Showing posts with label Imad Mughniyeh. Show all posts
Showing posts with label Imad Mughniyeh. Show all posts

Wednesday, February 17, 2010

Ein Oscar für den Mossad - Mord vor laufenden Kameras


F
ür Meir Dagan dürften es schwierige Tage und Wochen werden, die ihm bevorstehen. Israel´s Geheimdienstchef ist heute bestimmendes Thema der israelischen Feuilletons. So scharf wie nie zuvor üben die Kommentatoren Kritik am Kopf des Mossad. Die gezielte Tötung eines Hamas-Funktionärs in einem 5-Sterne Hotel in Dubai droht trotz Erfolg der Mission zu einem Fiasko für den einst als besten Geheimdienst der Welt geltenden Mossad.


Mahmoud al-Mabhouh verlässt den Lift, hinter ihm seine Mörder

Alles in allem dürften die israelischen Agenten am 20.Januar frohlockt haben. Mahmoud al-Mabhouh, der in einem Videobekenntnis erst vor wenigen Wochen bestätigte im Jahr 1989 zwei israelische Soldaten entführt und hingerichtet zu haben, war ein Waffenhändler im Dienste der Hamas, Hisbollah und des Iran. Von Dubai aus soll der Palästinenser, der seine Heimat das letzte Mal vor 20 Jahren gesehen hatte, geplant haben in den Sudan und nach China weiter zu reisen. Er war der Mitbegründer des militärischen Hamas-Flügels der Qassam-Brigaden und hatte definitiv Blut an den Händen.

Dennoch verwundert es, dass der Mossad ein bis zu 17köpfiges Killer-Kommando in ein arabisches Emirat entsandt haben soll um späte Rache an einem Staatsfeind zu üben der noch dazu ohne Leibwächter reiste.
Kaum jemand dürfte ernsthaft daran zweifeln dass Mahbouh Opfer einer Mossad-Operation wurde. Die Verweise darauf er habe in Kreisen von skrupellosen Waffenhändlern verkehrt und könnte Opfer eines geplatzten Deals sein, klingen geradezu lächerlich. Viel zu hoch war der Aufwand den Hamas-Mann ins Jenseits zu befördern.

Dubai´s Polizei fahndet inzwischen nach sechs weiteren Verdächtigen, die am Mord beteiligt gewesen sein sollen. Ein Pärchen beispielsweise soll als Gast in der Eingangshalle des Hotels Observation der Zielperson betrieben haben. Die Frau trug einen großen Sonnenhut und eine Sonnenbrille.
In Israel haben sich mittlerweile sechs Männer gemeldet, deren Identitäten von den Killern verwendet wurden. Die britischen, irischen, französischen und deutschen Pässe waren allesamt gefälscht, oftmals waren die Daten und Namen korrekt, die Unterschriften und Passbilder unterschieden sich.

Laut der Ermittler verwendeten die Mörder die gleichen Reisepässe auf Reisen in Südostasien und Europa bevor sie in unterschiedlichen Flugzeugen nach Dubai einreisten.
Nur 19 Stunden dauerte die gesamte Aktion, dann lag Mahmoud al-Mabhouh tot in seinem Hotelzimmer und die verdächtigen Europäer hatten das Golfemirat wieder verlassen. Einer von ihnen, der angebliche Franzose Elvinger flog noch vor der Ermordung al-Mabhouhs über Qatar nach München.


Zwei Mitglieder des Killerkommandos in Tennis-Outfit

Einiges verwundert am Morfall Mahbouh. Zweifelsohne war die Aktion ein Erfolg, die Zielperson wurde ausgeschaltet, seine Mörder entkamen. Still und leise verlief die Tötung, nicht aber ihr Nachhall. Dem Mossad war ohne jeden Zweifel klar, dass Dubai mit Überwachungskameras verseucht ist. Jeder Winkel des winzigen Stadtstaates wird gefilmt und beobachtet, die Luxushotels verfügen über modernste Überwachungstechnik. Nur so gelang es den Ermittlern minutiös den Mord an Mabhouh zu rekonstruieren.

Von den Killern wird man sicher nichts mehr hören. Ihre Identitäten werden unerkannt bleiben, geschützt vom israelischen Staat. Weder in Deutschland, noch in Frankreich oder Irland werden sich die entsprechenden Personen finden lassen. Fingerabdrücke hat die Polizei längst ermittelt, doch auch diese sind im neuen Jahrtausend so schnell austauschbar wie Kontaktlinsen.

Warum ging der Mossad das Risiko ein vor dutzenden laufenden Kameras einen politischen Mord zu begehen? Entweder die Agenten waren unvorsichtig, schlecht vorbereitet und stümperhaft - eigentlich undenkbar aber nicht unmöglich.

In Jordanien klickten in den 1990er Jahren am Flughafen von Amman die Handschellen bei zwei Mossad-Killern, als diese versuchten nach einem Attentat auf Hamas-Auslandschef Khalid Mashaal Jahren das Land zu verlassen. Bei sich trugen sie gefälschte kanadische Pässe. Auch in diesem Fall hatte der Mossad Identitäten echter Personen gestohlen. Damals konnte nur ein Einknicken Israels verhelfen die beiden Geheimdienstler frei zu bekommen.

Im Jahr 2004 versuchte der israelische Nachrichtendienst an neuseeländische Pässe zu kommen und flog dabei auf. Neuseeland brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab.

Noch während des Kalten Krieges ließen unvorsichtige Mossad-Agenten mehrere gefälschte britische Pässe in einer Bonner Telefonzelle zurück.

Wie andere Geheimdienste auch, dürfte der Mossad aus Fehlern lernen. Ein Mord vor den Dubaier Kameras lässt sich also nur mit einer neuen, offensiven Strategie erklären. Dass seit geraumer Zeit eine aggressivere Vorgehensweise der israelischen Geheimdienste zu beobachten ist, bestätigen inzwischen politische Beobachter im Nahen Osten.
Israel will seinen Feinden zeigen dass man vor nichts zurückschreckt um den Terrorismus zu bekämpfen. Sei es der Mord am Hisbollah-Militärchef Mughniyeh in der syrischen Hauptstadt oder die Tötung des Dschihad-Gründers Shikaki auf Malta, die Botschaft von Dubai scheint klar - der Mossad kann töten wo und wann immer er will.


