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Sunday, May 2, 2010

Und plötzlich ist der Hindukusch ganz nah...


Es kam schnell, es kam überraschend unprofessionell und unpräzise. Aber die Botschaft ist eindeutig. Angeblich übernehmen die pakistanischen Tehrik e-Taliban in einem Bekennervideo die Verantwortung für den gescheiterten Autobomben-Anschlag vom New Yorker Times Square.



Ihr Sprecher und Chef-Trainer der Selbstmordattentäter, Qari Hussain Mehsud, der Cousin des im vergangenen Spät-Sommer getöteten Baitullah Mehsud, erklärte das Attentat (was keines war) sei die Rache für den Mord an Baitullah Mehsud und den irakischen al-Qaida Führern.



Mehr in Kürze...

Saturday, March 20, 2010

Taliban zeigen erstmals neuartige Sprengfalle


Z
unächst waren sie das Patent der libanesischen Hisbollah gegen israelische Panzer, dann tauchten sie ab 2005 vermehrt im Irak auf und zerfetzten dort Humvees und Truppentransporter der US-Armee, jetzt sind sie die tödlichste Waffe der Taliban im Kampf gegen die NATO in Afghanistan: EFPs.



EFP ist der Fachbegriff für eine neuartige Form von Sprengfalle, die speziell konzipiert wurde um dickste Panzerungen zu durchdringen. "Explosively Formed Projectile", wie die Bomben heißen, sind grob gesagt Röhren, die mit Sprengstoff gefüllt und mit einer Kupfer- oder Stahlplatte verschweißt werden. Sie werden in Richtung des Zieles, meist am Straßenrand vergraben oder platziert und per Fernzündung gezündet.
Durch die Explosion des Sprengstoffes entsteht im Bruchteil einer Sekunde ein gewaltiger Druck afu die aufgeschweißte Metallplatte, die durch die Druckwelle verformt wird und wie ein Geschoss in Richtung Ziel schießt.
Trifft diese Hütchenförmige Platte auf ein gepanzertes Militärfahrzeug durchschlägt sie diese mühelos und richtet im Inneren des Fahrzeugs gewaltigen Schaden an.


Im Irak beobachteten US-Truppen, wie EFPs selbst die Panzerung von M1A2 Abrams Panzern durchschlugen wie Butter. Humvees wurden von den recht primitiven aber wirkungsvollen Geschoss-IEDs regelrecht zerfetzt.


Die Vermutung der US-Geheimdienste lag nahe, dass diese neuartigen IEDs nicht in den Hinterhöfen von Falludscha oder Bagdad entstanden sondern aus militärischen Werkstätten beispielsweise im Iran oder Syrien stammten.
Tatsächlich gelang es der CIA wohl Waffentransporte aus dem Iran in den Irak abzufangen, die massenhaft vorgefertigte EFP-Bomben enthielten.

Dass die EFPs nun in Afghanistan immer häufiger zum Einsatz kommen belegt jedoch nicht dass die Mullahs von Teheran ihre Finger im Spiel haben und die schiiten-hassenden Taliban mit Waffen versorgen. Längst ist die Technik der EFPs bei verschiedenen Rebellen- und Terrorgruppen angelangt und die Sprengsätze können in Heimarbeit gebaut werden.



Inzwischen ist davon auszugehen dass die Bombenbauer der Taliban ihr Handwerk hauptsächlich von arabischen al-Qaida Kadern erlernen, die sich im pakistanischen Stammesgebiet niedergelassen haben. Wie in Dschihad-Internetforen zu lesen ist, glorifiziert al-Qaida selbst ihre Bombenexperten, wie den ägyptischer Abu Khabab al Misri oder jüngst den Jemeniten Ghazwan al Hussami, der vor gut einer Woche in Nord-Waziristan durch eine US-Drohne getötet wurde.
Nicht wenige der IED-Experten aus dem Nahen Osten dürften ihr Handwerk wiederum im Irak erlernt haben und so auch das Knowhow über EFPs und deren Schlagkraft an den Hindukusch exportiert haben.

