Letzter Stand der Informationen ist, dass die drei vermissten Amerikaner versehentlich die iranisch-irakische Grenze im Kurdengebiet nahe Ahmed Awaa überquerten als sie sich auf einer Wanderung befanden.
Sie gehörten zu einer vierköpfigen Reisegruppe die zunächst über die
Türkei in den Nordirak reiste, dort Erbil und Sulaimaniyah besucht. Danach fuhr die Gruppe mit einem Taxi in Richtung Halabja. Einer der Amerikaner erkrankte wohl, also brachen nur drei der Touristen zur Wanderung auf, die sie durch die Pistazienwälder des iranischen Grenzlandes führte.
Hier sollen sie auf iranische Armeeeinheiten gestoßen sein, die die drei aufgrund einer illegalen Grenzüberquerung festnahmen.
Die Informationen sind spärlich und teilweise widersprüchlich:
1. Zunächst hieß es nur drei Ausländer seien nahe Sulaimaniyah im Kurdengebiet verschwunden und mutmaßlich entführt.
2. Wenig später nannten mir Quellen aus der islamistischen Szene es handle sich um US Soldaten die in der Nähe von Halabja entführt worden seien.
3. Kurdische Offizielle erklärten am Abend man gehe davon aus dass drei westliche Journalisten vermisst werden. Sie seien auf dem Weg nach Khurmal gewesen.
4. AP zitiert nun kurdische Sprecher die Vermissten seien "Amerikaner" jedoch weder Militärs noch Journalisten sondern angeblich "Touristen" die versehentlich über die iranische Grenze "gewandert" seien und von iranischen Soldaten verhaftete wurden.
UPDATE II:
Mittlweile heißt es von kurdischer Seite es handle sich bei den Vermissten um ausländische Journalisten die auf dem Weg nach Khurmal waren. Das irakische Militär habe einige persönliche Gegenstände gefunden, von den Personen fehle jede Spur.
Wie ich gerade von meinen Quellen erfahren habe sollen die drei im Nordirak vermissten Personen US Soldaten sein. Sie verschwanden am späten Abend in der Nähe von Halabja.
Al Jazeera meldete gerade es gebe Hinweise auf eine Entführung von drei Ausländern östlich der nordirakischen Stadt Sulaimaniyah.
Im Kurdengebiet bildet die Metropole einen ethnischen Krisenherd. Sunnitsche Araber wurden vom Saddam-Regime dort angesiedelt um die kurdische Mehrheit der Region zu unterwandern. Gleichzeitig fand Gewalt zwischen kurdischen Extremisten und schiitischen wie turkmenischen Minderheiten statt. Flüchtlingswellen ließen ab 2004 viele Teile Sulaimaniyahs ethnisch wieder homogen werden, religiöse und politische Fanatiker sickern weiterhin ein, Al Qaida nutze die Differenzen zwischen den muslimischen Volksgruppen um Terror zu säen.
Tätig sind in der Kurdenregion u.a. ausländische Firmen wie Kellog, Siemens, General Electrics und andere, die dort Infrastruktur, wirtschaftliche und industrielle Projekte aufbauen und die Rohstoffförderung zu modernisieren. Meist arbeiten, reisen und leben die westlichen Mitarbeiter jener Konzerne nur unter dem Schutz privater Sicherheitsdienste oder der kurdischen Privatmilizen.
Lange waren im Irak keine westlichen Ausländer mehr entführt worden, zuletzt erklärte das Innenministerium man gehe davon aus dass die letzten vermissten britischen Geiseln vermutlich tot seien.