Mahmoud al-Mabhouh musste sterben nicht nur weil er zwei israelische Soldaten auf dem Gewissen hatte oder für Hamas Waffen einkaufte. Enge Verbindungen zu Teheran und die Gefahr eines erstarkenden Netzwerkes zwischen Beirut, Teheran, Damaskus und Gaza ist die einzig plausible Erklärung weshalb 17 Männer und Frauen diplomatische Eiszeit zwischen europäischen Staaten, Dubai und Israel riskierten. Gerüchten zufolge soll Mabhouh den Konvoi organisiert haben, der im vergangenen Jahr eine Waffenlieferung vom Sudan aus, durch Ägypten nach Gaza bringen sollte. Die Lkws wurden in der sudanesischen Wüste von israelischen Kampfflugzeugen gleich zweimal bombardiert und die gesamte Landung vernichtet.

Die Feinde des jüdischen Staates dürften die recht unmissverständliche Botschaft wahrgenommen haben. Erst einmal aber frohlocken die Gegner Israels. Internationale Kritik lässt nicht lange auf sich warten, Kommentatoren warnen: "Mörder bleiben Mörder, egal ob Hamas oder Mossad".

Wednesday, April 15, 2009

Dschihad News VI

-->-->

-->
Propaganda
Lebenszeichen der palästinensischen Al Qaida


Erstmals seit Monaten meldete sich letzte Woche die mysteriöse Gruppierung „Al Qaida in Gaza“ wieder über das Internet. Ein qualitativ minderwertiges Video wurde veröffentlicht welches den Abschuss zweier Kleinraketen vom Gaza-Streifen aus zeigt. Beide Geschosse sollen am 08.April 2009 nach Israel geschossen worden sein.
Die beiden im Video erscheinenden maskierten Militanten präsentieren neben den selbstgebauten Raketen die von der Bauart an die Qassams der Hamas erinnern die offizielle Flagge der irakischen Al Qaida „Islamischer Staat im Irak“. Die schlicht gehaltene, schwarz-weiße Fahne zeigt das islamische Glaubensbekenntnis und wurde vom „Islamischen Staat im Irak“ als Logo übernommen nachdem dieser aus dem „Mujaheddin Shura Council“, einem von Abu Mussab al Zarqawi als Dachorganisation gegründeten Netzwerk der Al Qaida im Irak.
Seit 2006 ist den Geheimdiensten in Israel bekannt dass es Al Qaida von Ägypten aus gelungen ist den Gaza-Streifen zu infiltrieren und zusammen mit lokalen salafistischen Gruppen, die in ihrer Ideologie noch extremere Ansichten als Hamas und der Dschihad al Islami vertreten, ein kleines Netzwerk aufzubauen dass seitdem versucht terroristische Aktivitäten gegen Israel durchzuführen. Aus Sicht der Al Qaida Hardliner hat sich die islamistische Hamas inzwischen von ihrem ursprünglichen orthodox-sunnitisch-islamischen Kurs abgewendet und durch ihre Zusammenarbeit mit der schiitischen Hisbollah und der iranischen Führung Verrat an der Gemeinschaft der Sunnah begangen die das Schiitentum als kerzerische und unislamisch ablehnt.
Geschätzt maximal 70 Personen gehören zur sogenannten „palästinensischen Al Qaida“ die sich in ihren offiziellen Statements und Videos „Al Qaidat al Dschihad fi Gaza“ nennt. Insbesondere der in Gaza ansässige Familienklan Dughmash gilt als Vertreter der Al Qaida Ideologie in den palästinensischen Gebieten. Über die vergangenen Monate kam es mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen der regierenden Hamas und den salafistischen Extremisten die dabei mindestens 10 Opfer alleine zwischen Dezember und März 2009 zu verzeichnen haben. Immer häufiger gelangen über Internet-Foren Anschuldigungen an die Öffentlichkeit die Hamas beschuldigen gezielt „sunnitische Mujaheddin“ zu exekutieren.
Bin Ladens verzweifelte Versuche den Erzfeind Israel durch ein palästinensischen Netzwerk in Gaza und Westbank angreifen zu können dürften weiterhin erfolglos verlaufen, die Präsenz der Al Qaida im Umland Israels, u.a. auch im südlichen Libanon und benachbarten Ägypten sowie in Syrien wird allerdings zu einer zunehmenden beunruhigenden Lage für israelische Sicherheitskräfte.