Für die NATO bedeuten die neuen Sprengfallen ein zusätzliches Risiko, das sich nicht nur höhere Panzerung umgehen lässt. Fahrzeuge sind alleine schon aufgrund ihres Gewichtes an ein bestimmtes Panzerungs-Limit gebunden, die Durchschlagkraft der EFPs übersteigt dieses jedoch bei weitem. Die einzige Hoffnung bleiben Minensuchgeräte, sogenannte "IED-jammers", also elektronische Geräte die alle Funksignale in der Umgebung verhindern und so eine Fernzündung per Handy oder Funkgerät unmöglich machen sollen.

Thursday, March 18, 2010

Der Horror eines Taliban-Hinterhalts


G
efilmt aus mehreren Winkeln präsentieren die afghanischen Taliban in einem neuen Propagandavideo den ganzen Horror eines Hinterhalts im asymmetrischen Krieg.
Der erste Humvee eines US-Konvois entgeht den Bomben und Panzerfäusten der islamistischen Kämpfer, ein zweiter wird durch eine versteckte Sprengfall auf das Dach geworfen und brennt aus.
Offenbar stirbt ein US-Soldat bei dem Anschlag, seine Leiche wird von den Taliban propagandagerecht präsentiert.


Sunday, February 14, 2010

Taliban-Video zeigt verschleppte französische Journalisten


Zwei französische Journalisten des TV-Senders France-3 erschienen knapp zwei Monate nach ihrer Verschleppung 130km nordöstlich von Kabul in einem Propagandavideo der Taliban.
Die beiden, deren Namen laut französischer Regierung geheim bleiben sollen, appellieren an Präsident Sarkozy die Verhandlungen mit den Islamisten fortzusetzen.


Eine der beiden Geisel erklärte vor der Kamera der Taliban, es gehe ihm gut und er sowie sein Kollege und der afghanische Fahrer und Dolmetscher sie würden gut behandelt.
Wörtlich sprach einer der Enführten direkt Nicolas Sarkozy an und sagte er bestehe darauf dass sich der Präsident dafür einsetze, dass die Verhandlungen über ihre Freilassung so schnell wie möglich zu Stande kommen.


Interessanterweise hieß es, sie seien würden nun bereits seit drei Wochen ohne Informationen über Verhandlungen zwischen Paris und den Islamisten festgehalten.
Wann das Video aufgenommen wurde ist unklar. Beide Journalisten werken gesund, beide bestätigen sie würden von den Taliban gut behandelt und es gehe ihnen den Umständen entsprechend gut.



Die Pariser Regierung hatte eine Informationssperre über den Fall der beiden Geiseln verhängt. Frankreichs Journalistenverbände reagierten empört und erklärten ihre verschleppten Kollegen wären lediglich ihrer Arbeit nachgegangen und dürften nicht wie Aussätzige oder Abenteurer behandelt werden. Das Schweigen der Regierung Sarkozy über die Entführung, die am 30.Dezember 2009 stattfand nütze niemandem.

Friday, December 25, 2009

Taliban veröffentliches neues Video von Bowe Bergdahl


Die afghanischen Taliban haben über ihren Medienarm ein neues Geiselvideo des im Sommer entführten US Soldaten Bowe Robert Bergdahl veröffentlichen lassen. Das Band wurde an zwei Nachrichtenagenturen weitergegeben.


Ich besitze die Aufnahme in voller Länge, die den in der Paktika Provinz Ost-Afghanistans entführten Bergdahl in Kampfmontur, mit Sonnenbrille und Helm zeigt. Er nennt Afghanistan das "neue Vietnam der USA" und zählt propagandagerecht die Verbrechen der US Aussenpolitik auf.

Tuesday, August 25, 2009

Die Grausamkeiten nehmen neue Formen an...


Ein neues Video aus dem pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan zeigt eine neue, menschenverachtende Form der Hinrichtung, praktiziert bei den pakistanischen Taliban.

Zwei angebliche Spione geben vor laufender Kamerade ihre Geständnisse ab, Informationen an die USA verraten zu haben und so für Drohnenangriffe verantwortlich zu sein. Wie üblich in den Sharia bestimmten Stammesgebieten an der afghanischen Grenze werden die beiden verängstigten Pakistanis von den Taliban zum Tode verurteilt.
Die Islamisten verbinden ihren Opfern die Augen, umwickeln ihren Hals und Oberkörper mit einem Sprengdraht wie er u.a. im Bergbau verwendet wird.

