. Al-Adel entsandte Mitstreiter ans Horn von Afrika, um dort Allianzen mit lokalen Gruppen zu schließen und neue Trainingscamps aufzubauen.
Im Oktober 1993 diskutierte al-Adel mit seinem Vorgesetzten, dem Militärchef Mohammed Atef, al-Qaida Ausbildungslager in der Region Ogaden und im Süden Somalias einzurichten. Die Route von Nairobi nach Kamboni, so schrieb al-Adel später selbst aus Somalia, sei ideal um Kämpfer von Ost-Afrika in das Bürgerkriegsland zu bringen.

Mitte der 1990er Jahre hielt sich al-Adel vermutlich eine Zeit lang im Jemen auf, wo er den späteren 9/11-Chefplaner Khalid Sheikh Mohammad traf. Nach Bin Ladens Rückkehr aus dem Sudan nach Afghanistan, 1996, bei der al-Adel als Copilot des Flugzeuges fungiert haben soll, stieg Saif al-Adel zum militärischen Chefplaner von al-Qaida auf.

Nahe Kabul, im "Mes Aynak Camp" des Terrornetzwerks, bildete al-Adel bis 1999 eigenhändig Terrorrekruten aus. Zu dieser Zeit verließ im weit entfernten Jordanien gerade ein berüchtigter Straßengangster und nun radikalisierter Islamist das Gefängnis. Der junge Jordanier nannte sich "Abu Mussab az-Zarqawi" und verließ seine Heimat prompt mit Ziel Afghanistan.

Saif al-Adel traf den fanatischen Extremisten, und sah ihn als willkommene Möglichkeit al-Qaida Nachwuchs in Jordanien, Syrien und dem Libanon zu werben, einer Region in der das Terrornetz bislang kaum Fuß gefasst hatte. Ein Großteil seiner Rekruten kam bislang aus den Golfstaaten, Nord- und Ostafrika.

In Kandahar bat al-Adel Osama Bin Laden und dessen Vize Ayman az-Zawahiri, den energiegeladenen Abu Mussab az-Zarqawi zu unterstützen. Die Überredungsversuche gelangen und der Jordanier bekam mit al-Qaidas Segen ein eigenes Trainingscamp im westafghanischen Herat. Saif al-Adel machte es sich zur Aufgabe im Iran Kontakte zu kämpfen und eine Schleuserroute über den Nord-Irak und Nord-Iran nach Herat zu erstellen um Zarqawi mit Rekruten zu versorgen.

Als im Sommer 2001 die Pläne zum 9/11-Anschlag auf Hochtouren liefen, stellte sich Saif al-Adel gegen seine Chefs Bin Laden und Zawahiri. Einen Großanschlag in den USA auf Zivilisten sah der ägyptische Ex-Oberst als nicht sinnvoll, er fürchtete brutalste Gegenschläge, die al-Qaidas Infrastruktur in Afghanistan zerstören würden. Ähnlich sahen es auch andere Mitglieder des Führungsgremiums al-Qaidas. Doch die Warnungen wurden ignoriert.

Der 11.September 2001 brachte die befürchtete Reaktion von Seiten der USA. Afghanistan war als Basis für al-Qaida nicht mehr haltbar und die Anhänger des Netzwerks flohen in alle Himmelsrichtungen.
Während sich eine Gruppe, rund um Bin Laden und Zawahiri in Richtung Osten, in die pakistanischen Stammesgebiete aufmachte, wählte Saif al-Adel Ende 2001 die Route gen Westen. Er floh über die Grenze in den Iran. Mit ihm kamen mehrere Mitglieder der Bin Laden Familie, darunter die drei Söhne des al-Qaida Führers, Saad, Mohammad und Uthman Bin Laden, sowie seine Tochter Iman und mindestens eine Ehefrau.

Seit Ende 2001 soll sich Saif al-Adel, der mit der Tochter eines ägyptischen Dschihad-Veteranen aus den 1980er Jahren verheiratet ist und mindestens fünf Kinder haben soll, in der Islamischen Republik Iran aufhalten. Wo genau ist ebenso unklar wie die Umstände, etwa ob es sich um einen Hausarrest handelt oder ob Irans Behörden überhaupt wissen wo der al-Qaida Militärchef haust.

Dass al-Qaida Mitglieder im Iran leben, bestreitet nichtmal das Teheraner Regime. Namen der Personen zu nennen, die sich angeblich in Haft oder unter Hausarrest befinden, weigerte sich die iranische Regierung bislang.
Aus Sicht der CIA steht fest: der schiitische Gottesstaat beherbergt einen Teil der Terror-Elite, darunter Saif al-Adel. Die Ermittlungseinheit "RIGOR" sollte noch unter der Bush-Administration herausfinden, wieviel al-Qaida im Iran präsent ist, und welche Aktivitäten von den Personen ausgehen.

Saif al-Adel jedenfalls dürfte nicht in einem iranischen Kerker dahinvegetieren. Als am 12.Mai 2003 in der saudischen Hauptstadt Riad ein Gebäudekomplex, in dem auch Ausländer angesiedelt waren, Ziel eines al-Qaida Anschlages wurde, hörte der saudische Geheimdienst ein Telefonat zwischen den Drahtziehern und einer Person ab, die sich offenbar im Iran aufhielt: es war die Stimme Saif al-Adels.

Seinem ehemaligen Zögling Zarqawi gab al-Adel zum Dschihad-Karrierehöhepunkt im Irak, Ratschläge, keinen Bürgerkrieg mit schiitischen Milizen zu riskieren. Der Zarqawi-Biograf Fuad Hussain kontaktierte Saif al-Adel über islamistische Kreise und erhielt von ihm ein ausführliches Strategiepapier zu al-Qaidas Zukunftsplänen. "Al Qaidas Strategie 2010", so der Titel des Dokuments, beweist dass al-Adel weiterhin aktiv am globalen Terrorgeschäft beteiligt ist.

Im Gegensatz aber zu all jenen al-Qaida Kadern, die es in den letzten Jahren nach Waziristan zog, hat Saif al-Adel im Iran ein mehr oder weniger sicheres Versteck gefunden. Unter den Augen des verhassten Schiiten-Regimes hat der Islamist keine amerikanischen Drohnenangriffe zu befürchten. Außerdem herrscht im Iran kein Krieg wie in Afghanistan oder dem Irak, es besteht also keine Gefahr mehr oder weniger per Zufall zum Märtyrer zu werden.

Unbestätigten Berichten zufolge sollen die Iraner al-Adel jüngst Bewegungsfreiheit erteilt haben (US-Geheimdienstberichte gehen sogar von Reisen in die arabischen Golfstaaten aus). Der Ägypter könnte sich also wieder Richtung Pakistan aufmachen und in der al-Qaida Führung mitmischen. Ob der militärische Stratege diese Möglichkeit wahrnimmt, bleibt zu bezweifeln.
Schon in den 1980er Jahren war er schockiert von den Amateur-Gotteskriegern im Dschihad gegen die Sowjets - was würde al-Qaidas oberster General heute erst zu dem versprengten Haufen ausländischer Terror-Jünger sagen, die sich in militärischen Crashkursen in Waziristan als Soldaten Allahs versuchen?

Monday, August 16, 2010

Der "20.Attentäter" - Fotos von Ramzi Bin al-Shaibah aus Guantánamo


Ramzi Bin al-Shaibah war Osama Bin Ladens Kontaktmann in Hamburg. Er formierte die „Hamburger Zelle“ und zog im Hintergrund die Fäden für die 9/11-Anschläge. Jahrelang gab es keine aktuellen Foto-Aufnahmen des Guantánamo-Häftling –bis jetzt.




Der freundlich dreinblickende Mann sollte eigentlich längst tot sein. Er wollte einen Massenmord an Amerikanern begehen und dabei als Märtyrer sterben. Doch Ramzi Bin al-Shaibahs Plan ein Todespilot der Anschläge vom 11.September 2001 zu werden, scheiterte an der Bürokratie. Die US-Behörden verweigerten dem Jemeniten ein Einreise-Visum.

Jetzt sind Fotoaufnahmen des sogenannten „20.Attentäters“ von 9/11 aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo aufgetauchte. Es sind die ersten Bilder Ramzi Bin al-Shaibahs seit seiner Festnahme in Pakistan im September 2002. Sie zeigen einen gealterten, fröhlich wirkenden Mann mit Bart, gekleidet in ein weißes Gewand. Um den Kopf gewickelt trägt er ein schwarz-weißes Palästinensertuch, eingestickt darin die Worte „Super Deluxe“.



Die Fotostrecke des 9/11-Organisators Bin al-Shaibahs wurde vermutlich von Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes aufgenommen, die Guantánamo regelmäßig besuchen und Häftlinge auf gesundheitliche Unversehrtheit untersuchen dürfen.
Pünktlich zum Ramadan werden die Fotos der Terrorhäftlinge den Familien übergeben, sie stehen aber in der Regel nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes erklärte mir inzwischen, dass im Jahr 2009 alle Häftlinge, die sich einverstanden erklärte, fotografiert wurden:

"Each detainee was allowed to choose two pictures and five colour prints were made of each. These were incluced with Red Cross Messages from the detainees and transmitted to the families by the Red Cross."

