Monday, February 8, 2010
"Ihre Interessen sind überall" - Kampfansage von Jemen´s Al Qaida
Einst vegetierte er in einer Zelle des US-Gefangenenlagers Guantanamo vor sich hin, inzwischen ist Said al Shihri alias "Abu Sufiyan" einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Al-Shihri fungiert derzeit als militärischer Chef der jemenitischen al-Qaida und meldete sich heute in einer neuen Tonbandbotschaft zu Wort.
Hauptthema der Propagandanachricht ist ein Aufruf zum Dschihad auf der Arabischen Halbinsel gegen amerikanische Interessen. Der Dschihad sei Pflicht und müsse gegen Christen und Juden geführt werden. "Amerikanische und Kreuzritter-Interessen und ihre Agenten finden sich überall", erklärt der Ex-Guantanamo-Häftling. Wo immer sie zu finden seien müssten die Gotteskrieger "so viele Feinde wie möglich vernichten."
An "die Führer des Dschihad in Khorasan" gerichtet erwähnt al-Shihri den gescheiterten Detroit-Attentäter Umar Farouq Abdulmutallab: "Wir gratulieren den Führern des Dschihad (Osama Bin Laden) und der Ummah zur gesegneten Operation des Helden Umar Farouq".
Amerika, so heißt es am Ende der Audiobotschaft in einem Bin Laden Zitat, werde "niemals Sicherheit erleben bis wir in einem freien Palästina leben".
Im Jemen rufe er die Stämme auf al-Qaida und den Dschihad gegen die korrupten Regime, Marionetten und Sklaven Amerikas zu unterstützen. Die Bombardierung von Zivilisten zeige das wahre Gesicht der jemenitischen Regierung.
Monday, January 11, 2010
Die Märchen des Abdullah Ali Saleh - Von einem, der gern Opferlamm sein will
Nur ein Staatsmann der arabischen Welt herrscht länger als Jemens Präsident Abdullah Ali Saleh, nämlich der libysche Diktator Muammar al Ghadafi. Wie sein nordafrikanischer Kollege gehört auch Saleh zu einer sterbenden Generation arabischer Herrscher, die in Zeiten des Nationalismus, in Zeiten des Systemkampfes zur Macht aufstiegen und den Islamismus nicht als reine Bedrohung, sondern auch als brauchbares Werkzeug sehen - ein tödlicher Fehler.
Seit dem versuchten Bombenanschlag auf NWA Flug 453 in Detroit rückt der Jemen und seine politische Führung immer mehr ins Rampenlicht der internationalen Politik. Heute bereiste der neue deutsche Außenminister Guido Westerwelle das Bürgerkriegsland, dessen Alleinherrscher jüngst dankbar internationale Unterstützung im Kampf gegen al-Qaida angenommen hatte und versprach sein Land werde nicht zu einem "neuen Afghanistan" mutieren.
Auch wenn die Weltpresse sich erst seit ungefähr zwei Wochen auf den bitterarmen Süden der Arabischen Halbinsel stürzt, so sei hier doch darauf verwiesen, dass einige Quellen (beispielsweise dieser Blog) schon seit längerem auf das Monster verweisen, das im Jemen zu einer Bedrohung für die Sicherheit westlicher Staaten heranwächst.
Derzeit überschlagen sich die Reportagen, Berichte, Analysen und Kommentare in Sachen "Terrorland Jemen"und der "Neuen Front im Krieg gegen al-Qaida". Unter all jenen Schreiberlingen sind wenige, die ansprechen worum es eigentlich geht.
Der Fall des nigerianischen Terrorrekruten Abdul Mutallab war ein Schock für die USA und all jene die al-Qaida als zurückgedrängt, besiegt oder geschwächt empfunden haben. Für Jemen´s Staatsführung war der gescheiterte Attentäter ein echter Glücksfall.
Wie nie zuvor in den vergangenen Jahren gilt die Aufmerksamkeit der Außenpolitik von Washington bis Berlin dem arabischen Armenhaus. Präsident Saleh versteht es nur zu gut die Gust der Stunde zu nutzen und sich als Opferlamm zu präsentieren. Er inszeniert sich als Herr eines geschundenen Landes, bedroht durch einen Bürgerkrieg der vom Mullah-Regime Teherans finanziert wird, bedroht durch kommunistische Separatisten im Süden, durch islamistische Fanatiker die angeblich aus Afghanistan, Pakistan und nicht zuletzt auch Guantanamo seine Nation überschwemmen.
Dahinter stehen knallharte Interessen eines Staatsmannes, dessen Kassen leer, Wirtschaft am Boden und politische Zukunft ungewiss sind. Saleh bedient sich einer Methode, die schon in Islamabad erprobt wurde: ich bin das Opfer von al-Qaida, bitte helft mir!
Kaum hatte Abdul Mutallab am 25.Dezember den Ermittlern verraten dass er in einem jemenitischen Terrorlager ausgebildet wurde, da zückte Washington das Scheckbuch und erhöhte die Finanzhilfe für Präsident Saleh. Wer an vorderster Front gegen al-Qaida kämpft, kann sich Amerikas Unterstützung sicher sein. Präsidenten in Zeiten des Antiterrorkrieges werden ungern ausgetauscht, lieber hält man sie, so undemokratisch und menschenverachtend sie auch sein mögen. Einzige Bedingung: sie müssen Bollwerke gegen den Islamismus sein. Dies allerdings, ist bei der Person Abdullah Ali Salehs zu bezweifeln.
Im Fall Pakistan brauchte Washington Jahre um sich selbst einzugestehen dass es kontraproduktiv ist den, undurchsichtigen Militärdiktator Musharraf (von seinen Gegnern "Busharraf" genannt) weiter mit aller Macht, mit Geld und Unterstützung zu halten.
Präsident Saleh ist zum neuen Lieblingsallierten des Westens im Nahen Osten mutiert. Dass er dabei wenig von Menschenrechten, Demokratie oder Korruptionsbekämpfung hält wird leicht übersehen.
Jemens Präsident soll die Waffen erheben gegen al-Qaida, soll sein Land unter staatliche Kontrolle bringen und südlich des Öl-Imperiums Saudi-Arabien keine neue Bastion Bin Ladens zulassen.
Was aber wenn Sanaa nur ein geschicktes Spiel spielt? Urplötzlich sei al-Qaida ein Erzfeind, ein fremdes Geschwür, gepflanzt in den Jemen durch die verfehlte Außenpolitik des Westens. In Wahrheit jedoch, verdankt Präsident Saleh al-Qaida überhaupt seine Stellung als Machthaber des Landes und ging schon vor langer Zeit eine sehr unheilige Allianz mit den Islamisten ein.
Ein Blick in die Geschichte: Im Mai 1990 wurden nach dem Ende des Kalten Krieges die ehemals getrennten Staaten Jemen und die kommunistische "Volksrepublik Süd-Jemen" wiedervereint. Dies geschah nicht ohne Protest der Marxisten, die weiterhin Autonomie forderten und bis heute ihren Widerstand gegen die Zentralregierung von Sanaa nicht aufgaben.
Damals schon völlig verarmt fiel der Jemen in einen blutigen Bürgerkrieg, der tausenden Menschen das Leben kostete und die Südspitze der Arabischen Halbinsel in ein politisches Chaos stürzte.
Saleh und all jene, die den Süden gewaltsam an den Rest des Landes binden wollten, brauchten Hilfe. Bezahlen konnten sie dafür allerdings nicht und das Interesse Truppen in den Jemen zu entsenden war im Westen nicht übermäßig vorhanden.
Es fand sich jedoch jemand der bereit war, gegen die gottlosen Kommunisten im Süden in den Krieg zu ziehen. Jemand der es als religiöse Pflicht empfand die Arabische Halbinsel, heiligen Boden, von Abtrünnigen, Un- und Andersgläubigen zu säubern: al-Qaida.
Osama Bin Laden hatte dem jemenitischen Präsidenten sehr früh schon seine multiethnische Truppe von Gotteskriegern angeboten. Sie würden aus Afghanistan in den Jemen ziehen und dort den Dschihad gegen die Kommunisten ausrufen. Saleh lehnte zunächst ab, als der Bürgerkrieg dann 1994 eskalierte, schleuste er die ersten Islamisten ins Land, begann Jemeniten für den Heiligen Krieg anzuwerben und auszubilden. Entscheidend war in jener Phase der Halbbruder des Präsidenten, General Ali Mohsen al Ahmar, heute Militärchef im Nordosten. Ahmar, ein langjähriger Sympathisant der salafistischen Ideologie, war in den 1980er Jahren beauftragt Jemeniten für den antisowjetischen Dschihad in Afghanistan zu rekruten und nach AFghanistan zu schicken. Mit großen Erfolg: keine andere ausländische Nationalität war derart häufig auf dem afghanischen Schlachtfeld vertreten wie die Jemeniten.
