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Tuesday, September 7, 2010

Irakische TV-Show platziert Bomben in Promi-Autos


In einer irakischen Reality-Show werden prominente Opfer zu unfreiwilligen Autobomben-Attentätern gemacht. Eine Checkpoint-Kontrolle schürt ihre Angst vor Gefängnis und Hinrichtung - alles gefilmt mit versteckter Kamera.

"Du hast eine Bombe in deinem Kofferraum!" - Szene aus TV-Show

I
m Irak sorgt eine Reality-TV-Show für Furore. "Schick ihn nach Camp Bucca" heißt das Format das im diesjährigen Ramadan vom irakischen TV-Sender "Al-Baghdadia" ausgestrahlt wird. Die umstrittene Sendung ist benannt nach einem ehemaligen Gefängnis des US-Militärs an der kuwaitisch-irakischen Grenze.
Ziel der Macher von "Schick ihn nach Camp Bucca" ist es, prominente Iraker vor versteckter Kamera in eine äußerst unangenehme Situation zu bringen.

Das Konzept der Unterhaltungssendung ist einfach wie kontrovers: Irakische Prominente werden zur Sendezentrale von Al-Baghdadia zu einem angeblichen Interview geladen. An ihrem Auto, entweder im Kofferraum oder an der Unterseite, wird zuvor eine Bombenattrappe montiert. Der oder die Prominente wird dann auf dem Weg zum Interviewtermin an einem inszenierten Checkpoint von falschen irakischen Soldaten in Uniform und mit Schusswaffen kontrolliert. Dabei entdecken die Schauspieler-Sicherheitskräfte die angebliche Autobombe und beschuldigen die Prominenten, Terroristen zu seien. Ihnen wird gedroht, sie würden direkt in ein Hochsicherheitsgefängnis für al-Qaida Islamisten gebracht.

Die Checkpoint-Szene, in denen die völlig unschuldigen irakischen VIPs zu islamistischen Selbstmordattentätern abgestempelt werden, wird von mehreren versteckten Kameras gefilmt. Zu sehen ist, wie geschockt und verängstigt die Männer und Frauen auf die vermeintlichen Bombenfund und die Anschuldigungen der Soldaten reagieren.


"Du bist ein Terrorist! Warum willst du uns alle in die Luft sprengen?", fragt ein Sicherheitsmann harsch sein TV-Opfer, "Du wirst hingerichtet!"

Oftmals in Tränen aufgelöst und völlig verstört reagieren die ahnungslosen Prominenten.
"Für welche Gruppe arbeitest du?", will einer der Checkpoint-Guards von einem bekannten irakischen Schauspieler wissen, "Du hast eine Bombe in deinem Auto." Er sei Filmschauspieler, entgegnet der Mann, "Ist das ein Spiel oder was? Ich habe zwei Kinder. Ich erzähle Ihnen die Wahrheit, ich habe die Bombe nicht dort platziert!"

Die prominenten Opfer wurden nach dem Schock-Moment darüber aufgeklärt, dass sie für das Fernsehen reingelegt wurden. Einige der unfreiwilligen Autobomber nahmen es mit Humor und plauderten später im TV-Studio über die Aktion.
Niemand sei verletzt worden, versicherten die Produzenten der TV-Sendung, alles sei lediglich Entertainment und dazu gemacht Leute zum lachen zu bringen.

Sogar das Oberkommando der irakischen Streitkräfte in der Hauptstadt Bagdad willigte ein, dass die Fernsehteams Fake-Checkpoints in den Straßen errichten durften.
Kifah al-Majid, ein Sprecher des irakischen Militärs erklärte gegenüber der New York Times: "Al-Baghdadia hat es auf ganz offiziellem Weg gemacht. Sie haben uns Papiere geschickt und nach einer Erlaubnis gefragt diese Sendung zu machen. Wir waren einverstanden."

Nicht völlig kritiklos äußern sich die Zuschauer zum Show-Konzept. "Ich hoffe ihr Sender tanzt nicht auf den Wunden des irakischen Volkes", schreibt ein Kommentator auf der Webseite des TV-Senders. "Jeder weiß dass der Irak in allen Bereichen unter abnormalen Umständen zu leiden hat, warum macht ihr dann speziell für Iraker ein Programm das auf Angst, Provokation und Spott basiert?"

