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Sunday, August 8, 2010

Das Medienwerkzeug "Leid"


Es ist selten geworden, dass Titelblätter mediale Wellen schlagen, schockieren und für weltweites Entsetzen sorgen. Zuviel Leid, zuviel Elend, Mord und Totschlag hat sich in die internationale Presse inzwischen eingenistet, als dass Kriegsbilder beispielsweise aus Afghanistan noch großartig Bestürzung hervorrufen.

Aisha beweist das Gegenteil. Die schöne 18jährige Afghanin aus der Provinz Uruzgan zierte das Titelblatt der vorletzten Ausgabe des "TIME Magazine" und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Mehr das Bild, als die bewegende Geschichte des Mädchens erregt dabei die Gemüter. Was Aisha geschah, wird auf den ersten Blick klar: Ihr wurden die Nase und die Ohren abgeschnitten.

Das Mädchen musste büßen, für ein Verbrechen dass ihr Onkel an der Familie eines Taliban-Klanchefs beging. Weil der Onkel einen Verwandten des Taliban-Führers ermordet hatte, musste Aishas Vater zwei Mädchen an dessen Familie abgeben.
Vor sechs Jahren, im Alter von 12, wechselten Aisha und ihre jüngere Schwester die Familie. Sie wurde sobald sie in die Pubertät kam, mit einem Taliban-Kämpfer verheiratet, erlitt schwere häusliche Gewalt und Misshandlung. Wie eine Sklavin hielt die Familie des islamistische Kämpfers das junge Mädchen, während ihr Ehemann sich vor den NATO-Truppen verstecken musste.

Aisha floh, als sie die Schläge nicht mehr ertrug, doch ihr Gatte spürte sie in der Metropole Kandahar wieder auf. An einem einsamen Berghang in Uruzgan schnitt er ihr die Nase und die Ohren ab, ließ sie blutend am Boden liegen. Er übte Rache für die Verletzung seiner Ehre. Ein Mann verliert seien Nase, sagen die Pashtunen, sobald ihn eine Frau öffentlich demütigt. Dieses Sprichwort verkehrte Aishas Ehemann in blutige Realität und verstümmelte die junge Frau.

In einem Krankenhaus von "Women for Afghan Women" in der afghanischen Hauptstadt Kabul, wurde Aisha behandelt und versorgt. Die Entwicklungshelfer und Mediziner kümmerten sich um die verstümmelte Schönheit aus Uruzgan und versprachen ihr Schutz.
Eine südafrikanische Fotografin spürte Aisha auf und überredete das Mädchen zu einem einstündigen Fotoshooting in Kabul. Das Ergebnis der fotografischen Arbeit prangte an tausenden Zeitschriftenständen vom Cover der 01.August-Ausgabe der "TIME".
"Was passiert, wenn wir aus Afghanistan abziehen" - so die Überschrift der Titelstory von Aryn Baker, bewusst ohne Fragezeichen gewählt.

Die Autorin will schocken. Sie will in Zeiten, in denen das militärische Engagement in Afghanistan auf beiden Seiten des Atlantik kaum noch Zuspruch erhält, den Menschen ins Bewusstsein rufen, welch unfassbar grausame Realität auf Afghanistans Mädchen und Frauen wartet, sollten die NATO-Truppen das Land überstürzt verlassen.
Der menschenverachtende Terror, so die Botschaft der "TIME", würde dann unkontrolliert wüten wie ein Buschfeuer, die schwächten Mitglieder der afghanischen Gesellschaft würden endgültig in ein erbarmungsloses Loch aus Gewalt, Misshandlung, Sklaverei und Tod abrutschen.

Damit Aishas Schicksal möglichst vielen Afghaninnen erspart bleibe, müsse die Staatengemeinschaft ihrer Verpflichtung zum humanitären Einsatz am Hindukusch treu bleiben, so Baker. Das Portrait der verstümmelten 18jährigen soll sich einbrennen in das Gedächtnis all jener Zweifler, die Afghanistan längst aufgegeben haben, und den Terror und die Intentionen der Taliban als noblen Widerstandskampf verharmlosen.

Wie zu erwarten dauerte es nicht lange, und die Taliban äußersten sich zum TIME-Titelblatt. Die Geschichte von Aisha sei "fabriziert" und "Propaganda", um von der militärischen Niederlage des Westens in Afghanistan abzulenken, behaupten die Islamisten. Die Afghanin sei unmöglich Opfer der Sharia-Rechtssprechung und auch nicht von Taliban verstümmelt worden. Man verurteile das "barbarischen, unmenschlichen und unislamischen Verbrechen" an Aisha, so die Taliban. Die Sharia-Rechtssprechung, basierend auf Koran und den Ahadith des Propheten Muhammad, verbiete das Abschneiden von Ohren und Nasen Toten wie Lebender.

"Wir sympathisieren mit unserer Schwester Aisha und erklären diese erschreckende Tat ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen das Sharia-Recht", heißt es in der Darstellung der afghanischen Taliban.

Was folgt ist die Auflistung von angeblichen statistischen Fakten zur Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den USA und Großbritannien, sowie die Behauptung in den Reihen des US-Militärs würden 30% aller Soldatinnen vergewaltigt.