Großbritannien
-->Der Geist und sein Terrornetz

Selbst kleine Fehler im Anti-Terror-Krieg können fatale Folgen nach sich ziehen. Jüngst musste dies Bob Quick am eigenen Leib erfahren, als er am 08.April 2009 aus seinem Fahrzeug stieg um den britischen Premier Gordon Brown in seiner Residenz in London aufsuchte. Unter den Arm geklemmt hatte der oberste britische Anti-Terror-Polizist, Vater von fünf Kindern, mehrere Dokumente darunter eine schriftliche Planung für eine bevorstehende Anti-Terror-Operation. Unglücklicherweise hielt Quick dieses streng geheime Dokument nicht verdeckt sondern präsentierte es unabsichtlich den Kameras der anwesenden Paparazzi. „Operation Pathway“ hatten die Anti-Terror-Ermittler die geplante Razzia genannt bei der mutmaßliche Islamisten verhaftet werden sollten. Kaum kamen die Meldungen über den Patzer von Mr.Quick, der ihn schließlich den Posten kostete, an die Öffentlichkeit rotierten hinter den Kulissen die Zahnräder der Geheim- und Sicherheitsdienste.
Noch in der Nacht schlug die britische Polizei zu, die geplante Aktion musste vorverlegt werden da dringende Fluchtgefahr bestand.
Insgesamt nahmen die Ermittler 12 Verdächtige fest, die meisten rund um Manchester und an anderen Orten in Nordwest-England. Bei 11 der festgenommenen Männer handelt es sich um pakistanische Staatsbürger die sich mit Studentenvisa in Großbritannien aufhalten und unter Verdacht stehen mit Al Qaida Terroristen in Kontakt zu stehen und Anschläge geplant zu haben. Wie Premier Brown kurz nach den Festnahmen erklärte gebe es Verbindungen zwischen den Verdächtigen und terroristischen Elementen in Pakistan. Was genau die Männer geplant haben sollen und wer sich letztendlich beauftragt, angeworben oder ausgebildet hat wurde bisher nicht bekannt, nur dass die Terroraktionen am Osterwochenende stattfinden sollten und sich vermutlich gegen Einkaufszentren und verschiedene öffentliche Orte in Manchester und Umgebung richten sollten.
Die britische Polizei geht davon aus dass die ausgehobene Terrorzelle nicht unabhängig arbeitete sondern Instruktionen und Befehle aus dem Ausland bekam. Anführer der Gruppe soll der 22jährige Abid Nasir sein, ein Pakistani aus den Stammesgebieten nahe der afghanischen Grenze. Seine Wohnung in Cheetham Hill wurde genau wie Häuser in Liverpool, Manchester und Lancs und ein Internet-Cafe durchsucht.
Anders als bei den Attentätern vom 07.Juli 2005 scheinen die nun festgenommenen Islamisten keine „home-grown“ Terroristen zu sein sondern im Ausland aufgewachsene und radikalisierte junge Männer die aus dem Herzland des militanten Islamismus, den pakistanischen Stammesgebieten stammen. Mindestens einer von ihnen soll in Süd-Waziristan geboren worden sein und familiäre Kontakte in das Umfeld der lokalen Taliban-Kommandeure unter Kommando von Baitullah Mehsud haben.
Ob mit der „Operation Pathway“ des MI5 wirklich eine bevorstehende Serie von Al Qaida Anschläge in Großbritannien verhindert wurde werden erst die kommenden Wochen zeigen. Wie aus Medienquellen zu erfahren ist musste die britische Polizei zwei Verdächtige wieder aus der Untersuchungshaft entlassen, die Anschuldigungen gegenüber den übrigen zehn Studenten erscheinen kaum ausreichend für weitere Anklagen oder Festnahmen.
Vielleicht aber können die britischen Behörden diese Aktion doch als Erfolg verbuchen, denn Al Qaida´s pakistanische Führung gilt seit Monaten als absolut entschlossen große Anschläge in westlichen Staaten durchführen zu lassen. Spektakuläre Selbstmordattentate in Europa und den USA blieben in jüngster Vergangenheit aus, es mangelt dem Netzwerk weniger an Zielen oder Freiwilligen als viel mehr an Logistik und Planung. Aus Angst vor den westlichen Geheimdiensten hat man die präzise Strategie und Planungsphase von den Zielländern zurück nach Pakistan und Afghanistan verlegt. Ein kleiner Kreis erfahrener Al Qaida Kommandeure erhielt die Anweisung Ziele in Europa auszuwählen und Anschläge zu planen die besonders jene Staaten und deren Regierungen treffen sollen die einen Anteil am Anti-Terror-Krieg in Afghanistan haben. Hierbei rücken natürlich besonders das Vereinigte Königreich, die Bundesrepublik Deutschland und Frankreich ins Visier der Fanatiker. Völlig unbeachtet bleiben aber auch Polen, Dänemark (das Heimatland des neuen NATO-Befehlshabers), Niederlande und Italien nicht.
Zum Planungsstab der Al Qaida gehört laut Informationen der Geheimdienste ein Mann den man letztes Jahr schon für tot gesagt hatte. Durch seine doppelte Staatsbürgerschaft (Pakistan/Großbritannien) gilt Rashid Rauf als Al Qaida´s Verantwortlicher für Aktionen in Großbritannien. Im August 2006 flog ein Al Qaida Plan auf Passagiermaschinen von England aus auf der Transatlantikstrecke zu entführen und zu sprengen. Nur einen Tag nachdem in mehreren britischen Orten mutmaßliche Terroristen verhaftet worden waren ging den pakistanischen Sicherheitskräfte der Chefplaner dieser Terroroperation Rashid Rauf ins Netz. Der 30jährige Bin Laden Anhänger wuchs als Kind pakistanischer Eltern in Birmingham auf, spricht fließend Englisch mit britischem Akzent und kennt beide Welten, die pakistanische Heimatregion der Familie im kaschmirischen Mirpur und die moderne europäische Gesellschaft. Verheiratet ist Rauf mit einer Verwandten des gesuchten pakistanischen Islamistenführers Maulana Masud Azhar, dem Gründer der in Kaschmir stationierten Jaish e-Mohammed Organisation. Nachdem ein Gericht in Pakistan keinerlei Beweise finden konnte die Rashid Rauf mit den geplanten Anschlägen von Großbritannien in Verbindung brachten wollte man freilassen, verlängerte seine Haft aber aufgrund des Drucks aus London. Mysteriöserweise gelang ihm im Dezember 2007 die Flucht aus dem Gefängnis in Islamabad. Von dort aus flüchtete Rauf in die Stammesgebiete wo er Schutz bei lokalen Taliban-Führern fand. Seinen vermeintlichen Tod fand der Islamist am 21.November 2008 durch einen US-Drohnenangriff auf ein Gebäude im nord-wazirischen Miramshah, bei dem neben Rauf und drei Pakistanis auch der ägyptische Al Qaida Kommandeur Abu Zubair ums Leben gekommen sein soll. US-Satellitenaufnahmen vom zerstörten Ziel kurz nach dem Angriff zeigten einen leblosen Körper zwischen den Trümmern bei dem es sich laut CIA um Rashid Rauf handelte. Entgegen dieser Meldungen behauptete seine Familie hartnäckig er habe den Luftschlag überlebt. Wie tatsächlich der aktuelle Status von Rauf aussieht ist nebulös. Nachdem in Belgien im letztem Dezember 14 Al Qaida Terroristen festgenommen wurden sagte einer der Festgenommenen aus er sei persönlich von Rauf in Pakistan ausgebildet und beauftragt worden ein Selbstmordattentat in Europa auszuführen. Zudem sei die belgische Zelle nur Teil eines Netzwerkes aus Suizid-Einheiten die in ganz Europa verstreut seien um eine geplante Anschlagsserie durchzuführen die von Al Qaida in Pakistan, u.a. von Rashid Rauf geplant wurde. Städte in Holland, Großbritannien, Frankreich und Belgien seien die Ziele gewesen. Mit diesem Hinweis aus Belgien gelang es jetzt den britischen Behörden die Manchester-Gruppe, wohl die „Nordwest-Zelle“ in Europa, festzusetzen. Während man in Pakistan mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgeht dass der gesuchte Rashid Rauf beim Drohnenangriff vom November 2008 in Nord-Waziristan ums Leben kam mussten amerikanische Geheimdienstler letzte Woche zugeben es gebe keine 100%ige Sicherheit, vielleicht werde es eine lange Zeit dauern bis man Gewissheit habe ob Rauf tot oder lebendig sei.
Bis dahin sieht man lediglich das Werk des Al Qaida Planers, der noch Monate vor dem Angriff auf seine Person, Selbstmordattentäter nach Europa sandte und ein erstaunlich umfangreiches Netzwerk errichten konnte, dass noch nicht vollkommen ausrottet zu sein scheint.












