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Wednesday, March 17, 2010

Nach den "US Boys" jetzt die "Canadian Boys" - Dschihad in Somalia zieht kanadische Teenager an


UPDATE:


"Kann mir jemand eine Fatwa zeigen, in der gezeigt wird dass man einer Frau die Hand schütteln darf?", fragte der junge Kanadier im November 2007 in einem Internetforum. Offenbar sorgte sich der Sohn somalischer Einwanderer um sein muslimisches Verhalten. Auf einem eigenen Blog ließ sich der junge Mann über seinen Glauben, den Pflichten, Verboten und Aufforderungen aus. Im Mai 2009 gab es keine Einträge mehr.

Mittlerweile ist die Identität des jungen Mannes aus North York, Toronto, geklärt. Sein richtiger Name lautet Mohammed Elmi Ibrahim, geboren und aufgewachsen in der kanadischen Metropole.
Er schloss seinen Major in Englisch an der University of Toronto ab, und brach vor etwa 18 Monaten mit einigen Freunden zu einer Pilgerfahrt nach Mekka auf. Von dort sei er nie zurückgekehrt berichtet die Familie.


Wann genau der Somali-Kanadier in das Bürgerkriegsland reiste, steht nicht fest. Irgendwie aber reiste er an das Horn von Afrika und schloss sich den islamistischen Shabaab an. Ein Video das die Islamisten jetzt verbreiten ließen, zeigt "Abu Hamza al Muhajir" noch bei einer Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien. Mit Blick auf die historische Schlacht von Uhud zitiert der kanadische Terrorrekrut voller Stolz den Koran: "Deshalb sagt Allah im Quran: wahrlich die Märtyrer sind nicht tot, sondern sie sind lebendig im Paradies und bei Ihrem Herrn".

Wo, wann und wie der Kanadier starb ist unklar, fest steht dass Shabaab ihn als Märtyer feiert und weitere Kanadier anruft sich dem Dschihad in Somalia anzuschließen. Gerüchten zufolge soll der englischsprachige Islamist am 14.September 2009 getötet worden sein, als African-Union-Soldaten eine Shabaab-Gruppe angriffen, die gerade auf dem Weg zurück in ihr Lager war um das Ramadan-Fasten zu brechen. "Dann aber brach er das Fasten im Paradies", erklärte ein Online-Islamist, der die Todesumstände kennen will.


In Kanada steht fest, dass die Propagandaausschlachtung des toten jungen Kanadiers mit dem jüngst verhängten Verbot der Al Shabaab Organisation in Kanada zusammenhängt.
Anfang März hatte Ottawa die somalische Bewegung als Terrororganisation gebrandmarkt und verboten. Spenden und Unterstützungsaufrufe für Al-Shabaab sind damit seither verboten.



Die Moschee in der eine Gruppe Somali-Boys betete, die Masjid Abu Hurairah im nordöstlichen Toronto, soll ein Ort sein, an dem man auch den Kampf der Shabaab Miliz gegen deren Feinde in Somalia unterstützt. Junge Männer aus dem Stadtviertel North York sollen angeworben und schließlich nach Afrika gereist sein. Der kanadische Geheimdienst nimmt an, dass sie in den Reihen der Shabaab kämpfen, eventuell auch bereits gestorben sind.
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Abu Hamza Muhammad al-Muhajir nannte sich der junge Kanadier. Auf einer Pilgerfahrt nach Saudi-Arabien, erklärte er vor der Kamera eines Freundes die "Schlacht von Uhud" die im Jahr 625 n.Chr. nahe Mekka stattfand. Beeindruckt von den Leistungen des damaligen Feldherrn der Muslime, Khalid Ibn al-Wahid, erläutert der kanadische Teenager in muttersprachlichem Englisch, wie die Muslime die 3,000 Abtrünnigen der feindlichen Armee mit militärischen Tricks besiegten.