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Mehr noch als ein Weckruf für die Gegner des Afghanistan-Einsatzes der NATO, ist Aishas erschütterndes Portrait eine Bestandsaufnahme des Krieges im Jahr 2010. Aisha repräsentierte das alte und das neue Afghanistan. Ihr entstelltes Gesicht spiegelt den Gewaltexzess, die Menschenverachtung und die Hoffnungslosigkeit wieder, die seit Jahrzehnten Alltag für das afghanische Volk ist. Leid, wie es auch NATO-Bomben und Anti-Terror-Einsätze über die Zivilbevölkerung bringt, soll durch Leid, verübt von der Gegenseite, gerechtfertigt werden. Nichts anderes trägt die rationale Analyse der TIME Titelblatt-Wahl hervor.
Wenn wir gehen, so will die Autorin Baker vermitteln, geschieht DAS tausendfach. Aber ist es nicht Fakt, dass genau DAS in Zeiten des NATO-Einsatzes geschah, während der westlichen Besatzung? Wird DAS nicht heute, neun Jahre nach Beginn von ISAF, tausendfach an afghanischen Frauen verübt? Welcher Maßstab gilt für Erfolg und Niederlage in einer friedensschaffenden Mission?

Das Mädchen ohne Nase ist zum Sinnbild für Afghanistans Frauenverachtung, für die Brutalität der Taliban und die Grausamkeit der Dorf-Traditionen geworden, nicht aber zu einem rationalen Argument für die Fortsetzung eines Krieges, der täglich Menschenleben kostet. Das Portrait weckt Emotionen, die den Gedanken an dringend benötigte Alternativen zum militärischen Einsatz ersticken. Journalismus ist damit zur steuernden Kraft geworden, zu einem Werkzeug, das Leid verhindern will, zum Preis neues zu erzeugen.

Friday, April 2, 2010

Warnung? Befehl? Zufall? - Drei Bundeswehrsoldaten sterben bei Gefecht mit Taliban


Rückblickend wirkt es wie eine Prophezeiung: am Tag nachdem al-Qaidas Medienschmiede As-Sahab ein Propagandavideo veröffentlichte, in dem die Zerstörung eines deutschen Bundeswehrfahrzeuges durch eine Sprengfalle im nordafghanischen Kunduz zu sehen sein soll, griff eine Hundertschaft der Taliban am Karfreitag einen Konvoi der Bundeswehr an. Drei deutsche Soldaten starben und mindestens fünf weitere wurden bei den schwersten Gefechten seit Beginn des ISAF-Einsatzes der Bundeswehr verletzt.


Ausschnitt aus al-Qaida Propagandavideo "Zerstörung eines Militärfahrzeuges der deutschen Truppen in der Provinz Kunduz"

Gestern überraschte das Terrornetzwerk al-Qaida mit einem knapp zweiminütigen Video, das angeblich einen IED-Anschlag auf ein Fahrzeug der deutschen Truppen in der Provinz Kunduz zeigen soll.
Von Seiten des Bundesverteidigungsministeriums hieß es dazu, der Propagandafilm zeige auf keinen Fall einen Anschlag auf ein deutsches Militärfahrzeug des Typs "Dingo". Deutsche "Dingos" verfügen laut Bundeswehr, über eine andere Lackierung.
Auszuschließen sei allerdings nicht dass es sich um ein Fahrzeug einer anderen ISAF-Nation, beispielsweise Tschechien oder Belgien, handeln könnte, das tatsächlich in Afghanistan Opfer einer Sprengfalle wurde.

Warum al-Qaidas Medienabteilung ausgerechnet der deutschen Armee ein eigenes Anschlags-Video widmete bleibt fraglich. Zweifelsfrei wurde es derart visuell aufgearbeitet, z.B. durch ein Standbild deutscher Soldaten die den Sarg eines getöteten Soldaten tragen, dass der Adressat Deutschland zweifelsfrei auszumachen ist. Gefilmt worden sein soll der Anschlag aber nicht vor kurzem sondern bereits im Islamischen Jahr 1430 Hijra sprich 2009.

Als wolle man der Drohung Nachdruck verleihen oder die Propagandabotschaft in blutige Taten umsetzen, griffen heute knapp 200 Taliban-Kämpfer einen Konvoi der Bundeswehr im Char Darah-Distrikt von Kunduz an.
Der Hinterhalt begann nach Angaben eines Bundeswehrsprechers gegen 11:30 Uhr deutscher Zeit und dauerte mehrere Stunden. Nach Angaben des Provinzgoverneurs war die deutsche Militäreinheit ausgerückt um ein Brückenbauprojekt zu überwachen und eine Minenräumung vorzunehmen.


Dabei seien die Soldaten aus mehreren Richtungen von Taliban-Kämpfern beschossen worden. Als sich der Konvoi zurückziehen wollte, fuhr ein Fahrzeug, nach Agenturmeldungen wahrscheinlich ein "Dingo" auf eine versteckte Sprengfalle auf. Insgesamt drei Soldaten kamen ums Leben, fünf weitere wurden schwerverletzt in die Bundeswehrlager nach Kunduz und Mazar i-Sharif abtransportiert.