Unter General Ahmar zogen die Dschihadisten Bin Ladens schließlich in den jemenitischen Dschihad gegen die Feinde der Zentralregierung. Die todeswilligen Fanatiker wurden zu dschihadistischen Söldnern. Günstiger konnte Saleh die sozialistischen Gegnerschaft im Süd-Jemen nicht bekämpfen.
Als der Bürgerkrieg schließlich beendet wurde, Sanaa den Süden unterwarf und seitdem eine offiziell geeinte Nation regiert, verschwanden die Mudschaheddin nicht einfach. Viele blieben, heirateten in die jemenitischen Stämme, knüpften Kontakte, bauten Netzwerke auf.
Saudi-Arabien und die Besatzung des US-Zerstörers USS Cole waren die ersten Opfer dieser Entwicklung.
Durch einen politischen Schachzug hatte sich Präsident Saleh die Brandstifter ins eigene Haus geholt, wohl wissentlich dass al-Qaida ihn, einen Schiiten und Nationalisten, wohl kaum als Freund oder Gleichgesinnten betrachtet. Der Präsident bot den Islamisten Freiheiten, die sie besänftigten und einen Dschihad gegen seine Regierung verhinderten.
Nach 9/11 drohten die al-Qaida Zellen im Jemen erneut zu erwachen und in alle Richtungen aktiv zu werden. Der Terror richtete sich zunächst gegen Saudi-Arabien, die Gefahr des Sturzes des Regimes von Sanaa aber blieb. Zuviele Islamisten befanden sich im Land, hatten Koranschulen gegründet und sie zu Kasernen für ihre jemenitischen Rekruten gemacht.
Den schiitischen Rebellen des Nordens verdankte es der Präsident, dass al-Qaida erneut missbraucht werden und so zumindest zeitweise gezähmt werden konnte. Inoffiziell soll der Deal folgendermaßen ausgesehen haben: Rückzugsorte, Trainingsstätten und Schutz vor den amerikanischen Terrorjägern als Gegenleistung für die Beteiligung am Kampf gegen die Houthi-Rebellion.
Al-Qaida willigte im Jahr 2004 zunächst ein und schickte Kämpfer an die Seite der Regierungstruppen in den Nordosten. Wieder hatten Sanaa und Bin Ladens Jünger einen gemeinsamen Todfeind gefunden: die Schiiten.
Für Sanaa ist es ein politischer Krieg gegen eine iranisch-unterstützte Rebellentruppe, al-Qaida jedoch konnte man es wieder als religiöse Pflicht, als Dschihad gegen eine abtrünnige Sekte, verkaufen.
Zweimal also benutzte der aktuelle Präsident des Jemen, die Islamisten für seine Zwecke, missbrauchte sie und ihren Kampfeifer im Glauben man könnte die Extremisten bändigen oder im Zaum halten. Hier und da ließ Saleh sogar durchblicken dass er die Zügel in der Hand hält, ließ hunderte Islamisten in seine Kerker werfen und in Razzien festnehmen.
Letztendlich aber blieb die Allianz bestehen. Absprachen zwischen ihm und Ayman al Zawahiri soll es gegeben haben. Terrorlager sollen mit Wissen und Finanzierung Salehs entstanden sein, alles um einen folgenschweren Pakt zu besiegeln.
Al-Qaida nahm jedesmal dankend an. Ihnen war klar, dass Saleh durch sein politisches Schachspiel in Wahrheit mit dem Teufel ins Bett ging. Wo al-Qaida einmal ist, verschwindet dieses Virus nicht. Es wächst durch Prediger wie Anwar al Awlaki und den "Roten Sheikh" al-Zidani, und lebt von den politischen Konflikten, den ungelösten sozialen Problemen und vor allem von all jenen Fehlern seiner Gegner, die jetzt gerade wieder begangen werden.
Ein Despot spielt im Jemen mit dem Feuer. Aufgebracht durch das gescheiterte Attentat von Detroit weiß er die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft hinter sich. Saudi-Arabien zerquetscht, zerbombt und erstickt die Houthi-Rebellion mittlerweile sogar bei Inkaufnahme eigener, hoher Verluste. Staatsmänner aus Europa und Militärs aus aller Welt gehen nun in Sanaa ein und aus, pumpen Geld ins Land und Stützen einen Mann, der sich in den vergangenen Jahren hervorgetan hat, vor allem durch seine verantwortungslose, undurchsichtige Antiterror-Politik.
Sunday, December 27, 2009
Obama`s Osama - Anwar al Awlaki
Obama`s Osama Bin Laden kommt aus New Mexico und fängt seine Beute über das Internet. Anwar al Awlaki, ein in den USA geborener Prediger jemenitischer Abstammung scheint eine erschreckende Verbindung zwischen dem Fort Hood Attentäter Major Nidal Hasan und dem gescheiterten Flugzeugbomber Omar Farouq Abdul Mutallab zu sein.
Genau wie Hasan hatte auch der 23jährige Bankierssohn aus Nigeria per Email Kontakt Awlaki, der seit Jahren aus seinem jemenitischen Exil theologische Propaganda im Auftrag al Qaidas betreibt.
Bevor Nidal Malik Hasan Anfang November 13 Menschen auf der texanischen Militärbasis Fort Hood erschoss, holte er sich über das Internet die religiöse Erlaubnis von seinem Mentor Awlaki. Dieser gab jüngst in einem Al Jazeera Interview zu, bereits seit Dezember 2008 mit Hasan in Kontakt gestanden zu haben. Der 39jährige Amokläufer habe ihn gefragt ob der Islam Selbstmordattentate erlaube und ob das Töten von amerikanischen Soldaten erlaubt sei.
Kurz nach dem Massaker von Fort Hood feierte Awlaki den Schützen auf seinem Blog als "Hero" und rief amerikanische Muslime auf Hasan`s Beispiel zu folgen.
Zunächst war unklar, wie weit Awlaki an der Radikalisierung Hasans beteiligt war und ob er ihn instruiert hatte. Mittlerweile gehen amerikanische Ermittler davon aus, dass der jemenitische Prediger ganz entscheidende Wirkung auf den labilen Attentäter hätte.
Nun kommt der Name Anwar al Awlaki wieder ins Spiel. Der nigerianische Bankierssprössling Mutallab soll durch den Imam entscheidend in seiner Radikalisierung gefördert worden sein. Über das Internet hatte der Ingenieursstudent Kontakt mit Awlaki im Jemen aufgenommen und sei von ihm an al Qaida Elemente vermittelt worden.
Mutallab studierte zu dieser Zeit in Dubai, wohin ihn die Familie schickte nachdem der er den Wunsch geäussert hatte in Saudi-Arabien oder Ägypten studieren zu dürfen. Im weltoffenen, modernen Dubai, so hoffte die wohlhabende Familie des Dr.Umaru Mutallab, sei Umar sicher vor den islamistischen Rattenfängern. Ein Irrtum.
Awlaki gelang es den verzweifelten Studenten vom Dschihad und der Pflicht zum Kampf gegen die Ungläubigen zu überzeugen. Er stellte Kontakte zur al Qaida her, die den Nigerianer in einem Trainingscamp nördlich von Sanaa aufnahm.
Hier lernte Umar Mutallab den Umgang mit Sprengstoff und das Zünden eines Sprengsatzes aus dem hochexplosiven Stoff PETN. Ein saudischer Bombenexperte fertigte den Sprengsatz, der in die Unterwäsche Mutallabs eingenäht wurde. Auf ähnliche Weise hatte ein jemenitischer Attentäter einen saudischen Prinzen versucht zu töten. Durch die Platzierung des Sprengstoffs nahe der Genitalien war die Bombe bei Sicherheitskontrollen nicht aufgefallen.
Inzwischen liegen Hunderte Chatroom- und Foreneinträge Mutallabs vor, die beweisen dass der junge Nigerianer verzweifelt suchte Anschluss zu finden. Er äusserte seine Ängste keinen Studienplatz zu bekommen und kritisierte die amerikanische Aussenpolitik harsch.
Psychisch labil, sinnsuchend, sich von der im Luxus lebenden Familie abgrenzend, vollzog sich eine Gehirnwäsche, an der Imam Awlaki einen entscheidenden Anteil haben dürfte.
Vergangene Woche griff die jemenitische Luftwaffe ein Treffen der al Qaida Führung in der östlichen Provinz Shabwa an. Stattgefunden hatte die Konferenz der Islamisten im Haus Awlakis. Berichte wonach der US-Staatsbürger und Verfechter der al Qaida Ideologie unter den 30 Toten des Angriffs ist, dementierten wenig später Familienangehörige.
