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Saturday, June 13, 2009

Der Muster-Dschihadist


Als im Oktober 2004 zum ersten Mal ein vermummter Islamist in Al Qaida Videobotschaft auftauchte, der in englischer Sprache mit amerikanischem Akzent den Ungläubigen mit dem Heiligen Krieg drohte, rätselten Sicherheitskräfte wer sich hinter der schwarzen Maskierung und der Lesebrille verbirgt.
Erste Vermutungen bestätigten schließlich dass es um den amerikanischen Staatsbürger Adam Yahye Gadahn handelt, einen aus Kalifornien stammenden Sohn jüdischer Eltern. Geboren in Oregon wuchs Gadahn mit seiner Familie auf deren Ziegenfarm im kalifornischen Süden auf. Im Alter von 16 Jahren verließ der begeisterte Hardrock-Musiker das Elternhaus und zog in den West Floral Park bei Santa Ana, wo er einen Job als Computerfachmann fand. Unglücklich mit seiner Lebenssituation beschäftigte sich Gadahn zunächst mit dem Evangelikalen Christentum als Anleitung und Richtlinie im Leben, schnell aber lehnte er den christlichen Glauben ab, begann 1995 regelmäßig das Zentrum “Islamic Society of Orange County” zu besuchen. Junge Fundamentalisten die Gadahn dort traf überzeugten ihn schließlich den Islam anzunehmen. Nach einem gewaltsamen Angriff auf einen aus ihrer Sicht zu moderaten Islamlehrer, verbüßten einige Mitglieder der kleinen extremistischen Studentengruppe, inklusive Adam Gadahn zwei Jahre in einem kalifornischen Gefängnis.
1998 machte sich der junge Konvertit im Alter von 20 Jahren auf eine Reise nach Pakistan, von der er nicht wieder in die USA zurückkehren sollte. Gadahn heiratete eine Afghanen die in Pakistan als Flüchtling lebte, hielt weiterhin über Telefon und Internet Kontakt zu seiner Familie in den Vereinigten Staaten. Von dieser Zeit an fand der ehrgeizige Neu-Muslim seinen Weg in die Ränge der Al Qaida. Seit 2003 soll Gadahn zum Planungszirkel des Terrornetzwerkes gehören und regelmäßig konsultiert werden falls es Operationspläne für westliche Länder und Ziele gibt. Ein Gericht in Kalifornien verurteilte Gadahn im Oktober 2006 in Abwesenheit wegen “Verrat wegen Unterstützung der Feinde Amerikas”, damit ist er der erste US-Bürger der seit 1956 aufgrund dieses Tatbestandes angeklagt wurde.
US-Behörden vermuten den Islamisten der sich “Abu Azzam al Amriki” nennt, in Pakistan. Wahrscheinlich ist sein Aufenthaltsort eine eher urbane Gegend, etwa Quetta, vielleicht sogar Peshawar, Islamabad oder Karachi.
Regelmäßig erscheint der langbärtige Al Qaida Propagandist in Videoproduktionen der As Sahab, predigt meist in Englisch und sticht besonders durch seine Rhetorik und präzise Sprache heraus.




Jüngst meldete sich Adam Yahiye Gadahn heute in einem Propagandavideo mit dem Titel “Lasst uns den Dschihad und die Aufopferung fortsetzen”. Erstmals trägt Abu Azzam darin seine Predigt komplett auf Arabisch vor, begleitet von englischen Untertiteln. Immer noch mit leichtem Akzent, aber durchaus professionellen Arabisch-Kenntnissen liest er unverhüllt einen Text ab der im Besonderen an die Menschen in Gaza gerichtet ist. Durch den klaren Bezug auf die israelische Offensive zum Jahreswechsel 2008/09 und die Obama-Rede in Türkei im April diesen Jahres lässt sich vermuten dass die Aufnahme schon älter ist. Gadahn fordert darin die Muslime in den arabischen Staaten auf, ihre Regime zu stürzen, den Dschihad fortzusetzen und erläutert die religiöse Pflicht zur Befreiung Palästinas von den “verbrecherischen Zionisten”. Zudem greift der ehemalige US-Bürger den Präsidenten direkt an, seine Reden seien gemacht um die Muslime vom Weg des Dschihad abzuleiten und zu besänftigen. Dabei seien seine Worte nichts anderes als die Worte von Bush, nur in einer “süßeren Sprache” verpackt. Obama vergieße durch seine Zustimmung zum Gaza-Krieg Israels, durch die Bombardierung der pakistanischen Stammesgebiete und durch die Entsendung von mehr US-Truppen nach Afghanistan, nur weiteres Blut von Muslimen. Außerdem wolle er die “Judaisierung von Palästina”, und verhindere deshalb nicht den israelischen Siedlungsbau.
Benjamin Netanyahu, Israel´s neuem Premierminister wirft Gadahn vor, ein Lügner zu sein, der schon immer das eine gesagt, aber etwas anderes getan hätte.

Sunday, June 7, 2009

Todesengel der IJU



Etwa eine Stunde lang feiert die Islamic Jihad Union in ihrem neuesten Propagandawerk ihre Helden. Mehrere Selbstmordattentäter werden vor und bei Ausübung ihrer Anschläge gefilmt, systematisch werden die vermeintlichen Erfolge ihrer Operationen erläutert, von der Präparation der verwendeten Autobomben, über die Abschiedsstatements bis hin zur Szenen die zeigen wie die Islamisten samt ihrer Opfer in Feuerbällen sterben. Alles ist unterlegt mit türkischen und englischen Untertiteln.

Alle gezeigten Attenate richten sich gegen NATO-Truppen und
ihre afghanischen Verbündeten. Wohl prominentester Suizid-Bomber ist der aus Bayern stammende Türke Cüneyt Ciftcy. der am 03.März 2008 mit einem sprengstoffbeladenen Laster in eine amerikanische Militärbasis in Khost fuhr und dessen Explosion zwei US-Soldaten und mehrere Afghanen tötete. Seine Videobotschaft arbeitet die IJU in ihrem einstündigen Film mit Titel "Die den Himmel lieben" propagandistisch erneut auf.
Für deutsche Sicherheitsexperten interessant dürfte eine kurze Sequenz sein, die den deutschen Konvertiten Eric Breininger alias "Abdul Ghafar al Almani" bei der Verabschiedung eines Selbstmordattentäters zeigt. Von der Kamera sehr unscharf eingefangen umarmen mehrere IJU Kämpfer den Attentäter Said Kurdi nacheinander.
Eric Breininger ist dabei für einen kurzen Moment unmaskiert zu erkennen. Kurdi verübte laut IJU am 31.Mai 2008 einen Anschlag auf US Soldaten im afghanischen Jalalabad, wobei angeblich zwei Humvee Fahrzeuge zerstört und die Insassen getötet wurden.
Die Mehrheit der IJU Attentäter scheinen kurdischer und türkischer Herkunft und vom Alter her Mitte bis Ende 20 zu sein. Ausnahmen bilden ein sehr junger Afghane und ein Usbeke.

