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Saturday, March 13, 2010

Und wieder Awlaki...US-Dschihadist Sharif Mobley im Jemen auch angeworben


Immer neue Informationen werden bekannt über den Fall des amerikanischen Islamisten Sharif Mobley aus Buena, New Jersey.
Mobley hatte vor einer Woche bei einem Fluchtversuch in einem jemenitischen Krankenhaus einen Wachmann erschossen. Ermittler vermuten der Ostküsten-Konvertit, Sohn einer somalischen Mutter, habe sich 2008 al-Qaida im Jemen angeschlossen. Zuvor hatte sich Mobley ein Visa für den arabischen Staat besorgt, unter Angabe er wolle dort ein Arabisch-Studium beginnen.


Mittlerweile ist bekannt, dass Sharif Mobley von 2002 bis 2008 in bis zu fünf verschiedenen Atomkraftwerken in und um New Jersey arbeitete.
Weitaus beunruhigender ist die Tatsache dass eine anonyme Quelle aus US-Sicherheitsbehörden erklärte, ein us-jemenitischer Prediger spiele auch im Fall Sharif Mobley eine entscheidende Rolle.

Auf die Frage ob Mobley in Kontakt mit Anwar al-Awlaki stand, erklärte ein "US Official":
"Jeder hat Kontakt zu ihm..."

Damit wird immer deutlicher, dass der in New Mexico geborene Prediger Awlaki per Internet gezielt westliche Muslime anwirbt. In seine Fänge gerieten bereits der US Major Nidal Malik Hasan, der ein Massaker auf der US-Base in Fort Hood, Texas, verübte und der Nigerianer Umar Abdulmutallab, der am 25.Dezember 2009 versuchte eine Passagiermaschine über Detroit zu sprengen.

Thursday, March 11, 2010

Kein Deutscher, sondern Amerikaner - Al-Qaida Mann aus New Jersey mordete im Jemen


UPDATE:

War er der nächste Umar Abdulmutallab?


Rechts Sharif Mobley aus New Jersey Links der Flugzeugbomber Umar Farouq Abdulmutallab

Laut Aussage ehemaliger Arbeitgeber, was Sharif Mobley von 2002-2008 in mindestens drei amerikanischen Atomkraftwerken in New Jersey tätig. Er habe immer unter Aufsicht gearbeitet und teilweise nur Instandhaltungsarbeiten geleistet.
US-Behörden gehen diesen Hinweisen mittlerweile nach. Ein FBI Sprecher erklärte man gehe nicht davon aus, dass die berufliche Tätigkeit von Sharif Mobley mit seinem späteren Aufenthalt im Jemen in Verbindung stehe.

Möglicherweise gehörte Sharif Mobley aus New Jersey zu jener Gruppe englischsprachiger Islamisten, von der Umar Farouq Abdulmutallab, der gescheiterte Flugzeugbomber von Detroit, FBI-Beamten im Verhör berichtet haben will.
Genau wie er, seien noch gut 20 weitere potenzielle Attentäter in der Technik der "Bombe in der Unterwäsche" ausgebildet worden.

Zweifellos hätte Sharif Mobley durch seinen amerikanischen Pass einen entscheidenden Vorteil gegenüber arabischen oder afrikanischen Terrorrekruten gehabt. Jemens Sicherheitskräften ist es zu verdanken, dass die al-Qaida Zelle, der er offenbar angehörte, rechtzeitig aufgespürt wurde.

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Sanaa, Jemens uralte Hauptstadt mit ihren bunten Lehmhäusern, den Bergen am Horizont und der kargen Küste zur anderen Seite, erinnert nur mit sehr viel Phantasie an das Häusermeer von New Jersey gegenüber der Manhattan-Halbinsel.
Sharif M., ein 26jähriger US-Amerikaner somalischer Herkunft wuchs hier auf, besitzt einen amerikanischen und einen somalischen Pass. Er ließ die Vereinigten Staaten vor einigen Monaten hinter sich und zog in den Dschihad.

Ein weiterer al-Qaida Attentäter? - Sharif Mobley aus Buena, New Jersey


"Mein Sohn ist ein guter Muslim, er ist kein Terrorist", versicherte Sharifs Vater in New Jersey vorgestern.
Am vergangenen Sonntag hatte sein Sohn im jemenitischen Sanaa zwei Wachmänner überwältigt und einen von ihnen mit dessen Pistole erschossen. In der vorangegangenen Woche hatten jemenitische Sicherheitskräfte den US-Amerikaner und weitere Terrorverdächtige bei Razzien in Sanaa festgenommen. Sie sollen al-Qaida Zellen gebildet und Anschläge vorbereitet haben.

Als Sharif M. über Schmerzen klagte, brachten ihn die beiden Geheimdienstagenten von einem Gefängnis zum nahegelegenen Al-Jumhuri-Krankenhaus. Um sicherzugehen dass er keinen Fluchtversuch unternahm begleiteten die beiden bewaffneten Agenten Sharif M. auf die Toilette. Dort stürzte sich der Dschihadist urplötzlich auf eine seiner Wachen, entriss dem Mann eine Pistole und schoss ihn nieder.
Aus dem Krankenhaus entkommen konnte der amerikanische Islamist nicht, denn eine jemenitische Anti-Terror-Einheit stürmte das Gebäude und setzte Sharif M. mit Tränengas außer Gefecht. Beim Schusswechsel soll er zudem verwundet worden sein.

Agenturberichten zufolge gab der Polizeichef von Sanaa zunächst an, die verdächtige Person sei deutscher Staatsbürger und habe einen deutschen Pass bei sich gehabt.
Laut SPIEGEL gehen deutsche Behörden aber davon aus, dass es sich hierbei um eine Falschmeldung handelte.
FBI-Beamte besuchten die Familie von Sharif M. bereits und führten Gespräche mit den Eltern.
Diese erzählten sie hätten im Januar das letzte Mal von ihrem Sohn gehört. Um den Islam zu studieren sei er angeblich 2008 in den Nahen Osten gereist.

Sharif M. soll verheiratet sein und eine kleine Tochter haben. Freunde und ehemalige Klassenkameraden beschreiben den Konvertiten als nett aber auch missionarisch ambitioniert.
Ein alter Freund berichtet, nach einem Irak-Einsatz habe er Sharif M. vor vier Jahren das letzte Mal gesehen. Damals hatte der Afroamerikaner nur Hass für seinen alten Freund übrig: "Geh verdammt nochmal weg von mir, du Muslim-Mörder!"

Tuesday, March 9, 2010

Deutscher al-Qaida Terrorist mordet im Jemen


I
n der vergangenen Woche hatte Jemens Innenministerium die Festnahme von elf mutmaßlichen al-Qaida Mitgliedern bei Razzien in der Hauptstadt Sanaa verkündet. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht bekannt, dass sich unter den Islamisten mehrere Ausländer, darunter auch ein deutscher Staatsbürger, befanden.


Am Sonntag wurde einer der Verdächtigen von einem Gefängnis des jemenitischen Geheimdienstes in ein Krankenhaus verlegt. Der Mann hatte behauptet krank zu sein und sollte medizinisch behandelt werden. Um einen möglichen Fluchtversuch zu verhindern, wurde der Terrorhäftling von zwei jemenitischen Agenten begleitet.

In einem Zimmer des Al-Dschumhuri Krankenhauses entriss das mutmaßliche al-Qaida einem der bewaffneten Geheimdienstler eine Pistole, erschoss den Mann und verletzte den zweiten schwer.

Als der Terrorist danach versuchte sich den Weg durch das Krankenhaus freizuschießen, waren am Eingangstor Schüsse zu hören. Unbekannte hatte das Feuer auf das Wachpersonal eröffnet und versuchten in das Gebäude vorzudringen. Offenbar handelte es sich um al-Qaida Komplizen des Häftlings, die ihn befreien wollten.

Laut Augenzeugenberichten flohen die Angreifer als eine Anti-Terror-Einheit der Polizei anrückte und das Krankenhaus stürmte.

„Ich sah Rauch aus einem Fenster des Krankenhauses aufsteigen und habe die Schreie der Leute gehört“, berichtete ein Augenzeuge berichtete der New York Times. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira meldete die Polizei habe Tränengas-Granaten in das Zimmer geschossen in dem sich der Terrorist verschanzt hatte.

Beim anschließenden halbstündigen Schusswechsel mit der Polizei wurde der Angreifer angeschossen und konnte überwältigt werden.

Oberst Mohammad Messar erklärte: „Der Verdächtige wurde verletzt und festgenommen. Er wird jetzt in einem Militärkrankenhaus in Sanaa behandelt.“

Laut ersten Berichten soll es sich bei dem angeschossenen al-Qaida Mitglied um einen deutschen Staatsbürger somalischer Herkunft handeln. Sharif M. war nach Angaben des jemenitischen Innenministeriums in der vergangenen Woche bei Anti-Terror-Operationen in Sanaa festgenommen und Teil einer mutmaßlichen al-Qaida Zelle.

„Die deutsche Botschaft in Sanaa ist eingeschaltet und in Kontakt mit den jemenitischen Behörden“, hieß es gestern Abend vom Auswärtigen Amt in Berlin.

Der Jemen ist traditionell ein beliebtes Ziel für Muslime und Nicht-Muslime aus aller Welt, die ihre Arabisch-Sprachkenntnisse vertiefen möchte. Jährlich reisen tausende Ausländer in das ärmliche Land an der Südspitze der Arabischen Halbinsel und beginnen ein Sprachstudium an den verschiedenen Sprachschulen- und Instituten.

Mehrere deutsche Islamisten, unter ihnen auch viele Konvertiten, sollen sich derzeit im Jemen aufhalten. Einige seien den deutschen Sicherheitsbehörden bekannt, hieß es zu Jahresbeginn, und ihre Aktivitäten würden beobachtet.

Über deutsche Anhänger der jemenitischen al-Qaida war bislang nichts bekannt.

Der nigerianische Flugzeugattentäter Umar Farouk Abdulmutallab, der Ende Dezember 2009 versuchte ein US-Passagierflugzeug über Detroit in die Luft zu sprengen, hatte dem FBI im Verhör aber von mehreren englischsprachigen Dschihadisten im Jemen berichtet. Abdulmutallab habe zusammen mit etwa zwanzig weiteren englischsprachigen Rekruten in einem al-Qaida Ausbildungslager nördlich von Sanaa trainiert, so zitierten Geheimdienstler die Verhörprotokolle.

Ein Bericht des „Foreign Relations Committee“ des US-Senats warnte daraufhin im Januar vor einer Gruppe amerikanischer Muslime, die 2009 in den Jemen gereist war.

Es bestehe die Gefahr dass sich die US-Staatsbürger dem lokalen Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida angeschlossen hätten. Die meisten der 36 Verdächtigen sollen ehemalige Häftlinge sein, die während ihres Gefängnisaufenthalts zum Islam konvertierten.

Ähnliche Meldungen kamen bereits kurz nach dem gescheiterten Attentat von Detroit, auch aus Großbritannien. Insgesamt 25 verdächtige junge Männer hätten das Vereinigte Königreich im vergangenen Jahr Richtung Jemen verlassen. Einige von ihnen hätten englischsprachige Terrorzellen gebildet.

Friday, January 22, 2010

Aus dem Jemen ferngesteuert - Der Fall von Little Rock war die Warnung


William Long (23) und sein Kamerad Quinton Ezeagwula (18) machten gerade eine Zigarettenpause. Die beiden Soldaten schoben Dienst im Rekrutierungsbüro der US-Army, direkt am Einkaufszentrum von Little Rock, einer Kleinstadt in Arkansas.
Es war der 01.Juni 2009 und die jungen Soldaten konnten nicht damit rechnen in der amerikanischen Provinz, weit weg vom Irak und Afghanistan, Opfer einer Attack eines islamistischen Gotteskriegers zu werden.