Die entscheidende Frage ist: galt der Luftangriff, wie zuvor ein amerikanischer Cruise Missile Schlag auf al Qaida Ausbildungslager im Jemen, in Wahrheit dem Prediger?
Grob interpretiert hat der islamistische Rattenfänger Awlaki mindestens 13 amerikanische Leben auf dem Gewissen, weitere hätten am Weihnachtstag über Detroit dazukommen können. Während Osama Bin Laden und sein ägyptischer Vize Zawahiri in der Bergwelt Waziristans verschwunden sind und nur noch ab und an allgemeine dschihadistische Vorgaben und Anweisungen liefern, agiert Awlaki fast ungehindert über das Internet. Junge englischsprachige Muslime aus dem Westen fallen seiner Gehirnwäsche zum Opfer. Angeworben über Email und Chat bilden sie al Qaidas Kronjuwelen für zukünftige Anschläge im Westen.
Der charismatische Jemenit mit amerikanischem Pass wächst zu einem Sicherheitsrisiko für die USA, nicht nur im Nahen Osten selbst sondern in Flugzeugen, Zügen, U-Bahnen und anderswo. Anwar al Awlaki ist Obama`s neuer Bin Laden und hat sich mit seinen Schützlingen Nidal Hasan und Umar Farouq an die Spitze der amerikanischen Todesliste katapuliert.
Wen würde es wundern wenn in den kommenden Wochen weitere Cruise Missiles auf den Jemen regnen und das Marionetten-Militär von Präsident Ali Abdullah Salih zur Treibjagd bläst?
Anwar al Awlakis Luft wird dünner, seine Tage sind bereits angezählt
Thursday, December 24, 2009
Jemens Kampf gegen die Hydra
Unzählige Namen werden in den Raum geworfen, anonyme Quellen nennen Fakten und Halbwahrheiten, ein Bild wird gemalt, das den Eindruck erweckt, als wäre der Jemen im Endsieg gegen das Virus des militanten Islamismus nicht nur einen Schritt sondern ganze Sprünge vorangekommen. al-Qaida steht in der Defensive, die Houthi-Rebellen kämpft an zwei Fronten, Washington reicht nicht mehr nur den kleinen Finger sondern die ganze Hand und vielleicht mehr als Sanaa je erwarten konnte. Jemen ist die neue Front im Kampf, nicht nur gegen den internationalen Dschihadismus, sondern auch gegen die Ausbreitung eines schiitischen Imperialismus, gefördert und gesteuert von Teheran.
Eine Allianz zwischen der jemenitischen Regierung und der US-Administration dürfte massgeblich dazu beigetragen haben, dass seit einer Woche die Meldungen über Luftangriffe und den Tod von ranghohen al-Qaida Anführern nicht abreisen.
Das Armenhaus an der Südspitze der Arabischen Halbinsel ist längst ins Blickfeld der geopolitischen Strategie Washingtons geraten. Gründe dafür finden sich genug, sie zu ordnen und nach Relevanz zu kategorisieren dagegen ist schwierig.
Die Zentralregierung von Präsident Ali Abdallah Salih kämpft seit Jahren an multiplen Fronten einen Kampf, in dem der Gegner viele Gesichter und Motive ausweist.
Innenpolitisch sicherklich am schwierigsten zu bewältigen ist die Rebellion der zaiditischen Houthi-Stämme im Nord-Jemen. Deren Kampf für Autonomie hat mittlerweile das Grenzland zu Saudi-Arabien erreicht, und kostet auf beiden Seiten Opfer in nie gekanntem Ausmass.
Saudi-Arabiens Militär hält inzwischen nicht mehr still sondern hat eine eigene Offensive gestartet, die den Houthis Einhalt gebieten soll. Nicht nur von deren Unabhängigkeitsbestrebungen sondern auch vom Drogenhandlung der schiitischen Rebellen, fühlt sich das wahhabitische Königreich provoziert.
Dahinter steckt mehr als nur die Tatsache dass die Houthis die Grenze zu Saudi-Arabien nicht wahrnehmen, respektieren oder akzeptieren. Es geht um die Hintermänner, die Drahtzieher des schiitischen Aufstandes. Die sitzen - so behaupten Riad und Sanaa felsenfest - nicht in den Bergen der nordjemenitischen Provinz Saada, sondern im fernen Teheran.
Schrittweise, klammheimlich und über undurchsichtige Pfade, so die Anschuldigungen, rüste Ahmadinedschad die Houthis zu einer Art "südarabischen Hisbollah" auf. Die schiitische Sekte der Zaiditen soll mit finanzieller und materieller Unterstützung des iranischen Mullah-Regimes einen Brückenkopf des schiitischen Imperialismus in der Region errichten. Iran, davon sind die Gegner der Houthis überzeugt, will an der Südgrenze des fundamentalistisch-sunnitischen Kontrahenten Saudi-Arabien, eine Art Fremdenlegion etablieren.
Als Beweise führen die jemenitischen Truppen nach den Gefechten mit den Rebellen, Waffen, Munition und Gerätschaften vor, die eindeutig "Made in Iran" seien.
Für das jemenitische Regime stellen die Houthis einen Faktor von fremdgesteuerter Destabilisierung dar. Abnutzungskriege und immer wieder erfolglos beendete Offensiven mit Panzerkolonnen und Luftangriffen waren bislang die Reaktion auf Entführungen und Anschläge der Houthis.
Inzwischen aber kommt Schützenhilfe aus Saudi-Arabien. Die Saud-Dynastie hat Soldaten an die Grenze zum Jemen entsandt und kämpft seit Monaten erbittert gegen ein Erstarken der schiitischen Aufständischen. 73 saudische Soldaten, so hiess es jüngst, seien bereits seit Beginn der saudischen Militäroperationen im November im Kampf gegen die Houthis gefallen, 23 weitere würden vermisst und seien vermutlich verschleppt. Bis zu 470 Soldaten hätten Verletzungen erlitten.
Was diese Bilanz zeigt ist vor allem eines: das Chaos im Jemen ist Saudi-Arabien viel Wert, ein Zurückdrängen des iranischen Einflusses absolute Priorität, die auch mit Einsätzen der Luftwaffe über die Grenze hinaus, durchgesetzt wird.
Washington hat längst vom Stellvertreterkrieg im Jemen Kenntnis genommen. Man hat der jemenitischen Regierung Unterstützung im Konflikt mit den Houthis versprochen, warnt aber gleichzeitig vor einer anderen Gefahr: al Qaida.
Die militanten Islamisten wurden vom Regime in Sanaa lange ignoriert, sogar toleriert und gefördert. Insgeheim hoffte man die salafistischen Fanatiker in einen religiösmotivierten Kampf mit den schiitischen "Ketzern" der Houthi-Klans verwickeln zu können. Al-Qaida sollte an der Seite jemenitischer Truppen eingesetzt werden um die Houthis zu vernichten, ganz nach dem Motto: Der Feind meines Feindes, ist mein Freund.
Wie wenig aussichtsreich dieses Unterfangen letztendlich ist, zeigte sich als al-Qaida begann massiv ausländische Interessen im Jemen anzugreifen. Die Dschihadisten, die ungehindert in den Wüstengegenden des Landes Trainingslager errichteten und Horden von saudischen Terroristen, die ihre Heimat verlassen mussten, Zuflucht gewähren. Präsident Ali Abdallah Salih gelang es nicht die Extremisten an die Leine zu legen, der Virus gerät immer mehr ausser Kontrolle.
Von Seiten der USA muss eine Reaktion auf al Qaidas neuen "Safehaven" im Jemen kommen. Die Gefahr einen weiteren "failed-state", noch dazu mit Blick auf die saudischen Erdölfelder, in dem internationale Dschihadisten ausbildet und Anschläge geplant werden, ist einfach zu gross, als dass Washington den Jemen ignorieren könnte.
70 Millionen Dollar inklusive amerikanischer Militärausbilder, Drohnenüberwachung und logistischer Hilfe - so sieht Obamas Anti-Terror-Kampf im Jemen auf dem Papier aus. Praktisch besteht das Hilfspaket aus Cruise Missiles, Geheimdienstaufklärung und einer guten Portion Druck auf das Regime endlich mit aller Härte die Terrornester der Provinzen Abyan und Shabwa auszuräuchern.
So geschehen am vergangenen Donnerstag: Amerikanische Raketen schlugen in Ausbildungslagern der al Qaida in Abyan und nördlich von Sanaa ein, töteten 34 Islamisten und unzählige Zivilisten. Die Terror-Zeltstätte waren nur wenige Meter von den zivilen Dörfern entfernt, zudem wohnten dort nicht nur die Terrorrekruten sondern auch deren Familien, Frauen und Kinder.
