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Sunday, November 15, 2009

Die Terrorfamilie wächst - weiterer deutscher Dschihadist bei Al Qaida


Jan Pawlowic Schneider besitzt höchstwahrscheinlich zwei Pässe, einen kasachischen, dort wurde der heute 27jährige geboren, und einen deutschen, dort wuchs er auf.
In Schneider sehen deutsche Sicherheitsbehörden einen Gefährder, diesmal aber nicht in der Bundesrepublik selbst, sondern im Bezug auf Einrichtungen der Bundeswehr, politische Vertretungen und Organisationen im Ausland, speziell in Afghanistan und Pakistan.


Der aus dem Sauerland stammende Konvertit gehört zu jenem Kreis deutscher Islamisten, die sich einer radikalen Islam-Variante angeschlossen haben und aus deren Mitte die als "Sauerlandzelle" bekannte Gruppe um den Konvertiten Fritz Gelowicz und den Deutsch-Türken Adam Yilmaz.
Schneider soll Kontakte gehabt haben zu den sauerländer Terroristen, obwohl er bereits 2004 mit Frau und Kind nach Saudi-Arabien ging, um seine Arabischkenntnisse zu vertiefen und den Glauben zu studieren.

Seine Ehefrau lebt noch heute im saudischen Königreich, ihr Mann aber soll sich als Gotteskrieger ins pakistanisch-afghanische Grenzgebiet abgesetzt haben. Dort nennt sich der Deutsch-Kasache "Hamza" und ist Mitglied der Al Qaida Einheiten.


Das BKA warnt vor Schneider mit Fahndungsplakaten, die sich in deutschen Einrichtungen in Afghanistan finden. Schneider könnte mit seinem deutschen Pass, westlichem Aussehen und Auftreten versuchen Anschläge auf die Bundeswehr oder die Botschaft der Bundesrepublik in Kabul zu verüben.

Die wenigen Informationen die heute über das jüngste Gesicht der deutschen Terrorfamilie am Hindukusch bekannt wurden, lassen wenig Rückschlüsse darauf zu wo sich Schneider derzeit befindet. Er soll erst "seit kurzem" in den Reihen der Al Qaida sein, was Auftritte in Propagandavideos ausschließen könnte. Wäre da nicht sein Spitzname: "Hamza".


Im Frühjahr veröffentlichte Al Qaida ein langes Propaganda-Video, zum Anlass wurde der Gazakrieg im Januar genommen. Darin erscheint für knapp eine halbe Minute in einer nächtlichen Szene ein maskierter Islamist, der auf Deutsch droht, die "Mujaheddin sind auf dem Weg zu euch, und werden euch, so Gott will, vernichten."
Der vermummte Mann spricht klares Deutsch, allerdings mit leichten Akzenteinschlägen. Al Qaida blendet auch seinen Namen ein: "Abu Hamza der Deutsche". Könnte es sich hierbei um Schneider handeln? Die gefilmte Gruppe von Dschihadisten ist vermutlich eine Trainingseinheit von Al Qaidas "Schattenarmee" im pakistanischen Waziristan. Sie tragen alle mehr oder weniger die selben Ausrüstungsgegenstände, Uniformen und Bewaffnung.

Friday, April 24, 2009

Trotz Medieninteresse: Nur einer unter vielen



Stürzt sich die Presse auf reale, faktenbezogene, relevante Meldungen wenn es beispielsweise um die Sicherheitslage in der BRD geht oder die Herausforderungen durch den islamistischen Terrorismus? Eher weniger, wie sich heute wieder zeigte. Begonnen hatten die Berichte über ein angeblich neues Terrorvideo mit Bezug auf Deutschland im Nachrichtenticker von BILD.de am späten Nachmittag. Dem ARD-Hauptstadt Studio liege ein Video vor welches man der Al Qaida zuordne, in dem ein maskierter Mann mit Namen „Abu Hamza der Deutsche“ Anschläge in Europa ankündige.

Schnell folgten Artikel auf WELT.de und SPIEGEL Online die alle auf die Sensationsmache aufsprangen und trotz der wenigen wirklich gelieferten Informationen, auch ohne Bild- oder Videomaterial, wieder einmal das terroristische Schreckgespenst an die Wand malten:


"Die Mudschahidin sind unterwegs zu euch": In einem Propaganda-Video des Terrornetzwerks al-Qaida tritt ein bisher nicht identifizierter deutschsprachiger Mann auf. Er nennt sich "Abu Hamza" und droht mit Terroranschlägen in Europa - als Vergeltung für die dänischen Mohammed-Karikaturen.