Wednesday, June 3, 2009

Dschihad News VIII


Propaganda

Neues Video von Eric Breininger alias "Abdul Ghafar al Almani"





Abu Yahya al Libi in As Sahab Video der Al Qaida:



Erneut meldet sich ein deutschsprachiger Dschihad-Kämpfer in einem Video der Islamic Jihad Union zu Wort. Das letzte Mal als man von Eric Breininger hörte war vor fast einem halben Jahr, seitdem tauchten die beiden Bonner Brüder Abu Adam und Abu Ibrahim mehrfach in Propagandavideos auf, einige davon wurden komplett in Deutsch verfasst und richteten sich primär an die Bundesrepublik.
Die deutschen Behörden gehen seitdem davon aus dass sich die deutschen Mujaheddin, die unter der Flagge der IJU kämpfen, im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten, vermutlich in den Trainingslagern der Organisation in Nord- und Süd-Waziristan. In der nächsten Veröffentlichung der IJU-Medienabteilung zeigt sich Eric Breininger mit einer Kalaschnikow posierend in einer Felsschlucht. “Wir befinden uns hier in Afghanistan, um uns gegen die Kuffar vorzubereiten”, so der mittlerweile bundesweit gesuchte Islamist. Datiert wird das Video auf den 28.Mai 2009, und widmet sich mit knapp 12 Minuten Länge vor allem dem usbekischen Kommandeur Abdullah Fatih der IJU, der erstmals zusammen mit bekannten Al Qaida Größen wie Abu Yahya al Libi und Abu Laith al Libi zu sehen ist. Eine Szene zeigt den offiziellen militärischen Emir der Al Qaida in den FATA zusammen mit dem usbekischen IJU Führer. Ebenfalls zu sehen ist der inzwischen getötete Chef-Ausbilder der Al Qaida Abu Laith al Libi, der im Januar 2008 durch einen US-Drohnenangriff ums Leben kam.



Bedeutung für die Sicherheitslage der Bundesrepublik und der deutschen Soldaten in Afghanistan dürfte das Video nur sofern haben dass durch die Person Breininger selbst sein Aufenthaltsort genannt wird, er sich vermutlich in Afghanistan aufhält und nicht mehr in der pakistanischen Grenzregion. Klarer denn je wird außerdem das Verhältnis der IJU zur Al Qaida. Durch das Auftauchen von Abu Yahya al Libi kann man darauf schließen dass Al Qaida die Islamic Jihad Union als Teil ihres länderübergreifenden Netzwerkes der Allianzen versteht. Al Libis Predigten an der Seite des IJU Kommandeurs Fatih stellen in der Dschihadi-Szene so etwas wie einen religiös abgesegneten Qualitätsstempel für die Organisation dar, seine Funktion als Chef-Ideologe auf dem Schlachtfeld und als selbsternannte Imam verleiht der IJU eine gewisse Autorität und adelt sie in die Ränge der obersten Dschihad-Riege. Anzumerken ist dass Al Libi zum ersten Mal mit einer weißen Kopfbedeckung zu sehen ist, sonst erschien die Person des dunkelhäutigen Predigers in Uniform nur mit schwarzem Turban, ein Zeichen für die aktive Teilnahme am Heiligen Krieg.

Warum die Islamische Dschihad Union die Szene von Breiningers-Auftritt, die bereits im Oktober 2008 in einem Video verwendet wurde, wieder in ein Propagandavideo einbaut ist fraglich, vermutet werden kann ein Zusammenhang mit der Europa- und Bundestagswahl.


Propaganda

Wenn einer eine Reise tut...



Gespannt und wartungsvoll beobachtet die arabische Welt seit Tagen den ersten Besuch des neuen US-Präsidenten Obama in den Nahen Osten. Zunächst reist der Hoffnungsträger Nr.1 nach Saudi-Arabien, dann weiter nach Kairo.
Worum es bei den Gesprächen mit dem saudischen Königshaus geht, dürfte außer Frage stehen. Alte Pakte müssen erneuert werden, es geht Obama darum den arabischen Royals zu versichern dass Amerika weiterhin an einem stabilen Öl-Lieferanten interessiert ist, und dass man gemeinsam die islamistische Gefahr, den Hauptfeind der saudischen Monarchie, bekämpfen will. Interessanter dürfte Obamas Auftritt im Millionen-Moloch am Nil sein. Hier im Herzen der arabischen Welt (die Araber nennen Kairo auch “Mutter der Welt”) muss der schwarze Mann im Weißen Haus diplomatisches Geschick beweisen. Ägyptens unangefochtenes Staatsoberhaupt Mubarak ist nicht gerade für seine Liebe zur Demokratie und Menschenrechten bekannt, politische Gegner aller Facetten vegetieren in seinen Kerkern dahin und das radikalislamische Potential des arabischen Megastaates unter Kontrolle zu halten bedarf eines gewaltigen Polizei- und Geheimdienstapparates. Die Annäherung an Israel, gerade während der Gaza-Offensive Anfang des Jahres, ließ Mubarak aus Sicht der meisten Muslime weiter moralisch versinken. Obamas Administration weiß darum wie wichtig Ägypten als Sicherheitsgarant in der Region ist, welche Rolle die Ägypter vor allem in Bezug auf den Nahostkonflikt spielen können. Trotzdem wird sich es Mr.President nicht nehmen lassen Demokratiedefizite und eingeschränkte Freiheitsrechte anzusprechen.
Im Kern verändert sich durch Obamas Tour nichts am Verhältnis zwischen den absolut proamerikanischen Regimen von Riad und Kairo und Washington. Rational gesehen ist es ein Besuch bei Freunden, denen der Rückhalt in der Bevölkerung schon sehr lange fehlt. Meist sind die Partner im Anti-Terror-Kampf eben jene die besonders dadurch auffallen dass die von ihnen verteidigten Werte und Rechte in den eigenen Ländern und für die eigenen Völker nicht gelten. Einst sagte Donald Rumsfeld sogar über den Ex-Diktator von Bagdad: “Saddam ist ein Schwein, aber er ist unser Schwein!” Change kann auch ein Barak Hussein Obama nicht in die arabische Wüste und an den Nil bringen.
Noch bevor er überhaupt dort eintraf schickten ihm zwei weniger freundlich gesinnte Personen ein paar unnette Worte mit auf den Weg.