Fraglich bleibt, weshalb dann nicht zwei ausgewählte Fotos von Bin al-Shaibah auftauchten, sondern insgesamt mindestens fünf verschiedene.

Ähnliche Aufnahmen, wie sie nun von Ramzi Bin al-Shaibah auftauchten, wurden bereits im vergangenen Jahr von Khalid Sheikh Mohammed verbreitet (siehe hier).

Der heute 38jährige Jemenit Ramzi Mohammed Abdullah Bin al-Shaibah gilt als einer der wichtigsten al-Qaida Drahtzieher. Er soll die Anschläge vom 11.September 2001 von Hamburg aus koordiniert haben.
Geboren wurde Bin al-Shaibah im Dorf Ghayl Bawazir, in der südjemenitischen Provinz Hadramaut, studierte Wirtschaftswissenschaften und war acht Jahre bei der International Bank of Yemen tätig. 1995 versuchte er zum ersten Mal in den Westen auszuwandern und beantragte ein Visum für die USA. Sein Plan scheiterte und Bin al-Shaibah reiste stattdessen nach Europa.

In Hamburg nannte sich der Jemenit „Ramzi Omar“ und gab an, ein sudanesischer Asylbewerber zu sein. Er schrieb sich am Studienkolleg der Hamburger Universität ein, angeblich mit der Absicht Deutsch zu lernen. Seine Leistungen waren schwach und er fälschte Studienbescheinigungen. Zwei Jahre später, 1997, lehnte ein Hamburger Gericht Bin al-Shaibahs Asylantrag ab und er kehrte kurzfristig in den Jemen zurück.


Überraschenderweise erhielt Ramzi Bin al-Shaibah kurz darauf ein deutsches Visum unter seinem richtigen Namen. Er zog nach Hamburg und besuchte regelmäßig die „Al-Quds-Moschee“ am Steindamm, in der jahrelang Hass gegen den Westen und Ungläubige gepredigt wurde.

Dort lernte er den Ägypter Mohammed Atta und den Saudi Marwan al-Shehri kennen, die seine radikalen Glaubensansichten teilten. Während Atta der eher schweigsame des Freundeskreises war, galt Ramzi Bin al-Shaibah als charismatischer Wortführer.
Auf einem Video, das auf der Hochzeit des bis heute weltweit gesuchten Gesinnungsgenossen Said Bahaji im Oktober 1999 gedreht wurde, ist Bin al-Shaibah zu sehen, wie er zum Kampf gegen die Juden aufruft und Dschihad-Lieder anstimmt. Aufgenommen wurde es in den Räumen der Hamburger „Al-Quds Moschee“.

1998 zogen Bin al-Shaibah, Atta und al-Shehri in eine WG, zunächst in die Harburger Chaussee 115, dann in die Marienstraße 54. Es entstand die sogenannte „Hamburger Zelle“.
Getrennt reisten die drei Männer im November und Dezember 1999 nach Afghanistan und erhielten eine Ausbildung in einem al-Qaida-Lager.
Sie leisteten den Treueschwur auf Osama Bin Laden und Bin al-Shaibah gab, so berichtet er später, an einer Selbstmordmission teilnehmen zu wollen. Al-Qaidas Militärchef Mohammed Attef traf sich persönlich mit Bin al-Shaibah (Kampfname „Abu Ubaida“) und verriet ihm, er und seine Hamburger Mitstreiter seien für eine „sehr geheime Operation“ ausgewählt worden. Zu diesem Zweck müssten jedoch weitere vertrauenswürdige Männer rekrutiert werden. Diese Aufgabe fiel Bin al-Shaibah zu.


Die Planung von 9/11 - Ramzi Bin al-Shaiba mit Osama Bin Laden


Al-Qaida´s Militärchef Mohammad Atef und der Hamburger Kontaktmann Bin al-Shaiba


Dieser reiste im Februar 2000 zurück nach Hamburg und begann mit den Vorbereitungen für die 9/11-Anschläge in den USA. Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der „Hamburger Zelle“ erhielt al-Shaibah jedoch nach viermaligem Antrag kein Visum für die Vereinigten Staaten. Für Bin al-Shaibah endete somit der Traum, der 20.Märtyrer der „Operation Heiliger Dienstag“ zu werden.

Sein Plan B, eine heiratswillige Frau in den USA zu finden, scheiterte, und auch an einer niederländischen Flugschule wollte man ihn nicht zum Piloten ausbilden.
Letztendlich wurde Bin al-Shaibah zum Mittelsmann zwischen Bin Laden und der „Hamburger Zelle“ auserkoren. Er erledigte fortan alle Geldgeschäfte für die späteren Attentäter und stand in ständigem Kontakt mit der al-Qaida Führung in Afghanistan.

Kurz vor den Terroranschlägen von New York und Washington, am 05.September 2001, setzte sich Bin al-Shaibah über Düsseldorf und Madrid ab. Der Jemenit floh nach Pakistan.
Einem Journalisten des arabischen Fernsehsender Al Jazeera bewährten der 9/11-Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed und seine rechte Hand, Ramzi Bin al-Shaibah, im Juni 2002 ein Interview. Darin erläuterten sie ihre Beteiligung an den Anschlägen vom 11.September. Ramzi Bin al-Shaibah, so erklärte es Sheikh Mohammed, sei der „Chef-Koordinator der Anschläge“.

Am 11.September 2002, pünktlich zum Jahrestag der Anschläge in den USA, ging der Terrorhelfer Bin al-Shaibah den pakistanischen Sicherheitskräften ins Netz. Nach einem stundenlangen Feuergefecht in Karachi, wurde er festgenommen, mit einem Sack über dem Kopf abtransportiert und drei Tage später an die USA übergeben.


Anhörung in Guantánamo - Ramzi Bin al-Shaiba vor Gericht

Wo genau die US-Geheimdienste den 9/11-Mitverschwörer in den folgenen Jahren festhielten ist nicht vollständig geklärt. Sein Anwalt spricht von Misshandlungen durch die CIA und das US-Militär. Bin al-Shaibah sei gefoltert und so zu Geständnissen gezwungen worden.
In das US-Gefangenenlager Guantánamo kam der Top-Terrorist erst 2006, zusammen mit 14 weiteren al-Qaida Mitgliedern, darunter sein Mentor Khalid Sheikh Mohammed. Angst vor der Haft in Guantánamo hatte Bin al-Shaibah wohl nicht. In einem Verhör erklärte er, es sei wohl die letzte sichere Gegend auf der Welt, „wo 500 Mudschaheddin an einem Ort sein könnten.“

Bald soll Ramzi Bin al-Shaibah und weiteren 9/11-Drahtziehern vor einem New Yorker Zivilgericht der Prozess gemacht werden.

Al Qaidas Ramadan-Geschenke


E
twas überspitzt könnte man ihn den Propaganda-Clown al-Qaidas nennen. Wäre da nicht die Wortgewandtheit und das letztendlich doch verhandene Charisma von Khalid Abdurrahman al-Hussainan, jenem kuwaitischen Sheikh den al-Qaida seit Jahresbeginn immer häufiger in Videos und Audiobotschaften zu Wort kommen lässt.


Khalid Abdurrahman al-Hussainan - der Propagandaclown

Hussainan, ein ehemaliger Offizieller des kuwaitischen Religionsministeriums zog es vor einigen Jahren in den Dschihad. Heute sitzt er im pakistanischen Waziristan und gibt dort in regelmäßigen Abständen Vorträge zu theologischen wie politischen Themen. Seine erste Videobotschaft der As Sahab Produktion richtete der Sheikh direkt an US-Präsident Obama, weitere Propagandawerke bezogen sich die Notwendigkeit des Dschihad und das Vertrauen auf Allah in schwierigen Zeiten.



Pünktlich zum diesjährigen Ramadan wirft al-Qaida gleich fünf Videopredigten des Kuwaitis auf den Markt. Mit den Titeln "Ramadan-Intensivkurs", "Die Erwähnungen des Höllenfeuers im Koran" und "Allah beobachtet dich" richten sich die Ansprachen al-Hussainans primär an die gläubige Zuhörerschaft, weniger an die ungläubigen Feinde.

Wie bereits in den ersten Veröffentlichungen, in denen der bärtige Sheikh auftraf, zeichnet sich Khalid Abdurrahman al-Hussainan auch diesmal besonders durch die Art und Weise, die Gestik und teilweise komödiantische Mimik aus. Wild gestikulierend, mit weit aufgerissenen Augen und mehrmaliger Wiederholung ganzer Sätze entsteht der Eindruck der Dschihad-Ideologie habe seinen Beruf verfehlt und gleite ins Entertainment ab.

Für die arabische Zuhörer- und Seherschaft dürften Hussainans Videopredigten aber alles andere als Comedy sein. In seiner Person treffen theologische Kenntnis, radikale Krieg-Ideologie und Rhetorik auf einen charismatischen Prediger. Wäre er im Alter seiner Zuhörerschaft, hätte die Propaganda geradzezu magnetische Anziehungskraft.