"Abu Hamza Muhammad al-Muhajir" aus North York, Toronto

Wann die Aufnahme entstanden ist nicht klar. "Al-Muhajir" jedenfalls ist seit September 2009 nicht mehr am Leben. Der junge Islamist aus North York, einem nördlichen Stadtteil der ostkanadischen Metropole Toronto starb in seinem "Heiligen Krieg" gegen die Ungläubige, im Bürgerkrieg von Somalia auf der Seite der islamistischen Al-Shabaab Miliz.
Als er sich auf dem Rückweg in das Camp der Islamisten außerhalb von Mogadischu befand, so heißt es in einer Audiobotschaft seiner Kampfgefährten, wurde die Gruppe von African Union-Truppen angegriffen. Abu Hamza Muhammad al-Muhajir starb.
Es ist der erste bekanntgewordene Fall eines kanadischen Dschihadisten, der in Somalia getötet wurde.

"Abu Hamza" (mit richtigem Namen vermutlich Mustafa Mohammed" gehörte mutmaßlich zu einer fünfköpfigen Gruppe somalischer-kanadischer Teenager, die im vergangenen Jahr aus North York, einem Industrieviertel im Nordosten Torontos verschwanden. Zur Gruppe gehörten neben vier jungen Männern vom Alter zwischen 20 und 25, auch ein Sohn afghanischer Einwanderer, der ebenfalls als vermisst gemeldet wurde.
Sie alle besuchten regelmäßig die Masjid Abu Hurairah von North York, trafen sich in einem somalischen Restaurant namens "Little Mogadishu".

Dutzende us-amerikanische Somali-Teenager waren bereits seit 2007 an das Horn von Afrika gereist um gegen die äthiopischen Besatzungstruppen und später die Friedenstruppen der Afrikanischen Union zu kämpfen.

Das Phänomen der radikalisierten Somali-Jugend aus westlichen Großstädten wie Minneapolis, London, Amsterdam und Toronto scheint anzuhalten. Somalische Einwandererfamilien aus Europa, Australien und Nordamerika berichten vom Verschwinden junger Männer in Richtung Ostafrika. Einige von ihnen, darunter auch weiße amerikanische Konvertiten, starben bereits. Ein US-Amerikaner verübte 2008 einen Selbstmordanschlag gegen African-Union-Soldaten im Norden Somalias und ein junger Mann aus Kopenhagen tötete bei einem Suizidattentat in einem Hotel von Mogadischu im Dezember 2009 ein Massaker unter Medizin-Studenten.

Thursday, July 30, 2009

Abu Yahya x 3


Die Auftritte vom neuen Superstar des Dschihadismus, Abu Yahya al Libi, kommen wie am Fließband. Al Qaidas Chef-Propagandist meldete sich innerhalb von nur einer Woche gleich dreimal mit Videobotschaften zu Wort. Dabei vollführte der Libyer auf dessen Kopf das US-Verteidigungsministrium 5 Millionen Dollar ausgesetzt hat eine Weltreise, von den Foltergefängnissen seiner Heimat, über Somalia am Horn von Afrika bis in das nordpakistanische Swat-Tal.

1. Sieg oder Märtyrertum im Swat


In gewohner Manier präsentiert sich Abu Yahya al Libi als Polit-Prediger, erläutert untermauernd mit religiösen Phrasen der Konflikt in Swat sei wie der Gazakrieg für die Palästinenser, eine Tragödie herbeigerufen durch die Marionetten der Amerikas und Israels. Pakistans Armee haben den Taliban durch die Offensive nicht geschadet, sondern lediglich das eigene Volk in Leid gestürzt.

2. In Erinnerung an ein Folteropfer


Ali Mohammed al Fakheri, so soll der richtige Name jenes Mannes sein, den Abu Yahya in diesem Video huldigt. Unter seinem Kampfnamen "Ibn Sheikh al Libi" agierte der libysche Landsmann als Trainer in einem Al Qaida Lager in Afghanistan vor 9/11. Im November 2001 griffen ihn pakistanische Sicherheitskräfte auf als er aus Afghanistan floh. Das US-Militär schickte ihn nach Guantanamo, er soll gefoltert worden sein bevor man ihn 2006 den Behörden in Libyen übergab. In einem dortigen Gefängnis soll das Regime ihn derart gefoltert haben dass er Selbstmord in seiner Zelle beging.