Heute dann die Meldung: Jemens Luftwaffe habe in Shabwa Gebäude bombardiert. Bei einem getroffenen Haus soll es sich um den Wohnkomplex des amerikanisch-jemenitischen Predigers Anwar al Awlaki handeln. Der Imam, der montelang Emailkontakt zu Major Hasan Nidal hatte, bevor dieser im November auf der texanischen Militärbasis Fort Hood, 13 Soldaten erschoss, war vor Jahren in den Jemen geflohen und soll enge Kontakte zu den dschihadistischen Netzwerken haben.
Awlaki, so meldeten jemenitische Medien heute, soll unter den über 30 Toten des jüngsten Luftangriffs sein.
In seinem Haus habe ein Treffen der Dschihadisten stattgefunden, die beraten wollten, wie sie auf die US-Luftangriffe vom vergangenen Donnerstag reagieren sollten.
Mit Awlaki starb auch die Spitze der al-Qaida im Jemen (AQAP), Abu Nasir al Wuhayshi, ehemaliger Sekretär Bin Ladens und Chef der AQAP und dessen Vize Said Saudi al Shahrani, ein ehemaliger Guantanamo-Häftling, den die USA kurz nach dem 11.September in Afghanistan gefangen genommen hatte. Weitere Opfer des Luftangriffs sollen aus Ägypten, dem Iran und Tschetschenien stammen.
Noch hat sich der Staub des Luftangriffs von Shabwa nicht gelegt, die Zeichen aber verdichten sich dass den jemenitischen Sicherheitskräften ein harter Schlag gegen al Qaida gelungen ist. Der Kopf der jemenitischen al Qaida ist abgeschlagen, neue werden mit 100%iger Sicherheit nachwachsen. Zeit wurde alle Mal gewonnen, Zeit die eventuell Leben retten konnte.
Nicht nur Trainingsstätten und wichtige Führungspersonen wurden innerhalb einer Woche vernichtet, sondern auch Terrorpläne zerstört.
Angeblich hatten die Islamisten bereits Sprengstoffgürtel und Autobomben für einen Anschlag auf die britische Botschaft von Sanaa geplant, die Attentäter waren offenbar schon auserwählt. Letzte Woche, so gab es heute ein Sprecher des Innenministeriums bekannt, habe man den Anschlag vereitelt.
Späte Rache - US-Prediger Anwar al Awlaki stirbt bei Luftangriff im Jemen
Der Mentor des Fort Hood Attentäters Major Nidal Malik Hasan, der in New Mexico geborene Prediger Anwar al Awlaki soll Berichten zufolge bei den Luftangriff der jemenitischen Airforce in der Shabwa Provinz ums Leben gekommen sein. Die Militäroperation tötete nach Angaben jemenitischer Quellen bis zu 34 Al Qaida Kämpfer, darunter auch deren Anführer Abu Nasir al Wuhayshi.
Awlaki war erst vergangene Woche von Al Jazeera interviewt worden. Im Gespräch gab der amerikanische Staatsbürger jemenitischer Herkunft zu, mit Nidal seit dem 17.Dezember 2008 Emailkontakt gehabt haben. Der Imam selbst hat die USA bereits vor Jahren verlassen und lebt im jemenitischen Exil.
Major Nidal habe ihn gefragt ob es religiös gerechtfertigt sei, amerikanische Soldaten zu töten. Awlaki habe geantwortet dass Amerika der "Pharao der heutigen Tage" sei, ein Feind des Islams und da es deshalb für einen Muslim verboten sein in der US-Armee zu dienen.
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Letztendlich habe Awlaki dem Major geantwortet ein Attentat auf US-Soldaten sei angesichts der Verbrechen des amerikanischen Militärs weltweit gegen Muslime, gerechtfertigt.
Nach dem Amoklauf im texanischen Fort Hood, am 06.November bei dem 13 Menschen starben, nannte Imam Awlaki auf seinem Blog den Attentäter "einen Held" und erklärte amerikanische Muslime sollten seinem Beispiel folgen.
Ob sich Awlaki nun zufällig in einem al-Qaida Camp aufhielt, oder ob der Angriff der jemenitischen Luftwaffe gezielt dem islamistischen Ideologen, dem schon lange Kontakte zu al Qaida nachgesagt werden werden, galt, bleibt offen.
Wednesday, December 23, 2009
Al Qaida Kommandeur überlebt Luftangriff...und tritt öffentlich auf
Anders als zunächst berichtet, überlebte Muhammad Salih al Awlaki, al-Qaidas Kommandeur in der südjemenitischen Provinz Abyan, einen US-geführten Luftangriff im Dorf al-Maajala am vergangenen Donnerstag.
Der Dschihadist trat Anfang der Woche bei einer Protestaktion von Dorfbewohnern auf und erklärte al-Qaida bekämpfe nicht die jemenitische Armee sondern der wahre Feind aller Jemeniten seien die USA.

Anfangs war unklar wer der unmaskierte Islamist war, der vor den versammelten Demonstranten ans Mikrofon trat. Al Jazeera zeigte Filmaufnahmen der kuriosen Szene noch am selben Tag.
| أفرادها يجوبون مديرية مودية منذ 3 أيام.. العولقي يظهر علنًا بأبين ويتوعد بالثأر للقتلى |
| 22/12/2009 |
| خاص-نيوزيمن: |
في ظهور علني توعد أفراد من تنظيم القاعدة بمحافظة أبين الولايات المتحدة "وكل من يقف معها" بالثأر لضحايا الغارات الأخيرة في محافظة أبين. |
Tuesday, December 22, 2009
Entführte, deutsche Familie im Jemen geortet
Nach Monaten der Ungewissheit gelang es nun anscheinend dem BND und dem britischen Geheimdienst, die aus Bautzen(Sachsen) stammende deutsche Familie Hentschel, die im Juni im Nord-Jemen entführt wurde, zu orten.Die fünfköpfige Familie, ein 37jähriger Ingenieur, seine Ehefrau und drei kleine Kinder, waren zusammen mit einem britischen Staatsbürger verschleppt worden, ohne dass es je ein Lebenszeichen aus der Geiselhaft gegeben hatte. Keine Gruppe übernahm die Verantwortung für die Entführung, über mögliche Lösegeldforderungen wurde nichts bekannt.
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In der umkämpften Region Saada, in der die jemenitische Armee seit Monaten heftige Kämpfe gegen die schiitischen Houthi-Milizen führt, gelang es nun offenbar die Geiseln und ihre Entführer zu orten. Es handelt sich offenbar um Anhänger der al Qaida, die öfter ihren Aufenthaltsort wechseln und versuchen im nahezu unkontrollierten Nord-Jemen unterzutauchen.
Laut BILD existiert liegt der Bundesregierung ein Video vor, auf dem die entführte Familie zu sehen ist. Die Kinder machten darauf einen erschöpften Eindruck.Offenbar Spur zu vermissten Jemen-Geiseln
Görlitz/Bautzen - Im Fall der im Jemen verschleppten Familie aus dem sächsischen Landkreis Bautzen soll es endlich eine Spur geben. Wie „Radio Lausitz“ am Montag unter Berufung auf die jemenitische Botschaft in Berlin berichtete, hätten Geheimdienste aus Deutschland und Großbritannien das Paar und seine drei kleinen Kinder in der Region Saada im Norden des Landes geortet. Allerdings würden die Geiselnehmer den Aufenthaltsort in der vom Bürgerkrieg geprägten Gegend ständig wechseln. Offenbar befänden sich die Geiseln in der Hand von Al Kaida-Terroristen, die das Kriegsgebiet als Versteck nutzten, hieß es.
Der 37-jährige Diplom-Ingenieur und seine gleichaltrige Frau waren am 12. Juni mit ihren drei Kindern im Alter von einem, drei und fünf Jahren entführt worden. Zusammen mit der Familie aus Meschwitz bei Bautzen wird auch noch ein britischer Ingenieur vermisst. Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin waren kurz nach der Entführung erschossen worden. (dpa)
Lebenszeichen von deutschen Jemen-Geiseln
22.12.2009 - 23:23 UHRVon EINAR KOCHNach monatelanger Ungewissheit steht fest: Die drei Kinder der seit Juni im Jemen verschleppten Familie aus Sachsen leben!
Das belegt nach BILD-Informationen ein Video aus den letzten Wochen, das der Bundesregierung vorliegt.
Ein hoher Regierungsbeamter zu BILD: „Die Kinder machen einen erschöpften Eindruck.“
Das Geiseldrama in der Wüste des Nordjemen erschütterte vor einem halben Jahr Deutschland: Zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen wurden von den Kidnappern, vermutlich Al-Qaida-Angehörigen, regelrecht abgeschlachtet.
Von Techniker Johannes H. und seiner Frau Sabine (beide 37) aus der Umgebung von Dresden sowie den Kindern Lydia (5), Anna (3) und Simon (1) fehlte seitdem jede Spur.