In der nächsten Sequenz des 15minütigen Videos sieht man nach einander die beiden vermeintlichen US-Agenten am Rand irgendeiner Straße, am hellichten Tag. Anders als bisher üblich werden sie nicht von den selbsternannten Gotteskriegern geköpft oder per Kopfschuss exekutiert sondern sterben durch die Fernzündung der Sprengsätze an ihren Körpern.
Die Leiber der beiden Männer zerfetzen, einer wird offensichtlich durch die Explosion geköpft.

Gefilmt worden soll das ganze im am 27.Juli diesen Jahres.

Thursday, August 13, 2009

Zahlen und blutige Realität


199 britische Soldaten ließen seit Beginn des Afghanistaneinsatzes 2001 am Hindukusch ihr Leben. Ingesamt sind derzeit 8300 Soldaten der British Royal Army zwischen Helmand und Kabul stationiert, in einer der gefährlichsten Gegenden der Welt.

Gerade Helmand, wo heute drei weitere Briten durch eine Sprengfalle nahe der Stadt Sangin starben, ist das wohl heißeste Pflaster Afghanistans. Mehr als 70% der weltweiten Opiumproduktion stammen aus dieser Region, in der Wüste schlagen britische Truppen die heftigsten Gefechte seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Täglich kommt es zu Raketenangriffen der Taliban, Straßen sind verseucht mit IEDs und immer wieder geraden Patrouillen in Hinterhalte - all das macht den Wiederaufbau unmöglich, zwingt afghanische Bauern in den Mohnanbau und lässt die Taliban weite Gebiete zurückerobern und dort Mini-Emirate zu errichten in denen die Sharia gilt, Steuern an die Gotteskrieger gezahlt werden und in Lehmbastionen die neue Generation lokaler Mujaheddin rekrutiert wird.

Großbritannien steht kurz vor 200 Toten im Abenteuer Afghanistan. Die einstige Kolonialmacht in diesem Teil Asiens wird nicht vernichtend geschlagen sondern holt sich eine schmerzende, blutende Nase an einem Ort von dem die Geschichte lehrt dass er der "Friedhof der Weltreiche" ist.

Sunday, July 19, 2009

Taliban-Video zeigt entführten US Soldaten


Zum ersten Mal seit Jahren erschien heute in einem Video ein entführter US Soldat.

Die Taliban des Haqqani-Netzwerkes filmten den kahl rasierten 23jährigen aus Idaho und interviewen in eine halbe Stunde lang vor laufender Kamera.



Der Gefangene beantwortet fragen über die Gründe seines Afghanistan-Einsatzes, was die US Regierung als Strategie bezüglich ziviler Opfer, Folter und der Drogenpolitik fährt aber auch über sein Privatleben, seine Familie, seine Pläne, Wünsche und Hoffnungen.
Es gehe ihm gut sagt der sichtlich eingeschüchterte Amerikaner, er halte die Taliban für ganz normale Freiheitskämpfer genau wie es die Amerikaner in ihrem Unabhängigkeitskrieg waren. Man behandle ihn gut und er glaube die Verluste der US Armee in Afghanistan seien höher als es die US Regierung angebe.

Seine Botschaft an die Administration Obama sei: "Alle Truppen aus Afghanistan abzuziehen". Die Aufgabe der Regierung sei es sich um die Bedürfnisse der US Bürger zu kümmern, und diese liegen nicht in Afghanistan.
An seine amerikanische Mitbürger richtet der Gefangene die Bitte: "Bitte bringt uns nach Hause. Wir verschwenden unsere Zeit und unsere Leben...Das amerikanische Volk hat die Macht uns heim zu bringen."

Das Video wurde am 14.Juli 2009 aufgenommen und laut Aussage der Geisel seien die Taliban in der Region in der er gefangen gehalten werde in der Lage sich frei zu bewegen, es gebe keine Kontrolle des amerikanischen Militärs oder der afghanischen Armee.
Eine Version mit höherer Bild- und Tonqualität werde demnächst veröffentlicht.