Afghanische Quellen berichten es seien lediglich zwei oder drei Taliban getötet worden, einer der örtlichen Rebellenkommandeure, Mullah Habib habe den Angriff angeführt und sei verwundet worden.

Saturday, March 27, 2010

Geheime CIA-Analyse: Deutschland und Frankreich müssen zu verstärktem Afghanistan-Engagement gedrängt werden


Die Analyse ist simpel wie brisant: laut CIA bedarf es im Fall von Deutschland und Frankreich verstärkter Propagandamaßnahmen um die Beteiligung der beiden europäischen Staaten am Afghanistan-Engagement aufrecht zu erhalten.


In einem geheimen CIA-Bericht heißt es, Deutschlands Bevölkerung sehe den Afghanistan-Einsatz der NATO als Verschwendung von Resourcen und als sinnlos an. Die Stimmung im Volk sei spätestens seit dem Kunduz-Luftangriff vom September 2009 negativ bezüglich Afghanistan. Kanzlerin Merkel sei nicht willens verstärkt in Afghanistan aktiv zu werden, auch mit Blick auf die kommende Nordrhein-Westfalen-Wahl.

Die westeuropäische Unterstützung für ISAF sei trotz des afghanischen Optimismus bezüglich der Lage Afghanistans, nur mit verstärktem Einsatz von Barak Obama und der Betonung der Rolle der Frauen zu gewährleisten.

Friday, March 19, 2010

Im südafghanischen Marjah fliegen die "Seeadler"


Ein kleiner Nachtrag zum WELT Online Beitrag aus dem Dezember 2009:

Jüngst filmte ein CNN-Kamerateam in der umkämpften Ortschaft Marjah im südafghanischen Helmand, das vor kurzem durch ISAF-Streitkräfte der US-Armee eingenommen wurde und derzeit als gesichert gilt. In einer kurzen Sequenz der Filmaufnahmen waren erstmals die neuen Fluggeräte des Pentagon zu sehen, die im vergangenen Jahr nach Afghansistan entsandt wurden und der Truppe als Transportmaschinen dienen.

Der "MV-22 Osprey" (deutsch "Seealder") ist ein Hybrid aus Transportflugzeug und Hubschrauber, mit drehbaren Doppelrotor. Laut US-Armee liegen die Vorteile im Einsatz dieses neuartigen Flugobjektes in dessen Geschwindigkeit und der größeren Reichweite als sie beispielsweise die doppelrotorigen "Chinook-Transporthubschauber" verfügen.

Monday, February 8, 2010

Einzig der Feind fehlt... - Helmand Offensive die größte seit 2001


"Ein eiterndes Geschwür" - das ist Marjeh in der Sprache des US-Militärs, eine Hochburg der Taliban mitten in Helmand, der wohl am stärksten umkämpften Provinz Afghanistans.
Die Stadt, eigentlich ein Zusammenschluss mehrerer Dörfer, ist die Heimat von etwa 100.000 Afghanen. Tausende haben die Region bereits verlassen, als sie per Flugblatt von der NATO informiert wurden, dass eine Großoffensive bevorsteht.

Das US-Militär, unterstützt von NATO-Einheiten und afghanischen Soldaten will Marjeh und die umliegenden Dörfer der Kontrolle durch die Islamisten entreißen. "Wir werden die Kontrolle über einen wertvollen Besitz übernehmen, den sie seit einiger Zeit kontrollieren", kündigte der Vize-Kommandeur des US-Stützpunktes Camp Leatherneck, George Amland, bereits vergangene Woche an.
In Marjeh haben die Taliban faktisch die Kontrolle übernommen, richten und walten nach Sharia, stellen das einzige Machtmonopol dar und demütigen damit die Zentralregierung von Kabul.

Um zu beweisen dass im neuen Afghanistan keine Macht neben der Regierung Karzai geduldet wird, soll in Helmand eine "show of force" stattfindet. Im Klartext bedeutet dies: in den kommenden Tagen wird rund um Marjeh die größte Militäroffensive der NATO seit Einmarsch in Afghanistan 2001 starten.
Truppen und Versorgungseinheiten wurden in den letzten Wochen zusammengezogen. Alleine 5,000 der 30,000 zusätzlich nach Afghanistan georderten US-Soldaten wurden in der südlichen Unruheprovinz stationiert um die Battalione der ISAF zu verstärken.

Helmand ist zur Hölle für das internationale Militärbündnis geworden. In keiner Provinz Afghanistans ist die Zahl der Sprengfallen-Anschläge höher, nirgends werden britische und amerikanische Truppen häufiger in Hinterhalte gelockt und angegriffen.
Die Wüsten-Provinz ist durchzogen vom Helmand-Fluss, an dessen Ufern Ortschaften und Dörfer weit verstreut liegen. Schlafmohn ist die Haupteinnahme-Quelle der pashtunischen Bauernfamilien und die gesamte Region ist der wichtigste Produktionsort für den Heroin-Grundstoff.

Was in den Spritzen der Junkies von LA bis Moskau landet, stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von den fruchtbaren Mohnfeldern Helmands. Hier liegt das Problem. Wiederaufbau, landwirtschaftliche Alternativen zum Drogenanbau und ganz allgemeine Entwicklungshilfe ist in Helmand faktisch nicht vorhanden.
Die NATO konzentrierte sich auf militärische Strategien die gewaltige Gegend südlich von Kabul zu sichern, kämpft dabei einen aussichtslosen Abnutzungskrieg gegen islamistische Guerillas, die immer wieder aus dem pakistanischen Belutschistan einsickern.