Aus heiterem Himmel zog ein Afroamerikaner ein halbautomatisches Sturmgewehr und eröffnete das Feuer auf die Long und Ezeagwula. Der 23jährige Private Long war sofort tot, sein Kamerad überlebte den Angriff schwer verletzt.
Der Täter, den die Polizei wenig später verhaften konnte war genauso alt wie seine Opfer. Geboren wurde der aus Tennessee stammende Schütze als Bledsoe in Memphis. Vor einigen Jahren war er zum Islam konvertiert und nannte sich Abdul Hakim Muhammad.

Noch als die Polizei Muhammad verhaftete, gab er an, er habe "im Namen Allahs" gehandelt und als "Rache am US Militär". Er habe die Tat begangen um die Entehrung des Koran durch US-Soldaten in Afghanistan und den Mord und die Vergewaltigung von Muslimen zu rächen. "US Soldaten töten unschuldige muslimische Männer und Frauen. Wir glauben dass wir zurückschlagen müssen", erklärte Muhammad, "Wir glauben an Auge für Auge. Wir glauben nicht daran die andere Wange hinzuhalten."

Vor Gericht plädierte der Konvertit "unschuldig", übernahm jedoch die volle Verantwortung für seine Tat. Muhammad´s Anwalt berichtete sein Mandat sei im Jemen inhaftiert gewesen, und habe durch die dortige Folterung eine Radikalisierung durchlebt. Abdul Hakim Muhammad wies dies nur wenig später zurück und gab an, im Jemen gut und respektvoll behandelt worden zu sein. Erst sechs Monate vor seiner Tat in Little Rock, war Muhammad aus dem Jemen in die USA zurückgekehrt, das Außenministerium hatte auf eine Auslieferung gedrängt.

Fakt ist, Muhammad war im Herbst 2007 in den Jemen gereist und hatte dort Englisch unterrichtet, und im Gegenzug Arabischunterricht erhalten. Außerdem, so erklärte er, habe er die Religion studieren wollen. Entscheident ist, wo Muhammad die 16 Monate an der Südspitze der Arabischen Halbinsel verbrachte. Einen großen Teil der Zeit soll der junge Amerikaner in Dammaj verbracht haben, jenem Salafisten-Dorf im Nordwesten des Landes, in das hunderte Konvertiten aus aller Welt ziehen um eine puritanische Interpretation des Islam im strengen, abgeschirmten Selbststudium zu finden.

In Dammaj, genauer im dortigen Schulungszentrum Dar ul-Hadith werde der Grundstein gelegt für die spätere terroristische Laufbahn, so formulieren es Geheimdienstler oft. Al-Qaidas Ideologie werde dort in intellektueller Art und Weise vermittelt, in einer Umgebung, die mehr an das Mittelalter erinnert als an das neue Jahrtausend. Einige der 3000 permanent dort lebenden Studenten zog es später tatsächlich in den Dschihad nach Afghanistan oder in den Irak. Mindestens sechs ehemalige Dammaj-Schüler saßen und sitzen derzeit in Guantanamo, andere, wie der "American Taliban" John Walker Lindh, wurden zwangweise von ihrer Dschihad-Karriere abgebracht.

Ohne Zweifel hinterließ Dammaj Spuren bei Abdul Hakim Muhammad. Der ultraorthodoxe Salafismus geht einher mit der Einstellung, dass ein Leben in einer anderen Umgebung als einer islamischen, nicht mehr denkbar bzw. nicht mehr ideal ist. Eine Rückkehr in die westliche Gesellschaft mit all ihren Versuchungen und ihren Sünden, fällt schwer für jene die Monate oder Jahre im jemenitischen Exil lebten und für die der Islam in Fleisch und Blut übergangen ist.

Der Fall des Abdul Hakim Muhammad wurde von der Presse beinahe unbeachtet ignoriert. Er erschien wie ein gewöhnlicher Amoklauf, einer von vielen die es in den USA jedes Jahr gibt. Major Nidal Hasan und seine Bluttat von Fort Hood, Texas, änderte alles. Der US-Muslim palästinensischer Herkunft soll im Internet ein Zweitleben geführt haben, im regelmäßigen E-Mail-Austausch mit dem amerikanisch-jemenitischen Prediger Anwar al Awlaki, der sich seit 2004 im Jemen versteckt hält. Hasan, so vermuten die Ermittler, habe durch Awlaki die religiöse Rechtfertigung für den Mord an 13 amerikanischen Soldaten, seinen eigenen Kameraden, erhalten. Durch Gehirnwäsche und massive Ideologierung könnte Awlaki den psychisch labilen, sozial ausgegrenzten Hasan ferngesteuert haben.

Awlaki wiederum ist für viele Experten mittlerweile fester Kern der jemenitischen al-Qaida. Anders als Sheikh Zindani ("der Rote Sheikh"), der durch seine antiwestlichen Predigen im Al Eman Insitute von Sanaa bereits in der Presse bekannt wurde, hat sich Awlaki auf das Internet spezialisiert. Dort fängt er mit muttersprachlich-englischen Predigten auf Youtube vor allem islamistische Sympathisanten unter den Muslimen Europas und Nordamerikas. Sein eigener Blog wird zum Sprachrohr eines al-Qaida Sympathisanten der am Ufer des Rio Grande, in New Mexico zur Welt kam.

Als am Weihnachtstag 2009 der Nigerianer Umar Abdulmutallab versuchte mit einem Sprengsatz in der Unterwäsche eine US-Passagiermaschine in die Luft zu sprengen, kam wieder der Name Awlaki auf. Zu ihm soll Abdulmutallab sogar direkten Kontakt gehabt haben, während seiner Zeit im Jemen habe er dem Imam predigen gehört, und später habe Awlaki als al-Qaida Kontaktmann den nigerianischen Bankierssohn auch persönlich getroffen.

Ob auch der Schütze von Little Rock Kontakt zum charismatischen Imam Awlaki hatte, wurde bislang nicht klar. Abdul Hakim Muhammad war im Jemen, er besuchte mehrere Monate lang die Schulungseinrichtung Dar ul-Hadith in Dammaj und er lehrte in Sanaa Englisch. Viele Indikatoren die ihn zu einem möglichen Anhänger Awlakis machen.
Dazu kommt seine Zeit in einem jemenitischen Gefängnis, die in der Regel nicht ohne Folter und Misshandlung einher geht. Zu verbüßen hatte Muhammad die Haftstrafe weil sein Visum abgelaufen war und er sich eine somalische Aufenthaltsgenehmigung besorgt hatte.

Völlig überraschend schickte Muhammad jetzt einen handschriftlichen Brief an seinen Anwalt. Darin fordert der inzwischen 24jährige das Gericht auf, seine ursprüngliche Aussage zu ändern. Er bekenne sich nun "schuldig" und protzt seine Tat sein ein "dschihadistischer Angriff" gewesen. "Ich war nicht geisteskrank, oder traumatisiert", schreibt Muhammad, "noch wurde ich zu dieser Tat gezwungen." Der Mord an Private Long sei "nach Islamischer Rechtsordnung gerechtfertigt", und die praktische Umsetzung des "Dschihad - gegen jene zu kämpfen, die Krieg gegen den Islam und die Muslime führen."


Mord wollte Muhammad seine Tat schon im Juni 2009 nicht nennen. "Es ist kein Mord, es ist Krieg!", verkündete er stolz. Nun möchte Muhammad mehr sein als nur ein islamistisch-inspirierter Amokläufer. In seinem neusten Brief nennt er sich selbst einen "Soldaten der Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel". Er habe Kontakt zur al-Qaida im Jemen gehabt und sei ein Mitglied von "Abu Basir´s Armee". Dies ist eindeutig eine Anspielung auf "Abu Basir", den Kampfnamen des jemenitischen al-Qaida Chefs, Nasir al Wuhayshi.

War Abdul Hakim "Muhajed" Muhammad tatsächlich in den al-Qaida Trainingscamps? Was macht ihn zu einem al-Qaida "Mitglied"?
Mit seiner neuen Aussage, in der er sich selbst zum Gotteskrieger stilisiert macht sich Muhammad zum "Märtyrer". Da ihn wahrscheinlich eine lebenslange Haftstrafe erwartet, will er sich im Nachhinein zum Helden des Dschihad profilieren und liefert damit al-Qaida eine propagandistische Vorlage.

Nach Major Hasan und nach Abdulmuttalb nun auch noch hinter dem geglückten Angriff des afroamerikanischen Konvertiten Muhammad zu stecken, wäre zuviel der Ehre für Jemen´s al-Qaida. Denkbar ist aber durchaus dass es diese Verbindungen gab, dass Muhammad im Jemen Kontakte zu den militanten Islamisten knüpfte, vielleicht sogar Awlakis Predigten besuchte.

Kurz nach 9/11 befürchteten Geheimdienste einheimische Terrorzellen könnten losschlagen und auf die amerikanischen Aggressionen in Afghanistan und dem Irak reagieren. Dies blieb aus. Amerikas Muslime verhielten sich friedlich, betonten die gelungene Integration, protestierten zwar, aber legten keine Bomben.

Beinahe 10 Jahre nach dem 11.September scheint nun das einzutreten vor dem Geheimdienstler vor Jahren bereits Angst hatten. Amerikanische Muslime verüben in den USA Anschläge gegen ihre "fellow Americans". Der Trend ist beunruhigend, aber weniger dramatisch als die Gegenseite es darstellen möchte. Nidal Hasan war nicht jene "islamistische Drohne", wie die Online-Dschihadisten kurz nach seiner Tat frohlockten, und der nigerianische "Unterhosen-Bomber" war zwar entschlossen, aber unfähig seine Tat auszuführen. Radikalisierung alleine, auch ohne Terrorlager, Auftraggeber und Abschiedsvideos, kann verheerend sein. Durch das Internet kann der moderne Dschihadist jederzeit wieder in eine Welt eintauchen, die er vielleicht selbst nie erlebt hat.

Abdul Hakim Muhammad kannte das "Leben wie in 1001 Nacht" aus Dammaj, er kannte ein islamisches Bürgerkriegsland in dem offen Dschihad in Moscheen gepredigt werden kann, in dem es mehr Waffen als Menschen gibt und in dem junge Männer zu lebenden Bomben werden. Diese Welt wieder gegen den modernen Westen einzutauschen fällt schwer, sie haftet und nagt am eigenen Gewissen. Aus Sicht dieser jungen Menschen kann Ungerechtigkeit nicht ungesühnt bleiben und so entstehen unlogische, irrationale Verbindungen und Schuldzuweisungen. Sie fühlen sich in die Rolle jenes "Robin Hood" versetzt, der durch die Staatsbürgerschaft die Möglichkeit hat, jene, die für all das Leid der Muslime weltweit angeblich die Verantwortung tragen, mitten im Herz zu treffen.

Die Fälle Hasan, Abdulmutallab und Muhammad verliefen so und die Gefahr besteht dass weitere folgen werden. al-Qaida wird das Angebot des Todesschützen von Little Rock nicht ablehnen und ihn zu einem weiteren, in Kuffar-Hand inhaftierten Helden erklären.