Deutsche Medien hatten in den vergangenen Wochen berichtet es seien Verhandlungen über die Freilassung der deutschen Geiseln im Gange. Bestätigt wurde dies zunächst nicht.
"Spur zu im Jemen entführter Familie?
Im Fall der im Jemen verschleppten Familie aus Weißenberg gibt es ein halbes Jahr nach der Entführung offenbar endlich eine heiße Spur. Johannes H., seine Frau Sabine und die drei kleinen Kinder sind einem Sprecher der jemenitischen Botschaft in Berlin zufolge bereits mehrmals geortet worden. Den Angaben nach sollen sich die Weißenberger in Saada aufhalten, einem Kriegsgebiet im Norden Jemens. Allerdings würden die Entführer die Verstecke wechseln. Die jemenitische Armee versucht unterdessen seit Wochen in einem erbitterten Kampf, Rebellen aus der Region zurückzudrängen. Vermutet wird, dass ein Arm der Terrororganisation Al Kaida die Wirren des Krieges nutzt, um in der schwer zugänglichen Gegend unterzutauchen. Aber Geheimdienste aus Deutschland und Großbritannien haben scheinbar die Familie ausfindig gemacht. Unterdessen haben Angehörige in der Lausitz wiederholt die mangelnde Transparenz kritisiert. Sie fühlen sich unzureichend über den Stand der Ermittlungen informiert. Die Bundesregierung allerdings will das Leben der Geiseln nicht aufs Spiel setzen. Denn es gibt offenbar neue Zuversicht: Der einst selbst im Jemen entführte Ex-Außenstaatssekretär Chrobog ist schon mehrfach in das Land gereist. Er soll auf die Regierung Druck ausüben, noch intensiver nach den Lausitzern zu suchen."
Sunday, December 20, 2009
US-Militär bombardiert al Qaida im Jemen - erste Bilanz vernichtend
Amerikas Anti-Terror-Krieg kennt keine Grenzen. Der Beweis schlug am vergangenen Donnerstag an zwei Orten im Jemen ein: Cruise missiles, abgefeuert von Kampfschiffen in Ozean zwischen Ost-Afrika und dem arabischen Golf.
In Absprache mit der jemenitischen Regierung bombardierte das US-Militär zwei al-Qaida Trainingslager, die zuvor von Truppen der jemenitischen Armee umstellt worden waren.
Grund für das ungewöhnlich heftige Vorgehen gegen die Dschihadisten im Jemen, dürfte die Ausweitung des Terrornetzwerkes al-Qaida sein. Terrorlager entstanden seit Ende 2008 in Regionen wie Abyan und auch ausserhalb von Sana' a, ausländische Islamisten strömen in den Süden der Arabischen Halbinsel um das Terrorhandwerk zu erlernen.
Die koordinierten Luft- und Bodenangriffe auf die al-Qaida Ziele töteten nach Angaben der jemenitischen Streitkräfte mindestens 37 Terroristen, weitere seien verwundet und später verhaftet worden.
Dem entgegen stehen die Aussagen von Einheimischen, die vor allem in Abyan von einer hohen Zahl toter Zivilisten berichten. Jemen islamische Oppositionspartei Al Islah reagierte empört und erklärte, die Regierung wisse stehts wo sich die gesuchten al-Qaida Elemente aufhielten. Derart massive Bombenangriffe mit vielen zivilen Opfern seien unnötig, man könne die Terroristen jeden Tag festnehmen, wenn man dies wirklich beabsichtigt hätte.
Tatsächlich starben wohl etwa 60 Zivilisten bei den US geführten Luftangriffen, darunter auch Kinder. Darüber hinaus starben wohl drei gesuchten al-Qaida Funktionäre:
Muhammad al Awlaki, al-Qaidas Kommandeur in der Region Abyan
Muhammad al Amburi, al-Qaida Trainer
Mounir al Amburi, al-Qaida Trainer
Hauptziel der Anti-Terror-Operationen war al-Qaidas Militärchef im Jemen, Qassim al Raymi. Ob dieser sich unter den Toten befindet, ist nicht bekannt.
Am Samstag meldete das jemenitische Innenministerium, vier gesuchte Islamisten seien nach den Angriffen vom Donnerstag in einem Krankenhaus verhaftet worden, wo sie aufgrund ihrer Verletzungen behandelt wurden.
Dass sich der Jemen zu einem Rückzugsgebiet für al-Qaida entwickelt, ist längst bekannt. Abgehörte Telefonate und Verhöre belegen seit Monaten dass al-Qaida Personal aus den umkämpften Regionen in den pakistanischen Stammesgebieten auf die Arabische Halbinsel und an das Horn von Afrika verlegt. Erfahrene Ausbilder und kampferprobte Kader aus Pakistan und Afghanistan sollens ich bereits vor Monaten nach Somalia und in den Jemen abgesetzt haben.
Um dem neuen Risikofaktor südlich des saudischen Königsreichs begegnen zu können, verlegen die USA Spezialeinheiten in den Jemen, und bilden zunehmend dortige Anti-Terror-Einheiten von Polizei und Militär aus.
Reaper- und Predator-Drohnen, stationiert auf Kriegsschiffen und in Militärbasen des Jemen lassen die CIA zudem selbst Jagd auf al-Qaida in südarabischen Bergen machen.
Die erste Operation gegen den Terrorhort Jemen endete mit einer hohen Zahl so genannter "Kollateralschäden". Sollten sich diese Vorfälle häufen, laufen die USA Gefahr das ohnehin instabile jemenitische Staatsgebilde durch einen Aufruhr in der Bevölkerung zu bedrohen. In Pakistan sorgen die wöchentlichen Drohnenangriffe bereits für zunehmenden Unmut und Ablehnung der amerikanischen Politik. Pakistanische Zustände im Jemen dürfte sich in Washington angesichts der Nähe zu Saudi-Arabien niemand wünschen.
Sunday, November 22, 2009
Obamas geheimer Krieg ist illegal
US-Präsident Obama führt einen geheimen Krieg im Luftraum über Pakistan. Moderne Kampfdrohnen töten fast wöchentlich islamistische Terroristen und Zivilisten in ihren Rückzugsgebieten. Jetzt warnt die UN, die ferngesteuerten Mordanschläge könnten gegen internationales Recht verstoßen, und fordert Aufklärung. Ein Problem für die USA: es gab nie eine offizielle Abstimmung über diese CIA-Operationen.
Qaid Sinan al Harethi starb per Knopfdruck. Der Al Qaida Mann war am 03.November 2002 in der jemenitischen Wüste, östlich der Hauptstadt Sanaa, unterwegs. In seinem Geländewagen saßen außer ihm noch fünf Leibwächter, darunter ein gesuchter amerikanischer Islamist.
Seitdem die CIA al Harethi als Hintermann des Anschlages auf das US Kriegsschiff USS Cole im Hafen von Aden im Oktober 2000 identifiziert hatte, lebte der Jemenit versteckt im Untergrund. Er zog sich in die Provinz Marib zurück. wo er sich sicher vor seinen amerikanischen Verfolgern fühlte.
Der Jemen galt nicht als Kriegsgebiet im “War on Terror” der Bush-Administration, der zu dieser Zeit hauptsächlich im weit entfernten Afghanistan tobte.
An jenem Tag im November 2002 ahnte al-Harethi nicht dass über ihm bereits der Tod kreiste. Eine amerikanische Predator-Drohne, ein unbemanntes, ferngesteuertes Miniaturflugzeug, verfolgte den Jeep des Al Qaida Terroristen seit Stunden. Gesteuert wurde sie von einem Team der CIA an Bord eines französischen Kriegsschiffs vor der Küste Dschjiboutis, 260km entfernt.
Das jemenitische Fernsehen zeigte wenige Stunden nach dem Angriff, was die Hellfire-Raketen der amerikanischen Drohne von Al Harethi und seinen Begleitern übrig gelassen hatten. Verbrannte Teile des Autowracks und verkohlte Leichen waren alles was vor Ort zu sehen war.
Qaid Sinan al Harethi alias “Abu Ali” wurde zum ersten ranghohen Al Qaida Opfer einer neuen Form der Kriegsführung.
“Wir befinden uns in einer neuen Form des Krieges”, erklärte die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice nur eine Woche nach dem erfolgreichen Luftangriff im Jemen, “wir haben deutlich gemacht das diese neue Form des Krieges auf verschiedenen Schlachtfeldern geführt wird.”
In den folgenden sieben Jahren setzten die USA in ihrer Anti-Terror-Strategie vermehrt auf den Einsatz der unbemannten Tötungsmaschinen. Die “targeted killings”, wie die Missionen der Drohnen genannt werden, sind mittlerweile das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, islamistische Terroristen rund um den Globus zu eliminieren.