Thursday, August 5, 2010

Faszination Somalia - Der Traum eines Amerikaners vom Dschihad


UPDATE:


Während ich den folgenden Blog-Eintrag verfasste, meldeten US-Fernsehsender dass insgesamt 14 Terrorverdächtige in den USA angeklagt würden, Al Shabaab zu unterstützen oder der Gruppierung beitreten zu wollen.

Auf einer Pressekonferenz erklärte US-Justizminister Eric Holder, dass in den vergangenen Tagen 12 Personen in Minnesota, und jeweils eine Person in Alabama und in Kalifornien festgenommen wurden. Ihnen würde vorgeworfen unter dem Deckmantel einer Wohltätigkeitsorganisation Gelder für Al Shabaab gesammelt und nach Somalia transferiert zu haben. Unter den Verdächtigen befinden auch zwei Frauen (eine von ihnen 63 Jahre alt), denen vorgeworfen wird, Spendenveranstaltungen organisiert zu haben, bei denen in Videokonferenz verschiedener Moscheen aufgerufen wurde für "die somalische Sache" und den "Dschihad" zu spenden. Fünf der festgenommenen

Erstmals klagen die USA in den neuen Terrorverdachtsfällen auch zwei amerikanische Staatsbürger an, die sich allerdings nicht in Haft befinden, da sie sich nach Erkenntnissen der US-Behörden in Somalia aufhalten.
Bei ihnen handelt es sich um Omar Hammami, besser bekannt unter dem Kampfnamen "Abu Mansour al Amrikki", und Jihad Mustafa alias "Amir Anwar"

Hammami, der in mehreren Propagandavideos der somalischen Islamistan auftauchte, ist Anführer der "Al Muhajiroun-Brigade" von Al Shabaab, den ausländischen Kämpfern, die sich dem somalischen Dschihad angeschlossen haben. Er kämpft bereits seit zwei Jahren am Horn von Afrika und wirbt mit englischsprachiger Propaganda, teilweise in Form von Dschihad-Raps, um westlicher Rekruten. US-Behörden sehen in ihm eine Schlüsselfigur für Al Shabaab´s Verbindung in die USA.

Ein weiterer US-Amerikaner, Jihad Serwan Mustafa (28) aus San Diego, Kalifornien, soll sich ebenfalls in Somalia aufhalten und dort inzwischen in die Führungsriege von Al Shabaab aufgestiegen sein. Mustafa war ein enger Berater des kenianischen al Qaida Kommandeurs Saleh Ali Nabhan, der 2009 bei einer Operation von US-Spezialeinheiten in Somalia getötet worden war. In einer San Diegoer Moschee hatte Mustafa vor Jahren den us-jemenitischen Prediger Anwar al-Awlaki kennengelernt und sich durch ihn massiv radikalisiert. Noch heute sollen die beiden Islamisten in Kontakt stehen.

Die jüngsten Ereignisse im Bezug auf die "home-grown" Terrorgefahr in den USA zeigen, welche Bedeutung Somalia inzwischen für die dschihad-willigen Muslime aus westlichen Staaten hat. Ein blutiger, 20 Jahre andauernder Bürgerkrieg, unterbrochen von ausländischer Besatzung, hat sich zu einem Magnet für Terrorrekruten aus Europa und Nordamerika entwickelt. Reihenweise pilgern junge Exil-Somalis, arabisch- und pakistanischstämmige Jugendliche und weiße wie schwarze Konvertiten ans Horn von Afrika und machen Somalia zu einem neuen Afghanistan. Diese Entwicklung ist definitiv eine weitere Blog-Analyse wert.

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Der Terrorist von heute hat´s nicht einfach. Noch vor 30 Jahren waren Sicherheitskontrollen an Flughäfen Science Fiction, an Nacktscanner wagten nichtmal die treuesten George Orwell Anhänger zu denken. Nichts erschien einfacher als eine Bombe an Bord einer Passagiermaschine zu schmuggeln. Mit Ausnahme israelischer Fluggesellschaften.



Von derlei Freiheiten können islamistische Terroristen im neuen Millenium nur träumen. Geheimdienste, Sicherheitskräfte und auch ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft hat sich auf den "Moslem-Terror" eingeschossen. Alles wird gescannt, gespeichert, jeder ist verdächtig, und alles eine potenzielle Gefahr. Mögliche Spione und Spitzel der Geheimdienste lauern an jeder Ecke, infiltrieren jede Moschee.
Dies treibt die wirklich gefährlichen Individuen in die Enge. Terrorpläne zu schmieden ist schwierig geworden, zumindest wenn man teils transkontinentale Strecken mittels sich dabei elektronischer Kommunikation überbrücken muss. CIA, NSA, MI5, BND & Co. hören und lesen mit. Bin Ladens moderne Gotteskrieger müssen Codewörter erfinden, um selbst die einfachsten Absprachen per Telefon unverdächtig erscheinen zu lassen.

Teilweise führt diese Anpassung an den gewaltigen Anti-Terror-Sicherheitsapparat zu kuriosen Vorfällen. So geschehen am 28.Juli diesen Jahres. Ein junger Mann aus dem Großraum Chicago, Illinois, tätig einen nächtlichen Anruf (01:15 Uhr) ins britische London. Seine Gesprächspartnerin scheint noch vor dem Telefonat online kontaktiert worden zu sein. Daher beginnt der junge Mann das Gespräch mit: "Ich werde dir alles erklären." Was folgt ist ein Dialog, in dem der Anrufer der jungen Frau seine mehrfach seine Liebe beteuert, aber auch erklärt er wolle sich seinen Traum erfüllen. Er möchte sie über seinen Wunsch informieren in den Dschihad zu ziehen. Nur die Details, gehen durch die Paranoia des Möchtegern-Gotteskriegers und den Codewörter-Fetish irgendwie verloren.

"Willst du immer noch nach Saudi-Arabien reisen?", fragt die Dame in London den Amerikaner. Dieser antwortet, er wolle "lieber nach Merca, anstatt nach Medina" gehen. Die Gesprächspartnerin kann nicht folgen: "Mekka und Medina liegen beide in Saudi-Arabien. Du verwirrst mich."
"Merca. Merca liegt südlich, südlich von Saudi-Arabien", erklärt der Mann in den USA. "Okay", entgegnet die Frau am anderen Ende der Leitung, "also sprechen wir von zwei verschiedenen Orten im gleichen Land?" Genervt reagiert der amerikanische Anrufer: "Nein. Gleiche Welt, verschiedene Länder, kapierst du?"

Sie kapierte nicht. Deshalb begann sie eine Erklärung, warum und weshalb sie durch die ganzen Aussagen und Ortnamen vollkommen "verloren" sei. "Islamische Herrschaft. Islamische Herrschaft", zürnt der Amerikaner, "Verstehst du? Alles klar? Islamische Herrschaft." Es wird deutlich, dass er nicht offen über jenen Ort reden will, in den er plante zu reisen. "Ah, okay, okay", bestätigt die Frau am Telefon schließlich. Offenbar hatte sie nun verstanden, dass der Anrufer, ein 26jähriger Islamist namens Shaker Masri, die somalische Stadt Merca meinte, als er von einem ("wahrhaft") islamisch regierten Ort sprach, der südlich vom saudischen Königreich liegt.

Der Dialog dieses Telefonats entstammt den FBI Protokollen der Anklageschrift des US-Staatsbürgers Shaker Masri, der am vergangenen Dienstag in Chicago verhaftet wurde. Masri soll geplant haben, nach Somalia zu reisen um eine paramilitärische Ausbildung in den Terrorcamps der Al Shabaab Miliz zu erhalten. Diesen Wunsch äußerste er mehrfach gegenüber einem vermeintlichen Freund, der in Wahrheit ein FBI-Informant war und der Masri auf Geheiß der US-Ermittler im Herbst 2008 erstmals kontaktiert hatte. Von da an schmiedete der Islamist Masri mit dem oft verkabelten Informanten ("Source" in US-Ermittlersprache), Pläne in den Dschihad zu ziehen. Etwa 10.000 US-Dollar bräuchten die beiden, so Masri, um in den Heiligen Krieg ziehen zu können.



Bilder aus dem neuesten Propaganda-Video der Al Shabaab - ein amerikanischer Dschihad ist der Kommentator

Shaker Masri erklärte "Source", dass er im somalischen Bürgerkrieg kämpfen wolle, und auch die Intention habe, als Selbstmordattentäter zu sterben. Mehrere Reiserouten hatte Masri zu diesem Zweck bereits ausgewählt.
Zunächst plante er sich in Jordanien einen syrischen Pass zu besorgen, um damit zum Vorwand einer Pilgerreise oder als angeblicher Gold-Händler nach Saudi-Arabien und dann nach Somalia zu reisen. Weil Jordanien aber den "USA im Kampf gegen den Terror hilft", sei es besser mit einer Coverstory (beispielsweise ein Schmuck-Händler zu sein) von Chicago nach Los Angeles zu fliegen und von dort aus per Auto nach Mexiko zu fahren. In Mexiko wollte Masri einige Tage bleiben, das Schießen mit verschiedenen Waffen üben und dann weiter über Venezuela oder Panama, unbeobachtet von amerikanischen Geheimdiensten, in den Nahen Osten oder nach Tansania bzw. Zanzibar zu fliegen.