Monday, January 11, 2010

Die Märchen des Abdullah Ali Saleh - Von einem, der gern Opferlamm sein will


N
ur ein Staatsmann der arabischen Welt herrscht länger als Jemens Präsident Abdullah Ali Saleh, nämlich der libysche Diktator Muammar al Ghadafi.
Wie sein nordafrikanischer Kollege gehört auch Saleh zu einer sterbenden Generation arabischer Herrscher, die in Zeiten des Nationalismus, in Zeiten des Systemkampfes zur Macht aufstiegen und den Islamismus nicht als reine Bedrohung, sondern auch als brauchbares Werkzeug sehen - ein tödlicher Fehler.


Seit dem versuchten Bombenanschlag auf NWA Flug 453 in Detroit rückt der Jemen und seine politische Führung immer mehr ins Rampenlicht der internationalen Politik. Heute bereiste der neue deutsche Außenminister Guido Westerwelle das Bürgerkriegsland, dessen Alleinherrscher jüngst dankbar internationale Unterstützung im Kampf gegen al-Qaida angenommen hatte und versprach sein Land werde nicht zu einem "neuen Afghanistan" mutieren.

Auch wenn die Weltpresse sich erst seit ungefähr zwei Wochen auf den bitterarmen Süden der Arabischen Halbinsel stürzt, so sei hier doch darauf verwiesen, dass einige Quellen (beispielsweise dieser Blog) schon seit längerem auf das Monster verweisen, das im Jemen zu einer Bedrohung für die Sicherheit westlicher Staaten heranwächst.

Derzeit überschlagen sich die Reportagen, Berichte, Analysen und Kommentare in Sachen "Terrorland Jemen"und der "Neuen Front im Krieg gegen al-Qaida". Unter all jenen Schreiberlingen sind wenige, die ansprechen worum es eigentlich geht.
Der Fall des nigerianischen Terrorrekruten Abdul Mutallab war ein Schock für die USA und all jene die al-Qaida als zurückgedrängt, besiegt oder geschwächt empfunden haben. Für Jemen´s Staatsführung war der gescheiterte Attentäter ein echter Glücksfall.

Wie nie zuvor in den vergangenen Jahren gilt die Aufmerksamkeit der Außenpolitik von Washington bis Berlin dem arabischen Armenhaus. Präsident Saleh versteht es nur zu gut die Gust der Stunde zu nutzen und sich als Opferlamm zu präsentieren. Er inszeniert sich als Herr eines geschundenen Landes, bedroht durch einen Bürgerkrieg der vom Mullah-Regime Teherans finanziert wird, bedroht durch kommunistische Separatisten im Süden, durch islamistische Fanatiker die angeblich aus Afghanistan, Pakistan und nicht zuletzt auch Guantanamo seine Nation überschwemmen.

Dahinter stehen knallharte Interessen eines Staatsmannes, dessen Kassen leer, Wirtschaft am Boden und politische Zukunft ungewiss sind. Saleh bedient sich einer Methode, die schon in Islamabad erprobt wurde: ich bin das Opfer von al-Qaida, bitte helft mir!
Kaum hatte Abdul Mutallab am 25.Dezember den Ermittlern verraten dass er in einem jemenitischen Terrorlager ausgebildet wurde, da zückte Washington das Scheckbuch und erhöhte die Finanzhilfe für Präsident Saleh. Wer an vorderster Front gegen al-Qaida kämpft, kann sich Amerikas Unterstützung sicher sein. Präsidenten in Zeiten des Antiterrorkrieges werden ungern ausgetauscht, lieber hält man sie, so undemokratisch und menschenverachtend sie auch sein mögen. Einzige Bedingung: sie müssen Bollwerke gegen den Islamismus sein. Dies allerdings, ist bei der Person Abdullah Ali Salehs zu bezweifeln.

Im Fall Pakistan brauchte Washington Jahre um sich selbst einzugestehen dass es kontraproduktiv ist den, undurchsichtigen Militärdiktator Musharraf (von seinen Gegnern "Busharraf" genannt) weiter mit aller Macht, mit Geld und Unterstützung zu halten.
Präsident Saleh ist zum neuen Lieblingsallierten des Westens im Nahen Osten mutiert. Dass er dabei wenig von Menschenrechten, Demokratie oder Korruptionsbekämpfung hält wird leicht übersehen.
Jemens Präsident soll die Waffen erheben gegen al-Qaida, soll sein Land unter staatliche Kontrolle bringen und südlich des Öl-Imperiums Saudi-Arabien keine neue Bastion Bin Ladens zulassen.

Was aber wenn Sanaa nur ein geschicktes Spiel spielt? Urplötzlich sei al-Qaida ein Erzfeind, ein fremdes Geschwür, gepflanzt in den Jemen durch die verfehlte Außenpolitik des Westens. In Wahrheit jedoch, verdankt Präsident Saleh al-Qaida überhaupt seine Stellung als Machthaber des Landes und ging schon vor langer Zeit eine sehr unheilige Allianz mit den Islamisten ein.

Ein Blick in die Geschichte: Im Mai 1990 wurden nach dem Ende des Kalten Krieges die ehemals getrennten Staaten Jemen und die kommunistische "Volksrepublik Süd-Jemen" wiedervereint. Dies geschah nicht ohne Protest der Marxisten, die weiterhin Autonomie forderten und bis heute ihren Widerstand gegen die Zentralregierung von Sanaa nicht aufgaben.
Damals schon völlig verarmt fiel der Jemen in einen blutigen Bürgerkrieg, der tausenden Menschen das Leben kostete und die Südspitze der Arabischen Halbinsel in ein politisches Chaos stürzte.

Saleh und all jene, die den Süden gewaltsam an den Rest des Landes binden wollten, brauchten Hilfe. Bezahlen konnten sie dafür allerdings nicht und das Interesse Truppen in den Jemen zu entsenden war im Westen nicht übermäßig vorhanden.
Es fand sich jedoch jemand der bereit war, gegen die gottlosen Kommunisten im Süden in den Krieg zu ziehen. Jemand der es als religiöse Pflicht empfand die Arabische Halbinsel, heiligen Boden, von Abtrünnigen, Un- und Andersgläubigen zu säubern: al-Qaida.

Osama Bin Laden hatte dem jemenitischen Präsidenten sehr früh schon seine multiethnische Truppe von Gotteskriegern angeboten. Sie würden aus Afghanistan in den Jemen ziehen und dort den Dschihad gegen die Kommunisten ausrufen. Saleh lehnte zunächst ab, als der Bürgerkrieg dann 1994 eskalierte, schleuste er die ersten Islamisten ins Land, begann Jemeniten für den Heiligen Krieg anzuwerben und auszubilden. Entscheidend war in jener Phase der Halbbruder des Präsidenten, General Ali Mohsen al Ahmar, heute Militärchef im Nordosten. Ahmar, ein langjähriger Sympathisant der salafistischen Ideologie, war in den 1980er Jahren beauftragt Jemeniten für den antisowjetischen Dschihad in Afghanistan zu rekruten und nach AFghanistan zu schicken. Mit großen Erfolg: keine andere ausländische Nationalität war derart häufig auf dem afghanischen Schlachtfeld vertreten wie die Jemeniten.

Unter General Ahmar zogen die Dschihadisten Bin Ladens schließlich in den jemenitischen Dschihad gegen die Feinde der Zentralregierung. Die todeswilligen Fanatiker wurden zu dschihadistischen Söldnern. Günstiger konnte Saleh die sozialistischen Gegnerschaft im Süd-Jemen nicht bekämpfen.
Als der Bürgerkrieg schließlich beendet wurde, Sanaa den Süden unterwarf und seitdem eine offiziell geeinte Nation regiert, verschwanden die Mudschaheddin nicht einfach. Viele blieben, heirateten in die jemenitischen Stämme, knüpften Kontakte, bauten Netzwerke auf.
Saudi-Arabien und die Besatzung des US-Zerstörers USS Cole waren die ersten Opfer dieser Entwicklung.

Durch einen politischen Schachzug hatte sich Präsident Saleh die Brandstifter ins eigene Haus geholt, wohl wissentlich dass al-Qaida ihn, einen Schiiten und Nationalisten, wohl kaum als Freund oder Gleichgesinnten betrachtet. Der Präsident bot den Islamisten Freiheiten, die sie besänftigten und einen Dschihad gegen seine Regierung verhinderten.
Nach 9/11 drohten die al-Qaida Zellen im Jemen erneut zu erwachen und in alle Richtungen aktiv zu werden. Der Terror richtete sich zunächst gegen Saudi-Arabien, die Gefahr des Sturzes des Regimes von Sanaa aber blieb. Zuviele Islamisten befanden sich im Land, hatten Koranschulen gegründet und sie zu Kasernen für ihre jemenitischen Rekruten gemacht.

Den schiitischen Rebellen des Nordens verdankte es der Präsident, dass al-Qaida erneut missbraucht werden und so zumindest zeitweise gezähmt werden konnte. Inoffiziell soll der Deal folgendermaßen ausgesehen haben: Rückzugsorte, Trainingsstätten und Schutz vor den amerikanischen Terrorjägern als Gegenleistung für die Beteiligung am Kampf gegen die Houthi-Rebellion.

Al-Qaida willigte im Jahr 2004 zunächst ein und schickte Kämpfer an die Seite der Regierungstruppen in den Nordosten. Wieder hatten Sanaa und Bin Ladens Jünger einen gemeinsamen Todfeind gefunden: die Schiiten.
Für Sanaa ist es ein politischer Krieg gegen eine iranisch-unterstützte Rebellentruppe, al-Qaida jedoch konnte man es wieder als religiöse Pflicht, als Dschihad gegen eine abtrünnige Sekte, verkaufen.

Zweimal also benutzte der aktuelle Präsident des Jemen, die Islamisten für seine Zwecke, missbrauchte sie und ihren Kampfeifer im Glauben man könnte die Extremisten bändigen oder im Zaum halten. Hier und da ließ Saleh sogar durchblicken dass er die Zügel in der Hand hält, ließ hunderte Islamisten in seine Kerker werfen und in Razzien festnehmen.
Letztendlich aber blieb die Allianz bestehen. Absprachen zwischen ihm und Ayman al Zawahiri soll es gegeben haben. Terrorlager sollen mit Wissen und Finanzierung Salehs entstanden sein, alles um einen folgenschweren Pakt zu besiegeln.

Al-Qaida nahm jedesmal dankend an. Ihnen war klar, dass Saleh durch sein politisches Schachspiel in Wahrheit mit dem Teufel ins Bett ging. Wo al-Qaida einmal ist, verschwindet dieses Virus nicht. Es wächst durch Prediger wie Anwar al Awlaki und den "Roten Sheikh" al-Zidani, und lebt von den politischen Konflikten, den ungelösten sozialen Problemen und vor allem von all jenen Fehlern seiner Gegner, die jetzt gerade wieder begangen werden.

Ein Despot spielt im Jemen mit dem Feuer. Aufgebracht durch das gescheiterte Attentat von Detroit weiß er die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft hinter sich. Saudi-Arabien zerquetscht, zerbombt und erstickt die Houthi-Rebellion mittlerweile sogar bei Inkaufnahme eigener, hoher Verluste. Staatsmänner aus Europa und Militärs aus aller Welt gehen nun in Sanaa ein und aus, pumpen Geld ins Land und Stützen einen Mann, der sich in den vergangenen Jahren hervorgetan hat, vor allem durch seine verantwortungslose, undurchsichtige Antiterror-Politik.

