Monday, September 6, 2010
Wo ist al-Qaidas General?
Neun Jahre nach 9-11 fehlt von al-Qaidas Führungsriege weiterhin jede Spur. Während sich Bin Laden, Zawahiri und andere irgendwo im pakistanischen Waziristan vor der Drohnen-Offensive der CIA verstecken, hat sich al-Qaidas Militärchef Saif al-Adel, der "General" des Terrornetzwerkes, im Iran eingenistet.
Der Autor von al-Qaidas 20-Jahre-Plan zur Eroberung der Welt, gilt als hochgefährlich, Geheimdienstler fürchten seine Rückkehr in die Kommandozentrale al-Qaidas. Im Iran stand al-Adel unter dem Hausarrest der Sicherheitskräfte - bis jetzt.
Der 08.Januar 2000. Tarnak-Farm, ein ehemalig von den Sowjets und ihren afghanischen Kommunisten-Alliierten genutztes Gelände nahe Kandahar. Eine Gruppe von etwa 100 bärtigen Männern sitzt auf dem Boden unter freiem Himmel. Sie unterhalten sich, einige habe ihre Söhne auf dem Schoss, andere ihre Kalaschnikov. Es wird geplaudert und in die Kamera gelacht.
Plötzlich erscheint ein hochgewachsener Saudi in langem weißen Gewand, umringt von Leibwächter, und tritt vor dem versammelten Publikum an das Rednerpult - es ist Osama Bin Laden.
Noch während er seine Ansprache beginnt, schwenkt die Kamera der al-Qaida Propagandafilmer auf einen Mann im Publikum, einen bärtigen Ägypter mit weißem Turban Er grinst für wenige Sekunden in die Kamera, im Hintergrund spricht Bin Laden. Die kurze, tonlose Filmsequenz, die US-Truppen auf Videokassetten in Afghanistan fanden, sind die letzten bekannten Aufnahmen von Saif al-Adel, dem ehemaligen, eventuell noch aktuellen Militärchef des Terrornetzwerkes al-Qaida.
Al-Adel, geboren im April 1960 oder 1963, gilt als einflussreiche Größe des globalen Dschihadismus, obwohl er seit Jahren untergetaucht, beinahe verstummt ist. Der Ägypter, dessen wahrer Name Mohammad Ibrahim Makkawi lauten soll, hatte die Nachfolge des al-Qaida Militärchefs Mohammad Atef alias "Abu Hafs" übernommen, nachdem dieser im November 2001 durch eine US-Rakete in Kabul getötet worden war. Seitdem steht Said al-Adel weit oben auf den Fahndungslisten der USA (5 Millionen US Dollar Kopfgeld) und gilt als gefährlicher Drahtzieher verschiedener al-Qaida Anschläge, u.a. in Saudi-Arabien und im Irak.
Im Jahr 1987 entließ die ägyptische Armee den Oberst einer militärischen Spezialeinheit, Saif al-Adel, und nahm ihn sowie hunderte weitere Männer unter Terrorverdacht im Zuge des "National Security Case 401" fest. Al-Adel sympathisierte mit der islamistischen Bewegung "Al Jihad" und hatte einem ägyptischen Abgeordneten berichtet, es gäbe Pläne ein Flugzeug auf das ägyptische Parlament stürzen zu lassen. Dies bewegte ein ägyptische Gericht al-Adel am 06.Mai 1987 zu einer Gefängnisstrafe für einen Putschversuch zu verurteilen.
Nach kurzer Haft kehrte Saif al-Adel Kairo den Rücken. Er überlebte in die USA auszuwandern und dort in das Militär einzutreten.
Stattdessen aber schloss er sich jenem Strom junger Araber an, die in den 1980er Jahren nach Afghanistan aufbrachen, um gegen die sowjetische Invasion zu kämpfen. Über Saudi-Arabien reiste al-Adel 1988 nach Pakistan, das zur damaligen Zeit Basis für all jene ausländischen Freiwilligen war, die in Afghanistan in den Dschihad ziehen wollten.
Im April 1988 machte sich der erfahrene Soldat an die Front in Ost-Afghanistan. Dort hatte ein Saudi namens Osama Bin Laden eine Gruppe arabischer Dschihad-Kämpfer, das sogenannte "Ansar-Battallion" geformt. Unter der Führung eines weiteren Ägypters, Abu Ubaidah al-Banshiri, gesellte sich Saif al-Adel zu Bin Ladens Einheit.
Anders aber als die anderen Islamisten blieb al-Adel weiterhin glatt rasiert, entsprechend der Tradition des Militärs. Auch in seinem Verhalten unterschied er sich von den übrigen Arabern, fiel sogar negativ auf. Al-Adel galt als unausgeglichen, leicht erregbar und dabei extrem herabweisend.
"Die anderen Araber hassten ihn, weil er sich wie ein Offizier aufführte", berichtet ein ägyptischer Kameramann der die arabischen Mujaheddin damals begleitete. In der Schlacht von Khost, als arabische Kämpfer den von Sowjets besetzten Flughafen angriffen, erregten die amateurhaften und wenig militärisch erfahrenen Mitkämpfer al-Adels Gemüt. "Das ist ein Krieg der Ziegen", soll der Ex-Oberst gesagt haben, und beklagte sich bei Bin Laden über die stümperhaften Dschihadisten.
Als die Sowjets Afghanistan 1989 verließen, ging auch Saif al-Adel. Der Ägypter blieb zunächst im pakistanischen Peshawar und wurde ein Organisator der verbliebenen arabischen Kämpfer am Hindukusch. Bis 1992 soll er zudem als Ausbilder in einem Dschihad-Lager nahe Khost gedient haben.
Im Tross um Osama Bin Laden reiste al-Adel 1992 in den Sudan und wurde zum militärischen Vordenker für das Terrornetzwerk al-Qaida. Somalia erschien dem ehemaligen Elitesoldaten als passendes neues Aktionsfeld für die internationalen Dschihadisten. Gerade war der Bürgerkrieg ausgebrochen, und westliche Truppen würden das Land bald besetzen. Al-Adel entsandte Mitstreiter ans Horn von Afrika, um dort Allianzen mit lokalen Gruppen zu schließen und neue Trainingscamps aufzubauen.
Im Oktober 1993 diskutierte al-Adel mit seinem Vorgesetzten, dem Militärchef Mohammed Atef, al-Qaida Ausbildungslager in der Region Ogaden und im Süden Somalias einzurichten. Die Route von Nairobi nach Kamboni, so schrieb al-Adel später selbst aus Somalia, sei ideal um Kämpfer von Ost-Afrika in das Bürgerkriegsland zu bringen.
Mitte der 1990er Jahre hielt sich al-Adel vermutlich eine Zeit lang im Jemen auf, wo er den späteren 9/11-Chefplaner Khalid Sheikh Mohammad traf. Nach Bin Ladens Rückkehr aus dem Sudan nach Afghanistan, 1996, bei der al-Adel als Copilot des Flugzeuges fungiert haben soll, stieg Saif al-Adel zum militärischen Chefplaner von al-Qaida auf.
Nahe Kabul, im "Mes Aynak Camp" des Terrornetzwerks, bildete al-Adel bis 1999 eigenhändig Terrorrekruten aus. Zu dieser Zeit verließ im weit entfernten Jordanien gerade ein berüchtigter Straßengangster und nun radikalisierter Islamist das Gefängnis. Der junge Jordanier nannte sich "Abu Mussab az-Zarqawi" und verließ seine Heimat prompt mit Ziel Afghanistan.
Saif al-Adel traf den fanatischen Extremisten, und sah ihn als willkommene Möglichkeit al-Qaida Nachwuchs in Jordanien, Syrien und dem Libanon zu werben, einer Region in der das Terrornetz bislang kaum Fuß gefasst hatte. Ein Großteil seiner Rekruten kam bislang aus den Golfstaaten, Nord- und Ostafrika.
In Kandahar bat al-Adel Osama Bin Laden und dessen Vize Ayman az-Zawahiri, den energiegeladenen Abu Mussab az-Zarqawi zu unterstützen. Die Überredungsversuche gelangen und der Jordanier bekam mit al-Qaidas Segen ein eigenes Trainingscamp im westafghanischen Herat. Saif al-Adel machte es sich zur Aufgabe im Iran Kontakte zu kämpfen und eine Schleuserroute über den Nord-Irak und Nord-Iran nach Herat zu erstellen um Zarqawi mit Rekruten zu versorgen.
Als im Sommer 2001 die Pläne zum 9/11-Anschlag auf Hochtouren liefen, stellte sich Saif al-Adel gegen seine Chefs Bin Laden und Zawahiri. Einen Großanschlag in den USA auf Zivilisten sah der ägyptische Ex-Oberst als nicht sinnvoll, er fürchtete brutalste Gegenschläge, die al-Qaidas Infrastruktur in Afghanistan zerstören würden. Ähnlich sahen es auch andere Mitglieder des Führungsgremiums al-Qaidas. Doch die Warnungen wurden ignoriert.
Der 11.September 2001 brachte die befürchtete Reaktion von Seiten der USA. Afghanistan war als Basis für al-Qaida nicht mehr haltbar und die Anhänger des Netzwerks flohen in alle Himmelsrichtungen.