Natürlich kommt für Al Qaida der religiös verbotene Suizid nicht als Todesursache in Frage. Für Abu Yahya steht fest sein Landsmann und ehemalig ranhoher Dschihad-Ausbilder wurde von den Folterknechten Gaddafis ermordet. Damit wird er trotz achtjähriger Abwesenheit vom Schlachtfeld posthum zum Märtyrer und Held verklärt.

3. Ein Sommer des Sieges in Somalia


Heute erschien das jüngste Werk der As Sahab mit Abu Yahya al Libi in der Hauptrolle. Das Video-Statement beschäftigt sich mit den Erfolgen des Dschihad in Somalia, mit dem Sieg des wahren Islam über die Korrupten, Ungläubigen, Marionetten und Verräter. Abu Yahya lobt die militärischen Siege der Al Shabaab Miliz, würdigt deren Treueschwur auf Al Qaida und Osama Bin Laden und ruft die Gotteskrieger am Horn von Afrika auf den Dschihad fortzuführen.

In einem Interview bestätigte am Montag erst Somalias Präsident Sharif Ahmed er wisse dass Abu Yahya al Libi von Osama Bin Laden persönlich mit der Überwachung des Dschihad in Somalia beauftragt wurde. Der libysche Extremist und ehemalige Bagram-Häftling übernehme direkt die Steuerung der Al Qaida verbündeten Gruppen auf dem afrikanischen Kontinent.
Al Qaida im Maghreb unterwarf sich bereits dem Befehl Al Libis.

Wednesday, March 18, 2009

Dschihad News IV


Propaganda

Osama Bin Laden x2



Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche meldete sich heute Osama Bin Laden über eine im Internet veröffentlichte Tonbandbotschaft zu Wort. Im ersten Statement vom 14.März 2009 griff der Al Qaida Führer unter der Überschrift „Praktische Schritte zur Befreiung Palästinas“ die moderaten, israel- und amerikafreundlichen Führer der arabischen Welt an, rief sogar zu deren Ermordung auf. Ihre fehlende Unterstützung für die Mujaheddin in Gaza sei ein Beweis dafür dass sie vor den „Zionisten“ zurückweichen und längst einen Pakt mit den „Kreuzrittern“ eingegangen seien. Palästina zu befreien sei weiterhin Ziel des Dschihad und Pflicht jedes Rechtgläubigen, diese muslimische Pflicht werde durch die Politik der arabischen Herrscher verraten.



Die zweite Audioaufnahme die heute veröffentlicht wurde richtet sich mit dem Titel „Kämpft weiter, ihr Sieger von Somalia“, an die islamistischen Kräfte er Shabaab Organisation am Horn von Afrika. Ihr Kampf gegen die jüngst ernannte Einheitsregierung von Präsident Sharif sei ein Kampf zwischen Islam und den internationalen Kreuzrittern. Sharif sei als Marionette des Westens installiert worden, ähnlich wie der Führer der Nordallianz Ahmed Schah Massud in den 1990er Jahren in Afghanistan. Zuvor hätten die USA durch die NATO Äthiopien dazu gedrängt die islamische Herrschaft über Somalia gewaltsam zu beenden.

Die neue somalische Einheitsregierung müsse bekämpft und der vom Glauben abgefallene, vom westlichem Geld gekaufte Präsident Sharif müsse entthront werden, so Bin Laden. Seine Behauptung er werde die Sharia Rechtssprechung wieder einführen sei reine Fassade, denn in Wahrheit war er installiert worden um genau jene zu vernichten.

Osama Bin Laden ruft in seiner jüngsten Botschaft die „glorreichen Söhne Somalias“ auf ihren Dschihad fortzusetzen, denn sie seien die Verteidiger des Islam an der „südwestlichen Front des Dschihad-Schlachtfeldes“. Der Gegner habe derzeit mit Problemen und Herausforderungen zu kämpfen wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr aufgetreten seien, dies müsse man jetzt ausnutzen.