Gleich zwei Tonbandbotschaften der Al Qaida Führung tauchten auf, das eine von Ayman al Zawahiri war gestern auf islamistischen Websites erschienen. Darin verweist der ägyptische Al Qaida Vize auf Obamas anstehende Reise und bezeichnet die Staatsoberhäupter die ihn treffen werden als “Sklaven und Folterknechte Amerikas”. Unter Obama, so Zawahiri, werde sich an der amerikanischen Nahost-Politik nichts ändern, das Gerade vom Wandel und einem neuen Kurs sei eine “PR-Lüge”. Den Ägyptern riet Zawahiri den US-Präsidenten nicht willkommen zu heißen, man brauchte keine neue Botschaft aus Washington, die Muslime hätten die “blutige Botschaft” der Obama-Politik längst erhalten. Weiterhin betreibe Amerika Foltergefängnisse wie Bagram in Afghanistan, weiterhin seien US-Soldaten im Irak, zusätzliche Truppen seien auf dem Weg nach Afghanistan. Klares Ziel der Tonbandnachricht ist: Obamas Image zu zerstören, die Araber darauf aufmerksam zu machen dass sich vielleicht das Gesicht der US-Politik geändert habe, die Inhalte aber die gleichen bleiben.
Nachdem der Stellvertreter seine Rede als MP3 verbreitet hatte, lieferte heute Al Jazeera den nächsten Ruf aus dem Verborgenen. Mit krankwirkender, müder, geschwächter Stimme meldete sich Osama Bin Laden zu Wort. Nur schwer lässt sich sagen ob die heute ausgestrahlte Audiobotschaft tatsächlich aktueller Natur ist oder bereits vor Wochen aufgezeichnet wurde.
Konkret zum Obama-Besuch in Ägypten und Saudi-Arabien äußert sich der Terrorchef nicht, sehr wohl aber greift er den neuen amerikanischen Präsidenten an. Es sei der von ihm ausgeübte Druck auf die pakistanische Regierung gewesen, beteuert
Bin Laden, der zum “Morden, Kämpfen, Bombardierung und Zerstörung” im Swat-Tal geführt habe, die USA seien verantwortlich für den Tod von Muslimen und die Vertreibung Hunderttausender aus Nord-Pakistan und den Stammesgebieten. Obama habe eine neue Saat für Hass in der muslimischen Welt gesät, und damit bewiesen dass er den gleichen Weg einschlage wie sein Vorgänger Bush. Durch den direkten Verweis auf die pakistanische Militäroperation in Swat und die Flüchtlingswelle kann die Aufnahme unmöglich vor Anfang Mai gemacht worden sein. Höchstwahrscheinlich besitzt Al Jazeera das 25minütige Band schon seit längerer Zeit, entschied sich aber erst jetzt, kurz vor dem Eintreffen Obamas in Kairo, zur Veröffentlichung. Stimmanalysen werden zeigen dass es sich bei dem Sprecher tatsächlich um Bin Laden handeln, dessen Gesundheitszustand wohl heftig debattiert werden wird. Fakt ist dass der Al Qaida Gründer lebt, die Botschaft selbst ist weniger neu, sie enthält keine neuen Drohungen, richtete sich hauptsächlich an die Muslime von Pakistan, erläutert dass das Blutvergießen Teil eines amerikanischen Plans ist das Land zu destabilisieren und die islamische Nation zu zerstören.

Propaganda
Ankündingung: Exklusive Fotos und Videomaterial von Abu Mussab al Zarqawi

Aus der Dschih@d-Szene ist zu erfahren dass in naher Zukunft (höchstwahrscheinlich im Laufe der nächsten 48 Stunden) bisher unveröffentlichtes Foto- und Videomaterial des getöteten Al Qaida Führers im Irak, Abu Mussab al Zarqawi, zugänglich sein wird. Diese Nachricht ist nicht ungewöhnlich bedenkt man die vielen Gerüchte die im Internet seit der Ermordung des gefeierten Märtyrers kursieren. Immer wieder wurde berichtet die irakische Al Qaida Medienabteilung besäße bislang unbekannte Videoaufnahme von Zarqawi, darunter Szenen die den Islamistenführer während aktiver Kampfeinsätze zeigen. Nach dem ersten medialen Erscheinen Zarqawis ohne die übliche Maskierung blieben ihm nur wenige Wochen bis seine amerikanischen Jäger der geheimen Taskforce 145 Erfolg hatten und ihn in der Nähe von Baquba töteten.

Westafrika
Es zahlte niemand.


30.Mai 2009, 19:30 Ortszeit soll Edwin Dyers Todeszeitpunkt sein. Der nordafrikanische Zweig der Al Qaida “Al Qaida im Islamischen Maghreb” (AQIM) ließ in einem zweiseitigen Statement verlauten man habe die britische Geisel, Edwin Dyer, nach Ablauf eines Ultimatums hingerichtet “damit er und der britische Staat ein kleines Stückchen von dem spüren was unschuldige Muslime tagtäglich durch die Kreuzritter und Juden von Ost nach West erleiden müssen.” Dyer war im Januar 2009 zusammen mit zwei kanadischen Diplomaten, einer deutschen und zwei schweizer Touristen im Grenzgebiet zwischen Niger und Mali entführt worden als sie von einer Reise ins Tuareg-Gebiet zurückkehrten. Sowohl die beiden Kanadier als auch die deutsche Geisel und eine Schweizerin wurden inzwischen von den Islamisten freigelassen. Angeblich, so hieß es aus Westafrika in den letzten Wochen, verlangten die Entführer 14 Millionen Dollar Lösegeld für Dyer und den Schweizer. Offiziell versuchte die Al Qaida in Nordafrika den in Großbritannien inhaftierten Hassprediger Abu Qatada freizupressen. Dieser Forderung war die britische Regierung nicht nachgekommen, Sicherheitskräfte in der Region hatten mehrfach versucht islamistische Kämpfer festzunehmen und zu töten, in Mauretanien und Libyen erlitt die Al Qaida schwere Verluste, so dass man nervös reagierte und anscheinend mehrfach den Aufenthaltsort wechselte. Das Dokument welches über das Internet veröffentlicht wurde enthält keine Fotos, also lässt sich der tatsächliche Tod von Edwin Dyer, der an einer organisierten Reise in Westafrika teilnahm und in Österreich beruflich tätig war, nicht bestätigen.

