Showing posts with label Obama. Show all posts
Showing posts with label Obama. Show all posts

Monday, August 3, 2009

"Iran ist der Feind" - neues Interview mit Ayman al Zawahiri


In einem heute neu veröffentlichten Video-Interview von As Sahab, äußert sich Zawahiri 1 Stunde 30min zu verschiedenen Themen der Weltpolitik.
Zwei Hauptpunkte seiner propagandistischen Weltreise sind:

1. Obama ist nicht besser als Bush, seine Versprechen an die Palästinenser sind leer, seine Unterstützung gilt Israels Interessen.

2. Iran ist ein Freund Amerikas im Kampf gegen die islamische Ummah (zu denen Zawahiri ideologisch nicht die Schiiten zählt). Vor dem Krieg der USA gegen Afghanistan habe das iranische Regime bereits durch ihren Söldner Ahmed Shah Massud Unruhe und Gewalt in Afghanistan geschürt, nach dem 11.September hätten sich Iran und Amerika verbündet um die Taliban zu stürzen.
Später habe man auch Saddam Hussein entmachtet und damit dem Iran zu neuer geopolitischer Stärke verholfen.

Zu sehen sind neben Zawahiri und alten Frequenzen aus verschiedenen Konfliktzonen u.a. der ehemalige britische Außenminister Jack Straw, Präsident Obama bei seiner Kairoer Rede Anfang des Jahres, der ehemalige iranische Präsident Khatami und sein damaliger Außenminister.

Thursday, July 30, 2009

Bald neues von Al Qaida: der weise Zawahiri


Al Qaidas Medienabteilung As Sahab kündigte heute ein neues Video an, welches bald veröffentlicht werden soll.


Dem Werbebanner zu entnehmen ist dass es sich um ein Interview mit Ayman al Zawahiri handelt.
Man darf gespannt sein zu welchen Themen sich der Bin Laden Vize äußern wird, das Erscheinen der Staatsoberhäupter Putin, Obama und Chatami lässt einiges vermuten.

Saturday, June 13, 2009

Der Muster-Dschihadist


Als im Oktober 2004 zum ersten Mal ein vermummter Islamist in Al Qaida Videobotschaft auftauchte, der in englischer Sprache mit amerikanischem Akzent den Ungläubigen mit dem Heiligen Krieg drohte, rätselten Sicherheitskräfte wer sich hinter der schwarzen Maskierung und der Lesebrille verbirgt.
Erste Vermutungen bestätigten schließlich dass es um den amerikanischen Staatsbürger Adam Yahye Gadahn handelt, einen aus Kalifornien stammenden Sohn jüdischer Eltern. Geboren in Oregon wuchs Gadahn mit seiner Familie auf deren Ziegenfarm im kalifornischen Süden auf. Im Alter von 16 Jahren verließ der begeisterte Hardrock-Musiker das Elternhaus und zog in den West Floral Park bei Santa Ana, wo er einen Job als Computerfachmann fand. Unglücklich mit seiner Lebenssituation beschäftigte sich Gadahn zunächst mit dem Evangelikalen Christentum als Anleitung und Richtlinie im Leben, schnell aber lehnte er den christlichen Glauben ab, begann 1995 regelmäßig das Zentrum “Islamic Society of Orange County” zu besuchen. Junge Fundamentalisten die Gadahn dort traf überzeugten ihn schließlich den Islam anzunehmen. Nach einem gewaltsamen Angriff auf einen aus ihrer Sicht zu moderaten Islamlehrer, verbüßten einige Mitglieder der kleinen extremistischen Studentengruppe, inklusive Adam Gadahn zwei Jahre in einem kalifornischen Gefängnis.
1998 machte sich der junge Konvertit im Alter von 20 Jahren auf eine Reise nach Pakistan, von der er nicht wieder in die USA zurückkehren sollte. Gadahn heiratete eine Afghanen die in Pakistan als Flüchtling lebte, hielt weiterhin über Telefon und Internet Kontakt zu seiner Familie in den Vereinigten Staaten. Von dieser Zeit an fand der ehrgeizige Neu-Muslim seinen Weg in die Ränge der Al Qaida. Seit 2003 soll Gadahn zum Planungszirkel des Terrornetzwerkes gehören und regelmäßig konsultiert werden falls es Operationspläne für westliche Länder und Ziele gibt. Ein Gericht in Kalifornien verurteilte Gadahn im Oktober 2006 in Abwesenheit wegen “Verrat wegen Unterstützung der Feinde Amerikas”, damit ist er der erste US-Bürger der seit 1956 aufgrund dieses Tatbestandes angeklagt wurde.
US-Behörden vermuten den Islamisten der sich “Abu Azzam al Amriki” nennt, in Pakistan. Wahrscheinlich ist sein Aufenthaltsort eine eher urbane Gegend, etwa Quetta, vielleicht sogar Peshawar, Islamabad oder Karachi.
Regelmäßig erscheint der langbärtige Al Qaida Propagandist in Videoproduktionen der As Sahab, predigt meist in Englisch und sticht besonders durch seine Rhetorik und präzise Sprache heraus.




Jüngst meldete sich Adam Yahiye Gadahn heute in einem Propagandavideo mit dem Titel “Lasst uns den Dschihad und die Aufopferung fortsetzen”. Erstmals trägt Abu Azzam darin seine Predigt komplett auf Arabisch vor, begleitet von englischen Untertiteln. Immer noch mit leichtem Akzent, aber durchaus professionellen Arabisch-Kenntnissen liest er unverhüllt einen Text ab der im Besonderen an die Menschen in Gaza gerichtet ist. Durch den klaren Bezug auf die israelische Offensive zum Jahreswechsel 2008/09 und die Obama-Rede in Türkei im April diesen Jahres lässt sich vermuten dass die Aufnahme schon älter ist. Gadahn fordert darin die Muslime in den arabischen Staaten auf, ihre Regime zu stürzen, den Dschihad fortzusetzen und erläutert die religiöse Pflicht zur Befreiung Palästinas von den “verbrecherischen Zionisten”. Zudem greift der ehemalige US-Bürger den Präsidenten direkt an, seine Reden seien gemacht um die Muslime vom Weg des Dschihad abzuleiten und zu besänftigen. Dabei seien seine Worte nichts anderes als die Worte von Bush, nur in einer “süßeren Sprache” verpackt. Obama vergieße durch seine Zustimmung zum Gaza-Krieg Israels, durch die Bombardierung der pakistanischen Stammesgebiete und durch die Entsendung von mehr US-Truppen nach Afghanistan, nur weiteres Blut von Muslimen. Außerdem wolle er die “Judaisierung von Palästina”, und verhindere deshalb nicht den israelischen Siedlungsbau.
Benjamin Netanyahu, Israel´s neuem Premierminister wirft Gadahn vor, ein Lügner zu sein, der schon immer das eine gesagt, aber etwas anderes getan hätte.