Während sich eine Gruppe, rund um Bin Laden und Zawahiri in Richtung Osten, in die pakistanischen Stammesgebiete aufmachte, wählte Saif al-Adel Ende 2001 die Route gen Westen. Er floh über die Grenze in den Iran. Mit ihm kamen mehrere Mitglieder der Bin Laden Familie, darunter die drei Söhne des al-Qaida Führers, Saad, Mohammad und Uthman Bin Laden, sowie seine Tochter Iman und mindestens eine Ehefrau.
Seit Ende 2001 soll sich Saif al-Adel, der mit der Tochter eines ägyptischen Dschihad-Veteranen aus den 1980er Jahren verheiratet ist und mindestens fünf Kinder haben soll, in der Islamischen Republik Iran aufhalten. Wo genau ist ebenso unklar wie die Umstände, etwa ob es sich um einen Hausarrest handelt oder ob Irans Behörden überhaupt wissen wo der al-Qaida Militärchef haust.
Dass al-Qaida Mitglieder im Iran leben, bestreitet nichtmal das Teheraner Regime. Namen der Personen zu nennen, die sich angeblich in Haft oder unter Hausarrest befinden, weigerte sich die iranische Regierung bislang.
Aus Sicht der CIA steht fest: der schiitische Gottesstaat beherbergt einen Teil der Terror-Elite, darunter Saif al-Adel. Die Ermittlungseinheit "RIGOR" sollte noch unter der Bush-Administration herausfinden, wieviel al-Qaida im Iran präsent ist, und welche Aktivitäten von den Personen ausgehen.
Saif al-Adel jedenfalls dürfte nicht in einem iranischen Kerker dahinvegetieren. Als am 12.Mai 2003 in der saudischen Hauptstadt Riad ein Gebäudekomplex, in dem auch Ausländer angesiedelt waren, Ziel eines al-Qaida Anschlages wurde, hörte der saudische Geheimdienst ein Telefonat zwischen den Drahtziehern und einer Person ab, die sich offenbar im Iran aufhielt: es war die Stimme Saif al-Adels.
Seinem ehemaligen Zögling Zarqawi gab al-Adel zum Dschihad-Karrierehöhepunkt im Irak, Ratschläge, keinen Bürgerkrieg mit schiitischen Milizen zu riskieren. Der Zarqawi-Biograf Fuad Hussain kontaktierte Saif al-Adel über islamistische Kreise und erhielt von ihm ein ausführliches Strategiepapier zu al-Qaidas Zukunftsplänen. "Al Qaidas Strategie 2010", so der Titel des Dokuments, beweist dass al-Adel weiterhin aktiv am globalen Terrorgeschäft beteiligt ist.
Im Gegensatz aber zu all jenen al-Qaida Kadern, die es in den letzten Jahren nach Waziristan zog, hat Saif al-Adel im Iran ein mehr oder weniger sicheres Versteck gefunden. Unter den Augen des verhassten Schiiten-Regimes hat der Islamist keine amerikanischen Drohnenangriffe zu befürchten. Außerdem herrscht im Iran kein Krieg wie in Afghanistan oder dem Irak, es besteht also keine Gefahr mehr oder weniger per Zufall zum Märtyrer zu werden.
Unbestätigten Berichten zufolge sollen die Iraner al-Adel jüngst Bewegungsfreiheit erteilt haben (US-Geheimdienstberichte gehen sogar von Reisen in die arabischen Golfstaaten aus). Der Ägypter könnte sich also wieder Richtung Pakistan aufmachen und in der al-Qaida Führung mitmischen. Ob der militärische Stratege diese Möglichkeit wahrnimmt, bleibt zu bezweifeln.
Schon in den 1980er Jahren war er schockiert von den Amateur-Gotteskriegern im Dschihad gegen die Sowjets - was würde al-Qaidas oberster General heute erst zu dem versprengten Haufen ausländischer Terror-Jünger sagen, die sich in militärischen Crashkursen in Waziristan als Soldaten Allahs versuchen?
Monday, August 16, 2010
Der "20.Attentäter" - Fotos von Ramzi Bin al-Shaibah aus Guantánamo
Ramzi Bin al-Shaibah war Osama Bin Ladens Kontaktmann in Hamburg. Er formierte die „Hamburger Zelle“ und zog im Hintergrund die Fäden für die 9/11-Anschläge. Jahrelang gab es keine aktuellen Foto-Aufnahmen des Guantánamo-Häftling –bis jetzt.

Der freundlich dreinblickende Mann sollte eigentlich längst tot sein. Er wollte einen Massenmord an Amerikanern begehen und dabei als Märtyrer sterben. Doch Ramzi Bin al-Shaibahs Plan ein Todespilot der Anschläge vom 11.September 2001 zu werden, scheiterte an der Bürokratie. Die US-Behörden verweigerten dem Jemeniten ein Einreise-Visum.
Jetzt sind Fotoaufnahmen des sogenannten „20.Attentäters“ von 9/11 aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo aufgetauchte. Es sind die ersten Bilder Ramzi Bin al-Shaibahs seit seiner Festnahme in Pakistan im September 2002. Sie zeigen einen gealterten, fröhlich wirkenden Mann mit Bart, gekleidet in ein weißes Gewand. Um den Kopf gewickelt trägt er ein schwarz-weißes Palästinensertuch, eingestickt darin die Worte „Super Deluxe“.
Die Fotostrecke des 9/11-Organisators Bin al-Shaibahs wurde vermutlich von Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes aufgenommen, die Guantánamo regelmäßig besuchen und Häftlinge auf gesundheitliche Unversehrtheit untersuchen dürfen.
Pünktlich zum Ramadan werden die Fotos der Terrorhäftlinge den Familien übergeben, sie stehen aber in der Regel nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes erklärte mir inzwischen, dass im Jahr 2009 alle Häftlinge, die sich einverstanden erklärte, fotografiert wurden:
"Each detainee was allowed to choose two pictures and five colour prints were made of each. These were incluced with Red Cross Messages from the detainees and transmitted to the families by the Red Cross."
Fraglich bleibt, weshalb dann nicht zwei ausgewählte Fotos von Bin al-Shaibah auftauchten, sondern insgesamt mindestens fünf verschiedene.
Ähnliche Aufnahmen, wie sie nun von Ramzi Bin al-Shaibah auftauchten, wurden bereits im vergangenen Jahr von Khalid Sheikh Mohammed verbreitet (siehe hier).
Der heute 38jährige Jemenit Ramzi Mohammed Abdullah Bin al-Shaibah gilt als einer der wichtigsten al-Qaida Drahtzieher. Er soll die Anschläge vom 11.September 2001 von Hamburg aus koordiniert haben.
Geboren wurde Bin al-Shaibah im Dorf Ghayl Bawazir, in der südjemenitischen Provinz Hadramaut, studierte Wirtschaftswissenschaften und war acht Jahre bei der International Bank of Yemen tätig. 1995 versuchte er zum ersten Mal in den Westen auszuwandern und beantragte ein Visum für die USA. Sein Plan scheiterte und Bin al-Shaibah reiste stattdessen nach Europa.
In Hamburg nannte sich der Jemenit „Ramzi Omar“ und gab an, ein sudanesischer Asylbewerber zu sein. Er schrieb sich am Studienkolleg der Hamburger Universität ein, angeblich mit der Absicht Deutsch zu lernen. Seine Leistungen waren schwach und er fälschte Studienbescheinigungen. Zwei Jahre später, 1997, lehnte ein Hamburger Gericht Bin al-Shaibahs Asylantrag ab und er kehrte kurzfristig in den Jemen zurück.
Überraschenderweise erhielt Ramzi Bin al-Shaibah kurz darauf ein deutsches Visum unter seinem richtigen Namen. Er zog nach Hamburg und besuchte regelmäßig die „Al-Quds-Moschee“ am Steindamm, in der jahrelang Hass gegen den Westen und Ungläubige gepredigt wurde.
Dort lernte er den Ägypter Mohammed Atta und den Saudi Marwan al-Shehri kennen, die seine radikalen Glaubensansichten teilten. Während Atta der eher schweigsame des Freundeskreises war, galt Ramzi Bin al-Shaibah als charismatischer Wortführer.
Auf einem Video, das auf der Hochzeit des bis heute weltweit gesuchten Gesinnungsgenossen Said Bahaji im Oktober 1999 gedreht wurde, ist Bin al-Shaibah zu sehen, wie er zum Kampf gegen die Juden aufruft und Dschihad-Lieder anstimmt. Aufgenommen wurde es in den Räumen der Hamburger „Al-Quds Moschee“.
1998 zogen Bin al-Shaibah, Atta und al-Shehri in eine WG, zunächst in die Harburger Chaussee 115, dann in die Marienstraße 54. Es entstand die sogenannte „Hamburger Zelle“.
Getrennt reisten die drei Männer im November und Dezember 1999 nach Afghanistan und erhielten eine Ausbildung in einem al-Qaida-Lager.
Sie leisteten den Treueschwur auf Osama Bin Laden und Bin al-Shaibah gab, so berichtet er später, an einer Selbstmordmission teilnehmen zu wollen. Al-Qaidas Militärchef Mohammed Attef traf sich persönlich mit Bin al-Shaibah (Kampfname „Abu Ubaida“) und verriet ihm, er und seine Hamburger Mitstreiter seien für eine „sehr geheime Operation“ ausgewählt worden. Zu diesem Zweck müssten jedoch weitere vertrauenswürdige Männer rekrutiert werden. Diese Aufgabe fiel Bin al-Shaibah zu.
