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Monday, April 19, 2010

Tod zweier Unbekannter - Irak verkündet Tötung von al-Qaida Führern


I
raks Premier Nouri al Maliki präsentierte die Fotos geradezu trophäengleich. Aufnahmen zweier Männer, einmal als Konterfeis noch lebender Personen, daneben die blutüberströmten Leichname der beiden gesuchten Terroristen.
Jahrelang jagten irakische und vor allem amerikanische Anti-Terror-Einheiten die Anführer der al-Qaida im Zweistromland. Im Juni 2006 schlugen sie dem Terrornetzwerk mit der Tötung von Abu Mussab az-Zarqawi den charismatischen Kopf ab und schwächten die lokale al-Qaida-Filiale damit wohl mehr, als es sich das Pentagon je hätte vorstellen können.


Abu Ayyub al-Masri alias "Abu Hamza al-Muhajir" in einem Video, das US-Truppen sicherstellten. Darin präpariert der Ägypter einen Tanklaster zu einer Autobombe

Seitdem Zarqawi aus dem Rennen war, hatten es die Terrorjäger auf seinen Nachfolger abgesehen. Der soll Ägypter oder Saudi sein, hieß es wenige Wochen nach Zarqawis Ermordung. Genaueres wusste niemand. Dann irgendwann tauchte ein Passfoto auf, das gleichzeitig zu einem Fahndungsfoto für den neuen Chef der irakischen al-Qaida werden sollte. "Abu Ayyub al Masri", so hieß Zarqawis wenig charismatischer, kamerascheuer Nachfolger. Er trat nie in Propagandavideos unverhüllt auf, erreichte nicht einmal annähernd jenen dschihadistischen Kult-Status wie der "Schlächter von Bagdad" und wurde damit zum wenig schillernden Kopf des irakischen Terrors.

Im April wurde al-Masri, der sich "Abu Hamza al-Muhajir" nannte, zum Verteidigungsminister des dschihadistischen Fantasie-Staates "Islamischer Staat im Irak" erkoren. Hinter diesem Decknamen eines vermeintlichen Dachverbandes der salafistisch-dschihadistischen Gruppen des irakischen Bürgerkrieges, verbirgt sich bis heute schlichtweg jenes al-Qaida Element des irakischen Widerstandes, das von ausländischen Islamisten dominiert und kontrolliert wurde.

Um einen Image-Wechsel zu vollziehen, und all jene Lügen zu strafen die behaupten ausländische al-Qaida Fanatiker hätten die irakischen Aufständischen quasi unterwandert und deren Kampf gegen die US-Truppen zu ihrem in erster Linie anti-schiitischen Dschihad verkehrt, wurde demonstrativ ein Iraker zum Anführer des "Islamischen Staates Irak" ernannt - "Abu Omar al-Baghdadi".

US-Geheimdienstler vermuteten hinter diesem Kampfnamen nichts anderes als eine künstliche Propagandafigur, erschaffen um dem Dschihad der al-Qaida im Irak ein irakisches Gesicht oder zumindest einen irakischen Namen zu verpassen. Letztendlich soll doch Zarqawis ägyptischer Nachfolger al-Masri weiterhin die Kontrolle über das Netzwerk behalten haben.
Angeblich ernannte ihn der ebenfalls aus Ägypten stammende Ayman az-Zawahiri persönlich zum Nachfolger des Jordaniers Zarqawi und damit zum "Emir der al-Qaida im Irak".


Ein Video in Rohfassung zeigt Abu Ayyub al-Masri
mit seinem Sohn in einem Versteck im Irak

In Audiobotschaften und schriftlichen Statements meldeten sich die beiden Anführer al-Baghdadi und al-Muhajir ( = al-Masri) regelmäßig zu Wort, wiederholten dabei gebetsmühlenartig jene Phrasen und Racheschwüre, die auch schon Zarqawi vor Jahren verbreitete. Die Anführer der irakischen al-Qaida konnten das Netzwerk nicht wiederbeleben und mussten beinahe machtlos mit ansehen wie irakische und amerikanische Spezialeinheiten Nacht für Nacht erfolgreich Razzien gegen die Dschihadisten durchführten. Überall wurden Regionalkommandeure verhaftet, Autobomben-Zellen ausgehoben, rekrutierte Selbstmordattentäter vor ihrem Einsatz erschossen.