Wednesday, June 3, 2009

Dschihad News VIII


Propaganda

Neues Video von Eric Breininger alias "Abdul Ghafar al Almani"





Abu Yahya al Libi in As Sahab Video der Al Qaida:



Erneut meldet sich ein deutschsprachiger Dschihad-Kämpfer in einem Video der Islamic Jihad Union zu Wort. Das letzte Mal als man von Eric Breininger hörte war vor fast einem halben Jahr, seitdem tauchten die beiden Bonner Brüder Abu Adam und Abu Ibrahim mehrfach in Propagandavideos auf, einige davon wurden komplett in Deutsch verfasst und richteten sich primär an die Bundesrepublik.
Die deutschen Behörden gehen seitdem davon aus dass sich die deutschen Mujaheddin, die unter der Flagge der IJU kämpfen, im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten, vermutlich in den Trainingslagern der Organisation in Nord- und Süd-Waziristan. In der nächsten Veröffentlichung der IJU-Medienabteilung zeigt sich Eric Breininger mit einer Kalaschnikow posierend in einer Felsschlucht. “Wir befinden uns hier in Afghanistan, um uns gegen die Kuffar vorzubereiten”, so der mittlerweile bundesweit gesuchte Islamist. Datiert wird das Video auf den 28.Mai 2009, und widmet sich mit knapp 12 Minuten Länge vor allem dem usbekischen Kommandeur Abdullah Fatih der IJU, der erstmals zusammen mit bekannten Al Qaida Größen wie Abu Yahya al Libi und Abu Laith al Libi zu sehen ist. Eine Szene zeigt den offiziellen militärischen Emir der Al Qaida in den FATA zusammen mit dem usbekischen IJU Führer. Ebenfalls zu sehen ist der inzwischen getötete Chef-Ausbilder der Al Qaida Abu Laith al Libi, der im Januar 2008 durch einen US-Drohnenangriff ums Leben kam.



Bedeutung für die Sicherheitslage der Bundesrepublik und der deutschen Soldaten in Afghanistan dürfte das Video nur sofern haben dass durch die Person Breininger selbst sein Aufenthaltsort genannt wird, er sich vermutlich in Afghanistan aufhält und nicht mehr in der pakistanischen Grenzregion. Klarer denn je wird außerdem das Verhältnis der IJU zur Al Qaida. Durch das Auftauchen von Abu Yahya al Libi kann man darauf schließen dass Al Qaida die Islamic Jihad Union als Teil ihres länderübergreifenden Netzwerkes der Allianzen versteht. Al Libis Predigten an der Seite des IJU Kommandeurs Fatih stellen in der Dschihadi-Szene so etwas wie einen religiös abgesegneten Qualitätsstempel für die Organisation dar, seine Funktion als Chef-Ideologe auf dem Schlachtfeld und als selbsternannte Imam verleiht der IJU eine gewisse Autorität und adelt sie in die Ränge der obersten Dschihad-Riege. Anzumerken ist dass Al Libi zum ersten Mal mit einer weißen Kopfbedeckung zu sehen ist, sonst erschien die Person des dunkelhäutigen Predigers in Uniform nur mit schwarzem Turban, ein Zeichen für die aktive Teilnahme am Heiligen Krieg.

Warum die Islamische Dschihad Union die Szene von Breiningers-Auftritt, die bereits im Oktober 2008 in einem Video verwendet wurde, wieder in ein Propagandavideo einbaut ist fraglich, vermutet werden kann ein Zusammenhang mit der Europa- und Bundestagswahl.


Propaganda

Wenn einer eine Reise tut...



Gespannt und wartungsvoll beobachtet die arabische Welt seit Tagen den ersten Besuch des neuen US-Präsidenten Obama in den Nahen Osten. Zunächst reist der Hoffnungsträger Nr.1 nach Saudi-Arabien, dann weiter nach Kairo.
Worum es bei den Gesprächen mit dem saudischen Königshaus geht, dürfte außer Frage stehen. Alte Pakte müssen erneuert werden, es geht Obama darum den arabischen Royals zu versichern dass Amerika weiterhin an einem stabilen Öl-Lieferanten interessiert ist, und dass man gemeinsam die islamistische Gefahr, den Hauptfeind der saudischen Monarchie, bekämpfen will. Interessanter dürfte Obamas Auftritt im Millionen-Moloch am Nil sein. Hier im Herzen der arabischen Welt (die Araber nennen Kairo auch “Mutter der Welt”) muss der schwarze Mann im Weißen Haus diplomatisches Geschick beweisen. Ägyptens unangefochtenes Staatsoberhaupt Mubarak ist nicht gerade für seine Liebe zur Demokratie und Menschenrechten bekannt, politische Gegner aller Facetten vegetieren in seinen Kerkern dahin und das radikalislamische Potential des arabischen Megastaates unter Kontrolle zu halten bedarf eines gewaltigen Polizei- und Geheimdienstapparates. Die Annäherung an Israel, gerade während der Gaza-Offensive Anfang des Jahres, ließ Mubarak aus Sicht der meisten Muslime weiter moralisch versinken. Obamas Administration weiß darum wie wichtig Ägypten als Sicherheitsgarant in der Region ist, welche Rolle die Ägypter vor allem in Bezug auf den Nahostkonflikt spielen können. Trotzdem wird sich es Mr.President nicht nehmen lassen Demokratiedefizite und eingeschränkte Freiheitsrechte anzusprechen.
Im Kern verändert sich durch Obamas Tour nichts am Verhältnis zwischen den absolut proamerikanischen Regimen von Riad und Kairo und Washington. Rational gesehen ist es ein Besuch bei Freunden, denen der Rückhalt in der Bevölkerung schon sehr lange fehlt. Meist sind die Partner im Anti-Terror-Kampf eben jene die besonders dadurch auffallen dass die von ihnen verteidigten Werte und Rechte in den eigenen Ländern und für die eigenen Völker nicht gelten. Einst sagte Donald Rumsfeld sogar über den Ex-Diktator von Bagdad: “Saddam ist ein Schwein, aber er ist unser Schwein!” Change kann auch ein Barak Hussein Obama nicht in die arabische Wüste und an den Nil bringen.
Noch bevor er überhaupt dort eintraf schickten ihm zwei weniger freundlich gesinnte Personen ein paar unnette Worte mit auf den Weg.