Dieser reiste im Februar 2000 zurück nach Hamburg und begann mit den Vorbereitungen für die 9/11-Anschläge in den USA. Im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der „Hamburger Zelle“ erhielt al-Shaibah jedoch nach viermaligem Antrag kein Visum für die Vereinigten Staaten. Für Bin al-Shaibah endete somit der Traum, der 20.Märtyrer der „Operation Heiliger Dienstag“ zu werden.
Sein Plan B, eine heiratswillige Frau in den USA zu finden, scheiterte, und auch an einer niederländischen Flugschule wollte man ihn nicht zum Piloten ausbilden.
Letztendlich wurde Bin al-Shaibah zum Mittelsmann zwischen Bin Laden und der „Hamburger Zelle“ auserkoren. Er erledigte fortan alle Geldgeschäfte für die späteren Attentäter und stand in ständigem Kontakt mit der al-Qaida Führung in Afghanistan.
Kurz vor den Terroranschlägen von New York und Washington, am 05.September 2001, setzte sich Bin al-Shaibah über Düsseldorf und Madrid ab. Der Jemenit floh nach Pakistan.
Einem Journalisten des arabischen Fernsehsender Al Jazeera bewährten der 9/11-Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed und seine rechte Hand, Ramzi Bin al-Shaibah, im Juni 2002 ein Interview. Darin erläuterten sie ihre Beteiligung an den Anschlägen vom 11.September. Ramzi Bin al-Shaibah, so erklärte es Sheikh Mohammed, sei der „Chef-Koordinator der Anschläge“.
Am 11.September 2002, pünktlich zum Jahrestag der Anschläge in den USA, ging der Terrorhelfer Bin al-Shaibah den pakistanischen Sicherheitskräften ins Netz. Nach einem stundenlangen Feuergefecht in Karachi, wurde er festgenommen, mit einem Sack über dem Kopf abtransportiert und drei Tage später an die USA übergeben.
Wo genau die US-Geheimdienste den 9/11-Mitverschwörer in den folgenen Jahren festhielten ist nicht vollständig geklärt. Sein Anwalt spricht von Misshandlungen durch die CIA und das US-Militär. Bin al-Shaibah sei gefoltert und so zu Geständnissen gezwungen worden.
In das US-Gefangenenlager Guantánamo kam der Top-Terrorist erst 2006, zusammen mit 14 weiteren al-Qaida Mitgliedern, darunter sein Mentor Khalid Sheikh Mohammed. Angst vor der Haft in Guantánamo hatte Bin al-Shaibah wohl nicht. In einem Verhör erklärte er, es sei wohl die letzte sichere Gegend auf der Welt, „wo 500 Mudschaheddin an einem Ort sein könnten.“
Bald soll Ramzi Bin al-Shaibah und weiteren 9/11-Drahtziehern vor einem New Yorker Zivilgericht der Prozess gemacht werden.
Tuesday, June 15, 2010
Jagdausflug in Pakistan - US Zivilist wollte Osama Bin Laden töten
Die pakistanischen Polizisten staunten nicht schlecht, als sie am vergangenen Sonntagabend einen 52jährigen Amerikaner in einem Waldstück der nordwestlichen Chitral-Region festnahmen. Einheimische hatten berichtet ein bewaffneter Ausländer halte sich in der Gegend auf.
"Wir haben automatisch angefangen zu lachen als er uns erzählt hat, dass er Osama Bin Laden töten wolle", erklärte ein Polizeisprecher. Dann aber hätten sie einen Dolch, eine Pistole und ein Nachtsichtgerät im Gepäck des aus Kalifornien stammenden Gary F. gefunden.
Inzwischen wird der Amerikaner in Peshawar von pakistanischen Geheimdienstlern verhört. Offensichtlich plante er, über die bergige Chitral-Region ins angrenzende afghanische Nuristan einzudringen und dort nach dem al-Qa´ida Führer zu suchen.
Es sei bereits sein siebter Trip nach Pakistan, hatte F. den Ermittlern gesagt, und er sei schon zum dritten Mal im Chitral.
Sollten sich die Vorwürfe bzw. Aussagen des Kaliforniers bestätigen, wäre es der erste Fall eines Zivilisten der sich auf eigene Faust auf die Jagd nach dem Terrorchef machte. Vermutlich lockte F. neben der abenteuerlichen Reise ins afghanisch-pakistanisch Grenzgebiet in erster Linie die 27 Millionen US Dollar Kopfgeld, die von den USA (und der Pilotenvereinigung) auf die Ergreifung oder Tötung des al-Qa´ida Gründers ausgesetzt wurden.
Gestern erst hatte das Terrornetzwerk eine Tonbandbotschaft Bin Ladens veröffentlicht, die in Teilen bereits im März von Al Jazeera ausgestrahlt wurde. "An das amerikanische Volk", so der Titel der kurzen Audioansprache.
Darin erklärt der saudische Dschihadist, seine Organisation werde alle amerikanischen Geiseln töten, sollte 9/11 Chefplaner Khalid Sheikh Mohammed im Zuge des Terrorprozesses von New York zum Tode verurteilt werden.
Friday, March 12, 2010
Wie der Vater, so der Sohn? - Brief von Bin Laden Sprössling angekündigt
Elf Söhne schenkten ihm seine vier Frauen, die genaue Zahl seiner Töchter, so gestand Osama Bin Laden einst einem Journalisten, kenne er nicht.
Ein Teil der Bin Laden Familie, insbesondere der Sprössling Omar und dessen Mutter Najwa, haben sich vom Terrorpaten und dessen Heiligem Krieg getrennt, schreiben Bücher, geben Interviews, hoffen auf Asyl im Westen.
Weitere Söhne, Töchter und Frauen des al-Qaida Führers sollen sich unter iranischem Hausarrest in Teheran befinden. Einer, Iman Bin Laden, gelang die Flucht während eines Shopping-Ausflugs in die saudische Botschaft. Sie wartet nun auf die Abschiebung in ihre Heimat.
Das Rätselraten um das Schicksal der "Royal Family of Terror", beginnt wenn es um den Verbleib der Söhne Bin Ladens geht. Einige von ihnen traten wohl in die Fußstapfen ihres Vaters, begannen bereits in den afghanischen Trainingslagern eine Terrorkarriere und sind heute Teil des Netzwerkes al-Qaida.
Hamza Bin Laden beispielsweise trug schon als Kleinkind Gedichte über den Dschihad und Märtyrertod vor, andere wie Mohammed Bin Laden spielten 2001 in den Wracks von abgeschossenen amerikanischen Hubschraubern in der afghanischen Provinz Ghazni.
Saad Bin Laden (30) ist nach Meinung amerikanischer Geheimdienstler in die ewigen Jagdgründe des Dschihad eingegangen. Eine amerikanische Rakete aus einer Predator-Drohne soll den zweitältesten Bin Laden Sohn im Januar 2009 irgendwo in Waziristan getötet haben. Die Chancen stünden bei "80-85% dass er tot ist."
Talibanführer widersprachen diesen Berichten im Juli 2009, erklärten Saad Bin Laden sei wenige Tage vor den ersten Gerüchten über seinen Tod in den pakistanischen Stammesgebieten gesehen worden. Ein Dementi oder eine Bestätigung von Seiten al-Qaidas kam nie.
Einige der Bin Laden Söhne wurden angeblich im pakistanischen Swat-Tal gesichtet, andere Augenzeugen sagen sie reisten zwischen Iran und der südpakistanischen Provinz Belutschistan hin und her.
Dschihadistische Internetforen kündigten jetzt einen Brief eines Bin Laden Sohns an. Demnächst werde ein "wichtiger Brief" erscheinen, offenbar in Englisch. Man darf gespannt sein...
Tuesday, February 16, 2010
"Osama an Obama" - Al Qaida veröffentlicht Bin Laden Audio offiziell
Monday, February 8, 2010
"Ihre Interessen sind überall" - Kampfansage von Jemen´s Al Qaida
Einst vegetierte er in einer Zelle des US-Gefangenenlagers Guantanamo vor sich hin, inzwischen ist Said al Shihri alias "Abu Sufiyan" einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Al-Shihri fungiert derzeit als militärischer Chef der jemenitischen al-Qaida und meldete sich heute in einer neuen Tonbandbotschaft zu Wort.
Hauptthema der Propagandanachricht ist ein Aufruf zum Dschihad auf der Arabischen Halbinsel gegen amerikanische Interessen. Der Dschihad sei Pflicht und müsse gegen Christen und Juden geführt werden. "Amerikanische und Kreuzritter-Interessen und ihre Agenten finden sich überall", erklärt der Ex-Guantanamo-Häftling. Wo immer sie zu finden seien müssten die Gotteskrieger "so viele Feinde wie möglich vernichten."
An "die Führer des Dschihad in Khorasan" gerichtet erwähnt al-Shihri den gescheiterten Detroit-Attentäter Umar Farouq Abdulmutallab: "Wir gratulieren den Führern des Dschihad (Osama Bin Laden) und der Ummah zur gesegneten Operation des Helden Umar Farouq".
Amerika, so heißt es am Ende der Audiobotschaft in einem Bin Laden Zitat, werde "niemals Sicherheit erleben bis wir in einem freien Palästina leben".