Propaganda
Exportschlager




Wahhabitische und salafistische Auslegung des islamischen Glaubens verlangen nach einer Reinigung der Religion von allen modernen, fremden und äußeren Einflüssen. Angestrebt wird ein puritanischer Islam ohne westliche Beeinflussung, eine reine, erzkonservative Lehre deren einzige Grundlage Koran und Sunnah in ihrer wortwörtlichen Form sein sollen. Jede Form von Schmuck, von Überfluss, Luxus oder Ausdruck von Kreativität die einem anderen Zweck dient als der Liebe zu Allah und seinem Propheten sind untersagt. Solche Verbote führen dazu dass die Dschihad-Szene teilweise zu einer sehr kargen, schmucklosen Kultur geworden ist, in der man sich oft auf das nötigste beschränkt. Sichtbar wurde dies unter dem Regime der Taliban in Afghanistan als sowohl Filme als auch Musik, Tanz, Gesang, Malerei und Fotografie untersagt wurde. Interessanterweise findet dieser islamistische Puritanismus auch Ausdruck in der Wahl der Logos dschihadistischer Gruppierungen. Dem afghanischen Staat verliehen die Koranschüler eine simple Nationalflagge, das islamische Glaubensbekenntnis in schwarzer Kalligrafie auf weißem Grund, Saudi-Arabien besitzt heute noch eine ähnliche, grün-weiße Variante mit zusätzlich abgebildetem Säbel. Einst soll der Prophet selbst die sogenannte “Kalimah-Flagge” eingeführt haben, ein Banner das in zwei verschiedenen Versionen den Hoheitsanspruch des Islam repräsentieren soll. Die einfache Flagge mit dem Bekenntnis “Ich bezeuge dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Mohammed sein Prophet ist” (Shahada genannt) soll an der Spitze der islamischen Heerscharen getragen worden sein und zwar mit weißer Schrift auf schwarzem Grund, die sogenannte “Dar al-Harb”-Flagge. Dar al-Harb beschreibt das “Land des Krieges”, so wurden und werden Regionen bezeichnet in denen das islamische Recht der Sharia noch nicht eingeführt wurde, d.h. in denen der Islam noch nicht offiziell Staatsreligion ist sondern erst durch die Muslime zum Sieg gebracht werden muss. Anders symbolisiert die weiße Flagge mit schwarzer Schrift (Dar al-Salam = “Haus des Friedens”), wie in Afghanistan ab 1996 bis 2001, ein Land in dem der Islam bereits herrscht und nach Sharia-Recht regiert wird. In jüngster Zeit machten sich einige militante islamistische Bewegung diese Symbolik zu nutzen und verwenden sie als Logo und Erkennungszeichen. Bekannt wurde hier besonders das Logo des “Islamischen Staat im Irak” (kurz ISI). In einem weißen Kreis auf schwarzem Grund steht hier in schnörkellosen, extrem einfach gehaltenen Buchstaben das islamische Glaubensbekenntnis. Verwendet hat es die irakische Al Qaida nachdem die Organisation ihre Metamorphose von der “Al Qaida im Zweistromland” über den “Mujaheddin Shura Council” bis zum ISI durchmachte. Heute ist die Flagge Symbol für die verbliebene Al Qaida im Irak, tauchte jedoch seitdem in einer Reihe anderer Länder ebenfalls auf. Zunächst veröffentlichten im Internet islamistische Gruppen aus Gaza Statements und Fotos die die ISI-Flagge in den palästinensischen Gebieten zeigt, dann folgten die somalischen Mujaheddin der Shabaab und schließlich die im Jahr 2008 neu gegründete “Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel”, der jemenitisch-saudische Ableger des weltweiten Terrornetzwerks. Aber nicht nur in Somalia, dem Jemen, Irak und den Palästinensergebieten findet die ISI-Flagge Verwendung. Durch ihren universellen, nicht an eine Region oder einen Konflikt gebundenen Charakter, wird sie zu Propagandazwecken vor allem im Internet benutzt um Dschihad-Unterstützung per Mausklick und Photoshop zu ermöglichen. Banner, Werbeposter und Fanmaterial ziert sie tausendfach, in Indonesien sah man sie während der Prozesse gegen die Hintermänner der Bali-Bomber sogar vor den Gerichtssälen im November 2008.

Hier einige Beispiele für den Exportschlager des ISI Logos:



US Soldaten finden bei einer Razzia in der irakischen Al Qaida Hochburg Diyala eine professionell angefertigte Flagge des “Islamischen Staat im Irak”.


Der DVD-Stand eines palästinensischen Dschihad-Unterstützers in einem Laden in Gaza wird mit einer ISI-Flagge verziert. Und auch beim Verteilen von Flugblättern der Al Qaida in Palästina kommt die Flagge im Mini-Format zum Einsatz.


Indonesiens Islamistenführer und Hassprediger Abu Bashir spricht im November 2008 anlässlich des Bali-Bomber-Prozesses vor einem Gerichtsgebäude während einer seiner Anhänger die ISI-Flagge als Symbol für die Al Qaida Sympathie in die Kameras der Journalisten hält.



Kaum hatten die somalischen Extremisten der Shabaab Anfang Mai 2009 strategisch wichtige Städte wie Baidoa und Vororte von Mogadischu gewaltsam eingenommen, tauchte die Fahne des ISI in der somalischen Hauptstadt auf.


Anfang des Jahres gab der jemenitische Al Qaida Chef al Wahayshi einem einheimischen Journalisten ein Interview. Von diesem Treffen existiert nur ein einziges Foto das den Reporter und den Dschihadi vor der ISI-Flagge zeigt.

Aserbaidschan
Vergeltung vom Nil bis zum Kaukasus (?)