Die Strategie des Terrornetzwerkes veränderte sich in den vergangenen Jahren zusehens. Weg von kleinen Anschlägen auf US-Basen, Checkpoints, irakische Polizeistationen und schiitische Heiligtümer, hin zu Großanschlägen und Serien von Autobomben-Attentaten im Herzen von Bagdad. Mehrmals schlugen die al-Qaida Attentäter bereits nach diesem Muster zu, attackierten Gebäude der irakischen Regierung und Orte, die regelmäßig von Ausländern frequentiert werden.

Geheimdienstkreise gehen davon aus, dass al-Qaida eine unheilige Allianz mit Baath-Elementen des alten Saddam-Regimes eingegangen ist, um zu alter Stärke zurück zu finden. Al-Qaida liefert todeswillige Attentäter, oft junge Saudis und Nordafrikaner, und die im syrischen Exil lebenden Baathisten liefern das Geld und die Logistik um Sicherheitsvorkehrungen in Bagdad zu umgehen. Die Motivation ist simpel und fatal: Chaos.

Sowohl die ehemaligen Regime-Anhänger als auch die fanatischen Islamisten wollen dass der neue Irak unter schiitischer Dominanz nicht zur Ruhe kommt. Regelmäßiger Terror dort, wo sich die Iraker am sichersten fühlen, ein Blutzoll zum Preis den Irak auf keinen Fall zur iranischen Kolonie werden zu lassen.


Am vergangenen Sonntag dann war auch die Jagd auf die Spitze des Terrornetzwerkes im Irak nach Jahren der Fehlmeldungen von Erfolg gekrönt. Durch eine Verhaftung einiger ranghoher al-Qaida Leute wenige Tage zuvor waren irakische Geheimdienstler auf ein sogenanntes "Safehouse" in der westirakischen Region Al-Anbar aufgemerksam geworden. Eine gemeinsame amerikanisch-irakische Anti-Terror-Operation wurde gestartet und schließlich konnten nach einem Feuergefecht und dem Einsatz von Kampfjets eine ganze Reihe al-Qaida Führer zur Strecke gebracht werden. In den Trümmern eines Hauses der Region Thar Thar fanden die Terrorjäger die Leichen von al-Baghdadi und al-Masri.

DNA-Tests bestätigten ihre Identität am Montag und Iraks Premier verkündete die Nachricht vom Tod der al-Qaida Chefs bei einer Pressekonferenz in Bagdad. US-Vizepräsident Joe Biden nannte die Tötung der beiden Terroristen einen großen Schritt für die Iraker.
Ohne Zweifel versetzt der Tod der beiden wenig bis kaum bekannten Islamisten-Führer das Terrornetzwerk im Irak in eine Art Schockzustand. Nachfolge-Kämpfe werden einsetzen, Terrorzellen wissen nicht ob und wie weit Kommunikation untereinander jetzt noch sicher stattfinden kann, mögliche Anschlagspläne wurden zunichte gemacht.


Der "Präsident" des "Islamischen Staates Irak" - Abu Omar al-Baghdadi

Nichtsdestotrotz gilt auch in der Hierarchie des Terrors - niemand ist unersetzlich. Der Nachfolger von "Abu Ayyub al Masri" wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich oder noch weniger charismatisch sein als der Ägypter, der als Fachmann für Autobomben galt. Aus Afghanistan und Pakistan soll die irakische al-Qaida zum Jahreswechsel hin verstärkt worden sein. Sheikh Issa heißt eine der mysteriösen Figuren die Bin Laden nach Syrien entsandt haben soll um dem Dschihad im Irak neuen Aufwind zu verleihen. Die Ergebnisse werden bald folgen.