Wednesday, January 27, 2010

Die vierte Welle - al Qaida bekennt sich zu Bagdad Anschlägen


Wie erwartet hat sich der "Islamische Staat im Irak" (= al Qaida) zu den verheerenden Autobombenanschlägen im Zentrum von Bagdad bekannt. Ziel der "vierten Welle in der Invasion der Gefangenen", wie die Islamisten in einem Online-Bekennerschreiben sagen, waren verschiedene Luxushotels im Herzen der irakischen Hauptstadt, in denen auch etliche westliche Journalisten untergebracht sind.


Wednesday, January 20, 2010

Terroralarm in München - Feiern Mutallab´s Kollegen Geburtstag?


Heute vor einem Jahr überraschte al-Qaida mit einem Propagandavideo. Die dem Untergang geweiht geltende saudische al-Qaida Abteilung und der jemenitische Flügel schlossen sich feierlich zur "Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel" zusammen. Propagandagerecht präsentierten die Islamisten in ihrem Video der Geburtsstunde auch gleich zwei ehemalige Guantanamo-Häftlinge, als visuelle Ohrfeige für die amerikanischen Anti-Terror-Kämpfer.

Vor drei Stunden nun gab es Alarm am Münchner Flughafen. Terminal II wurde komplett abgeriegelt nachdem der Laptop eines Passagiers positiv auf Sprengstoff getestet wurde. Bei der Kontrolle habe sich der Mann losgerissen und sei daraufhin in "nicht-öffentliche" Bereiche des Flughafens geflohen. 1000 Polizeibeamte sind seitdem im Einsatz, weder Passagiere noch Personal durften den Terminal verlassen und mindestens 60 Flüge wurden verschoben.
Zurzeit dauert die Jagd auf den flüchtigen Verdächtigen an, kurioserweise gab die Polizei bislang auch keinerlei Entwarnung bezüglich des vermeintlichen Sprengstoffes im Laptop.

Schnell ist man beim "Terroralarm" und spricht von einem Anschlagsversuch. Noch steht weder fest um wen es sich bei der verdächtigen Person handelt, noch in welche Maschine er steigen wollte und ob er tatsächlich einen als Bombe präparierten Computer bei sich hatte.
Viele Szenarien sind denkbar.

Lässt man aber das Gedankenspiel des Anschlagsversuches zu, dann liegt nahe dass es sich um einen Nachahmer, möglicherweise Kameraden des Detroit-Bombers Umar Farouk Abdul Mutallab handeln könnte.
Der britische Geheimdienst MI5 warnte kurz nach Weihnachten es seien auch europäische Islamisten in den Trainingslagern der jemenitischen al-Qaida, von mindestens 20 jungen Männern aus Großbritannien wisse man dass sie in die Terrorcamps reisten.

Inzwischen hat Großbritanniens Regierung eine Direktflüge in und vom Jemen gestoppt. Man scheint die Gefahr der potentiellen al-Qaida Rekruten ernst zu nehmen.
Reuters meldete dem Foreign Relations Commitee des US-Senats werde ein Bericht vorgelegt, wonach 36 US-Staatsbürger, die sich derzeit im Jemen aufhielten, als gefährlich eingestuft würden. Bei ihnen soll es sich um 26 im Gefängnis konvertierte Muslime handeln, darunter mehrheitlich Afro-Amerikaner. Die restlichen 10 US-Amerikaner seien "nicht-jemenitisch", hätten im Jemen geheiratet und lebten bereits längere Zeit dort. Sie alle, so die Untersuchung der Geheimdienste, seien potentielle al-Qaida Anhänger.

Nicht zu vergessen bleibt Abdul Mutallabs Aussage gegenüber dem FBI: außer ihm gebe es 20 weitere Dschihadisten die im Jemen für Anschläge auf Passagierflugzeuge vorbereitet wurden.

Zur Stunde ist alles reine Spekulation. Sollte sich der Terroralarm am Münchner Flughafen als echter Anschlagsversuch entpuppen, dann dürfte der gescheierte Attentäter nicht der einzige sein, der momentan in Europa unterwegs ist. Al-Qaida im Jemen hat vielleicht doch vor ihren heutigen Geburtstag gebührend zu feiern - trotz Nacktscanner.