Thursday, December 24, 2009

Jemens Kampf gegen die Hydra


Unzählige Namen werden in den Raum geworfen, anonyme Quellen nennen Fakten und Halbwahrheiten, ein Bild wird gemalt, das den Eindruck erweckt, als wäre der Jemen im Endsieg gegen das Virus des militanten Islamismus nicht nur einen Schritt sondern ganze Sprünge vorangekommen. al-Qaida steht in der Defensive, die Houthi-Rebellen kämpft an zwei Fronten, Washington reicht nicht mehr nur den kleinen Finger sondern die ganze Hand und vielleicht mehr als Sanaa je erwarten konnte. Jemen ist die neue Front im Kampf, nicht nur gegen den internationalen Dschihadismus, sondern auch gegen die Ausbreitung eines schiitischen Imperialismus, gefördert und gesteuert von Teheran.

Eine Allianz zwischen der jemenitischen Regierung und der US-Administration dürfte massgeblich dazu beigetragen haben, dass seit einer Woche die Meldungen über Luftangriffe und den Tod von ranghohen al-Qaida Anführern nicht abreisen.
Das Armenhaus an der Südspitze der Arabischen Halbinsel ist längst ins Blickfeld der geopolitischen Strategie Washingtons geraten. Gründe dafür finden sich genug, sie zu ordnen und nach Relevanz zu kategorisieren dagegen ist schwierig.

Die Zentralregierung von Präsident Ali Abdallah Salih kämpft seit Jahren an multiplen Fronten einen Kampf, in dem der Gegner viele Gesichter und Motive ausweist.
Innenpolitisch sicherklich am schwierigsten zu bewältigen ist die Rebellion der zaiditischen Houthi-Stämme im Nord-Jemen. Deren Kampf für Autonomie hat mittlerweile das Grenzland zu Saudi-Arabien erreicht, und kostet auf beiden Seiten Opfer in nie gekanntem Ausmass.
Saudi-Arabiens Militär hält inzwischen nicht mehr still sondern hat eine eigene Offensive gestartet, die den Houthis Einhalt gebieten soll. Nicht nur von deren Unabhängigkeitsbestrebungen sondern auch vom Drogenhandlung der schiitischen Rebellen, fühlt sich das wahhabitische Königreich provoziert.

Dahinter steckt mehr als nur die Tatsache dass die Houthis die Grenze zu Saudi-Arabien nicht wahrnehmen, respektieren oder akzeptieren. Es geht um die Hintermänner, die Drahtzieher des schiitischen Aufstandes. Die sitzen - so behaupten Riad und Sanaa felsenfest - nicht in den Bergen der nordjemenitischen Provinz Saada, sondern im fernen Teheran.
Schrittweise, klammheimlich und über undurchsichtige Pfade, so die Anschuldigungen, rüste Ahmadinedschad die Houthis zu einer Art "südarabischen Hisbollah" auf. Die schiitische Sekte der Zaiditen soll mit finanzieller und materieller Unterstützung des iranischen Mullah-Regimes einen Brückenkopf des schiitischen Imperialismus in der Region errichten. Iran, davon sind die Gegner der Houthis überzeugt, will an der Südgrenze des fundamentalistisch-sunnitischen Kontrahenten Saudi-Arabien, eine Art Fremdenlegion etablieren.
Als Beweise führen die jemenitischen Truppen nach den Gefechten mit den Rebellen, Waffen, Munition und Gerätschaften vor, die eindeutig "Made in Iran" seien.

Für das jemenitische Regime stellen die Houthis einen Faktor von fremdgesteuerter Destabilisierung dar. Abnutzungskriege und immer wieder erfolglos beendete Offensiven mit Panzerkolonnen und Luftangriffen waren bislang die Reaktion auf Entführungen und Anschläge der Houthis.
Inzwischen aber kommt Schützenhilfe aus Saudi-Arabien. Die Saud-Dynastie hat Soldaten an die Grenze zum Jemen entsandt und kämpft seit Monaten erbittert gegen ein Erstarken der schiitischen Aufständischen. 73 saudische Soldaten, so hiess es jüngst, seien bereits seit Beginn der saudischen Militäroperationen im November im Kampf gegen die Houthis gefallen, 23 weitere würden vermisst und seien vermutlich verschleppt. Bis zu 470 Soldaten hätten Verletzungen erlitten.

Was diese Bilanz zeigt ist vor allem eines: das Chaos im Jemen ist Saudi-Arabien viel Wert, ein Zurückdrängen des iranischen Einflusses absolute Priorität, die auch mit Einsätzen der Luftwaffe über die Grenze hinaus, durchgesetzt wird.

Washington hat längst vom Stellvertreterkrieg im Jemen Kenntnis genommen. Man hat der jemenitischen Regierung Unterstützung im Konflikt mit den Houthis versprochen, warnt aber gleichzeitig vor einer anderen Gefahr: al Qaida.
Die militanten Islamisten wurden vom Regime in Sanaa lange ignoriert, sogar toleriert und gefördert. Insgeheim hoffte man die salafistischen Fanatiker in einen religiösmotivierten Kampf mit den schiitischen "Ketzern" der Houthi-Klans verwickeln zu können. Al-Qaida sollte an der Seite jemenitischer Truppen eingesetzt werden um die Houthis zu vernichten, ganz nach dem Motto: Der Feind meines Feindes, ist mein Freund.

Wie wenig aussichtsreich dieses Unterfangen letztendlich ist, zeigte sich als al-Qaida begann massiv ausländische Interessen im Jemen anzugreifen. Die Dschihadisten, die ungehindert in den Wüstengegenden des Landes Trainingslager errichteten und Horden von saudischen Terroristen, die ihre Heimat verlassen mussten, Zuflucht gewähren. Präsident Ali Abdallah Salih gelang es nicht die Extremisten an die Leine zu legen, der Virus gerät immer mehr ausser Kontrolle.
Von Seiten der USA muss eine Reaktion auf al Qaidas neuen "Safehaven" im Jemen kommen. Die Gefahr einen weiteren "failed-state", noch dazu mit Blick auf die saudischen Erdölfelder, in dem internationale Dschihadisten ausbildet und Anschläge geplant werden, ist einfach zu gross, als dass Washington den Jemen ignorieren könnte.

70 Millionen Dollar inklusive amerikanischer Militärausbilder, Drohnenüberwachung und logistischer Hilfe - so sieht Obamas Anti-Terror-Kampf im Jemen auf dem Papier aus. Praktisch besteht das Hilfspaket aus Cruise Missiles, Geheimdienstaufklärung und einer guten Portion Druck auf das Regime endlich mit aller Härte die Terrornester der Provinzen Abyan und Shabwa auszuräuchern.
So geschehen am vergangenen Donnerstag: Amerikanische Raketen schlugen in Ausbildungslagern der al Qaida in Abyan und nördlich von Sanaa ein, töteten 34 Islamisten und unzählige Zivilisten. Die Terror-Zeltstätte waren nur wenige Meter von den zivilen Dörfern entfernt, zudem wohnten dort nicht nur die Terrorrekruten sondern auch deren Familien, Frauen und Kinder.

Heute dann die Meldung: Jemens Luftwaffe habe in Shabwa Gebäude bombardiert. Bei einem getroffenen Haus soll es sich um den Wohnkomplex des amerikanisch-jemenitischen Predigers Anwar al Awlaki handeln. Der Imam, der montelang Emailkontakt zu Major Hasan Nidal hatte, bevor dieser im November auf der texanischen Militärbasis Fort Hood, 13 Soldaten erschoss, war vor Jahren in den Jemen geflohen und soll enge Kontakte zu den dschihadistischen Netzwerken haben.
Awlaki, so meldeten jemenitische Medien heute, soll unter den über 30 Toten des jüngsten Luftangriffs sein.
In seinem Haus habe ein Treffen der Dschihadisten stattgefunden, die beraten wollten, wie sie auf die US-Luftangriffe vom vergangenen Donnerstag reagieren sollten.

Mit Awlaki starb auch die Spitze der al-Qaida im Jemen (AQAP), Abu Nasir al Wuhayshi, ehemaliger Sekretär Bin Ladens und Chef der AQAP und dessen Vize Said Saudi al Shahrani, ein ehemaliger Guantanamo-Häftling, den die USA kurz nach dem 11.September in Afghanistan gefangen genommen hatte. Weitere Opfer des Luftangriffs sollen aus Ägypten, dem Iran und Tschetschenien stammen.

Noch hat sich der Staub des Luftangriffs von Shabwa nicht gelegt, die Zeichen aber verdichten sich dass den jemenitischen Sicherheitskräften ein harter Schlag gegen al Qaida gelungen ist. Der Kopf der jemenitischen al Qaida ist abgeschlagen, neue werden mit 100%iger Sicherheit nachwachsen. Zeit wurde alle Mal gewonnen, Zeit die eventuell Leben retten konnte.
Nicht nur Trainingsstätten und wichtige Führungspersonen wurden innerhalb einer Woche vernichtet, sondern auch Terrorpläne zerstört.

Angeblich hatten die Islamisten bereits Sprengstoffgürtel und Autobomben für einen Anschlag auf die britische Botschaft von Sanaa geplant, die Attentäter waren offenbar schon auserwählt. Letzte Woche, so gab es heute ein Sprecher des Innenministeriums bekannt, habe man den Anschlag vereitelt.

Sunday, December 20, 2009

US-Militär bombardiert al Qaida im Jemen - erste Bilanz vernichtend



Amerikas Anti-Terror-Krieg kennt keine Grenzen. Der Beweis schlug am vergangenen Donnerstag an zwei Orten im Jemen ein: Cruise missiles, abgefeuert von Kampfschiffen in Ozean zwischen Ost-Afrika und dem arabischen Golf.
In Absprache mit der jemenitischen Regierung bombardierte das US-Militär zwei al-Qaida Trainingslager, die zuvor von Truppen der jemenitischen Armee umstellt worden waren.

Grund für das ungewöhnlich heftige Vorgehen gegen die Dschihadisten im Jemen, dürfte die Ausweitung des Terrornetzwerkes al-Qaida sein. Terrorlager entstanden seit Ende 2008 in Regionen wie Abyan und auch ausserhalb von Sana' a, ausländische Islamisten strömen in den Süden der Arabischen Halbinsel um das Terrorhandwerk zu erlernen.

Die koordinierten Luft- und Bodenangriffe auf die al-Qaida Ziele töteten nach Angaben der jemenitischen Streitkräfte mindestens 37 Terroristen, weitere seien verwundet und später verhaftet worden.
Dem entgegen stehen die Aussagen von Einheimischen, die vor allem in Abyan von einer hohen Zahl toter Zivilisten berichten. Jemen islamische Oppositionspartei Al Islah reagierte empört und erklärte, die Regierung wisse stehts wo sich die gesuchten al-Qaida Elemente aufhielten. Derart massive Bombenangriffe mit vielen zivilen Opfern seien unnötig, man könne die Terroristen jeden Tag festnehmen, wenn man dies wirklich beabsichtigt hätte.

Tatsächlich starben wohl etwa 60 Zivilisten bei den US geführten Luftangriffen, darunter auch Kinder. Darüber hinaus starben wohl drei gesuchten al-Qaida Funktionäre:

Muhammad al Awlaki, al-Qaidas Kommandeur in der Region Abyan
Muhammad al Amburi, al-Qaida Trainer
Mounir al Amburi, al-Qaida Trainer

Hauptziel der Anti-Terror-Operationen war al-Qaidas Militärchef im Jemen, Qassim al Raymi. Ob dieser sich unter den Toten befindet, ist nicht bekannt.
Am Samstag meldete das jemenitische Innenministerium, vier gesuchte Islamisten seien nach den Angriffen vom Donnerstag in einem Krankenhaus verhaftet worden, wo sie aufgrund ihrer Verletzungen behandelt wurden.