Im Hauptrückzugsgebiet von Al Qaida, den pakistanischen Stammesgebieten, machen die Predator- und Reaper-Drohnen mit modernster Hightech gezielt Jagd auf Terroristen und deren Ausbildungslager. Die Strategie der ferngesteuerten Tötung, die unter der Bush-Administration ins Leben gerufen wurde, wird von Präsident Barak Obama nicht nur weitergeführt sondern intensiviert.
Alleine im laufenden Jahr 2009 gab es bereits über 40 Drohnenangriffe in Pakistan, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 36, im Jahr 2007 gerade einmal fünf. In der Hälfte aller Fälle schlugen die Predators in Süd-Waziristan zu, dem wichtigsten Tummelplatz für Taliban und Al Qaida.
Seit August 2008 starben fast 600 Menschen durch die CIA-Luftangriffe, 2009 waren es durchschnittlich neun Tote pro Einsatz.
Die hohe Opferzahl lässt immer wieder Kritik am Vorgehen der USA im Drohnenkrieg aufkommen, zuletzt von der UN.
“Das Problem mit den USA ist, dass sie verstärkt von den Drohnen Gebrauch machen”, erklärte vor wenigen Wochen der UN-Sonderbotschafter für außergerichtliche, willkürliche Hinrichtungen Philip Alston in einer Pressekonferenz. Er sei sich nicht sicher, so Alston, ob der Drohnen-Einsatz in Pakistan nicht gegen internationales Recht verstoße: “Ich würde gerne die rechtlich Basis kennen, auf denen die USA dabei operieren, mit anderen Worten...Wer betreibt das Programm? Welche Mechanismen der Rechenschaftspflicht gibt es?”
Es könne Situationen geben in denen die Drohnenangriffe mit internationalen Recht in Einklang stehen, dies müsse aber geprüft werden.
Viele der Drohnen-Angriffe der Vergangenheit waren aus Sicht der CIA erfolgreich. Insgesamt konnten bislang 22 ranghohe Terroristen (“high value targets”) getötet und auch Trainingslager zerstören.
Abu Khabab al Masri, Al Qaidas wichtigster Sprengstoffexperte fiel im Juli 2008 einem Predator-Angriff zum Opfer. Zuvor hatten im Januar 2008 die Raketen einer amerikanische Drohne den Chefausbilder des Terrornetzwerkes Abu Laith al Libi getötet. Auch Ahmed Salim Schwedan und Osama al Kini, Planer der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Ostafrika 1998, kamen auf diese Weise im Januar diesen Jahres zur Strecke.
Bislang wohl wichtigste Zielperson war der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud, der Anfang August Opfer einer US-Drohne wurde. Gerüchten zufolge soll sogar Osama Bin Ladens Sohn Saad Anfang des Jahres in den pakistanischen Stammesgebieten durch einen ähnliche CIA-Operation ums Leben gekommen sein.
Gesteuert werden die neun Millionen US Dollar teuren Predator-Drohnen häufig aus tausenden Kilometern Entfernung. Im amerikanischen Wüstenstaat Nevada fliegen Piloten der US-Airforce die unbemannten Flugzeuge per Joystick. Angewiesen und überwacht werden sie dabei von der CIA.
Videoübertragung in Echtzeit versetzt die Piloten vor ihren Bildschirmen in die Lage, die 10m langen und knapp vier Tonne schweren Flugobjekte über afghanisch-pakistanischem Luftraum zu manövrieren.
Die seit 1995 in Dienst gestellte Predator (MQ-1) und die moderne Reaper-Drohne (MQ-2) können über 24 Stunden ununterbrochen im Einsatz bleiben und dabei auf mehr als sieben Kilometer Höhe steigen. Ausgestattet mit bis zu vier Hellfire-Raketen und mehreren Hochleistungs-Kameras mit Nacht- und Wärmebildfunktion werden die Drohnen zu tödlichen Waffen.
Die Vorteile der umstrittenen Waffensysteme liegen auf der Hand. Mit Hilfe der Drohnen können gefährliche Einsätze ausgeführt werden, für die sonst Kampfjet-Piloten eingesetzt werden müssten. Ohne das Risiko eigener menschlicher Verluste können Terroristen in schwierig zu erreichenden Gegenden aufgespürt und getötet werden. “Beim Verlust einer Drohne muss ich keinen Brief an die Mutter eines Piloten schreiben”, beschrieb ein verantwortlicher US-Militär die Drohnen-Taktik.
Angesichts der steigenden Zahl getöteter NATO-Soldaten in Afghanistan stellen die unbemannten Tötungswerkzeuge einen risikolosen Beitrag zum Kampf gegen Al Qaida & Co dar. Sie erleichtern der pakistanischen Regierung ihr Vorgehen gegen die Terrorzentren in Waziristan, andererseits sorgen andererseits aber durch die Kollateralschäden für eine wachsende Ablehnung der US-Politik in Pakistan. Viele Pakistaner sehen durch die grenzübergreifenden Drohnen-Einsatz die Souveränität ihres Landes verletzt.
Für die Terrornetzwerke wie Al Qaida sind die Drohnen ein Albtraum. Die urplötzlichen, oft zielgenauen Raketenangriffe terrorisieren die Extremisten und zwingen sie zu neuen Strategien. Aufgrund der permanenten Gefahr aus der Luft betreiben die Islamisten keine großen Trainingslager mehr sondern teilen die Terrorrekruten in kleine Gruppen von maximal zehn Personen ein. Große Zusammenkünfte werden vermieden, Mobiltelefone in der Nähe wichtiger Terrorführer sind verboten. In ihnen vermutet Al Qaida versteckte Peilsender mit denen die Drohnen ihre Ziele finden.
Die Administration von Präsident Obama will die Taktik der gezielten Tötung verstärken. Für das kommende Jahr bestellte das US-Verteidigungsministerium bereits 24 neue “Reaper”-Drohnen und Tausende neue Raketen.
Monday, October 19, 2009
Al Qaida Anschlag in Saudi-Arabien verhindert
Letzte Woche Dienstag kontrollierte eine Beamtin der saudischen Grenzpolizei zwei in schwarze Ganzkörperschleier gehüllte Personen in einem Auto an der jemenitisch-saudischen Grenze.
Urplötzlich zogen die beiden Männer Waffen und erschossen die Polizistin. Wenig später töten die saudischen Streitkräfte die beiden Angreifer, fanden in ihrem Fahrzeug vier einsatzfähige Sprengstoffwesten, mehrere Granaten und Dokumente die darauf hinwiesen dass das Duo zusammen mit weiteren Islamisten einen Anschlag auf eine wichtige Einrichtung der saudischen Industrie planten.
Die Anzahl der Sprengsätze lässt vermuten dass in Saudi-Arabien lebende Attentäter ebenfalls zum Einsatz kommen sollten.
Bei den getöteten Attentätern handelt es sich um zwei landesweit gesuchte Al Qaida Männer, Rayed al Harbi und Yussuf al Shihri. Beide Namen finden sich auf der Liste der 85 meistgesuchten Terroristen Saudi-Arabiens. Zuletzt vermutete man beide im Jemen.
Sunday, September 20, 2009
In eigener Sache...
Liebe Leserschaft,
bitte entschuldigt dass ich nicht mehr regelmäßig bloggen kann. Die Gründe dafür sind recht banal: das Studium und die Arbeit fressen Zeit. Dennoch möchte ich mich hier regelmäßig zu aktuellen Ereignissen in der Thematik äußern. Größere Berichte werden sicher maximal zweimal pro Woche erscheinen.
Wer ein kleines Newsupdate zum Thema islamistische Propaganda und Dschihad-News bekommen möchte, sei bitte auf meinen Twitter Account verwiesen. Dort findet ihr täglich aktuelle, informative Kurznachrichten, meist schneller als über die Nachrichtenagenturen.
Hier nun einen kurzen Überblick über die Ereignisse der vergangenen Tage.
Weiter gab es pünktlich zum Ende des Ramadan eine große Produktion der Al Shabaab Miliz aus Somalia.
Unter dem Titel "Zu deinen Diensten, oh Osama" schwören die somalischen Dschihadisten dem Al Qaida Führer die Treue. Das Video zeigt, teilweise unterlegt mit englischen Untertiteln, Trainingslager in Somalia, einheimische und ausländische Kämpfer im Einsatz und die übliche Propaganda zu politischen Themen.
Mit diesem Videostatement dürfte Shabaab nun endgültig Teil des Al Qaida Franchise Systems sein, eine Reaktion von Seiten Zawahiris oder Bin Ladens (oder auch Al Libis) ist zu erwarten.