Den Taliban fällt es durch Schutzgeld-Erpressung und familiäre Strukturen der Pashtunen-Stämme nicht schwer in Helmand eine Bastion des Islamismus zu errichten. Hier findet jene Strategie statt, die Mao einst "der Fisch im Wasser" nannte. Die Islamisten tauchen in den Dörfern Helmands unter, sie legen wöchentlich dutzende Sprengfallen und zermürben die Moral der westlichen Soldaten.
Besonders Großbritanniens Militär leidet in Afghanistans Süden. Hunderte Soldaten der Royal Army starben in Helmand durch die IEDs, tagtägliche Raketen- und Mörserangriffe oder im direkten Gefecht.


Vor zwei Jahren bereits warnten britische Militärs in Helmand und Kandahar würde die NATO an ihre Grenzen stoßen. Die dortigen Gefechte seien die heftigsten seit Amerikas Krieg in Vietnam und für Großbritannien die verlustreichsten seit dem Falklandkrieg.
Frieden in Helmand zu schaffen bedeutet aus Sicht der Anti-Terror-Allianz vor allem eines: Kämpfen. Der Krieg muss, so will es Washington, zum Feind getragen werden. Vereinzelte Patrouillen und "sich im Lager verstecken" soll in der gefährlichsten Provinz Afghanistans Geschichte sein.

Operation "Moshtarak" (Dari für "gemeinsam") soll die Taliban-Herrschaft in Helmand beenden. Anwohner berichten es seien bereits so viele Zivilisten aus der Gegend Richtung Lashkar Gah geflohen dass sich nur noch die turbantragenden Islamisten in Marjeh aufhielten.
Die NATO-Kommandeure erwarten heftige Schlachten und britische Militärs warnten schonmal im voraus, man müsse mit eigenen Verlusten rechnen trotz der tausenden kampfbereiten Truppen.

Schon im Juli und Anfang Dezember 2009 ließ die NATO Offensiven in Helmand durchführen. Mit hunderten Panzern und Hubschraubern wirkten die Militäroperationen wie apokalyptische Endschlachten. Am Ende aber blieb der Feind aus. Auf großen Widerstand stießen die Großoffensiven nie.


Wie zu erwarten zogen sich die Taliban zurück, legten Turban und Kalaschnikow ab, flohen als Zivilisten Richtung Norden oder tauchten einfach in der Bevölkerung Helmands unter. Im Gefecht Mann-gegen-Mann würden die Islamisten innerhalb kurzer Zeit besiegt. Also wählen sie die einfacherer Taktik und bieten keinerlei Angriffsfläche. Sie lassen die NATO ins Leere laufen und attackieren wenige Wochen später wieder mit den versteckten Bomben am Straßenrand oder spontanten Hinterhalten.

Helmands Taliban-Problem ist nicht durch militärische Phyrrus-Siege zu lösen. Der Guerilla-Krieg im Süden Afghanistans ist ein asymmetrisches Abnutzungskrieg gegen den bis heute kein Heilmittel gefunden wurde.
NATO-Soldaten werden sterben. Vielleicht nicht während der Offensive, wohl aber wenige Wochen später. Ob die amerikanischen, britischen und afghanischen Truppen überhaupt Taliban-Kämpfer zu Gesicht bekommen werden ist fraglich.

Fest steht: Das Land am Hindukusch ist mit der jetzigen Zahl westlicher Soldaten nicht zu halten geschweigedenn zu kontrollieren. Was erreicht werden soll, ist die absurde Vorstellung Kabul könne auf dem Land Macht und Stärke demonstrieren, wohlwissentlich dass dort der Kampf lässt verloren ist.

Sunday, January 24, 2010

Lieber Herr Westerwelle...


...in FDP-Manier ging mit Ihnen anscheinend die kapitalistische Heilslehre durch. Ihre Formel lässt sich vereinfacht runterbrechen auf: Die Taliban sind Taliban weil Sie arm sind. Gib ihnen Geld, ein Kartoffelfeld und ein Radio und sie werden die Waffen niederlegen.


Ich möchte an dieser Stelle keine umfassende Analyse dieser primitiv naiven Vorstellung eines Afghanistan-Strategiewechsels durchführen. Angeführt sei hier nur eine alte afghanische Weisheit, die Briten wie Sowjets auf traurige Art und Weise lernen mussten:

"Man kann einen Afghanen mieten, aber man kann ihn niemals kaufen"


Sunday, December 13, 2009

Der geheime ISAF-Bericht zu Kunduz


Ich bin noch nicht dazu gekommen den kompletten ISAF-Bericht zum Luftangriff von Kunduz zu lesen, kann aber bereits jetzt sagen, dass das geheime Dokument ("nur für den Dienstgebrauch") für neuen Zündstoff in der Debatte um den Luftangriff vom September sorgen dürfte.