Dass sich der Jemen zu einem Rückzugsgebiet für al-Qaida entwickelt, ist längst bekannt. Abgehörte Telefonate und Verhöre belegen seit Monaten dass al-Qaida Personal aus den umkämpften Regionen in den pakistanischen Stammesgebieten auf die Arabische Halbinsel und an das Horn von Afrika verlegt. Erfahrene Ausbilder und kampferprobte Kader aus Pakistan und Afghanistan sollens ich bereits vor Monaten nach Somalia und in den Jemen abgesetzt haben.

Um dem neuen Risikofaktor südlich des saudischen Königsreichs begegnen zu können, verlegen die USA Spezialeinheiten in den Jemen, und bilden zunehmend dortige Anti-Terror-Einheiten von Polizei und Militär aus.
Reaper- und Predator-Drohnen, stationiert auf Kriegsschiffen und in Militärbasen des Jemen lassen die CIA zudem selbst Jagd auf al-Qaida in südarabischen Bergen machen.

Die erste Operation gegen den Terrorhort Jemen endete mit einer hohen Zahl so genannter "Kollateralschäden". Sollten sich diese Vorfälle häufen, laufen die USA Gefahr das ohnehin instabile jemenitische Staatsgebilde durch einen Aufruhr in der Bevölkerung zu bedrohen. In Pakistan sorgen die wöchentlichen Drohnenangriffe bereits für zunehmenden Unmut und Ablehnung der amerikanischen Politik. Pakistanische Zustände im Jemen dürfte sich in Washington angesichts der Nähe zu Saudi-Arabien niemand wünschen.

Tuesday, September 8, 2009

Arabische Al Qaida kündigt neues Video an


Worum wird es gehen? Ein Propagandabeitrag zum Angriff auf die US Botschaft im jemenitischen Sanaa. Das Video kommt fast genau ein Jahr nach dem Anschlagsversuch auf die amerikanische Vertretung im Jemen.


Am 17.September 2008 griff Al Qaida mit zwei Autobomben und mehreren "Fußsoldaten" das Gebäude der US-Botschaft an. Zunächst zündete ein Attentäter sein Fahrzeug am Eingangstor, um so den Weg für einen zweiten Suizidbomber frei zu machen. Zeitgleich eröffneten Islamisten mit Sturmgewehren und RPGs das Feuer.
Der Angriff schlug fehl, 17 Wachmänner und Zivilisten starben, es gelang den Angreifern nicht bis zur Botschaft vorzudringen. Unter den Toten befand sich eine 18jährige US-Amerikanerin aus New York, die im Jemen heiraten sollte.

Dem Ankündigungs-Banner der "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" ist zu entnehmen dass wohl die Abschiedsvideos der Attentäter sowie einige Szenen des Angriffs selbst gezeigt werden.

Monday, August 17, 2009

Jemens vergessener Krieg


"Eiserne Faust" nennt Jemens Regierung die jüngste Militäroffensive gegen die schiitischen Rebellen des Al Houthi-Klans im Norden des ärmsten aller arabischen Länder.

Mit dem Einsatz des Militärs in der Provinz Saada, der am 12.August begann, startete aus Sicht der nordjemenitischen Aufständischen der "Sechste Krieg", nach bereits fünf teilweise mehrwöchigen Gefechten zwischen Armee und Houthi-Kämpfern seit 2004. Schon im Juni, als westliche Entwicklungshelfer aus Sa´ada, darunter eine deutsche Familie und zwei Krankenschwestern, entführt wurden, warnten die Rebellen ein erneuter Krieg im Norden stehe kurz bevor. Das Regime von Präsident Saleh macht die Houthis für die Entführung und Ermordung der Europäer und der Südkoreanerin verantwortlich, erklärte man werde keinen Staat im Staate akzeptieren und den Aufstand der Zaiditen-Sekte brechen.

Zu diesem zweck rollten nun vor wenigen Tagen Panzereinheiten in die Bergregion nördlich von Sa´ada, an der Grenze zu Saudi-Arabien. Jemens Luftwaffe bombardierte mit Kampfjets und Hubschraubern die Rebellenpositionen und ganze Dörfer im Einflussgebiet der Houthis. Dabei kamen dutzende Zivilisten ums Leben, Gebäude würden reiheweise in Schutt und Asche gebombt. Dies alles geschah und geschieht weiterhin ohne die Aufmerksamkeit der Medien. Einige wenige Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet konnte Al Jazeera ausstrahlen, viele Berichte dringen ansonsten nicht nach draußen.
Während die Regierung sechs Bedingungen für das Ende der Kampfhandlungen äußerte, erklärten die Houthi-Rebellen man werde der Unterdrückung so lange Widerstand leisten bis sich die Armee zurückgezogen habe.

Präsident Saleh verlangt von seinen schiitischen Widersachern folgende Konditionen:

Withdrawal from all districts and removing all check points .Going down from mountains, and stopping blocking the roads and sabotages acts. Handing over all equipments, civil and military, they seized. Handing over the kidnapped people from Sa'ada. Non-interference in the affairs of the local authority.

Nachhaltig begründet dürften dabei fast alle Forderungen sein, bis auf die Annahme die Houthis würden hinter der Verschleppung der westlichen Ausländer stecken. Diese Auflage zu erfüllen ist unmöglich, da die Rebellen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verantwortlich für die Tat sind und kein Wissen über den Verbleib der Geiseln haben.
Präsident Saleh brauchte lediglich einen nachhaltigen Grund um erneut den Aufstand im Norden zu brechen.

Dass dies ohne Einspruch der USA geschehen kann, liegt primär an der Tatsache dass die Administration Obama angesichts der katastrophalen Situation im Irak, den Zuständen im benachbarten Somalia, einer immer stärker werdenden islamistischen Gefahr in Nordafrika und dem Drang des Iran auf die schiitischen Minderheiten in den arabischen Staaten Einfluss zu nehmen, keinen neuen "failed state" in der Region gebrauchen kann. Unterstützt durch amerikanische Militärausbilder, Informationen durch die CIA und durch finanzielle Mittel, versucht man das schwankende Regime von Sanaa am Leben zu halten. Gerade die nördliche Grenzregion zum saudischen Königreich wurde durch den Kontrollverlust der Zentralregierung zu einem unsicheren, gesetzesfreien Raum, in dem Drogenhandel, Schmuggel, das Entführungsbusiness und Waffenhandel blühen. Saleh will den Houthi unter keinen Umständen Autonomie gewähren und hat die Niederschlagung des Schiiten-Aufstandes zur Priorität gemacht. Dazu greift sein Militär sogar auf Pakte mit den Islamisten der Al Qaida zurück und setzt auf ein radikalislamisches, salafistisches Gegengewicht zur schiitischen Sekte der Zaiditen.



Opfer sind wieder einmal die Zivilisten, die in einem blutigen Streit zwischen dem rücksichtslosen jemenitischen Militär und den uneinsichtigen Houthi-Kämpfern zerrieben werden und schutzlos den Strafaktionen der Armee ausgesetzt sind während die Rebellen in den Bergen zur Partisanen-Taktik greifen.

Tuesday, August 4, 2009

Jemens Al Qaida: Wir wurden angegriffen!


In einem Internet-Statement meldete sich Al Qaida im Jemen gestern zu Wort und berichtete ihre Version der Geschnisse in der Marib Provinz.
Jemens Militär hatte erklärt ein Konvoi aus Trucks sei in der Region in einen Hinterhalt geraten, Al Qaida Kämpfer hätten einen Soldaten getötet, drei verwundet und Material gestohlen.
Daraufhin habe man eine Anti-Terror-Operation gestartet bei der ein gesuchter Al Qaida Terrorist getötet und mehrere andere verwundet worden seien.

Nun berichtet die Terrororganisation ihre Kämpfer hätten keine Militäreinheit angegriffen sondern seien selbst Ziel eines Angriffs des "National Security Bureau", einer Truppe von Amar Mohammed Saleh, dem Neffen des jemenitischen Präsidenten, geworden. Man habe eine Vielzahl Soldaten töten und einige gefangen nehmen können, heißt es im Statement weiter.
Al Qaidas regionaler Kommandeur Ayd al Shabwani sei weder getötet noch verwundet worden, vielmehr habe man im Gegenteil den Aufenthaltsort des Armeeführers Amar al Saleh mit Mörsern bombardiert.
Weiter teilt die Gruppe mit, man gehe davon aus dass der Angriff auf die Mujaheddin nach dem Besuch im Jemen von US General Petreaus und dem saudischen Verteidigungsminister Bin Nayif erfolgt sei um zu beweisen dass man das Regime loyal gegenüber seinen Verbündeten steht.

Zum Schluss des Statements ruft Al Qaida alle jemenitischen Regierungssoldaten auf die Seiten zu wechseln und für den Islam zu kämpfen, dejenigen die dieses Angebot nicht annehmen rate man die Regionen Marib und Abidah zu meiden.

Die Juli-Ausgabe des monatlichen Online-Magazins der Gruppe, "Sada al Malahim", lässt weiter auf sich warten.

Friday, July 31, 2009

Al Qaida tötet jemenitische Soldaten


UPDATE:


Mehr Informationen über die Vorgänge heute:

Jemenitische Soldaten kamen durch Al Qaida Kämpfer in der Region Marib unter Beschuss, zwei Militärs kamen sofort ums Leben, mehrere wurden verletzt. Die Angreifern erbeuteten dabei Ausrüstung, Waffen, Munition und ein Fahrzeug.
Danach startete die jemenitische Armee eine Anti-Terror-Operation und töteten während einer Razzia den gesuchten Al Qaida Kommandeur Aed Saleh al Shabwani, verwundeten vier weitere Terroristen. Bei dieser Aktion starb ein weiterer jemenitischer Soldat.
Die Armee zerstörte nach dem Einsatz die Gebäude Al Shabwanis, die als Unterschlupf der Islamisten genutzt worden seien.


Wie die jemenitische Agentur "Mareb Press" heute berichtete, griffen Al Qaida Kämpfer östlich der Hauptstadt Sanaa,
in der Provinz Marib Sicherheitskräfte in einem Hinterhalt. Mindestens fünf jemenitische Soldaten, 10 weitere wurden verletzt.
Außerdem kam ein Zivilist bei den Gefechten ums Leben.

Die Islamisten hätten nach dem Hinterhalt auf eine Patrouille der 101 Brigade zudem ein Militärfahrzeug, Ausrüstung und Waffen erbeutet, heißt es.

Aus der Armeeführung heißt es Al Qaida Elemente hätten sich in der Region Dhamar mit lokalen Stämmen zusammengeschlossen und wollten das Gebiet der Kontrolle der Regierung entreißen.

Saturday, June 27, 2009

Jemen: Dritte deutsche Geisel tot?


Eine jemenitische Nachrichtenagentur vermeldet den Tod von drei deutschen Geiseln.


Bislang galten nur die beiden deutschen Bibel-Studentinnen aus Brake bei Lemgo, Anita Grünwald und Rita Stumpp, als ermordet. Ihre Leichen wurden zusammen mit der ermordeten koreanischen Geisel vor knapp einer Woche gefunden. Wie die jemenitische Nachrichtenagentur "Saba Net" jedoch berichtet geht man von drei toten deutschen Geiseln aus.

Ich habe den kleinen Hinweis auf "Three Germans and a Korean woman were killed..." auf der Website der Agentur entdeckt.


Wissen die jemenitischen Behörden inzwischen mehr als die deutschen Medien? Gab oder gibt es insgesamt vier ermordete Geiseln, darunter drei Deutsche?