Berlin - Das Video, in dem "Abu Hamza, der Deutsche" auftritt, ist fast anderthalb Stunden lang. Doch der junge Mann, der im Kreise ebenfalls vermummter Kämpfer gezeigt wird, ist nur für ganze zehn Sekunden zu hören. "An die Europäische Union und alle ihre Verbündeten, die die Amerikaner unterstützen", richtet er seine Worte. "Die Mudschahidin sind unterwegs zu euch und wir werden euch alle vernichten. Und an erster Stelle natürlich Dänemark und Holland, die unseren Propheten beschimpfen."

Außer seinem Kampfnamen werden keinerlei Details über "Abu Hamza, den Deutschen" präsentiert. Deutsch scheint nicht seine Muttersprache zu sein, trotzdem spricht er es flüssig."(SPIEGEL ONLINE)


Ganz real betrachtet ist das besagte Video bei dem es sich um eine Produktion von As Sahab handelt nicht um neues Material. Seit über einer Woche besitze ich das gut anderhalbstündige Video, ein qualitativ herausragende Aufnahme die professionell bearbeitet wurde und DVD Bild- und Tonqualität aufweist. Es ist eine der längsten As Sahab Produktionen überhaupt, ein propagandistischer Mix aus Pseudo-Geschichtsstunde, islamistischer Aufklärung, Predigten, Aufzählung der Dschihad-Erfolge und gefilmten Anschlägen, Feuergefechten und Waffenschau. Erst im letzten Drittel des Videos, nach dem Auftauchen von Al Qaida Größen wie dem Amerikaner Adam Gadahn („Abu Azzam al Amriki“), Abu Yayha al Libi, Mustafa Abu al Yazid, Audiobotschaften von Osama Bin Laden und seinem Vize Ayman al Zawahiri, erscheint eine Gruppe von vermummten Mujaheddin, die nachts, auf dem Boden sitzend gefilmt wurden. Vermutlich sind sie Teil der Al Qaida Kampfeinheiten die aus der ehemaligen „Brigade 055“ entstanden sind und inzwischen vereinzelt im Kampfgebiet Afghanistan und Pakistan zum Einsatz kommen, oft unterstützend an der Seite der Taliban, meist jedoch in schwierigeren, gefährlichen „Spezialmissionen“.

Afghanische und pakistanische Geheimdienste machten die Truppe vor etwa zwei Jahren als neu gegründete „Lashkar al Zil“ (Schattenarmee) aus, eine internationale Söldnereinheit von todeswilligen Dschihadis aus aller Welt die direkt dem militärischen Al Qaida Kommando unterstellt sind. Glaubt man den Berichten über die Schattenarmee handelt es sich dabei um die fähigsten, fanatischsten und best trainierten Gotteskrieger im Krisengebiet.

Als einer ihrer Kämpfer kommt im besagten Video eine maskierte Person vor, die als „Abu Hamza al Almani“ identifiziert wird und nur gut 10 Sekunden lang der europäischen Union, besonders Dänemark und den Niederlanden droht. Sein Deutsch scheint fließend zu sein, nicht jedoch ohne ausländischen Einfluss.

Anders als der bisher in As Sahab Videos als Sprecher fungierende Abu Talha (Bekkay H.) ist Abu Hamza Teil der kämpfenden Einheit, wird daher nicht propagandistisch ausgeschlachtet und zum Werkzeug von Al Qaida um neue Rekruten zu werden.

Dass ein europäischer Mujahed auf dem Schlachtfeld des Dschihad physisch kämpft, kein Propagandawerkzeug ist und anscheinend auch nicht als wertvoller Kandidat für internationale Anschläge ausgebildet wird kann nur ein Anzeichen dafür sein dass das Terrornetzwerk nicht unter einem Rekrutenmangel leidet. Vom Verfassungsschutz heißt es man beobachte eine stetige Zahl von deutschen Staatsbürgern die in die Ausbildungscamp in den pakistanischen Stammesgebieten reisen. Etwa 40 Islamisten seien bekannt die sich derzeit in dieser Region der Welt aufhalten, die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Problematisch werden nicht diejenigen die sich filmen lassen, teilweise sogar ihre Identität preisgeben und dann eventuell ihren erhoffen „Märtyrertod“ in den Kugeln und Bomben der NATO und pakistanischen Armee sterben, sondern diejenigen die in keinem Video auftauchen, die in ihre Heimatländer zurückkehren mit dem Ziel dort Terror im Herzen der Anti-Terror-Allianz zu entfachen. Sie bleiben gesichts- und namenlos für die Geheimdienste und Sicherheitskräfte Europas bis ihre Bomben explodiert sind.