Sunday, September 6, 2009

"Die Deutschen wollen nicht kämpfen"


Um Selbstmordanschläge mit den gekaperten Benzin-Lastern zu verhindern, so heißt es vom Bundeswehr-Oberkommando, habe man nach der Entführung der Fahrzeuge letzte Woche reagieren müssen. Es sei zur Entscheidung eines Luftangriffs gekommen weil man vermuteten musste die Taliban würden die Tanklaster als Autobomben gegen das Bundeswehrlager von Kunduz einsetzen.

Die beiden Laster und etwa 125 Menschen, wie die Washington Post heute berichtet, verbrannten durch die beiden amerikanischen 500-Pfund Bomben die nach Anordnung der Bundeswehr auf die Entführer geworfen wurden.
Zum Anschlag kam es trotzdem, oder vielleicht genau deswegen. Am Samstagmorgen gegen 09:00 Uhr deutscher Zeit drängte sich auf einer Straße nahe Kunduz Stadt ein Toyota Corolla Geländewagen neben einen Bundeswehr-Konvoi und der Fahrer, ein junger Mann aus dem Distrikt Char Darah, zündete seine Bombe. Fünf deutsche Soldaten und ein afghanischer Dolmetscher wurden verletzt, ihr DINGO-Panzerfahrzeug schwer beschädigt.

In einem Taliban-Statement heißt: "Märtyrer-Operation tötet 12 deutsche Soldaten".
Möglicherweise übten die Taliban mit diesem Angriff Rache an der Bundeswehr für den blutigen Luftangriff auf die Tanklaster, vielleicht war der Anschlag aber auch schon länger geplant.




Al Jazeera interviewte nach dem NATO-Angriff mit der bislang höchsten zivilen Opferzahl des Krieges, den Gouverneur von Kunduz, Mohammed Omar. Die Taliban, so berichtete er, verhielten sich in Kunduz so offen und frei, weil die deutschen Soldaten von ihrer Kabinetts-Regierung vom Kämpfen abgehalten werden und daher als leicht zu bekämpfende Feinde gelten. Aus diesem Grund seien die Islamisten immer aktiver in der Provinz, wagen selbst riskante Aktionen wie die Laster-Entführung und weiten ihren Einfluss aus.

Friday, September 4, 2009

Supergau für die Bundeswehr


Das Szenario ist bezeichnet für das afghanische Chaos:


Taliban-Kämpfer, unterstützt von ausländischen Dschihadisten, entführen zwei Tanklastwagen die Sprit für die Bundeswehr aus Tadschikistan in das nordafghanische Kunduz transportieren sollten. Die beiden Fahrer werden geköpft, die Islamisten fahren in Richtung Chara Darah, dem Unruheherd der Provinz. Als die Lastwagen in der Nähe eines Dorfes an einer Brücke halt machen rufen sie der lokalen Bevölkerung zu: "Nehmt euch was ihr wollt!" Daraufhin strömen dutzende Afghanen heran um kostenlos Benzin zu bekommen. In diesem Moment schlägt die NATO zu, ein von der Bundeswehr angeforderter US-Kampfjet der ISAF bombardiert die beiden entführten Fahrzeuge.

Wahrscheinlich knapp 100 Menschen sterben bei diesem Luftanschlag, wieviele davon Taliban und wieviele Zivilisten waren lässt sich wohl kaum ermitteln.



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95 dead in Kunduz air strike

Abdul Matin Sarfaraz - Sep 4, 2009 - 11:31

KUNDUZ CITY (PAN): Ninety-five people were killed and many others injured when an oil tanker exploded in Chahar Dara district of northern Kunduz province, the governor said on Friday.

Engineer Mohammad Omar told Pajhwok Afghan News Taliban commander Mullah Abdul Rahman was among 45 insurgents killed in the overnight explosion that occurred in Haji Aman village of the district.

He added the Taliban hijacked two tankers carrying aircraft fuel for NATO forces from the Kunduz-Baghlan Highway. The militants were distributing the fuel when the blast took place, the governor said.

But a security official, seeking anonymity, said the death toll was more than 200. He claimed NATO warplanes struck the people who had gathered to receive the oil. The official would not give further details.

A dweller of the village, Noorullah, said one of relatives was killed and another injured in the air strike. He claimed the bombardment left 400 dead and wounded.

Meanwhile, Taliban spokesman Zabihullah Mujahid rejected the gubernatorial assertion as false. He insisted the fighters suffered no casualties in the air raid

Director of Kunduz Civil Hospital, Humayun Khamosh said 15 wounded people were brought to hospital. (Detailed story to follow)

myn/mud

Für die Bundeswehr bedeutet dieser Vorfall in der Provinz die in ihrem Verantwortungsbereich liegt, einen absoluten Supergau. Aus Mangel an eigenem kampffähigen Fluggerät ist die deutsche Truppe auf die Unterstützung der amerikanischen und britischen Luftwaffe angewiesen. Dass jene allerdings mehr nach der Taktik des Breitschwertes und nicht wie mit einem Skalpell vorgehen, bewiesen sie in den letzten Jahren häufig. Zivile Opfer durch NATO Luftangriffe wolle man vermeiden, so hieß es immer wieder in den letzten Jahren. Zu diesem Zweck habe die Bundesregierung letztendlich auch die Tornado-Aufklärer nach Afghanistan geschickt, um genau zu ermitteln wen die Bomben der NATO letztendlich am Boden treffen werden.
Mit dem heutigen Tag klebt viel Blut an dieser Taktik, die Rufe nach Rache werden laut sein und die Bundeswehr wird erneut Ziel von Anschlägen werden.