Der "Source" erzählte Masri, er habe einen Kontakt in Großbritannien, der ihnen die Reise nach Somalia ermöglichen könne. Damit meinte der US-Amerikaner augenscheinlich jene Frau mit Wohnsitz London, mit der er am 28.Juli telefonierte. In welcher Beziehung die beiden Personen stehen, ist den US-Ermittlern noch nicht recht klar. Offenbar hatte Masri die Absicht die Frau zu heiraten. Tatsache ist, dass der Islamist ihr mehrfach in Telefonaten, die vom FBI mitgeschnitten wurden, seine Liebe versicherte. Nur sein Wunsch in den Heiligen Krieg zu ziehen, hielt ihn ab, nach England zu fliegen. Er solle sie noch vor seiner Reise nach Somalia heiraten und mit ihr ein Kind zeugen, bevor er seine Pflicht gegenüber Allah erfülle, bat die Londonerin.

Masri aber wollte so schnell wie möglich ein Mujahid werden und schwärmte gegenüber dem FBI-Informanten von den al-Qaida Kämpfern in Somalia und vom Kampf für den Glauben gegen die Feinde Gottes. Er sei ein glühender Anhänger vom us-jemenitischen Sheikh Anwar al Awlaki, gab Masri gegenüber "Source" zu, und hoffe dass al Awlaki bald zum al-Qaida Führer aufsteige.

In den vergangenen Monaten waren FBI-Ermittler Masri längst auf der Spur. Sie hatten den US-Amerikaner ägyptischer Abstammung als potenziellen al-Qaida Rekruten ausgemacht und ihn mit Hilfe des verkabelten Informanten bei der Planung seiner Terror-Reise begleiten können. Insgesamt "40.000-45.000 US-Dollar" habe man dem Informanten für seine Dienste bezahlt, so heißt es in den FBI-Protokollen. Nach Einschätzung der US-Behörde war es diese Summe wert einen der zukünftigen amerikanischen Dschihad-Kämpfer noch vor seiner Ausreise aufzuspüren.

Shaker Masri war entschlossen ein Gotteskrieger zu werden. In Mexiko wolle er Märtyrer-Videos drehen, verriet er dem Informanten, er habe Kontakt zu Ausländern innerhalb der Al Shabaab. Außerdem bräuche er einen neuen Laptop, und seinen alten müsse er zerstören. Was darauf sei, könne ihn "hinter Gitter bringen." Dem vermeintlichen Mitstreiter gab er zu bedenken, dass man sie international suchen werde, sobald sie sich auf den Weg gemacht hätten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würden sie nicht mehr in die USA zurückkehren.

Als er an einem Nachmittag per Zufall eine vierköpfige Gruppe amerikanischer Soldaten in Uniform saß, erklärte Masri, er wünsche er könne zu ihnen gehen und sich in die Luft sprengen. Warum er dies für nur vier tote Soldaten tun würde, fragte ihn der FBI-Informant. "Du hast recht, es wäre besser wenn man gleich einen ganzen Bus voller Soldaten bomben könnte", so die Antwort des in Alabama geborenen Islamisten.

Am Abend des 29.Juli traf sich Masri erneut mit "Source" und buchte online zwei One-Way-Tickets vom Chicagoer Flughafen O´Hare nach Los Angeles am 04.August mit Southwest-Airlines. Masri wollte seinen Plan in die Tat umsetzen, über Mexiko irgendwie nach Nahost zu kommen und dann weiter ans Horn von Afrika.
Auf dem Weg zum Flughafen klickten schließlich die Handschellen. FBI-Beamte setzten dem Traum von Shaker Masri ein abruptes Ende.

Masri wird nun kein weiterer amerikanischer Söldner im Dienste der Al Shabaab werden. Bis zu 15 Jahre Haft drohen ihm für die Unterstützung ausländischer Terror-Organisationen und die Planung von Anschlägen gegen US-Bürger.

Tuesday, June 22, 2010

Wer ist der "Deutsche in der Burqa"?


Sie tarnten sich als Familie und wollten aus dem Herzland des pakistanischen Dschihad, in die Metropole Peshawar reisen. Drei Männer, zwei davon gekleidet in blaue Burqas und ein sechsjähriges Mädchen wurden in ihrem Auto an einem Checkpoint in Bannu, an der Grenze der pakistanischen Stammesgebiete gestoppt. Ihre Reise hatte offenbar in Miranshah, in Nord-Waziristan begonnen, dem Haupt-Rückzugsgebiet von al-Qaida, Taliban & Co.

Einer der festgenommenen Männer soll der 25jährige deutscher Staatsbürger Rami M. sein, der versucht haben soll die Stammesgebiete zu verlassen, in die er erst vor 15 Monaten über den Iran gereist war. Der mutmaßliche Dschihadist reiste mit einem gefälschten pakistanischen Pass und befindet sich derzeit in Haft. Nach Angaben der örtlichen Polizei habe der Deutsche bereits im Verhör ausgesagt und sei ein Experte im Fertigen von Sprengstoffwesten. Vor wenigen Monaten sei er aus dem benachbarten Afghanistan in die pakistanische Grenzregion eingereist. In seinem Gepäck habe er neben einer Pistole auch Landkarten gehabt.

Der Name des festgenommenen "German Jihadi" wurde nicht bekannt. Inoffizielle Quellen sprechen von einem "al-Qaida Mitglied". Aufgrund der Altersangabe ist allerdings nicht davon auszugehen dass es sich um den Deutsch-Marokkaner Bekkay Harrach handelt.

Wahrscheinlich ist, dass der deutsche Islamist Mitglied der Islamischen Dschihad Union und ihrer Splittergruppe der "Deutschen Taliban Mudschaheddin" ist. Warum er mit seiner Tochter im Schlepptau die Stammesgebiete verlassen wollte, ist nicht klar. Denkbar ist, dass er sein Kind zur medizinischen Behandlung in eine pakistanische Großstadt bringen, oder sie aus dem Gefahrenbereich der amerikanischen Drohnenangriffe schaffen wollte.

In den vergangenen Tagen waren bei mehreren CIA-Drohnenangriffen dutzende militante Islamisten in Nord-Waziristan getötet worden, darunter mindestens 13 türkische und arabische Dschihadisten, die sich in einem Gebäude befanden als dieses von amerikanischen Raketen getroffen wurde. Eines der Opfer soll ein ehemaliges Hisbollah-Mitglied sein, dass 19 Jahre in deutscher Haft saß. Erst im Dezember 2005 war der Libanese, verurteilt wegen Entführung einer TWA Maschine und Mord an einem US-Soldaten, heimlich aus einem deutschen Gefängnis entlassen worden. Danach reiste er offenbar nach Afghanistan um gegen NATO-Soldaten zu kämpfen und schloss sich in Nord-Waziristan den islamistischen Gruppierungen an.

Thursday, June 17, 2010

Al-Qaida übernimmt Verantwortung für Anschlag auf "German Bakery"


I
n einer Audiobotschaft hat ein inzwischen getöteter Al-Qaida-Führer die Verantwortung für den Terroranschlag auf ein deutsche Restaurant im indischen Pune übernommen. Siebzehn Menschen waren bei dem Attenat im Februar getötet worden.

Der ehemalige Afghanistan-Führer des Terrornetzwerkes al-Qaida, Mustafa Abu al-Yazid, übernimmt in einer neuen Audiobotschaft die Verantwortung für den Bombenanschlag auf das Restaurant „German Bakery“ in der indischen Hippie-Hochburg Pune.
Siebzehn Menschen, darunter auch Ausländer waren getötet worden, als am 14.Februar eine Bombe das bei Touristen beliebten Restaurant zerstörte. Der Sprengsatz, der unter einem Tisch deponiert worden war und um 19:15 Uhr Ortszeit explodierte, verwundete über 60 Menschen.
Mustafa Abu al-Yazid, der als al-Qaidas Chef-Finanzier agiert haben soll, erklärt nun in der neuen Tonbandbotschaft, al-Qaida habe den Anschlag im westindischen Pune verübt, weil es sich um einen „Ort der Juden“ gehandelt habe.
„Und ich sage euch, dass bei dem Angriff in Indien im vergangenen Februar auf die German Bakery westlich der indischen Hauptstadt etwa 20 Juden getötet wurden“, so Mustafa Abu al-Yazid.
Die meisten der Toten seien Verbündete Israels gewesen. Ausgeführt habe das Attentat ein Kämpfer des Battalions der „al-Qaida in Kaschmir unter dem Kommando von Ilyas Kashmiri“, erklärt al-Yazid.
Kashmiri, ein langjähriger Kampfgefährte Osama Bin Ladens, gilt als Verbündeter der al-Qaida und Anführer einer pakistanischen Terrorgruppe, die neben Anschlägen in Indien auch ein Attentat auf die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ plante.
Schon kurz nach dem Attentat von Pune hatte sich Ilyas Kashimiri per E-Mail zum Anschlag auf die „German Bakery“ bekannt und erklärte seien Gruppierung, die „Lashkar e-Toiba“, werde Indien solange angreifen, bis das indische Militär aus der Kaschmir-Region abzieht. Die Echtheit des Bekennerschreibens war zunächst unklar.
Ob der bei Einheimischen und Ausländern beliebte Treffpunkt, die „German Bakery“ , tatsächlich das Hauptziel des Bombenanschlags war, ist fraglich.Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße befindet sich das Chabad House der orthodox-jüdischen Gemeinde von Pune. Eine vergleichbare Einrichtung war auch beim Terrorangriff im November 2008 auf die indische Metropole Mumbai Ziel von militanten Islamisten gewesen.