International wenig beachtet spielt sich im Nahen Osten eine diplomatische Krise ab, die ein Theater offenbart das sich zwischen Geheimdiensten, kulturellen und politischen Allianzen abspielt. Hauptakteure sind Hisbollah und die iranische Führung auf der einen, der ägyptische Staat, israelische und amerikanische Politik auf der anderen Seite. Anfang April nahm das Spiel seinen Lauf, als die ägyptischen Behörden mitteilten man habe eine Terrorzelle der Hisbollah auf der Sinai-Halbinsel gesprengt. Die mehr als 30köpfige Gruppe sei damit beauftragt worden Orte für mögliche Anschläge auf israelische Staatsbürger in Ägypten auszukundschaften. Aus Beirut folgte sofort das Dementi, es gäbe keine Pläne für Terroranschläge am Nil, es seien normale Verbindungsleute der Hisbollah festgenommen worden, keine geheimen Agenten. Ägyptens Präsident Mubarak reagierte verärgert und drohte man werde keinerlei terroristische Aktivität dulden und auf Anschläge werde Vergeltung folgen. Vergeltung, darum soll es der Hisbollah gegangen sein als sie ihre Männer nach Ägypten entsandte. Ihr Auftrag sollte angeblich eine Racheaktion für die Ermordung des Hisbollah-Chefplaners Mughniyeh gewesen sein, den der Mossad im Frühjahr 2008 in Damaskus tötete. Im Streit zwischen Ägypten und der libanesischen “Partei Gottes” ging es letztendlich um mehr als nur um die unschöne Tatsache dass hochprofessionelle Terroristen im Staate Mubarak aktiv sind und israelisches Leben bedrohen. Auf gar keinen Fall wollte Ägypten als arabischer Vorreiter und populationsmäßiger Riese in der sunnitischen Welt Opfer einer Terrorkampagne werden deren Fäden in Teheran gezogen werden. Hinter der Hisbollah steckt der Iran, daran hat kaum ein Araber Zweifel. Der Widerstand der libanesischen Gotteskrieger gegen die verhassten Israelis wird von einer Mehrheit der arabischen Bevölkerung von Marokko bis Damaskus, und sogar deren Führern unterstützt, Sheikh Hassan Nasrallah stieg im Ansehen der Muslime weltweit nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Invasion Israels 2006. Womit sich aber nur wenige abfinden können ist die Tatsache dass Hisbollah weniger eine arabische, mehr aber eine schiitische und persisch kontrollierte Organisation ist. Vom Mullahstaat aus kommen Geld und Waffen, damit auch Befehle und Richtlinien, Nasrallah folgt den Anweisungen aus Teheran, schiitische Söldner der Iraner, so sagen böse Zungen, hätten den Libanon als Geisel genommen, politisch wie militärisch. Seit dem Irakkrieg und dem dort köchelnden und immer wieder aufflammenden Bürgerkrieges zwischen den ethnischen Parteien, droht sich ein Flächenbrand auf die gesamte islamische Welt auszubreiten. Schiismus gegen den sunnitisch, arabischgeprägten Islam, so sieht der neue “Kalte Krieg” von Nordafrika bis Südostasien aus. Jahrhunderte nach der konfessionellen Spaltung bilden sich neue Fronten aus alten Konflikten und die Spirale von Gewalt, Rache und Vergeltung beginnt wieder. Diesmal jedoch mit weltpolitischen Strategien, mit Ländergrenzen, Geheimdiensten und neuen Mitspielern. Ägypten sieht sich zusammen mit dem saudischen Königreich als eine Front in dieser Auseinandersetzung, man möchte die arabische Welt vereinen gegen den aufstrebenden, immer stärker werdenden Iran. Auf der anderen Seite strebt die iranische Großmacht nach der ultimativen Waffe, möchte als Globalplayer ernst genommen werden, die politische Führung um Ahmadinejad reizt nicht nur die USA mit provokanten Aussagen, und ganz allgemein arbeitet man an der Expansion der Khomeini-Revolution. Dank der Beseitigung Saddam Husseins, bietet sich der chaotische Irak wie ein Lamm auf der Schlachtbank den iranischen Mullahs auf dem Silbertablett, der Libanon mit seiner schiitischen Mehrheit droht zu einer Art iranischen Kolonie zu werden und insgesamt fürchtet man in den arabischen Staaten einen zunehmenden schiitischen Einfluss. Diesen zu bekämpfen und sich gegen ihn zu wappnen schließt für einige Staaten, vor allem Ägypten, nicht aus sich mit historischen Erzfeinden wie Israel einzulassen. Nur enger israelischer-ägyptischer Zusammenarbeit ist es zu verdanken dass es Mubaraks Sicherheitskräften gelang die Hisbollah-Truppe ausfindig zu machen, die im Sinai bereits Einheimische angeworben hatte. Die nächste Runde in diesem Diplomatiekrieg, in dem niemand irgendetwas zugeben oder offen aussprechen will, findet weit entfernt vom Nil statt, zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer. Behörden in Aserbaidschan verhafteten im Mai 2008 mehrere Männer die beschuldigt wurden für ausländische Kräfte zu arbeiten und Anschläge im Land zu planen. Genaue Informationen hatte man wohl nicht, denn einige kamen sehr schnell wieder aus der Haft und verließen daraufhin Aserbaidschan in Richtung Iran, Türkei und Libanon. Einige kehrten zurück, bildeten zwei Terrorzellen die in der Hauptstadt Baku besonders das Botschaftsviertel ins Auge gefasst hatten. Am 27.Mai 2009 begann der Prozess gegen zwei Libanesen und vier Aserbaidschaner denen vorgeworfen wird für Hisbollah zu Anschläge geplant zu haben. Israels Vertretung in Aserbaidschan befindet sich in einem Buisness-Tower in Baku, zusammen mit verschiedenen anderen Botschaften, nahe einer militärischen Radarstation. Dort sollten laut der vermeintlichen Pläne der Zelle mehrere Autobomben zur Explosion gebracht werden, alles Teil einer weltweiten Rache-Kampagne für die Mughniyeh-Ermordung. Ali Karaki und Ali Najemeddin, zwei libanesische Staatsbürger seien von der iranischen Revolutionsgarde über die iranisch-aserbaidschanische Grenze geschleust worden um in Baku Kontaktmänner anzuwerben. Vier schiitische Aserbaidschaner hätten als Unterstützer Informationen, Sprengstoff und Fahrzeuge für Hisbollah besorgt. Bis zum 10.Juni soll das Gericht entschieden haben was mit den Angeklagten geschehen soll. Von der Hisbollah kam bislang kein Statement zum Status der Festgenommenen oder der Anschuldigungen.