UPDATE zu deutschen Jemen-Geiseln


Vor zwei Wochen entführten Unbekannte nördlich der jemenitischen Provinzstadt Saada zwei deutsche Studentinnen, eine südkoreanische Lehrerin, einen britischen Ingenieur und eine fünfköpfige Familie aus Sachsen. Anita Grünwald und Rita Stumpp, zwei christlich ambitionierte Helferinnen der niederländischen "Worldwide Services" Organisation und potentielle Absolventinnen der Bibelschule Brake sowie die 34jährige Lehrerin Young-Sun Iung wurden wenige Tage später tot gefunden. 
Trotz teils widersprüchlicher Nachrichten aus dem Jemen ist der Verbleib der deutschen Familie weiterhin unklar, erste Hinweise auf mutmaßliche schiitische Kidnapper und ein schnelles Ende der Entführung erwiesen sich als falsch.

Nun sickern immer mehr Details über den Hergang des Kidnappings und den Morden durch. Jemenitische Quellen gehen von folgendem Szenario aus:

Freitag, 12.Juni 2009: 

An diesem Tag besuchte die Gruppe, bestehend aus den Deutschen und der Südkoreanerin, ein altes Bauerngehöft in Ghuraz, wenige Kilometer nördlich von Saada.
Gegen Nachmittag sei ein kurzer Anruf bei einer Krankenschwester im Hospital von Saada eingegangen. Hektisch und ängstlich hätte eine der deutschen Helferinnen ihrer jemenitischen Kollegin gesagt sie würden von "Fremden bedrängt", es seien drei bärtige, bewaffnete Männer mit einem Geländewagen angerast gekommen.
Augenzeugen berichten von einem schwarzen Suzuki Grand Vitara, die Reisegruppe hingegen sei mit einem vierradgetriebenen Toyota unterwegs gewesen. 


Montag, 15.Juni 2009:

Jemenitische Hirten finden im Madar Tal nahe dem Ort Al Nashour die Leichen dreier Frauen - es sind die beiden deutschen Studentinnen und die Südkoreanerin. Die deutsche Familie und der Brite werden weiter vermisst. 

Mittlerweile gehen die jemenitischen Behörden davon aus dass die Entführer die gekidnappte Gruppe sofort aufteilte und mit zwei Fahrzeugen in die kargen Berge nördlich von Ghuraz fuhren. Drei weibliche Geiseln seien dann bei Al Nashour durch Kopfschüsse hingerichtet worden, eine Obduktion ergab dass Anita G. und Rita S. jeweils zwei Einschüsse im Kopf hatten, keine am sonstigen Körper. Ihre Hinrichtung fand wohl noch am Tag der Entführung oder tags darauf statt. Al Nashour ist nur 30 Fahrminuten vom Reiseziel der Ausländer Ghuraz entfernt, der Ort an dem man die Leichname fand liegt unter einem Kilometer entfernt von einer jemenitischen Militär-Basis. Ein Anzeichen dafür dass die Mörder wollten dass man die Deutschen und die Koreanerin findet. 
Tatsächlich befindet sich auch das Einflussgebiet der Houthi-Rebellen in der Nähe des Fundortes, die schiitischen Aufständigen wiesen jedoch jede Verantwortung von sich. Beide Fahrzeuge, der Toyota der Geiseln und der Suzuku der Entführer tauchten bisher nicht auf. 

Von der Führung der schiitischen Stämme im Nord-Jemen heißt es amerikanische Drohnen seien seit Tagen am Himmel zu sehen, die Armee plane eine weiterer Großoffensive in der Region. Möglich wäre dass die Houthi-Rebellen deshalb die Geiseln als Druckmittel nutzen wollen um die Regierung zu einem Rückzug zu bewegen. 

Bis jetzt kann die Al Qaida Theorie nicht verworfen werden. Auch wenn von der Organisation jüngst nur ein Propagandavideo mit den Statements der Selbstmordattentäter im Internet auftauchte, die im Frühjahr zwei Anschläge auf südkoreanische Touristen verübten, ist es möglich dass eine Botschaft der Islamisten in den kommenden Tagen erscheint. Im Grenzgebiet zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen herrscht ein sicherheitspolitisches Chaos, weder Polizei noch Militär haben hier Kontrolle über die rebellierenden Schiiten-Klans, die hier eingesickerten Al Qaida Kämpfer und lokale wahhabitische Gruppierungen.
Dass man die deutschen Bibel-Studentinnen und ihre südkoreanische Mitreisende durch Kopfschüsse hinrichtete widerlegt die These die drei Frauen seien bei einer versuchten Flucht oder beim Widerstand gegen ihre Entführer im Affekt erschossen worden. Sie wurden ermordet um ein Zeichen zu setzen und eventuell die Gruppe der Geiseln zu verkleinern, was die Bewegungsfreiheit der Entführer deutlich erhöht.

Monday, June 15, 2009

Starben deutsche Geiseln durch Al Qaida?


BILD NEWS-TICKER:

Montag, 15. Juni 2009, 12:29 Uhr
Im Jemen sind die Leichen von drei Deutschen erschossen aufgefunden worden, die am vergangenen Freitag nördlich von Sanaa verschwunden waren. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben eines Sicherheitsbeamten in Sanaa um drei Frauen. Anderen Meldungen zufolge seien insgesamt sieben der neun im Jemen entführten Ausländer tot



15. Juni 2009, 12:30 Uhr

Im Jemen sind nach Angaben eines Sicherheitsbeamten die Leichen von drei Deutschen erschossen aufgefunden worden. Sie waren möglicherweise am Freitag verschleppt worden. Allerdings hatte es nie Lösegeldforderungen gegeben.

Unbekannte haben im Jemen drei deutsche Frauen getötet, die am vergangenen Freitag nördlich von Sanaa verschwunden waren. Das sagte ein hochrangiger Beamter des jemenitischen Innenministeriums. Die Leichen wurden seinen Angaben zufolge in der Provinz Saada gefunden. Die Frauen seien durch Schüsse getötet worden, hieß es. Vom Auswärtigen Amt liegt bisher keine Stellungnahme dazu vor.

http://www.welt.de/politik/article3928023/Drei-der-im-Jemen-entfuehrten-Deutschen-angeblich-tot.html


Der Jemen gehört auf der Liste der Länder in denen das Risiko als westlicher Tourist entführt zu werden, zu den Top 5. Nirgends sonst in der arabischen Welt werden so oft Ausländer als Geiseln verschleppt und dann in Stammeskonflikten und der Lösegeld-Maschinerie als Ware gehandelt.
Am Freitag entführten unbekannte eine Gruppe deutscher Staatsbürger nördlich der Hauptstadt Sanaa. Insgesamt sieben Deutsche, darunter ein Ehepaar und ihre drei Kinder sowieso eine Südkoreanerin und ein Brite sollen sich unter den neun verschwundenen Personen befinden.
Ort der mutmaßlichen Entführung ist die Provinz Amran, nördlich von Sanaa. Noch bevor irgendwelche Informationen über die eventuellen Geiselnehmer auftauchten teilte das jemenitische Innenministerium mit, die Deutschen seien von den zaiditischen Rebellen des Houthi-Stammes entführt wurden. Die Klans der schiitischen Sekte befinden sich seit Jahren im Aufstand gegen die Regierung von Präsident Abdullah Saleh und nutzen mehrfach europäische Geiseln um Stammesangehörige aus Gefängnissen freizupressen und den militärischen Druck auf ihre Heimatregion zu verringern.
Jemens Regierung führt immer wieder Krieg gegen die schiitischen Rebellen, deren Verbreitungsgebiet sich hauptsächlich auf den bergigen Norden des Landes beschränkt. In der Gegend in der heute einheimische Hirten die Leichen von drei deutschen Frauen fanden, befindet sich allerdings der Ort Al Nashour, ein Rückzugsgebiet und Aufenthaltsort saudischer, kuwaitischer und jemenitischer Al Qaida Kommandeure.



Anders als in den vorangegangenen Fällen dementierte die Führung der Rebellenorganisation sofort etwas mit einer Entführung zutun zu haben. Man sei nicht für das Verschwinden der Europäer verantwortlich.
Die Reihen der Verdächtigen lichten sich also zunehmend. Bewahrheitet sich die schlimmste Befürchtung, dann könnte sich am Ende Al Qaida als verantwortliches Element herausstellen. Im Zuge des weltweiten Franchising-Prinzips des Terrornetzwerkes wächst seit Jahren im Jemen die Organisation heran die sich seit letztem Jahr offiziell “Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel” nennt, und einen Dschihad vom Jemen aus, auch gegen das saudische Regime führen will. Experten zufolge ist der jemenitische Al Qaida Ableger inzwischen derart gefährlich und gewachsen, dass ausländische Kämpfer von Afghanistan aus in den Jemen reisen um dort im Heiligen Krieg zu kämpfen.

Ich berichtete über die wachsende Gefahr durch die jemenitischen Islamisten bereits im März.
Noch
gibt es keine Bestätigung dafür dass Al Qaida für den Tod der deutschen Staatsbürger verantwortlich sein könnte, Audiobotschaften und schriftliche Statements der Gruppe im Internet lassen allerdings darauf schließen dass eine Entführung in die Taktik zur Intensivierung des Dschihad in der Region passen würde. Geiseln ohne Forderung, ohne Videobotschaft oder auch nur Bestätigung zu erschießen passt trotz aller Verdachtsmomente nicht in das Schema der Bin Laden-Jünger.
Möglicherweise handelten die Terroristen aus Rache. Gestern erst meldete das Innenministerium jemenitische Sicherheitskräfte hätten am Freitag östlich der Hauptstadt einen gesuchten hochrangigen Al Qaida Finanzier verhaftet. Hassan Hussein Bin Alwan, ein saudischer Staatsbürger, soll Hauptverantwortlicher gewesen sein für globale und regionale Finanztransaktionen, die Versorgung der verschiedenen mit Al Qaida allierten Gruppierungen in der Region mit Geld und Material.
Es wäre nicht überraschend, sollte Al Qaida im Nachhinein ein Statement oder sogar Videomaterial liefern, in dem verdeutlicht die Deutschen wären aufgrund des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr hingerichtet worden.

Damit wird klar wovor Geheimdienstler warnten: Al Qaida wird versuchen durch gezielte Anschläge und Entführungen von deutschen Staatsbürgern die Bevölkerung der BRD im Wahljahr 2009 zu beeinflussen.

Saturday, March 7, 2009

Warum der Jemen mit dem Feuer spielt


Bis jetzt kann niemand bestätigen ob die Meldung korrekt ist: Al Qaida und die jemenitische Regierung haben einen einjährigen Waffenstillstand vereinbart, nur kurz nachdem die Machthaber in Sanaa ein Angebot des US Militärs zum gemeinsamen Kampf gegen Al Qaida abgelehnt hatte. Islamistenführer al Wahayshi willigte ein die Waffen im Jemen schweigen zu lassen, falls im Gegenzug 250 inhaftierte Islamisten freikommen. Präsident Ali Abdullah Saleh spielt ein gefährliches Spiel und droht, wie schon so viele vor ihm, seine Naivität mit einem hohen Preis bezahlen zu müssen. Auf der arabischen Halbinsel organisiert sich Al Qaida, entwickelt neue Stärke und bedroht eine ökonomisch höchst instabile Region.