Im Jemen rufe er die Stämme auf al-Qaida und den Dschihad gegen die korrupten Regime, Marionetten und Sklaven Amerikas zu unterstützen. Die Bombardierung von Zivilisten zeige das wahre Gesicht der jemenitischen Regierung.
Friday, January 29, 2010
Was willst du uns sagen, Osama?
Al Jazeera hat es nicht leicht. Seitdem der islamistische Terrorismus zur medial erscheinend größten Gefahr für die Menschheit mutiert ist, wartet der arabische TV-Sender in regelmäßigen Abständen mit exklusivem Bild- und Tonmaterial aus der Dschihad-Szene auf. Nicht selten handelt es sich dabei um Video- oder Audiobänder des Terrorpaten, Osama Bin Laden, persönlich.
Kurz nach 9/11 begann eine Flut von Bin Laden-Videos über Al Jazeera zu laufen. Fans wie Gegner schienen an den Lippen jenes charismatischen Saudis zu hängen, der aus seinem Höhlenversteck in Tora Bora beschwor, dieser Krieg werde bis zum Sieg des Islam über die ganze Welt geführt.
Für Al Jazeera äußerte sich der vermeintlich "gute Draht" zu al Qaida einerseits erfreulich. Die Quote stieg an, der Name des Senders wurde im Westen bekannt und ist seitdem Synonym für die muslimische bzw. arabische Stimme im Mediendschungel.
Auf der anderen Seite verhöhnten vor allem die USA Al Jazeera als Propagandasender. Die immer wieder ausgestrahlten Bilder leidender Muslime in Gaza, Afghanistan, Irak und anderswo ließen den Eindruck erwecken es handle sich lediglich um eine arabische Fox-News-Kopie. Die exklusiven Bin Laden Botschaften verstärkten dieses Negativ-Image zusätzlich.
Nun sind fast zehn Jahre ins Land gegangen, der al Qaida Führer sitzt weder hinter amerikanischen Gardinen noch ist sein Leichnam durch die B-52 Bomber oder durch CIA gesteuerte Predatordrohnen pulverisiert worden. Bin Laden lebt und hat er neuerdings wieder Mitteilungsbedarf. Als Sprachrohr wählte er diesmal nicht - wie in den Jahren zuvor - die einschlägigen Internetforen, sondern er wagte den Schritt zu Al Jazeera.
Nachdem er sich im September 2009, kurz vor der Bundestagswahl mit deutschem Untertitel aus dem Internet zu Wort gemeldet hatte, war es still geworden. Der 9/11 Jahrestag 2009 verstrich ohne dass Bin Laden in einem neuen Video zu sehen war. Lediglich eine verschwommene Gestalt in einem unscharfen al-Qaida Propagandafilm aus Waziristan ließ die Gerüchteküche wieder kurzzeitig brodeln. War dort Bin Laden zu sehen oder doch nur ein weißbärtiger, pakistanischer Dschihad-Veteran?
Am vergangenen Wochenende brach Bin Laden das Schweigen. Al Jazeera erhielt ein neues Tonband, nur knapp unter zwei Minuten lang, und strahlte es in nahezu voller Länge aus. Direkt und klar wie selten warnte er darin die USA vor neuem Terror, lobte den Möchtegern-Märtyrer von Detroit und forderte Präsident Obama auf den Nahostkonflikt zu lösen um endlich Sicherheit für die westliche Welt zu gewinnen.
Doch dabei beließ es Bin Laden. Er legte nach und so präsentierte Al Jazeera heute ein zweites Audiotape. Zur Überraschung vieler Beobachter verzichtete Bin Laden diesmal auf die Dschihad-Propaganda, auf die Kriegsrhetorik und Hasstiraden. Der Klimawandel, seine Ursachen und das amerikanische "Nichtstun" waren Thema seiner Ansprache.
Experten wie Hobby-Analysten rätseln: Was will der meistgesuchte Mann der Welt seinen Freunden und Feinden mitteilen? Warum die schnelle Abfolge der Botschaften, warum diese Thematik, warum jener Zeitpunkt?
Fest steht, Bin Laden will das Jahr 2010 nicht beginnen ohne sich zu Wort zu melden. Vorrangiges Ziel der ersten Botschaft dürfte dabei sein, zu zeigen:
1. Ja, ich lebe noch.
2. Ja, der Flugzeugattentäter Umar Abdulmutallab war unser Mann
3. Es wird weiteren Terror geben
4. unsere Ziele und unser Angebot ("eure Sicherheit für unsere Sicherheit") ändern sich nicht
5. Obama ist Bush 2.0
Interessant sind weniger die Themen, die der al Qaida Chef anspricht, sondern vielmehr jene, die er kommentarlos weglässt. Er nennt explizit ein freies Palästina als Bedingung für einen Waffenstillstand, erwähnt dabei keine der anderen Regionen in denen muslimisches Blut fließt. Grund hierfür: mit dem Leid der Palästinenser lässt sich leicht Sympathie gewinnen. In den Straßen von Gaza gab es nach der ersten Tonbandbotschaft Zustimmung für Bin Laden. Wenigstens einer, so schienen viele zu denken, denkt noch an uns.
Noch ein weiterer Fakt dürfte ausschlaggegebend gewesen sein, Palästina herauszupicken: der Nahostkonflikt wartet weiterhin auf eine Lösung. Obama konnte trotz anfänglicher Bemühungen so gut wie nichts erreichen. Der Siedlungsbau schreitet fort, Hamas erkennt den Judenstaat weiterhin nicht an, Ägypten baut unterirdische Stahlbarrikaden um den Menschen in Gaza den Schmuggel zu erschweren...kurzum, es sieht schlecht aus für Nahost.
Warum aber widmet Bin Laden der globalen Erwärmung eine eigene Audiobotschaft? Was ist so wichtig daran dass sich der al Qaida Führer um das Weltklima sorgt?
Wieder ist Sympathie die Antwort. Der fanatische Gotteskrieger, der die Welt mit seiner mittelalterlichen Sharia-Anwendung unterjochen und zum Islam zwingen möchte, spielt den Klimaretter? Nein, tut er nicht, aber er lässt durchblicken dass auch er in seinem Versteck irgendwo in den Berghängen Waziristans, nicht unter Realitätsverlust leidet.
"Seht hier, ich bin doch von dieser Welt, und diese Welt leidet am Mensch-gemachten Klimawandel" - das soll herausgelesen werden aus dem jüngsten Tonband. Dass Bin Laden dabei die USA als Hauptverursacher für die globale Erwärmung ausmacht, dürfte niemanden überraschen. Man muss kein Dschihadist sein um zu diesem Schluss zu gelangen.
Die verbale Peitsche schwingt Osama Bin Laden hier aber hauptsächlich gegen Bush junior, der sich weigerte Kyoto zu unterzeichnen, auch weil es in seinem Gedankenspiel gar keiner Änderung in der Klimapolitik bedarf.
Nach evangelikaler Ansicht macht Umweltschutz wenig Sinn, denn bald wird ohnehin Christus wiederkehren und alles auf Erden richten.
Barak Obama bekommt von Osama die Ohrfeige weil er der "neue Agent" der Großkonzerne ist, die sowohl für den Klimawandel als auch für die Globalisierung und ihre Folgen verantwortlich seien.
Weil sich auch unter Obama - dem man dazu noch den Friedensnobelpreis verliehen hat - nichts ändere, so der al-Qaida Führer, bleibe als einzige Waffe gegen die "menschenverachtenden Folgen der Globalisierung" nur der Boykott des US Dollar. Ihn solle man "so schnell wie möglich" als internationale Leitwährung abschaffen, fordert Bin Laden. Dies würde nicht ohne Wirkung bleiben.
Zusätzlich präsentiert sich Bin Laden als gebildeter Leser amerikanischer Literatur. Noam Chomsky, Politologe, Philosoph und US-Kritiker, habe Recht, so der Terrorchef, wenn er die Politik der USA mit der, der Mafia vergleicht.
Erneut die Frage: gäbe es viele Nicht-Muslime im Westen, die Bin Laden hier widersprechen würden? Amerika der Haupt-Klimasünder? Amerika DIE treibende Kraft der Globalisierung? Amerikanische Konzerne Nr. 1 Ausbeuter der Welt?
Wer genau hinsieht erkennt, dass Osama eigentlich ATTACK Anhänger ist. Mit Sturmmaske und Palästinensertuch könnte er mit dieser Einstellung auch Flaschen auf Polizisten bei G8 Gipfeln schmeißen.
Ohne religiöse Floskeln, erstaunlich kurz, präzise und direkt bastelt der Osama Bin Laden an einem neuen Image. Al-Qaida als teufliches Konstrukt einer perversen, pseudo-religiösen Ideologie soll auf einen anderen Zug aufspringen: Globalisierungsgegnerschaft- und Antiimperialismus.
Der Feind bleibt der alte, die Ziele sind diesselben wie 2009 oder 2001, das Motiv erhält eine Komponente, die auf eine gefährliche Stimmung zurückgreift. In ihr vereint Bin Laden Kritik am Versagen Barak Obamas, an den Ursachen von Finanzkrise, Folgen von Globalisierung und Klimawandel und der US-Außenpolitik gnerell.