Pakistan
Ein Gesicht der neuen Taliban-Generation



Osama Bin Laden, Ayman al Zawahiri, Mullah Omar - fallen diese Namen wissen die meisten um wen es sich in etwa handelt. Sie sind die international meist gesuchten Terroristen, die Gesichter des islamistischen Terrors im neuen Jahrtausend. Ihre amerikanischen Jäger zweifeln im achten Jahr nach 9/11 nicht mehr daran dass sich die drei hochkarätigsten Terrorführer in Pakistan aufhalten, eventuell in den unkontrollierten Stammesgebieten an der afghanischen Grenze, vielleicht in den Metropolen Quetta oder Peshawar oder in den Slums von Karachi. Fest steht: Sie halten sich nicht mehr in Afghanistan auf, Pakistan ist zu einem “Safehaven” für Dschihadis geworden. Anders aber als für die NATO-Truppen im Nachbarland und Amerika ganz allgemein stellen diese Männer keine reale Bedrohung für den pakistanischen Staat dar. Ihre Aktionen haben globalen Charakter, ihre Ambitionen kennen keine Ländergrenzen, sie schließen Allianzen und Bündnisse, solange es ihren Interessen dient. Gefährlich für Pakistans Führung werden andere Personen, die außerhalb des Landes kaum jemandem bekannt sind. Diese inner-pakistanische Liste der Top-Terroristen wird immer länger, seit Jahren wächst die Zahl der pakistanischen Taliban-Gruppierungen, ihre Netzwerke wechseln ständig Namen, junge, charismatische Führer rufen immer neue Kampfgruppen ins Leben, radikalere Islamisten übernehmen die Befehle über Terrorcamps oder ganze Distrikte. Nach der Offensive im Swat-Tal stand fest dass der Terror inzwischen 100%ig pakistanisch ist, junge Männer aus den Armenvierteln Islamabads, aus den Dörfern Waziristans werden in Madrassas entsandt, erhalten ihre islamistische Gehirnwäsche und werden in den Trainingslagern zu Suizidbombern. Dabei haben die Taliban die ursprünglichen Methoden und Taktiken der Al Qaida übernommen, eine neue, gefährlichere Generation der Koranschüler ist im Begriff den Terrorismus zu reformieren. Fida Ullah gehört zweifellos zu jener Taliban-Generation. Pakistanische Sicherheitskräfte verhafteten den auch als “Abdul Rahman, Sohn von Fazl Hadi” bekannten Kommandeur der “Tehrik e-Taliban” am 27.Mai 2009 zusammen mit einem ehemaligen Abgeordneten aus den Stammesgebieten. Ihm wird vorgeworfen ein Selbstmordattentäter-Camp geleitet zu haben und direkt verantwortlich zu sein für große Anschläge in Islamabad (04.April 2009, acht Paramilitärs getötet/ 23.März 2009 Anschlag auf Basis der Spezialkräfte der Polizei). Insider nennen Fida Ullah einen der Top-Kommandeure von Baitullah Mehsud. Nach seinem Vorschlag entsandte die “Tehrik e-Taliban” 20 Selbstmordattentäter in die pakistanische Hauptstadt um spektakuläre Operationen auszuüben. Erst im Sommer 2007 verhaftete man den jungen, bärtigen Pakistani während des Aufstandes rund um die Rote Moschee von Islamabad, später entließ man ihn mit anderen Aufständischen. Im Gedenken an den während der Auseinandersetzungen um die Moschee getöteten Predigers Ghazi Abdul Rashid, baute Fida Ullah im Hangu-Distrikt der Stammesgebiete die “Ghazi-Einheit” auf, deren Basiscamp inzwischen zur “Tehrik e-Taliban” gehört. Ullah, geboren in Buner, schloss eine Madrassa-Ausbildung ab und gelangte im Zuge eines religiösen Seminars nach Islamabad wo er sich Maulana Abdullah Aziz und Ghazi Abdul Rashid anschloss. Laut der pakistanischen Polizei spielte er eine entscheidenden Rolle bei er Übernahme von Buner durch die Taliban im Frühjahr 2009. Seine Biografie ist beispielhaft für die Taliban-Bewegung der post-9/11 Zeit. Vertrieben und in ihren Strukturen aufgelöst gelang es den Koranschülern in den letzten Jahren in Pakistan eine Basis zu errichten, die das Ergebnis eines umfassendes ideologischen und politischen Kampfes ist. Islamistische Gruppierungen von Belutschistan bis Kashmir schmieden seit geraumer Zeit Bündnisse und Allianzen die vorher nicht denkbar erschienen. Geeint im Kampf gegen die proamerikanische Regierung von Islamabad, zunächst unter General Musharraf, jetzt unter der Administration Zardari, bildete sich ein mächtiges Netzwerk, in dem die einzelnen pakistanischen Warlords und Taliban-Anführer ihre Differenzen beiseite gelegt haben, und das zu einer geopolitischen Herausforderung nicht nur für Pakistan selbst sondern auch für die NATO und die Anrainerstaaten wird. Die neuen Köpfe dieser Taliban-Fürsten erscheinen kaum in internationalen Medien, ihre Namen stehen für einen chaotischen Nuklearstaat am Rande des politischen und gesellschaftlichen Zusammenbruchs.

Sunday, May 24, 2009

Sie lieben den Himmel - Neues von der Islamic Jihad Union



Unter dem Titel “Die den Himmel lieben”, veröffentlichte die Islamische Dschihad Union (IJU) aus Afghanistan/Pakistan ein weiteres Propagandavideo, diesmal eine 10minütige Aufnahme, die einen Teenager-Selbstmordattentäter bei seiner Mission zeigt.
Unterlegt mit türkischen und englischen Texten und Informationen filmen die Islamisten Kampfszenen aus Afghanistan, getötete Mujaheddin und die Vorbereitung für Suizidanschläge.
Hauptakteur des Videos ist ein jugendlicher Afghane namens Hayatullah, geschätzt maximal 20 Jahre alt, der auserwählt wurde eine Attacke auf einen NATO-Konvoi durchzuführen. Bepackt mit dutzenden präparierten Artilleriegeschossen, Mörsergranaten, Gasflaschen und Batterien, steuert der junge Mann schließlich ein Auto in einen amerikanischen Humvee, irgendwo auf einer afghanischen Piste, gefilmt aus der Distanz. In einem Feuerball verschwindet das Fahrzeug des Attentäters und das Militärfahrzeug, begleitet durch Freudenschreie der filmenden Islamisten.

Außergewöhnlich ist das Auftauchen einer Person, am Anfang des Videos, welche auf eine Verbindung zwischen der IJU und Al Qaida schließen lässt. Für einen kurzen Augenblick erscheint der im Januar 2008 getötete Al Qaida Ausbilder Abu Laith al Libi, einer der ranghöchsten und bedeutsamsten Feldkommandeure des Terrornetzwerkes.
Die mittlerweile bekannten deutschen Mitglieder der IJU tauchen nicht auf.







Friday, April 24, 2009

UPDATE zu "Die Brüder die den Tod suchen"


Nachdem hier im Zuge der „Dschihad News“-Serie über die Chouka-Brüder aus Bonn berichtet wurde , die mittlerweile im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet als Mujaheddin der Islamischen Dschihad Union kämpfen, möchte ich hier einige neue Informationen über die beiden Personen preisgeben.