Karg und felsig erstreckt sich zwischen schier endloser Wüste im Norden und der Küsten im Süden eine bergige Hochebene, durchzogen von fruchtbaren Tälern. Wie kleine Juwelen wirken die in diesem Gebiet verstreuten Oasen, in denen die bunten Blüten verschiedenster Sträucher und Büsche erstrahlen und die durch ihre Farbenpracht das Bild des öden Umfeldes brechen.

Weihrauch wächst ihr in so guter Qualität und Menge wie an kaum einem anderen Ort der Welt, trotzdem gehört dieser Teil der arabischen Weltinsel zu den ärmsten Regionen überhaupt. Datteln, Weihrauch, Kaffee, Tabak und Weizen werden hier von der strengreligiösen Bevölkerung angebaut, überleben können die meist Bauern und Beduinen aber nur durch Nahrungsmittelimporte.

Hadramaut heißt diese Wüstenregion im Südosten des Jemen, in denen die Frauen von Kopf bis Fuß in eine tiefschwarze Tracht, bei der nur ein Sehschlitz freibleibt, gekleidet sind und die Männer stolz ihre reich verzierten Dolche im Gürtel zur Schau tragen. Weder für Touristen oder die internationalen Konzerne noch für die Vertreter westlicher Medien spielt der Zipfel der arabischen Halbinsel eine Rolle. Dabei stammt einer der bekanntesten Väter der Welt aus einem kleinen Ort im Hadramaut. Mohammed Bin Awad Bin Laden kam hier irgendwann im Jahre 1908 als Sohn einer armen jemenitischen Großfamilie zur Welt, wanderte aber bereits vor dem Ersten Weltkrieg ins nördliche Saudi-Arabien aus und begründete hier nach seinem Einstieg in die Geschäftswelt die milliardenschwere Dynastie des Bin Laden Klans, dessen bekanntester Sprössling, Osama Bin Laden, heute der meistgesuchte Mann der Welt ist.

Alleine aus dieser Tatsache einen Bezug zum Terrorpotential der Region abzuleiten wäre sehr weit gesponnen. Fakt ist jedoch dass der Jemen eine uralte Tradition des ultraorthodoxen Islam besitzt und die Geburtsstätte vieler heute bekannter Al Qaida Extremisten ist und ganz oben auf der Liste der Staaten steht in denen die Organisation Unterschlupf und sogar Unterstützung findet. Mindestens 1800 Jemeniten reisten seit 2003 in den Irak und kämpften gegen Besatzungstruppen, ähnlich viele machten ihren Weg an den Hindukusch.

Lange schon ist den amerikanischen Geheimdiensten bekannt welche Gefahr von jemenitischen Al Qaida Mitgliedern und dem kleinen arabischen Terrorhort ausgeht. Natürlich schlug sich die Regierung von Präsident Ali Abdullah Saleh im Zuge des nach 9/11 ausgerufenen Anti-Terrorkampfes, offiziell auf die Seite der Bush-Administration und schwor alle Elemente des Terrornetzwerks im eigenen Land ausfindig zu machen und auszuschalten. Hinter diesen Versprechungen steckte kaum mehr als ein halbherziger Versuch nicht im Fadenkreuz des Pentagon zu landen.

Al Qaida verfügte schon vor dem 11.September 2001 über eine beachtliche Basis im Jemen, kooperierte mehr als nur gelegentlich mit der Regierung von Sanaa und infiltrierte Geheimdienst und Militär genauso wie lokale Moscheen, diese Situation hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Im Jemen befindet sich der militante Islam dank einer absurden politischen Agenda der Regierung auf einem Vormarsch der in Zukunft einige Schlagzeilen produzieren dürfte.

Das nördlich gelegene Saudi Arabien verstärkte besonders nach den Terrorangriffen auf die Ölindustrie des Königreichs im Jahr 2003 und 2004 den Kampf gegen die Extremisten. Tausende Al Qaida Anhänger und Unterstützer konnten verhaftet werden, viele landeten im Gefangenenlager Guantanamo, etliche jedoch flüchteten über die südliche Grenze in den benachbarten Jemen. Über die Jahre stellten die Insassen aus Saudi-Arabien und dem Jemen die Mehrheit der Guantanamo-Häftlinge. Dabei ist für Islamisten ihrer Identität nicht von der geographischen Grenze der Staaten abhängig. Die gesamte arabische Halbinsel („Jazeera tul-Arab“) wird als ein Territorium betrachtet vom dem aus der Islam seinen Siegeszug in die Welt antrat, und das heute besetzt wird von ausländischen Mächten, modernen Kreuzrittern aus Amerika.

Der Jemen hat eine lange Tradition des islamistischen Terrorismus, mehrfach verübten radikale Fundamentalisten hier Anschläge auf westliche, hauptsächlich amerikanische Ziele, zuerst 1992, als bei einem Anschlag auf einen Hotelkomplex in Aden gezielt amerikanische Staatsbürger ins Visier der Terroristen gerieten. Neben zahlreichen Entführungen und kleinen Angriffen wurde in erster Linie der spektakuläre Selbstmordanschlag auf das US-Kampfschiff USS Cole im Hafen von Aden international bekannt.

Am 12.Oktober 2000 steuerte ein Duo Al Qaida Attentäter ein kleines mit Sprengstoff beladenes Boot in den US Navy Zerstörer. Eine gewaltige Explosion riss ein Loch in die Seitenwand des Schiffs und tötete 17 amerikanische Soldaten.

Noch vor den Attentaten in den USA 2001 fiel der Jemen den ausländischen Geheimdiensten erstmals ins Auge weil Al Qaida dort anscheinend offen rekrutieren, planen und aktiv sein konnte.

Was sich heute, über sieben Jahre nach Beginn des Krieges gegen den weltweiten Islamismus, auf jemenitischem Territorium abspielt ist ein erschreckendes Beispiel für das Versagen einer globalen Politstrategie die an Machtverhältnissen, Einzelpersonen und lokalen Gegebenheiten scheitert.

Durch die Vereinigung vom Norden und der damals sozialistischen Volksrepublik Südjemen im Mai 1990 entstand die heutige Islamische Republik Jemen, deren Fläche ungefähr eineinhalbmal so groß ist wie die der Bundesrepublik Deutschland, aber mit nur 22 Millionen Einwohnern nur mäßig besiedelt ist. Jahr für Jahr erscheint der Jemen auf der Liste der Länder in denen eine überdurchschnittliche hohe Militarisierung der Gesellschaft zu verzeichnen ist. Stimmen die statistischen Schätzungen so besitzt jeder Jemenit durchschnittlich mehr als eine Schusswaffe. Gründe für diese Waffenseuche finden sich sowohl in der Geschichte des Staates wie auch in der Mentalität und Tradition der Jemeniten. Religiös ist der Jemen mehrheitlich sunnitisch-arabisch geprägt, die Einfluss verschiedener afrikanischer und arabischer Kulturen ist aufgrund der langen Seefahrer- und Handelstradition überall zu spüren. Politisch besonders brisant ist der Konflikt zwischen den 75% Sunniten und den 20% Schiiten des Landes. Jemens Schiiten gehören der Konfession der Zaiditen an, einer sehr kleinen Abspaltung der so genannten „Zwölfer Schiiten“, die gesamtislamisch die größte Gruppe unter den Nicht-Sunniten darstellen und als Machthaber im Iran dominierende Glaubensrichtung sind. Anders als die iranischen und bahrainischen Schiiten handelt es sich bei den Zaiditen nicht um persisch beeinflusste Gläubige sondern um eine rein-arabische Sekte die nur noch im Norden des Jemen zu finden ist und dort durch einige Stämme und Großfamilien repräsentiert wird. Ähnlich wie im wahhabitischen Nachbarstaat Saudi-Arabien stellt auch der Jemen den „Abfall vom Islam“ unter Todesstrafe. Der schiitischen Glaubensrichung anzugehören fällt dabei offiziell nicht unter diesen Tatbestand, wird aber inoffiziell von Regierung und Bevölkerungsmehrheit mit Argwohn betrachtet. Die Regierung unter Präsident Ali Abdullah Saleh sieht in den zaiditischen Stämmen, vor allem im Klan des Houthi-Stammes einen Feind des Staates den es zu bekämpfen gilt. Angehörige der Houthi probten bereits mehrfach, angestachelt durch ihre teilweise extrem fanatischen Stammesführer und Imame, den Aufstand gegen die Regierung von Sanaa. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit dem Militär in den Bergregionen nördlich der Hauptstadt. Dieses lästige Übel konnte weder diplomatisch noch militärisch erfolgreich bekämpft werden was Präsident Saleh nun anscheinend dazu veranlasst hat, die oppositionellen Elemente der Zaiditen im Zuge eines Glaubenskrieges auszuschalten.

Seit Monaten entwickelt sich im Jemen ein politischer Konflikt von dem westliche Medien wenig mitzubekommen scheinen. Wie arabische Zeitungen vor kurzem berichteten habe es angeblich Ende Januar ein Treffen zwischen Regierungsvertretern und islamistischen Gruppierungen in der Hauptstadt gegeben, bei dem ein folgenreicher Pakt geschlossen wurde. Nach Angaben einiger Quellen habe Präsident Saleh einem Vertreter der Al Qaida nahen Islamisten, Tariq al Fahdli, erläutert man sei an einer Einheit des Staates interessiert die ohne politische und religiöse Opposition zustande kommen soll. Als Feinde des Jemen nannte er wohl ausdrücklich die zaiditischen Rebellen im Land, sowie verbliebene, kommunistische Gruppen aus dem ehemaligen Süd-Jemen.

Von Seiten Sanaas hatte man wohl im Jahr 2007 Kontakt zur Al Qaida Führung im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgenommen, ein direkter Briefwechsel zwischen dem jemenitischen Präsident und Ayman al Zawahiri sei dabei erfolgt. Es gehe prinzipiell darum dass eine paramilitärische Einheit aus islamistischen Kämpfern aufgebaut werden soll die ethnische und ideologische Minderheiten bekämpfen solle. Im Gegenzug erhalten die Mujaheddin Trainingsmöglichkeiten und Ausbildungsstätten sowie staatliche Unterstützung in Form von Logistik und Material.

Schon kurz nach dem Krieg gegen die Sowjets bot Osama Bin Laden der nordjemenitischen Regierung, damals bereits geführt von Ali Abdullah Saleh, Unterstützung im Kampf gegen den kommunistischen, gottlosen Süden an. Eingesetzt wurden die Al Qaida Mujaheddin dann aber erst später, im Bürgerkrieg der ab 1994 wütete.

Gut 20 Jahre später nun soll die jemenitische Regierung selbst Al Qaida um Hilfe gebeten haben. Der Deal kam zustande, Tariq al Fahdli, Al Qaida Sympathisant und Mitverantwortlicher der ersten islamistischen Anschläge gegen westliche Einrichtungen Anfang der 1990er Jahre, willigte ein. Al Fahdli ist nicht nur ein von der CIA gesuchte Terrorist sondern auch Schwager des jemenitischen Generals Ali Mohsen al Ahmar, der wiederum ein Halbbruder des Präsidenten ist. Unter seiner Führung kämpften in den 1990er Jahren arabische Islamisten im jemenitischen Bürgerkrieg, und dann 2004-2006 gegen die schiitischen Aufständischen.

Ein Treffen im Jahr 2006 zwischen Geheimdienstmitarbeitern und dem Al Qaida Mann Rashad Mohammed Said, der immer wieder in Videos an Bin Ladens Seite zu sehen war und zum inneren Kreis des Netzwerkes gehört, führte dazu dass erste Kontakte zur Führung Al Qaidas geknüpft werden konnten.