Propaganda
Die Brüder die den Tod suchen


Abu Adam und Abu Ibrahim – zwei Namen so ausdrucksstark wie nichtssagend. Wer in der Dschihad-Welt unterwegs ist legt vieles ab: Gewohnheiten, Laster, Charaktereigenschaften, vorherige Weltbilder, alte Überzeugungen, Moral und Ethik. Das erste aber was ein überzeugter Mujahed ablegt ist der Name der ihn an seine Vergangenheit, sein altes, „falsches“ Leben erinnert. Aus normalen Namen werden Kampfnamen, Pseudonyme die aus dem Zivilisten einen Krieger machen, die den Soldaten vom normalen Wesen unterscheiden. Jeder kennt Jossif Dschugaschwili nur unter seinem „nom de guerre“ Stalin, aus Nguyen Sinh Cung wurde der weltbekannte Ho Chi Minh.
In der islamistischen Szene wählen die Gotteskrieger Kampfnamen die meist in Tradition an eine bekannte Persönlichkeit der islamischen Geschichte erinnern soll, einen besonders mutigen, kämpferischen Mujahed oder einen erfolgreichen Kalifen. Meist bestehen die gewählten Namen aus zwei Teilen, wobei der erste ein freigewählter Rufname ist und aus dem letzten Teil oft ersichtlich wird woher der Kämpfer stammt. Beispielsweise lässt sich aus dem Namen „Abu Mohammed al Lubnani“ schließen dass es sich um „Abu Mohammed den Libanesen“ handelt.
Folglich müssten die Kampfnamen der Brüder Abu Adam und Abu Ibrahim vollständigkeitshalber auf „al Almani“ enden: der Deutsche. In ihrem alten Leben hießen die beiden Deutsch-Marokkoner Mounir (27) und Yassin (24) und stammen aus Bonn. Dort aber leben sie seit Jahren nicht mehr, ihre neue Heimat ist die Bergwelt Waziristans, wo sie seit geraumer Zeit an der Seite einer multi-ethnischen Dschihad-Truppe unter der Flagge der Islamischen Dschihad Union kämpfen und in regelmäßigen Abständen deutschsprachige Propaganda verbreiten.
Tauchten sie in ihrem ersten Video noch maskiert und verschleiert auf, predigen die Brüder heute unverhüllt vor laufender Kamera den Dschihad gegen die Ungläubigen und rufen die islamische Ummah auf den Tod für die „Sache Allahs“ auf. Bevor aus den gläubigen Muslimen, die als Musterbeispiele der Integration hätten dienen können, fanatische Extremisten wurden, beendeten beide erfolgreich die Schule in Deutschland, einer studierte Elektroingenieurtechnik an der Universität Koblenz, der andere begann eine Ausbildung beim Bundesamt für Statistik. Irgendwann setzte die Radikalisierung ein, der Einfluss extremistischer
Kräfte in der Moschee und im Freundeskreis wuchs, aus Mounir und Yassin wurden „Abu Adam“ und „Abu Ibrahim“, die Aushängeschilder der usbekischen Islamischen Dschihad Union und derzeit aktivisten deutschsprachigen Mujaheddin, die ihre Botschaften aus dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet per Internet in alle Welt schicken, wobei der Hauptadressat eindeutig die Bundesrepublik ist. Durch Besuche in einer Bonner Moschee sollen die Brüder mehrfach in Kontakt mit der mittlerweile bekannten deutschen Dschihad-Persönlichkeit Bekkay Harrach alias Abu Talha (Al Qaida Sprachrohr für Botschaften an Deutschland) gekommen sein.
Neustes Produkt der Propagandaabteilung der Islamischen Dschihad Union ist ein Video mit Titel „Sieg oder Märtyrertum“, bis auf arabische Gesänge komplett in deutscher Sprache gestaltet. Zu sehen sind Szenen der Mujaheddin-Ausbildung, Schieß- und Taekwondo-Übungen, Dschihad-Schulung von Kindern und Jugendlichen und Kampfszenen vom angeblichen Schlachtfeld in den Stammesgebieten Pakistans. Hauptteil des Videos ist jedoch eine Predigt von Abu Ibrahim, der im typischen Stil eines Imam gekleidet vor der weißen Shahada-Flagge des islamischen Kalifats berichtet welche Pflicht und zeitgleich Geschenk der Dschihad für die Muslime ist. Sein Bruder Abu Adam berichtet in seine kurzen, von Mujaheddin-Szenen untermalten Ansprache davon mit welcher Freunde man die Schlachten gegen die NATO Truppen erwarte und dass man als Mujahed den Tod ersehne und erstrebe.
Des Weiteren tauchen eine Reihe ausländischer Gotteskrieger auf die in verschiedenen Szenarien gefilmt wurden, u.a. ein 16jähriger Kämpfer der anscheinend eine Schussverletzung an der Hand erlitten hat und von seinen Kampfgefährten versorgt wird. Ein weiterer Kämpfer mit Namen Abdul Halim ist mit einem deutschen Gewehr des Modells „Blaser R 93 Offroad“ zu sehen, das als Scharfschützengewehr eingesetzt wird.