Aus dem Weißen Haus hieß es dazu al Qaida sei in der Defensive. . Der Präsident persönlich interpretierte Bin Laden´s jüngste Äußerungen als Zeichen der Schwäche. Dies dürfte etwas naiv und zu kurz gedacht sein. Hier war wohl der Wunsch Mutter des Gedanken. Von "Schwäche" zu sprechen wirkt fast schon humorvoll, bedenkt man dass ein dunkelhäutiger Millionärssohn nach einer Gehirnwäsche in einem jemenitschen Terrorlager, mit einer Unterhose voller Militärsprechstoff in einem Anschlussflug aus Europa, über den USA am Weihnachtstag beinahe 300fachen Mord im Namen al-Qaidas begehen konnte.
Bin Laden der Klima-Retter - Neue Audiobotschaft
Innerhalb einer Woche erhielt Al Jazeera zwei Audiobotschaften von Osama Bin Laden. Im jüngsten Tonband äußert sich der al Qaida Führer erstaunlicherweise weder zu neue Anschlägen noch zu aktuellen Konfliktherden, sondern attackiert die westliche Welt vor allem als Klimasünder.
Sämtliche Industriestaaten seien Schuld an der globalen Erwärmung. Bis auf die USA unter George W. Bush hätten jedoch alle Länder das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, führt Bin Laden an. Es sei daher klar, dass die USA so ihre Konzerne schützen wollten.
Ganz nebenbei stellt Bin Laden fest, die Diskussion um den Klimawandel sei kein "intellektueller Luxus" sondern das "Phänomen ist ein tatsächlicher Fakt".
Weiter zitiert der al Qaida Chef den US-Politologen Noam Chomsky. Chomsky habe Recht gehabt als er die US-Politik mit der Politik der Mafia verglichen habe.
Um sich von der "Sklaverei durch die USA" zu befreien, solle man zudem auf den Dollar verzichten. Er müsse als internationale Leitwährung abgelöst werden.
Erstaunlich ist, dass Osama Bin Laden sich mit zwei Tonbandbotschaften innerhalb kurzer Zeit meldet. Dabei scheint es ihm um eine Sympathie-Offensive zu gehen. Er zählt keine Verbrechen des Westens auf, spricht nicht über Waziristan, Tschetschenien, Irak oder die US-Bombardierungen im Jemen. Kein Wort über Guantanamo, den Tod von Muslimen in Xinjiang, Kashmir, das Minarettverbot, die Burqa-Debatte oder den versuchten Mordanschlag auf den Mohammed-Karikaturisten.
Sein Themenfeld grenzt sich ein auf den Nahostkonflikt, die globale Erwärmung und die US-Finanzdominanz. So erhofft sich der Terrorpate Sympathie sowohl bei Muslimen, als auch im Westen. Er macht es dem US-Präsidenten schwer, weiterhin einen Teufel an die Wand zu malen. Die Forderung: "Eure Sicherheit gegen unsere Sicherheit" ist dabei alt wie aktuell.
Monday, January 25, 2010
Bin Laden´s Codewörter? - Hinweise auf einen Anschlag fragwürdig
Am 15.April 2004 bot Osama Bin Laden dem Westen den kleinen Finger. Er richtete sich in einer Audiobotschaft an Europa und machte das Angebot eines Waffenstillstandes. Wörtlich begann er sein Ansprache:

"Friede sei mit jenen die der Rechtleitung folgen: In meinen Händen befindet sich eine Botschaft, euch daran zu erinnern..."
Der letzte Satz lautete:
"Und Friede sei mit jenen die der Rechtleitung folgen."
Nur 14 Monate später zündeten Selbstmordattentäter in London´s U-Bahn und Bussystem ihre Bomben und töteten über 50 Menschen. Bin Laden hatte seine Drohung wahr gemacht und jene gestraft, die sein Angebot abgelehnt hatten.
Drei Jahre später, am 20.März 2008 meldete sich der al-Qaida Führer erneut zu Wort. Thema diesmal waren die Mohammed-Karikaturen die 2005 von einer dänischen Zeitung und nachfolgend von weiteren Blättern weltweit abgedruckt wurden. Bin Laden warnte, die Karikaturen seien ein Teil eines Kreuzzuges, der auch vom Papst Benedikt XVI geführt werde.
Wörtlich sagte er:
"An die Intelligenten in der Europäischen Union: Friede sei auf jenen die der Rechtleitung folgen..."
Zum Ende der Rede schloss Bin Laden mit:
"Und Friede sei auf jenen die der Rechtleitung folgen."Am 02.Juni 2008 ließ ein aus Mekka stammender Selbstmordbomber Bin Laden´s Drohung wahr werden und raste mit einer Autobombe in die dänische Botschaft von Islambad.
Gestern dann erhielt Al-Jazeera ein neues Tonband, in dem Osama Bin Laden sich zum Anschlagsversuch von Detroit äußerte und gleichzeitig neuen Terror androhte. Und wieder begann und endete der al-Qaida Gründer mit der islamischen Phrase:
"Friede sei auf jenen die der Rechtleitung folgen."Vielleicht wäre es zuviel aus den religiösen Floskeln des Terror-Führers auf einen kommenden Anschlag zu schließen, fest steht jedoch. In all seinen Video- und Tonbandbotschaften verwendete Bin Laden nur selten jene Phrase. Und bislang folgten, wenn auch teilweise mit einigen Monat abstand Anschläge, sowohl in Europa, als auch gegen europäische Ziele in Pakistan.
Mordanschlag auf Islamistenführer in Norwegen - Rache aus dem Irak?
Mullah Krekar galt lange als Widerstandskämpfer. Sein Terror gegen Saddam Hussein war kein Fanatismus sondern wurde im Westen als legitimer Partisanenkrieg erachtet. Seit 2002 gilt der kurdische Islamistenchef jedoch als Sicherheitsrisiko und lebt dennoch frei im norwegischen Exil. Jetzt wurde er Ziel eines Attentats. Hintermänner kommen einige in Frage. Westliche Geheimdienste beobachteten den Bin Laden-Freund seit Jahren, kurdische Milizen im Irak sehen in ihm einen Todfeind.
Najmuddin Faraj Ahmad (53) alias „Mullah Krekar“ entkam nur knapp den Kugeln, die Unbekannte gegen kurz vor 02:00 Uhr in der vergangenen Nacht durch das Fenster seines Appartments im Osloer Toyen-Distrikt feuerten.
Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich fünf Personen in der Wohnung auf.
Krekars Schwiegersohn erlitt ebenfalls Schussverletzungen, schwebt allerdings nicht in Lebensgefahr.
Kurze Zeit später sei auf einem nahegelegenen Parkplatz ein brennender BMW gefunden worden. Derzeit untersuchen Ermittler ob ein Zusammenhang zwischen dem Fahrzeug und dem Mordanschlag auf Mullah Krekar besteht.
In den 1990er Jahren reiste Krekar mehrfach in seine Heimat zurück und stellte Kontakt zu radikalislamischen Gruppierungen in den nördlichen Kurdengebieten her.
So hielt der im Exil lebende Islamist jahrelang engen Kontakt zu irakischen Terrorgruppen, die im Nord-Irak Trainingslager für ausländische Dschihadisten errichteten. Dort wurden auch die Kämpfer des späteren al-Qaida Führer Abu Mussab al Zarqawi militärisch ausgebildet.
Dennoch erklärte 2007 ein norwegisches Gericht Krekar sei weiterhin eine Bedrohung für die Sicherheit Norwegens, da er noch immer Kontakte zur Terrorgruppe Ansar al-Islam und deren Splittergruppen habe.
Alle Anklagepunkte im Zusammenhang mit Terorrismus-Unterstützung und Aufrufen zur Gewalt wurden im Jahr 2004 gestoppt. Seitdem lebt Mullah Krekar frei in der norwegischen Hauptstadt. Seine Frau und Kinder erhielten 2000 die norwegische Staatsbürgerschaft.
Selbstmordattentate bezeichnete Krekar als „sehr wichtige Waffe für uns wenn wir im militärischen Kampf, einer gegen hundert stehen.“
Sunday, January 24, 2010
Kurz und kompromisslos - Osama Bin Laden´s verbaler Rundumschlag
Die Zeiten langer Reden sind vorbei. Seine jüngste Ansprache ist dem al-Qaida Führer Osama Bin Laden gerade einmal eine Minute wert. Doch die Aussagen des meistgesuchten Mannes der Welt werden durch die Kürze nicht weniger brisant. Dem Propheten des Terrors gelingt ein Rundumschlag, er verkehrt Verluste in Siege und fegt Hoffnungen und Wünschträume davon.
Mit der neuen Tonbandaufnahme „Osama an Obama“, übernehme Bin Laden die Verantwortung für das gescheiterte Weihnachts-Attentat auf ein Flugzeug in Detroit, melden die Agenturen. Dies ist untertrieben. Ihm gelingt noch einiges mehr. Verteilt auf eine Minute schwingt Bin Laden das verbale Fallbeil für Präsident Obama und zementiert ein für alle Mal: al-Qaida macht keine Kompromisse.
Zunächst beweist Bin Laden durch die Erwähnung des gesheiterten Detroit-Anschlages dass er noch unter den Lebenden weilt, dann adelt er den verhinderten Attentäter Umar Farouk Abdulmutallab zum „heldenhaften Krieger“, er nennt ihn in einem Atemzug mit den 9/11-Flugzeugentführern und stilisiert den Nigerianer so zum Mohammed Atta der nächsten Generation. Vielleicht tat er dies weil Abdulmutallab, Sohn eines steinreichen Bankiers, ähnlich wie Bin Laden selbst, dem Luxus den Rücken kehrte und sich für den Kampf gegen den Westen entschied. Seelenverwandte?