Pune gilt seit Jahrzehnten als Hochburg von Aussteigern und Hippies aus aller Welt. Das dortigen spirituelle Zentrum "Ashram Osho" zieht jedes Jahr eine große Zahl westlicher Touristen an. Terrorwarnungen hatten die indischen Behörden daher bereits im Oktober 2009 für die beliebten Ausländertreffpunkte ausgegeben.
Die jüngste Audiobotschaft des al-Qaida Führers Mustafa Abu al-Yazid wurde offenbar post-mortem veröffentlich, denn der Ägypter soll bereits im Mai bei einem amerikanischen Drohnenangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet getötet worden sein.
Al-Qaida erklärte kürzlich in einem Internet-Schreiben, der 54jährige Terrorist sei zusammen mit seiner Frau, drei Töchtern und einer Enkeltochter ums Leben gekommen.
Erst vor drei Jahren hatte das Terrornetzwerk Mustafa Abu al-Yazid zum Anführer al-Qaidas in Afghanistan ernannt. Seitdem tauchte der Islamist in mehreren Video- und Audiobotschaften auf und drohte mit Anschlägen gegen die USA.
Im vergangenen Jahr sagte al-Yazid in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera, al-Qaida würde, falls es in den Besitz pakistanischer Atomwaffen käme, diese gegen die USA einsetzen.

Tuesday, June 15, 2010

Jagdausflug in Pakistan - US Zivilist wollte Osama Bin Laden töten


Die pakistanischen Polizisten staunten nicht schlecht, als sie am vergangenen Sonntagabend einen 52jährigen Amerikaner in einem Waldstück der nordwestlichen Chitral-Region festnahmen. Einheimische hatten berichtet ein bewaffneter Ausländer halte sich in der Gegend auf.


"Wir haben automatisch angefangen zu lachen als er uns erzählt hat, dass er Osama Bin Laden töten wolle", erklärte ein Polizeisprecher. Dann aber hätten sie einen Dolch, eine Pistole und ein Nachtsichtgerät im Gepäck des aus Kalifornien stammenden Gary F. gefunden.

Inzwischen wird der Amerikaner in Peshawar von pakistanischen Geheimdienstlern verhört. Offensichtlich plante er, über die bergige Chitral-Region ins angrenzende afghanische Nuristan einzudringen und dort nach dem al-Qa´ida Führer zu suchen.
Es sei bereits sein siebter Trip nach Pakistan, hatte F. den Ermittlern gesagt, und er sei schon zum dritten Mal im Chitral.


Die bergige Region Chitral an der Grenze zu Afghanistan

Sollten sich die Vorwürfe bzw. Aussagen des Kaliforniers bestätigen, wäre es der erste Fall eines Zivilisten der sich auf eigene Faust auf die Jagd nach dem Terrorchef machte. Vermutlich lockte F. neben der abenteuerlichen Reise ins afghanisch-pakistanisch Grenzgebiet in erster Linie die 27 Millionen US Dollar Kopfgeld, die von den USA (und der Pilotenvereinigung) auf die Ergreifung oder Tötung des al-Qa´ida Gründers ausgesetzt wurden.


"An das amerikanische Volk"

Gestern erst hatte das Terrornetzwerk eine Tonbandbotschaft Bin Ladens veröffentlicht, die in Teilen bereits im März von Al Jazeera ausgestrahlt wurde. "An das amerikanische Volk", so der Titel der kurzen Audioansprache.
Darin erklärt der saudische Dschihadist, seine Organisation werde alle amerikanischen Geiseln töten, sollte 9/11 Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed im Zuge des Terrorprozesses von New York zum Tode verurteilt werden.

Tuesday, June 1, 2010

Al-Qaida´s Nr.3 ist tot - Mustafa Abu al-Yazid, der Bankier des Terrors


Ein ägyptischer Islamist, der zu al-Qaidas Chef in Afghanistan erkoren worden war, soll getötet worden sein. Das Terrornetzwerk feiert seinen Finanzmanager und Gründungsmitglied als „glorreichen Helden“.


Er soll al-Qaida´s Bankier gewesen sein und erklärte in einem Fernsehinterview das Terrornetzwerk würde pakistanische Atombomben einsetzen, falls sie ihnen in die Hände fielen. Jetzt soll der Ägypter Mustafa Abu al-Yazid, die inoffizielle Nr.3 der al-Qaida tot sein.

In einem Schreiben, das gestern im Internet auftauchte, erklärt das Terrornetzwerk um Osama Bin Laden, der Ägypter al-Yazid sei zusammen mit „seiner Frau, drei Töchtern und seiner Enkeltochter“ getötet worden.

al-Qaida´s Nachruf für den 54jährigen Ägypter

„Wir bringen der geliebten islamischen Nation die Nachricht vom Tod des glorreichen Helden Mustafa Abu al-Yazid, Befehlshaber der al-Qaida in Afghanistan“, heißt es in der Nachricht, die auf einschlägigen Internetseiten verbreitet wurde.

Mustafa Ahmed Mohammed Abu al-Yazid alias „Sheikh Said der Ägypter“ wurde 1955 im östlichen Nil-Delta geboren und schloss sich in den 1970er Jahren der ägyptischen Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“.

Damals gehörte al-Yazid der fundamentalistischen Studentengruppe um Dr.Ayman al-Zawahiri an. Zawahiri stieg später zu Osama Bin Laden´s Stellvertrete.

Im Jahr 1981 wurden Zawahiri und Yazid als Hintermänner des Mordanschlages auf Präsident Anwar Sadat zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Seine ägyptische Heimat verließ Mustafa Abu al-Yazid 1988 und reiste nach Afghanistan, wo er 1989 zu den Mitbegründern des al-Qaida Netzwerkes wurde. Er fungierte als Mitglied des sogenannten „Shura-Führungszirkels“ und war verantwortlich für die Finanzen von al-Qaida.

Als al-Qaida-Chef Osama Bin Laden 1991 Afghanistan in Richtung Sudan verließ, reiste al-Yazid mit ihm und bezog bis zur Rückkehr nach Afghanistan 1996 ein Büro im Wohnhaus des Terrorchefs in Khartum. Von dort aus stellte Mustafa Abu al-Yazid Gelder für die Finanzierung Terroranschlägen zur Verfügung.

Auch den 9/11-Attentätern soll der Ägypter große Summen überwiesen haben. Mohammed Atta, der Anführer der Todespiloten vom 11.September 2001 überwies die nach der Anschlagsplanung übrig gebliebenen 26,000 US-Dollar an Mustafa al-Yazid zurück. US-Behörden verfolgten die Transaktionen und sperrten die al-Qaida Konten in den Golfstaaten.

Nach Angaben eines ägyptischen Journalisten sei al-Yazid zunächst nicht mit den Anschlagsplänen des 11.September einverstanden gewesen. Er habe wie Taliban-Führer Mullah Omar die Meinung vertreten, die Reaktion der USA auf einen solchen Terroranschlag würden verheerend ausfallen.

Lange Zeit blieb der 54jährige Ägypter ein unbekanntes Gesicht im Führungsstab von al-Qaida.

Im Mai 2007 präsentierte das Terrornetz zum ersten Mal Mustafa al-Yazid in einem Video-Interview. Al-Yazid sei zum Kommandeur der al-Qaida in Afghanistan ernannt wurden, hieß es damals.

Es folgten mehrere Auftritte in Propaganda-Produktionen, teilweise an der Seite afghanische Taliban-Führer.

In einem Interview das al-Yazid im Juni 2009 dem arabischen TV-Sender Al-Jazeera gewährte, erklärte der Ägypter, al-Qaida würde Pakistans Atomwaffen gegen die USA einsetzen.

„So Allah will werden die Nuklearwaffen nicht in die Hände der Amerikaner fallen“, sagte al-Yazid, „die Mudschaheddin würden sie gegen die Amerikaner einsetzen.“

Al-Qaida habe alle Netzwerke aufgefordert Terroranschläge gegen die USA auszuführen. „Unsere Strategie in der nächsten Zeit ist die gleiche wie in der vergangenen Zeit: den Kopf der Schlange zu treffen, den Anführer der Tyrannei - die USA“, warnte der ägyptische Islamist.