Jemen

Die Rufe wurden erhört



Von der UNESCO als Weltkulturerbe deklariert, das „Manhattan der Wüste“ genannt, das ist Shibam, eines der meist besuchten Touristenziele im Jemen. Beeindruckend hohe Turmhäuser ragen hier festungsartig in die Himmel über der Wüste der Hadramaut Provinz.

Sonntagabend (15.03.09) besuchte eine Reisegruppe aus Südkorea die Stadt im 16.Jahrhundert erbaute Stadt. Auf einer Anhöhe von der aus man auf Shibam herunterblickt, stoppten die Touristen und machten Fotos als sich plötzlich ein Selbstmordattentäter direkt neben ihnen in die Luft sprengte. Vier Südkoreaner starben bei der Explosion, drei weitere erlitten Verletzungen. Jemens Regierung beschuldigte nach kurzer Zeit schon Al Qaida für den Anschlag verantwortlich zu sein, zwölf angebliche Islamisten wurden wenig später bei Razzien verhaftet und verhört. Zwei Tage später identifizierten die Behörden den Attentäter als Abdel Rahman Mehdi al Ojiri, einen 18jährigen Jemeniten aus der Provinz Taizz der sein Zuhause vor zwei Monaten verlassen haben und in Somalia von Al Qaida Ausbildern trainiert worden sein soll. Ein mutmaßlicher Brief Al Ojiris sei bei seiner Mutter gefunden worden, darin beschreibt der junge Islamist er befinde sich auf dem „rechtgeleiteten Weg“ und werde nicht mehr nach Hause zurückkehren. 1995 zog der junge Jemenit mit seiner Mutter in die USA und lebte dort ein Jahr bevor sie in die Heimat zurückkehrten. Erst im Oktober 2008 soll der Attentäter von einem Mann namens Omar Hassan al Raimi rekrutiert der ihn in den Islamunterricht des Islamic Institutes in Sanaa eingliederte wo er in Kontakt mit islamistischen Zellen kam.

Bis jetzt fehlt ein Bekennerschreiben der „Al Qaida auf der arabischen Halbinsel“ zum Attentat.

Heute morgen dann folgte der zweite Selbstmordanschlag. Südkoreanische Ermittler waren in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gelandet um die Tat vom Sonntag zu untersuchen. Sie waren am frühen Morgen mit ihrem Konvoi vom Flughafen Sanaa gestartet, als ein Attentäter am Straßenrand wartend die Fahrzeuge angriff und seine Sprengstoffladung zündete. Die Scheibe eines Autos ging zu Bruch, jedoch wurde keine Person außer dem Angreifer getötet oder verletzt. Laut einiger jemenitischer Quellen sollen die Geheimdienste wenige Stunden vor dem Anschlag neue Hinweise auf geplante terroristische Aktionen bekommen haben, verhindern konnten sie den Angriff jedoch nicht.

Beide Vorfälle zeigen wie dramatisch die Lage in der südlichen arabischen Halbinsel derzeit ist. Al Qaida kann planen und ausführen, verfügt anscheinend über Informanten in den Kreisen der Sicherheitskräfte und trifft mit den Anschlägen gegen westliche Touristen eine wirtschaftliche Lebensader des bitterarmen Landes. Trotz der halbherzigen Versprechen der jemenitischen Regierung werden die Attentate nicht die letzten gewesen sein, die radikalislamischen Fundamentalisten haben über die vergangenen Monate zu viele Zugeständnisse der politischen Führung bekommen, dubiose Zusammenarbeit zwischen Militär und islamistischen Milizen und Hilfsgesuche des jemenitischen Präsidenten an Al Qaida zur Bekämpfung innerstaatlicher Gegner erzeugen eine Gefahrenlage die für Ausländer extrem gefährlich zu werden droht.

Ende Februar rief Bin Ladens Stellvertreter Ayman al Zawahiri in einer Tonbandbotschaft dazu auf den Jemen zu einem Schlachtfeld wie Afghanistan zu machen. Die Mujaheddin sollen der "Dorn an der Kehle der Regierung" sein, sie sollten sich die Taliban zum Vorbild nehmen und nicht zulassen dass die CIA den Jemen beherrscht. Auf diese Rufe folgte nun die Antwort bei der vier ausländische Zivilisten starben.