Lange dauerte es nicht, dann folgten auf dem im Januar 2009 geschlossenen Pakt zwischen Islamisten und Regierung erste praktische Schritte. Internationale Nachrichtenagenturen zitierten am 08.Februar jemenitische Offizielle die berichteten man habe mindestens 95 Al Qaida Mitglieder aus ihrer Haft entlassen. Einige Quellen sprachen von bis zu 400 verurteilten Islamisten. Wenig später ließ die Regierung dies dementieren, was jedoch nichts an der Tatsache ändert dass seit Jahresbeginn feststeht: es existiert eine neue, starke Al Qaida Zelle im Jemen. Beweis dafür ist die Gründung der „Al Qaida fi Jazeera tul Arab“, einem Zusammenschluss der saudischen und jemenitischen Netzwerke die im Internet verkündet wurde.
Immer mehr Berichte dringen nun durch dass tatsächlich ein Aufbau einer islamistischen Miliz im Jemen stattfindet. Al Qaida habe 5 Millionen Jemenitische Rial verlangt für die Errichtung von Ausbildungslagern und Basen. Mittlerweile seien diese Camps in Betrieb und hunderte Mujaheddin trainieren dort wohl schon für eine Dschihad-Offensive gegen die innerstaatlichen Feinde der Regierung Saleh. Eines dieser Terrorlager befinde sich nördlich von Abyan, ein weiteres nur wenige Kilometer außerhalb von Aden, dort verfügen die Islamisten über eine eigene Moschee, eine Schule, Wohngebäude, Waffenlager und Bunkersysteme. Unterstützt von jemenitischen Militäreinheiten entstünden zudem kleinere improvisierte Camps in der Nähe großer Städte, in denen jugendliche Freiwillige trainiert würde die man mit Bussen beispielsweise aus ihren Vierteln in die Berge westlich von Sanaa bringe. Wie viele Islamisten derzeit militärisch geschult werden kann nicht gesagt werden, fest steht wohl dass unter ihnen hunderte ehemalige Gefängnisinsassen sowie heimgekehrte salafistischen Kämpfer aus dem Irak sind. Gerade jene Irak-Veteranen seien verantwortlich für die Ausbildung der Dschihad-Rekruten, für die Anwerbung und Indoktrinierung seien wahhabitische Prediger aus Saudi-Arabien zuständig.

Wie letztendlich diese Dschihad-Brigade zum Einsatz kommen wird und in wie weit die jemenitische Regierung in Kontrolle dieser fragwürdigen Partnerschaft ist absolut unklar. Eine gewisse Angst vor der teilweise militanten Opposition muss die Machthaber jedoch in den vergangenen Jahren überkommen haben, anders ist nicht zu erklären weshalb man sich auf diesen Pakt mit dem Teufel einlässt. Präsident Saleh muss naiv sein wenn er glaubt das von ihm derzeit herangezüchtete islamistische Monster kontrollieren oder steuern zu können. Al Qaida verfolgt eine eigene Strategie und lässt sich wohl kaum politisch in Machtkämpfe einbinden und missbrauchen. Am Ende des Dschihad sehen die Islamisten natürlich im Jemen auch jenes islamische Kalifat das sich nach ihrem Wunsch über den gesamten Globus erstrecken soll. Weit vor dem 11.September 2001 spielten jemenitische Extremisten eine zentrale Rolle beim Aufbau des Al Qaida Netzwerkes, sie waren die tatkräftigsten Anwerber und Schleußer von Freiwilligen in die afghanischen Lager und auch auf den Dschihad-Schlachtfeldern vom Kaukasus bis nach Indonesien tauchen immer weniger Jemeniten als entscheidende Al Qaida Funktionäre auf. So intensiv und häufig wie in kaum einem anderen arabischen Land findet man im Jemen eine Verstrickung zwischen den islamistischen Radikalen, dem Militär, Geheimdienst und sogar der Politik. Ali Mohsen al Ahmar ist nicht nur General in der Armee von Präsident Saleh, er war auch Bin Ladens Vertrauter und beauftragt Freiwillige für den anti-sowjetischen Dschihad nach Afghanistan bringen. Solche Beispiele finden sich reihenweise in den staatlichen Organen und sorgen für eine Verschmelzung oftmals auch familiärer Bande mit der Elite des globalen Islamismus. Nichtsdestotrotz musste in der Vergangenheit selbst die allgemein pro-islamische Regierung einige Angriffe der selbsternannten „Heiligen Krieger“ verkraften. Mit einer beängstigenden Regelmäßigkeit gelingt es den Al Qaida Zellen immer wieder ausländische Ziele, vor allem amerikanische Einrichtungen wie die Botschaft in Sanaa, aber eben auch jemenitische Soldaten zu treffen. Soll damit nur der Anschein erweckt werden von Seiten der Regierung sei man genauso Opfer des Terrors wie westliche Nicht-Muslime? Gestützt wird eine solche Theorie von Aussagen interviewter Islamisten, darunter der meistgesuchte Terrorist des Jemen, Hamza Ali Saleh al Dhayani, der unter anderem für das Selbstmordattentat auf die amerikanische Botschaft am 17.September 2008 verantwortlich sein, und auch jenen Selbstmordbomber trainiert haben soll, der im Juli 2007 acht spanische Touristen in Mareb tötete. Wo genau Al Dhayani in der Hierarchie Al Qaidas steht ist unbekannt, dass er eindeutig zur Führung der jemenitischen Islamisten-Netzwerke gehört streitet er selbst in einem im Dezember 2008 geführten Interview nicht ab. Weiter erklärt er es gebe eine direkte Zusammenarbeit zwischen Terrorzellen und des Geheimdienstes PSO. Die Regierung bilde einige Terroristen selbst aus oder lenke sie zumindest hin zu einer bestimmten Aktion die dann wiederum als Beweis dafür gewertet wird der Jemen beteilige sich aktiv am Anti-Terrorkampf und sei deshalb Zielscheibe Al Qaidas. Innerhalb der PSO (Political Security Organization) gebe es, so Al Dhayani, dutzende ehemalige Dschihad-Kämpfer, sogenannte „rehabilitierte Islamisten“ und Bin Laden Sympathisanten. Teile der islamistischen Gruppierungen seien so im Laufe der Jahre zu Söldnern der Regierung geworden und würden für ihre politischen Zwecke missbraucht. Der harte Kern der Al Qaida arbeitet weiterhin im Untergrund und dürfte einer Kooperation mit dem nationalen Geheimdienst skeptisch gegenüberstehen. Führende Köpfe des jemenitischen Al Qaida Flügels sind heute die beiden Ex-Häftlinge Nasir al Wahayshi alias Abu Basir und Jamal al Badawi, sie gehören beide der ersten Al Qaida Generation an.

Al Wahayshi kam erst im Jahr 2003 in den Jemen nachdem er in Afghanistan ein Kommandeur einer arabischen Al Qaida Einheit war und im Zuge eines Austauschprogramms mit dem Iran in seine Heimat zurückkehren konnte. Zunächst saß er, genau wie Al Badawi der für den Anschlag auf die USS Cole verantwortlich gemacht wird, im Gefängnis, aus dem beide dann 2006 fliehen konnten. In ihnen sieht Sanaa extrem gefährliche Staatsfeinde, die wohl kaum durch politische Angeboten gezähmt werden können. Ohne Zweifel zeigt sich Al Qaida unter Führung von Al Wahayshi in den letzten beiden Jahren so aktiv wie nie, kaum ein Monat vergeht ohne dass die US Botschaft Terrorwarnungen an Ausländer herausgibt, westliche Ziele angegriffen werden oder jemenitische Sicherheitskräfte Opfer von Dschihad-Attacken werden. Erste Vorzeichen für eine mögliche Verschärfung der Lage traten 2007 auf, als eine spanische Reisegruppe Opfer eines Selbstmordanschlags wurde, im Jahr darauf schickte Al Qaida einen Suizidbomber in ein Camp der staatlichen Sicherheitskräfte im Hadramaut.

Später veröffentlichte die Organisation erstmals nach irakischem Vorbild ein Foto des Attentäter Abu Dajana al Hadrami. Trotz dieser Häufung an terroristischen Aktivitäten scheinen weder die USA noch andere westliche Staaten großartig Interesse an der islamistischen Bedrohung zu haben die man fast schon kindlich naiv über Jahre gewähren ließ.

Jetzt mit ausländischen Fundamentalisten zu versuchen nationale Konflikte zu lösen könnte dem Präsidenten, der jüngst von Al Qaidas Vertreter im Jemen, Al Wahayshi als „Agent der CIA“ bezeichnet wurde, und dem ganzen Land teuer zu stehen kommen. Wie wenig sich die radikalen Dschihadis lenken lassen kann heute schon in Ja´ar beobachtet werden. Vor wenigen Wochen, so berichtete die nationale Zeitung Shabwah, riefen Angehörige der „Abyan Islamic Army“ ein islamisches Emirat in der Stadt Ja´ar, nordöstlich von Abyan, aus und erichteten Sharia-Gerichte. Folge dieser politischen Machtübernahme: neun Homosexuelle wurden öffentlich hingerichtet, wer Alkohol konsumiert oder verkauft wird ausgepeitscht. Überall im Land entstehen solche Flecken einer Taliban-Herrschaft an der Südspitze der arabischen Halbinsel, Regierung und örtliche Vertreter stehen dieser Entwicklung machtlos gegenüber.

Wer es wagt ganz offiziell Sharia-Gesetze abseits der staatlichen Organe einzuführen und damit zur ausführenden Gewalt zu werden muss sich mehr als nur sicher fühlen. Fatalerweise muss der Jemen nicht nur als Brutstätte für islamistischen Terror kategorisiert werden sondern als Trainingsbasis, Stützpunkt und Sprungbrett in die arabischen Anrainerstaaten.


Ein bitterarmes Land ohne Rohstoffe, eine strenggläubige Bevölkerung die einer permanenten Beeinflussung durch die unzähligen salafistischen Moscheen und Koranschulen ausgesetzt ist, eine beispiellose Zahl an Schusswaffen, eine de facto diktatorische Regierung deren Beziehungen zur islamistischen Szene fragwürdig und mehr als offensichtlich sind, ein brodelnder Konflikt zwischen Sunniten und einer schiitischen Sekte, und all das in einer strategisch brisanten Lage an der Meerenge zwischen dem afrikanischen Kontinent und der arabischen Halbinsel. Das paradoxe politische Spiel des Ali Abdullah Saleh wird in der kommenden Zeit zu einem Spiel mit dem Feuer. Stabile Verhältnisse am Nadelöhr zum welt-ökonomisch absolut unentbehrlichen Suez-Kanal liegen im höchsten Interesse Europas und der Golfstaaten. Jünst reiste ein ranghoher Militär nach Sanaa und schlug vor gemeinsam mit dem jemenitischen Geheimdienst eine Strategie gegen Al Qaida auszuarbeiten. Es hieß man habe vorgeschlagen ähnlich wie in Pakistan durch Einsätze von Drohnen und Kampfflugzeugen islamistische Nester in den Regionen Mareb und Shabwa auszuschalten. Jemens Regierung lehnte dankend mit dem Hinweis ab man wolle keine ausländische Hilfe im Kampf gegen inländische Feinde. Dies macht deutlich dass man sich sehr wohl im Klaren ist wer hier als Feind definiert werden muss.

Al Qaida hat im Jemen nicht nur einen Fuß in der Tür, sondern sie liegt längst schon im Bett mit einer reichlich naiven und verantwortungslosen Regierung, deren Unterstützung durch die westliche Welt überdacht werden sollte.