Sollte unter den Toten auch 90% Taliban sein, werden die Islamisten das Ereignis dennoch nicht als Niederlage werten sondern propagandistisch ausschlachten und den Spieß geschickt umdrehen.

Tuesday, August 18, 2009

Der Weg zu den Urnen ist ein blutiger


UPDATE II:

Letzter Stand der Dinge bezüglich des Selbstmordanschlages am Stadtrand von Kabul:

getötet

1 ISAF Soldat
2 UN Mitarbeiter
7 Zivilisten

verletzt

2 ISAF Soldaten
1 UN Mitarbeiter
53 Zivilisten


UPDATE:



Wie aus Kreisen des afghanischen Innenministriums bekannt wurde sprengte sich heute kurz nach 13 Uhr Ortszeit ein Selbstmordattentäter mit seiner Autobombe am Stadtrand von Kabul neben einem NATO-Militärkonvoi in die Luft. Die Jalalabad-Straße führt aus der afghanischen Hauptstadt direkt zum Militärstützpunkt Bagram. Augenzeugen berichten etwa zehn westliche Militärfahrzeuge seien durch die Explosion in Brand gesetzt werden, sieben Menschen wurden getötet, noch ist unklar ob sich darunter ISAF-Soldaten befinden.
Bei einer weiteren Bombenexplosion im Osten Afghanistans sollen zwei amerikanische Soldaten ums Leben gekommen sein.


Afghanistan soll übermorgen wählen. Ein Volks ist aufgerufen ihre neuen politischen, wahrscheinlich korrupten, Washington loyalen Führer zu bestimmen. Demokratie in einem Land der Stammeskultur bedeutet nichts anderes als die Wahl aufgrund ethnischer Herkunft, aufgrund der Zugehörigkeit zum Stamm oder Klan. Seit Jahrhunderten vereint die "Afghanen", die in Wahrheit Paschtunen, Tadschiken, Hazara, Usbeken, Belutschen, Turkmenen und andere Volksgruppe sind, eingezwängt in von Kolonialmächten gezogenen Grenzen, nur eines: der Widerstand gegen ausländische Besatzung

.
Bis unter enormen Sicherheitsvorkehrungen die 17 Millionen Wahlberechtigten am Donnerstag an die Urnen ziehen können, werden noch viele Bomben explodieren, Raketen und Mörser einschlagen, Soldaten der ISAF in Gefechte verwickelt werden und die Taliban viele kleine propagandistische und echte Siege feiern.
Nachdem am Samstag bereits ein Selbstmordattentäter der Taliban das ISAF- Hauptquartier in Kabul angegriffen und sieben Menschen mit in den Tod gerissen hatte, häufen sich im ganzen Land die Anschläge der Gotteskrieger.

Wiederholt kam heute Morgen eine Bundeswehrpatrouille nahe Kunduz unter Beschuss, angeblich starben beim Gefecht mehrere Angreifer. Mindestens zwei Grad-Raketen waren kurz zuvor im und in der Nähe des Präsidentenpalastes von Kabul eingeschlagen. Ein Taliban-Sprecher ließ verlauten man habe vier Raketen auf die Ziele in der Hauptstadt abgefeuert.

Nur wenige Stunden später raste ein Selbstmordattentäter mit seiner Autobombe auf der Jalalabad Road im Herzen Kabuls in einen Konvoi der Afghan National Army (ANA), vier Soldaten und zwei Zivilisten kamen ums Leben.
Die eigentlich friedliche Provinz Jawzjan im Norden Afghanistans wurde heute Schauplatz eines Mordes. Abdul Rahim, Provinzkandidat bei der kommenden Wahl, wurde von Taliban niedergeschossen.
In der südlichen Provinz Uruzgan tötete ein weiterer Taliban-Suizidbomber drei ANA Soldaten und zwei unbeteiligte Afghanen und im östlichen Jalababad wurden bei einem Raketenangriff vier Frauen und vier Kinder teils schwer verletzt.

Es wird heute nicht bei diesen Attacken bleiben, die Taliban haben geschworen die unislamische Wahl mit allen Mitteln zu verhindern, die drohen den Wählern, rufen zum Boykott auf. Mit Blut wollen sie den Weg zu den Urnen vorzeichnen, sie wollen die Herrschaft Gottes über die Herrschaft von korrupten Volksvertretern. Weder der NATO noch den erbärmlich ausgestattet und ausgebildeten afghanischen Sicherheitskräften wird es gelingen die Afghanen zu schützen. Sie werden zu macht- und hilflosen Zuschauern des Projektes der "Demokratisierung" einer archaischen Hirtenkultur.

Thursday, August 13, 2009

Niemand will es sehen: deutsche Soldaten kämpfen


Die Bundesregierung will nicht von Krieg sprechen, der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr sei weiterhin Friedenssicherung und Wiederaufbau. Längst zeigt die Realität dass sich die deutsche Truppe in einem bewaffneten Konflikt, zeitweise auch in schweren Feuergefechten mit den Taliban befindet. Rund um Kunduz wird aus der einstigen Ruhe ein Kriegszustand. Wiederaufbau und humanitäre Projekte waren einmal, die Sicherheitslage hat sich seit 2008 immens verschärft.