Saturday, June 6, 2009

EXKLUSIV: Unveröffentliches Video von Abu Mussab al Zarqawi


Bis am 07.Juni 2006 um 18:12 Uhr zwei amerikanische F-16 Bomber das Gebäude am Rand des irakischen Dorfes Hibhib in Schutt und Asche legten und den wohl charismatischsten Dschihad-Kämpfer nach Osama Bin laden , Abu Mussab al Zarqawi, töteten, kannte man genau ein einziges Video in dem der jordanische Al Qaida Führer unmaskiert zu sehen ist.



Ständig um seine Sicherheit bemüht versuchte Zarqawi so wenig Foto und Videomaterial wie nur möglich von ihm anfertigen zu lassen. Seit seinem ersten Auftreten im ersten Enthauptungsvideo des Irakkonfliktes brannte sich seine durchdringende, krächzende Stimme in die Köpfe der Beobachter dermaßen ein, dass alleine Audiobotschaften ihre Propagandawirkung entfalteten. Wie genau Zarqawi aussah konnte das US-Militär nur vermuten und aus Gefangenenaussagen schließen, bis sie bei einer Razzia Fotomaterial sicherstellen konnten das den Emir der irakischen Al Qaida im Kreis seiner Anhänger zeigt.
Erst am 26.April 2006 erschien der mittlerweile zum Helden des Dschihad aufgestiegene Extremist in einem Video ohne sich hinter Masken oder Vermummung zu verstecken. Wie ein General besucht Zarqawi darin seine Truppen, geschützt von etlichen Leibwächtern, irgendwo in der irakischen Wüste nahe Ramadi, anschließend trifft er sich mit seinen Kommandeuren, lässt sich anhand von Karten und eines Laptops über militärische Erfolge und Fortschritte aufklären, erteilt Ratschläge und verteilt Lob. Hauptszene des Videos ist eine Rede Zarqawis, ganz im Stil seines Vorbildes Bin Laden, mit einem Sturmgewehr hinter sich an die Zimmerwand gelehnt, in schwarzer Militäruniform. Kaum war jemals ein Veröffentlichung von Propagandamaterial dermaßen in den islamistischen Internetforen gefeiert worden wie dieses Video. Endlich hatte das Idol der Dschihad-Jugend, der Held der militanten Islamisten, ein aktuelles Gesicht, das bekannteste Foto Zarqawis welches aufgenommen worden sein soll als er Mitte 20 war, gehörte damit der Vergangenheit an.
Nur zwei Monate später schlugen die amerikanischen Verfolger nahe Bakuba zu, die Geheimdienstarbeit war gut, Zarqawis Leiche wurde in den Trümmern des zerbombten Hauses identifiziert. Damit war der gerade begonnene Propaganda-Feldzug beendet, weiteres Videomaterial Zarqawis blieb aus, Gerüchte hielten sich hartnäckig die Medienabteilung der irakischen Al Qaida besitze weitere Aufnahmen, wann und ob diese veröffentlicht würden war nie klar.



Heute, fast genau drei Jahre nach seinem Tod, taucht dann ein Video auf, in dem für wenige Sekunden jener Mann zu sehen ist den viele für den neuen Bin Laden hielten. Vermutlich von einem Al Qaida Kameramann während des Auftritt gedreht, erscheint Zarqawi vor einer Gruppe Kämpfer, die sich zum Appell vor ihm aufgestellt haben. Anhand der zu sehenden Flagge kann vermutet werden dass das Rohmaterial im Jahr 2004/05 gedreht worden sein könnte. Anders als in späteren Propagandaaufnahmen ziert die Fahne nicht das Logo des Mujaheddin Shura Council oder des “Islamischen Staates im Irak”, sondern das Symbol der “Al Qaida im Zweistromland” bzw. Zarqawis erster Organisation der “Tawhid wa Dschihad” -Gruppe.