Gleich zwei Tonbandbotschaften der Al Qaida Führung tauchten auf, das eine von Ayman al Zawahiri war gestern auf islamistischen Websites erschienen. Darin verweist der ägyptische Al Qaida Vize auf Obamas anstehende Reise und bezeichnet die Staatsoberhäupter die ihn treffen werden als “Sklaven und Folterknechte Amerikas”. Unter Obama, so Zawahiri, werde sich an der amerikanischen Nahost-Politik nichts ändern, das Gerade vom Wandel und einem neuen Kurs sei eine “PR-Lüge”. Den Ägyptern riet Zawahiri den US-Präsidenten nicht willkommen zu heißen, man brauchte keine neue Botschaft aus Washington, die Muslime hätten die “blutige Botschaft” der Obama-Politik längst erhalten. Weiterhin betreibe Amerika Foltergefängnisse wie Bagram in Afghanistan, weiterhin seien US-Soldaten im Irak, zusätzliche Truppen seien auf dem Weg nach Afghanistan. Klares Ziel der Tonbandnachricht ist: Obamas Image zu zerstören, die Araber darauf aufmerksam zu machen dass sich vielleicht das Gesicht der US-Politik geändert habe, die Inhalte aber die gleichen bleiben.
Nachdem der Stellvertreter seine Rede als MP3 verbreitet hatte, lieferte heute Al Jazeera den nächsten Ruf aus dem Verborgenen. Mit krankwirkender, müder, geschwächter Stimme meldete sich Osama Bin Laden zu Wort. Nur schwer lässt sich sagen ob die heute ausgestrahlte Audiobotschaft tatsächlich aktueller Natur ist oder bereits vor Wochen aufgezeichnet wurde.
Konkret zum Obama-Besuch in Ägypten und Saudi-Arabien äußert sich der Terrorchef nicht, sehr wohl aber greift er den neuen amerikanischen Präsidenten an. Es sei der von ihm ausgeübte Druck auf die pakistanische Regierung gewesen, beteuert
Bin Laden, der zum “Morden, Kämpfen, Bombardierung und Zerstörung” im Swat-Tal geführt habe, die USA seien verantwortlich für den Tod von Muslimen und die Vertreibung Hunderttausender aus Nord-Pakistan und den Stammesgebieten. Obama habe eine neue Saat für Hass in der muslimischen Welt gesät, und damit bewiesen dass er den gleichen Weg einschlage wie sein Vorgänger Bush. Durch den direkten Verweis auf die pakistanische Militäroperation in Swat und die Flüchtlingswelle kann die Aufnahme unmöglich vor Anfang Mai gemacht worden sein. Höchstwahrscheinlich besitzt Al Jazeera das 25minütige Band schon seit längerer Zeit, entschied sich aber erst jetzt, kurz vor dem Eintreffen Obamas in Kairo, zur Veröffentlichung. Stimmanalysen werden zeigen dass es sich bei dem Sprecher tatsächlich um Bin Laden handeln, dessen Gesundheitszustand wohl heftig debattiert werden wird. Fakt ist dass der Al Qaida Gründer lebt, die Botschaft selbst ist weniger neu, sie enthält keine neuen Drohungen, richtete sich hauptsächlich an die Muslime von Pakistan, erläutert dass das Blutvergießen Teil eines amerikanischen Plans ist das Land zu destabilisieren und die islamische Nation zu zerstören.

Propaganda
Ankündingung: Exklusive Fotos und Videomaterial von Abu Mussab al Zarqawi

Aus der Dschih@d-Szene ist zu erfahren dass in naher Zukunft (höchstwahrscheinlich im Laufe der nächsten 48 Stunden) bisher unveröffentlichtes Foto- und Videomaterial des getöteten Al Qaida Führers im Irak, Abu Mussab al Zarqawi, zugänglich sein wird. Diese Nachricht ist nicht ungewöhnlich bedenkt man die vielen Gerüchte die im Internet seit der Ermordung des gefeierten Märtyrers kursieren. Immer wieder wurde berichtet die irakische Al Qaida Medienabteilung besäße bislang unbekannte Videoaufnahme von Zarqawi, darunter Szenen die den Islamistenführer während aktiver Kampfeinsätze zeigen. Nach dem ersten medialen Erscheinen Zarqawis ohne die übliche Maskierung blieben ihm nur wenige Wochen bis seine amerikanischen Jäger der geheimen Taskforce 145 Erfolg hatten und ihn in der Nähe von Baquba töteten.

Westafrika
Es zahlte niemand.


30.Mai 2009, 19:30 Ortszeit soll Edwin Dyers Todeszeitpunkt sein. Der nordafrikanische Zweig der Al Qaida “Al Qaida im Islamischen Maghreb” (AQIM) ließ in einem zweiseitigen Statement verlauten man habe die britische Geisel, Edwin Dyer, nach Ablauf eines Ultimatums hingerichtet “damit er und der britische Staat ein kleines Stückchen von dem spüren was unschuldige Muslime tagtäglich durch die Kreuzritter und Juden von Ost nach West erleiden müssen.” Dyer war im Januar 2009 zusammen mit zwei kanadischen Diplomaten, einer deutschen und zwei schweizer Touristen im Grenzgebiet zwischen Niger und Mali entführt worden als sie von einer Reise ins Tuareg-Gebiet zurückkehrten. Sowohl die beiden Kanadier als auch die deutsche Geisel und eine Schweizerin wurden inzwischen von den Islamisten freigelassen. Angeblich, so hieß es aus Westafrika in den letzten Wochen, verlangten die Entführer 14 Millionen Dollar Lösegeld für Dyer und den Schweizer. Offiziell versuchte die Al Qaida in Nordafrika den in Großbritannien inhaftierten Hassprediger Abu Qatada freizupressen. Dieser Forderung war die britische Regierung nicht nachgekommen, Sicherheitskräfte in der Region hatten mehrfach versucht islamistische Kämpfer festzunehmen und zu töten, in Mauretanien und Libyen erlitt die Al Qaida schwere Verluste, so dass man nervös reagierte und anscheinend mehrfach den Aufenthaltsort wechselte. Das Dokument welches über das Internet veröffentlicht wurde enthält keine Fotos, also lässt sich der tatsächliche Tod von Edwin Dyer, der an einer organisierten Reise in Westafrika teilnahm und in Österreich beruflich tätig war, nicht bestätigen.