Ägypten/Libanon
Nasrallahs Racheengel


„Was er wirklich gemacht hat war die Unterstützung mit Material und Logistik für die Brüder des palästinensischen Widerstandes in Gaza zu sichern“ – mit dieser Aussage bestätigte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah letzten Freitag überraschend die Vermutung und Anschuldigung ägyptischer Behörden, die libanesische Organisation habe ein Netzwerk in Ägypten aufgebaut. Ägyptische Sicherheitskräfte hatten letzte Woche einen Libanesen namens Sami Shihab festgenommen der ein Agent der Hisbollah sein soll und für die Schiiten-Miliz Terrorzellen aufbauen sollte. Der Mann habe dem ägyptischen Geheimdienst im Verhör ausgesagt Hisbollah plane als Rache für die Ermordung ihres Kommandeurs Imad Mughniyeh im Februar 2008 israelische Ziele in Ägypten anzugreifen. Nasrallah hingegen erklärte Shihab sei bereits am 19.November 2008 inhaftiert worden und habe lediglich den palästinensischen Widerstand unterstützt, seine Gruppe plane keine Anschläge außerhalb des Libanon und schon gar nicht gegen ägyptische Einrichtungen.
Bei dem festgenommenen Libanesen handelt es sich nicht um irgendwen sondern um einen kampferfahrenen Logistiker der Hisbollah, der im Süd-Libanon gegen die israelische Armee gekämpft hat und dabei verwundet wurde. Seit März 2008 habe ihn die Hisbollah-Führung damit beauftragt ein Netzwerk aus kleinen Einsatztruppen aufzubauen und israelische und jüdische Ziele in Ägypten auszuwählen. Eingereist sein soll der schiitische Extremist mit gefälschtem Pass unter dem Decknamen Hassan al-Rol. Ausgewählt für die Mission haben soll ihn ein Mann namens Mohammed Qablan, ein Hisbollah-Nachrichtendienstmann der unter Anleitung des Organisationsvize Sheikh Naim Qassim steht und lange auf der Sinai gelebt hat und somit mit der ägyptischen Lage vertraut scheint. Shihab gehört zu einer 49köpfigen Gruppe schiitischer Hisbollah-Anhänger die sich derzeit in ägyptischer Haft befinden. Einige von ihnen gaben an über die letzten Wochen gefoltert und misshandelt worden zu sein. Nach mehrmonatiger Planung, so geht es angeblich aus den Aussagen Shihabs hervor, habe u.a. man die beliebten Touristenziele Dahab, Nuweiba und Taba als geeignete Ziele für Selbstmordanschläge und Attacken mit Autobomben ausgewählt und begonnen Sprengstoffe herzustellen.
Derzeit, so erklärten jüngst Sicherheitsdienste in Kairo, jage man 13 noch flüchtige Mitglieder des Hisbollah-Netzwerks die sich wohl in der Stadt Al Nakhl, auf der Sinai-Halbinsel aufhalten. Unter ihnen seien Libanesen, Palästinenser und Sudanesen, alle Teil einer Terroreinheit die Anschläge auf israelische Touristen geplant haben soll.
Zweifelsohne kann man den Anschuldigungen der ägyptischen Regierung Glauben schenken, soweit es die Aktivitäten der Hisbollah in den arabischen Staaten angeht. Lange schon ist bekannt dass die Organisation Teams im Nahen Osten verstreut hat, von Dubai bis Libyen. Keine dieser Einheiten wurde bis jetzt terroristisch aktiv, Hauptzweck dieser Truppen ist die Beschaffung von Informationen und das Auskundschaften von potentiellen Zielen. Unterstützt werden die ausländischen Agenten der Hisbollah dabei vom iranischen und syrischen Geheimdienst, lokale Unterstützer sorgen für den nötigen Schutz. Mubaraks Regime dürfte schon lange bekannt sein dass sich spätestens seit 2005 eine Zahl libanesischer Terroristen in Ägypten aufhält, immer dient die Sinai als Tor nach Gaza und somit in die palästinensischen Gebiete. Israelische Interessen zu treffen fällt am Nil auch nicht sehr schwer, immerhin reisen erheblich mehr israelische Staatsbürger in das Land der Pharaonen als in jeden anderen arabischen Staat.
Kurz nach der Ermordung Imad Mughniyehs in Damaskus, höchstwahrscheinlich ausgeführt vom Mossad, kündigte Hassan Nasrallah Vergeltung an. Israel habe, so der Hisbollah-Anführer damals, außerhalb des gewöhnlichen Schlachtfeldes (Libanon-Israel) zugeschlagen, daher werde auch Hisbollah den Radius ihres Kampfgebietes erweitern: „Ihr wollt diese Form des offenen Krieges, ihr sollt sie bekommen!“
Sowohl in Tel Aviv, wie in Beirut und Washington war klar dass auf Mughniyeh´s Tod Racheaktionen folgen würden. Experten gehen davon aus dass Hisbollah spektakuläre Anschläge im Ausland plant, sehr schmerzhafte Aktionen gegen israelische Bürger oder Interessen des jüdischen Staates durchführen wird. Dass Rache folgen würde war klar, nur wann lässt sich nicht sagen. Immer schon operierte Hisbollah nach dem Prinzip dass Vergeltung dann geübt wird wenn der Feind nicht damit rechnet. Auch während der Kriege gegen die israelischen Streitkräfte schlugen die libanesischen Gotteskrieger nie sofort dort zu wo ihnen Verluste beigebracht wurden. Sie zogen sich zurück und griffen die Israelis an einer völlig anderen, unerwarteten Stelle an. Nicht ohne Grund bezeichnen Geheimdienstler mit Nahost-Erfahrung Hisbollah als den gefährlichsten und kreativsten Gegner Israels. Nasrallahs Kronprinz Mughniyeh konnte ausgeschaltet werden, jetzt muss alles daran gesetzt werden dass der nächste Schachzug kein tödlicher Nadelstich für Israel wird.
Geopolitisch zeigen die Vorfälle in Ägypten wie weit inzwischen die politischen Differenzen zwischen dem iranischen Regime und den arabischen Staaten fortgeschritten sind. Die Führer und Despoten der arabischen Welt bekämpfen entschieden jeden iranischen Einfluss, Ägypten fürchtet um seine Machtstellung im Nahen Osten und sieht sich zusammen mit den Golfstaaten als Front gegen die „persische Bedrohung“. In der Hisbollah sehen inzwischen viele arabische Führer und weite Teile der Bevölkerungen zwischen Marokko und Syrien nicht mehr eine anti-israelische Widerstandsorganisation mit libanesischem Charakter sondern eine iranische Fremdenlegion die die Interessen Teherans nicht mehr nur gegen Israel sondern gegen die verhassten sunnitischen Regime vertritt. Netzwerke aus Hisbollah-Zellen sollen die Position der aufstrebenden iranischen Großmacht in der Region sichern und im aufkommenden, zukünftigen Konfessions-Krieg in der inner-islamischen Welt eine schlagkräftige Geheim-Einheit darstellen. Solche im Untergrund agierenden Gruppen zu infiltrieren und aufzuspüren ist seit mehreren Jahren hohe Priorität der arabischen Geheimdienste. Sicherlich mit Hinweis aus Israel ließen nun die Ägypter das bisher größte Hisbollah-Netzwerk außerhalb des Libanon auffliegen, Dementis von Seiten Hassan Nasrallahs werden in der arabischen Welt nicht wahrgenommen, zu offensichtlich erscheint mittlerweile die iranische Taktik der Unterwanderung und Expansion der iranischen Revolution auf die Staaten des Nahen Ostens. Als „Kriegsverbrecher“ brandmarkte die ägyptische Führung über ihre Presseabteilung jüngst Hisbollah-Chef Nasrallah und Präsident Mubarak schickte eine deutliche Warnung Richtung Beirut und Teheran, man werde es nicht dulden dass Ägyptens Grenzen und Souveränität verletzt würden.