Somalia

Zawahiri in Somalia?




Es gibt Meldungen aus der islamistischen Szene die erscheinen so unseriös, unwahrscheinlich und erfunden dass sie keinerlei Erwähnung wert sind. Am vergangenen Donnerstag dann tauchte eine Meldung aus Somalia auf die zunächst in genau diese Kategorie gehört inzwischen aber von Experten intensiver untersucht wird. Ein Zusammenschluss somalischer Journalisten verbreitete im Internet die Nachricht man habe Augenzeugenberichte und Informanten interviewt die aussagen würden Al Qaida´s Nr.2, Ayman al Zawahiri, befinde sich derzeit am Horn von Afrika. Laut der ungenannten Quellen halte sich Osama Bin Ladens Vize in der Stadt Marka, 90 Kilometer südlich von Mogadischu auf, einer Hochburg des somalischen Haba Gidir Stammes, der in der Vergangenheit öfter durch seine Beziehungen zu islamistischen Milizen auffiel. Folgendes berichtet ein angeblicher Augenzeuge:


„Ich habe hier in Marka einen schwer bewachten Araber gesehen als er in der Stadt herumlief, an seiner Seite konnten wir bewaffnete ausländische Männer sehen. Ich habe ihn kurz angesehen und mir war klar: es ist der Terrorist Ayman al Zawahiri, den Mann den wir oft im ausländischen Fernsehen sehen“


Weiter hieß es die islamistische Shabaab-Miliz die diese Region kontrolliert habe angeordnet alle Aktivitäten in Marka zu stoppen solange der ausländische Gast in der Stadt sei. Einige Angehörige der Kampftruppe bestätigten es handle sich um Al Zawahiri.


„Ich kann nicht genau sagen dass er es war aber vom Gerede in der Stadt kann man schließen dass es Al Qaidas zweiter Mann ist. Dass sich Zawahiri in Marka aufhält ist bekannt, viele Leute haben ihn gesehen aber die meisten fürchten um ihre Sicherheit.“


Ob es sich bei diesen Aussagen um frei erfundene Informationen handelt oder ob eventuell eine Verwechslung vorliegt kann nicht bestätigt werden. Fest steht es gibt seit Wochen Gerüchte aus Somalia die besagen „wichtige arabische Personen“ seien unter dem Schutz der Shabaab Organisation ins Land gekommen und würden als ehrenvolle Gäste behandelt. Sollte sich Ayman al Zawahiri tatsächlich am Horn von Afrika aufhalten stellt sich unweigerlich die Frage wie er in diese Region der Welt reisen konnte unter den wachen Augen der CIA und etlicher weiterer Geheimdienste die die Al Qaida Führung ganz oben auf ihrer „Most-Wanted-Liste“ führen. Weiterhin vermuten die westlichen Nachrichtendienste den ägyptischen Chefideologen des Netzwerkes in der Grenzregion zwischen Afghanistan und Pakistan. Anders als Osama Bin Laden soll Zawahiri aber ständig in Bewegung sein, ranghohen Taliban-Führern Besuche abstatten und teilweise sogar Treffen zwischen verschiedenen islamistischen Gruppen organisieren. Seine Handlungsfähigkeit scheint wohl weniger eingeschränkt zu sein als die des meistgesuchten Mannes der Welt. Somalia scheint dennoch ein extrem weitgestecktes Ziel zu sein für jemand der keine offiziellen internationalen Verkehrmittel benutzen kann. Eine Möglichkeit drängt sich auf die beinahe an eine Verschwörungstheorie grenzt. Jemens Präsident Saleh soll im Januar einen Deal mit Islamisten eingegangen sein um seine politischen Gegner im Land zu bekämpfen, vorangegangen sein soll ein Briefwechsel mit Zawahiri und dem anschließenden Zugeständnis der Zusammenarbeit. Seit Jahren ist der Jemen der Hauptlieferant für Waffen nach Somalia, es besteht ein reger Handel zwischen beiden Ländern. Wäre also denkbar dass Ayman al Zawahiri über jemenitische Kontakte nach Nordostafrika reisen konnte. In jüngsten Tonband- und Videobotschaften des Al Qaida Führers erwähnte dieser immer wieder Somalia, beschwor die Errichtung eines islamischen Kalifats in Afrika und betonte ganz direkt man führe den Dschihad von Mogadischu bis Kabul.