Wo Mustafa Abu al-Yazid getötet worden sein soll, ist ebenso unklar, wie seine Todesumstände. Im al-Qaida Nachruf heißt es lediglich er sei mit einigen Familienmitgliedern ums Leben gekommen sein.

Denkbar wäre, dass al-Yazid, der sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgehalten haben soll, bei einem US-Drohnenangriff in den pakistanischen Stammesgebieten am 21.Mai ums Leben kam.

Bis zu zwölf Menschen kamen am 21.Mai ums Leben, als zwei Raketen, abgefeuert von CIA-gesteuerten Predator-Drohnen ein Gebäude im Dorf Boya nahe Detta Khel, in Nord-Waziristan trafen. Unter den Opfern sollen auch Frauen und Kinder gewesen sein. Mindestens zwei der Opfer waren Ausländer, darunter wohl auch ein Philippino.

"Wir haben gehört, dass ein Araber und seine Familie unter den Toten sein sollen", erklärte ein pakistanischer Geheimdienstler, "es ist wahrscheinlich Mustafa Abu al-Yazid". Dorfbewohner berichten, eine Ehefrau von al-Yazid, der als "Mustafa" in Nord-Waziristan bekannt war, soll bei dem Drohnenangriff ums Leben gekommen sein. Weitere Frauen und Kinder aus dem getroffenen Gebäudekomplex seien verletzt in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht worden.

Al-Yazid soll zwei Ehefrauen und mehrere Töchter und Söhne gehabt haben. Eine seiner Töchter heiratete den Sohn des blinden Ägypters Sheikhs Omar Abdel Rahman, der in den USA eine lebenslange Haftstrafe absitzt. Rahman soll den ersten Anschlag auf das World Trade Center 1993 befohlen haben.

Erst im Januar hatte eine amerikanische Drohne in Nord-Waziristan Mustafa al-Yazids Leibwächter, Mahmoud Zeidan alias "Sheikh Mansour al-Shami" getötet. Fraglich bleibt weshalb der ranghohe al-Qaida Mann Yazid dennoch in den pakistanischen Stammesgebieten verweilte und sich dem Risiko der Drohnenangriffe aussetzte.

Wednesday, April 28, 2010

Amerikas Rückzug aus dem "Tal des Todes"


Jahrelang kämpften US-Soldaten in einem entlegenen Tal in Afghanistan gegen Taliban und al-Qaida. Vor zwei Wochen ließ das Penatgon den hartumkämpften Außenposten räumen und beendete damit eine blutige und zermürbende Mission, die zuletzt kaum noch Sinn gemacht hatte.
In der vorletzten Woche war es so weit. US-Soldaten holten den Sternenbanner ein, und verließen einen der gefährlichsten Außenposten Afghanistans. Es war bereits die dritte Militärbasis, die vom US-Militär im Osten Afghanistans geräumt wurde.
Doch Korengal ist anders als die anderen. Jahrelang hatten amerikanische Soldaten das Tal unter hohem Blutzoll erbittert gegen Taliban und al-Qaida verteidigt. Dabei war Korengal zum Symbol für die Grenzen der modernen Kriegsführung geworden. US-Soldaten tauften es das „Tal des Todes.“
An keinem anderen Ort Afghanistans verzeichnet das US-Militär mehr Taliban-Angriffe. Insgesamt 111 westliche Soldaten starben in der gesamten Provinz, davon seit 2005 alleine 42 US-Soldaten im Korengal-Tal. In einige Einheiten wurde jeder zweite Soldat mindestens einmal verwundet.
Korengal liegt in der ostafghanischen Provinz Kunar, direkt an der Grenze zu Pakistan. Das Tal ist gerade einmal 9km lang, etwa 1,5km breit und vom reißenden Fluss durchzogen. An dessen Ufern erheben sich steile Berghänge, dicht bewachsen mit Nadelbäumen. Befestigte Straßen gibt es keine, nur verschlungene Pfade.
Ausgerechnet in diesem abgelegenen Teil Afghanistans errichtete das US-Militär im April 2006 eine sogenannte „Forward Operating Base“ (FOB), einen Außenposten. Versorgt werden konnte dieser nur per Hubschrauber, Zufahrtsstraßen gibt es nicht.
Das Gelände, auf dem die Marines damals Bunkeranlagen und Container-Behausungen aus dem Boden stampften, gehörte einem lokalen Taliban-Kommandeur, der es als Sägewerk genutzt hatte.
Der Auftrag der hier stationierten US-Truppen war zunächst das Einsickern von al-Qaida Terroristen und Taliban über die pakistanische Grenze nach Afghanistan verhindern. Darüber hinaus sollten sie die lokale Bevölkerung zu verlässlichen Partnern der Zentralregierung von Kabul machen. Mittlerweile ist klar, dass die US-Soldaten scheiterten. Ihnen gelang es nicht Korengal in das 21.Jahrhundert zu holen, sagte einer der Soldaten.
Die amerikanische Mission entwickelte sich über die Jahre aber mehr und mehr zu einem sinnlosen Selbstverteidigungs-Einsatz, der dutzende Soldatenleben kostete und keinerlei ersichtliche Fortschritte brachte. Wideraufbau und Entwicklungshilfe fanden in Korengal kaum statt, auch weil die Amerikaner täglich damit beschäftigt waren sich selbst zu schützen. Aus Frustration griffen einige der Soldaten zu Drogen, wie Urintests bewiesen.