Ungewöhnlich aktiv ist dieser Tage auch die Medienabteilung der "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" sprich des jemenitischen Ablegers der Organisation. Nach einem Video zum Angriff auf die US Botschaft von Sanaa 2008 und einer Produktion über einen Hinterhalt auf jemenitische Regierungstruppen im Sommer diesen Jahres, kündigte AQAP heute ein weiteres Video an.
Anders als viele erwarteten kam zum Abschluss des Ramadan keine neue Botschaft Bin Ladens. Der meistgesuchte Terrorist der Welt beließ es bei einer verspäteten "Ansprache an das amerikanische Volk", anlässlich des achten Jahrestages von 9/11. Es bleibt abzuwarten was die nächsten Tage bringen, Analysen zu Harrachs Videowelle und den möglichen Konsequenzen für die deutsche Sicherheitspolitik in den kommenden Tagen...
Tuesday, September 8, 2009
Arabische Al Qaida kündigt neues Video an
Worum wird es gehen? Ein Propagandabeitrag zum Angriff auf die US Botschaft im jemenitischen Sanaa. Das Video kommt fast genau ein Jahr nach dem Anschlagsversuch auf die amerikanische Vertretung im Jemen.
Am 17.September 2008 griff Al Qaida mit zwei Autobomben und mehreren "Fußsoldaten" das Gebäude der US-Botschaft an. Zunächst zündete ein Attentäter sein Fahrzeug am Eingangstor, um so den Weg für einen zweiten Suizidbomber frei zu machen. Zeitgleich eröffneten Islamisten mit Sturmgewehren und RPGs das Feuer.
Dem Ankündigungs-Banner der "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" ist zu entnehmen dass wohl die Abschiedsvideos der Attentäter sowie einige Szenen des Angriffs selbst gezeigt werden.
Monday, August 17, 2009
Jemens vergessener Krieg
"Eiserne Faust" nennt Jemens Regierung die jüngste Militäroffensive gegen die schiitischen Rebellen des Al Houthi-Klans im Norden des ärmsten aller arabischen Länder.

Mit dem Einsatz des Militärs in der Provinz Saada, der am 12.August begann, startete aus Sicht der nordjemenitischen Aufständischen der "Sechste Krieg", nach bereits fünf teilweise mehrwöchigen Gefechten zwischen Armee und Houthi-Kämpfern seit 2004. Schon im Juni, als westliche Entwicklungshelfer aus Sa´ada, darunter eine deutsche Familie und zwei Krankenschwestern, entführt wurden, warnten die Rebellen ein erneuter Krieg im Norden stehe kurz bevor. Das Regime von Präsident Saleh macht die Houthis für die Entführung und Ermordung der Europäer und der Südkoreanerin verantwortlich, erklärte man werde keinen Staat im Staate akzeptieren und den Aufstand der Zaiditen-Sekte brechen.
Zu diesem zweck rollten nun vor wenigen Tagen Panzereinheiten in die Bergregion nördlich von Sa´ada, an der Grenze zu Saudi-Arabien. Jemens Luftwaffe bombardierte mit Kampfjets und Hubschraubern die Rebellenpositionen und ganze Dörfer im Einflussgebiet der Houthis. Dabei kamen dutzende Zivilisten ums Leben, Gebäude würden reiheweise in Schutt und Asche gebombt. Dies alles geschah und geschieht weiterhin ohne die Aufmerksamkeit der Medien. Einige wenige Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet konnte Al Jazeera ausstrahlen, viele Berichte dringen ansonsten nicht nach draußen.Während die Regierung sechs Bedingungen für das Ende der Kampfhandlungen äußerte, erklärten die Houthi-Rebellen man werde der Unterdrückung so lange Widerstand leisten bis sich die Armee zurückgezogen habe.

Präsident Saleh verlangt von seinen schiitischen Widersachern folgende Konditionen:
Withdrawal from all districts and removing all check points .Going down from mountains, and stopping blocking the roads and sabotages acts. Handing over all equipments, civil and military, they seized. Handing over the kidnapped people from Sa'ada. Non-interference in the affairs of the local authority.
Nachhaltig begründet dürften dabei fast alle Forderungen sein, bis auf die Annahme die Houthis würden hinter der Verschleppung der westlichen Ausländer stecken. Diese Auflage zu erfüllen ist unmöglich, da die Rebellen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verantwortlich für die Tat sind und kein Wissen über den Verbleib der Geiseln haben.
Präsident Saleh brauchte lediglich einen nachhaltigen Grund um erneut den Aufstand im Norden zu brechen.
Dass dies ohne Einspruch der USA geschehen kann, liegt primär an der Tatsache dass die Administration Obama angesichts der katastrophalen Situation im Irak, den Zuständen im benachbarten Somalia, einer immer stärker werdenden islamistischen Gefahr in Nordafrika und dem Drang des Iran auf die schiitischen Minderheiten in den arabischen Staaten Einfluss zu nehmen, keinen neuen "failed state" in der Region gebrauchen kann. Unterstützt durch amerikanische Militärausbilder, Informationen durch die CIA und durch finanzielle Mittel, versucht man das schwankende Regime von Sanaa am Leben zu halten.
Gerade die nördliche Grenzregion zum saudischen Königreich wurde durch den Kontrollverlust der Zentralregierung zu einem unsicheren, gesetzesfreien Raum, in dem Drogenhandel, Schmuggel, das Entführungsbusiness und Waffenhandel blühen. Saleh will den Houthi unter keinen Umständen Autonomie gewähren und hat die Niederschlagung des Schiiten-Aufstandes zur Priorität gemacht. Dazu greift sein Militär sogar auf Pakte mit den Islamisten der Al Qaida zurück und setzt auf ein radikalislamisches, salafistisches Gegengewicht zur schiitischen Sekte der Zaiditen.Opfer sind wieder einmal die Zivilisten, die in einem blutigen Streit zwischen dem rücksichtslosen jemenitischen Militär und den uneinsichtigen Houthi-Kämpfern zerrieben werden und schutzlos den Strafaktionen der Armee ausgesetzt sind während die Rebellen in den Bergen zur Partisanen-Taktik greifen.
Tuesday, August 4, 2009
Jemens Al Qaida: Wir wurden angegriffen!
In einem Internet-Statement meldete sich Al Qaida im Jemen gestern zu Wort und berichtete ihre Version der Geschnisse in der Marib Provinz.
Jemens Militär hatte erklärt ein Konvoi aus Trucks sei in der Region in einen Hinterhalt geraten, Al Qaida Kämpfer hätten einen Soldaten getötet, drei verwundet und Material gestohlen.
Daraufhin habe man eine Anti-Terror-Operation gestartet bei der ein gesuchter Al Qaida Terrorist getötet und mehrere andere verwundet worden seien.
Nun berichtet die Terrororganisation ihre Kämpfer hätten keine Militäreinheit angegriffen sondern seien selbst Ziel eines Angriffs des "National Security Bureau", einer Truppe von Amar Mohammed Saleh, dem Neffen des jemenitischen Präsidenten, geworden. Man habe eine Vielzahl Soldaten töten und einige gefangen nehmen können, heißt es im Statement weiter.
Al Qaidas regionaler Kommandeur Ayd al Shabwani sei weder getötet noch verwundet worden, vielmehr habe man im Gegenteil den Aufenthaltsort des Armeeführers Amar al Saleh mit Mörsern bombardiert.
Weiter teilt die Gruppe mit, man gehe davon aus dass der Angriff auf die Mujaheddin nach dem Besuch im Jemen von US General Petreaus und dem saudischen Verteidigungsminister Bin Nayif erfolgt sei um zu beweisen dass man das Regime loyal gegenüber seinen Verbündeten steht.
Zum Schluss des Statements ruft Al Qaida alle jemenitischen Regierungssoldaten auf die Seiten zu wechseln und für den Islam zu kämpfen, dejenigen die dieses Angebot nicht annehmen rate man die Regionen Marib und Abidah zu meiden.
Die Juli-Ausgabe des monatlichen Online-Magazins der Gruppe, "Sada al Malahim", lässt weiter auf sich warten.
Friday, July 31, 2009
Al Qaida tötet jemenitische Soldaten
UPDATE:
Mehr Informationen über die Vorgänge heute:
Jemenitische Soldaten kamen durch Al Qaida Kämpfer in der Region Marib unter Beschuss, zwei Militärs kamen sofort ums Leben, mehrere wurden verletzt. Die Angreifern erbeuteten dabei Ausrüstung, Waffen, Munition und ein Fahrzeug.
Danach startete die jemenitische Armee eine Anti-Terror-Operation und töteten während einer Razzia den gesuchten Al Qaida Kommandeur Aed Saleh al Shabwani, verwundeten vier weitere Terroristen. Bei dieser Aktion starb ein weiterer jemenitischer Soldat.
Die Armee zerstörte nach dem Einsatz die Gebäude Al Shabwanis, die als Unterschlupf der Islamisten genutzt worden seien.