Deutsche Politiker die angesichts dieser Bilder noch immer nicht von "Krieg" sprechen wollen, leiden nicht nur unter Realitätsverlust sondern unter naiven Vorstellungen über den katastrophalen Verlauf der gesamten NATO-Mission.


Wednesday, June 10, 2009

Bombte Al Qaida Air France Flug 447 in den Atlantik?


Französische Nachrichtendienste und britische Medien melden seit heute Morgen, dass man über Aktivitäten des französischen Geheimdienstes DSGS Bescheid wisse die darauf hindeuten dass ein terroristischer Anschlag als Ursache des Absturzes nicht mehr ausgeschlossen wird.

Agenten des DSGS seien vor Tagen nach Brasilien gereist und hätten auf der Passagierliste der Unglücksmaschine zwei verdächtige Namen bekannter Islamisten entdeckt. Beide Personen seien eine Gefahr für den französischen Staat gewesen und hätten Verbindungen gehabt zur militanten Dschihad-Szene. Noch könne man nicht sagen ob es sich um einen makabren Zufall handelt oder ob die beiden Verdächtigen möglicherweise einen Anschlag auf die Maschine verübten. Wie realistisch sind solche Spekulationen der Medien? Immer wenn es den Anschein hat, man kommt der Ursache für eine derartige Katastrophe nicht schnell genug auf den Grund, sprießen Mutmaßungen und Theorien aus dem Boden die teilweise absurd sind. Kurz nach dem Verschwinden des Air-France Fluges teilten einige Blogger die Meinung im Gewitter über dem Atlantik sei ein schwarzes Loch entstanden, die Maschine darin verschwunden. Andere Mutmaßungen besagten das Flugzeug sei entführt worden und in irgendeinem afrikanischen Land unbemerkt gelandet. Ein Anschlag wurde von den brasilianischen und französischen Behörden nie ausgeschlossen. Mittlerweile scheint klar dass die Maschine in der Luft bereits auseinanderbrach, manche Quellen sprechen gar von einer Explosion, die dafür sorgte dass die Trümmer in den Ozean regneten, was die weite Streuung der Überreste, Leichen, Koffer etc erklären würde. Wer könnte ein solches Attentat verüben wollen und aus welchem Grund?

Al Qaidas Rache für Frankreichs Einsatz in Afghanistan




Seit Beginn des ISAF-Einsatzes der multinationalen NATO-Truppen in Afghanistan 2002 beteiligt sich Frankreich mit 1,000 Soldaten an der Operation. Neben den regulären Einheiten stationierte Paris auch SpecialForces-Teams die amerikanische Einheiten im Anti-Terror-Kampf unterstützen sollen, dabei auch schon schwere Verluste verbüßen mussten. Aufgrund dieser Beteiligung an einem “Krieg gegen die Muslime”, reihte Al Qaida Frankreich mehrfach in die Gruppe der feindlichen Staaten ein, die es zu bekämpfen gilt.

Beeinflussung der Europawahl?


Denkbar wäre auch dass ein Anschlag auf eine europäische Passagiermaschine, möglicherweise auch mehrere, Teil eines Plans islamistischer Terroristen war, die Europawahl zu beeinflussen. Die in Afghanistan engagierten europäischen Staaten sollen nach Wunsch der Al Qaida und der Taliban ihre Truppen sofort abziehen, die Unterstützung für Amerika beenden. Der Tod hunderter Europäer durch Angriffe auf europäische Fluggesellschaften hätte die Wahl am letzten Sonntag womöglich dahingehend beeinflusst dass diejenigen Parteien in den jeweiligen Ländern gewonnen hätten, die offen gegen den Afghanistan-Einsatz sind und für einen Abzug. Unsinnig wäre dann nur die Täterschaft nicht offen preis zu geben und so die Angst und den Schock noch mehr zu schüren, die Augen der Europäer auf Afghanistan zu richten und den Druck auf sie und ihre Regierungen zu erhöhen. Bis jetzt tauchten weder Bekennerschreiben, noch Videos oder Tonbandmaterial auf dass auf eine terroristische Täterschaft schließen lässt.

Europa ist das Hauptziel Al Qaidas 2009


Immer wieder hört man aus Propagandabotschaften der Al Qaida und ihrer verbündeten Gruppen heraus dass die Europäische Union das nächste Ziel und der neue Hauptfeind des Terrornetzwerkes ist. Man beteiligt sich mit tausenden Soldaten an einem Krieg der von amerikanischer Seite begonnen wurde, Schritt für Schritt aber auf die Europäer abgewälzt wird. Damit haben sich die beteiligten Staaten ins Fadenkreuz des militanten Islamismus gedrängt. In Madrid und London gab es bereits große Anschläge der Al Qaida, in Spanien bombten die Extremisten sogar einen Regierungswechsel herbei der zum Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak führte. Versuchte Attentate gab es in fast allen europäischen Ländern, in Glasgow scheiterte ein amateurhafter Anschlag auf den Flughafen, in Deutschland planten die Kofferbomber von Köln und die Sauerlandzelle verheerende Attentate, in Belgien, Frankreich und Italien wurden seit dem 11.September 2001 dutzende Terrorverdächtige festgenommen, der Plan britischer Al Qaida Terroristen mehrere Passagiermaschinen bei Intercontinentalflügen in die Luft zu sprengen, scheiterte. Als Teil der “Anti-Terror-Allianz” befindet sich Europa nun im Visier der islamistischen Extremisten aller Couleur, Bin Laden und Ayman al Zawahiri warnten in der Vergangenheit oft, Europa müsse sich entscheiden ob man mit Anschlägen leben wolle oder nicht.