Propaganda
Exportschlager




Wahhabitische und salafistische Auslegung des islamischen Glaubens verlangen nach einer Reinigung der Religion von allen modernen, fremden und äußeren Einflüssen. Angestrebt wird ein puritanischer Islam ohne westliche Beeinflussung, eine reine, erzkonservative Lehre deren einzige Grundlage Koran und Sunnah in ihrer wortwörtlichen Form sein sollen. Jede Form von Schmuck, von Überfluss, Luxus oder Ausdruck von Kreativität die einem anderen Zweck dient als der Liebe zu Allah und seinem Propheten sind untersagt. Solche Verbote führen dazu dass die Dschihad-Szene teilweise zu einer sehr kargen, schmucklosen Kultur geworden ist, in der man sich oft auf das nötigste beschränkt. Sichtbar wurde dies unter dem Regime der Taliban in Afghanistan als sowohl Filme als auch Musik, Tanz, Gesang, Malerei und Fotografie untersagt wurde. Interessanterweise findet dieser islamistische Puritanismus auch Ausdruck in der Wahl der Logos dschihadistischer Gruppierungen. Dem afghanischen Staat verliehen die Koranschüler eine simple Nationalflagge, das islamische Glaubensbekenntnis in schwarzer Kalligrafie auf weißem Grund, Saudi-Arabien besitzt heute noch eine ähnliche, grün-weiße Variante mit zusätzlich abgebildetem Säbel. Einst soll der Prophet selbst die sogenannte “Kalimah-Flagge” eingeführt haben, ein Banner das in zwei verschiedenen Versionen den Hoheitsanspruch des Islam repräsentieren soll. Die einfache Flagge mit dem Bekenntnis “Ich bezeuge dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Mohammed sein Prophet ist” (Shahada genannt) soll an der Spitze der islamischen Heerscharen getragen worden sein und zwar mit weißer Schrift auf schwarzem Grund, die sogenannte “Dar al-Harb”-Flagge. Dar al-Harb beschreibt das “Land des Krieges”, so wurden und werden Regionen bezeichnet in denen das islamische Recht der Sharia noch nicht eingeführt wurde, d.h. in denen der Islam noch nicht offiziell Staatsreligion ist sondern erst durch die Muslime zum Sieg gebracht werden muss. Anders symbolisiert die weiße Flagge mit schwarzer Schrift (Dar al-Salam = “Haus des Friedens”), wie in Afghanistan ab 1996 bis 2001, ein Land in dem der Islam bereits herrscht und nach Sharia-Recht regiert wird. In jüngster Zeit machten sich einige militante islamistische Bewegung diese Symbolik zu nutzen und verwenden sie als Logo und Erkennungszeichen. Bekannt wurde hier besonders das Logo des “Islamischen Staat im Irak” (kurz ISI). In einem weißen Kreis auf schwarzem Grund steht hier in schnörkellosen, extrem einfach gehaltenen Buchstaben das islamische Glaubensbekenntnis. Verwendet hat es die irakische Al Qaida nachdem die Organisation ihre Metamorphose von der “Al Qaida im Zweistromland” über den “Mujaheddin Shura Council” bis zum ISI durchmachte. Heute ist die Flagge Symbol für die verbliebene Al Qaida im Irak, tauchte jedoch seitdem in einer Reihe anderer Länder ebenfalls auf. Zunächst veröffentlichten im Internet islamistische Gruppen aus Gaza Statements und Fotos die die ISI-Flagge in den palästinensischen Gebieten zeigt, dann folgten die somalischen Mujaheddin der Shabaab und schließlich die im Jahr 2008 neu gegründete “Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel”, der jemenitisch-saudische Ableger des weltweiten Terrornetzwerks. Aber nicht nur in Somalia, dem Jemen, Irak und den Palästinensergebieten findet die ISI-Flagge Verwendung. Durch ihren universellen, nicht an eine Region oder einen Konflikt gebundenen Charakter, wird sie zu Propagandazwecken vor allem im Internet benutzt um Dschihad-Unterstützung per Mausklick und Photoshop zu ermöglichen. Banner, Werbeposter und Fanmaterial ziert sie tausendfach, in Indonesien sah man sie während der Prozesse gegen die Hintermänner der Bali-Bomber sogar vor den Gerichtssälen im November 2008.

Hier einige Beispiele für den Exportschlager des ISI Logos:



US Soldaten finden bei einer Razzia in der irakischen Al Qaida Hochburg Diyala eine professionell angefertigte Flagge des “Islamischen Staat im Irak”.


Der DVD-Stand eines palästinensischen Dschihad-Unterstützers in einem Laden in Gaza wird mit einer ISI-Flagge verziert. Und auch beim Verteilen von Flugblättern der Al Qaida in Palästina kommt die Flagge im Mini-Format zum Einsatz.


Indonesiens Islamistenführer und Hassprediger Abu Bashir spricht im November 2008 anlässlich des Bali-Bomber-Prozesses vor einem Gerichtsgebäude während einer seiner Anhänger die ISI-Flagge als Symbol für die Al Qaida Sympathie in die Kameras der Journalisten hält.



Kaum hatten die somalischen Extremisten der Shabaab Anfang Mai 2009 strategisch wichtige Städte wie Baidoa und Vororte von Mogadischu gewaltsam eingenommen, tauchte die Fahne des ISI in der somalischen Hauptstadt auf.


Anfang des Jahres gab der jemenitische Al Qaida Chef al Wahayshi einem einheimischen Journalisten ein Interview. Von diesem Treffen existiert nur ein einziges Foto das den Reporter und den Dschihadi vor der ISI-Flagge zeigt.

Aserbaidschan
Vergeltung vom Nil bis zum Kaukasus (?)