Sunday, August 9, 2009

Flugzeug auf dem Weg nach West-China erhält Bombendrohung


Nachrichtenagenturen meldeten zunächst ein Flugzeug aus Afghanistan auf dem Weg in die west-chinesische Provinz Xinjiang sei entführt worden. Es gebe außerdem eine Bombendrohung, weshalb die Behörden des Flughafens in Xinjiang angewiesen wurden der Maschine Landeverbot zu erteilen.
Mittlerweile soll das Flugzeug in Kandahar zwischengelandet sein und man gehe der Bombendrohung nach.

Die Meldung kommt nur wenige Wochen nachdem Al Qaida´s Mann für die chinesische Provinz "Ost-Turkestan" Abdul Haqq al Turkistani der Volksrepublik mit Rache für die blutige Niederschlagung der Uiguren-Proteste drohte. Die Verbrechen der ungläubigen Kommunisten würden "nicht unbeantwortet bleiben", so der Islamistenführer. Sollten sich die Meldungen bewahrheiten könnte dies Al Qaida´s Antwort auf die chinesische Politik in Xinjiang sein.

Friday, July 31, 2009

Vorboten des Bürgerkrieges im Irak


US Truppen beendeten vor wenigen Wochen ihre Patrouillen in irakischen Städten, die Sicherheitskräfte der irakischen Regierung übernahmen die Sicherheit im Land.
Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich bis heute nicht, es kam zu einer Explosion der Gewalt, Al Qaida steht weiter in der Defensive obwohl es gerade in Al Anbar, Diyala und rund um Mossul neue Hinweise auf ein Erstarken der Dschihadisten gibt.

Erste Anzeichen für eine gefährliche Zukunft ohne die Präsenz der US Truppen zeigten sich dann heute als vor vier schiitischen Moscheen in Bagdad fast zeitgleich Autobomben und Sprengsätze explodierten und 29 Menschen töteten.
Ziel der Attentate waren zweifellos die schiitischen Pilger, und nur ein Grund scheint denkbar wieso genau jetzt wieder Anschläge auf Zivilisten gehäuft auftreten: der Bürgerkrieg soll wieder aufflammen.
Den dschihadistischen Elementen im Irak erscheint der Zeitpunkt gekommen die ethnischen Differenzen zwischen Sunniten und Schiiten wieder blutig zu entfachen. Mit den Massenmorden an schiitischen Gläubigen wollen die Islamisten Racheakte der Milizen, Polizei und irakischen Nationalgarde provozieren, die wiederum sunnitische Zivilisten zur Gegengewalt anstacheln. Die Spirale der Gewalt soll sich wieder drehen, obwohl sie realistisch gesehen nie zum erliegen kam. Keiner außer die Milizen der politischen Parteien, die Marionetten der religiösen Führer, der Nachbarstaaten und der Kriegsfürsten kontrollieren Iraks Gefängnisse und Sicherheitskräfte. Tagsüber gehen viele Milizionäre ihrem Dienst als Polizist nach, bei Nacht werden sie zu raubenden, mordenden Banden die Rache nehmen für die Tötung von Glaubensbrüdern bei Anschlägen der sunnitischen Fanatiker.

Angefeuert wird dieser Hetzkessel der ethnisch motivierten Gewalt nicht nur durch Al Qaidas Bomben sondern auch durch den Einfluss der iranischen Mullahs, der saudischen und ägyptischen Geldgeber die einen wachsenden schiitischen Einfluss in der Region fürchten und den Irak nicht zur Ruhe kommen lassen wollen.

In einem Al Jazeera Bericht sind Bilder zu sehen die weitere Gewalt erahnen lassen.
Irakische Soldaten, die eigentlich schiitische Flüchtlinge in einem Auffanglager beschützen und betreuen sollen fahren mit ihren Geländewagen in eine Gruppe von Demonstranten die gegen die schlechten Lebensbedingungen im Flüchtlingslager protestiert hatte. Zu sehen sind außerdem gewaltsame Übergriffe der Polizisten und Soldaten auf Zivilisten. Viele der im Lager lebenden Menschen gehören den pro-westlichen Volksmujaheddin an, einer antiiranischen Oppositionsbewegung. Ihre Anhänger hatten unter Saddam Hussein dank ihrer Ablehnung des Mullah Regimes in Teheran Zuflucht gefunden, werden nun aber von den proiranischen Milizen des Irak misshandeln, oft sogar in den Iran verschleppt und dort inhaftiert.