Dass es Verbindungen zwischen Al Qaida und den somalischen Islamisten gibt ist weitläufig bekannt, erst jüngst bestätigte ein Kommandeur der Shabaab es gebe natürlich ausländische, vor allem arabische Kämpfer in den Reihen der Miliz.

In den USA sind Ermittler gerade dabei ein Rekrutierungsnetzwerk radikaler Islamisten aufzudecken die seit Jahren junge Somalis aus der Region Minnesota und Minneapolis in das Bürgerkriegsland schleusen und dort zu Selbstmordattentätern ausbilden. Mehrere dutzend junger Immigranten seien in den vergangenen 24 Monaten über Europa und Nordafrika nach Somalia gereist und hätten sich dort den „Islamischen Gerichten“ und ihrer militärischen Einheit, der Shabaab, angeschlossen. Treibende Kraft hinter diesem Dschihad-Tourismus war wohl auch der Krieg und die anschließende Besetzung ihres Heimatlandes durch äthiopische Truppen, was in der islamistische Szene als Massaker, Kriegsverbrecher und Kampf zwischen Christentum und Islam dargestellt wurde.

Sunday, March 1, 2009

Dschihad News III


Pakistan/Süd-Waziristan


Nadelstiche –der große Erfolg bleibt aus



Acht Tote, neun Verletzte – das ist die Bilanz des jüngsten Drohnenangriffs der USA im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet am 01.März 2009. Diesmal traf es Hebat Khan, ein kleines Dorf in der Sararogha Region von Süd-Waziristan. Erstmals in den Medien bekannt wurde dieser Teil der Stammesgebiet im Januar 2008 als bei einem massiven Angriff islamistischer Kämpfer ein Außenposten der pakistanischen Armee überrannt wurde. Die knapp 400 Mann starke Einheit aus afghanischen, pakistanischen und ausländischen Mujaheddin tötete sieben pakistanische Soldaten und nahm 15 weitere als Geiseln.

Rund um Sararogha liegen die Trainingslager von Baitullah Mehsud, Pakistans gefürchtetstem Taliban-Führer und Al Qaida Alliierten. Der medienscheue Hardliner hat jüngst seine Einflusszone in den Stammesgebieten durch Abmachungen mit rivalisierenden Kriegsfürsten vergrößert und sich zu einer gemeinsamen Allianz mit anderen Taliban-Kommandeuren zusammengeschlossen.

Ob der amerikanische Luftschlag letzten Sonntag Mehsud persönlich galt oder ob gezielt ausländische Islamisten die sich in der Region aufhalten getroffen werden sollten kann noch nicht gesagt werden. Definitiv befinden sich unter den Toten des Predator-Angriffs mindestens fünf sogenannte „foreign fighters“, vor allem Usbeken aber auch Araber sollen es gewesen sein. Sie alle befanden sich zur Zeit als die Hellfire-Raketen einschlugen in einem Gebäude außerhalb des Dorfes. Im Februar 2009 hatte die US Kampfdrohnen zum ersten Mal in Baitullah Mehsuds Herrschaftsgebiet zugeschlagen, anscheinend versucht man von Seiten des Pentagons den Job zu übernehmen den man die Jahre zuvor dem pakistanischen Militär überlassen hatte.


Ägypten


Vorzeichen am Nil?




1,5kg war sie schwer, das meiste davon Metallsplitter und Nägel als Ummantelung für den explosiven Kern aus Schwarzpulver.

Die Bombe war verhältnismäßig klein, ihre Wirkung trotzdem tödlich. Eine 17 Jahre alte Französin starb an den Verletzungen, sie war mit ihren Klassenkameraden kaum 2m vom Sprengsatz entfernt gewesen als dieser zwischen Tischen und Stühlen am beliebten Touristenbazar Khan el Khalili explodierte. Mehrere ausländische Touristen kamen mit Verletzungen davon, darunter auch ein Deutscher.