International wenig beachtet spielt sich im Nahen Osten eine diplomatische Krise ab, die ein Theater offenbart das sich zwischen Geheimdiensten, kulturellen und politischen Allianzen abspielt. Hauptakteure sind Hisbollah und die iranische Führung auf der einen, der ägyptische Staat, israelische und amerikanische Politik auf der anderen Seite. Anfang April nahm das Spiel seinen Lauf, als die ägyptischen Behörden mitteilten man habe eine Terrorzelle der Hisbollah auf der Sinai-Halbinsel gesprengt. Die mehr als 30köpfige Gruppe sei damit beauftragt worden Orte für mögliche Anschläge auf israelische Staatsbürger in Ägypten auszukundschaften. Aus Beirut folgte sofort das Dementi, es gäbe keine Pläne für Terroranschläge am Nil, es seien normale Verbindungsleute der Hisbollah festgenommen worden, keine geheimen Agenten. Ägyptens Präsident Mubarak reagierte verärgert und drohte man werde keinerlei terroristische Aktivität dulden und auf Anschläge werde Vergeltung folgen. Vergeltung, darum soll es der Hisbollah gegangen sein als sie ihre Männer nach Ägypten entsandte. Ihr Auftrag sollte angeblich eine Racheaktion für die Ermordung des Hisbollah-Chefplaners Mughniyeh gewesen sein, den der Mossad im Frühjahr 2008 in Damaskus tötete. Im Streit zwischen Ägypten und der libanesischen “Partei Gottes” ging es letztendlich um mehr als nur um die unschöne Tatsache dass hochprofessionelle Terroristen im Staate Mubarak aktiv sind und israelisches Leben bedrohen. Auf gar keinen Fall wollte Ägypten als arabischer Vorreiter und populationsmäßiger Riese in der sunnitischen Welt Opfer einer Terrorkampagne werden deren Fäden in Teheran gezogen werden. Hinter der Hisbollah steckt der Iran, daran hat kaum ein Araber Zweifel. Der Widerstand der libanesischen Gotteskrieger gegen die verhassten Israelis wird von einer Mehrheit der arabischen Bevölkerung von Marokko bis Damaskus, und sogar deren Führern unterstützt, Sheikh Hassan Nasrallah stieg im Ansehen der Muslime weltweit nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Invasion Israels 2006. Womit sich aber nur wenige abfinden können ist die Tatsache dass Hisbollah weniger eine arabische, mehr aber eine schiitische und persisch kontrollierte Organisation ist. Vom Mullahstaat aus kommen Geld und Waffen, damit auch Befehle und Richtlinien, Nasrallah folgt den Anweisungen aus Teheran, schiitische Söldner der Iraner, so sagen böse Zungen, hätten den Libanon als Geisel genommen, politisch wie militärisch. Seit dem Irakkrieg und dem dort köchelnden und immer wieder aufflammenden Bürgerkrieges zwischen den ethnischen Parteien, droht sich ein Flächenbrand auf die gesamte islamische Welt auszubreiten. Schiismus gegen den sunnitisch, arabischgeprägten Islam, so sieht der neue “Kalte Krieg” von Nordafrika bis Südostasien aus. Jahrhunderte nach der konfessionellen Spaltung bilden sich neue Fronten aus alten Konflikten und die Spirale von Gewalt, Rache und Vergeltung beginnt wieder. Diesmal jedoch mit weltpolitischen Strategien, mit Ländergrenzen, Geheimdiensten und neuen Mitspielern. Ägypten sieht sich zusammen mit dem saudischen Königreich als eine Front in dieser Auseinandersetzung, man möchte die arabische Welt vereinen gegen den aufstrebenden, immer stärker werdenden Iran. Auf der anderen Seite strebt die iranische Großmacht nach der ultimativen Waffe, möchte als Globalplayer ernst genommen werden, die politische Führung um Ahmadinejad reizt nicht nur die USA mit provokanten Aussagen, und ganz allgemein arbeitet man an der Expansion der Khomeini-Revolution. Dank der Beseitigung Saddam Husseins, bietet sich der chaotische Irak wie ein Lamm auf der Schlachtbank den iranischen Mullahs auf dem Silbertablett, der Libanon mit seiner schiitischen Mehrheit droht zu einer Art iranischen Kolonie zu werden und insgesamt fürchtet man in den arabischen Staaten einen zunehmenden schiitischen Einfluss. Diesen zu bekämpfen und sich gegen ihn zu wappnen schließt für einige Staaten, vor allem Ägypten, nicht aus sich mit historischen Erzfeinden wie Israel einzulassen. Nur enger israelischer-ägyptischer Zusammenarbeit ist es zu verdanken dass es Mubaraks Sicherheitskräften gelang die Hisbollah-Truppe ausfindig zu machen, die im Sinai bereits Einheimische angeworben hatte. Die nächste Runde in diesem Diplomatiekrieg, in dem niemand irgendetwas zugeben oder offen aussprechen will, findet weit entfernt vom Nil statt, zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer. Behörden in Aserbaidschan verhafteten im Mai 2008 mehrere Männer die beschuldigt wurden für ausländische Kräfte zu arbeiten und Anschläge im Land zu planen. Genaue Informationen hatte man wohl nicht, denn einige kamen sehr schnell wieder aus der Haft und verließen daraufhin Aserbaidschan in Richtung Iran, Türkei und Libanon. Einige kehrten zurück, bildeten zwei Terrorzellen die in der Hauptstadt Baku besonders das Botschaftsviertel ins Auge gefasst hatten. Am 27.Mai 2009 begann der Prozess gegen zwei Libanesen und vier Aserbaidschaner denen vorgeworfen wird für Hisbollah zu Anschläge geplant zu haben. Israels Vertretung in Aserbaidschan befindet sich in einem Buisness-Tower in Baku, zusammen mit verschiedenen anderen Botschaften, nahe einer militärischen Radarstation. Dort sollten laut der vermeintlichen Pläne der Zelle mehrere Autobomben zur Explosion gebracht werden, alles Teil einer weltweiten Rache-Kampagne für die Mughniyeh-Ermordung. Ali Karaki und Ali Najemeddin, zwei libanesische Staatsbürger seien von der iranischen Revolutionsgarde über die iranisch-aserbaidschanische Grenze geschleust worden um in Baku Kontaktmänner anzuwerben. Vier schiitische Aserbaidschaner hätten als Unterstützer Informationen, Sprengstoff und Fahrzeuge für Hisbollah besorgt. Bis zum 10.Juni soll das Gericht entschieden haben was mit den Angeklagten geschehen soll. Von der Hisbollah kam bislang kein Statement zum Status der Festgenommenen oder der Anschuldigungen.