Es ist außerdem das erste Mal dass Bin Laden sich im Namen seines Terror-Dachverbandes nach einem nicht geglückten Attentat alleine mit dem Versuch brüstet und so aus dem Scheitern propagandistisch Profit schlägt.
Als in Großbritannien im Jahr 2006 der so genannte „Airliner-Plot“ aufflog, schwieg al-Qaida. Ebenso bei den Festnahmen der US-Staatsbürger Najibullah Zazi und Bryant Vinas im vergangenen Jahr. Beide waren in al-Qaida Trainingslagern in Pakistan planten Anschläge in New York. Ihnen trauerte weder Bin Laden noch Zawahiri hinterher. Wer scheitert, der wird normalerweise verleugnet. Der Dschihad kennt nur zwei Arten von Siegern: die toten Märtyrer und die siegreichen Krieger auf dem Schlachtfeld.
Jetzt aber kommt der Ritterschlag vom Führer des Dschihad für einen Gotteskrieger den wahrscheinlich eine lebenslange Haftstrafe erwartet. Bin Laden nutzt den Fall Abdulmutallab um zu beweisen dass sein Franchise-System des Terrors funktioniert. Und er demütigt all jene die ein Ende oder auch nur die Schwäche al-Qaidas vorausgesagt haben. Eine eigenständige Terrorzelle al-Qaidas hat weit weg von den eigentlichen Schlachtfeldern gegen den Terrorismus, Irak und Afghanistan, einen komplexen Anschlag im Westen geplant und ist nur knapp gescheitert.
Die Kernaussage Bin Ladens allerdings geht über den Detroit-Anschlagsversuch hinaus, ist eigentlich alt aber ungebrochen aktuell. Sie richtet sich an den Westen generell und an Präsident Obama im Speziellen.
Seit dem 11.September, so betont der Saudi, habe sich seine Botschaft nicht verändert und trotzdem habe man ihn anscheinend nicht verstanden. Sicherheit für die USA und ihre Verbündeten kann es laut Bin Laden nur geben, wenn Muslime weltweit in Sicherheit leben können.
Dass Bin Laden dabei ausgerechnet das Beispiel Palästinas und die westliche Unterstützung für Israel anführt, ist keinesfalls zufällig. Warum nennt er nicht die pakistanische Militäroffensive in Süd-Waziristan, den Luftangriff von Kunduz oder die US-Bombardierungen im Jemen? In all diesen Fällen starben muslimische Zivilisten. Dennoch macht sich Bin Laden zum Anwalt der Palästinenser und präsentiert sich als islamistischer Robin-Hood. Die Sympathie vieler Muslime, und auch vieler Nicht-Muslime, ist ihm damit sicher.
Und er geht noch weiter. Präsident Obama wird durch die neuste Botschaft Bin Ladens zum Kriegspräsidenten deklariert. Aus der schwarzen Erlöserfigur macht der Terrorpate einen zweiten Bush, lässt kein gutes Haar an seiner Politik und schlägt damit in eine tiefe Wunde, die Obama ohnehin schon durch seine politischen Gegner trägt.
Obamas Bemühungen die Beziehungen der islamischen Welt zu verbessern, seine Rede in Kairo, die Ankündigung Guantanamo schließen zu wollen und nicht zuletzt seine muslimischen Wurzeln und die Zeit in Indonesien, bedeuten al-Qaida rein gar nichts. Nichts davon ändert Bin Ladens Agenda.
Alle Hoffnungen der neue Mann im Weißen Haus würde den Blutrausch der Dschihadisten schmälern waren umsonst. Israel genügt Bin Laden als Argument. Die Unterstützung Amerikas für den jüdischen Staat ist und bleibt al-Qaidas alte und neue Hauptrechtfertigung für weitere Anschläge im Westen.
Es spielt aus Sicht der Bin Laden Jünger keine Rolle wie viele Soldaten mehr oder weniger nach Afghanistan geschickt werden, ob die US-Armee aus dem Irak abzieht oder Folterverbote an die CIA erteilt werden – die Toten von Gaza sind Argument genug um in Detroit hunderte Zivilisten zu ermorden.
Seit dem Januar 2009 fehlt dem al-Qaida Führer sein amerikanischer Gegenspieler George W.Bush. Dessen Aufruf zum „Kreuzzug“ gegen den Terrorismus ist verstummt, das Personal in Washington wurde ausgewechselt in der Hoffnung auf weniger Krieg und weniger Terror.
Osama Bin Laden aber baut sich in seiner Rhetorik und Polemik ein neues Gesicht des alten Feindes auf. Obama wird keinen al-Qaida Terror verhindern, denn auch er hat nicht begriffen worum es in diesem Krieg geht – dies ist die eigentliche Botschaft Bin Ladens.
Thursday, January 7, 2010
Die Schattenkrieger von Khost - Al Qaida tötete Top-Terroristenjäger der CIA
Sie waren die Elite der Agency. Ein Team zusammengewürfelt aus ehemaligen Elitesoldaten, Akademikern und Fachleuten. Ihr Auftrag: Al-Qaida Führer finden und töten.
Die siebenköpfige Mannschaft der US-Terror-Experten war seit mehreren Monaten in Camp Chapman, ihrem Außenposten nahe Khost an der afghanisch-pakistanischen Grenze stationiert.
Jeremy Wise (35), Harold Brown Jr., Scott Robertson , Elizabeth Hanson (30) und Dane Clark Paresi (46) starben zusammen mit einem der Top CIA-Experten für Al Qaida und der Leiterin der Operationsbasis in Khost, einer Mutter von drei kleinen Kindern, als sich der Kuwaiter Humam Khalil al Balawi vergangene Woche in die Luft sprengte. Der angebliche Informant hatte die Geheimdienstler getäuscht und sich Zugang zur strengbewachten CIA-Anlage verschafft.
Mit dem Tod des Expertenteams gehen der CIA wertvolle Insiderinformationen über das Terrornetzwerk verloren. Al-Qaida frohlockt inzwischen, das Attentat sei die Rache für die Ermordung von Paksitans Taliban-Chef Baitullah Mehsud und zweier al-Qaida Kommandeure, die in den vergangenen Monaten Opfer der US-Drohnenangriffe wurden.
Sollte sich der Doppelagent al-Balawi tatsächlich als scheinbar wichtigste Quelle der CIA in ihrem Kampf gegen al-Qaida entpuppen, wäre dieser Umstand ein Desaster für den Geheimdienst. Die Jagd auf Osama Bin Laden und Ayman al Zawahiri verläuft seit Jahren erfolglos, die wirklich dicken Fische werden nur ganz allmählich und bei Inkaufnahme hoher Kollateralschäden durch die Predator- und Reaper-Drohnen liquidiert.
Zu Beginn des Jahres 2010, nachdem Umar Farouk Abdul Mutallab Militärsprengstoff in eine US-Passagiermaschine schmuggeln konnte und damit wohl den Einsatz sogenannter "Nacktscanner" an westlichen Flughäfen einleitet, und dem Mord an sieben fast unersetzbaren al-Qaida Jägern steht es 1:0 für Bin Laden und seine anscheinend weiterhin schlagkräftige Organisation.
Monday, December 21, 2009
UPDATE: Drohnenangriffe in Pakistan galten Bin Laden Schwager
Die amerikanischen Drohnen-Angriffe vom Donnertag in Nord-Waziristan, bei denen bis zu 16 Menschen starben, galten wohl nicht dem letztendlich getöteten Ausbilder der al-Qaida, Zuhaib al Sahibi, sondern einem Schwager Osama Bin Ladens.
Sheikh Said al Saudi, der mit einer Schwester Bin Ladens verheiratet ist, hätte an jenem Tag im Dorf Dattakhel ein Treffen der al-Qaida Führung besuchen sollen, erschien aber wohl nicht. Ob sich al Saudi unter den Verletzten des massiven Raketenangriffs befindet, ist nicht bekannt.
Wednesday, November 18, 2009
Bekkay, bist du es? - Neues Al Qaida Video mit Bonner Islamist
Ein Al Qaida Video vor wenigen Wochen, zeigte in einer unscharfen Schlussszene einer Ramadan-Predigt von Abu Yahya al Libi, einen bärtigen Mann, der Osama Bin Laden verblüffend ähnlich sieht. Es stellte sich die Frage ob Al Qaida mit der absichtlich unscharf gefilmten Szene Verwirrung stiften wollte oder gar ein neues Videostatement des Terrorchefs ankündigte.
Inzwischen wurde ein weiteres Propagandavideo veröffentlicht, wieder zeigt es eine Eid al Fitr Predigt, diesmal nicht in den pakistanischen Stammesgebieten, sondern - laut Sprecher - in Afghanistan. Der kuwaitische Islamist und ehemalige Offizielle des Ministeriums für Religiöse Angelegenheiten, Sheikh Khalid Abdur Rahman al Husainan hält eine feurige Rede irgendwo in den afghanischen Bergen, im Publikum mehrere bärtige, junge Männer, einige von ihnen maskiert.