Islamismus in Südamerika boomt


Von der internationalen Presse, ja sogar von den Geheimdiensten im Westen, wenig beachtet, wächst in Südamerika seit Jahren ein islamistisches Potential heran in der Terrorismus nicht nur Unterstützer und Helfer, sondern auch fruchtbaren Boden für Rekruten findet. Brasiliens muslimische Bevölkerung wächst stetig, im Dreiländer-Eck Brasilien-Argentinien-Paraguay findet man das Haupteinzugsgebiet arabischer Immigranten in Südamerika. Menschen aus Syrien, Libanon, Jordanien, Jemen und Nordafrika lassen sich hier seit Generationen nieder, ganze Städte und Dörfer sind überwiegend von muslimischen Arabern bevölkert die meist als Händler und Kaufleute tätig sind, einige von ihnen haben es zu beachtlichem Wohlstand gebracht wovon die muslimischen Gemeinden der Region profitieren. Aber nicht nur sie, auch die Bankiers der Terrorgruppen sammeln im Länderdreieck beachtliche Summen mit denen Organisationen wie Hisbollah und Hamas unterstützt werden. Gerade die libanesische Miliz kann auf die Exil-Gemeinde der Schiiten in Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay zählen, ihr Fernsehsender läuft hier in den meisten Cafes, nicht selten findet man das Portrait des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah an den Wänden arabischer Geschäfte. Beunruhigender sind die Aktivitäten der salafistischen Islamisten, zu denen auch die Unterstützer der Al Qaida zählen. Saudische Gelder finanzieren seit langem einen wachsenden Islamismus in Süd- und Mittelamerika, es werden Moscheen, Schulen und Krankenhäuser errichtet, Prediger aus dem wahhabitischen Königreich und anderen Golfstaaten verbreiten die radikale erzkonservative Islaminterpretation, werben der katholischen Kirche viele ihrer Anhänger ab und verzeichnen daher eine Vielzahl von Übertritten zum Islam.

Bin Laden´s Besuch in Brasilien


Osama Bin Laden persönlich soll ein Interesse an diesem Gebiet Südamerikas haben, 1995 soll er zusammen mit dem Chefplaner von 9/11 Khalid Sheikh Mohammed nach Brasilien gereist sein, und die muslimischen Gemeinden rund um Foz an den Iguazu-Wasserfällen besucht haben. Augenzeugen berichten Bin Laden habe in den Moscheen des Ortes Geschichte aus der Zeit des Afghanistan-Krieges erzählt und die jungen Männer aufgerufen sich am Dschihad gegen die Ungläubigen zu beteiligen. Zum Zweck seiner Reise soll sich der Al Qaida Führer damals den Bart bis auf einen kleinen Ziegenbart abrasiert haben. US-Agenten stellten nach seiner Festnahme bei Khalid Sheikh Mohammeds persönlichen Unterlagen fest, dass er ein 20-Tage-Visa für Brasilien besaß, ausgestellt für den Dezember 1995. Sheikh Mohammed soll damals von Pakistan aus direkt nach Brasilien gereist sein, Osama Bin Laden sei laut brasilianischem Geheimdienst ANIB über die argentinische Grenze in die Stadt gekommen und habe wichtige arabische Vertreter islamischer Gruppierungen getroffen. Es existiert ein Video welches Bin Laden in einer Moschee der arabischen Gemeinde von Foz do Iguazu zeigt.
Das Städtchen Foz do Iguazu galt seit den 1980er Jahren als Brutstätte für Kriminalität und Gewalt, hier wurden Waffengeschäfte abgehalten, Drogendeals fanden statt, Geldwäsche und Passfälschung waren ertragreiche Einkünfte der 300,000 Einwohner. Nach Rio und Sao Paula besitzt Foz mit 80,000 Muslimen die größte islamische Bevölkerung Brasiliens und eine der höchsten Populationen in ganz Südamerika.
Sollte Al Qaida versuchen irgendwo auf dem südamerikanischen Kontinent Attentäter anzuwerben, hier wäre der ideale Ort. Verschiedene islamistische Gruppe, von der algerischen GIA und GSPC, über Hamas, Hisbollah und den Jihad al Islami aus Ägypten, bis zu den einzelnen Fatah-Splittergruppen und der Al Qaida sind rund um Foz aktiv, teilweise im Geheimen, teilweise vom brasilianischen Staat geduldet.
Möglich erscheint auch, dass man ein Attentat auf eine französische Passagiermaschine von nordafrikanischen Suizidbombern ausführen lässt die durch ihre Französisch-Kenntnisse weniger auffallen.