Pakistan
Ein Gesicht der neuen Taliban-Generation



Osama Bin Laden, Ayman al Zawahiri, Mullah Omar - fallen diese Namen wissen die meisten um wen es sich in etwa handelt. Sie sind die international meist gesuchten Terroristen, die Gesichter des islamistischen Terrors im neuen Jahrtausend. Ihre amerikanischen Jäger zweifeln im achten Jahr nach 9/11 nicht mehr daran dass sich die drei hochkarätigsten Terrorführer in Pakistan aufhalten, eventuell in den unkontrollierten Stammesgebieten an der afghanischen Grenze, vielleicht in den Metropolen Quetta oder Peshawar oder in den Slums von Karachi. Fest steht: Sie halten sich nicht mehr in Afghanistan auf, Pakistan ist zu einem “Safehaven” für Dschihadis geworden. Anders aber als für die NATO-Truppen im Nachbarland und Amerika ganz allgemein stellen diese Männer keine reale Bedrohung für den pakistanischen Staat dar. Ihre Aktionen haben globalen Charakter, ihre Ambitionen kennen keine Ländergrenzen, sie schließen Allianzen und Bündnisse, solange es ihren Interessen dient. Gefährlich für Pakistans Führung werden andere Personen, die außerhalb des Landes kaum jemandem bekannt sind. Diese inner-pakistanische Liste der Top-Terroristen wird immer länger, seit Jahren wächst die Zahl der pakistanischen Taliban-Gruppierungen, ihre Netzwerke wechseln ständig Namen, junge, charismatische Führer rufen immer neue Kampfgruppen ins Leben, radikalere Islamisten übernehmen die Befehle über Terrorcamps oder ganze Distrikte. Nach der Offensive im Swat-Tal stand fest dass der Terror inzwischen 100%ig pakistanisch ist, junge Männer aus den Armenvierteln Islamabads, aus den Dörfern Waziristans werden in Madrassas entsandt, erhalten ihre islamistische Gehirnwäsche und werden in den Trainingslagern zu Suizidbombern. Dabei haben die Taliban die ursprünglichen Methoden und Taktiken der Al Qaida übernommen, eine neue, gefährlichere Generation der Koranschüler ist im Begriff den Terrorismus zu reformieren. Fida Ullah gehört zweifellos zu jener Taliban-Generation. Pakistanische Sicherheitskräfte verhafteten den auch als “Abdul Rahman, Sohn von Fazl Hadi” bekannten Kommandeur der “Tehrik e-Taliban” am 27.Mai 2009 zusammen mit einem ehemaligen Abgeordneten aus den Stammesgebieten. Ihm wird vorgeworfen ein Selbstmordattentäter-Camp geleitet zu haben und direkt verantwortlich zu sein für große Anschläge in Islamabad (04.April 2009, acht Paramilitärs getötet/ 23.März 2009 Anschlag auf Basis der Spezialkräfte der Polizei). Insider nennen Fida Ullah einen der Top-Kommandeure von Baitullah Mehsud. Nach seinem Vorschlag entsandte die “Tehrik e-Taliban” 20 Selbstmordattentäter in die pakistanische Hauptstadt um spektakuläre Operationen auszuüben. Erst im Sommer 2007 verhaftete man den jungen, bärtigen Pakistani während des Aufstandes rund um die Rote Moschee von Islamabad, später entließ man ihn mit anderen Aufständischen. Im Gedenken an den während der Auseinandersetzungen um die Moschee getöteten Predigers Ghazi Abdul Rashid, baute Fida Ullah im Hangu-Distrikt der Stammesgebiete die “Ghazi-Einheit” auf, deren Basiscamp inzwischen zur “Tehrik e-Taliban” gehört. Ullah, geboren in Buner, schloss eine Madrassa-Ausbildung ab und gelangte im Zuge eines religiösen Seminars nach Islamabad wo er sich Maulana Abdullah Aziz und Ghazi Abdul Rashid anschloss. Laut der pakistanischen Polizei spielte er eine entscheidenden Rolle bei er Übernahme von Buner durch die Taliban im Frühjahr 2009. Seine Biografie ist beispielhaft für die Taliban-Bewegung der post-9/11 Zeit. Vertrieben und in ihren Strukturen aufgelöst gelang es den Koranschülern in den letzten Jahren in Pakistan eine Basis zu errichten, die das Ergebnis eines umfassendes ideologischen und politischen Kampfes ist. Islamistische Gruppierungen von Belutschistan bis Kashmir schmieden seit geraumer Zeit Bündnisse und Allianzen die vorher nicht denkbar erschienen. Geeint im Kampf gegen die proamerikanische Regierung von Islamabad, zunächst unter General Musharraf, jetzt unter der Administration Zardari, bildete sich ein mächtiges Netzwerk, in dem die einzelnen pakistanischen Warlords und Taliban-Anführer ihre Differenzen beiseite gelegt haben, und das zu einer geopolitischen Herausforderung nicht nur für Pakistan selbst sondern auch für die NATO und die Anrainerstaaten wird. Die neuen Köpfe dieser Taliban-Fürsten erscheinen kaum in internationalen Medien, ihre Namen stehen für einen chaotischen Nuklearstaat am Rande des politischen und gesellschaftlichen Zusammenbruchs.

Tuesday, June 2, 2009

Pauken und Trompeten? Bomben und Raketen!


Vom Weltall aus betrachtet ist Nordkorea nachts einer der dunkelsten Flecken der Erde. Ein Reich das sich getrieben von einer Paranoia fremder Invasion, mit allen Kräften gegen seine realen und imaginären Feinde zur Wehr setzt. Kim Jong Il muss sein kommunistisches Steinzeit-Paradies in einer globalisierten Welt ohne Kalten Krieg, ohne Klassenkampf, ohne klare Gegner und Unterstützer führen, diese schwere Last übernahm er vor fast genau 15 Jahren von seinem Vater Kim Il Sung. Jetzt gilt es seine eigene Nachfolge zu regeln, und der Saat das Überleben zu sichern. Autorität verleihen soll dem neuen Führer Nordkoreas eine Waffenkammer vor der die Welt erzittert, eine Maßnahme die nachvollziehbar, aber vollkommen wahnwitzig erscheint. Ob Kim´s Botschaft verstanden wird? “Ich lebe noch, aber wir bleiben nach meinem Tod unantastbar!”