Vor einer Woche nun wurde Korengal von den noch verbliebenen 157 US-Truppen geräumt. Was nicht mitgenommen werden konnte, sprengten die Amerikaner.
„Die Schlacht ändert sich, der Krieg ändert sich“, hatte US-Oberbefehlshaber General McChrystal bei seinem letzten Besuch in Korengal am 08.April erklärt, „Wir waren hier langsamer, als ich es mir gewünscht hatte.“ Er könne nichts für diejenigen tun, die in Korengal ihr Leben gelassen hatten, so McChrystal, aber er könne etwas für jene tun die in der Zukunft verletzt oder getötet würden. Daher der Abzug der US-Armee.
Dass die Mission in den Bergwäldern von Korengal nun vorbei ist, erleichtert viele US-Soldaten, die dort über die Jahre hinweg teilweise mehrfach ihren Dienst taten.
„Es verwirrt mich, warum sie so lange gebraucht haben um zu realisieren dass wir dort oben keine Fortschritte machen“, berichtet Robert Soto der zwischen 2008 und 2009 als Teil der 26.Infantrie der US-Armee in Korengal stationiert war.
Sein Kamerad First Sgt. Bryan Reed findet deutlichere Worte: „Realistisch gesehen muss hier niemand sein. Wir betreuen hier nicht wirklich irgendetwas außer unseren eigenen Schutz.“
Einige US-Soldaten sehen den Rückzug aus dem „Tal des Todes“ kritischer. Immerhin ließen hier etliche Kameraden im Kampf gegen die Taliban ihr Leben.
„Es ist frustrierend, weil wir dort geblutet haben und jetzt gehen wir“, sagt Cpt. John Rodrigez, „Man fragt sich: War es all diese Opfer wert? Aber nur weil man ein paar Jungs an diesem Ort verloren hat, heißt das nicht, dass man dort bleiben muss.“
Einige der blutigsten Gefechte des Afghanistan-Krieges fanden in Korengal statt. Nirgends kam es häufiger zu Taliban-Angriffen als in diesem Tal.
Der wohl schlimmste Vorfall ereignete sich im Juni 2005, als ein Trupp der US-Eliteeinheit „Navy Seals“ in einen Taliban-Hinterhalt geriet. Drei Soldaten starben beim Feuergefecht mit mehreren dutzend Aufständischen, ein vierter rettete sich alleine in ein nahegelegenes Dorf. Als eine weitere Seals-Einheit zur Rettung der Kameraden anrückte, schossen die Taliban den Chinook-Transporthubschrauber ab. Acht Mitglieder der „Navy Seals“ und acht weitere US-Soldaten wurden dabei getötet.
Das Terrornetzwerk al-Qaida präsentierte den tödlichen Hinterhalt später in einem Propagandavideo und präsentierte die trophäengleich Leichen der getöteten US-Elitesoldaten.
„Die Taliban sind wie Geister in der Nacht“, beschreibt ein amerikanischer Soldat die Situation in Korengal. Frontalangriffe mieden die Islamisten. Sie konzentrierten sich darauf die Amerikaner mit nächtlichen Raketen- und Mörserangriffen zu terrorisieren. Kaum ein Tag verging an dem nicht Patrouillen in Feuergefechte mit Taliban gerieten. Kamerateams amerikanischer Fernsehsender kamen nach Korengal wenn sie live einen Angriff auf die Truppen filmen wollten.
Schon aufgrund seiner geografischen Gegebenheiten war Korengal für die US-Truppen ein äußerst gefährliches Pflaster. Die Taliban finden in den dichten Bergwäldern perfekte Bedingungen für Hinterhalte. Sie passten die Amerikaner auf ihren Patrouillen an den wenigen Pfaden ab, und eröffneten das Feuer vom gegenüberliegenden Berghang.
„Alles auf der anderen Seite des Tals ist ihr Territorium“, erklärt ein US-Soldat, „Einheimische redeten zwar mit uns, aber alles was sie sagten, mussten wir mit Vorsicht genießen. Es war unmöglich zu sagen, wer auf wessen Seite war.“
In fünf Jahren Stationierung konnten die US-Truppen nie wirklich Kontakt zur lokalen Bevölkerung von Korengal aufbauen. Boten die Amerikaner Entwicklungshilfe an, lehnten die Korengalis diese ab. Es gelang den ausländischen Soldaten nicht, die kulturellen Differenzen zu überbrücken und so bestand das permanente Misstrauen von beiden Seiten fort.
Die 4,500 Dorfbewohner von Korengal leben in einer Jahrhunderte alten Kultur, in der Fremde als Eindringlinge abgelehnt werden. Ihre verstreuten Bergdörfer liegen weit weg von jeglicher Zivilisation. Archaische Stein- und Lehmhütten prägen das Landschaftsbild. Elektrizität findet man kaum, es gibt fließendes Wasser, kein Fernsehen, nur wenige Telefone.
Die US-Soldaten mit schwerer Bewaffnung und Ausrüstung wirken hier wie Außerirdische. „Ich würde behaupten dass man keinen einzigen Korengali findet, der irgendwelche Hilfe von außen will“, berichtet Major James Fussell, der zwei Jahre als Soldat der „Special-Forces“ in Korengal diente.
Wo mit der Stationierung der amerikanischen Truppen zwei Welten aufeinanderprallten, scheiterten die westlichen Soldaten bereits an der Sprachproblematik. Die Korengalis sprechen keine der in Afghanistan dominierenden Landessprachen Pashtu oder Dari, sondern Pashai. Nur wenige tausend Menschen beherrschen diese Sprache und so war es lange Zeit ein Problem, Dolmetscher zu finden.
Zudem ist die Analphabetenrate unter den Einheimischen immens hoch, da es in Korengal faktisch keine schulische Bildung gibt. Generationen von Korengalis leben von der Land- und Holzwirtschaft und verlassen das Tal nur äußert selten. Sie sind Bauern, bewirtschaften Felder, die sie, genau wie ihre Häuser, terrassenartig in die Berghänge graben. Haupteinnahmequelle der Tal-Bewohner ist jedoch der Holzhandel. Das wertvolle Zedernholz des Korengal wird über die Grenze nach Pakistan geschmuggelt und dort verkauft. Taliban sollen durch Schutzgelder am Edelholz-Handel mitverdienen.
„Man gewinnt keine Herzen und Köpfe,wenn die Menschen sich nicht selbst helfen“, so der US-Soldat Derek Knapp, der mit der 12.Infantrieeinheit in Korengal diente, „Wir haben versucht ihnen Elektrizität, und eine Straße zu bringen, wie wir es anderswo auch tun, aber hier beißen wir auf Granit.“
Die Zentralregierung von Kabul spielt im Leben der Einheimischen keine Rolle. Was zählt sind der Islam und die uralten Stammes-Gesetze, gewachsen in einer weitestgehend isolierten Kultur. Dorfälteste und Klanchefs haben in Korengal das Sagen, sie sind Gerichtsbarkeit und einzige Autorität. Afghanistans Präsident Karzai hat für die meisten Korengalis keinerlei Relevanz, seine Welt ist nicht die ihre.
„Die Leute dort erkennen keine andere Regierung außerhalb ihres Dorfes an“, resigniert der ehemalige Elitesoldat Major Fussell, „Wenn man zu ihnen geht und sagt: Wir wollen euch beschützen und bieten euch an, eine Straße zu bauen, sagen sie: Wir wollen keine Straße.“
Anfangs hegten die Korengalis noch keine Feindseligkeit gegenüber den amerikanischen Soldaten. Von Taliban oder den internationalen Terroristen der al-Qaida hatte sie noch nie etwas gehört. "Gelegentlich kamen Taliban oder al-Qaida Mitglieder durch diese Gegend, aber die Korengalis waren auf keinen Fall Teil des Aufstandes“, bestätigt Major Fussell, „Unglücklicherweise sind sie das jetzt, weil sie bereit waren jede Hilfe zu akzeptieren um uns loszuwerden.“
Für das US-Militär stellte sich nach Jahren der Feuergefechte und einem hohen Blutzoll letztendlich die Frage, ob Korengal tatsächlich zu einer gefährlichen Hochburg der Taliban werden würde oder ob es das nicht längst war.
Die Frage zum Korengal ist: Wie viele dieser Kämpfer würden jemals von dort aus in den Kampf anderswo ziehen, wenn man das Tal alleine ließe?“, hatte General McChrystal im vergangenen Jahr in einem Interview erklärt. Er glaube, die US-Operationen in Korengal würden letztendlich mehr Widerstand erzeugen.
US-Kommandeure hatten versucht mit den Taliban zu kommunizieren, wollten sie über die Dorfältesten dazu bewegen Entwicklungshilfe in Korengal zuzulassen. In einem Brief an Nasrullah, einen lokalen Warlord der Islamisten, boten ihm die Amerikaner die Wahl zwischen Entwicklungshilfe und dem Tod.
„Es ist nicht unser Wunsch deine Korengali-Brüder zu töten“, schrieb Cpt. Mark Moretti, 28jähriger Kommandeur der US-Truppen in Korengal „aber wir sind gut darin und werden es weiter tun solange ihr uns bekämpft.“
Nur zwei Tage später antwortete Nasrullah: „Wenn ihr weiterhin für menschengemachtes Recht kämpft, dann werden wir euch bekämpfen bis zum Jüngsten Tag.“
Die Taliban hatten den Abzug der verhassten Amerikaner aus Korengal ersehnt und herbeigebombt. Sie kamen aus Pakistan über die Grenze, teilweise unterstützt durch arabische Dschihadisten, und hatten letzter Zeit ihre Angriffe verstärkt. Kaum hatten die US-Einheiten den Außenposten Korengal geräumt, führten die Islamisten ein Kamerateam von Al-Jazeera durch die verlassene Militärbasis. Stolz präsentierten sie zurückgelassene Munition und Ausrüstungsgegenstände der Amerikaner als Propagandasieg.
„Es wurde viel Munition zurückgelassen – Mörser und Raketen“, behauptete der lokale Taliban-Kommandeur Anwar, „So Allah will werden wir sie gegen die Amerikaner einsetzen.“
Zweifellos scheiterte die US-Mission in Korengal auch, weil die Bevölkerung den ausländischen Truppen die Zusammenarbeit verweigerte. Einer der Dorfältesten erklärte vor Kamera von Al-Jazeera die möglichen Beweggründe: „Wir wollen hier keine Amerikaner, keine Deutschen oder irgendwelche Ausländer. Wir wollen Frieden, wir wollen die Taliban und den Islam.“

Monday, April 5, 2010

Pakistans geschundene Stadt - Neue Anschläge erschüttern Peshawar


Die Kameras der pakistanischen Nachrichtensender waren live drauf, als heute Vormittag (MEZ) mehrere Autobomben im Saddar-Distrikt der westpakistanischen Stadt Peshawar explodierte. Zunächst detonierte ein Sprengsatz an einem Checkpoint in der Nähe der Khyber-Road, jener Straße in der sich auch das US-Konsulat befindet. Kaum waren die Nachrichtenkameras am Ort des Geschehens sprengten sich zwei weitere Selbstmordattentäter in ihren Autobomben in die Luft, gefolgt von bewaffneten Angreifern, die versuchten das Gelände der US-Vertretung zu stürmen. Es kam zu Feuergefechten mit pakistanischen Sicherheitskräften. Über die genaue Zahl der möglichen Opfer ist bislang nichts bekannt.



Peshawar wird zum wiederholten Mal Opfer einer Bombenserie, die höchstwahrscheinlich erneut dutzenden Menschen das Leben kosten wird. Nahe der afghanischen Grenze gelegen ist die ehemalige Basis der afghanischen Mudschaheddin im Kampf gegen die Sowjets, heute zum einen ein Vorposten der pakistanischen Armee und Stützpunkt amerikanischer Geheimdienstaktivitäten in der Region, zum anderen aber auch beliebtes Ziel von Taliban und al-Qaida.

Hunderte Pakistaner starben in den vergangenen Monaten in den Straßen und auf den Marktplätzen Peshawars. Mal übernehmen die Islamisten voller Stolz die Verantwortung für die Attentate, mal leugnen sie jede Beteiligung und machen amerikanische Söldnerfirmen vom Typ "Blackwater" für die Massaker an der Zivilbevölkerung verantwortlich.