Monday, February 9, 2009

Dschihad News I


Libanon,Syrien:


Der Tod Imad Mughniyeh – Protokoll einer Ermordung




Als am 12.Februar 2008 eine Autobombe im Viertel Kfar Suzeh von Damaskus explodierte dauerte es nicht lange bis der Name des prominenten Opfers durch die Medien ging.

Im brennenden Autowrack starb Imad Mughniyeh, einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, Militär-Chefstratege der Hisbollah und Kronjuwel der iranischen Geheimdienste. Von israelischer und amerikanischer Seite wurde Mughniyeh für etliche Anschläge und Entführungen verantwortlich gemacht, die meisten davon fanden im Libanon während der 1980er Jahre statt. Unter anderem soll der 45jährige Libanese für die Hisbollah-Anschläge auf die Militärkasernen und die US-Botschaft in Beirut 1983 verantwortlich gewesen sein, bei denen über 350 Menschen starben. Israel hatte mit Mughniyeh mehr als nur eine alte Rechnung offen. Als Rache für die Tötung des Hisbollah-Führers Mussawi soll Imad Mughniyeh die Selbstmordattentate auf israelische Ziele in Argentinien 1992 und 1993 geplant und organisiert haben.

Imad Fayez Mughniyeh alias Hajj Radwan soll insgesamt für mehr amerikanische und israelische Tote verantwortlich sein als jeder andere bekannte Terrorist. Grund genug für die USA eine Belohnung von 5 Millionen US-Dollar auf seinen Kopf auszusetzen. Trotz Jahrzehnte der Jagd gelang es weder CIA noch Mossad Mughniyeh zu fassen. Mehrfach wechselte er Identitäten, einige behaupten sogar er habe sein Aussehen operativ verändern lassen. In den Reihen der Hisbollah stieg das „Phantom“ zu einer legendären Helden-Figur auf, unsichtbar, nicht zu fassen, trotzdem im Untergrund aktiv und vor allem extrem gefährlich. In Teheran, Damaskus und bei der Hisbollah wusste man wo Mughniyeh war, schützte ihn vor den amerikanischen und israelischen Jägern, ließ ihn sogar weiter an militärischen Strategien und Terrorplänen arbeiten.

Im Februar 2008 kam die Karriere Mughniyehs zu einem plötzlichen und für die meisten unerwarteten Ende. Dass die Autobombe nur Werk des Mossad hat sein können wurde von niemandem ernsthaft angezweifelt. Von Seiten Israels gab es jedoch keine Bestätigung, man rühmte sich jedenfalls nicht offiziell mit der Ermordung des No1 Killers. Eine Verschwörungstheorie nach der anderen geisterte durch die arabische Welt, tauchte im Internet und in Zeitungensartikeln auf, während Hisbollah schon blutige Rache für den Tod ihres Militärstrategen schwor. Als der Leichnam Mughniyehs einen Tag nach seiner Ermordung in Beirut beigesetzt wurde erklärte Hisbollah-Führer Sheikh Nasrallah vor versammelter Trauergemeinde Israel müsse jetzt mit einem "offenen Krieg" rechnen der die Existenz des jüdischen Staates bedrohe.

Mit saudischen Geldern sei die Tötung Mughniyehs bezahlt worden hieß es aus verschiedenen Quellen, der amerikanische Geheimdienst hätte ihn ausfindig gemacht, israelische Spitzel in Damaskus hätten syrische Geheimdienstler bestochen den „Gast“ zu ermorden. Alles nur Theorien, Vermutungen über eine der wohl spektakulärsten Geheimdienstoperation der letzten Jahre. Ein Jahr danach sickert aus Kreisen der Geheim- und Nachrichtendienste immer mehr über den Tathergang durch. Wie sicher die jüngsten Information sind ist schwer zu sagen, sie zeichnen jedoch ein glaubwürdiges Bild dass es erst noch zu widerlegen gilt.

Die CIA habe im Januar 2007 einen hochrangigen Hisbollah-Agenten im Irak festgenommen, der dort die Schiiten-Miliz der „Jaish al Mahdi“ trainiert hatte und als Mittelsmann zwischen den irakischen Gotteskriegern und der Hisbollah eingesetzt wurde. Ali Moussa Daqdoud habe bei den Verhören durch die Amerikaner einige sehr kostbare Informationen über Imad Mughniyeh preisgegeben, u.a. Telefonnummern, Decknamen, Angewohnheiten und Informationen über den gesundheitlichen Zustand und Aufenthaltsort. Mit diesem Material ausgestattet begann der israelische Mossad eine Operation zu planen die Mughniyeh ausschalten sollte. Ein Team von Mossad-Agenten wurde in das nordirakische Kurdengebiet entsandt und reiste von dort aus in drei Zivilfahrzeugen nach Syrien ein. Der Aufenthaltsort der Zielperson wurde ausfindig gemacht und Mughniyeh Tage vor seiner Ermordung beobachtet. Am Abend des 12.Februar 2008 fand in Damaskus eine Feier zu Ehren des 29.Jahrestages der Islamischen Revolution im Iran statt, Gastgeber war der neue iranische Botschafter in Syrien.