Es hat nie etwas gutes wenn die Erde bebt, egal an welchem Ort des Planeten. Im südlichen Pazifik lösen die Beben Tsunamis aus, in den Bergregionen Zentralasiens und der Türkei verwandeln sie ganze Städte in Schutt und Asche. Eher selten registriert die Wissenschaft seismische Erdstöße der Stärke 4 und höher in Nordost-Asien. Am 25.Mai 2009 schlugen die Zeiger in Kalifornien, Alaska, Japan, Russland und Südkorea aus: irgendwo zwischen 4,5 und 4,7 lag die Stärke des Bebens welches die Behörden auf beiden Seiten des Pazifik aufzeichneten. Die Geburtsstätte der Erschütterung lag in über 10km Tiefe, in der nordkoreanischen Provinz Nord-Hamgyong, nahe der Stadt Kilju.
Noch bevor japanische oder südkoreanische Medien über den Vorfall berichteten meldete die russische Agentur ITAR-Tass, man wisse dass Nordkorea einen Nuklearsprengsatz mit einer Stärke von 20-Kilotonnen unterirdisch gezündet habe. Zum Vergleich: die über Hiroshima abgeworfene US-Atombombe verfügte über 12,5 Kilotonnen, die Nagasaki-Bombe hatte 22 Kilotonnen Sprengkraft. Anscheinend unbemerkt von westlichen Geheimdiensten und den Nachbarstaaten hatte die nordkoreanische Führung in den Wochen zuvor einen zweiten Atombombentest vorbereitet. Nach der ersten erfolgreichen Zündung im Jahr 2006, mit der sich das stalinistische Regime von Kim Jong Il in die Reihe der Atommächte bombte, hatte es ein diplomatisches Hin-und-Her zwischen Nordkorea und dem Westen gegeben. Zweifel an der Absicht des nordkoreanischen Diktators herrschten keine, er will die Weltgemeinschaft erpressen, sich freikaufen von der Isolation und den wirtschaftlichen Sanktionen, aus diesem Grund baut sein Regime seit Jahren eine Drohkulisse auf die wie der Revolver auf der Brust Amerikas wirken soll. Abrüstung und Aufgabe des nuklearen Arsenals gegen Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten, Rohstoffen und technischen Ersatzteilen, diesen Deal galt es von nordkoreanischer Seite zu erringen. Über all dem aber schwebt die eigentliche Angst vor einem gewaltsamen Sturz durch ausländische Kräfte. Kim Jong Il möchte nach seiner glorreichen Ernennung zum Anführer eines “Schurkenstaaten” und Mitglieds der “Achse des Bösen”, nicht den gleichen Fehler begehen der bereits Saddam Hussein, Mullah Omar und Slobodan Milosowic den Kopf oder zumindest ihre Macht kostete. Ein Regime mit nuklearen Defensiv- und Offensiv-Waffen, womöglich sogar noch mit Trägersystemen ausgerüstet die einen Sprengkopf interkontinental transportieren können, muss keine Gefahr von außen fürchten, weder der ewige Erzfeind Japan, noch die letzte Weltmacht USA werden es wagen Kim Jong Il militärisch zu beseitigen solange dieser atomare Gegenwehr einsetzen kann. Kein amerikanischer Soldat, keine ausländische Armee, wird einen Fuß nach Nordkorea setzen solange der “Irre mit der Bombe” seinen Finger auf dem Knopf hält.
Beim Atombombentest, der nach nordkoreanischen Angaben positiv verlief, blieb es letzte Woche nicht, es folgte nur wenige Stunden später der Abschuss von mindestens einer Mittelstreckenrakete mit 130km Reichweite.
Nur einen Tag später schossen die nordkoreanischen Militärs weitere Raketen in den pazifischen Ozean zwischen Nordkorea und Japan. Alles sei Teil der “Maßnahmen um die nukleare Abschreckung zur Selbstverteidigung zu stärken”, erklärte Nordkoreas Presseagentur KCNA. Mittlerweile weiß man durch südkoreanische Spionagequellen und vor allem durch die Aufklärung amerikanischer Satelliten dass in Anbyon, an der Ostküste von Kim´s Reich, eine Interkontinentalrakete und mehrere Mittelstreckengeschosse in Stellung gebracht wurden. Tagelang bereiten die Nordkoreaner nun den Test dieser vor allem in Japan und den USA gefürchteten Waffen vor. Seit 24 Stunden soll die Betankung der Langstreckenrakete nun laufen, die Abschussrampe werde vorbereitet, hieß es aus Südkorea.
Wie nicht anders zu erwarten hagelte es bereits letzte Woche Kritik von allen Seiten auf das nordkoreanische Regime nieder. Washington, Tokio, Seoul waren die ersten die ihre Verachtung für den Diktator und seine nuklearen Spielchen zum Ausdruck brachten, es folgten weitere Staaten, der UN-Chefsekretär Ban Ki Moon und nach einer Dringlichkeitssitzung auch der UN-Sicherheitsrat der einstimmig eine Verurteilung Nordkoreas verlauten ließ. Höchst ungewöhnlich schlug sich dabei sogar die Volksrepublik China auf Seiten der Nordkorea-Gegner. Pjöngjangs letzter Unterstützer strafte damit den unartigen ideologischen Sprössling Kim Jong Il zumindest diplomatisch ab. Paradox erscheint die Tatsache dass man es aus Peking hieß man sei ebenso wie der Rest der Welt vom Test der zweiten nordkoreanischen Atombombe überrascht worden. Das soll glauben wer will, fest steht dass die Volksrepublik der einzige und letzte wirtschaftliche und politische Alliierte Nordkoreas ist und ohne China eigentlich nichts mit Bezug auf das kommunistische Zwergenreich geschehen kann. Ernsthaft schenkt wohl niemand den chinesischen Aussagen Glauben, die Geheimdienste Pekings werden sehr genau über derart folgenschwere Aktionen informiert gewesen sein, wenn auch nicht ihre Zustimmung erteilten.
Was geht in Kim Jong Il vor dass er die Welt am 25.Mai mit dem Beben einer Nuklearexplosion wecken ließ? Beweisen musste der kleingewachsene Machtmensch nichts, spätestens seit 2006 weiß Washington wozu Nordkorea fähig ist. Mehr Rätselraten als tatsächliches Wissen war das was CIA & Co. seit den 1990er Jahren über das nordkoreanische Atomprogramm zusammengetragen hatten. Keiner wusste genau ob und wenn ja wieviel waffenfähiges Uran Kim besaß. Weder die Internationale Atomenergiebehörde IAEA noch die Südkoreaner, Russen oder Japaner waren sich sicher ob Nordkorea bereits einen Sprengkopf besaß. Dass es nicht nur einer ist, machte das Regime vor wenigen Jahren schon klar, wozu also ein zweiter Test?
Abschreckung ist nicht nötig, die neue US-Administration Obama fährt einen weitaus defensiveren Kurs als die Bush-Krieger, Afghanistan und Pakistan sind die größten Probleme des neuen Präsidenten, die “Achse des Bösen” scheint begraben, das Verhältnis zu Kuba entspannt sich zusehens, man lässt sich vom sozialistischen Vorgarten-Teufel Chavez sogar Bücher schenken, selbst Syrien erhofft sich neuen diplomatischen Wind aus Washington. Ohne Zweifel ist Nordkoreas Botschaft an die USA gerichtet, es soll eine Art Erinnerung sein, dass man weiterhin Spieler auf dem internationalen Parkett sein will. Gerüchte über Kim Jong Ils Erkrankung, sogar dessen möglichen Tod, machten Ende 2008 die Runde, die Nachfolge-Frage schien ungeklärt, manch einer spekulierte schon darauf der “Problemfall Nordkorea” könnte sich von alleine lösen. Die furchtbarste Waffe zündet, die die Menschheit kennt, ist eine ungewöhnliche Art zu zeigen dass man noch quicklebendig ist und das Land mit starker, entschlossener Hand führt und gegen alle Feinde verteidigt, aber was ist schon gewöhnlich im Reich des “geliebten Führers”? Wie auf eine solche Provokation zu reagieren ist, ähnelt mehr einem diplomatischen Protokoll, einem Schritt-für-Schritt Notfallplan der internationalen Politik als einer echten Maßnahme. Genau darauf setzt Nordkorea seit Jahren, der Überraschungsmoment und die absolute Ohnmacht der Gegenseite. Was bleibt Hillary Clinton anderes übrig als zu verurteilen was längst geschehen ist? Skandalös ist dabei weniger der Atombombentest selbst, als das Faktum dass die CIA nicht davor warnte. Kim´s Propagandacoup den Wind aus den Segeln zu nehmen wäre ein leichtes gewesen hätte man nur wenige Stunden vorher die Meldung herausgegeben man wisse von seinem Vorhaben. Nichts dergleichen geschah, alle mimten geschockt und überrascht.