Auffällig ist vor allem eine Person, die in Kleidung und Körperbau dem Bonner Islamisten Bekkay Harrach ähnlich sieht. Vergleicht man die Aufnahme vom Januar mit diesem Video, stellt man fest dass es sich durchaus um den Deutsch-Marokkaner handeln könnte. Wieder verleitet die Art und Weise wie der Al Qaida Kamera die Predigt filmte, die Zuhörerschaft absichtlich unkenntlich macht, sobald die Kamera auf sie schwenkt, zur Frage: Soll eine "wichtige" Führungsperson der Al Qaida unerkannt bleiben? Soll der Feind verwirrt werden? Will Al Qaida mit der Ungewissheit Angst schüren?
In der Tat wäre es sehr verwunderlich Harrach auf dem Schlachtfeld, noch dazu in Afghanistan anzutreffen, undenkbar ist bei weitem nicht. Immerhin hat es jene Person des Harrach-Lookalikes sogar auf den Werbebanner des Videos der As Sahab Produktion geschafft. Das Gesicht bleibt unkenntlich, der maskierte Mann bleibt reiner Zuhörer, spricht kein Wort.
Geheimdienstler und Amateur-Analytiker werden das Stück auswerten. Von der Relevanz her, kann es sicherlich vernachlässigt werden. Faszinierend an der Person des Bonner Dschihadisten ist sicherlich seine Wandelbarkeit. Erst mit Sturmgewehr und Kampfmontur drohend, dann ruhig und sachlich warnend in Anzug mit Krawatte - einen solchen Wechsel im Erscheinungsbild vermochte bislang kein Al Qaida Darsteller, Bin Laden schaffte es gerademal bis zur Färbung seines Bartes.
Saturday, October 31, 2009
Osama Bin Unscharf? - Details zum eventuellen Bin Laden Video
Nach eingehender Analyse zum Video ist die Verwirrung unter Experten groß. Ist der graubärtige Mann, der für wenige Sekunden im vorletzten As Sahab Video Abu Yahya al Libis Ramadanpredigt lauscht, Osama Bin Laden oder ist er es nicht?
Im Publikum der Terror-Rede des libyschen Extremisten findet sich zumindest eine ähnliche Person, ein älterer Mann mit grau-weißem Bart und weißem Käppchen. Der später in den unscharfen Szenen gezeigte Mann ist jedoch komplett weiß gekleidet, der ältere Herr im Publikum trägt eine dunkle Weste.
Für mich am fragwürdigsten ist die Körpergröße. Osama Bin Laden wurde von jenen die ihn bisher persönlich trafen als sehr groß und schlank beschrieben. Laut Angaben der CIA soll er 1,93m groß sein, ein hagerer, drahtiger Saudi.
Die Person im mysteriösen Al Qaida Video von letzter Woche wirkt eher klein, kleiner als die umstehenden Gäste, von denen der Mann einen umarmt.
Nach Geheimdienstinformationen soll Bin Laden mit einer kleinen Gruppe schwer bewaffneter Leibwächter aus Saudi-Arabien und dem Jemen reisen, keine großen Touren unternehmen und aufgrund einer Erkrankungen weite Strecken meiden. Angeblich scheue er große Menschenansammlungen und gehe auch innerhalb des pakistanischen Grenzgebietes selten nach draußen.
Dazu passt die gefilmte Szene des As Sahab Videos nicht. Hier sind viele Personen anwesend, die wenigsten davon schwer bewaffnet, die typischen schwarz-flecktarn gekleideten Leibwächter Bin Ladens, "Black Guard" genannt, sind nirgends zu erkennen. Das Publikum der Predigt scheint bunt gemischt, jung und alt, Pakistaner, Araber, Afghanen, Usbeken, Afrikaner.
Angesichts der amerikanischen Drohneneinsätze könnte sich Al Qaida entschieden haben Abu Yahyas Ansprache in eine waldige Region der pakistanischen Stammesgebiete zu verlegen. Süd-Waziristan erscheint für eine solche Gelegenheit wenig natürliche Deckung zu bieten, große Waldgebiete sind sehr selten. Weiter nördlich nimmt die Vegetation zu. In Bajaur und Mohmand findet man waldige Täler und noch weiter nördlich im Chitral und an den Grenzgebieten zu Tora Bora werden die Nadelwälder häufiger, ein natürlicher Schutz vor den Predators.
Letztendlich wird nur Al Qaida selbst das Mystrium klären können. Gerade in Zeiten des Krieges in Süd-Waziristan könnte man versuchen die Verfolger auf eine falsche Fährte zu locken. Es wäre fatal und eventuell tödlich jetzt neues Videomaterial des Al Qaida Chefs zu veröffentlichen, das seinen Standort verraten könnte. Geologen, Botaniker und sogar Ornithologen sind im Auftrag der CIA beschäftigt damit die Umgebung in denen die Propagandafilme entstehen zu identifizieren. Ein Fehler von As Sahab Media könnte das Ende der wohl faszinierendsten Verfolgungsjagd der letzten Jahre sein.
Wednesday, October 28, 2009
Bitte scharf stellen: Osama oder nicht Osama?
Ein neues Video von Abu Yahya al Libi überrascht niemanden mehr. Al Qaida´s Chefideologe äußert sich mittlerweile in regelmäßigen Abständen zu allerlei Themen.
Heute morgen dann die Veröffentlichung seiner Predigt zum Ende des Ramadan 2009 (islam. Kalender 1430). Zum Ende hin heißt es: alle Mann erheben und sich gegenseitig beglückwünschen. Die Zuhörerschaft besteht aus jung und alt, teilweise maskiert, teilweise ohne jegliche Kopfbedeckung. Al Qaidas Medienabteilung hat den Ausschnitt absichtlich unscharf gestellt, damit keine Gesichter zu erkennen sind.

Urplötzlich taucht ein Mann auf, für weniger als 3 Sekunden, der verdächtig nach Al Qaida Chef Bin Laden aussieht. Der Bart nicht gefärbt wie im letzten Video, sondern graumelliert.
Experten rätseln: Ist es Osama oder nicht? Das Gesicht könnte passen, Bart, Nase, Augenpartie. Nur die Körpergröße verwirrt, die Person scheint recht klein zu sein, Bin Laden jedoch ist ein hochgewachsener Saudi, CIA Quellen gehen von einer Körpergröße von 1,93m aus.
Saturday, September 26, 2009
Die Waffe an der Schläfe...Al Qaida´s Deutschland-Plan

Es begann mit einer Überraschung. Anfang des Jahres erschien zum ersten Mal in einem offiziellen Video des Al Qaida Medienarmes As Sahab ein junger Mann, der Deutsch nicht auf einer Sprachschule gelernt zu haben schien, sondern muttersprachlich vertraut, westlich angepasst zu sein schein. Mit Bekkay Harrach alias "Abu Talha al Almani" bekam Al Qaida ein deutschsprachiges Gesicht.
Von Anfang an war die Botschaft, die der Propagandist Harrach überbringen sollte klar: Deutschland ist erklärtes Ziel des Dschihad. Dann war Ruhe. Deutschsprachige Islamisten tauchten weiter in Videobotschaften aus Afghanistan und Pakistan auf, hetzten, riefen deutsche Muslime auf sich dem Dschihad anzuschließen. Doch von Harrach kam keine weitere Drohung.
Letzte Woche Freitag dann die Überraschung: Harrach ist zurück. Diesmal ohne Kalaschnikow, ohne martialische Kampfmontur und dünsterem Hintergrund. Im Outfit, welches US Präsident Barak Obama bei seiner Rede an der Universtität von Kairo vorführte, trat Harrach unmaskiert, mit gegelten Haaren, Anzug und Krawatte auf.
Ruhig und gelassen trug er seine Predigt vor, deren Inhalt sich seit Januar nicht großartig verändert hat: die Deutschen haben bei der Bundestagswahl die Chance eine Regierung zu wählen, die den Afghanistan-Einsatz beenden wird. Sollte dies nicht geschehen, wird Al Qaida die Bundesrepublik mit Anschlägen strafen.
Interessant war an diesem Propaganastück dass es nicht aus den Werkstätten von As Sahab zu kommen schien, sondern von der medialen Übersetzungsabteilung Al Fajr Media veröffentlicht wurde, ohne arabische oder englische Untertitel, ausschließlich für das deutsche Publikum bestimmt.
Da man höchstwahrscheinlich das mediale Echo auf Harrachs Drohbotschaft einkalkulierte hatte Al Qaida bereits zwischen dem 06. und dem 10.September ein weiteres Video des Deutsch-Marokkaners, diesmal von As Sahab, über 700 Mal hochgeladen. Vergangenen Sonntag fand es seinen Weg in die Internetforen. Bis dahin war nur ein einziges Al Qaida Video derart häufig vervielfältigt und verbreitet worden. Harrachs Botschaft sollte raus, und sie er Botschaft vom Freitag Nachdruck verleihen.
Da in "Oh Allah, ich liebe dich Teil 1" davon die Rede ist dass "der Ramadan vor der Tür steht", ist davon auszugehen dass das Video irgendwann im Juli oder August diesen Jahres produziert wurde. Harrach ist nur als Standbild zu sehen, er erwähnt Deutschland nicht explizit, droht auch nicht mit Terror sondern macht den Dschihad zur Pflicht und schmackhaft selbst für jene deren Leben von der Sünde bestimmt ist.