Mughniyeh nahm an diesem Treffen überraschenderweise ohne Fahrer und ohne Leibwächter teil, ein tödlicher Fehler. Während er sich mit den besagten Personen traf, tauschten Mossad-Agenten die Kopfstütze am Fahrersitz seines Mitsubishi Pajero durch eine identische Kopie mit präpariertem Sprengsatz aus.

Sobald Imad Mughniyeh das Gebäude verließ und hinter dem Steuer seines Wagens Platz genommen hatte, zündeten die israelischen Agenten die Bombe per Fernsteuerung und töteten das „high-value“ Ziel.

Eine Geschichte für ein Drehbuch, auch wenn sie in Wahrheit noch viel spektakulärer gewesen sein dürfte.


Afghanistan,Pakistan:


Al Qaida´s Eliteeinheit ist zurück













Wenige haben jemals von der „Brigade 055“ gehört, selbst langjährigen Beobachtern der Dschihad-Szene ist dieser Begriff fremd. Unter dem Regime der Taliban welches aus dem afghanischen Bürgerkrieg Anfang der 1990er Jahre nach dem Dschihad gegen die Sowjets hervorging konnte Osama bin Laden seinen Traum von einer internationalen Brigade der Gotteskrieger verwirklichen, Trainingslager aufbauen, Freiwillige aus aller Herren Länder im terroristischen Handwerk ausbilden und abseits der von Geheimdienst kontrollierten arabischen Königreiche und Staaten Anschläge planen und den weltweiten Dschihad gegen die Ungläubigen organisieren. Nach tausenden Mujaheddin die nach Afghanistan gekommen waren um gegen die Russen zu kämpfen, bildeten Bin Ladens Leute im Afghanistan der 1990er Jahre eine neue Generation der Gotteskrieger aus die für internationale Einsätze vorbereitet werden sollten.

Etwa 1,800 junge Männer, die meisten Araber, aber auch Muslime aus Zentralasien, Südostasien, Afrika und Europa, formten eine Al Qaida Einheit die „Brigade 055“ genannt wurde, und ab 1995 als Art „Fremdenlegion“ und arabische Sondereinheit in die regulären Taliban-Streitkräfte integriert war. Besser ausgerüstet, professioneller trainiert und hoch motiviert kämpfte diese Einheit nun Seite an Seite mit den Taliban gegen feindliche Stammesmilizen und Warlords, 2001 und 2002 dann auch gegen die Nordallianz und das US-Militär.

Seitdem gilt die Brigade als praktisch nicht mehr vorhanden. Sie wurde aufgesplittert und ihre Mitglieder verstreuten sich, flohen nach Pakistan, in die Stammesgebiete an der Grenze oder wurden von US-Einheiten getötet oder gefangen genommen.

Aus Geheimdienstkreisen in den USA heißt es jetzt die Brigade 055 existiere wieder, diesmal unter anderem Namen, neuer Führung und in größerem Ausmaß. „Lashkar al Zil“ („Schattenarmee“) nennt sich diese paramilitärische Gruppe nun und operiert im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet unter Führung ranghoher Al Qaida Kommandeure. Innerhalb Pakistan sei die Lashkar al Zil inzwischen in den Provinzen Nord- und Südwaziristan, in Bajaur, Peshawar, Khyber und im Swat-Tal aktiv. In Kooperation mit den Taliban haben Lashkar-Kämpfer in jüngster Zeit mehrere erfolgreiche Operationen gegen die pakistanische Armee, afghanisches Militär und US-Truppen durchgeführt. In Afghanistan sei es besonders in Kunar, Paktika, Kandahar, Ghazni, Nuristan, Logar, Nangahar und Khost zu Einsätzen der neuen Al Qaida Truppe gekommen. Überall in diesen Provinzen, auf pakistanischer wie auf afghanischer Seite, haben Taliban Gruppen des Haqqani- und des Mehsud-Netzwerks Kämpfer in die Brigade der Lashkar al Zil entsandt und so eine multiethnische Kampfeinheiten mit lokalen Strukturen gebildet, die von Ausrüstung und Training her alles übertrifft mit die Koalitionstruppen der NATO bisher zu kämpfen hatten. Mehrere schwere Anschläge gehen auf das Konto der Al Qaida Brigade, darunter ein komplexer Angriff auf einen US-Außenposten in Wanat in der Provinz Nuristan im Juli 2008, der mit neun toten US-Soldaten der schwerste Einzelanschlag auf die amerikanischen Truppen seit Beginn des Konflikts war. Ebenfalls Werk der Lashkar al Zil soll der Hinterhalt sein in den im August 2008 eine Einheit französischer Soldaten nahe Kabul geriet. Den Al Qaida Dschihadis gelang es die Franzosen in stundenlange Gefechte zu verwickeln in denen zehn Soldaten starben und ein Großteil der Ausrüstung in die Hände der Terroristen fiel.

Im pakistanischen Grenzgebiet lehrte die wiederauferstandene Brigade 055 mehrfach die pakistanische Armee das Fürchten, bezwang sie dort in tagelangen Kämpfen in Nord- und Südwaziristan. Letztes Jahr stießen pakistanische Einheiten in der Provinz Bajaur auf ein ausgeklügeltes Tunnel- und Bunkersystem dass die „Schattenarmee“ Al Qaidas dort angelegt hatte. Schützengräben, Wälle, Waffenlager und Versorgungstunnel zeugten hier von der neuen Qualität dieser terroristischen Bedrohung. „Sogar ihre Scharfschützengewehre“, so einer der pakistanischen Offiziere, „sind besser als unsere. Ihre Strategien sind unglaublich und sie haben Verteidigungsanlagen von denen wir nur träumen können.“