Wirklich bedrohlicher geworden ist die Lage insgesamt durch den Vorfall am 25.Mai nicht, wie oft das Regime mittlerweile dem südlichen Nachbarn mit Krieg drohte oder die Reichweite seiner Raketen propagandistisch in den Himmel lobte, lässt sich nicht mehr zählen, das Säbelrasseln aus Nordkorea wird zu einer weltpolitischen Routine. Nordkoreas Raketenprogramme arbeiten fieberhaft an der Weiterentwicklung des Nationalstolzes, der Taepodong-Interkontinentalrakete. Der Radius soll erweitert werden um die US-Ostküste abzudenken. Alaska, die hawaiische Inselgruppe und Kalifornien sollen bereits zu den gefährdeten Gebieten zählen, Japan und Südkorea leben seit den 1990ern im Schatten von Kim´s Raketenbatterien. Zum Einsatz kommen könnten all diese kriegerischen Spielzeuge, sie einzusetzen würde allerdings einen so gewaltigen Gegenschlag erzeugen dass Nordkorea von der Weltkarte verschwinden würde. Riskieren will das niemand, wohl auch nicht der Verrückte von Pjöngjang. Ihm geht es um etwas anderes, er möchte das Erbe seines Vaters bewahren, die Dynastie für eine Zeit nach seinem Ableben sichern. Auslöser für diesen Gedanken dürfte der Gesundheitszustand Kim Jong Ils sein. Schlaganfälle und ähnliches setzten dem Diktator im vergangenen Jahr stark zu, erstmals wurde klar dass nicht feststeht wer nach seinem Tod das Steuer des stalinistischen Jurassic-Parks übernehmen soll. Sollte ihn plötzlich das Schicksal ereilen das jeden irgendwann trifft, besteht die reale Gefahr dass politische Feinde aus den eigenen Reihen, vorrangig aus dem Militär oder Parteikader die Macht an sich reißen. Noch schlimmer wäre das Szenario einer ausländischen Invasion. Insider behaupten für Kim Jong Il sei die Gefahr eines amerikanischen Angriffs eine tagtägliche Bedrohung. Seine Erzfeinde könnten seinen Tod zum Anlass nehmen dem Phantasiestaat, der einst von seinem Vater gegründet wurde, ein gewaltsames Ende zu setzen. Außer seiner Person scheint niemand die Säule des Staates zu sein, andere charismatische Führer fehlen, ein Nordkorea ohne Kim wäre ein nicht überlebensfähiges Nordkorea. Mit ihm hält sich das Land gerade so über Wasser, wirtschaftlich liegt es am Boden, gesellschaftlich entstand eine Nation von ideologischen Zombies die an akuter, permanenter Unterernährung und einem eletanten Bildungsmangel leiden. Geht die “Sonne Kim Jong Il” unter ohne dass ein neuer Führer bereitsteht, dann bricht die Galaxie Nordkorea zusammen, alles dreht sich um den einen, gottgleichen Anführer, er ist das Maß aller Dinge, die alles umfassende Macht in Person, Beschützer der Nation, Quelle des Wissens.
Befeuert vom Knall der Bomben und Raketen will Nordkoreas scheidendes Staatsoberhaupt sicherstellen dass die imperialistischen Feinde von Seoul bis Washington auf keinen Fall auf die Idee kommen einen Regimewechsel durchzuführen. Es geht darum einen Nachfolger zu installieren, Schritt für Schritt in die Politspitze einzuführen und ihn darauf vorzubereiten den Staat zu übernehmen. Schwäche in dieser Phase zu zeigen wäre ein fataler Fehler, deshalb bedurfte es der militärischen Tests in den letzten Wochen und Tagen.
Prompt kamen dann heute aus Nordkorea Berichte wonach Kim Jong Il seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un offiziell zum Nachfolger ernannt habe. Jong Un übernehme wichtige Positionen in der Kommunistischen Partei, dem Militärkomitee und der wichtigsten Ministerien.
Im April bereits hatte der jüngste von drei Sprösslingen des Diktators einen Position in der Nationalen Verteidigungskommission übernommen, nun steht er offiziell bereit die Spitze des Staates und Nachfolger in der einzigen kommunistischen Dynastie der Welt zu werden. Über den kaum bekannten Kim Jong Un habe ich bereits hier einige Informationen zusammengetragen.
Anders als seine Brüder genieße der knapp 25jährige ausgebildete Militär das absolute Vertrauen seines Vaters, er gelte als zuverlässig, ist kein Lebemensch wie sein Halbbruder Kim Jong Nam und weniger modevernarrt wie Kim Jong Chul. Was Jong Un fehlt sei die Zustimmung in der Partei verraten südkoreanische Geheimdienstquellen. Einem möglichen Machtkampf sei er nicht gewachsen, es gebe mächtige Generäle die ihn verdrängen würden. Gesichert werden kann seine Autorität nur durch seinen Onkel, Chang Sung Taek, der die jüngere Schwester des Führers ehelichte. Sung Taek tauchte wie aus dem Nichts aus, nachdem man ihn 2004 von sämtlichen Ämtern entließ, übernahm Ende 2008 faktisch die Macht in Nordkorea als Kim Jong Il erkrankte. Seitdem gilt er als Vize-Führer, hält laut Experten alle wichtigen Zügel in den Händen und verfolgt exakt die gleichen politischen Strategien wie Kim Jong Il. Innerhalb Nordkoreas Politführung hat Sung Taek das Image eines kompromisslosen, linientreuen Hardliners. Während der Hungerkatastrophe 1998 ordnete er als Verantwortlicher für das Krisenmanagement der Partei, an Ersatznahrungsmittel zu produzieren,
teilweise aus Blättern, Gras, Ästen, Baumrinde, Stroh, Tierknochen und menschlichem Fleisch von Hingerichteten und Verstorbenen. Zur Zeit unterliegt ihm in erster Linie die Sicherheitspolitik, damit die mächtigen Geheimdienste und Polizeibehörden. Anders als Kim Jong Un würde es ihm im Fall eines Ablebens des “geliebten Führers” nicht an Autorität oder Charisma fehlen, sondern an politischer Legitimation, denn er ist kein Angehöriger der Dynastie, sein Blut ist nicht das adlige des Staatsgründers Kim Il Sung. Politische Gegner würden sich genau dies zu nutze machen und ihn beseitigen.



Wie auch immer Nordkoreas Machtkampf nach Kim Jong Il aussehen wird, sein Sohn wird als Marionette enden, sollte sein Vater ihn nicht zu einem kampferprobten Krieger ausbilden. Ausgestattet mit einem furchterregenden Waffenarsenal als abschreckende Basis schützt er ihn zumindest vor Aggressionen aus dem Ausland. Bleibt fraglich ob er ihn auch innenpolitisch etablieren kann. Wahrscheinlich ist die Atomexplosion des 25.Mai nicht die Geburt eines neuen Sterns am nordkoreanischen Polithimmel, sondern die untergehende Sonne eines Regimes dass längst schon wirkt wie eine aussterbende Art in einem kommunistischen Zoo.