Mounir Chouka alias Abu Adam, heute 27 Jahre alt, besuchte wie auch sein drei Jahre jüngerer Bruder Yassin, einen katholischen Kindergarten und eine katholische Grundschule, später dann das Gymnasium wo beide ihr Abitur erhielten.

Im Privatleben traf man sie häufig zusammen im Fußball- und Basketballverein. Beide absolvierten den Grundwehrdienst der Bundeswehr. Das Jahr 2004 veränderte die Brüder entscheidend, sie kehrten dem Leben als anscheinend integrierte Deutsch-Marokkaner den Rücken und wandten sich dem Islam intensiv zu. Zunächst veranstalteten sie Gebetskreise, Diskussionsrunden und Vorträge zum Thema Islam, Muslime und Politik in islamischen Ländern. Schnell entwickelte sich ihr Engagement zum Spendensammeln, anfangs für Hilfsorganisationen in arabischen und asiatischen Ländern, dann wohl im geheimen ging es darum Gelder an militante Gruppen in den Krisenregionen von Palästina bis Pakistan zu schleusen. Der jüngere Yassin brach nach seiner Hajj in Mekka das Studium zum Elektrotechniker und begann religiöse Schriften zu studieren.

2006 gründete das Duo eine Gruppe namens „Ghazwah Express“ deren Mitglieder angeblich „bewaffnete Operationen“ im Bundesgebiet ausführten sprich Diebstähle und Raubüberfälle um weiterhin Unterstützung für den Dschihad bereitstellen zu können. Deutschland verließen die beiden im Februar 2007, ihr Ziel war zunächst der Jemen. In der Region Hadramaut schlossen sich die Choukas der islamistischen „Al Murabitun“ an, die Teil der militanten Opposition zur jemenitischen Regierung ist und als Al Qaida Verbindung auf der südlichen Arabischen Halbinsel gilt. Wenige Wochen nach ihrer Ankunft im Jemen ernannte man beide schon zu Angehörigen des Führungskreises der Gruppe. Es fanden wohl mehrere Reisen zurück nach Deutschland statt mit dem Zweck der Geldbeschaffung und neue Kontakte zu knüpfen, u.a. auch zu wohlhabenden Geschäftsleuten aus den Golfstaaten.

Mitte 2008 führte eine Reise die Brüder schließlich nach Afghanistan wo sie sich der Dschihad-Bewegung der Taliban anschlossen und Mullah Mohammed Omar ihre Treue schworen.

Die letzte bekannte Etappe der beiden führte Ende 2008 in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet. Hier wurden sie Mitglieder der Islamischen Dschihad Union und kämpfen seitdem nicht nur auf afghanischem Territorium sondern laut Aussage von Quellen der IJU auch in Pakistan selbst.

Thursday, February 26, 2009

Al Qaida und die Finanzkrise – Abu Talha der Wirtschaftsexperte




In einem heute veröffentlichten Propagandavideo der As Sahab Produktion nimmt sich die Al Qaida der Finanzkrise als Thematik an. Bekay Harrach alias Abu Talha al Almani erläutert in der Audiobotschaft in der lediglich ein Standbild des mittlerweile bekannten Islamisten zu sehen ist, welchen Effekt die globale Wirtschaftskrise für die westliche Welt hat und warum der Islam als System der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ordnung Europas und Amerikas überlegen ist.

Die fortschreitende Säkularisierung und Abwendung vom Glauben haben dafür gesorgt, so Abu Talha, dass die Menschheit davon überzeugt sei die Gesellschaft folge einer neuen Ordnung. Als Rechtleitung und wegweisende Anleitung sei daher der Islam den Menschen offenbart worden. Allah wisse was der Mensch brauche und habe durch den Koran eine Anweisung gegeben nach dem alle Bereiche des Lebens geregelt seien, inklusive des Finanzsystems. Anders als der Kapitalismus der das Geld und Materielle selbst zum Gott erklärt, stehe im islamischen Finanzsystem weiterhin Allah als das einzig Anbetungswürdige im Mittelpunkt. Zinsen und Ausbeutung durch ungleiche Verträge seien mit dem Islam nicht vereinbar, Gott selbst habe die Zinserhebung zum Grund für die einzige im Koran vorhandene Kriegsdrohung genommen.

Da die Welt nicht begriffen habe dass der Islam das einzig funktionierende, gerechte Wirtschaftsmodell ist, werde der Kapitalismus durch die Zinsen und Habgier seine „Ruhe neben dem Kommunismus“ finden. Ohne Ausbeutung und mit Vernunft habe die islamische Religion eine Möglichkeit für die Menschheit geschaffen das Heil nach dem Tod zu erlangen.

Außergewöhnlich ist neben diesem ausführlichen thematischen Abgleiten der ansonsten weltpolitisch orientierten Propaganda der Al Qaida, dass der Sprecher weitestgehend moralische Appelle aussendet und das islamische System von Zinsverbot und Zakat im Detail und untermalt mit Koranversen und Hadith-Aussagen erklärt. Noch nie zuvor hat Al Qaida eine fast einstündige Gelegenheit wahrgenommen um über einen finanziellen Aspekt aktueller Weltgeschehnisse Botschaften zu verbreiten. Dass das jüngste Video von As Sahab an ein ausländisches Publikum gerichtet ist steht zweifelsfrei fest. Abu Talha al Almani redet komplett in deutscher Sprache, wird dabei aber durch arabische Untertitel übersetzt.

Kurios erscheint eine erscheinende Textgrafik unter dem Namen des Sprechers. Erklärt wird „Al Hafidh – Jemand, der den Koran auswendig kann“. Diese Begriffsdefinition soll die ausländischen, vornehmlich deutschsprachigen Zuschauer informieren, sollte aber für die islamistischen Kreise, die als erste mit Propaganda dieser Art in Kontakt kommen, vollkommen überflüssig sein. In religiösen Kreisen ist Muslimen bekannt was der Titel des „Hafez“ oder „Hafidh“ aussagt über die Qualifikation einer Person.

Tuesday, January 27, 2009

Der eine lebt noch...


Wieder ein Terrorvideo aus der Region Afghanistan-Pakistan, wieder ein maskierter Sprecher der auf Deutsch mit Anschlägen gegen die Bundesrepublik droht. Benutzen die Jünger Bin Ladens vermehrt die deutsche Sprache weil sie glauben wir verstünden ihre Botschaften nicht? Zuviel sollte man nicht hinein interpretieren, die notwendige Vorsicht ist dennoch geboten.