Schwierig für die Geheimdienste und Militärs gezielt Al Qaidas neue Elitetruppe zu jagen macht es eindeutig das Verschmelzen der arabischen und asiatischen Dschihadis mit Taliban-Elementen. Nur mehr oder weniger zufällig tauchen Indikatoren auf die die Präsenz der Lashkar al Zil beweisen. Anhand der Kleidung behaupten einigen Experten eindeutig Al Qaida Kämpfer in verschiedenen Regionen Afghanistans und Pakistans ausgemacht zu haben. Die Länge der Hosen beispielsweise kann Indiz dafür sein dass es sich nicht um einheimische, afghanischen Kämpfer handelt sondern um sogenannte „Al Muhjiroun“ (arabisch für „Immigranten“ und in der Dschihad-Sprache ein Begriff für ausländische Helfer). Die wahhabitischen Al Qaida Leute tragen Hosen mit einer bestimmten Beinlänge weil laut einer Aussage des Propheten Mohammed (Hadith) ein bis zum Boden reichendes Gewand ein Zeichen für „übertriebenen Stolz und Arroganz“ seien. Turnschuhe, moderne Militärrucksäcke, ausgestattet mit sogenannten „Camelbacks“ (Wasserbehältern), komplett schwarze, extrem verdeckende Gesichtsmasken und mit Henna gefärbte Bärte stellen zusätzliche Hinweise dar dass es sich um ausländische Kämpfer aus den arabischen Ländern, Pakistan oder zentralasiatischen Regionen handelt. Organisiert und strukturiert, so pakistanische und amerikanische Quellen, sei Lashkar al Zil wie ein Paramilitär, einheitliche Ausrüstung, Bewaffnung, Kleidung, klare Befehlsstrukturen, abgrenzte Einsatzgebiete und verschiedene Stufen der Ausbildung. Letztere findet in mindestens drei Camps in Nord- und Südwaziristan unter dem Kommando ranghoher Organisationsmitglieder statt.

Einer dieser Ausbilder war Khalid Habib, ein marokkanischer Al Qaida Militärstratege und inoffizielle Nr.4 oder Nr.5 in der Hierarchie des Netzwerks den im Oktober 2008 ein US-Drohnenangriff nahe Taparghai, im pakistanischen Nord-Waziristan tötete. Mehrere amerikanische Angriffe mit Predatordrohnen galten im letzten Jahr Al Qaida Kommandeuren in den Stammesgebieten die verantwortlich sind für den Aufbau der neuen Kampftruppe der „Schattenarmee“.


Pakistan:


Enthauptung vor laufender Kamera



Sieben Minuten dauert das Video. Die letzten sieben Minuten im Leben des Piotr Stanczak. Am 28.September 2008 hatte man den 42jährigen Geologen nahe der Grenze zu Afghanistan gekidnappt. Drei pakistanische Begleiter waren bei dem Überfall erschossen worden. Nun ermordeten Islamisten auch ihn bestialisch, köpften ihn vor laufender Kamera.

Kein Lebenszeichen von dem entführten Polen kam seit den vergangenen Monaten aus Pakistan. Wer ihn entführt hatte, was die Entführer wollten, alles blieb zunächst Spekulation. Als dann aber im November 2008 klar war dass es sich bei den Kidnappern nicht nur um gewöhnliche Kriminelle handelt die auf ein schnelles Lösegeld aus sind, war die polnische Regierung alarmiert und setzte alles an den pakistanischen Geheimdienst Stanczak freizubekommen. Der befand sich in den Händen Tehrik e-Taliban, dem pakistanischen Taliban-Netzwerk geführt von Baitullah Mehsud, Pakistan´s inoffizieller Staatsfeind Nr.1. Von seiner Basis in Nord-Waziristan aus kontrolliert Mehsuds Truppe ein riesiges Gebiet entlang der afghanischen Grenze. Tausende Kämpfer hat die Tehrik e-Taliban unter Waffen, Spitzel und Netzwerke in jeder größeren pakistanischen Stadt. Offen und ehrlich bezeichnen sie sich als Kampfgenossen Al Qaidas. Ein Aufenthalt in einem von Baitullah Mehsud kontrollierten Gebiet endet für Ausländer und unerwünschte Gäste meist mit dem Tod. Hinrichtungen und öffentliche Auspeitschungen sind in den Stammesgebieten Pakistans inzwischen Alltag, die Sharia regiert weite Teile des kargen Berglandes. Wer sich hier hin wagt ist entweder lebensmüde, extrem mutig oder will sich den Mujaheddin im Kampf gegen die US-Truppen in Afghanistan anschließen.

Piotr Stanczak wollte nur arbeiten. Ein in Krakow ansässiges Unternehmen hatte im letzten Jahr nach Pakistan geschickt um dort geologische Untersuchungen an möglichen Öl- und Gasfeldern durchzuführen. Vielleicht getrieben von einem höheren Lohn, vielleicht aber auch aus purer Unwissenheit oder gar Abenteuerlust ließ sich der zweifache Vater auf das Risiko ein.

Vor wenigen Tagen erreichte die Familie in Polen dann die Nachricht, die Taliban hätten ihre Geisel hingerichtet. Polens Regierung sei nicht auf die Forderungen der Islamisten eingegangen deshalb habe man Stanczak enthauptet.

Tatsächlich hatte die polnische Führung jegliche Zahlungen an Terroristen verweigert, Bedingungen der Taliban würden unter keinen Umständen erfüllt. Zuletzt hatte es geheißen die Forderung der Tehrik e-Taliban sei ein Abzug der polnischen NATO-Truppen aus Afghanistan gewesen. Sonntagabend dann gelangte ein polnischer Fernsehsender in den Besitz des Videos welches die Tötung der Geisel Piotr Stanczak zeigt. Zuvor hatten die Taliban einem Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AP einen USB-Stick mit der besagten Videodatei übergeben. Längst war klar dass die Behauptung der Taliban nicht nur Propaganda war sondern bitterer ernst. Im Stich gelassen von den Verantwortlichen in Warschau und Islamabad musste sich die Geisel letztendlich dem Schicksal fügen. Ein Taliban-Sprecher erklärte heute, man habe den Polen enthauptet weil die pakistanische Regierung sich geweigert hatte 28 Gefangene, deren Namen man ihr genannt habe, aus dem Gefängnis freizulassen. Desweiteren sei man nicht auf die Forderung eingegangen die pakistanischen Truppen aus den Stammesgebieten abzuziehen.