Wie die jemenitische Agentur "Mareb Press" heute berichtete, griffen Al Qaida Kämpfer östlich der Hauptstadt Sanaa,
in der Provinz Marib Sicherheitskräfte in einem Hinterhalt. Mindestens fünf jemenitische Soldaten, 10 weitere wurden verletzt.Außerdem kam ein Zivilist bei den Gefechten ums Leben.
Die Islamisten hätten nach dem Hinterhalt auf eine Patrouille der 101 Brigade zudem ein Militärfahrzeug, Ausrüstung und Waffen erbeutet, heißt es.
Aus der Armeeführung heißt es Al Qaida Elemente hätten sich in der Region Dhamar mit lokalen Stämmen zusammengeschlossen und wollten das Gebiet der Kontrolle der Regierung entreißen.
Saturday, July 18, 2009
UPDATE zu Deutschen Jemen-Geiseln
Wie die arabischsprachige "Al Quds al Arabi" über ihren Mitarbeiter Abdulillah al Shaya erfahren hat, dementierte "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" die Organisation habe etwas mit der Entführung der europäischen Geiseln und der Ermordung von zwei deutschen Studentinnen und einer südkoreanischen Lehrerin im nördlichen Jemen zutun.

Ein Sprecher des jemenitischen Al Qaida Ablegers erklärte die Mujaheddin wären nicht die Entführer und Mörder der letzten Monat verschleppten deutschen Familie und des britischen Ingenieurs. Der Journalist Al Shaya bekräftigte bereits kurz nach Bekanntwerden der Entführung Al Qaida töte keine unschuldigen Frauen und Kinder, islamistische Täter könnten also ausgeschlossen werden. Wie glaubwürdig die jüngsten Behauptungen aus dem Jemen sind ist fraglich, hatte Al Qaida in der Vergangenheit doch mehrfach nach Meldungen über angebliche Statements Richtigstellungen veröffentlicht und vermeintliche Sprecher als falsche Quellen bezeichnet. Shaya interviewte Anfang des Jahres als bisher einziger Journalist den Anführer der jemenitischen Al Qaida Abu Basir al Wahayshi, und verfügt erwiesenermaßen über gute Kontakte zur Islamistenszene seines Landes.
Ende des Monats wird das regelmäßig erscheinende Online-Magazin der jemenitischen Al Qaida "Sada al Malahim" erwartet. Wahrscheinlich werden sich die Islamisten darin zur Entführung von Sa´dah und einer möglichen Beteiligung äußern. Von der aus Sachsen stammenden fünfköpfigen Familie und einem britischen Helfer der Organisation WWC fehlt weiter jede Spur. Jemenitische Behörden vermuten schiitische Stammesmilizen im Nord-Jemen als Hintermänner des Kidnappings, diese dementierten bereits jede Beteiligung und nannten regierungsnahe Islamisten als Entführer.
Saturday, June 27, 2009
Jemen: Dritte deutsche Geisel tot?
Eine jemenitische Nachrichtenagentur vermeldet den Tod von drei deutschen Geiseln.
Bislang galten nur die beiden deutschen Bibel-Studentinnen aus Brake bei Lemgo, Anita Grünwald und Rita Stumpp, als ermordet. Ihre Leichen wurden zusammen mit der ermordeten koreanischen Geisel vor knapp einer Woche gefunden. Wie die jemenitische Nachrichtenagentur "Saba Net" jedoch berichtet geht man von drei toten deutschen Geiseln aus.
Ich habe den kleinen Hinweis auf "Three Germans and a Korean woman were killed..." auf der Website der Agentur entdeckt.
Wissen die jemenitischen Behörden inzwischen mehr als die deutschen Medien? Gab oder gibt es insgesamt vier ermordete Geiseln, darunter drei Deutsche?
UPDATE zu deutschen Jemen-Geiseln
Thursday, June 18, 2009
Jemen-Geiseln als "missionarische Kreuzritter" hingerichtet?
Die "Yemen Times" meldet heute die deutschen Entführten hätten sich telefonisch bei einer Krankenschwester im Hospital von Saada gemeldet. Dem Hilfruf sei zu entnehmen dass man in der Nähe eines Bauernhofes nördlich der Stadt von "drei bärtigen Männern" gekidnappt wurde.
Je mehr Details über die im Jemen verschleppten und die beiden inzwischen ermordeten Deutschen bekannt werden, umso klarer zeichnet sich das Bild einer bestimmten Personengruppe ab, die sich trotz jahrelanger Reisewarnungen in das ärmste arabische Land begeben haben.
Anita G.(25) und Rita S.(26) absolvierten im Jemen ein Praktikum als Teil ihrer dreijährigen Ausbildung an einer evangelikalen Bibel-Schule
Sie reisten in den Jemen um den Menschen dort durch karikative Arbeit im medizinischen Bereich zu helfen.
Arbeitgeber war die niederländische “Worldwide Services” Organisation.
Vor fünf Jahren zog es Johannes H.und seine Ehefrau Sabine in das muslimische Land an der Südspitze der Arabischen Halbinsel. Der Bauingenieur aus Lauske bei Bautzen in Sachsen arbeitete zunächst für diverse Hilfprojekte, Sabine H. War Krankenschwester im Dschumhuri-Krankenhaus der Stadt Saada, einer durch schiitische Aufstände zerrüttete Unruhe-Region.
Ihre Kinder Lydia (4), Anna (3) und Simon (fast 1) wurden teilweise im Jemen geboren. Im Mai diesen Jahres besuchte die Familie das letzte Mal Angehörige im heimischen Sachsen, dorthin wollten sie im Jahr 2010 zurückkehren.
Interessant ist der Blick auf die Homepage der Organisation in der Johannes und Sabine H aktive Mitglieder waren. Hinter dem “WEC International” (Weltweiter Einsatz für Christus) verbirgt sich nichts anderes als eine karikative, baptistische Bewegung deren Ziel die Missionierung nicht-christlicher Völker ist.
„Zusammen mit der Gemeinde wollen wir für Weltmission motivieren und Mitarbeiter entsenden und unterstützen, damit Jesus Christus von bisher nicht evangelisierten Volksgruppen erkannt, geliebt und in der Gemeinde angebetet wird.“
So der genaue Wortlaut der Selbstbeschreibung von WEC. In ihrer Heimat galt die Familie schon vor ihrem Umzug in den Jemen als gläubig, für den Glauben engagiert und diakonisch aktiv. Nachbarn beschreiben das Paar als liebenswerte, äußert hilfsbereite Personen die ihr Leben komplett der Botschaft Christi gewidmet haben.
Vier Personen deren evangelikal-christliche Überzeugung sicher ausschlaggegend war in ein arabisches Land zu gehen in denen die Lehren der Bibel im wesentlichen abgelehnt zumindest aber nicht weit verbreitet sind. Der Jemen, als ärmstes Mitglied der arabischen Staaten bietet für die ambitionierten freikirchlichen und evangelikalen
Anders sieht es im Jemen aus. Regiert durch ein nationalistisches Regime von Präsident Saleh ist die fundamentalistische Koraninterpretation nicht die herrschende Kraft wie im Afghanistan der Taliban oder dem Saudi-Arabien der Sauds.
Sollten die deutschen Geiseln in die Hände der Al Qaida gelangt sein, ob nun durch sie entführt, an sie verkauft oder weitergegeben, besteht höchste Lebensgefahr. Ihre missionarische Tätigkeit bedeutet aus der Sicht der ultraorthodoxen Islamisten das Todesurteil. Islamistische Internetforen diskutieren derweil ob die Ermordung von weiblichen Geiseln nach Sharia-Recht überhaupt erlaubt ist. Der Prophet verschonte in seinen Kriegen Frauen und Kinder, sogar Mönche und Priester wurden am Leben gelassen. Modernere Gotteskrieger interpretieren die Gesetze des Koran und der Sunnah teilweise jedoch derart radikal dass eine Tötung von Frauen alleine schon durch ihre Funktion als Wählerin in ihren Heimatländern gerechtfertigt erscheint. Christliche Fundamentalisten entführt zu haben würde für Al Qaida nur noch einen zusätzlichen Grund für eine Machtdemonstration liefern. Im “Land der heiligen Stätten” (Arabische Halbinsel) soll, so will es die Überlieferung durch die prophetischen Aussagen und Koranverse, “keine zwei Religionen geben”. Schon die bloße Zugehörigkeit zu einer anderen Glaubensrichtung wäre demnach geradezu eine Aufforderung an die selbsternannten Krieger des Islam zum Schwert bzw der Kalaschnikow zu greifen.
Die Al Qaida-Theorie der Entführung im Jemen wird aus meiner Sicht immer wahrscheinlich, Bekennerschreiben liegen aber weiter nicht vor.