Sie kommen mittlerweile im Wochentakt, die islamistischen Propagandavideos mit Bezug auf Deutschland und die Stationierung der Bundeswehr in Afghanistan. Zunächst stürzten sich die Medien im Herbst 2008 auf zwei Videobotschaften aus den Bergen Zentralasiens in denen ein deutscher Konvertit, ein 20jähriger Saarländer namens Eric B. alias „Abdel Ghaffar al Almani“, der erst im Januar 2007 zum Islam konvertiert war und seitdem eine rasante Radikalisierung durchgemacht haben muss, die ihn vom unauffälligen Schüler aus Neunkirchen zum überzeugten Dschihadi werden ließ. Mittlerweile wird dieser in Deutschland rekrutierte, selbsternannte Gotteskrieger polizeilich und geheimdienstlich gesucht, seine Anschlagsdrohungen gegen die Bundesrepublik werden ernst genommen wobei sein Aufenthaltsort höchstwahrscheinlich immer noch die Bergregion im Grenzgebiet zu Afghanistan ist. Zusammen mit seinem deutsch-libanesischen Freund Houssein al-M. reiste „Abdel Ghaffar der Deutsche“ über Ägypten in die Ausbildungslager der „Islamic Jihad Union“ (IJU), einer islamistischen Organisation die ihren Ursprung in Usbekistan hat und eine Folgeerscheinung des Afghanistankrieges der 1980er Jahre ist. Mujaheddin dieser Vereinigung trainieren und kämpfen seitdem auf dem Schlachtfeld Afghanistan/Pakistan gegen US-Truppen, das internationale NATO-Kontingent und deren einheimische Verbündete. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht die IJU Propagandavideos die aber von der Qualität her ein niedrigeres Niveau aufweisen als die Al Qaida Video der As Sahab Production.

Heute nun tauchte ein weiteres, halbstündiges Video der Islamic Jihad Union auf, Anlass diesmal der israelische Krieg gegen Gaza und die Untätigkeit des Westens. Gezeigt werden dramatische Bilder aus den Palästinensergebieten, verletzte und getötete Kinder, Zivilisten die von israelischen Soldaten misshandelt werden und immer wieder das Bild der Jerusalemer Al Aqsa Moschee. Erst zum Ende hin spricht der schwarz-maskierte, deutschsprachige Islamist. Wo sei Frau Merkel und ihr Kabinett während der israelischen „Massaker“ in Gaza gewesen, wo sei Amerika gewesen und die Menschenrechte. Deutschland und die anderen Verbündeten der USA würden bekämpft werden durch die Mujaheddin der Islamic Jihad Union und für das Jahr 2009 halte man einige „Überraschungspakete für die Besatzungsmächte“ bereit.

Der deutsche Islamist ist nicht der einzige Ausländer in der Runde der bewaffneten Kämpfer, die allesamt amerikanische Militäruniformen tragen, wie sie mit stolz betonen, oder zumindest Jacken mit ähnlichem Tarnmuster wie das der US-Armee. Andere Mitglieder der IJU kommen ebenfalls zu Wort, sprechen u.a. Türkisch und Russisch, eine internationale Truppe des Dschihad, viel kleiner als die Al Qaida Truppen, aber ähnlich entschlossen und fanatisch.

Ändert sich durch das vermehrte Auftauchen der Propagandafilme mit deutschsprachigen Mujaheddin die Gefahrenlage in der BRD? Von offizieller Seite, BKA, Verfassungsschutz und BND heißt es man beobachte die Lage, analysiere die Gefahr die von den bekannten Personen aus der islamistischen Szene ausgehe und betone immer wieder dass Deutschland längst im Visier der Dschihad-Terroristen sei. Insgesamt dürfte oft man in diesen Kreisen ein Gefühl des Aufatmens empfinden, denn diese Personen befinden sich (noch) weit entfernt, in einer auch für sie lebensgefährlichen Region, einem Kriegsschauplatz an dem tagtäglich Personen aus ihren Reihen erschossen, weggebombt und inhaftiert werden. Solange sich Eric B., Bekaay Harrach, Houssein al-M. und andere noch irgendwo im Niemandsland entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze aufhalten, geht von ihnen in Deutschland selbst keine unmittelbare Gefahr aus.

Die in den Trainingslagern in den pakistanischen Stammesgebieten und im südlichen Helmand Afghanistans erlernten Fähigkeiten zum Bombenbau müssen hingegen die Alarmglocken deutscher Behörden auslösen. Durch ihre Reise in die Ausbildungsstätten des modernen Dschihad werden aus den anfänglich oft naiven, unfähigen dennoch absolut überzeugten und todeswilligen Terror-Anwärtern geschulte, schlachterprobte, fanatisierte, potentielle Selbstmordattentäter oder neue Rekrutierer für den heiligen Krieg.

Verhindert werden soll deshalb nicht unbedingt die Aktivität dieser jungen Männer in den Ländern ihres derzeitigen Aufenthalts, sondern stattdessen ihre Rückkehr in die ehemalige Heimat. Aus Sicht der Bundesregierung wäre es eher erstrebenswert den „deutschen Mujaheddin“ ihren ersehnten Tod auf dem Schlachtfeld Afghanistan oder Pakistan zu bereiten und damit die von ihnen ausgehende Bedrohung für Deutschland auszuschalten.

Um wen es sich letztendlich in der neusten Terrorbotschaft an die Bundesrepublik Deutschland handelt kann mit Gewissheit noch nicht gesagt werden, der Verdacht liegt nahe dass es sich um den gesuchten Houssein al-M. handelt, einem Kameraden von Eric B. der bereits in zwei Videos der Islamic Jihad Union auftauchte und ein großes mediales Echo in Deuschland auslöste. Wo sich der deutsche Konvertit im Moment aufhält kann jetzt nur noch gemutmaßt werden.


Warum taucht Eric B., der Vorzeige "German Mujahed" nicht in der aktuellsten Veröffentlichung der Islamic Jihad Union auf? Vielleicht starb er mittlerweile im Kampf gegen US- und andere NATO-Truppen, vielleicht verübte er ein Selbstmordattentat irgendwo zwischen Herat und Peshawar, wobei dann wahrscheinlich ein Video seiner Tat oder zumindest seine Abschiedsbotschaft ("martyr-will) veröffentlicht worden wäre. Fairerweise muss die Wahrscheinlichkeit erwähnt werden dass Eric B. an der Planung von Anschlägen in Deutschland beteiligt ist oder schon auf dem Weg zurück in die alte Heimat ist...