Es war das erste Mal seit fast zwei Jahren dass Kairo wieder Schauplatz eines Anschlages wurde und diesmal traf es deutlich mehr Touristen als in den Jahren zuvor. Ägyptische Behörden teilten schon kurz nach dem Attentat mit es sei kein Werk des Al Qaida Netzwerkes sondern eine kleine islamistische Zelle bestehend aus mehreren Männern und auch Frauen sei verantwortlich, die auch gleich schon verhaftet und verhört wurden.

In Ägypten selbst spekuliert man allerdings dass der relativ glimpflich verlaufende Anschlag von Mubaraks Geheimdienst ausgeführt worden sein könnte, denn der ägyptische Präsident könne im Moment eine derartige Situation gebrauchen um ein umstrittenes Anti-Terror-Gesetz zu verabschieden das den Sicherheitskräften weitere Vollmachten verleihen soll.

Niemand befürchtet dass die ägyptische Tourismusbranche ernsthaft Schaden durch diesen Mini-Anschlag erleiden könnte. Ausländische Gäste sind die Lebensader der arabischen Supermacht und besonders der Millionenmetropole Kairo. Wie weit die islamistische Szene im Untergrund aktiv ist und tatsächlich eine neue Terrorwelle wie in den 1990er Jahren starten könnte lässt sich aus diesem Ereignis jedenfalls nicht ablesen. Ohne Zweifel gewinnen durch den Irakkrieg, besonders durch Gaza und durch die allgemeine politische Lage im Land, die radikalen, gewaltbereiten Elemente der Muslimbruderschaft und die letzten Kräfte des ägyptischen Al Dschihad an neuer Stärke.

Mubaraks Geheimdienste halten den Staat am Nil aber noch zu fest im Griff als dass man wirklich von einer imminenten islamistischen Gefahr ausgehen kann. Spontane, von Hinterhofpredigern oder sogar nur von Fernsehsendern angeheizte Stimmungsausbrüche fanden häufig in den letzten Jahren statt, Wut und Frustration junger Ägypter entlieht sich, oft gegen Ausländer, häufig aber auch gegen ägyptische Christen und andere Minderheiten sowie Immigranten.

Die Lage bleibt spannend, von Kairo bis Sinai findet der Fundamentalismus ein gewaltiges Potential.

Somalia


„…ihr werdet unsere Hölle erleben!“





Nur einen Tag nachdem 34 Minister als Teil der neuen somalischen Regierung unter Führung von Präsident Sharif vereidigt wurden, schlugen die Islamisten der oppositionellen Rebellenbewegung der Shabaab in Somalias Hauptstadt Mogadischu zu. Ziel des Doppel-Selbstmordanschlags am 22.Februar 2009 waren burundische AU (African Union)-Truppen die im Zuge der Friedensmission der UN in Somalia stationiert wurden. 11 Soldaten rissen die beiden Attentäter bei den Angriffen mit in den Tod, 15 weitere wurden verletzt. Wenige Stunden später bekannten sich über ihren offiziellen Sprecher Abu Mansur die Shabaab-Milizen zu den „Märtyreroperationen“ in der Hauptstadt. „Geht nach Hause oder ihr werdet unsere Hölle erleben!“, so der Islamisten-Sprecher gegenüber Reportern am Telefon.

Schon zum zweiten Mal seit Februarbeginn attackierten die Shabaab ausländische UN-Truppen, die mit einem 3,500 Mann starken Kontingent in Mogadischu stationiert sind. Ziel diesmal war die Militärbasis der Burundis im Südosten der Stadt. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich mit einem Sprengstoffgürtel im Camp selbst in die Luft, ein weiterer detonierte sich mit einer Autobombe. Im Internet veröffentlichten die „Shabelle Mediennetzwerke“, der mediale Flügel der Shabaab-Islamisten Fotos der Attentäter und ein Bekennerschreiben.