Es ist keine Drohung, mehr eine ideologische Sicht der Dinge die den Dschihad am Leben erhalten, dennoch wollte Al Qaida mit diesem Video nachlegen, die Drohkulisse verstärken, Angst schüren.
Es war klar dass die islamistische Propagandaoffensive mit Harrach x 2 nicht beendet war, vor der Bundestagwahl am Sonntag musste nachgelegt werden. Die Fortsetzung folgte am Dienstagabend. Al Qaida präsentierte der Welt ein propagandistisches Mammut-Werk anlässlich des 8.Jahrestags von 9/11. Unter dem Titel "Der Westen und der dunkle Tunnel" traten alle bekannten und weniger bekannten Al Qaida Größen auf, predigten, hetzten, erklärten.
Einer davon war bis jetzt wortwörtlich "im Dunkeln" geblieben, ein Libyer der sich "Sheikh Attiyatallah" nennt. Der knapp 40jährige gilt als einer der ideologischen Vordenker, ein Al Qaida Kämpfer der ersten Stunde. Er lernte Bin Laden als Teenager während des Sowjet-Krieges kennen, trainierte in Zarqawis Camp in Herat und knüpfte wichtige Kontakte zwischen den Islamisten in Nordafrika und der Al Qaida Führung. Der Mann, auf dessen Kopf die USA 1 Millionen Dollar ausgesetzt haben, spricht im As Sahab Video für wenige Sekunden Deutschland an. Man hätte die Deutschen gewarnt, und ihnen eine Chance zur Umkehr gegeben, so Attiyatallah, der gleichzeitig auf Bekkay Harrach verweist. Angela Merkels Partei, sei genau wie die amerikanischen Republikaner, diejenige Partei die am wahrscheinlichsten Krieg führe.
Harrachs Fortsetzung folgte gestern Morgen in Form des zweiten Teils "Oh Allah ich liebe dich, Teil 2". Wieder ist die Thematik Märtyrertum, Dschihad-Pflicht und der Aufruf an die Muslime sich von nichts abhalten zu lassen für Allah zu kämpfen. Deutschland findet mit keinem Wort Erwähnung.
Nur wenige Stunden später meldete sich dann "The Big One" zu Wort. Osama Bin Laden persönlich richtet eine knapp fünfminütige Audiobotschaft "An die Völker Europas". Revolutionär neu sind seine Ausführungen nicht, durchzogen von rhetorischen Fragen, den Vorwürfen von Kriegsverbrechen der NATO und immer wieder der Verweis Europa mache sich mit dem Afghanistaneinsatz zum Sklaven der USA. Bin Laden treibt Wort für Wort einen Keil in die NATO-Allianz, er erklärt das Scheitern am Hindukusch und warnt die Europäer dass Amerika kein verlässlicher Partner für sie sei. Die USA würden Afghanistan bald verlassen, und Europa sollte bedenken dass sich die Amerikaner weit hinter den Atlantik zurückziehen könnten. Dann "bleiben nur noch wir und ihr", so Bin Laden.
Das Video zeigt ein altes Bild Bin Ladens, neben ihm eine Grafik einer Europa-Karte. Erstaunlich ist dass das Stück in zwei Versionen veröffentlicht wurde, einmal mit deutschen und einmal mit englischen Untertiteln. Wer angesprochen werden soll steht außer Frage und alleine das Datum so kurz vor den deutschen Wahlen zeigt: Al Qaida hat die Waffe gezückt und hält sie Deutschland an die Schläfe.Die Dschihad-Sympathisanten und Online-Unterstützer diskutieren seit gestern fleißig was die jüngsten Botschaften nun tatsächlich bedeuten. Deutschland ist Al Qaidas nächstes Ziel, daran zweifelt niemand. Harrach hat die Vorarbeit geleistet, so meinen viele, Bin Ladens kurzes, wenig ausschweifendes Statement ist die letzte Warnung und gleichzeitig die ideologische Authorisierung für Anschläge in der Bundesrepublik. "Der Countdown für die Deutschen läuft", so heißt es in einem arabischsprachigen Forum. Jetzt läge es an Deutschland sein Schicksal zu bestimmen, ob es Krieg oder sich "vom Strom des Blutes schützen" wolle.
Am rechten Rand der Videobotschaft sei eine Deutschland-Flagge zu sehen, so spekulieren einige Beobachter, ganz klar ein Verweis auf das nächste Ziel.
Bin Laden spräche außerdem an einer Stelle von einem Schaf genauer einem "Hammel", und ob dieser in Europa genauso viel wert sei wie ein getötetes, afghanisches Kind. Nie zuvor habe der Al Qaida Chef ein Schaf in seinen Reden erwähnt, erklärt ein erfahrener Online-Dschih@di. Ein Hammel se ein Symbol für die Opferung. Interpretiert hieße dies Osama Frage die Europäer, speziell Deutschland ob sie bereit seien sich durch Afghanistan zu "opfern".
Ohne Spekulation sollte zur Kenntnis genommen werden: Noch nie mit Ausnahme der USA, hat ein westlicher Staat jemals solche propagandistische Aufmerksamkeit durch den militanten Dschihadismus bekommen wie Deutschland in diesem Jahr. Mit einer medialinszenierten Kampagne wurde eine Drohkulisse aufgebaut, die als Versuch zu werten ist einen NATO-Partner in Afghanistan zu Fall zu bringen, noch bevor im Land selbst die Bomben explodieren. Deutschland wurde durch die innenpolitische Stimmung, die generelle Ablehnung des Bundeswehreinsatzes durch die Bevölkerung zu einem "schwachen Glied" in der Reihe der US-Verbündeten auserkoren. Die Bundesrepublik befindet sich im Wahlkampf, ein Grund mehr das Wahlvieh mit Angst vor Terror in eine bestimmte Richtung zu lenken.
Fatal ist, trotz aller Beruhigungsversuche der Bundesregierung und des Innenministeriums, die Tatsache dass Al Qaida sich durch die Drohungen selbst eine Falle gestellt hat.
Folgen auf die Worte jetzt keine Taten steht das Terrornetzwerk und die von ihm repräsentierte Ideologie als Weichei, als schwach und unfähig dar. Bis heute übte Al Qaida nur fernab von Dänemark Rache für die Mohammed-Karikaturen. Ein Anschlag auf die dänische Botschaft von Islamabad, zu mehr waren Bin Ladens Krieger bislang nicht im Stande. Das allein war bereits ein erstes Anzeichen für ein schwächelndes Monster, das weiterhin brüllt und die Zähne zeigt. Sind Harrachs, Attiyatallahs und Bin Ladens Worte nichts als heiße Luft, wird es schwer überhaupt noch Aufmerksamkeit für die zukünftigen Hasstiraden und Terrorwarnungen zu erlangen. Al Qaida hat sich selbst in die Ecke gedrängt, in ein Abseits aus dem sie sich nur durch Anschläge befreien kann...
Friday, September 25, 2009
Sunday, September 20, 2009
In eigener Sache...
Liebe Leserschaft,
bitte entschuldigt dass ich nicht mehr regelmäßig bloggen kann. Die Gründe dafür sind recht banal: das Studium und die Arbeit fressen Zeit. Dennoch möchte ich mich hier regelmäßig zu aktuellen Ereignissen in der Thematik äußern. Größere Berichte werden sicher maximal zweimal pro Woche erscheinen.
Wer ein kleines Newsupdate zum Thema islamistische Propaganda und Dschihad-News bekommen möchte, sei bitte auf meinen Twitter Account verwiesen. Dort findet ihr täglich aktuelle, informative Kurznachrichten, meist schneller als über die Nachrichtenagenturen.
Hier nun einen kurzen Überblick über die Ereignisse der vergangenen Tage.
Weiter gab es pünktlich zum Ende des Ramadan eine große Produktion der Al Shabaab Miliz aus Somalia.
Unter dem Titel "Zu deinen Diensten, oh Osama" schwören die somalischen Dschihadisten dem Al Qaida Führer die Treue. Das Video zeigt, teilweise unterlegt mit englischen Untertiteln, Trainingslager in Somalia, einheimische und ausländische Kämpfer im Einsatz und die übliche Propaganda zu politischen Themen.
Mit diesem Videostatement dürfte Shabaab nun endgültig Teil des Al Qaida Franchise Systems sein, eine Reaktion von Seiten Zawahiris oder Bin Ladens (oder auch Al Libis) ist zu erwarten.
Ungewöhnlich aktiv ist dieser Tage auch die Medienabteilung der "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" sprich des jemenitischen Ablegers der Organisation. Nach einem Video zum Angriff auf die US Botschaft von Sanaa 2008 und einer Produktion über einen Hinterhalt auf jemenitische Regierungstruppen im Sommer diesen Jahres, kündigte AQAP heute ein weiteres Video an.
Anders als viele erwarteten kam zum Abschluss des Ramadan keine neue Botschaft Bin Ladens. Der meistgesuchte Terrorist der Welt beließ es bei einer verspäteten "Ansprache an das amerikanische Volk", anlässlich des achten Jahrestages von 9/11. Es bleibt abzuwarten was die nächsten Tage bringen, Analysen zu Harrachs Videowelle und den möglichen Konsequenzen für die deutsche Sicherheitspolitik in den kommenden Tagen...








