Am 16.März 2009 um 06:15 Uhr checkte er ein im Surya Villa Hotel von Puna, in West-Indien. David Coleman Headley bezog Zimmer 202 und checkte am 17.März gegen 08:00 Uhr morgens wieder aus.
Das Surya Villa Hotel liegt im Koregaon Park von Puna, einer Anlage die u.a. ein sogenanntes Ashram beherbergt, eine Lehreinrichtung eines Gurus. Der Guru von Puna, Bhagwan Shree Rajneesh alias "Osho" war in den 1970er Jahren ein beliebter Lehrer für tausende westliche Erleuchtungs-Suchender. Viele verbrachten mehrere Monate, manche Jahre in der hinduistischen Sektengemeinde, vor allem Deutsche.
Ebenfalls in der Nähe des Hotels, dass der US-Amerikaner Headley im Frühjahr 2009 und noch mindestens ein weiteres Mal seit November 2008 besuchte, liegt eine deutsche Bäckerei und das jüdische Kulturzentrum "Chabad House Puna". Hier lebt Rabbi Alter Btzalel mit seiner Familie und leitet das Missionszentrum der ultraorthodoxen Bewegung der Chabad-Lubavitch-Gemeinde.
Nach Angaben der indischen Geheimdienstler besuchte David Headley, Sohn eines pakistanischen Diplomaten und einer Amerikanerin, die indischen Provinzmetropole Puna im Auftrag der pakistanischen Terrorgruppe Lashkar e-Toiba. Er hielt sich nur kurz in der Hippie-Hochburg auf und ließ sich angeblich auf HIV untersuchen.
Auf der Suche nach potentiellen Terrorzielen reiste Headley anschließend weiter nach Mumbai und kundschaftete u.a. die späteren Orte der Attentate vom November 2008 aus.
Angeblich soll auch das Chabad-House in Puna als mögliches Terrorziel für die pakistanischen Dschihadisten ausgewählt worden sein. Die Region ist beliebt bei westlichen Ausländern und wöchentlich von tausenden Touristen frequentiert.
Inzwischen steht Headley in den USA zusammen mit seinem pakistanisch-kanadischen Komplizen Tahhawur Hussein vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen Anschläge auf die dänische Zeitung Jyllands-Posten in Kopenhagen geplant und zu diesem Zweck mit der Lashkar e-Toiba und al-Qaida Elementen in Verbindung gestanden zu haben. Headley erhielt von Husseins Firma ein Alibi und reiste nach Pakistan, Indien und Europa. Jedesmal kundschaftete er Terrorziele aus und lieferte Video- und Bildmaterial an die Lashkar e-Toiba Kontaktleute.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit stehen terroristische Elemente hinter dem heutigen Bombenattentat auf die "German Bakery" in Puna. Da sich der Laden in unmittelbarer Nähe zum jüdischen Chabad-House befindet wird ein islamistischer Hintergrund immer wahrscheinlicher.
Früher war Puna in West-Indien ein beliebtes Reiseziel sinnsuchender Hippie-Touristen aus westlichen Staaten, die sich für ein Leben in Sekten-Kommunen unter Leitung von fragwürdigen Gurus zusammenfanden.
Unter den hinduistisch-buddhistisch Freigeistern befanden sich auch viele Deutsche, einige von ihnen verblieben in Indien und schafften gar den Weg in ein halbwegs normales, drogenfreies Leben.
Solchen deutschen Aussiedlern soll auch die "German Bakery" von Puna gehören, in der heute ein Sprengsatz explodierte. Mindestens acht Menschen starben durch die Bombe, die das komplette Geschäft zerstörte, das als beliebter Treffpunkt von Ausländern galt. Indische Medien berichten es sollen sich mindestens 4-5 Frauen unter den Todesopfern befinden, weitere 30 Menschen seien verletzt worden.
Zunächst meldete die indische Polizei es sei vermutlich eine Gasflasche explodiert, später dann bestätigten die Sicherheitskräfte es handle sich um einen Terroranschlag und ein Ermittlerteam aus Neu Dheli sei auf dem Weg nach Puna.

Interessant ist die Meldung, dass die deutsche Bäckerei im gleichen Gebäudekomplex untergebracht sein soll wie ein Gemeindehaus der jüdischen Chabad-Missionsbewegung. Eine solche Einrichtung war im November 2008 in Mumbai Ziel eines Terroranschlags islamistischer Fanatiker geworden. Damals starben der Rabbi und dessen Familie.
Auch heute ist zu vermuten dass die Bombe wohl eher dem jüdischen Kulturzentrum galt als den deutschen Aussiedlern.
Puna gilt als hinduitische Hochburg, liegt jedoch nicht weit entfernt von der pakistanischen Grenze und hat einen beachtlichen muslimischen Bevölkerungsanteil. Eine Operation der islamistischen Lashkar e-Toiba, die auch hinter den Mumbai-Attentaten stecken soll, wäre durchaus denkbar.