Kuwait


Im Schatten der Öltürme


Obaid Mubarak, Abdullah Mustafa, Saleh Suleiman, Khalid Ibrahim, Hassan Al Shaan, Ahmed Al Farhud, Osama Al Shahri, Walid Ali – diese Namen beschäftigen derzeit die Sicherheitsbehörden in den Ölemiraten und Königreichen am arabischen Golf. Die kuwaitische Tageszeitung Al Shahid berichtete am 27.Februar 2009 dass die Staatssicherheitsorgane des Emirats einen Mann festgenommen hätten, der als Mitglied und Gründer einer neuen islamistischen Terrorgruppe identifiziert wurde, und bei den Verhören eben jene Namen von Gruppenmitgliedern nannte.

Fünf Kuwaitis, zwei lokale Beduinen, ein Araber aus einem nicht genannten Golfstaat und ein Iraker seien die Gründer der „New Jihad Group“. Laut Aussage des festgenommenen Islamisten arbeite die Gruppe als eine Art Agentur oder Rekrutierungsbüro für Al Qaida. Ihre Aufgabe sei es Araber in den Golfstaaten zu rekrutieren und Zellen aufzubauen, außerdem seien sie verantwortlich dafür Freiwillige auszuwählen die dann in kleinen Gruppen nach Afghanistan und Pakistan geschleust werden um dort ausgebildet zu werden oder direkt am Kampf gegen die westlichen Besatzungstruppen teilzunehmen. Erst im Spätsommer 2008 habe die „New Jihad Group“ 21 Beduinen aus Kuwait rekrutiert und in Richtung Afghanistan geschickt. Gefälschte Pässe seien der Grund weshalb die Mitglieder des Netzwerkes ungehindert zwischen den arabischen Staaten hin- und herreisen und letztendlich auch die Reise ins pakistanisch-afghanische Grenzegebiet meistern können.



Internet


Goethe, Schiller, Zarqawi – Deutsch über den Tod hinaus




Mit erstaunlicher Häufigkeit erscheinen mittlerweile auf islamistischen Websites Videos, Audiodateien und Texte in deutscher Sprache. Die seit Anfang des Jahres erscheinenden As Sahab Videos von „Abu Talha dem Deutschen“ zeigen dass es inzwischen in den Reihen der Al Qaida eine nicht zu unterschätzende Zahl deutscher Staatsbürger und sogar deutscher Konvertiten befinden.

Nicht nur neues Videomaterial auf denen deutschsprachige Islamisten zu sehen sind, sondern auch neu bearbeitetes, älteres Material veröffentlichen Dschihadis seit einigen Monaten immer häufiger. Warum die Übersetzungen von teilweise monate- oder sogar jahrealten Videos gerade jetzt stattfindet kann unterschiedliche Gründe haben. Anscheinend hat die islamistische Propaganda in der BRD einige Früchte getragen die Al Qaida & Co. veranlassen nun verstärkt deutsche Muslime zu rekrutieren. Ganz nebenbei kann man so einem breiteren deutschen Publikum die gewünschten Botschaften übermitteln, da die Drohvideos meistens sehr rasch von den Medien aufgenommen werden.

Jüngste Beispiele für den verstärkten Gebrauch deutscher Untertitel in Dschihad-Videos sind die bearbeiteten Versionen zweier Zarqawi-Videos aus dem Jahre 2004. Sowohl das Video welches Nicholas Berg, die erste westliche Geisel die im Irak vom Führer der Al Qaida im Zweistromland Abu Mussab al Zarqawi im Mai 2004 vor laufender Kamera getötet wurde, zeigt, als auch die die Aufnahmen von Eugene Armstrong, der am 20.September 2004 ebenfalls von al Zarqawi geköpft wurde, erschienen heute als neu aufgelegte Versionen mit englischem und deutschem Untertitel. Produziert wurden beide vom „Al Ansar Medien Battallion“, einem Zusammenschluss Informatikbegeisterter Internet-Dschihadis die sich auf die Übersetzung und Bearbeitung von Islamistenvideos spezialisiert haben und eine feste Größe in der Internetszene darstellen.

(ein ausführlicher Bericht zur Entwicklung der Dschihad-Videos folgt in Kürze)