Sunday, April 4, 2010

Der Rambo aus dem Jenseits - Neues Foto zeigt jungen Zarqawi

Ihm wurde eine beispiellose Karriere als Islamistenführer vorhergesagt, er galt zeitweise als populärste Figur des internationalen Dschihad und als möglicher Rivale oder Nachfolger von Osama Bin Laden - bis ihn amerikanische Kampfjets mit der Wucht mehrere hundert Kilogramm schwerer Bomben vor einigen Jahren töteten.


Aus Abu Musab al Zarqawi war binne kurze Zeit der wohl am meisten gefürchtete islamistische Terrorist der Gegenwart geworden. Im Irak hinterließ der gebürtige Jordanier eine Spur des Terrors, der Zerstörung und Gewalt. Eigenhändig enthauptete Zarqawi westliche Geiseln vor laufender Kamera, stilisierte sich zu al-Qaidas "Prinz im Irak" und "Emir der Schlachter".


Nach seinem Tod durch amerikanische Bomben in einem irakischen Provinzhaus nahe Baquba, geistert der al-Qaida Chef des Irak nur noch als unsterbliche Märtyrerfigur durch die dschihadistischen Internetforen. Seine Hasspredigten gegen Schiiten, Juden, Christen und alle, die seinem Wunsch eines Islamischen Kalifats zwischen Euphrat und Tigris nicht teilten, werden weiterhin in al-Qaida Propagandavideos von Algerien bis Pakistan eingespielt.



Der junge Abu Musab al Zarqawi - vermutlich noch in Jordanien fotografiert

Jetzt beglückte ein Mitglied eines Dschihad-Forums die Fan-Gemeinde des jordanischen Massenmörders im Namen des Islam, mit einem Jugendfoto Zarqawis. Darauf zu sehen ist der spätere Gotteskrieger in einem Hinterhof stehend, mit einer Kalaschnikow posierend. Wie Rambo in der Pubertät wirkt Zarqawi, ein Fanatiker dessen physisches Erscheinungsbild seinem Ego und seinem radikalen Gewaltphantasien nicht so recht gerecht werden will.


Wo die Aufnahme entstand, ist nicht bekannt. Vermutlich knipste ein Kampfgefährte oder Zellengenosse den ehemaligen Häftling Zarqawi in dessen Heimat Jordanien. Erst Ende der 1980er Jahre, als der Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan schon beinahe zu Ende war, reiste Ahmed, so Zarqawis bürgerlicher Name, an den Hindukusch und schloss sich den arabischen Dschihadisten an. Auch dort könnte die bislang unbekannte Fotoaufnahme entstanden sein.

Wednesday, March 17, 2010

Al-Qaida Kommandeur getötet - Drohnenangriff auf Miranshah-Zelle


Schon vor wenigen Tagen erreichte die Meldung dschihadistische Internetforen, eine Gruppe Araber sei bei einem US-Drohnenangriff am 09.März nahe der Stadt Miranshah in Nord-Waziristan ums Leben gekommen. Letzte Woche hatten die unbemannten Flugzeuge Raketen auf einen Gebäudekomplex abgefeuert und laut Anwohner acht "Ausländer" getötet.


Miranshah (Nord-Waziristan) aus Drohnen-Sicht

Nach und nach sickerten die Namen der getöteten al-Qaida Kämpfer bis in die Dschih@d-Szene. Die Rede war dort allerdings nur von vier getöteten Dschihadisten. Ein Kuwaiter soll darunter sein, dessen Bruder in Guantanamo in Haft sitzt, ein Marokkaner, ein Pakistaner und ein jemenitischer "Märtyrer" namens "Ghazwan al-Yemeni" (auch Saddam Hussain al Hussami genannt).

Ein Bombenbastler weniger

CIA-Quellen erklärten heute, der Luftangriff in der letzten Woche habe erfolgreich einen Chefplaner al-Qaidas getötet. Hussain al-Hussami sei Hauptverantwortlicher für den Selbstmordanschlag auf die CIA-Basis im afghanischen Khost gewesen und habe auch weitere "Special Operations" von al-Qaida geplant.
Der 30jährige soll laut Dschihad-Insidern 2005 mehrere Monate in jemenitischer und saudischer Haft verbracht haben, bevor er an den Hindukusch reiste. Al-Hussami habe in Kontakt gestanden mit al-Qaida im Jemen und galt als ein Spezialist im Bau von Sprengstoff-Westen und Gürteln. Laut CIA habe er als erfahrener Bombenbauer auch Taliban-Zellen ausgebildet.

Noch bevor US-Geheimdienstler seinen Tod bestätigten, feierte die Dschihad-Szene al-Hussami bereits als Märtyrer. Die Araber die vergangene Woche in Waziristan ums Leben kam, sollen Schüler des legendären al-Qaida Bombenbauers Khabab al-Masri gewesen sein. Auch er starb durch eine CIA-Drohne.
Al-Hussamis Tod beweist, dass die massive Zunahme der Drohnenangriffe nicht ohen Wirkung auf das Terrornetzwerk bleibt.

CIA-Chef hält al-Qaida für geschwächt, warnt vor Einzeltätern

10 von 20 Top-al-Qaida Führern habe man durch diese Taktik bereits eliminieren können, erklärte CIA-Chef Leon Panetta im Washington Post Interview vom Mittwoch. Die Organisation sei geschwächt und zerrüttet. Eine abgefangene Nachricht eines Kommandeurs an Osama Bin Laden zeige wie hilfslos sich die Extremisten fühlten. Darin soll Bin Laden angefleht worden sein, die Führung der Gruppe in Waziristan zu übernehmen, denn die Dschihadisten seien demoralisiert und zermürbt durch die Drohnen.


Panetta warnte aber davor die Schlagkraft al-Qaidas zu unterschätzen. "Die USA sind im Krieg mit dieser Organisation", so der CIA-Chef, "al-Qaida ist weiterhin entschlossen so viele Amerikaner wie möglich zu töten."
Ausgebildete Terroristen wie Najibullah Zazi, der Terroranschläge in New York verüben wollte, habe man im vergangenen Jahr verhaften können. Jedoch sei Zazi genau wie andere al-Qaida Anhänger in den USA vorher nicht CIA bekannt gewesen. Er habe Angst, erklärte Panetta, dass sich noch mehr Schläfer in den Vereinigten Staaten befänden "von denen wir nichts wissen."

Tuesday, March 9, 2010

Chinesischer Dschihad-Führer starb in CIA-Drohnenangriff


Für Peking war er ein lästiger Unruhestifter, ein gesuchter Terrorist und gehasster Separatist. Er selbst sah sich als Freiheitskämpfer für die muslimischen Uiguren Chinas. Am 15. Februar starb Abdul Haq al-Turkestani, Chef der "Islamic Party of Turkestan", einer militanten Islamisten-Gruppierung aus der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang.


Turkestani wurde in Nord-Waziristan durch die Raketen einer amerikanischen Kampfdrohne getötet. Ob er das Ziel der CIA-Operation war oder rein zufällig starb ist unklar. Pakistanische Geheimdienstler bestätigten inzwischen den Tod des uigurischen Islamistenführers.

Im vergangenen Jahr hatte al-Turkestani in einer Videobotschaft der chinesischen Führung mit Terroranschlägen gedroht. Muslime sollten Chinesen in deren Heimat und im Ausland töten. Die blutige Niederschlagung der Aufstände von Xinjiang würden gerächt, hatte Turkestani geschworen, und der Islam gegen die "ungläubigen Atheisten" der KP-Führung verteidigt.


Um seine Organisation, die für die Errichtung eines islamischen Staates Turkestan kämpft, stärker mit den Netzwerken der Taliban und al-Qaida zu verknüpfen, so berichten ISI-Agenten, sei Turkestani in die pakistanischen Stammesgebiete gereist und habe dort sogar als ein Mitglied der al-Qaida Shura fungiert. Viele Mitglieder der "Islamic Party of Turkestan" trainieren bereits in den Ausbildungscamps der al-Qaida und der usbekischen Gruppierungen.

"Vielleicht bedurfte es einer amerikanischen Raketen um den meistgesuchten Separatisten-Führer Chinas zu töten", sagte ein pakistanischer Geheimdienstler dem US-Sender CBS, "aber die Chinesen sehen dies trotzdem als gute Entwicklung."

Tuesday, March 2, 2010

Somalische Islamisten verbieten UN-Nahrungsmittelprogramm


Somalia´s Shabaab, die de-facto Herrscher des seit Jahrzehnten zerrütteten Bürgerkriegslandes am Horn von Afrika, haben in ihrem Einflussbereich (von der kenianischen Grenze bis nach Mogadischu) ein Verbot des UN World Food Programme ausgesprochen.

In einem Statement der Islamisten heißt es, man verbiete die kostenlose Verteilung der UN-Lebensmittel, da so der Markt für die somalischen Bauern zerstört würde. Zudem seien viele der Nahrungsmittel in den Depots der UN verdorben und der Auslöser von Krankheiten.



Erst an vierter Stelle nennen die Shabaab, mittlerweile offizieller Arm der al-Qaida in Ostafrika, den Verdacht die UN diene als Schutzschirm für die Feinde Somalias im Land zu operieren.